Die Verschwörer als Patrioten
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 199743 | Verfasst am: 21.07.2012 - 09:14    Titel: Die Verschwörer als Patrioten Antworten mit Zitat

Moin,

gestern wurden ja die Verschwörer des 30. Juli 44 als große Patrioten und Vorbilder von der Politik und Bundeswehr geehrt,. Die Medien waren ja voll davon.

Nur, so löblich der Versuch auch war, die Nazibrut loszuwerden, waren die Verschwörer Patrioten und ein Vorbild für die heutige Zeit?

Immerhin wollten die Verschwörer eine Militärdiktatur einruchten, keine Demokratie mit freuen Wahlen. Außerdem wolten sie (sehr realitätsfern) den Krieg mit dem Westen beenden und mit dem Osten fortführen.

Wie steht ihr dazu? Winken [/list]
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Frontsani
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BeitragBeitrags-Nr.: 199744 | Verfasst am: 21.07.2012 - 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

ich halte von diesen leuten recht wenig. allein schon aus den gründen die hoover genannt hat. denn kommt aber noch m.m hinzu, dass man in so einer schweren zeit dem volk/staat nicht noch mehr schwächen sollte. das einzige positive was mir zu den herren einfällt , sie haben fuer ihre "ideale" mit ihr leben bezahlt. und selbst bei diesen punkt muss ich sagen, wenn jemanden seine ziele/ideale wichtiger sind als sein leben, denn spreng ich mich mit der unerwünschten person in die luft, oder erschiesse ihn an ort und stelle!

fast vergessen... aber schön das sich diese herren für walküre entschieden haben, nachdem sich das kriegsglück fuer deutschland entschieden gewendet hat...



Nur die meinung eines einfachen mannes;)

gruß
basti
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 199746 | Verfasst am: 21.07.2012 - 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Also glühende Patrioten waren diese Männer nun ohne jeden Zweifel, sowohl die beteiligten Militärs als auch die im Umfeld involvierten Zivilisten. Sie haben den "Königsmord" ja nicht zum persönlichen Selbstnutz oder aus privaten Machtgelüsten etc. geplant, sondern trotz aller moralischen Bedenken zu den damals ungeheuer wichtigen und für uns heute kaum noch vorstellbaren Themen wie Pflicht, Treue, Gehorsam, Eid etc. unter höchster Gefahr für sich und ihre Angehörigen zur Rettung Deutschlands vor dem drohenden entgültigen milit. und polit. Untergang und seiner vollkommenen Zerstörung und Zerschlagung gewagt.

Wer noch nie in einer Diktatur gelebt hat sollte sich auch nicht anmaßen darüber zu urteilen, wie angeblich "leicht" oder selbstverständlich so eine Tat doch angesichts von Unrecht und Unheil Menschen abverlangt werden kann, wie man immer wieder heutzutage lesen kann. So unglücklich, dramatisch und teils dilletantisch der Ablauf des Ganzen auch war, der unmittelbare Kreis um Stauffenberg benötigte dazu ungeheuren pers. Mut und natürlich auch eine der wenigen realen Möglichkeiten und Chancen. Das nun gerade Stauffenberg als der Kopf des ganzen Unternehmens auch noch der Attentäter sein sollte hat dem Unternehmen mehr geschadet als genutzt, denn ausgerechnet er konnte sich ja nun nicht selbst mit Hitler in die Luft sprengen oder ihn niederschießen.

Ob sie als Vorbilder auch heute taugen kann man sehen wie man will, aber solche Patrioten und mutigen und aufrechten Menschen wären jedenfalls heute angesichts des undemokratischen Gebaren von Politik, Parlament und Regierung dringender notwendig denn je. Leider ist dem deutschen Volk seit Kriegsende jedes nationale Selbstbewußtsein und jedes patriotisches Selbstverständnis abhanden gekommen und gründlich ausgetrieben worden und nach der Wiedervereinigung auch noch der letzte Rest von zumindest in Ostdeutschland noch vorhandenen Mutes und Willen zum Widerstand gegen Ungerechtigkeit und Unfreiheit.
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F.B.
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BeitragBeitrags-Nr.: 199748 | Verfasst am: 21.07.2012 - 17:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Stimme PIV voll zu.. Die Gruppe um v.Stauffenberg hat auf alle Fälle sehr viel Mut bewiesen. Sie wollten die Niederlage Deutschlands abwenden, was nicht gelungen ist. Wie und was bei gelingen des Putsch möglich gewesen wäre ist Spekulation. Vielleicht nichts oder doch manches? Schon damals haben Politiker usw. schnell ihre Ansichten geändert.

MfG

Frank
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 199751 | Verfasst am: 22.07.2012 - 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Mut haben sie sicher bewiesen, keine Frage.

Nur, wie schon angesprochen: Taugen die Verschwörer heute als Vorbilder?
Sie haben nicht für eine Demokratie gekämpft, wollten den Krieg im Osten weiterführen.

Esw aren weder Demokraten, noch wollten sie den ganzen Frieden.

Auch wenn deren Regime sicher (?) weniger grausam und mörderisch wäre wie das der Nazis, reicht das alleine zum Vorbild?
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 199753 | Verfasst am: 22.07.2012 - 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hoover, es ist doch Unsinn das damalige Agieren der Verschwörer und ihre Ideen, Gedanken und Pläne zu der Zeit mit den heutigen Kriterien und Maßstäben von Demokratie und Freiheit usw. zu messen.

Ihre Absichten und Ziele beruhten auf der konkreten Situation eines unerbittlichen Krieges damals, der Verhütung eines Bürgerkrieges in der Heimat nach einem geglückten Umsturz und dem naiven Wunsch, einen für Deutschland noch erträglichen Frieden zu erreichen. Es ist doch albern und naiv anzunehmen, das man nach einem geglückten Hitlerattentat und Umsturz mal eben einfach so eine freiheitlich-demokratische Ordnung hätte aufsetzen und so tun können, als sei nichts weiter passiert.

Fest steht, diese Menschen wollten das in der damaligen Situation Beste für Deutschland. Dazu gehörte natürlich auch die Vermeidung einer milit. Niederlage als Faustpfand für evtl. Friedensverhandlungen und vor allem die Abwehr des Vordringens der Sowjets und der Inbesitznahme des Landes durch den Bolschewismus. Niemand auf der ganzen Welt, auch die USA, England oder Frankreich hätten ein Vordringen und eine Inbesitznahme durch die SU gewollt. Und gerade die Soldaten unter den Verschwörern wußte ja nun sehr genau, was das "Arbeiter-und-Bauern-Paradies" in Wahrheit für alle Menschen bedeutete. Insofern kann man unschwer nacjvollziehen, daß man sich der Sowjets weiter erwehren wollte.

Das die Verschwörer heute von der Politik vereinnahmt werden ist sicher nicht auf deren polit. und milit. Ziele bezogen, sondern auf den pers. Mut und Einsatz ein diktatorisches Regime zu stürzen.
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 199831 | Verfasst am: 31.07.2012 - 11:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ohne einen extra Thread eröffnen zu wollen und auch recht passend zum Thema.

Linkspartei gegen Ehrengeleit für verstorbene Wehrmachtsoffiziere

Die Linksfraktion im Bundestag hat die Bundeswehr aufgefordert, kein Ehrengeleit mehr für verstorbene Wehrmachtsoffiziere zu stellen. Auch wenn diesen keine Kriegsverbrechen nachgewiesen werden könnten, hätten sie sich durch „ihre Mitwirkung“ an „Menschheitsverbrechen“ politisch disqualifiziert, begründeten die Abgeordneten ihre Forderung...

Es sei nicht einzusehen, warum Wehrmachtsoffiziere von der Bundeswehr besonders geehrt würden, auch wenn diese sich nach ihrem Dienst für „Nazideutschland“ später in den deutschen Streitkräften betätigt hätten...


http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M55dccc09833.0.html

Also wenn Stauffenberg und die anderen Verschwörer überlebt und erst heute gestorben wären, dann hätten sie trotz aller heutigen politischen Darstellung als Patrioten schlechte Karten, zumindest wenn es nach den Linken ginge.

Aber wer weiß, vielleicht hätte man sie sowieso politisch nie in den Vordergrund geschoben und dies geschieht heute nur weil sie schon tot sind und sich gegen beides nicht mehr wehren können, gegen die Anfeindungen und gegen den Mißbrauch durch die Politik heute. Zwinkern
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Einfacher Soldat
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BeitragBeitrags-Nr.: 199856 | Verfasst am: 03.08.2012 - 22:11    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr richtig PIV.
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