Allgemeine SS/RSHA/Sipo, SD/Einsatzgruppen/OrPo
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UHF51
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BeitragBeitrags-Nr.: 195786 | Verfasst am: 11.07.2011 - 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmalig werden mobile "Einsatzgruppen" der "Geheimen Staatspolizei und des SD-RFSS" im Zusammenhang mit der Besetzung (Annexion) der Sudetengebiete erwähnt.
Weiterhin eine aufgestellte Einsatzgruppe "Dresden" und Einsatzgruppe "Wien". Diese beiden Einsatzgruppen - hier wird die Bezeichnung Einsatzgruppe vmtl. erstmalig verwendet - unter der Leitung von SS-Oberf. Oberregierungsrat Jost bzw. SS-Staf. Regierungsdirektor Dr. Stahlecker, sollten in Prag und Brünn jeweils einen Haupteinsatzstab errichtet werden.
Beim Einmarsch in die Rest-Tschechoslowakei (15.03.1939) kamen "Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei" (Sipo) zur Verwendung. Jedenfalls bestanden 6 Tage später eine "Einsatzgruppe I Prag" (mit 4 Einsatzkommandos in Budweis, Prag, Kolin und Pardubitz) sowie eine "Einsatzgruppe II Brünn" (mit 3 Einsatzkommandos in Olmütz, Brünn und Zlin), außerdem ein "Sonderkommando Pilsen".

Unter dem Decknamen "Unternehmen Tannenberg" wurden für den Polenfeldzug - entsprechend der Aufstellung von 5 Armeen - ursprünglich 5 Einsatzgruppen gebildet und jeder Armee zugeteilt. Vorerst wurden diese nach ihren "Sammelplätzen" Wien, Oppeln, Breslau, Dramburg/Pommern und Allenstein/Ostpr. benannt. Sie wurden dann 3 Tage nach Kriegsbeginn in der obigen Reihenfolge mit den röm. Ziffern I - V versehen. Nachträglich kam speziell für die "Provinz Posen" eine in Frankfurt/Oder aufgestellte "Einsatzgruppe VI" hinzu; diese überschritt die poln. Grenze am 11.09.1939 und rückte einen Tag später in Posen ein.
Auf direkten Befehl von Himmler (v. 03.09.1939) wurde für das ostoberschlesische Industriegebiet noch eine "Einsatzgruppe z.b.V." (manchmal auch als "Allgemeine polizeiliche Einsatzgruppe z.b.V." bezeichnet) gebildet; die zwar über ein Sipo-Einsatz-Kdo. von 350 Mann verfügte, aber größtenteils aus der Männern der Orpo bestand und von dem eigens zum "Sonderbefehlshaber der Polizei" ernannten SS-Ogruf. Udo v. Woyrsch kommandiert wurde.
Wie ihre 'Vorgänger' in der Tschechoslowakei führten auch die Einsatzgruppen des Polenfeldzugs (obwohl die Zusammenfassung der Spitzenämter von Sipo und SD durch Schaffung des RSHA bevorstand) noch nicht (wie 1941) den Namen "Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und SD", sondern hießen nur "Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei", obwohl eine Reihe von aktiven SD-Leuten in ihnen Dienst taten und alle Angehörigen dieser Formationen die Felduniform der SS-Verfügungstruppe (SS-VT) mit der SD-Raute am linken Unterarm trugen.
Jede der Einsatzgruppen I - VI bestand aus 2 - 4 Einsatzkommandos von jeweils 120 bis 150 Mann. Es gab insgesamt zunächst 14, ab dem 12.09.1939 spätestens 16 Einsatzkommandos (Gesamtstärke ca. 2.700 Mann), wobei neben dem aus Angehörigen der Danziger Gestapo nachträglich gebildeten "selbstständigen Einsatzkommando 16" noch ein in Allenstein aufgestelltes, offenbar ebenfalls selbständiges "SD-Einsatzkommando Bromberg" bzw. "SD-Einsatzkommando 16" im Raum Bromberg-Graudenz-Thorn tätig wurde, ferner ein wesentlich aus Angehörigen der Danziger Polizei gebildete "Einsatzkommando 18" im Raum von Gdingen.
Die »Einsatzgruppen und Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei« wurden mit Erlass vom 20.11.1939 für aufgelöst erklärt.
Die Zuteilung des bisherigen Personals der betreffenden Einsatzgruppen richtete sich in diesen „eingegliederten Gebieten“ (z.B. Danzig-Westpreußen, Wartheland) nach dem auch sonst im Reich geltenden Prinzip einer Trennung der Gliederungen von Gestapo, Kripo und SD – mit einem jeweils gemeinsamen Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD. So „traten“ gemäß obigem Erlass nunmehr im Reich die Angehörigen der Gestapo der bisherigen Dienststellen Danzig und Bromberg des Eins.Kdo. 16 zu den Staatspolizeistellen Graudenz und Bromberg; die Angehörigen der Geheimen Staatspolizei des Gruppenstabes der bisherigen Eins.Gr. VI zum Stab des (neuen) Inspekteurs der Sipo und des SD in Posen; die Angehörigen der Stapo des Eins.Kdo. „11“ der bisherigen Eins.Gr. VI (d.h. des Ende Okt. nach Hohensalza entsandten, damaligen Eins.Kdo. 1 der Eins.Gr. V) zur Staatspolizeistelle Hohensalza; diejenigen, des bisherigen Eins.Kdo. „14“ der (in der ehem. dt. Provinz Posen verwendeten) Eins.Gr. VI zur Staatspolizeistelle Lodz (sic); diejenigen des Eins.Kdo. „15“ der bisherigen Eins.Gr. VI zur Staatspolizeileitstelle Posen. Im (neuen) Regierungsbezirk Kattowitz traten die Angehörigen der Gestapo der bisherigen „Einsatzgruppe z.b.V.“ zur Staatspolizeistelle Kattowitz.
Im »Generalgouvernement« schließlich, wo gemeinsame Dienststellen vorgesehen waren, traten gemäß dem Erlass vom 20.11.1939 die „Angehörigen der Geheimen Staatspolizei und des SD“ der Einsatzgruppen I, II, III und IV zu den neuen stationären, zunächst nur als »Kommandeure der Sicherheitspolizei« – durch Erlass des RFSS Himmler v. 16.12.1939 dann aber als »Kommandeure der Sicherheitspolizei und des SD« – bezeichneten Dienststellen in Krakau, in Lublin, in Radom und in Warschau – unter dem früheren Chef der Einsatzgruppe I, SS-Brigadeführer Streckenbach, als „Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD“ im Generalgouvernement (kurz: GG).
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BeitragBeitrags-Nr.: 203379 | Verfasst am: 17.01.2014 - 19:34    Titel: Antworten mit Zitat

demnächst erscheint ein Film zum Thema Einsatzgruppen

http://www.welt.de/geschichte/zweiter-we ... arum-junge-Maenner-im-Akkord-morden.html

Welt schreibt, dass die "Quellenlage erstaunlich gut" ist. Gibt es, so wie die Deutschen es bei der Aufdeckung von Katyn gemacht haben, Exhumierungen? Kriegsgerichtliche Untersuchungen? Oder basiert alles nur auf Aussagen in den Prozessen nach dem Krieg?
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