Kriminalität/Unfälle m. Kriegswaffen whrd. d. Nachkriegszeit
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die_allwissende_müllhalde
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BeitragBeitrags-Nr.: 201750 | Verfasst am: 14.04.2013 - 19:15    Titel: Kriminalität/Unfälle m. Kriegswaffen whrd. d. Nachkriegszeit Antworten mit Zitat

Hallo und Moin,

ich suche Informationen über damalige "Kapitalverbrechen" während der allgemeinen Nachkriegszeit, sprich ab Mai 1945 bis ca. 1950.
Voraussetzung ist, dass sie seinerzeit mit ehemaligen Kriegswaffen (Karabiner, Pistole, Handgranate,...) bzw. Kriegsgerät begangen worden wären.

Aufgrund der gemeinsamen Schnittmengen von Kriegswaffen sowie dem Zeitraum habe ich bewusst die Rubrik bis 1945 gewählt.

Besonders interessant wären für mich regionale Berichte über Mord, (Bank-)Raub, das Austragen persönlicher Differenzen, oder auch Unfälle durch grob fahrlässige Tötung usw.

Es mag sehr speziell klingen, aber vielleicht lässt sich das ein oder andere Ereignis in diesem Thread zusammentragen.

Regards

Winken


Zuletzt bearbeitet von die_allwissende_müllhalde am 17.04.2013 - 13:46, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Karat
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BeitragBeitrags-Nr.: 201754 | Verfasst am: 15.04.2013 - 15:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo
Mit welcher Waffe der Mitangeklagte Roßkopp auf Guettler schoß weiß ich leider nicht.Der zweite Mitangeklagte Werth bedrohte die Tatzeugen mit einer Mpi.
http://www.imgimg.de/bild_img013760ea777jpg.jpg.html
mfg karat
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die_allwissende_müllhalde
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BeitragBeitrags-Nr.: 201755 | Verfasst am: 15.04.2013 - 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr aufschlussreich, ich danke Dir!
Hat jemand weitere Quellen parat?

Ich habe zwei mündliche Aufzeichnungen aus dem Harz/ Vorharz im Sommer 1945 bzw. 1946:

1.) Im Juni 1945 soll sich ein 12jähjriger Junge nahe St. Andreasberg mit einer gefunden Pistole (ohne genaue Bezeichnung) in den Bauch geschossen haben und an den Folgen verstorben sein.

2.) 1946 sollen Kinder auf dem Hüttengelände zwischen Oker und Harlingerode mit Handgranaten hantiert haben, eine Person kam dabei zu Tode. Am entsprechenden Zeitungsbeleg bin ich zur Zeit am suchen.
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 201760 | Verfasst am: 16.04.2013 - 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Fred hat Folgendes geschrieben:
das sind Unfälle die in jedem ehemaligen Kriegsgebiet vorkommen..


Mein Vater hat mit immer wieder gern von einem solchen Fund erzählt. Eine MPi und 2-3 Handgranaten die er und seine Kumpels im alten Schloss gefunden hatten. Ganz stolz und pflichtbewusst haben sie sie dann zur Polzeiwache gebracht und dem Diensthabenden auf den Tisch gelegt. Er soll ganz schnell unter selbigen verschwunden sein... Grins

Im nachhinein gabs statt der erwartenten Belohnung, ne mordstracht Prügel... Lief unter: nochmal jut jegange... Winken
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 201762 | Verfasst am: 16.04.2013 - 13:34    Titel: Antworten mit Zitat

In welcher Besatzungszone war denn das?. Die Russen waren bei sowas richtig eklig.

fred
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die_allwissende_müllhalde
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BeitragBeitrags-Nr.: 201765 | Verfasst am: 16.04.2013 - 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

Fred hat Folgendes geschrieben:
In welcher Besatzungszone war denn das?. Die Russen waren bei sowas richtig eklig.

fred


Steht zwar nicht in Zusammenhang mit dem Thema, aber es gibt auch von den Amerikanern entsprechende Aufzeichnungen.
Alle Schusswaffen, auch teure Jagdbüchsen usw. mussten gesammelt werden, wurden auf die Strasse gelegt und mittels Panzer überrollt.

Häuser in denen danach noch Schusswaffen gefunden worden sind, wurden zur Abschreckung in Brand gesetzt. Dies geschah ebenfalls im Harz.
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die_allwissende_müllhalde
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BeitragBeitrags-Nr.: 201766 | Verfasst am: 16.04.2013 - 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Michael aus G hat Folgendes geschrieben:

Im nachhinein gabs statt der erwartenten Belohnung, ne mordstracht Prügel... Lief unter: nochmal jut jegange... Winken


Interessanter Beitrag, hier mal ein Link zur Strafverfolgung:

http://books.google.de/books?id=O_Pkoun0 ... p;q=mit%20kriegswaffe%201946&f=false

2000,- RM waren eine Menge Geld...
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die_allwissende_müllhalde
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BeitragBeitrags-Nr.: 201767 | Verfasst am: 16.04.2013 - 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

Weiteres zur Strafverfolgung:

"Am 1. Juli 1947 starb auf der gleichen Richtstatt ein 24-jähriger Student aus Riga, am 13. März 1948 ein 57-jähriger Juwelier aus Berlin, beide verurteilt vom Militärgericht der britischen Besatzungsmacht wegen Waffenbesitzes."

Quelle: "Berlins letzte Guillotine", BZ
http://www.berliner-zeitung.de/archiv/no ... -letzte-guillotine,10810590,9998296.html
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BeitragBeitrags-Nr.: 201780 | Verfasst am: 17.04.2013 - 13:04    Titel: Antworten mit Zitat

Aus "Schicksalstage im Harz", Manfred Bornemann, S. 53:

(...) die Polizisten waren nicht bewaffnet und mussten die Sperrstunden beachten.
Dagegen hatten sich die Ausländer aus den Arbeitslagern zum Teil bewaffnet und machten die Strassen unsicher. Die Besatzungstruppen unternahmen nichts gegen die Plünderer, die deutschen Hilfspolizisten waren machtlos.

Um das Los der einheimischen Bevölkerung deutlich zu machen, wird nachstehend der im "Osteroder Kreis- Anzeiger" vom 9.4.1955 veröffentlichte Bericht eines Einwohners auszugsweise wiedergegeben:

Zitat:
Die Polizei war machtlos und musste zusehen, wie wertvolles Gut geplündert und vernichtet wurde. Vor allem waren es die Polen, die hier zum Teil in der Landwirtschaft gearbeitet hatten und mit ihren früheren Brotgebern angeblich noch ein Hühnchen zu rupfen hatten.
Besonders das Stadtdorf Uehrde hatte unter diesen Diebstählen und Plünderungen zu leiden. Um diesem Tun ein Ende zu bereiten, wurde ein ständiges Kommando nach Uehrde verlegt. Seit diesem Tage mieden die Ausländer Uehrde, verlegten aber ihr Tätigkeitsfeld nach Feldbrunnen, Beyerfelde und Freiheit. Klagen oder sogar Beschwerden von seiten der Bevölkerung bei dem amerikanischen Stadtkommandanten blieben ohne Wirkung. Als sich innerhalb von drei Tagen acht Raubüberfälle im Hövestal ereigneten, liess er den Betroffenen mitteilen, dass sie zu Hause bleiben sollten...

Täglich wurden neue Überfälle durch Ausländer gemeldet. So wurde u.a. ein Ehepaar, welches mit Fahrrädern übder den Harz gekommen war, um hier bekannte zu besuchen, in der Nähe der "Schwarzen Brücke" von Ausländern angehalten und ihnen die Fahrräder abgenommen. Dabei wurde der Mann, weil er sich weigerte, sein Fahrrad abzugeben, erschossen, die Frau durch Halsschuss schwer verletzt.
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BeitragBeitrags-Nr.: 201781 | Verfasst am: 17.04.2013 - 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Aus der gleichen Quelle (S.52) ein Beitrag zum Themenbereich Unfälle:



(...) Amerikanische Pioniere sprengten nach Beendigung der Kämpfe grosse Mengen an Panzerfäusten und Munition, die die geschlagene deutsche Truppe zurückgelassen hatte. Dennoch blieb in den Wäldern genug Kriegsmaterial zurück, das erst im Laufe der Jahre geräumt werden konnte. Viele Kinder und Jugendliche, für die in jenen Monaten Kriegsgerät geheimnisvolles Spielzeug war, wurden von explodierenden Granaten getötet und auf diese Weise noch indirekt Opfer des Krieges. An dieser Stelle soll lediglich angeführt werden, was der Chronist Karl Gross an tragischen Unglücksfällen aus Allrode berichtet hat:

Zitat:
(...)Die beiden Brüder Richard und Martin Ziems wurden am 8. Juli 1945 auf dem Fichtenkopf beim Hantieren an einer Panzerfaust durch das detonierende Geschoss zerrissen. Die unglückliche Mutter sammelte die zerfetzten Körperteile ihrer Söhne in einen Tragekorb und brachte sie so nach Hause.


Zitat:
Durch eine Panzerfaust, die er am Kalkofen gefunden hatte, verunglückte Fritz Rienecker im Juni 1945. Nach zwölf Tagen war er tot.
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BeitragBeitrags-Nr.: 201782 | Verfasst am: 17.04.2013 - 13:26    Titel: Antworten mit Zitat

Weiteres zum Themenbereich Unfälle in "The 1st US Infantry Division The Big Red One", Band 2 von Peter Nüchterlein (S.16):

Zitat:
Am Pfingstsonntag 1946 unternahmen zwei junge Paare aus Hassefelde einen Ausflug zur Grossen Blockhauswiese in der Nähe der Windenhütte im Forstrevier Altenbrak. Sie fanden zwei Panzerfäuste und wollten mit dem Geschosskopf einer Panzerfaust ein Feuer entfachen, dabei kam es zu einer Explosion und Herr Gerlach bezahlte diesen Leichtsinn mit seinem Leben.
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BeitragBeitrags-Nr.: 201783 | Verfasst am: 17.04.2013 - 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

Bericht über einen Unfall in Hans Bergners "Mein Leben, vom ostpreussischen Bauernsohn zum Professor an der Humboldt-Universität" (S.80):

Zitat:
Den Todeskampf eines fremden Mannes hatte ich schaudernd auf dem Schweriner Exerzierplatz an einem heissen Junitag 1945 miterlebt. In einer Sandgrube hatte dieser bedauernswerte Mensch hantiert und -offensichtlich völlig unkundig- den Abschuss ausgelöst. Der Rückstoss der Panzerfaust hatte seine Bauchwand zerissen, (...)
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BeitragBeitrags-Nr.: 201784 | Verfasst am: 17.04.2013 - 17:18    Titel: Antworten mit Zitat

Aus "Himmelfahrt 1945 auf dem Emberg bei Lössel" von Werner Fleischer unter http://www.letmathe.com/Himmelfahrt_1945.asp

Zitat:
(...) Wir wollten noch spielen auf den zu Kriegsende hier abgestellten Militärfahrzeugen. Wir drehten unsere Kreise mit und auf der 2 cm –Flak und fühlten uns, wie im Karussell. Immer wieder schubsten wir die Plattform an und sprangen auf, es machte Riesenspaß. Während Adalbert sich hier weiter vergnügte, sprang ich von dem Wagen, um das Nachbarauto zu inspizieren. Eine gepanzerte Vierlings-Flak stand in etwa 20 m Entfernung im Gestrüpp. Ich stieg in den Turm und untersuchte die Bedienungsgeräte, nicht ahnend, das dieses Geschütz noch funktionsfertig sein könnte. An dem rechten, der zwei Schaltgriffe, leuchtete eine kleine Glühbirne. Durch den Turmschlitz sah ich, das die Geschützrohre nach unten zum Kühler hin geneigt waren. Aus meinem Turm rief ich nun: „Adalbert, pass auf, ich drücke jetzt auf alle Knöppe !" Jetzt lief alles blitzschnell ab: Es explodierten die Geschosse, es krachten Splitter an Kühler und gepanzertem Turm, ich kroch verängstigt aus dem Turm. Kreidebleich und panikartig rannten wir beide durch den Wald auf den Hauptweg zu.



Aus Erinnerungen von Herbert Pietschmann (*1940) unter http://www.politz-elbe.de/erinnerungen.html

Zitat:
Ein etwas älterer Bub aus dem Nachbarhaus spielte im Frühjahr 1945 mit einer Handgranate, die er in einem der Militärlastwagen gefunden hatte, die in unserer Straße abgestellt waren und zündete sie. Seinen kleinen Körper hatte man auf den Rasen des Nachbarhauses gelegt und mit einem weißen Tuch zugedeckt. Vom Balkon aus habe ich immer wieder hinabgeschaut, ich konnte es nicht begreifen.
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BeitragBeitrags-Nr.: 201786 | Verfasst am: 17.04.2013 - 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Verbrechen nicht AN, sondern VON Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen
Zerstörungen und Plünderungen durch Russen und Polen
von Hans-Dieter Arntz, Quelle: http://www.hans-dieter-arntz.de/verbrechen_an_zwangsarbeitern.html

"Unmittelbar nach Kriegsende zogen unzählige Kriegsgefangene – auch genannt Zwangsarbeiter, „Hilfswillige (Hiwis) oder Fremdarbeiter- durch das zerstörte Deutschland. Als „displaced persons“ waren sie nicht nur auf der Rückkehr in ihre Heimat, von wo man sie verschleppt hatte, sondern auch auf der Suche nach Nahrung und Kleidung. Bisher liegen nur sehr wenige Berichte vor, die auch andere Motive nachweisen.

Dass es zu zahlreichen Plünderungen, Verbrechen, Racheakten und Morden kam, ist bisher kaum systematisch aufgelistet worden. Am Beispiel der kleinen Voreifelstadt Meckenheim soll dies jedoch exemplarisch mit Hilfe der Aufstellung von Hermann Schossier in seiner Schrift „Die Stadt Meckenheim – Ihre rheinische Geschichte und ihr deutsches Schicksal“ (hrsg. von der Stadtverwaltung 1954, hier S.186-188) sowie den Abdruck einiger Textstellen aus den Kapiteln 20.2, 20.4 bis 20.6 belegt werden.


Zitat:
Meckenheim, den 20. Mai 1945

Betr.: die durch Polen verursachten Unruhen.
Auftragsgemäß berichte ich über folgende Unruhen, die durch Polen entstanden: In dieser Nacht, morgens gegen 3 Uhr, kamen 10 Polen in das Gehöft Kokorols (Hambuchshof), knapp 2 km von Meckenheim, umstellten es, drangen dann ein, indem sie die Türen mit Gewehrkolben einschlugen, schossen aus einem deutschen Heeresgewehr auf den Wachhund, zwangen sämtliche Bewohner des Hauses in das Schlafzimmer des Mieters Krumbein und bedrohten sie mit Totschießen. Dabei zeigten sie dauernd auf Handgranaten und Pistolen.

Den Krumbein schlug einer von den Polen mit der Faust ins Gesicht, so dass er stark blutete. Sie durchsuchten das ganze Haus, während sie einen Posten bei den Leuten zurückließen. Dann forderten sie von Kokorols - das ist der Hofpächter - Fleisch, Fett und Lebensmittel. Er war schon dreimal vorher ausgeplündert worden. Solche Sachen waren deshalb nicht mehr vorhanden. Gefunden wurde nur ein kleiner Topf mit Fett, den sie mitnahmen. Auch nahmen sie etwa 40 Hühner und 3 Gänse mit, die sie töteten. Ferner drei brütende Truthennen. Die Bruteier zertraten die Banditen mit den Füßen.

Dem Krumbein nahmen sie seinen Trauring ab und verlangten dasselbe von Mann und Frau Kokorols. Sie stahlen sämtliche Kleider, Kinderwä­sche und sogar das einzige Paar Schuhe des kleinen Kindes, Nachthemden, Wäsche, so dass die Leute außer Nachthemd, Hose und Weste nichts anzuziehen hatten. Außerdem stahlen sie dem Krumbein sämtliche Papiere, wie Führerschein, Ausweispapiere, Registrierkarte usw. Das bei ihm gefundene Geld durchstachen sie mit einem Seitengewehr und rissen es entzwei. Glasplatten und Spiegel, die an der Wand oder an den Schränken waren, zerschlugen sie. Nach stark 1 1/2 Stunden entfernten sich die Polen, nachdem sie noch einen wertvollen Radioapparat mitgenommen hatten. Nach ihrem Weggang fand man in einem Bett noch eine Handgranate. Morgens gegen 6 Uhr fuhr der Wilhelm Schimmel aus Arzdorf in Richtung Meckenheim mit dem Fahrrad. Er wurde am Adendorfer Wald von 4 Polen angehalten, die ihm die Uhr abnahmen.

Es wird vermutet, dass die Polen sich nicht im Lager Duisdorf/bei Bonn befinden, sondern sich in den Wäldern hierherum, in Höhlen oder Bunkern aufhalten.

Durch die fortgesetzten Überfälle und Diebstähle ist eine große Beunruhigung in der hiesigen Bevölkerung entstanden. Ich fürchte, nicht mehr in der Lage zu sein, die Bürgerschaft vor Selbstschutzmaßnahmen zurückhalten zu können. Deshalb mache ich den Vorschlag, dass die Wälder nach Polen abgekämmt werden, und dass die gefundenen Leute in das Lager nach Duisdorf gebracht werden. Der Ausgang der Polen aus diesem Lager muss beschränkt werden. Ferner bitte ich, militärischerseits dafür einzutreten, dass den Polen sämtliche Waffen, Pistolen, Handgranaten, deutsche Gewehre, Seitengewehre usw. entzogen werden.

Der Bürgermeister gez. Wilky



Zitat:
7.4.1945: Das Gut Hambuchshof bei Meckenheim wurde von 10 Polen überfallen. Unter Bedrohung mit Handgranaten und Revolvern drangen die Polen in das Gehöft ein und schlachteten hier zwei Schweine, die sie in Säcken mitnahmen.


Zitat:
10.4.1945: Der Gutshof Jungholzhof bei Meckenheim wurde morgens gegen 10 Uhr von 14 Polen überfallen. Auch hier drohten die Eindringlinge mit Handgranaten und Revolvern und stahlen im Hause sämtliche Lebensmittelvorräte, wie größere Mengen Fleisch, Butter und Eier und nahmen auch noch 2 Uhren, eine lederne Aktentasche und sonstige wertvolle Sachen mit. Die Einwohner des Hofes wurden in den Keller eingeschlossen.


Zitat:
11.4.1945: Zum zweiten Male wurde der Hambuchshof bei Meckenheim überfallen. Es erschienen etwa 20 Polen, die mit Karabinern, Pistolen und Seitengewehren bewaffnet waren. Sie stahlen im Hause fast sämtliche vorhandenen Kleidungs­stücke und alle Vorräte an Fleisch, Eiern usw. - Außerdem nahmen sie ein Schwein mit und vom Hofpächter eine Brieftasche mit RM 2000- Bargeld. Die Hausinsassen wurden während des Überfalles in den Keller eingeschlossen.


Zitat:
26.5.1945: Überfall auf das Bahnwärterhaus Nr. 10, das in der Nähe des Kottenforstes liegt. 6 Russen drangen in das Haus ein und entwendeten gewaltsam alle Lebensmittel­vorräte, fast alle Kleidungsstücke und sonstige Gegenstände des täglichen Lebens. Sie bedrohten den Bahnwärter mit Dolchen und Seitengewehren.


Zitat:
25.6.1945: Wiederum ein Überfall auf den Sängerhof. Die eindringenden Russen warfen Handgranaten in den Hofraum und bedrohten die Hausinsassen mit Revolvern und sperrten sie während der Plünderung in einen Raum ein. Nach zweistündiger Durchsuchung wurden sämtliche vorgefundenen Lebensmittel sowie alle Leibwä­sche und Schuhe und auch ein Teil der Bettwäsche und Kleidungsstücke mitge­nommen.


Zitat:
26.6.1945: Passanten der Landstraße Bonn - Meckenheim wurden in der Nähe des Ausgangs von Bonn nach Meckenheim zu von Russen überfallen und ihrer sämtlichen Wertsachen beraubt. Die Russen hatten alle Karabiner, Maschinenpistolen und Handgranaten bei sich. Ein Radfahrer ist angeschossen worden und wurde in schwer verletztem Zustand zu einem hiesigen Arzt gebracht.


(...)

Zitat:
So ging es noch den ganzen Winter 1945/46 weiter.
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BeitragBeitrags-Nr.: 201787 | Verfasst am: 17.04.2013 - 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

Überfall auf den Theußenberg am 11. Juni 1945 (Russen überfallen und töten deutsche): http://www.heimatverein-oberkochen.de/bericht322.htm
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