Vorfall auf der HERMELIN 2013
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 201336 | Verfasst am: 02.03.2013 - 13:17    Titel: Vorfall auf der HERMELIN 2013 Antworten mit Zitat

Zitat:
"Mongo"-Skandal auf der "Hermelin"

Im Hafen von Beirut zerrten den bisherigen Ermittlungen zufolge mehrere Obermaaten einen schlafenden Bootsmann asiatischer Abstammung gegen 21.30 Uhr aus seiner Kajüte, fesselten ihn mit einem Spanngurt und robustem Klebeband an einen Tisch und demütigten ihn. Demnach waren die Angreifer in der kleinen Unterkunft unter Deck zur Tarnung mit Gasmasken ausgerüstet. Den nur mit einer Unterhose bekleideten Bootsmann wurde beschimpft und ihm zum Schluss den Spruch "Hier wohnen die Mongos" auf den Körper geschmiert. Von dem hilflosen Soldaten machten die Angreifer auch Fotos mit ihren Mobiltelefonen. Erst als eine Wache den Angriff bemerkte, wurde der Vorgesetzte befreit.


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Keile für den Vorgesetzten
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 201342 | Verfasst am: 02.03.2013 - 19:34    Titel: Antworten mit Zitat

Wir haben das in unseren Kreisen schon besprochen, auch weitere Infos sind vorhanden. Der Herr Bootsmann (jung und unerfahren) soll sich angeblich sehr unfähig im Umgang mit den Untergebenen gezeigt haben. Er hat demnach neben untauglichen Fäkalausdrücken auch weiter Beleidigungen abgelassen, ganz nach dem Schema "Führen durch Beschimpfungen".

Das die Reaktion der (alten) Obermaate unentschuildbar ist, keine Frage. Aber warum konnte der Bootsmann (Feldwebel, um die Nichtmariner mit einem Vergleich zu versorgen) solche Führungsmittel unbemerkt durch den Kommandanten (immerhin ein eher kleines Boot) anwenden? Evtl gar mit Duldung?

Da ist mehr im Busch, das ist nicht alles, was in der Presse steht. Da vereinen sich unfähige Vorgesetzte, wegschauenede oder gar duldende Kommandanten etc zu einer sehr problematischen Mischung.

Traurig, was aus der Bundeswehr langsam wird. Auch aus Afghanistan hören wir immer wieder wilde Geshcichten, wie sich manche Soldaten unter Belastung der Verantwortung falsch verhalten.
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Rainer
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BeitragBeitrags-Nr.: 201344 | Verfasst am: 03.03.2013 - 00:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hoover hat Folgendes geschrieben:

Traurig, was aus der Bundeswehr langsam wird.


Bei der BW wundert mich langsam nichts mehr, Dienstgradinflation gehört auch dazu. Und sich direkt als Feldwebelanwärter bewerben zu können, gehört auch dazu. Früher wurde man erst bei entsprechender Bewährung und den entsprechenden Lehrgängen befördert.
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Gardes du Corps
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BeitragBeitrags-Nr.: 201345 | Verfasst am: 03.03.2013 - 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

die Personalbeschaffung ist offenbar auf jeden Bewerber angewiesen, egal ob geeignet oder nicht, Hauptsache , er distanziert sich von allem, was Rechts ist ... um für jeden Söldnerdienst für Nichtdeutsche Interessen weit weg geschickt werden zu können.
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 201348 | Verfasst am: 03.03.2013 - 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, im Moment scheinen die jeden zu nehmen.

Naja, wenn man 15000 Sodlaten pro Jahr braucht, aber ein Drittel schon in den ersten 3 Monaten aufgibgt, werden die Mannschafter sicher bald knapp werden. Dann machen wir es wie die Amis, da ist auch jeder Gewehrschütze vergleichbar Unteroffizier. Grins
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 201359 | Verfasst am: 05.03.2013 - 13:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, selbst die Dienstpläne mußten aufwendig umgestellt werden da die Herren Berufseinsteiger mindestens 8 Stunden schlafen müssen.

Fred Winken
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 201361 | Verfasst am: 05.03.2013 - 19:49    Titel: Antworten mit Zitat

Da hätte ich damals von geträumt. 8 Stunden Schlaf. In der Grundi kamen wir auf vielleciht 5 Stunden, und das hat auch gereicht. Konnte man am Wochenende ja nachholen. Grins

Naja, damals. Da stand der Russe an der Elbe und die Welt war geordnet. Gut gemacht!
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 203088 | Verfasst am: 04.11.2013 - 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

Mal nachholenderweise: ‘Meuterei’ auf der Hermelin: Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt

Zitat:
24. September 2013
‘Meuterei’ auf der Hermelin: Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt

Das Verfahren gegen sechs Marinesoldaten vor dem Amtsgericht Rostock ist wegen geringer Schuld der Angeklagten eingestellt worden. Die sechs waren wegen des Verdachts der Meuterei, Körperverletzung und Freiheitsberaubung angeklagt. Eine Straftat konnte während der neunstündigen Verhandlung am Amtsgericht Rostock nicht nachgewiesen werden. Es seien jedoch Grenzen überschritten worden, erklärte der Richter.


Hier noch eine schlüssige Begründung dazu:

Zitat:
Zitat ndr: [...]Das Verfahren gegen sechs Marinesoldaten vor dem Amtsgericht Rostock ist wegen geringer Schuld der Angeklagten eingestellt worden. [...] Es seien jedoch Grenzen überschritten worden, erklärte der Richter.[...]

Warum greife ich das auf? Zum einen für eine handlungsbezogene und einmal für eine grundsätzliche Bemerkung:
1. handlungsbezogen:
a) Seinerzeit hatte der Disziplinarvorgesetzte (entweder selbst oder seiner) festgestellt, dass hier der Anfangsverdacht einer Straftat bestand.

b) Er stellte die Abgabepflicht fest, unabhängig von der Tasache, dass er nach Soldatengesetz zuständig bzw. an die Einleitungsbehörde “meldepflichtig” bleibt, ist das logische Konsequenz bei derart gelagerter Wehrstraftaten.

c) Die Handlungen wurden seitens der Soldaten zugegeben. Heuer das amtsgerichtliche Urteil (leider noch nicht in der Datenbank nachlesbar) und die klare Bestätigung gegenüber der Handlungsrichtigkeit des Disziplinarvorgesetzten, welcher abgab.

2. grundsätzliche Bemerkung:
a) Es ist beruhigend für die Soldaten der Hermelin, dass ihr Disziplinarvorgesetzter hier das Heft des Handelns in die Hand nahm und alles unternahm um für alle Beteiligten schnellstmöglich dort Rechtssicherheit herstellen zu lassen, wo es möglich ist.

b) Es ist sehr gut, dass der Disziplinarvorgesetzte erkannte, dass er mit seinen Möglichkeiten dies nicht kann (und nebenbei: darf).

c) So ist dies auch in diesem Fall “Stinger”. Immer dann, wenn man als Disziplinarvorgesetzter gesetzliche Grenzen auferlegt bekommt, immer dann, wenn man sich selbst nicht in der Lage sieht oder wie hier und im Falle der Hermelin nicht sehen darf, dann ist der Fall an die Stelle abzugeben, die dies kann und darf. Und nein: das Strafmaß muss nicht lebenslänglich lauten, um die Sinnhaftigkeit und Richtigkeit herauszustellen.

d) Die Bemerkung des Gerichtes, dass zu rügen sei, dass der einfache Disziplinarvorgesetzte ermittelt hätte, ist zur Kenntnis zu nehmen, wichtig ist sie nicht.

Lapidar bemerkt: 2 handlungsstarke Disziplinarvorgesetzte wie es sich vor allem verbeamtete Staatsdiener mitunter vergeblich wünschen. Man darf seitens der Bw mit beiden Vorgehensweisen mehr als zufrieden sein.
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