Deutscher U-Boot Stahl & seine Eigenschaften
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Ronin
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BeitragBeitrags-Nr.: 194796 | Verfasst am: 17.05.2011 - 22:21    Titel: Deutscher U-Boot Stahl & seine Eigenschaften Antworten mit Zitat

Guten Abend zusammen !

Hätte gerne einmal gewußt, aus welchem Stahl die deutschen
U-Boote, vor und während des Zweiten Welltrieges gebaut wurden.
Gab es da von Typ zu Typ unterschiedliche Sorten, oder wurden alle Boote aus dem gleichen Material gefertigt ?

Wie lautete die damaligen Bezeichnung und welchen Stahl müßte man heute verlangen, um die damalige Qualität zu erhalten ?

Was waren die Besonderheiten, um diesen hochwertigen Stahl zu erhalten, der so ernorme Tauchtiefen überstand, für welchen die deutschen U-Boote von damals bekannt waren ?

Weiß jemand, ob es Richtwerte über Geschoßarten / Kaliber und Entfernungen gibt, die benötigt wurden, um die Druckkörperplatten der Boote zu durchschlagen ?
Bzw, war es möglich durch Bordwaffenbeschuß allierter Flugzeuge, diese stählerne Haut zu durch dringen ?

Über Antworten würde ich mich sehr freuen und verbleibe mit der immer nötigen Handbreit Wasser unter dem Kiel. Lachen

Ronin
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F.B.
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BeitragBeitrags-Nr.: 194810 | Verfasst am: 18.05.2011 - 09:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Der übliche Ubootstahl für die Druckkörper war der St 52 KM. Bei den Typen VIIB, VIIC, XB, XXI und XXIII ist mir die Verwendung diese Stahlsorte bekannt. Dieser Stahl war aber der Standardstahl und wird auch für die anderen Bootstypen benutzt worden sein. Ich denke das dieser Stahl dem heutigen S355 sehr nahe kommt. Der Turmmantel bei den Typen VII B, VII C und X B bestand aus dem Panzerstahl "Wotan hart" (Zerreißfetigkeit 85-95 kg/mm², Dehnung 20%, Streckgrenze 50-55 kg/mm²). Die Druckkörper für den Typ VII C 42 sollten aus Panzerstahl CM 351 (Festigkeit 55-70 kg/mm², Streckgrenze 45 kg/mm², Einschnürung 60%, Dehnung 28%) gefertigt werden. Der Panzerstahl CM 351 wurde auch für den Typ XXI angedacht. Da dieser Stahl aber nicht in ausreichenden Mengen zur Verfügung stand und die Stahlwerke auch nicht schnell genug liefern konnten musste diese Idee verworfen werden.

Die Stärke des Druckkörpers beim Typ XXI beträgt im oberen Teil zwischen 18 und 26mm. Da ich keine Daten für ausländische Bordwaffen habe, hier mal eine Angabe zum MG 131. Die Panzergranate dieser Waffe durchschlägt 7mm Panzerstahl auf 300m Entfernung auf Bodenhöhe. Man muss aber bedenken das der St 52 KM kein Panzerstahl ist und daß das Geschoß bevor es auf den Druckkörper trifft auch noch Aussenhülle und evt. Bunker oder Zellen durchschlagen muss. Die MK 101 durchschlägt eine Panzerplatte von 27mm noch auf 600m. Das sind wie gesagt nur Beispiele für die Durchschlagsleistung von Bordwaffen.

MfG

Frank

Edit: hier eine Übersicht zum Thema Stahlsorten von heute:
http://www.stahlbauteile.com/stahlnormen.html
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Ronin
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BeitragBeitrags-Nr.: 194852 | Verfasst am: 19.05.2011 - 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo F.B. !

Wow, das war mal eine Antwort wie ich sie nicht erwartet hätte.
Vielen, vielen Dank dafür.
Dein Beitrag war sehr aufschlußreich.

"Gute Leute muß man eben haben, gute Leute" Gut gemacht!

Ronin
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