Ausgeliefert in den Machtbereich der SU 1945
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 103116 | Verfasst am: 21.08.2006 - 12:34    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,431055,00.html

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Jan-Hendrik
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grassi
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BeitragBeitrags-Nr.: 112219 | Verfasst am: 03.01.2007 - 20:57    Titel: Antworten mit Zitat

Zu den ausgelieferten Kosaken gab es 2005 auch schon eine Ausstellung:
http://www.uibk.ac.at/kosaken/ausstellung/

Zur Ausstellung gibt es hier eine kurze Besprechung:
http://www.sehepunkte.de/2006/02/8626.html

Zu den an die Sovjets übergebenen Kosaken Auszüge aus Jan-Hendriks Link - ein archäologisches [sic!] Forschungsprojekt:

SPIEGEL ONLINE - 21. August 2006, 09:43
URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,431055,00.html


Zitat:
Auf der Spur von Hitlers Kosaken
Von Stefan Dietrich

Im Zweiten Weltkrieg kämpften Kosaken an der Seite der Wehrmacht. Die Auslieferung an die Rote Armee nach Kriegsende bedeutete für über 20.000 Kosaken ein erbärmliches Ende. Jetzt suchen Archäologen nach den letzten Spuren der Reitersoldaten.

Anfang Mai 1945: Das Kosakenkorps Domanow befindet sich auf dem Rückzug aus dem oberitalienischen Friaul in die österreichischen Alpen. Die Marschkolonne mit ihrem riesigen Tross ist viele Kilometer lang. 25.000 Menschen, davon mehr als die Hälfte Frauen, Kinder und alte Leute im Gefolge der Reitersoldaten, versuchen die britische Besatzungszone zu erreichen. Denn die antikommunistischen, russischen Reiter - einst treue Truppe der Zaren - haben als offizieller Wehrmachtsverband für Nazi-Deutschland gekämpft und wollen unter keinen Umständen in die Hände der italienischen oder jugoslawischen Partisanen fallen, mit denen sie selbst in den zurückliegenden Monaten alles andere als zimperlich umgegangen sind.

[...]

Ebenfalls mit einem persönlichen Schicksal verknüpft sind ein Fingerring aus Gold und Lapislazuli mit sternförmig eingelegten Süßwasserperlen und ein Ohrring aus dem Besitz von Sonja Walder, die in Kartitsch, einem Nachbarort von Lienz, lebt. Harald Stadler: "Alle biografischen Daten sprechen dafür, dass Frau Walder ein kosakisches Findelkind ist. Ihre in-zwischen verstorbene Ziehmutter Antonia Hanser hat das Baby anscheinend 1945 von Kosakenfrauen zusammen mit den Wertsachen als Pfand für die Pflege und Erziehung übernommen. Der Ohrring - in der Form einer spitzen Pyramide - ist übrigens ein besonders interessantes Objekt. Solch eine Arbeit entspricht jenen aus byzantinischen Werkstätten, wie sie bei den Awaren und anderen Steppenreitern im 6. und 7. Jahrhundert getragen wurden."

[...]




Außerdem haben die Amerikaner Lager-Kommandanten an die SU bzw. nach Osten ausgeliefert: Zu nennen wären Amon Göth/Plaszow und Rudolf Höß/Auschwitz.

http://de.wikipedia.org/wiki/Amon_G%C3%B6th

Wem das als Quelle nicht reicht, der möge in der Enzyklopädie des Nationalsozialismus usw. nachschlagen.

grassi


Zuletzt bearbeitet von grassi am 03.01.2007 - 21:27, insgesamt 3-mal bearbeitet
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grassi
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BeitragBeitrags-Nr.: 112222 | Verfasst am: 03.01.2007 - 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

Bei dieser Gruppe ist mir der Anteil der Westalliierten noch nicht ganz klar:

Ein Teil der Russlanddeutschen, die 1941 von den Sowjets nicht in Gebiete jenseits des Urals deportiert werden konnten, floh 1944 nach Westen, wurde dort von den Sowjets eingeholt und dann nach Sibirien verbannt. Es handelte sich nämlich formell um sowjetische Staatsbürger, auch wenn das Deutsche Reich auf sie nach dem Überfall auf die Sowjetunion in gewisser Weise Anspruch erhoben hatte.

Außerdem soll es noch in den 1950er Jahren sowjetische Greifkommandos gegeben haben (Konjunktiv!), die in der BRD "sowjetische" Russlanddeutsche, heimholen wollten.

Genauere Angaben zur Beteiligung westalliierter Stellen fehlen mir - für Hilfe wäre ich dankbar. Insgesamt scheinen mir die Westallierten den Sowjets in dieser Frage, es ging immerhin formell um sowjetische Staatsbürger, da nicht sehr gründlich oder eifrig gewesen zu sein.
Viele Russlanddeutsche konnten gerade in den Westzonen untertauchen.

Zitat:
Rußlanddeutsche in der Bundesrepublik Deutschland

1945 gelang es ca. 75.000 Rußlanddeutschen verschiedener Konfession, in Deutschland
unterzutauchen:1704 Sie konnten 1941 wegen des schnellen Vormarsches der Wehrmacht nicht
mehr nach Sibirien deportiert werden. Ein Teil von ihnen wurde später bei den Offensiven der
Roten Armee überrollt und geriet wieder in den sowjetischen Machtbereich. Mit dem Rückzug der
deutschen Truppen verließ der Rest dieser Rußlanddeutschen seine Wohnorte und ging nach
Westen, bis man sich schließlich bei Kriegsende im Reichsgebiet befand. Von den ca. 150.000
dieser Rußlanddeutschen, die sich in den westlichen Besatzungszonen aufhielten, wurde etwa die
Hälfte an die Sowjets ausgeliefert und in die Sowjetunion verbracht (s.o.).1705
Nach dem Krieg befanden sich ca. 12,2 Millionen Vertriebene in Deutschland, davon
8,1 Millionen auf dem Gebiet der späteren Bundesrepublik. Unter ihnen zählten nur 70.000 zu den
Rußlanddeutschen, insgesamt weniger als ein Prozent. Ähnlich verhielt es sich in der SBZ bzw.
DDR, dort befanden sich 4,1 Millionen Vertriebene, darunter lediglich 5.000 Rußlanddeutsche.



Zu den Fußnoten:

Zitat:
1704 Die Zahlenangaben schwanken. Gelegentlich heißt es auch, daß mit den bereits vor dem 2. Weltkrieg aus der Sowjetunion
emigrierten Deutschen (ca. 40.000 bis 50.000) nach Beendigung der sowjetischen Rückführungsaktionen etwa 150.000
Rußlanddeutsche in Deutschland gelebt haben. Der rußlanddeutsche Publizist Karl Stumpp gibt aber für 1955 nur eine Zahl von
52.000 in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Rußlanddeutschen an. Die Differenz läßt sich dadurch erklären, daß seit
1950 ca. 40.000 Rußlanddeutsche nach Übersee ausgewandert waren. Rußlanddeutsche, die bereits vor der Oktoberrevolution
und in den 1920er Jahren nach Deutschland gekommen waren, sind bei Stumpp ebenfalls nicht berücksichtigt. Ein Teil der
Rußlanddeutschen konnte seine wahre Herkunft verschleiern und dadurch der Auslieferung an die Sowjets entgehen. Die in der
sowjetischen Besatzungszone verbliebenen Rußlanddeutschen waren nicht erfaßt worden.


Zitat:
1705 Bei den sogenannten Repatriierungen kamen ca. 15 bis 30% der Ausgelieferten um. Sie wurden nicht in ihre ehemaligen
Siedlungsgebiete, sondern in die Verbannungsorte der bereits 1941 deportierten Rußlanddeutschen verbracht. Dort mußten sie
Zwangsarbeit leisten. Der anderen Hälfte gelang es, in den Westzonen unterzutauchen. Dies war z.B. dann möglich, wenn ihr
Geburts- bzw. Wohnort in den deutschen Siedlungsgebieten in der Sowjetunion einen deutschen Ortsnamen trug, der auch in
Deutschland vorkam (z.B. Worms, Rosenheim, München etc.). Durch diesen Umstand ließen sich die mit der Auslieferung
befaßten Stellen täuschen.


Literatur: http://edoc.ub.uni-muenchen.de/archive/00005378/

grassi
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 116201 | Verfasst am: 01.03.2007 - 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

Auch ein eher vernachlässigter Aspekt :

Zitat:
Der Krieg wurde gegen die eigenen Soldaten fortgesetzt
Eine Dissertation bereitet die fatale Geschichte russischer Kriegsgefangener nach ihrer "Befreiung" durch die Alliierten 1945 auf
Hans-Joachim von Leesen

Während des deutsch-sowjetischen Krieges gerieten etwa 5,7 Millionen sowjetische Soldaten in deutsche Gefangenschaft. Eine Million Rotarmisten liefen über, das sei "die größte militärische Desertionsbewegung der modernen Militärgeschichte gewesen", teilt die in Nürnberg lebende Historikerin Ulrike Goeken-Haidl in ihrem soeben erschienenen voluminösen Werk "Der Weg zurück - Die Repatriierung sowjetischer Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener während und nach dem Zweiten Weltkrieg" mit. Das Buch liefert am Rande die zusätzliche Information, daß auch 100.000 britische und 40.000 US-amerikanische Soldaten übergelaufen seien. Rechnet man die angeblich 4,1 Millionen Sowjetbürger und -bürgerinnen hinzu, die nach sowjetischen Angaben entweder freiwillig oder häufiger gezwungen für die deutsche Seite arbeiteten, galt es nach der deutschen Niederlage im Mai 1945 etwa zehn Millionen Menschen in die Sowjetunion zu repatriieren.


Mehr :

http://www.jf-archiv.de/archiv07/200708021652.htm

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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 116225 | Verfasst am: 01.03.2007 - 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

In diesem Zusammenhang hätte ich mal eine (vielleicht dumme) Frage: Wer hatte denn eigentlich auf westalliierter Seite das letzte Wort darüber, ob wer den Russen übergeben wird - Eisenhower?
Ich frage deshalb, weil vor allem der Oberbefehlshaber der 3. US-Armee in mehreren Fällen eigentlich feindliche (also deutsche) Einheiten ungewohnt kameradschaftlich in Gefangenschaft übernahm bzw. übernehmen ließ. Hatte so etwas bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich Abschiebung oder nicht irgend welche Auswirkungen? Soll heißen: Durfte Patton mitreden?
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BeitragBeitrags-Nr.: 116521 | Verfasst am: 05.03.2007 - 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Zunächst mal vielen Dank für die vielen Reaktionen auf meine Frage! Zwinkern
Aber was solls, dann hilft vielleicht eine Passage weiter, die Martin Block im Thread "Tschechien 1945" aus dem Buch "Brennpunkte" von W. Paul zitiert hat:
Zitat:
"In der Nacht zum 9. Mai fährt die 6. PD über Iglau (liegt westl. von Brünn) nach Westen, um sich jenseits der Moldau den amerikanischen Truppen des Generals Patton zu ergeben. .......... Kampfgruppen der Division werden an der Moldau von Pattons Soldaten an die Rote Armee übergeben. Troßteilen gelingt es, bei Namiest über die Moldau in amerikanische Gefangenschaft zu gehen, aus der sie nach 7 Tagen an die Russen ausgeliefert werden. ....

Vielleicht wäre Martin ja bereit, darüber etwas ausführlicher zu berichten.
Keine Ahnung

Was meine Frage betrifft, so lässt sich aus dem obigen Zitat wohl ableiten, dass Patton nicht um seine Meinung gefragt wurde...
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Spähtrupp
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BeitragBeitrags-Nr.: 116597 | Verfasst am: 06.03.2007 - 12:00    Titel: Antworten mit Zitat

Gardes du Corps hat Folgendes geschrieben:
1991 wurden bei Wittstock Massengräber entdeckt. Nachdem bei ersten Grabungen klar wurde, dass es sich um von den Russen niedergemetzelte Kosaken handelte, wurde nicht weiter gegraben.

Von welchem Wittstock redest Du - Wittstock in Westpreußen oder Wittstock in Brandenburg?
Wäre schön, wenn Du mit Einzelheiten dienen könntest... Winken
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BeitragBeitrags-Nr.: 145335 | Verfasst am: 13.04.2008 - 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
ARCHÄOLOGIE
Auf der Spur von Hitlers Kosaken

Von Stefan Dietrich

Im Zweiten Weltkrieg kämpften Kosaken an der Seite der Wehrmacht. Die Auslieferung an die Rote Armee nach Kriegsende bedeutete für über 20.000 Kosaken ein erbärmliches Ende. Jetzt suchen Archäologen nach den letzten Spuren der Reitersoldaten.


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BeitragBeitrags-Nr.: 145657 | Verfasst am: 17.04.2008 - 10:09    Titel: Antworten mit Zitat

Die Restteile der 37.SS-Frw.KavDiv. ergaben sich im Raum Freistadt den Amerikanern, der Großteil wurde später der Roten Armee übergeben.

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BeitragBeitrags-Nr.: 185709 | Verfasst am: 01.06.2010 - 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

65.Jahrestag der AUslieferung der Kosaken an die Rote Armee

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