Die Iranische Armee
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Michael1
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BeitragBeitrags-Nr.: 81033 | Verfasst am: 26.12.2005 - 02:38    Titel: Antworten mit Zitat

Cool Beim Luft- und Raumfahrtsalon MAKS 2005 im August in Schukowski bei Moskau hatten sich "Kupol"-Vertreter über die leere Betriebskasse beklagt. Griechenland, das einzige NATO-Land, das seine Luft- und Raketenabwehr auf der Basis der russischen Fla-Raketenkomplexe aufbaut, hatte zwar einen Posten der "Tor-M1"-Komplexe gekauft und bereits einen zweiten für sich reserviert, dann aber darauf verzichtet - offenbar unter dem Druck von NATO-Partnern. Die praktisch fertigen Komplexe standen nun im Betriebshof herum.

Nun aber hat Iran die ursprünglich für Griechenland bestellten Komplexe gekauft. Nicht auszuschließen, dass diese für den Schutz des Atomkraftwerks in Bushehr bestimmt sind, dessen Bau kurz vor dem Abschluss steht.

Im Westen hat der Komplex die Bezeichnung SA-15 Gauntlet ("Stahlfaust") bekommen. Der russische Name "Tor" kommt von der Bezeichnung einer geometrischen Figur, die die Splitter des Gefechtskopfs der "Tor"-Festtreibstoffraketen vom Typ 9M331 beim Flug zum Ziel annehmen. Ein Komplex hat acht Raketen. Damit könnten sowohl Flugzeuge und Hubschrauber als auch Flügelraketen und sogar Artilleriegeschosse aus zwölf Kilometer Reichweite und in zehn bis 6 000 Meter Höhe abgeschossen werden. Außerdem können die Raketen bereits im Flug gelenkt werden, und zwar nicht nur mit einem funkelektronischen Impuls, sondern auch mit Hilfe der Wärmebildtechnik, über die der Komplex seit kurzem verfügt. Damit könnten nun auch die vom Gegner erzeugten funkelektronischen Störungen überwunden werden.

Weder das amerikanische System "Chaparel" noch das britische "Rapier-2000", noch das deutsche "Roland-5", noch das schwedische "RBS-90", noch das französische "Crotale-NG", geschweige denn das schweizerische "Skyguard" sind in der Lage, Raketen und Geschosse abzuschießen. Ein weiterer, überaus wichtiger Vorteil von "Tor" besteht darin, dass sich alle seine Systeme - Zielortung, -ansteuerung und -verfolgung wie auch der Kommando- und Messkomplex sowie die Startcontainer mit den Raketen - in einem Gehäuse befinden. Für ein schnelles Kampfmanöver ist das überaus wichtig. Die "Tor"-Raketen starten senkrecht und schwenken bereits in der Luft in die Zielrichtung ein. Ein Ziel wird gleich mit zwei Raketen angegriffen. Es gab noch kein Ziel, das den "Tor"-Raketen zu entweichen vermochte.

Aber die Freude über das unerwartete glückliche iranische Geschäft hat Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ziemlich stark vermasselt. Wozu musste er denn die unpassenden Erklärungen abgeben, Israel "muss vernichtet werden". Warum missbraucht er jede internationale Tribüne, um seine Abneigung gegenüber Israel zu bekunden? Hat er denn zu wenig Probleme mit dem "Nukleardossier", das die IAEO an den UN-Sicherheitsrat übergeben könnte, was alle entsprechenden Folgen nach sich ziehen würde? Reicht ihm denn der seit 25 Jahren andauernde Konflikt mit Washington nicht aus?

Quelle:http://iran-now.de/content/view/2984/26/



Michael1
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twister
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Beiträge: 11

BeitragBeitrags-Nr.: 84148 | Verfasst am: 20.01.2006 - 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
. Wozu musste er denn die unpassenden Erklärungen abgeben, Israel "muss vernichtet werden". Warum missbraucht er jede internationale Tribüne, um seine Abneigung gegenüber Israel zu bekunden?
Nun, ich bin kein sonderlicher Kenner der iranischen Innenpolitik, aber die Mullahs reden seit ihrer Machtergreifung davon Israel zu vernichten und auch ohne US-Spin ist es ein offenes Geheimnis das der Iran seit jahrzehnten Terrorgruppen (wie die Hamas) unterstützt die gegen Israel kämpfen. Neu ist, und hier tritt dann der US-Spin zutage, dass solche Reden durch unsere Presse gehen. Nicht zu vergessen ist ja auch, dass solche Drohungen hohl sind, ein Angriff auf Israel hätte ohne Frage Suizidcharakter, da die Israelis den Iran einfach auslöschen würden. Bei allen Zweifeln an der geistigen Gesundheit der Mullahs, der Iran ist bisher nicht durch irrationales Verhalten oder Überfälle auf andere Länder bekannt geworden. Diese Äußerungen haben meiner Meinung nach einzig und allein innenpolitische Gründe.

Was die militärische Seite betrifft, ich habe arge Zweifel an einem Angriff auf den Iran, die Gründe wurden hier ja schon teilweise genannt. Ich wüßte nicht wo die finanziellen und personellen Reserven herkommen sollten diesen Krieg nicht nur zu gewinnen, sondern den Iran auch noch zu stabilisieren. Der Irak sollte hier doch warnendes Beispiel genug sein. Und sämtliche Unterschiede, wie die Geographie, die 70 Millionen Einwohner, dazu Schiiten mit ihrem Märtyrerkult und nicht zuletzt die Armee, lassen den Irakkrieg da eher wie einen überschaubaren Konflikt erscheinen. Ebenso wären die Erfahrungen mit den Amerikanern zu berücksichtigen, dass sie als "großer Satan" bezeichnet werden hat ja historische Gründe. Das US-gestützte Terror und Folterregime des Schah Reza Pahlavi war ja überhaupt erst Auslöser der islamischen Revolution des Ayatollah Chomeini.
"Die Herrschaft Reza Pahlavis wird auch als Paradebeispiel eines korrupten und brutalen Marionettenregimes bezeichnet (Quelle:Zeit 34/2003)."

Nicht zuletzt dürfte auch die US-Unterstützung des irakischen Diktators Saddam Hussein während des 1.Golfkrieges im Iran nicht vergessen sein, sind doch hunderttausende Iraner in diesem Krieg gefallen. Also selbst wenn viele Iraner genug von den Mullahs haben sollten, ein Krieg gegen die USA oder eine westliche Invasionsstreitmacht würde die Bevölkerung sehr wahrscheinlich hinter den Mullahs vereinen.
Das Hauptproblem jeglicher Angriffsplanung dürfte es sein, die Straße von Hormuz freizuhalten. Die iranische Ölproduktion beträgt etwa 4.5 Millionen Barrel pro Tag, sollten diese Ausfallen hätte das naturmäß schon heftige Ausschläge des Ölpreises zur Folge, doch durch die Straße von Hormuz muß fast die gesamte Ölproduktion des Nahen Ostens. Sollte es den Iranern gelingen diese längere Zeit zu blockieren, dürfte die Weltwirtschaft rasant in den Keller gehen und Öl de facto unbezahlbar werden. Zur Verfügung ständen dem Iran dazu neben banaler Verminung die man u.U. verhindern könnte, ein ordentliches Arsenal von Anti-Schiffs Raketen. Zu nennen wären da neben einigen hundert französischen Exocet vor allem die SS-N-22 Sunburn und die SS-N-26 Yakhont in unbekannten Stückzahlen. Damit könnte man nicht nur Öltanker im Golf angreifen, sondern ohne Frage auch militärische Begleitschiffe. Diese Bedrohung auszuschalten dürfte der Knackpunkt jeglicher Angriffplanung einer Interventionstruppe sein, denn selbst wenn die Ölversorgung nur einige Wochen ausfällt dürfte dies fatale Folgen für die Weltwirtschaft nach sich ziehen.
Nimmt man ansonsten einen ähnlichen Kriegsverlauf wie im Irakkrieg an, wäre das nächstgrößere Problem der Partisanenkampf, nur diesmal im großen Maßstab und in einem Land das überwiegend aus Gebirge besteht. Ein weiteres pikantes Detail dürften die C-Waffen des Iran sein, die reguläre Armee könnte diese wegen möglicher Vergeltungsschläge gegen die Zivilbevölkerung sicher nicht einsetzen, aber was sollte autonome Partisanenverbände nach einer Kapitulation des Landes hindern diese einzusetzen? Die Drohung einer Vergeltung wäre obsolet, da man ja kaum Zivilisten eines Landes abschlachten kann, das offiziell kapituliert hat.

Und weil es noch nicht genug Probleme gibt, muß auch die Frage gestellt werden, was denn danach kommen soll? Im Nationbuilding haben sich die Amerikaner zuletzt nicht mit Ruhm bekleckert, den installierten Marionettenregimes im Irak und Afghanistan würde ich nach Abzug der Amerikaner keine 6 Monate geben, beide Länder würde vermutlich im Bürgerkrieg versinken und womöglich auf jahrzehnte verloren gehen. Im Iran wäre es wohl kaum anders, ernsthafte und realistische Pläne was nach den Mullahs kommen sollte und auch praktibel wäre, totale Fehlanzeige. Die dauerhafte Besetzung ist weder finanziell noch personell realistisch. Zu guter letzt gäbe es auch noch massive Probleme mit dem Rest der arabischen/islamischen Welt, denn ein Angriff auf den Iran wäre einfach durch nichts zu rechtfertigen. Eine kleine islamische Revolution, sagen wir mal in Pakistan, und der Westen hat ein Problem was nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist.

Die einzige und wohl eher realistische Option wären Luftschläge, doch auch hier wären die Risiken letztlich unüberschaubar und der mögliche Erfolg fragwürdig.
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stefan w
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 113058 | Verfasst am: 16.01.2007 - 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo twister
auch zu den "angeblichen" ??? Veröffentlichungen der iranischen Mullahs:
http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?p=109838&highlight=iran+ahmadinedschad#109838

Auch wenn ich fundamentalisischen islamischen Regime kritisch sehe, halte ich die geistige Gesundheit der iranischen Mullahs für erheblich besser als die einiger westlicher Führer, zb Bush, Blair, Merkel etc.

Meiner Meinung nach sollte man sich auch von der Vorstellung freimachen das die USA den Irak oder Iran stabilisieren wollen. Richtiger ist, sie wollen Geld verdienen, nachweislich -auch nach Aussage von US-Eliten - alles andere ist dem untergeordnet. Beispiele dazu gibt es genügend, zb Unterstützung der Taliban, Saddam Hussein, Schah von Persien ... .
"Stabilisieren" nach US-Definition heißt wohl eher, demokratische Parteien / Strömungen (wie zb vor der Bushwahl im Iran) zu unterdrücken und US-hörige Technokraten an die Macht bringen. Beispiele aus neuerer Zeit dazu sind Afghanistan und der Irak.

Zitat:
Die Drohung einer Vergeltung wäre obsolet, da man ja kaum Zivilisten eines Landes abschlachten kann, das offiziell kapituliert hat.
Nun, gerade die Medien in den westlichen Ländern funktionieren gut genug um auch dies evtl möglich zu machen.
Beim US-Krieg gegen den Irak gibt es eine unmenge an Beispielen wie US-Einheiten in irakische Zivilistenmengen schossen, teilweise obwohl sie gar nicht bedroht waren. Diese Berichte sind von unterschiedlichster Seite (zb auch von ehem. US-GI´s) und durchaus glaubhaft.

Zitat:
Und weil es noch nicht genug Probleme gibt, muß auch die Frage gestellt werden, was denn danach kommen soll? Im Nationbuilding haben sich die Amerikaner zuletzt nicht mit Ruhm bekleckert, den installierten Marionettenregimes im Irak und Afghanistan würde ich nach Abzug der Amerikaner keine 6 Monate geben, beide Länder würde vermutlich im Bürgerkrieg versinken und womöglich auf jahrzehnte verloren gehen.
Die Menschen im Irak und Afghanistan sehnen fast die "alten" Zustände herbei. Da waren wenigstens die meisten Menschen realtiv sicher und konnten auf die Straße gehen ohne Gefährdung. Beides ist in diesen Ländern heute nicht mehr gegeben.

Beim Irak und Iran sollte man auch die Erfahrungen der Menschen dort, gerade, mit der USA nicht vergessen.
Irak: Ein trickreich inszinierter Krieg führt zur Zerbombung des Iraks mit immensen Opfern unter der Zivilbevölkung, danach das Völkerrecht-brechende Embargo welches wiederum Millionen Irakern (gerade Alten und Kindern) das Leben kostete.
Iran: Das, wirtschaftlich verursachte, wegputschen einer werdenden Demokratie, mit dem Einrichten eines brutalen US-hörigen Regimes.
Zitat:

Die einzige und wohl eher realistische Option wären Luftschläge, doch auch hier wären die Risiken letztlich unüberschaubar und der mögliche Erfolg fragwürdig.
Damit würde sich die USA wiedereinmal gegen Völkerrecht und UNO-Charta stellen. Ersteinmal könnten die Luftschläge durchaus Erfolg haben, der Mißerfolg würde auf dem Fuß folgen.
In welcher Art kann man schlecht sagen. Der Iran könnte durchaus auch mit einem Angriff auf die Ölschiffahrt antworten.

gruß
st
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Andreas1984
Gast





BeitragBeitrags-Nr.: 133905 | Verfasst am: 27.11.2007 - 20:00    Titel: Antworten mit Zitat

Iran verkündet Bau einer neuen Mittelstreckenrakete

Andreas Winken
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