Chinesische Flugzeugträger im Bau?
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Fakum12
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BeitragBeitrags-Nr.: 172048 | Verfasst am: 04.06.2009 - 17:52    Titel: Antworten mit Zitat

Du darfst aber auch nie vergessen, das bei der Militärplanung der UDSSR Träger nie eine große Rolle spielten und somit auch sehr stiefmütterlich behandelt wurden.
Mich wundert es sowieso, das überhaupt welche gebaut wurden...
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Hieronymus
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BeitragBeitrags-Nr.: 172053 | Verfasst am: 04.06.2009 - 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

Fakum12 hat Folgendes geschrieben:
Du darfst aber auch nie vergessen, das bei der Militärplanung der UDSSR Träger nie eine große Rolle spielten und somit auch sehr stiefmütterlich behandelt wurden.
Mich wundert es sowieso, das überhaupt welche gebaut wurden...


Da hast Du schon recht damit, die Sowjets haben die (vor allen) US Träger als imperialistische Machtinstrumente verteufelt und immer und jedem erzählt das diese Schiffe im Grunde genommen völlig wehrlos im Falle eines Angriffes durch die sowjetischen Marinflieger wären. Das haben sie jedenfalls über Jahre hinweg jedem erzählt der Ihnen den Gefallen tat und zuhörte. Komisch ist an der Sache nur, wenn diese Träger so harmlos waren, warum standen sie dann auf der Liste der Primärziele im Falle eines "Heißen Krieges" immer ganz oben auf der Liste?

Tatsache ist die Sowjeits hatten vor den amerikanischen Trägerkampfgruppen einen Riesenbammel, sie wussten sehr genau das eine US Flotte wie die 2 Flotte die im Atlantik stationiert war und in der Regel über 2 Träger verfügte, im Kriegsfalle inerhalb von weniger als 48 Stunden sich in eine Position manöverieren konnte, von der aus sie die Stützpunkte der russische Eismeerflotte und Ihrer Luftwaffe angreifen und in eine kokelnde Trümmerlandschaft verwandeln konnte. Was auch immer danach noch übriggeblieben wäre, haätte keine Bedrohung mehr für die Nato im gesamten Atlantik dargestellt und genau darum ging es den Amerikaner in aller erster Linie. Die sowjetische Flotte hätte danach nur noch über Unterwasserschiffe verfügt einige wenige U Boote, von denen das eine oder andere vielleicht noch einsatzfähig gewesen wäre aber auf Grund der wesentlich besseren amerikanischen Jagd U-Boote und SOSUS keine echte Bedrohung mehr und der Rest der Flotte wäre halt auch Unterwasser gewesen allerdings auf Dauer.

Generell war Marine für die Sowjets bis in die 70er keine echte Alternative, sie hatten zwar U-Boote aber echte Überwasserkampfschiffe, Fregatten, Zerstörer und Kreuzer sowie der ganze Rattenschwanz an Versorgungsschiffen war etwas was die Sowjets als imperialistisch bezeichneten und daher verteufelten. Erst unter Admiral Gorshkov in den 70 Jahren haben die Sowjets dann begriffen das man mit einer Flotte sehr vielmehr machen kann und das solche Schiffe zwar viel kosten aber eben auch sehr nützlich sein können. Daraufhin fingen Sie an Ihre eigene Flotte massiv auszubauen und ab diesem Zeitpunkt interessierten sie sich eben auch für Träger.

Der erste Versuch war ein Zwitter, die Kiev, sie war sowohl ein Lenkwaffenkreuzer, mit einer typisch sowjetischen, sprich sehr massiven Bewaffnung und einem durchgehenden Flugdeck. Von diesen konnten Hubschrauber und die Yak-38 aus eingesetzt werden. Die Yak erwies sich als Schrott noch schlimmer als die Harrier, darüber waren sich alle (außer den Sowjets, zumindestens offiziell) einig. Die Hubschrauber waren sicherlich nützlich aber das Schiff war mit all seinen Waffe doch ziemlich überladen und eigentlich weder ein echter Hubschrauberträger (dafür hatte er einfach zu wenig an Bord) und eben auch kein richtiger Lenkwaffenkreuzer, zu groß und VIEL zu teuer, Die Moskva Klasse war nur noch als Hubschrauber tragender Kreuzer ausgelegt. Dem Vernehmen nach jedoch ein ziemliches Disaster da das Schiff bei rauher See sehr schlecht lief. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Sowjets erstmals mit der Tatsache konfrontiert das sie keinerlei Erfahrung zum Bau wirklich großer Schiffe hatten, das sollte sich in den Jahren die folgten noch bitter rächen. Wie dem auch sei die Moskva und die Kiev waren ein erster Versuch der Sowjets sich mit Träger-schiffen auseinander zusetzen. Letztlich fingen sie dann zur Überraschung aller an gleich 3 CTOL Träger zu bauen. nach einer Bauzeit von rund 10 Jahren wurde dann einer (die heutige Admiral Kusnezow fertiggestellt, der 2. die Warjag wurde vor einigen Jahren als halbfertige Hulk an die Chinesen eben verkauft, den Gerüchten zur Folge ist der Eimer während des Schlepps mehrmals um ein Haar abgesoffen oder war das etwa schon in Ihrer Werft? und die Antriebsanlage wurde größtenteils demontiert als Ersatzteile für die Kusnezow, die damit (unter anderem) große Probleme hat. Der dritte Träger wurde angeblich noch in der Werft wieder abgebrochen.

Die Sowjets/Russen haben auf die sehr harte Tour gelernt das ein Träger eine äußerst komplizierte Angelegenheit ist und sind letztlich am fehlenden Know How gescheitert. Die Kusnezow fährt zwar (wieder) wird jedoch von Marinefachleuten als "nur marginal" einsatzfähig beschrieben, manche sagen sogar der Pott ist eine einzige Katastrophe, trotz unzähligen Verbesserungen und Generalüberholungen. darüberhinaus kostet der Träger Unsummen in der Unterhaltung, frag mal die Amis, was die so für einen Träger hinblättern.


Keep on modeling
René
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 176995 | Verfasst am: 22.10.2009 - 12:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ende April war der frühere sowjetische Flugzeugträger VARYAG von seinem bisherigen Liegeplatz in Dalian in ein etwa fünf Kilometer entferntes Areal der Dalian Shipbuilding Industry Corporation verholt worden.

Dort sollte Medienberichten zufolge die Ausrüstung des Schiffes mit Radargeräten und anderer Elektronik zügig komplettiert werden. Im August in Internetforen veröffentlichte Fotos zeigten dann auch den offensichtlichen Beginn erheblicher Modifikationen an den Aufbauten. Große Teile der „Insel“ waren verschwunden (siehe Foto rechts). Seitdem gibt es heiße Diskussionen und Spekulationen, was an die Stelle der demontierten Teile treten soll und wie die „Insel“ später einmal aussehen könnte.

Nun veröffentlichte Fotos könnten die Fragen beantworten, auch wenn sie gut 1.000 km vom Liegeplatz der VARYAG entfernt und überdies weit im Binnenland gemacht wurden. Beim Technical College for Communications in Wuhan gibt es seit Kurzem auf dem Flachdach eines großen Gebäudes eine detailgetreue Kopie des Flugdecks der VARYAG, samt Ski-Jump Bug und Aufbauten; und diese Aufbauten unterscheiden sich deutlich vom derzeitigen Zustand auf dem Träger in Dalian.

Man kann wohl davon ausgehen, dass die im Maßstab 1:1 gehaltene Anlage der Erprobung von für das Schiff vorgesehenen Radar- und Fernmeldeanlagen dienen soll. Es ist (nicht nur in China) durchaus üblich, Antennen und elektronische Anlagen eines Kriegsschiff-Neubaus in einer exakt nachgebildeten Umgebung auf Abstrahlverhalten (Ablenkungen, tote Winkel etc) und Verträglichkeit (gegenseitige Störungen) zu überprüfen. In Wuhan geht das offenbar sogar so weit, dass auf dem „Flugdeck“ (Dach) 1:1 Modelle von Hubschraubern und Kampfflugzeugen platziert werden, um festzustellen, ob solche „Hindernisse“ sich störend auf zu installierende elektronische Anlagen auswirken. Wenn die Anlage in Wuhan tatsächlich solchen Erprobungen dient – und davon ist angesichts des betriebenen Aufwandes auszugehen – dann kann man schlussfolgern, dass die dort gebaute „Insel“ auch detailgetreu das spätere Aussehen an Bord der VARYAG wieder gibt. Demnach dürfte auf der Insel u.a. ein verkleideter Radarmast entstehen, wie er sich auch auf den neuen Fregatten der JIANGKAI-II-Klasse findet.

Die 67.000 ts große VARYAG (ein Schwesterschiff der russischen ADMIRAL KUZNETSOV) war 2002 als nicht fertig gestellter Rohbau von der Ukraine gekauft worden (angeblich für zivile Verwendung als schwimmendes Kasino) und wird seitdem in Dalian instand gesetzt. Militärische Bewachung, vor allem aber die Dauer der Arbeiten ließen schnell eine militärische Verwendung wahrscheinlich werden. 2006 war in chinesischen Internetforen die Rede von der Absicht, die ex-VARYAG als Ausbildungsträger zu nutzen. Sogar ein angeblicher künftiger Name (SHI LANG) wurde bereits genannt. Damals war über den Beginn erster Probefahrten in See schon in 2009 spekuliert worden. Dies war sicher verfrüht, aber vielleicht fährt die VARYAG ja im kommenden Jahr erstmals zur See.


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BeitragBeitrags-Nr.: 196247 | Verfasst am: 14.08.2011 - 23:35    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Der frühere sowjetische Flugzeugträger VARYAG (ein neuer Name steht noch nicht fest) führt erste Probefahrten in See durch

Obwohl das Schiff in den letzten Wochen permanent im Sucher von Hobbyfotografen lag und auch schon den „Blauen Peter“ gesetzt hatte (die Flagge ruft traditionell „die Besatzung vom Landurlaub an Land an Bord zurück“ und kündigt ein Auslaufen binnen 24 Stunden an), gibt es vom Ablegen am 9. August nur einige wenige undeutliche Bilder. Vor Morgengrauen, bei Dunkelheit und Dunst, zogen Schlepper das Schiff von der Pier in Dalian und bugsierten es in Richtung See. Bei Sonnenaufgang bot sich Beobachtern nur noch eine leere Pier.

Das 67.000 ts große Schwesterschiff der russischen ADMIRAL KUZNETSOV war 2002 als nicht fertig gestellter Rohbau von der Ukraine gekauft und nach Dalian geschleppt worden. Angeblich wollte man die VARYAG zum schwimmenden Kasino umbauen, aber militärische Bewachung und die Dauer der Arbeiten deuteten schnell auf eine militärische Verwendung. Spätestens 2006 bestanden kaum noch Zweifel, dass die VARYAG zum ersten Flugzeugträger der chinesischen Marine fertig gebaut wurde. Man ging von einer wahrscheinlichen Nutzung als Ausbildungsträger aus; sogar ein angeblicher künftiger Name (SHI LANG) wurde bereits genannt, ist inzwischen aber angeblich vom Tisch. Erste „Hochrechnungen“ sahen den Beginn von Probefahrten bereits 2009; tatsächlich hat es nun noch zwei Jahre länger gedauert.

Bis zur operativen Einsatzfähigkeit der ex-VARYAG wird noch geraume Zeit vergehen; Experten rechnen mit etwa zwei Jahren, aber auch dann werden Entwicklung, Erprobung und abschließende Einführung einer Einsatzdoktrin (Trägerkampfgruppen-Konzept) wohl noch nicht abgeschlossen sein. Die jetzt begonnene erste Probefahrt soll nur sehr kurz sein und dürfte mit bloßer Erprobung von schiffstechnischen Anlagen (Maschinen, Ruder) sowie grundlegender Fernmelde- und Navigationsausrüstung primär dem „Nachweis der Fähigkeit zur sicheren Teilnahme am Seeverkehr“ dienen. Nach nur wenigen Tagen (ein zur Probefahrt vor der Küste eingerichtetes Sperrgebiet war bis zum 13. August terminiert) wird der Flugzeugträger nach Dalian zurück kehren, um seine Endausrüstung abzuschließen, vielleicht auch noch einmal eingedockt werden.

Offizielle chinesische Erklärungen sprechen von einem Schiff, das der „Ausbildung und Forschung“ (Sammlung von Erfahrungen) dienen soll, und Expertenmeinungen unterstützen dies. Seriöse Quellen gehen davon aus, dass es Jahre dauern wird, bis die chinesische Marine alle mit Flugbetrieb von einem sich in See bewegenden Schiff verbundenen Herausforderungen „sicher“ bewältigt haben wird und sehen die ex-VARAG denn auch nur als Vorreiter (Übungsplattform) auf dem Weg zur Beschaffung neuer, selbst entwickelter Flugzeugträger. Mindestens eins, vielleicht sogar zwei solche Schiffe sollen 2010 bereits in der Nähe von Schanghai auf Kiel gelegt worden sein. Das oft genannte Lieferdatum 2015 klingt allerdings sehr optimistisch.

Auch wenn bis zur vollen operativen Einsatzbereitschaft einer ersten chinesischen Trägerkampfgruppe noch Jahre vergehen werden, sorgt allein schon die erste kurze Probefahrt der ex-VARYAG für Aufregung. Das US-Außenministerium hat China offen aufgefordert, doch die Notwendigkeit von Flugzeugträgern zu begründen. Ob man diese Frage auch Indien stellt? Taiwan erklärte seinen neu entwickelten Seeziel-FK Hsiung Feng III sofort offiziell zum „Carrier Killer“, mit dem man das Schiff im Konfliktfall unmittelbar versenken werde. Einige „Analysen“ sehen in der ex-VARYAG eine veritable Herausforderung, wenn nicht gar Bedrohung für die US Navy; der Flugzeugträger werde China helfen, das Südchinesische Meer zum Binnensee zu machen, ja China sei nun sogar auf Kurs, die USA als globale Seemacht abzulösen. Die Vertreter dieser Auffassungen sollten vielleicht auch einmal den “Einfluss” des russischen Flugzeugträgers ADMIRAL KUZNETSOV (immerhin ja Schwesterschiff der ex-VARYAG) auf das globale seestrategische Gleichgewicht betrachten.

Wesentliche Punkte werden in vielen Kommentaren übersehen, vielleicht (mit Blick auf „Lobbying“ für eigene Rüstungsvorhaben) aber auch bewusst ignoriert. Die ex-VARYAG wird nicht permanent zur Verfügung stehen, sondern sich gerade in den kommenden Jahren zu routinemäßiger Wartung aber auch zu nicht geplanten Instandsetzungen noch relativ häufig in der Werft wieder finden. Vermutlich wird es nach Indienststellung und Abschluss erster Einsatzausbildung (ab Mitte 2012?) argwöhnisch beobachtete „Ausflüge“ in den Indik und über die japanische Inselkette hinaus in den Westpazifik geben, aber diese werden bloßen Prestigezwecken und der (medienwirksamen) Darstellung militärischer Macht dienen. Für einen offenen Krieg taugt die VARAYG kaum, wäre nur lukratives Primärziel, würde zum Eigenschutz erhebliche andere Kräfte binden und dürfte gerade in Auseinandersetzung mit hochgerüsteten Marinen wie der US Navy eher Abstand als Kampf suchen.

Einsatzrollen werden denn auch überwiegend gesehen in
regionaler wie überregionaler Präsenz;
Einschüchterung nicht sonderlich hoch gerüsteter regionaler Nachbarn (Kanonenbootpolitik, ohne tatsächlich zu schießen);
Unterstützung von Kriseneinsätzen mit niedriger Bedrohung;
“Botschafter in Blau“ (demonstratives Anbieten als global agierender Partner).

Seine Hauptrolle wird der erste chinesische Flugzeugträger aber mit großer Wahrscheinlichkeit – wie auch offiziell erklärt – in der Ausbildung und Sammlung erster Erfahrungen beim Betrieb eines Flugzeugträgers, Flugbetrieb mit Flächenflugzeugen sowie bei der Erarbeitung von Einsatzverfahren für die in einigen Jahren folgenden Flugzeugträger-Neubauten finden.



Quelle

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