Aufbringen der "Mavi Marmara" in int. Gewässern
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Der-Nietenzaehler
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BeitragBeitrags-Nr.: 185933 | Verfasst am: 08.06.2010 - 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

mich fasziniert etwas anderes an diesem Ereignis.

Der Vergleich mit den ehemals deutschen Ostgebieten mag zwar weit hergeholt sein, aber der Gedanke, dass nach mehr als 50 Jahren noch immer keine Lösung für diesen Koflikt gefunden wurde, stimmt mich nicht unbedingt optimistisch.

Wesentlich schlimmer finde ich jedoch, dass hier die beiden vordergründig verfeindeteten Parteien offenbar "von aussen" immer wieder aufs Neue zu Auseinandersetzungen "motiviert" werden. Also eine Art Stellvertreterkrieg, dessen "Einschlafen" mit allen Mitteln verhindert wird.

In diesem Fall wurde das Schiff eines Drittstaates mit multinationaler Besatzung und Passagieren sehr medienwirksam als Spielfigur eingesetzt. Seerecht hin, Seerecht her - wir sollten diese Aktion nicht aus juristischer, sondern aus politischer Sicht betrachten.

Aus meiner Sicht war es eine geplante Provokation - andere mögen "Falle" sagen - und es löst das Problem nicht, sich bei den Betrachtungen auf die beiden Parteien im Vordergrund zu konzentrieren.

Vielleicht sollte man erst einmal die zahlreichen "Mitspieler" hinter den Kulissen isolieren, damit dieser Brand nicht wieder zu einem grösserem Flächenbrand ausartet. Und damit meine ich ebenso Staaten, wie NGOs und einzelne Personen und Vereine. Dieser Vorfall ist nur einer und sicherlich nicht der letzte.

Wir sollten uns bewusst sein, dass hier erneut eine Spirale in Bewegung gesetzt wird und sollten uns auf Schlimmeres einstellen.

Gruss

Frank
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 185935 | Verfasst am: 08.06.2010 - 19:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, eine Provokation war es. Isreal konnte nur verlieren.
Sie durften den onvoi nciht einfach durchfahren lassen, dann wäre ihre Blockade zur Lächerlichkeit verkommen, und weitere Konvois würden kommen. UNd die andere Möglichkeit war die, die jetzt gemacht wurde: Gewalttätiges Entern.

Wobei ich mich wundere, dass sie es schon in intern. Gewässern machten. Innerhalb der Hoheitsgewässer wäre der Sturm der Entrüstung evtl nicht ganz so groß gewesen.
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 185944 | Verfasst am: 09.06.2010 - 00:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hoover hat Folgendes geschrieben:

Wobei ich mich wundere, dass sie es schon in intern. Gewässern machten. Innerhalb der Hoheitsgewässer wäre der Sturm der Entrüstung evtl nicht ganz so groß gewesen.


Naja, Gewaltätig sind ja zuerst die "Friedensaktivisten" geworden. Grins
Und der Rest der Flotte wurde gewaltfrei aufgebracht.

Ich hab mir das Video noch mal in Ruhe angesehen. Am Anfang kommen sie wirklich einzeln runter, wie als ob sie keinen Widerstand erwarten. Als dann die ersten Commandos verdroschen wurden, gehts dann zügiger. Sie stehen dann im Kreis, Rücken an Rücken, und eröffnen das Feuer mit Paintballwaffen. Ich hab mir die Stelle bestimmt 10mal angeschaut und es sind wirklich Paintballwaffen. Grins Dann sieht man erneut ein Horde, Stangen schwingend, auf die Truppe zurasen. In dem darauffolgenden Handgemenge müssen dann wohl die Pistolen der überwältigten Commandos entwendet worden sein. Egal ob dann damit auf sie geschossen wurde oder nicht, spätestens jetzt hätte ich meine Waffe auch gezogen...


Warum in internationalen Gewässern aufgebracht?

Die Route Zypern --> Libanon/Gaza ist eine altbekannte Schmugglerroute. Die laden draußen auf hoher See auf kleine Schnellboote um. Wenn du die erst in den Hoheitsgewässers filzt, findest du bestimmt nix. Grins

Ist übrigens nicht das erstemal. Allerdings gibts dann nicht so ein "Wehklagen" der "Friedensaktivisten" wenn ein solches "Hilfslieferungsschiff" mit einer Ladung Waffen aufgebracht wird... Grins

MS FRANCOP 2009 mit 60to Raketen geentert

Zitat:
The ship, MS Francop, was detained on Tuesday near Cyprus, about 100 miles off the Israeli coast. After Israeli commandos stormed Francop they found it was carrying more than 60 tones of missiles, rockets and anti-tank weapons.
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 185953 | Verfasst am: 09.06.2010 - 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

Mit den Paintballwaffen wedren Gummikugeln verschossen. Stand mal auf Isajeret.com (oder wie die Seite über die IDF-Commandos heißt, bin gerade im Büro).


ZUr Gegenwehr der Schiffsbesatzungen: Ich gehe von einer berechtigten Selbstverteidigung aus.

UNd auf den Schiffen wurden keine Waffen gefunden.
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 185957 | Verfasst am: 09.06.2010 - 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hoover hat Folgendes geschrieben:

ZUr Gegenwehr der Schiffsbesatzungen: Ich gehe von einer berechtigten Selbstverteidigung aus.


Die Passagiere haben sich "verteidigt", nicht die Besatzungen. Winken

Defakto haben sie sich einer berechtigten Kontrolle nach Seerecht entzogen und sind nach Prisenrecht aufgebracht worden...

Es müssen auch keine Waffen an Bord gefunden werden, denn erstens reicht ein berechtigter Verdacht aus, zweitens können ja noch andere "Hilfsgüter" auf der Konterbandenliste stehen.

Versteh mich nicht falsch, ich hege für jeden Sympatien der unterdrückt wird. Die Hamas gehört aber genausowenig dazu wie die israelischen Hardliner. Auch wird eine langfristige Lösung nur auf einer rechtlichen Basis, nicht auf einer gefühlten Gerechtigkeit, basieren.

Und zum Abschuß noch die "Kindergartenmeldungen":
(gefunden hier )

Zitat:
Daraus entstand die Idee des "jüdischen Schiffs für Gaza", das nun im Juli mit 15 oder 16 Aktivisten an Bord in See stechen soll.


Zitat:
Angesichts all der Hilfs- und sonstigen Schiffe, die bald Kurs auf Gaza nehmen könnten, arbeiten sogar einige Israelis schon daran, den Spieß einfach umzudrehen. Die Nationale Studentenunion will eine "Friedensflotte" in die Türkei entsenden. Sie soll, so heißt es in Tel Aviv, "humanitäre Hilfe zu den unterdrückten Menschen im türkischen Kurdistan und zur armenischen Minderheit bringen".
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 185977 | Verfasst am: 10.06.2010 - 10:05    Titel: Antworten mit Zitat

Haben denn die Schioffe nicht das Recht, sich zu wehren?

Beispiel: Wenn Nordkorea ein südkoreanisches Schiff prüfen wollten, in internationalen Gewässern, dann ist schwer vorstellbar, dass das das so durchgehen würde.

Hier wird doch mit zweierlei Maß gemessen, und darüber muss sich die intern. Gemeinschaft mal Gedanken machen. Also: Sanktionen für ISrael, weil die einen Friedensprozess mehr behindern als die Palästinenser es je könnten.
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 185988 | Verfasst am: 10.06.2010 - 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hoover hat Folgendes geschrieben:
Haben denn die Schioffe nicht das Recht, sich zu wehren?


Gegen Agriffe, ja. Gegen Kontrollen nach dem Seerecht, nein.
Wir verfolgen und überwachen ja auch so Umweltsünder auf den Weltmeeren.

Hoover hat Folgendes geschrieben:
Hier wird doch mit zweierlei Maß gemessen, und darüber muss sich die intern. Gemeinschaft mal Gedanken machen. Also: Sanktionen für ISrael, weil die einen Friedensprozess mehr behindern als die Palästinenser es je könnten.


Warum wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Hat die Hamas etwa eine Seeblockade israelischer Gewässer ausgerufen? Scherz beiseite. klar, es gibt Hardliner auf beiden Seiten und beiden nützt dieser Konflikt, denn die einen verdienen prächtig daran, und die anderen bleiben an der Macht.

Als Beispiel: Ein Tunnel zwischen Ägypten und den Gazastreifen zu bauen kosten im Scnnitt 5-8000$. Pro Fracht werden 300-2000$ fällig, je nach Transportgut...

Aber jetzt immer so zu tun als seien nur die Israelis die Bösen, ist schlicht falsch.
Mal als Besipiel die Opferzahlen bei den Intifadas:

Zitat:
Erste Intifada 1987-1993

1.162 Palästinenser (davon 241 Kinder, einige waren aktiv gewalttätig) von israelischen Kräften getötet.
160 Israelis (davon 5 Kinder) wurden von palästinensischen Kräften getötet.
1.000 Palästinenser durch palästinensische Kräfte im Zuge von Lynchjustiz, Blutrache oder Ehrenmorden getötet.


Zitat:
Zweite Intifada 2000-2005

1.036 Israelis getötet (715 Zivilisten) und 7.054 verletzt.
(20.406 Anschläge, darunter 138 Selbstmordanschläge und 13.730 Schussüberfälle, sowie 460 Angriffe mit Qassam-Raketen)
3.592 Palästinenser(palästinensische Quellen: 3.336) davon 985 Zivilisten von israelischen Kräften getötet.
365 Palästinenser durch palästinensische Kräfte im Zuge von Lynchjustiz, Blutrache oder Ehrenmorden getötet.


Die Dritten Intifada wurde von der Hamas 2008 ausgerufen, ende absehbar...
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