Unbekannte Geschütze 1. WK aus DOA / Tanzania
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 11, 12, 13
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte im Wandel der Zeit (bis 1919) » Artillerie
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
LTDAN
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 25.11.2008
Beiträge: 669
Wohnort: sunshine state

BeitragBeitrags-Nr.: 194944 | Verfasst am: 24.05.2011 - 08:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin ja immer noch nach den 4,7-cm am forschen, dabei stieß ich nebenbei auf ein anderes, sehr interessantes Detail
Weil Maxims damals noch der Artillerie zugerechnet wurden und dieses bei der Schutztruppe eingesetzt wurde, nehme ich es mal hier mit rein

Über das Maxim Maschinengewehr selbst und seine Geschichte noch großartig zu schreiben hieße in einem Forum wie diesem wohl Eulen nach Athen tragen

Wir haben jetzt Belege dafür, das die Wissmanntruppe in Ostafrika vermutlich der erste militärische Verband weltweit war, der diese Waffe in einem Kampfeinsatz nutzte
Dies war am 9.Juli 1889 bei der Landungsoperation in Pangani durch Leutnant Boehlau
http://i56.tinypic.com/sm7t6a.jpg

Es wurde häufig angenommen, bei der von Wissmann mitgeführten Waffe handelte es sich um ein Nordenfeldt M 1886
Diese Annahme findet sich auch in einen Bericht im „DWJ Extra 9, Maschinenwaffen I“ von 2008
Eine der Ursachen hierfür dürfte u.a. in folgender Textpassage aus dem Buch „Herrmann v. Wissmann, Deutschlands größter Afrikaner“ zu finden sein:
http://i55.tinypic.com/2zfijy0.jpg


Bei Richelmann und von Behr finden sich jedoch recht detaillierte Beschreibungen der Waffe:
http://i53.tinypic.com/4vkbwm.png
http://i52.tinypic.com/2qnmcmt.jpg

* Hiram Maxim war nicht nur ein begabter Konstrukteur sondern auch ein gewiefter Geschäftsmann, der seine neue Entwicklung gut zu promoten wusste
Als Henry Morton Stanley seine Emin-Pasha-Relief- Exedition aufstellte, gab ihm Maxim einen Prototypen mit auf die Reise
Damit fand seine Waffe im Gefolge dieser Expedition ein weltweites Medienecho
Es war mir an Hand des vorliegenden Quellenmaterials jedoch nicht möglich herauszufinden, wie die Wissmann-Truppe an ihr Maxim gelangte

Dies ist der von Stanley mitgeführte Prototyp
http://i51.tinypic.com/30cszu0.jpg

Vom deutschen Exemplar ist mir nur diese sehr unscharfe Aufnahme aus der Anfangszeit der Wissmanntruppe bekannt
http://i54.tinypic.com/345neys.jpg

Es dürfte aber mit diesem auf einer 1888 entstandenen Aufnahme weitgehend identisch sein
http://i56.tinypic.com/jhew7l.jpg

Von allen neuzeitlichen Erfindungen war neben der Eisenbahn das Maxim diejenige, mit der die Kolonialisierung Afrikas entscheidend vorangetrieben wurde

Doch die prophetische Aussage von Behrs aus dem Jahr 1891:
(---)und vor allem die ungeheure Schußgeschwindigkeit werden diesem neuen Geschütz eine hervorragende Rolle in den Kriegen der Zukunft sichern.
sollte sich erst auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkriegs in vollem Umfang erfüllen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Holger Kotthaus
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 27.07.2009
Beiträge: 460
Wohnort: Dubai / UAE

BeitragBeitrags-Nr.: 195003 | Verfasst am: 27.05.2011 - 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

(Hier meine `reduzierte´ Antwort, da das `Orginal´ beim dem Absturz meiner Festplatte flöten ging. Ich wird wohl nie begreifen, was diese zweifelfrei fähige und
intelligente Subkulturszene mit derart destruktiver Energie damit bezweckt, solche Viren zu kreieren. Kommerzielle Interessen oder Anerkennung können es ja nicht sein.)

Zitat:
Es wurde häufig angenommen, bei der von Wissmann mitgeführten Waffe handelte es sich um ein Nordenfeldt M 1886
Diese Annahme findet sich auch in einen Bericht im „DWJ Extra 9, Maschinenwaffen I“ von 2008
(Aus dieser Quelle hatte ich auch meine Info.)


Zitat:
Eine der Ursachen hierfür dürfte u.a. in folgender Textpassage aus dem Buch „Herrmann v. Wissmann, Deutschlands größter Afrikaner“ zu finden sein:
(Hab meins noch zu DM-Zeiten erstanden. Wie ich dich kenne hast du es als E-Book)


Das Interesse von Kronprinz Wilhelm von Preußen an technischen Neuerungen war ja frühzeitig geweckt worden. Bei einem Besuch in England erhielt er von
seiner Großmutter Queen Victoria 1887 ja bekanntermaßen eine Nordenfeldt Gun Modell 1886 nebst Zubehör und 450/577 Munition, in der 3-läufigen Version
und schickte dies auf einem zweispännigen Transportkarren verlastet nach Deutschland. Das Deutsche Heer hat die Nordenfeldt, neben einer Gatling und Gardner
Vergleichserprobung unterzogen, aber nicht eingeführt. Auch die kaiserliche deutsche Marine erprobte die Nordenfeld, führte sie aber ebenfalls nicht. Nachdem
Wilhelm am 15. Juni 1888 den Thron bestieg setzte sich er sich, gegn den deutschen Generalstab durch, und für eine MG-Bewaffnung ein. Eine gewisse Erklärung
für die Schwierigkeit an genaue Daten und Fakten zu gelangen, könnte die folgende Textpassage aus: Deutsche Maschinengewehre von Herbert Jäger sein:

Als Sir Hiram Stevens Maxim 1915 in London seine Autobiographie herausgab, begann diese mit der Erklärung, das dass Buch zwar die Wahrheit enthielte, aber nicht
die volle Wahrheit, weil diese ihn sonst in Rechtsstreitigkeiten stürzen würde. Wenn Maxim auch noch auf anderen Gebieten als der Rüstung tätig gewesen war, so lag
seine Zurückhaltung doch nur in der kommerziellen Nutzung seines MG begründet. Die anderen Teile des Buches, die sich mit Elektrizität uns Flugwesen befassen, sind
dagegen sehr detailiert und aufschlussreich. Selbst dort, wo historische Ereignisse wie, Vorführungen oder Erprobungsschießen der Maxim-MG durch fremde Heere
und Marinen beschrieben werden, fehlen fast immer die Zeitangaben. Der Ankauf von Maxim-Waffen wird durch verschiedene Länder wird stets nur allgemein
dargestellt, ohne zwischen Käufen für Testzwecke und solchen für die Einführung in die Streitkräfte zu unterscheiden. Das genaue Datum der Einführung des Maxim in
die deutschen Streitkräfte kann man aus dieser Autobiographie nicht erschließen. . . Das Maxim wurde 1889 in sehr begrenzten Stückzahlen angekauft, wobei der
Kaiser einige davon aus eigener Tasche bezahlte und diese ausgewählten Einheiten überreichte.


Hier das Vier-läufige Nordenfeld in Koblenz:
http://i54.tinypic.com/24fmyxl.jpg


Dem Erscheinungsbild nach zu urteilen scheint dies das erste Maxim zu sein; stutzig macht mich nur die Jahreszahl 1895.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maxim_machine_gun_Megapixie.jpg?uselang=de

Müsste ja eigentlich 10 Jahre früher gewesen sein; 1885 (ganz unten)
http://www.rt66.com/~korteng/SmallArms/mghvruss.htm

Wobei jetzt nicht klar ist, ob dies mit oder ohne Wasserkühlmantel gebaut wurde.
http://www.oocities.org/dencee/Frontier.htm
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
LTDAN
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 25.11.2008
Beiträge: 669
Wohnort: sunshine state

BeitragBeitrags-Nr.: 195005 | Verfasst am: 27.05.2011 - 10:57    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Dem Erscheinungsbild nach zu urteilen scheint dies das erste Maxim zu sein

Hierbei handelt es sich um eine spätere "light"-Version

Zitat:
Müsste ja eigentlich 10 Jahre früher gewesen sein

Richtig, das ist das allererste Modell
Dazu gibt es in einer zeitgen. Ausgabe d. "Scientific American" noch technische Zeichnungen u.ä.

Zu den Erprobungen, Vergleichstests und Beurteilungen dieser Waffe habe ich noch einen wirklich sehr detaillierten 24-seitigen Artikel aus dem "Archiv f. d. Artillerie und Ingenieur-Offiziere d. Reichsheeres" aus dem Jahr 1889

Ich schicke Dir Kopien von beiden mit der nächsten E-Post

Winken
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Holger Kotthaus
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 27.07.2009
Beiträge: 460
Wohnort: Dubai / UAE

BeitragBeitrags-Nr.: 195794 | Verfasst am: 12.07.2011 - 08:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hier gibt es von Bushfighter Harry noch eine Detailgeschichte zu den in DSWA von den Briten eroberten 7,5-cm-Gebirgsgeschützen,
welche dann in DOA gegen die Schutztruppe eingesetzt wurden: http://www.kaiserscross.com/188001/344964.html

Und hier nochmal die 10,5-cm-Marie-Haubitze, um die es in dieser Story auch ging.
http://i52.tinypic.com/57fxs.jpg
Bildquelle: Corporal Haussmann goes to war.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Holger Kotthaus
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 27.07.2009
Beiträge: 460
Wohnort: Dubai / UAE

BeitragBeitrags-Nr.: 196083 | Verfasst am: 31.07.2011 - 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hier noch mal ein deutliches Foto des erbeutenden deutsches Geschützes, dessen Typ Olav ja schon nachgewiesen hat.
http://www.kaiserscross.com/188001/372664.html

http://i55.tinypic.com/bj63j8.jpg . http://i52.tinypic.com/2wdc8ra.jpg
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
LTDAN
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 25.11.2008
Beiträge: 669
Wohnort: sunshine state

BeitragBeitrags-Nr.: 196089 | Verfasst am: 01.08.2011 - 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

Holger Kotthaus hat Folgendes geschrieben:
Hier noch mal ein deutliches Foto des erbeutenden deutsches Geschützes, dessen Typ Olav ja schon nachgewiesen hat.


LTDAN hat Folgendes geschrieben:
Ich persönlich bin mittlerweile ziemlich sicher, das es eine 6-cm Kanone ist (---)
Solange ich aber kein verwertbares Material zur deutschen 4,7-cm habe, bleibt hier leider immer noch ein Fragezeichen

Harry ist mal wieder Gold wert! Gut gemacht! All zu viele Unbekannte haben wir jetzt wirklich nicht mehr übrig
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
LTDAN
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 25.11.2008
Beiträge: 669
Wohnort: sunshine state

BeitragBeitrags-Nr.: 202182 | Verfasst am: 18.06.2013 - 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

LTDAN hat Folgendes geschrieben:

A1
13.Aug – 4,0-cm – Shinxhaven „Herrmann“
Zitat:
Laut Akte der englischen Regierung über die Prisengerichtsverhandlung am 21. März 1919 in London,
wurde auf der Hermann von Wissmann am 13. August 1914 kein Geschütz erbeutet (Unbewaffnet)

Ich habe ergänzend einen Artikel der New York Times vom 17. Okt.1914. Auch dort wird die Kanone nicht explizit erwähnt
http://i42.tinypic.com/264s809.jpg
An dem Tag lag der Pott auf der Slip und bestimmt hat man vorher so viel wie möglich abmontiert um zu leichtern
http://i40.tinypic.com/sdmo48.jpg
Prisengeld (und darum ging es ja wohl) gab es wahrscheinlich nur für den Kahn selber
Fakt bleibt letztlich, nach dem Angriff vom 13. taucht sie bei den unseren nicht mehr auf. Also sollten wir es vorläufig dabei belassen. Falls sich etwas neues ergibt, können wir es ja entsprechend ändern.


Geschieht hiermit:
Zitat:
ENCLOSURE DESPATCH RELATING TO FIELD OPERATIONS.

From Lieut.-Colonel G. M. P. Hawthorn, 1st K.A.R., Commanding Troops, Nyasaland.

To His Excellency the Governor and Commander- in-Chief, Nyasaland Protectorate.

Zomba, 11th October, 1915.

On August 8th the Government armed steamer "Guendolen," (sic) commanded by Commander E. L. Rhoades, was ordered to proceed north to reconnoitre Sphinxhaven, where it was reported that the German Government steamer "Wissmann" was undergoing repairs.

Commander Rhoades surprised the ''Wissman" on the stocks at dawn, August 13th. He found that it was impossible to refloat her, so, after removing the armament and important parts of the engines, he returned to Fort Johnston on August 15th with the captured crew.


Quelle: http://www.naval-history.net/WW1NavyBritishLGDispatchesArmy1916-17.htm#29692
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
LTDAN
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 25.11.2008
Beiträge: 669
Wohnort: sunshine state

BeitragBeitrags-Nr.: 202427 | Verfasst am: 19.07.2013 - 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

Interessante Detailaufnahmen einer 37mm SK auf selbstgestricker Lafette, erbeutet am 24.Juni 1916 in Lukigura

http://i44.tinypic.com/k3ordf.jpg
http://i41.tinypic.com/35bch0j.jpg

Mehr Bilder:
http://www.flickr.com/photos/pennstatespecial/sets/72157632810433503/
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Holger Kotthaus
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 27.07.2009
Beiträge: 460
Wohnort: Dubai / UAE

BeitragBeitrags-Nr.: 202444 | Verfasst am: 21.07.2013 - 17:01    Titel: Antworten mit Zitat

Nachdem ich vorgestern (vor Ort) in Mahenge angekommen bin, kann ich dank der Technik jetzt auch von hier aus
`online´ antworten. (Eigentlich bin ich auf der Suche nach dem Grab des Major Johannes von Lagenn-Steinkeller und
weiterer Schutztruppenangehöriger sowie einiger von Ludwig Boell beschriebener Positionen am Oberlauf des Luwegu.)

Zu deinem Link Hinweis; Tolle Aufnahmen die da jemand bei Flick eingestellt hat. Der Autor spricht von einer erbeuteten
Pom-Pom; also einer 3,7-cm Revolver- oder Maschinen-Kanone. Die 3,7-cm Maschinenkanone gab es ja bekanntlich nicht
in DOA; und eine 3,7-cm Revolverkanone ist nicht dargestellt. Also eine 3,7-cm (Einzel) Schnell-Lade-Kanone. Aber auch
wieder keine serienmäßige Ausführung.

(Die hätten uns beide damals besser mitgenommen, dann gäb´s heute nicht solche `Patzer´, und wir müßten uns nicht solche Arbeit machen. - Grins -)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte im Wandel der Zeit (bis 1919) » Artillerie Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 11, 12, 13
Seite 13 von 13

Druckversion

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.