GSL Thema - Militärischer Widerstand im Dritten Reich
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BeitragBeitrags-Nr.: 152858 | Verfasst am: 12.07.2008 - 11:42    Titel: Antworten mit Zitat

Warum war dann ausgerechnet Philipp von Boeselager im Personalgutachter-Ausschuß, als die Bundeswehr wieder aufgebaut wurde? Zwinkern

Horrido!

Nicole
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BeitragBeitrags-Nr.: 152861 | Verfasst am: 12.07.2008 - 11:45    Titel: Antworten mit Zitat

Was willst du mir damit sagen?
Das die Bundeswehr nach dem Krieg voller Altnazis war, die keine "Verräter" duldeten, ist bekannt - das aber Boeselager entschieden hat, wer rein darf udn wer nicht, wär mir neu. Hast du dafür belege?
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BeitragBeitrags-Nr.: 152868 | Verfasst am: 12.07.2008 - 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

Belege?? Was denkst Du denn - natürlich! Unteranderem einen Klaus Christian Richter, der zufälligerweise eben von jenem Baron von Boeselager begutachtet wurde, als er sich als Offiziersbewerber zur neuen Bundeswehr meldete.
Selbiger Herr Richter ist der berühmte Kavallerie-Autor, OTL a. D. der BW und Vorsitzender unseres Traditionsverbandes!

Kannst Du denn Belege liefern, daß die BW "voller Altnazis" war?

Horrido! Winken

Nicole
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 152870 | Verfasst am: 12.07.2008 - 12:15    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das die Bundeswehr nach dem Krieg voller Altnazis war, die keine "Verräter" duldeten, ist bekannt


Mir nicht, daher bin ich sehr gespannt auf evtl. Belege für diese Aussage Zwinkern

Dafür

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 152872 | Verfasst am: 12.07.2008 - 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

War sie es nicht?
Warum schreibt es denn "euer Freund" Balsi darein? :]

EDIT: ich werd ab 1.8 auch meine 9 Monate bei den Fallschrimjägern leisten, also nix falsches denken Zwinkern
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 152873 | Verfasst am: 12.07.2008 - 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

Sind wir für den dezidierten Text von Balsi Biographien verantwortlich? Die These von den "Altnazis" stammt aus deiner Feder, nicht aus Balsis Idee

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 152875 | Verfasst am: 12.07.2008 - 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Nach dem Krieg scheiterten alle Versuche des fähigen und hochdekorierten Offiziers, in die Bundeswehr aufgenommen zu werden, am Widerstand des mächtigen Staatssekretärs und Adenauer-Intimus Hans Globke und jener Kreise ehemaliger Offiziere der Wehrmacht, die keinen „Verräter“ in der Bundeswehr dulden wollten


Wie würdest du denn das interpretieren?
Dann wendet euch doch an den Herrn Balsi Idee
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BeitragBeitrags-Nr.: 152876 | Verfasst am: 12.07.2008 - 12:31    Titel: Antworten mit Zitat

Mensch, man muß nicht unbedingt ein Nazi gewesen sein, um das Attentat abgelehnt zu haben! Wenn Du dich mal näher damit beschäftigt hättest, dann wäre dir aufgefallen, daß der Grat zwischen Ablehnung und Zustimmung quer durch alle Schichten bei Waffen-SS und Wehrmacht lief Zwinkern

Horrido!

Nicole
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BeitragBeitrags-Nr.: 152877 | Verfasst am: 12.07.2008 - 12:32    Titel: Antworten mit Zitat

Sturmbannführer hat Folgendes geschrieben:
Was willst du mir damit sagen?
Das die Bundeswehr nach dem Krieg voller Altnazis war, die keine "Verräter" duldeten, ist bekannt - das aber Boeselager entschieden hat, wer rein darf udn wer nicht, wär mir neu. Hast du dafür belege?


Hier mal ein interessanter Link der renommierten österreichischen Fachzeitschrift ÖMZ zum Thema Aufbau BW.

http://www.bmlv.gv.at/omz/ausgaben/artikel.php?id=265

Zum Thema Übernahme von WH-Angehörigen in die BW wird ja auch heute noch immer gern so getan, als hätte es damals keinerlei Regelungen und Kriterien gegeben und als wäre die BW voll von "Altnazis" gewesen. Dem ist aber nicht so und dies nicht nur unter Bezug auf Oberst Graf von Baudissin, der das Konzept des "Staatsbürgers in Uniform" entwickelte.

Der Wahlsieg Adenauers am 6. September 1953 bestätigte den eingeschlagenen Kurs der Westbindung und gab Adenauers militärischen Ratgebern eine sichere Planungsperspektive. General a.D. Erich Dethleffsen entwickelte Ende September 1953 "Grundsätze für die soldatische Erziehung", die auf großes Interesse in der Dienststelle Blank stießen, denn Dethleffsen stellte hierin Überlegungen über die Bildung eines neuen Offiziers- und Unteroffizierskorps an. Der General ging davon aus, dass es im Jahr 1953 nicht länger "... den ehemaligen Offizier oder den ehemaligen Unteroffizier, sondern nur eine Vielzahl von Individuen, die früher einmal Berufssoldaten gewesen sind", gab und Offizier- und Unteroffizierkorps der Wehrmacht bereits zerbrochen gewesen waren, als sich "die Tore der Kriegsgefangenenlager öffneten".
Die Studie teilte die ehemaligen Soldaten zudem in verschiedene Kategorien ein und nannte hier zunächst die Uninteressierten, die genug davon hätten, "als Helden ausgezogen und als Verbrecher heimgekehrt zu sein" (FN35) und vermutete besonders viele unter den Soldaten, deren Existenz in einem neuen Beruf sichergestellt sei. Eine weitere Kategorie war die Gruppe der "Unbelehrbaren", zu denen der General diejenigen rechnete, "die sich jeder Selbstkritik verschließen und es ablehnen, sich über die Entwicklung des deutschen Soldatentums, besonders in der Hitlerzeit, Rechenschaft abzulehnen. Sie wittern in jeder Anregung, darüber nachzudenken, wie weit die Haltung des deutschen Soldaten selbst zur Katastrophe von 1945 beigetragen hat, den neuen Versuch einer Diffamierung oder eine faule Konzession gegenüber der vox populi." (FN36) Zwar zeigte sich der Verfasser der Studie zuversichtlich, dass die Zahl der "Unbelehrbaren" mit zunehmender zeitlicher Distanz geringer werden könnte, doch gehörten seiner Ansicht zur Zeit noch zu dieser Gruppe "die mit sich selbst ebenso wie mit ihrem Schicksal unzufriedenen ehemaligen Soldaten, denen es noch nicht geglückt ist, sich eine sichere berufliche Position zu verschaffen oder die als Landsknechtstypen und ewige Soldaten gar nicht den ernsten Willen dazu haben". (FN37)

Zur Gruppe der "Positiven" zählte das Amt Blank die ehemaligen Berufssoldaten, die "bereit sind, sich Rechenschaft darüber abzulegen, wie sehr das soldatische Ethos im Dritten Reich verwässert worden war und die Grundlagen des Soldatentums überhaupt erschüttert worden waren".

Den zahlenmäßigen Anteil dieser Gruppe erkannte Dethleffsen "erfreulicherweise" als im ständigen Ansteigen begriffen und er sah in diesem Personenkreis "die stärksten Ansatzmöglichkeiten für eine künftige Erziehung". (FN38) Damit war klar, dass sich künftighin die Rekrutierungsversuche auf diese Personengruppe konzentrieren würden. Graf Baudissin konkretisierte zu dieser Zeit seine Konzeption der Inneren Führung, in der er die Stellung des Soldaten und die Stellung der Streitkräfte definierte. In einem Vortrag am 1. November 1953 ging er von der These aus, dass isolierte Streitkräfte nicht in der Lage sein könnten, ihren Auftrag zu erfüllen, und negierte die Autonomie des Soldatischen. Die Folgen einer solchen Autonomievorstellung hatten seiner Auffassung nach die Soldaten der Wehrmacht "... in der unbestreitbaren, allerdings nicht etwa juristisch oder moralisch gesehenen Mitschuld des unpolitischen Soldaten am Werden des Dritten Reiches und in der bedauerlichen Tatsache, dass Wehrmacht wie Soldat vereinzelt durch das System geschlagen werden konnten" (FN39), erlebt. Baudissin forderte deshalb für die neuen Streitkräfte eine Übereinstimmung der Staats- und Wehrform und für den einzelnen Soldaten staatsbürgerliche Rechte ein. Mit seiner Konzeption des "Staatsbürgers in Uniform" (FN40) entwickelte Baudissin ein neues und tragfähiges Bild des Soldaten und der Armee in der Demokratie, an dem sich die weiteren Planungen verbindlich orientieren konnten.(FN34)
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Sturmbannführer
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BeitragBeitrags-Nr.: 152878 | Verfasst am: 12.07.2008 - 12:34    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, ich hab mich sehr damit beschäftigt! Viele Bücher über den Widerstand gelesen, oft mit dem Herren von Boeselager sprechen dürfen, da sein Enkel, bei uns auf der Schule ist/war :].
Leider ist er ja vor kurzem verstorben Traurig.


Aber, da hast du recht, die Gradlinie war sehr, sehr eng - aber genau das macht es ja alles so gefährlich, da man nicht einmal "Nazi" sein musste, um Sachen zu machen/begehen/sagen, die man später bereut hätte Zwinkern
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