Kptlt. v. Möllers letzte Fahrt . . . von der SMS „Tsingtau“
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 198764 | Verfasst am: 08.03.2012 - 18:31    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Hotel Savoy Homann Bidakara
http://i43.tinypic.com/ohkbgk.jpg

Das war dann aber wohl damals die Rückansicht mit Südpattere !? - Zwinkern -
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 199738 | Verfasst am: 20.07.2012 - 13:21    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
”Ich versuche in den nächsten Wochen mal die Strecke nach Norden Richtung Rabigh entlangzufahren, um festzustellen um welche
Gegend es sich dort handelt, wobei die Strecke mit 9 Stunden Tagesmarsch eines Kamels, sich heute in der Neustadt befinden wird.“



Heute ist Freitag und damit Wochenende; zusätzlich noch Beginn des Fastenmonats (Ramadan Kareem). Damit läuft
hier im Land alles noch langsamer ab, und ich bin endlich mal dazu gekommen, noch kurz eine Aufnahme zu machen
und ein paar Dinge über die letzten Örtlichkeiten der Gruppe unter Kptlt. Erwin v. Möller in Dschidda niederzuschreiben.





Örtlichkeiten und Marschrichtung der Gruppe unter Kptlt. Erwin v. Möller, vor und hinter Dschidda :
Da Dschidda als Hafenstadt im Westen an das Rote Meer anschließt, bestand der landseitige Zugang über drei
Hauptzugänge, der drei verbliebenen Himmelrichtungen. Diese drei Stadttore in der alten Festungsmauer führten
im Norden nach Medina, im Osten nach Mekka und im Süden nach Kunfudah und liegen heute alle in der Altstadt,
Ganz unzweifelhaft dürfte sein, daß die sechs Deutschen und ihre Begleitung den Landweg nach Norden gewählt
haben, da sie ja von Süden kamen und Richtung Norden, nach Damaskus wollten. Auch ein bewußter Umweg in
östlicher Richtung kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden, da damals und heute alle Wege in diese Richtung,
nach Mekka führen, was aus religiösen Gründen, auch damals, von Andersgläubigen nicht betreten werden durfte.
Hier, sehr seltene Fotos des alten Dschidda; so wie es Kptlt. Erwin v. Möller und seine Männer, während ihrer letzten
Tage noch erlebt haben dürften. Old pictures of Jeddah: http://qusaytoday.com/en/2011/05/old-pictures-of-jeddah/


Dieser Lageplan zeigt die ursprünglichen Umrisse der Altstadt von Dschidda uns seine drei Stadttore sehr deutlich.
Aufgrund etwas umfangreicherer Hintergrundrecherchen, erlaube ich mir die Aussage dass, das nördlichste Tor auf
diesem Plan falsch bezeichnet wurde. Dieses, als Bab Jadeed (arab. = Das Neue Tor) bezeichnete Tor, wurde zwar
noch kurz vor dem 1.WK für die ersten Automobile geschaffen, lag aber weiter östlich in der nördlichen Stadtmauer.
Das dargestellte Tor trug den tatsächlichen Namen Bab al-Medinah . Siehe auch in diesem detaillierterem Stadtplan .
Weitere städtebauliche Aspekte von Dschidda, die unserem wehrtechnischen Thema dienen könnten; siehe später
auch in: Kapitel V, Die Kämpfe 1916, Details, Untergang der 22. Inf.-Division im Hedjaz, Teil 3, Kämpfe in Dschidda


Die zurückgelegte Entfernung der Gruppe unter Kptlt. Erwin v. Möller hinter Dschidda am letzten Tag:
Bei Kamelrennen erreichen die Tiere mit besonders leichten Reitern bis zu 50 km/h. Die Trabgeschwindigkeit von
normalen Reitkamelen reduziert sich, ohne Gepäck, bei einem 4 bis 5 Stunden dauernden Marsches, bereits auf
12 km/h. Die Gehgeschwindigkeit eines Lastkameles mit 200 kg Zuladung liegt dann nur noch bei 5 km/h. Größere
Karawanen legen auf längeren Touren, 20 bis 30 km, bei 6 bis 8 Stunden Gehzeit am Tag zurück. Beispielsweise
kann die deutsche Kamelreiter-Truppe während der Kämpfe in Deutsch-Südwest-Afrika 1904 mit beladenen Reit-
kamelen und ausgebildeten Reitern, Marschgeschwindigkeiten von 40 km pro Tag, über 3 bis 4 Tage hinweg, ein-
halten. Gefechtsmärsche in der Nacht reduzieren sich dann wieder auf 25 km. Arabische Kamelpatrouillen sind in
der Lage, durchaus zwischen 60 und 80 km Tagesleistung zu erbringen und ausgesuchte Meldereiter können sogar
bis zu 100 km in 24 Std. zurücklegen. Als weiterer Anhaltspunkt hatte der Landungszug der SEMS. “EMDEN“ unter
Kptlt. Helmuth v. Mücke ein Jahr zuvor, Marschleistungen von 25 km unter gleichen Voraussetzungen zurückgelegt.
Auch wenn noch keine weiteren Dokumente darüber vorliegen, kann man berechtigterweise davon ausgehen, dass
Kptlt. Erwin v. Möller und seine Männer, nachdem sie mit dem Segelschoner „“WEDDING“, Anfang März 1916, bei
Shukra am Indischen Ozean, erstmals nach dem Betretten der Arabische Halbinsel, und auch bis Lahej, Sanaa und
weiter nach Hodeïda Kamele als Transportmittel benutzten. Somit waren sie zwar keine absoluten Anfänger mehr,
sind aber durchaus noch als `ungeübte Reiter´ zu bezeichnen und werden ähnliche Marschleistung erreicht haben.
Aufgrund dessen, würde ich die zurückgelegte Distanz nach Verlassen von Dschidda ebenfalls auch am ersten Tag
auf maximal 25 km festlegen. Diese Gegend liegt heute in der Neustadt am nördlichen Ende des Flughafenneubaus .





Originalfoto des nördlichen Tores Bab al-Medinah, durch das die Deutschen die Stadt verließen.
http://i50.tinypic.com/b6obx5.jpg
Bildquelle: Burgen und Beduinen in der arabischen Welt.


Dieses auf der nördlichen Zufahrtsstraße gelegene Tor, ist ein Nachbau des Bab al-Medinah,
durch welches die Deutschen Dschidda wieder verließen. Der originale Standort dieses Tores,
ist genau wie die Stadtmauer nicht mehr dort vorhanden, auch wenn dies in einigen Touristen-
plänen noch so auftaucht. Sämtliche Tornachbauten befinden sich auf dem Mittelstreifen der
beiden Fahrbahnrichtungen dieser Schnellstraßen und sind damit praktisch nicht zu betretten.
http://i46.tinypic.com/11hun39.jpg
Bildquelle: Eigene Fotos


Sowie eine Luftbildaufnahme aus dem Jahr 1938; aber noch mit unveränderten Stadtumrissen.
http://i49.tinypic.com/2ekrgbm.jpg
Bildquelle: The Old town of Jeddah, Mohammed Abdelkader, Jeddah 2002.


Hier hat sich mal jemand, ansatzweise die Mühe gemacht und ein paar dieser Tore aufgelistet:
Jeddah´s old wall and gates: http://www.jeddah.gov.sa/English/JeddahCity/Wall.php


Zugegeben; - insgesamt nicht sehr viel Substantielles oder Aufregendes, - aber immerhin. - Grins -





Hier aber noch der Ausschnitt eines Telegrammes vom deutschen Generalkonsul in Damaskus an die
deutsche Botschaft in Konstantinopel vom 7. Juli 1916, die doch für einige `Aufregung´ sorgen sollte.
http://i46.tinypic.com/rr8cio.png
Die wenigen Sätze schneiden gleich drei hochinteressante Themenbereiche an, denen wir nachgehen:


“Heute eintrafen von Frh. V. Stotzingen Privatbriefe aus Janbo von 26. Mai, . . . “
Dieses Thema hat LTDAN ja auch schon hier detailliert aufgeführt (und von dem auch das Dokument kommt.)


“. . . , nach denen afrikanische Expeditionsmittglieder wohlbehalten sind. . . “
Dass der deutsche Konsul in Damaskus `afrikanisch´ mit `arabisch´ verwechselt hat, will ich mal ausschließen.
Meiner Ansicht nach kann hier also nicht die Rede von den beiden Gruppen von Kptlt. Erwin v. Möller oder
Major Frh. Othmar v. Stotzingen sein, die sich zu diesem Zeitpunkt, im Hochsommer 1916 im Südwesten der
Arabischen Halbinsel aufhalten, sondern von `afrikanischen Expeditionsteilnehmern´. Dazu fällt mir jetzt nur
ein: Deutsche Matrosen, die von internierten Handelsschiffen aus Massawa in Italienisch- Eritrea stammen .


“. . . und von Dschedda aus ein Kapitän Möller mit 8 Mann erwartet wurde. . . “
Das ist mehr oder weniger die Bestätigung, dass die dt. Botschaft am 7. Juni, noch keine Information besaß,
die dem Syrischen Armeehauptquartier seit dem 3. Juni bekannt war , und an diesem Tag auch schon wieder
eine Woche alt war. Der Abmarsch aus Dschidda wurde ja schon mal vorsichtig auf den 24. Mai 1916 gelegt.





Ich würde mich vorab schon mal der Aussage anschließen wollen: - “Bleibt also weiterhin spannend.“ - Zwinkern -

.


Zuletzt bearbeitet von Holger Kotthaus am 20.07.2012 - 13:25, insgesamt einmal bearbeitet
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 199739 | Verfasst am: 20.07.2012 - 13:23    Titel: Antworten mit Zitat

(Doppeltes gelöscht)
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 199765 | Verfasst am: 24.07.2012 - 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
• “. . . , nach denen afrikanische Expeditionsmittglieder wohlbehalten sind. . .
Dass der deutsche Konsul in Damaskus `afrikanisch´ mit `arabisch´ verwechselt hat, will ich mal ausschließen.
Meiner Ansicht nach kann hier also nicht die Rede von den beiden Gruppen von Kptlt. Erwin v. Möller oder
Major Frh. Othmar v. Stotzingen sein,


Stotzingen sollte zwar die Anlage und ein Propagandabureau im Jemen installieren
Das Gros der Expedition sollte jedoch aufs afrikanische Festland wechseln und dort Unruhen anzetteln
Zitat:
Vorrangig sollte ein Propagandabüro errichtet werden, dessen Aufgabe es war, die Stämme in Somalia, Abessinien und Sudan zum Aufstand gegen die Entente aufzuwiegeln
Neufeld selber sollte in den Sudan gehen, um dort mit lokal angeworbenen Agenten anti-britische Propaganda zu betreiben und Sabotageakte vorzunehmen, weiterhin sollte Ausrüstung zur Unterstützung eines Aufstandes nach Abessinien geliefert werden, wo der deutschfreundliche Lij Iyasu regierte

Dies war der Hauptzweck der Aktion, daher "afrikanische Expedition" Zwinkern

Ich versuche immer noch, die angesprochenen Privatbriefe aufzufinden, bislang allerdings erfolglos...
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 199863 | Verfasst am: 04.08.2012 - 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Stotzingen sollte zwar die Anlage und ein Propagandabureau im Jemen installieren
Das Gros der Expedition sollte jedoch aufs afrikanische Festland wechseln und dort Unruhen anzetteln
Zitat:
Vorrangig sollte ein Propagandabüro errichtet werden, dessen Aufgabe es war, die Stämme in Somalia, Abessinien und Sudan zum Aufstand gegen die Entente aufzuwiegeln
Neufeld selber sollte in den Sudan gehen, um dort mit lokal angeworbenen Agenten anti-britische Propaganda zu betreiben und Sabotageakte vorzunehmen, weiterhin sollte Ausrüstung zur Unterstützung eines Aufstandes nach Abessinien geliefert werden, wo der deutschfreundliche Lij Iyasu regierte
Dies war der Hauptzweck der Aktion, daher "afrikanische Expedition"


Von einen Propagandabüro in Dschedda habe ich gelesen; von der Errichtung solcher Büros in Somalia, Abessinien und dem Sudan hingegen noch nichts.
Danke für den hochinteressanten Hinweis. Aus welcher Quelle stammt dieser Text?
Die anderen Bemerkungen habe ich hier reingestellt: Expedition Stotzingen nach dem Yemen http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=9926
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BeitragBeitrags-Nr.: 199878 | Verfasst am: 06.08.2012 - 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Büros sollten in Somalia und andersweitig auch nicht errichtet werden - dort sollten Unruhen entfacht werden

Neue Quellen hierzu:

http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/03068373708730796

Rest ist A) im StotzingenThread angegeben oder B) Dir bereits zur wohlgefälligen Einsichtnahme übersandt Zwinkern

BTW: Hast Du eine Ahnung, wie man an Auszüge d. "Arab Bulletin" von 1916 herankommt?
Die haben sehr detaillierte Dokumente der Stotzingen Expedition veröffentlicht :

http://books.google.de/books?id=K_QoOIZk ... mp;q=stotzingen%20%20arabien&f=false
Military Intelligence and the Arab Revolt: The first modern intelligence war
von Polly a. Mohs

S. 62 dürfte für Dich ebenfalls interessant sein

Ich will deswegen aber weder eine Auslandsreise antreten oder fast 1000 Euronen dafür hinblättern
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 203887 | Verfasst am: 12.06.2014 - 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

.

Mittlerweile ist ein Foto der Gruppe des Kptlt. Erwin von Möllersaufgetaucht. Das untere Foto aus der Zeitschrift: Kriegsmarine 1935/H.11 wurde von
einem Verwandten eines Teilnehmers des Landungszuges der SMS EMDEN unter Kptlt. Hellmuth von Mückefreundlicherweise zu Verfügung gestellt.

http://i58.tinypic.com/331glyh.jpg

Kptlt. Erwin von Möller, Leutnant a.D. Gottfried von Arnim, Vizesteuermann d.R. Heinrich Deike, Bootsmannsmaat d.R. Schmwerting, Matrose d.Ldst.
Gründler
und der Matrosen d.Ldst. Heinrich Mau. Weiterhin hatte der Türke Said Achmed an der Reise über den Indischen Ozean teilgenommen, auch
wenn er namentlich auf dem Foto nicht erwähnt wird. Ob es sich bei der vierten Peron von rechts um Said Achmed handeln könnte, bleibt Spekulation,
auch wenn die Kopfbedeckung (Kalpak) und weitere Uniformelemente durchaus türkischen Ursprung haben können. Der weitere Bilduntertitel könnte ver-
muten lassen, daß es sich bei der ersten Person von links um Kptlt. Erwin von Möller handelt. Auch ein genauerer Vergleich beider Aufnahmen, läßt nur
schwer eine Ähnlichkeit Zustandekommen. Von Möller, auch aufgrund seines höheren Dienstagrades, der Führer der Gruppe, würde ich eher als fünfte,
stehende Person von links ansiedeln. Vielleicht kann Forumsmitglied `Kuddel´ hier weiterhelfen und seinen Verwandten Vizesteuermann Heinrich Deike
anhand alter Familienfotos identifizieren? Damit wäre eine `Rechts-Links-Zuordnung´ auf der oberen Aufnahme noch am ehesten gewährleistet. Auch
der Aufnahmeort selber, ist nicht näher zu lokalisieren. Eine Aufnahme im Hadramaut, Jemen und Hedschaz scheidet auch aufgrund der vielen anderen
(deutschen?) Personen auf dem Foto aus. Die Gebäude lassen zwar ebenfalls keine näheren Rückschlüsse über den Standort der dreizehn Männer zu,
aber bei der europäischen Kleidung kann man wohl davon ausgehen, das dieses Foto höchstwahrscheinlich in Surabaya aufgenommen wurde und die
Männer auf der Seereise über den Indischen Ozean keinen Koffer voller Anzüge mit sich geführt haben; nur um sich für eine solche Aufnahme auf der
Arabischen Halbinsel ablichten zu lassen. Auch der Schoner MARBROCK, den von Möller in WEDDIGEN umtaufte, wird erwähnt. Allerdings betraten
die sieben Abenteurer mit der KEMTIFAHOAT ("200 to großer Segelschoner" ?), – ex: WEDDIGEN, – ex. MARBOEK ("40 BRT großer holländischer
Zweimastschoner
" ?) nicht in Dschidda im Roten Meer, sondern in Mukalla am Indischen Ozean erstmalig Arabien und segelten anschließend an der
Küste westwärts, über Fuwwa und Burum nach Shugra. Dort wurde der Segler aufgegeben und man zog weiter über Land nach Lahej und Sana.



Die folgenden Karten zeigen den Weg (mit derzeitigem Kenntnisstand), den die Gruppe von Möller im Süden der Arabischen Halbinsel genommen hat.
http://i58.tinypic.com/5lqnlx.jpg + http://i59.tinypic.com/bj7rm8.jpg



War schon der gesamte Weg des Landungszuges der SMS EMDEN unter Kptlt. Hellmuth von Mücke ein waghalsiges und abenteuerliches Unterfangen,
welches mittlerweile sogar als Spielfilm gewürdigt wurde, so war im Punkto Risiko die Reise der Gruppe unter Kptlt. Erwin von Möller der SMS TSINGTAU,
wohl noch um einiges gefahrvoller. Man muß sich hierbei vor Augen führen, daß der Segler SMS AYESHA mit von Mücke nur den Weg von Port Refuge auf
den Kokosinseln bis nach Padang auf Sumatra zurücklegte (ca. 915 Seemeilen), während der Schoner WEDDIGEN unter von Möller den ganzen Indischen
Ozean
von Surabaya auf Java über Diego Garcia nach Mukalla und Shugra, überquerte, was der fünffachen Entfernung (etwa 5.080 Seemeilen) entspricht.
Der Landungszug der EMDEN konnte für den größten Teil der Strecke den Dampfer CHOISING benutzen, der eine relativ sichere Überfahrt gewährleistete.
Auch der, auf der Arabischen Halbinsel zurückgelegte Weg der kleinen Gruppe unter Kptlt. Erwin von Möller war mindestens doppelt so lang. Das fehlende
Militärische Potential eines 50 Mann starken Zuges mit vier 08 Maschinengewehren führte schließlich auch zum Untergang der sechs verwegenen Männer.



Auf den unteren zwei Karten sind noch mal die Reiserouten des Landungszuges der SMS EMDEN und des Kapitäns der SMS Tsingtau gegenübergestellt.
http://i57.tinypic.com/rbmma1.jpg + http://i59.tinypic.com/2e19kew.jpg



Weitere Hinweise werden von einer Broschüre erwartet, dessen Umschlagsseite unten abgebildet ist. Diese ist bestellt und auf dem Weg. Über Herkunft
und literarischen Wert braucht man nicht weiter zu diskutieren. Der Titel ist aber eindeutig und weist damit auf Möller hin, der wohl sogar auf dem Cover
abgebildet worden ist und verrät anhand der Berge zumindest soviel, daß hier ebenfalls die Reise auf der Arabischen Halbinsel inhaltlich behandelt wird.
Heft Nr. 57 »Ihre letzte Fahrt«. Von Georg Volkmann. Das Ende der S.M.S. Tsingtau um 1914 (1. Weltkrieg).
Helden der Nation - Im Kampf um Recht und Freiheit / Braune Bibliothek. Neuer Buchverlag, Dresden 1934.

http://www.budi-sammlerwelt.de/sammlung/ ... est-Nr-oder-ABC/Helden-der-Nation-57.jpg

.
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BeitragBeitrags-Nr.: 203888 | Verfasst am: 12.06.2014 - 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Was soll ich sagen?: Gut gemacht!
Möller soll doch recht groß geraten gewesen sein. Demnach würde ich ihn mittig verorten.
Da auf dem Bild 13 Personen abgebildet, aber nur 6 namentlich genannt sind, wird das mit der Identifizierung wohl schwierig.
Ich nehme aber ebenfalls an, dass das Bild irgendwo in Niederl.-Ostindien entstand. Schließlich befanden sie sich dort mit Abstand am längsten...
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BeitragBeitrags-Nr.: 203912 | Verfasst am: 20.06.2014 - 04:40    Titel: Antworten mit Zitat

Sicher sollte es hier im PA gelingen, zu gegebener Zeit eine detaillierte Zusammenfassung der Ereignisse zu erstellen.
Als ersten Schritt könnte man ja schon mal einen Wikipedia Eintrag kreieren; - Material ist dafür ja genügen vorhanden;
und verdient hätten es Männer wie Kptlt. Erwin von Möller, bevor sie für immer im Dunkel der Geschichte verschwinden.

Nur wie macht man so etwas? Bei oberflächiger Suche bin ich nicht so recht weitergekommen. Hat da jemand Erfahrung?
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