S.M.S. Emden
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 193862 | Verfasst am: 05.04.2011 - 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Der Ablauf des Penang-Raids im Hafen
http://i56.tinypic.com/28juwdl.jpg
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 204016 | Verfasst am: 06.08.2014 - 13:19    Titel: Antworten mit Zitat

»VON GERÜCHTEN, HINWEISEN UND SAGEN « – Der Landungszug der S.M.S. EMDEN und das Grab der Eva



Ich möchte an dieser Stelle noch eine etwas ungewöhnliche Ergänzung zu diesem Thread anbringen. 1972 ging der Autor Erich Helmensdorfer
in seinem Buch, » Hartöstlich von Suez « u.a. der Spurensuche nach deutschen Soldaten auf der Arabischen Halbinsel während des 1. Welt-
krieges nach. Als wohl bekanntestes Beispiel aus dieser Epoche gehört die Geschichte und der abenteuerliche Weg des Landungszuges der
S.M.S. EMDEN unter Kptlt. Hellmuth von Mücke im Frühjahr 1915 dazu. Im Folgenden wird ein kurzes Kapitel aus dem Buch wiedergegeben.
Die ersten drei Sätze der Einleitung sind besonders interessant. Es handelt sich um den Hinweis über einen Friedhof mit deutschen Gräbern.



Kapitel 8 – "Deutsche Spuren im Wüstensand"
Auf dem kleinen, streng von der mohammedanischen Erde geschiedenen, christlichen Friedhof in Dschidda liegen zwei deutsche Matrosen aus der Zeit
des Ersten Weltkrieges begraben. Die Grabsteine sind verwittert, die Namen unleserlich. Nur der Himmel weiß, wie die Toten dorthin gekommen sind.
Aber sie können zu jenen Trupps gehört haben, deren Abenteuer die Welt bewegten.
(Siehe hierzu; Anmerkung unten)

Da waren einmal Überlebende der „Emden“. Der leichte Kreuzer gehörte 1914 bei Kriegsausbruch zur Deutschen Ostasienflotte. Unter Kapitän v. Müller
führte das Schiff einen überaus erfolgreichen Kaperkrieg in südostasiatischen Gewässern und im Indischen Ozean. Er versenkte 23 Handelsschiffe mit
mehr als 100.000 BRT, dazu das französische Torpedoboot „Mousquet“, den russischen Kreuzer „Yemtschuk“ im Hafen von Penang auf der malaiischen
Halbinsel
und beschoß den Hafen von Madras an der Ostseite Indiens. Die „Emden“ erregte ungeheures Aufsehen. Auch die Engländer mit ihrem Sinn für
sportliche Fairneß versagten nicht ihre Anerkennung.
Im November 1914 setzte die „Emden“ einen Landungstrupp aus, um die Funk- und Kabelstation auf Direction Island in der Gruppe der Cocos-Keeling-
Inseln
zu zerstören. Die Station war ein Zentrum der britischen Nachrichtenverbindungen. Während das Landeunternehmen lief, wurde die von allen
feindlichen Kriegsschiffen gesucht „Emden“ überrascht. Der australische schwere Kreuzer „Sydney“
(Leichter Kreuzer!) schoß sie kampfunfähig.
Das an Land zurückgebliebene Kommando unter dem Ersten Offizier der „Emden“, Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke, sah den ungleichen Kampf der
Kriegsschiffe und wußte, daß es mit der „Emden“ zu Ende war, als sie von Kapitän von Müller auf ein Korallenriff gesetzt wurde; von Mücke griff sich den
Schoner „Ayesha“ und begab sich auf die Flucht. Das 97-t-Boot, das normalerweise Kopra transportierte, segelte im Schutze der Dunkelheit in der Nacht
vom 9. auf 10. November 1914 von Direction Island ab. Statt einer fünfköpfigen Besatzung waren zehnmal soviel Mann an Bord: 49 kaiserliche Mariner.
Proviant, Wasser und Ausrüstung gab der Vorrat der Telegraphenstation her. Nach 17 Tagen segelte das Boot in den neutralen Hafen Padang des nieder-
ländischen Sumatra
. Um der Beschlagnahme zu entgehen, erklärte von Mücke den Schoner zu einem Schiff der kaiserlichen Marine, ließ außer dem
deutschen Konsul niemand an Bord und lief innerhalb von 24 Stunden wieder aus. Damit war völkerrechtliches Hickhack zwar kurz zerhauen, aber keines-
wegs sicher, ob die altersschwache „Ayesha“ durchhalten würde. Für alle Fälle hatte von Mücke über den deutschen Konsul und mit Hilfe des Hafen-
Tratsches dafür gesorgt, daß sein geplanter Kurs im Indischen Ozean bekannt wurde. Er hoffte, eines der deutschen Handelsschiffe im Hafen möge ver-
standen haben und insgeheim die Besatzung im Indischen Ozean aufnehmen. Das klappte in der Tat. Am 16. Dezember 1914 stiegen die „Emden“-Leute
auf die „Choising“ um und der Schoner „Ayesha“, der seine Schuldigkeit getan hatte, wurde versenkt.
Von Mücke übernahm kriegsmäßig das Kommando und führte die „Choising“ – nachdem sich alle Hoffnung auf Rettung in Deutsch-Ostafrika zerschlagen
hatte – Richtung Arabien. Nach 22 Tagen erreichte das Schiff die Straße von Bab el Mandeb, das Südtor zum Roten Meer. Nachts stahl es sich durch die
Meerenge an der Insel Perim und den Wachbooten vorbei. In der Annahme, die Hedschas-Bahn sei soweit gebaut, beschloß von Mücke in Hodeida zu landen.
Mit vier Booten verließ er die „Choising“, die auf verabredetes Signal heimlich nach Mogadiscio
(Massawa!) in Italienisch-Somaliland (Italienisch-Eritrea!)
abdampfte. Im Morgengrauen ging das „Emden“-Landungskommando außerhalb des jemenitischen Hafen Hodeida an Land. Von Soldaten der türkischen
Garnison und Jemeniten begleitet, hielten die Matrosen ihren Einzug in der Stadt. Die freudig erregten Bewohner feierten die Deutschen mit dem üblichen
Geschrei und Getue. Von der Hedschas-Bahn allerdings war keine Rede, nur von englischen und französischen Schiffen, die das Rote Meer scharf kontroll-
Ierten. Nach einer Woche des Festens und Feierns entschieden sich die Deutschen für den Landmarsch Richtung Heimat. Zunächst ging es durch den heißen
Küstenstreifen, die Tihama-Wüste, dann in die wilden Berge Jemens. Als die Deutschen mit ihrer türkischen Bedeckung die Hauptstadt Sanaa erreichten,
hatten sie Bekanntschaft mit Räubern gemacht und einen Vorgeschmack von dem bekommen, was Reisen in Arabien bedeutet. Besonders Krankheiten er-
schöpften die Seeleute. Nach zwei Wochen Pause in Sanaa verzichteten sie dankend auf weitere Strapazierungen zu Pferde und beschlossen – feindliche
Schiffe hin oder her – doch wieder zu ihrem vertrauten Element zurückzukehren. Am 14. März 1915 setzten zwei arabische Fischerboote, Sambuks, mit der
auf 70 Mann angeschwollenen Besatzung die Segel bei Hodeida. Die Boote hielten sich nahe der Küste, entlang der gefährlichen, für Kriegsschiffe aber gänz-
lich unzugänglichen Korallenriffe der Farsan-Bank. Das zweite Boot, in dem alle Kranken reisten, lief nachts auf ein Riff und sank. Alle 70 Mann mußten nun
das nackte Leben in einem Boot retten, aus dem alles über Bord geworfen wurde bis auf die Waffen sowie Nahrung und Wasser für 3 Tage. In Qunfudha ge-
lang es durch türkische Vermittlung ein größeres Boot zu bekommen. Aber in Al Lith erfuhr die Gesellschaft, daß Dschidda von den Engländern streng block-
iert werde und auch das kleinste Boot keinerlei Aussicht habe, durchzukommen. So glaubte das Landungskommando der „Emden“, vier Monate und 17 Tage,
nachdem es Fuß auf Direction Island, rund 7000 km Luftlinie entfernt, gesetzt hatte, in Arabien endgültig an Land zu gehen. Eine Karawane von 90 Kamelen
brach am 28. März 1915 von Al Lith auf, entlang der Küste des Roten Meeres. Wie in der Wüste üblich, waren die Deutschen von einem Beduinenscheich
begleitet: Garantie für eine sichere Durchquerung seines Gebiets. Nach vier Tagen übernahm sie ein türkisches Polizeikommando, das ihnen von Dschidda
entgegengekommen war. Aber kein Beduinenführer oder Scheich war dabei. Ausgerechnet im Gebiet der Stämme, die der Engländer T. E. Lawrence be-
einflußte, fehlte die Garantie für ungehindertes Passieren.
(Lawrence ist zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht im Hedschaz. Der Aufstand beginnt auch erst
ein Jahr später am 9./10. Juni 1916.
) Prompt erfolgte am nächsten Tag der erste Beduinenüberfall. Schließlich belagerten rund 800 Beduinen drei Tage und
zwei Nächte lang unter ständigen Gefechten die Karawane. Leutnant zur See Roderich Schmidt und zwei Matrosen fielen, drei Mann wurden verwundet. Da
erschien Abdullah, der zweite Sohn des Scherifen Hussein von Mekka, auf dem Schauplatz, machte der Belagerung ein Ende und führte die mehrfach ge-
strandeten nach Dschidda. Merkwürdige Umstände machten den Deutschen klar, daß der Scherif –offiziell türkischer Untertan – auf zwei Schultern trug und
hinter dem Überfall steckte.
Zum zweiten Male hatten die Seeleute genug von Wüstenschiffen. Sie vertrauten sich wieder einem Sambuk an und erreichten am 28. April 1915 El Waijh,
eine Siedlung am Roten Meer, wo genau ein Jahr später Oberstleutnant von Stotzingen von einem Nachtgeschirr als Schöpfbehälter eines Brunnens in Ent-
setzen versetzt wurde. Hier war die Seereise des „Emden“ – Kommandos endgültig zu Ende. Im wohlgesicherten Kamelkonvoi ging es zur Hedschas-Bahn-
station El Ala
und nach 17-tägiger Triumpffahrt über Damaskus erreichten die Seeleute, denen die Nachricht über ihre Abenteuer weit vorausgeeilt war,
Konstantinopel. Am Endbahnhof der Anatolischen Bahn, Haidar Pascha, meldeten sich dann die neu eingekleidete deutsche Matrosen, die aus der Wüste
kamen, vom Dienst in ostasiatischen Gewässern zurück.

Textquelle:
Kapitel 8, Seite 51-55, In: »
Hartöstlich von Suez, Die feudale Halbinsel«, Erich Helmensdorfer, Verlag R. S. Schulz, Percha 1972.



Anmerkung
Der Hinweis von Helmensdorfer, ist hochinteressant; wirft er doch die brennende Frage auf, um welche Matrosen aus der Zeit des 1. Weltkrieges es sich
handeln könnte. Helmensdorfer hatte Ende der 60er / Anfang der 70er mehrmals diese Saudische Hafenstadt am Roten Meer als Korrespondent besucht.
Wenn die Grabsteine auf dem Friedhof verwittert und unleserlich waren, ist es aber verwunderlich diese als Deutsche Gräber identifizieren zu können.
Allerdings gab es hierzu schon 1928 Hinweise von Wolfgang von Weisl in dem Buch »Zwischen dem Teufel und dem Roten Meer« . Weisl berichtet hier-
bei von: "deutschen Soldatengräbern auf dem völlig unversehrten christlichen Friedhof von Djidda, in unmittelbarer Nachbarschaft zum `Grab der Eva´."

Während meiner Zeit in Jeddah habe ich diesen Friedhof ebenfalls aufgesucht, dort aber nur, zwar gepflegte, aber unkenntliche Gräber vorgefunden,
und deswegen auch keine Fotos gemacht. In einem konservativ islamischen Land ist es sowieso nicht gerne gesehen, wenn Europäer Fotos auf christ-
lichen Friedhöfen machen, und sei es auch nur aus historischem Interesse. Hinzu kommt das der, in Saudi Arabien dominierende wahhabitischen Inter-
pretation des sunnitischen Islam untersagt, Totenkult an Verstorbenen zu betreiben. Diese Glaubenseinstellung wird am glaubwürdigsten, wenn man sieht,
daß nicht mal das Saudische Königshaus ihre Verstorbenen entsprechend aufwendig bestattet hat wie das im Christentum bei Staatsgründern der Fall ist.

Wann genau der christliche Friedhof in Jeddah entstand, ist nicht genau ersichtlich. Zumindest hatte es dort aber schon gegen Ende des 19.- Anfang des
20. Jahrhundert, zum Ende der Osmanischen Herrschaftsperiode hin, Beerdigungen gegeben. Markantester Punkt des abgesperrten Geländes war das; -
noch aus grauer Vorzeit stammenden Sage nach, dortige Grab der Eva. Obwohl Eva (arabisch: Hawas) auch Bestandteil der islamischen Glaubenslehre
war und ist und muslimische Pilger seit der Religionsgründung dort beteten, stellte dies hingegen im Königreich Saudi Arabien einen schweren Verstoß dar.




Eine alte detailiertere Federstrichzeichnung von der Friedhofsanlageanlage, nach der Aufnahme eines unbekannten Fotografen.

http://i58.tinypic.com/11kuicg.jpg

Bildquelle: http://www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de/Bildprojekt/frames/hauptframe.html, Bildkode: 3317_2014_0392_0057



Noch im Jahr 1917 hatte der amerikanische Journalist Lowell Thomas eine Aufnahme der Anlage gemacht.

http://i62.tinypic.com/dwz0hd.jpg

Bildquelle: »With Lawrence in Arabia«, Lowell Thomas, London 1924.



Lowell Thomas gibt hierzu auch eine Erklärung ab, wie es zu dieser Sage kam: „ Beyond the north gate of the Jeddah wall Major Goldie took me to see what
thousands of Mohammedans believe to be the tomb of the common ancestor of us all. There is a century-old tradition to the effect that it was here near Jeddah that
the ark grounded after the Great Flood. According to one version of the story, on his six hundred and first birthday, not long after the waters had abated, Noah and his
three sons, Shem, Ham, and Japheth, were walking along the beach when they came to a depression in the sand. This depression seemed to resemble a human form.
It was about three hundred feet long. Ham asked his father what he thought it could be, and the venerable patriarch replied," Ham my lad, that is the last resting-place
of Mother Eve." Of course there are many educated Mohammedans who laugh at this legend, but, nevertheless, a wall three hundred feet long has been built around
the supposed depression, and within this enclosure is a white mosque where thousands of women worship every year. They behave Mother Eve was three hundred
feet in height. Just think how the rest of us must have degenerated! But the city takes its name from this tomb, for the word Jeddah means grandmother or ancestress.


Die Geschichte wird aber noch abstrakter . . . . .
Der bekannte Autor Erich von Däniken hatte hierzu seine eigene Theorie: „Weiterhin zitiert EvD darin das Grab der Eva, das noch bis 1920 in Dschidda
existiert haben soll und 20 Meter lang war. Logisch, dass Eva eine Riesin war, denn auch Adams angebliche erste Frau Lilith wird als Riesin beschrieben
.“
Textquelle: http://www.allmystery.de/themen/uf35466770-186



Im Februar 1918 besuchte der Engländer Harry Philby die Hafenstadt am Roten Meer und fotografierte die Anlage
vom Dach der ehemals türkischen Kaserne, die sich im nordöstlichen Stadtteil al-Bukhariya von Jeddah befindet.

http://i58.tinypic.com/290vpc2.jpg

Bildquelle: » Das geheimnisvolle Arabien«, Entdeckungen und Abenteuer, Band 2, Harry Philby, Brockhaus, Leipzig 1925.



Einige Jahre nach dem Tod der Angehörigen vom Landungszug der S.M.S. EMDEN stehen deutsche Militärangehörige erneut im Kampf um die Hafenstadt.
Ab dem Sommer 1924 werden für den letzten König des Hedschaz, Ali ibn Husain, die Auswirkungen des englisch-französischen, Sykes-Picot Abkommen
nun mehr immer offensichtlicher. Die reichen Ölfunde lassen für die Briten aus geopolitischer Sicht einen einzigen Machthaber auf der Arabischen Halbinsel
vorteilhafter erscheinen. Aus diesem Grunde stimmen sie den Absichten von König Abd al-Aziz ibn Saud zu, weitere Gebiete (Hedschaz, Asir, Jebel Schamar)
auf der Arabischen Halbinsel zu besetzten und unterstützen die Wahhabiten durch großzügige Militärlieferungen. Daraufhin werden, die noch im Hedschaz
verbliebenen britischen Berater von König Ali ibn Husain des Landes verwiesen. Nun wirbt der syrischen Kaufmann As-Sayyid Muhyi´d-Din Uthman Chatila
im November 1924 mehrere ehemalige deutsche Militärangehörige als Instrukteure für die Hedschas-Armee an! Am 24. Dezember 1924 beginnen, Major a.D.
Hans Steffen
, Hauptmann a.D. Daniel Gerth, Dr. Hans Fester, Hans Holzapfel, Rolf Linsingen, Kurt Scholz, Ernst Zgran, Fritz Gileschweski, Johannes Modler
sowie der Offizier Rolf Schoen mit ihrer Aufgabe als Militärberater in Dschidda. Von Schoen stammen auch die folgenden Zeilen dieser Grabanlage:

Die einzige Sehenswürdigkeit ist das unweit der Stadt gelegene Grab der Eva, das etwa hundert Meter lang ist und von den Mohammedanern
als heilige Städte verehrt wird. In der Mitte des Grabes befindet sich eine Moschee. Mein arabischer Führer erklärte mir, daß an dem einen,
dem südlichen Ende, Evas Kopf begraben liege, genau unter der Mosche befindet sich ihr Nabel und am anderen Ende lägen die Füße. . . . . . .

Inhalt und Textquelle:
Seite 398/477, In: »
Durch Steppe und Wüste«, Entdeckungslexikon arabische Halbinsel, Biographien und Berichte, Uwe Pfullmann, Trafo-Verlag, Berlin 2001.

Rolf Schoen erwähnt allerdings weder etwas von dem christlichen Friedhof noch von eventuellen Gräbern deutscher Landsleute in seinem Bericht.



Sieben Jahre nach Ende des 1. Weltkrieges und der Eroberung Dschiddas, diesmal unter Abd al-Aziz ibn Saud, am 23. Dezember 1925, wurde das Grab
kurz darauf zerstört und zubetoniert. Von Weisl zufolge blieben die unmittelbar angrenzenden Gräber auf dem christlichen Friedhof aber völlig unberührt.
Leider hatte Weisl sein Augenmerk mehr auf diese Legende der Eva gerichtet, und keine Aufnahme der anderen Gräber gemacht. Hier drei Aufnahmen:

http://i57.tinypic.com/euhgxt.jpg

http://i58.tinypic.com/28k0jg9.jpg

http://i58.tinypic.com/aeps1e.jpg

Bildquelle:
Seite 104/105, In: »
Zwischen dem Teufel und dem Roten Meer«, Fahrten und Abenteuer in Westarabien, Wolfgang von Weisl, Brockhaus, Leipzig 1928.



Als Helmensdorfer damals den Friedhof aufsuchte, fand er die Gräber wohl noch in einem Zustand wie auf diesem alten Foto vor:

http://i62.tinypic.com/2m5gjmx.jpg

Bildquelle:
http://www.skyscrapercity.com/showthread.php?p=108377890



Hier ein Foto aus dem Netz wie die Friedhofsanlage in Jeddah heutzutage aussieht.

http://i61.tinypic.com/72szsm.jpg

Bildquelle:
http://samslifeinjeddah.wordpress.com/2013/03/13/grandmother-eve-buried-in-jeddah/



Auch der heutige Stadtplan von Jeddah weißt diesen mysteriösen Ort noch auf.

http://i60.tinypic.com/3096amh.jpg



Zurück zur Frage: “ auf dem christlichen Friedhof in Dschidda liegen zwei deutsche Matrosen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges begraben.
Im Zeitraum von 1914 bis 1918 waren Angehörige der beiden Verbündeten des Osmanischen Reiches, Deutschland und Österreich-Ungarn
in diesem schon immer unruhigen Teil der Arabischen Halbinsel, eher die Ausnahme. Nur wenige Einzelpersonen oder kleine Gruppen hielten
sich aus militärischen Hintergründen dort kurze Zeit auf. Aufzeichnungen über Todesfälle beider Nationen blieben daher auch die Ausnahme.
Lediglich in den Jahren 1915 und 1916 kamen bei Kampfhandlungen im Raum Jeddah nachweislich 9 deutsche Marineangehörige ums Leben.



Am 1. / 2. April 1915 fielen im Gefecht bei Ras el Aswad, ca. 25 km südlich von Jeddah (heute Teil des Industrievorortes Al Kohmrah der Stadt):

1) Leutnant zur See Roderich Schmidt
2) Matrose Rademacher
3) Heizer Lanig

In den Aufzeichnungen der beiden Angehörigen des Landungszuges der S.M.S. EMDEN, Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke und Leutnant
zur See d.R. Ernst Wellmann
, wird erwähnt, daß die drei o.g. Toten unmittelbar am Gefechtsort ohne jegliche Markierung begraben wurden.
Auch wenn beide Offiziere davon berichten, daß die Angreifer das zurückgelassene Gepäck nachträglich durchsuchten, und man davon aus-
gehen kann, dies auch bei den drei Getöteten der Fall war, so kann man hier noch am ehesten davon ausgehen, daß die türkischen Behörden
die Körper der drei Gefallenen nachträglich noch nach Jeddah brachten um sie dort zu beerdigen, auch wenn es hierüber keine Hinweise gibt.


Um den 24. Mai 1916 wurden die folgenden sechs Personen, ca. 25 km nördlich von Jeddah, (heute auf Höhe des neuen Flughafens) getötet:

4) Kapitänleutnant Erwin von Möller
5) Leutnant a. D. Gottfried von Arnim
6) Vizesteuermann d. R. Heinrich Deike
7) Bootsmannsmaat d. R. Schmwerting
8) Matrose des Landsturm Gründler
9) Matrose des Landsturm Heinrich Mau

Die kleine Gruppe unter dem vormaligen Kommandanten des Flußkanonenbootes S.M.S. TSINGTAU, von Möller befand sich auf dem Weg vom
Jemen Richtung Syrien als sie unmittelbar vor dem Aufstand des Sherifen von Mekka, Ali ibn Husain, nördlich von Jeddah von Angehörigen der
dortigen Stämme der Harb und Utaiba erschlagen wurden. Dem englischen Verbindungsoffizier Ronald Storrs wurden, eigenen Aufzeichnungen
zufolge, die Köpfe der Toten zum Kauf angeboten. Es ist unwahrscheinlich anzunehmen, daß diese Beduinen ihre Opfer nachträglich nach Jeddah
gebracht haben, um sie dort beerdigen zu lassen und die türkischen Behörden hatten zu diesem Zeitpunkt andere Sorgen als nach toten Seeleuten
ihres Verbündeten zu suchen, da einige Tage später der Aufstand der Harb und Utaiba begann der ihre Herrschaft im Hedschaz endgültig beendete.



Die Frage ob es je deutsche Gräber in Jeddah, eventuell sogar von der Besatzung der S.M.S. EMDEN gegeben hat, . . . bleibt damit natürlich offen.

.
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Eierhals
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BeitragBeitrags-Nr.: 204023 | Verfasst am: 10.08.2014 - 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

Korrektur Nr.2:

Die Seeschlacht bei Coronel war die erste größere Seeschlacht des 1.WK.
Vor Coronel war Graf Spee mit seinem Geschwader gegen einen Verband aus 4 britischen Schiffen, befehligt vom Vizeadmiral Craddock,bestehend aus dem Hilfskreuzer Ottrando, dem leichten Kreuzer Glasgow sowie den beiden älteren Panzerkreuzern Good Hope und Monmouth erfolgreich. Beide letztgenannten britischen Schiffe sanken. Es gab keine Überlebenden.
Beschädigt wurden der leichte Kreuzer Glasgow und der Hilfskreuzer Ottrando, diese beiden Schiffe konnten sich jedoch im Schutz der Dunkelheit vom Schauplatz der Katastrophe entfernen. Auch erwiesen sich die Beschädigungen nicht als schwerwiegend,denn die Glasgow beispielsweise spielte auch an den Falklandinseln mit.

Scharnhorst und Gneisenau verschossen bei diesem Gefecht rund 41% ihrer 21cm Granaten. Aufgrund der Munitionslage entschloss sich Graf Spee zu den Falklandinseln zu marschieren, die dortigen Einrichtungen zu zerstören, Kohlenvorräte zu erbeuten um dann nach Deutschland durchzubrechen.

Bei den Falklandinseln erwartete jedoch die deutschen Schiffe eine unangenehme Überraschung, ein Verband aus mehreren britischen Kreuzern und den beiden Schlachtkreuzern Inflexible und Invincible, welche nicht nur schneller als die deutschen Schiffe gemäß der damaligen Devise "Speed is the best Protection", die erst zur Entwicklung des Schlachtkreuzers, einem Schlachtschiffgroßen Turbinenschiff mit richtig großen Kanonen, aber nur kreuzermäßiger Panzerung, liefen, sondern mit ihren 305mm Geschützen den deutschen Schiffen artillieristisch ebenfalls überlegen waren und auf eine Entfernung das Gefecht eröffnen konnten, die bis dahin als unmöglich galt.
Nach einer mehrstündigen Verfolgung, die deutschen Schiffe konnten aufgrund Muschelbewuchses, Maschinenstörungen sowie der langen Einsatzzeit auf See, immerhin kamen die Schiffe ja ursprünglich als Ostasiengeschwader aus der chinesischen Stadt Tsingtau, nicht mehr ihre konstruktiven Höchstgeschwindigkeiten erreichen, wurden die deutschen Schiffe vernichtet.

Kurz nacheinander sanken im nachfolgenden Gefecht Scharnhorst, Gneisenau, Nürnberg und Leipzig. Die Trosschiffe Baden und Santa Isabel wurden nach Verlassen der Schiffe durch die Besatzung gemäß Prisenordnung, zusammengeschossen.

Der kleine Kreuzer Dresden entkam zunächst und wurde unter Verletzung des Seekriegsrechtes von Britischen Kreuzern in chilenischen Gewässern versenkt. An Bord der Dresden war übrigens eine im späteren Verlauf der Geschichte ein nicht unbekannter Mann. Der Erste Offizier der Dresden war der Spätere Admiral Wilhelm Canaris.
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 204037 | Verfasst am: 17.08.2014 - 16:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Eierhals,

ich hoffe deine Zeilen waren jetzt `kein Wink mit dem Zaunpfahl´ wegen meiner `Themenverfälschung´ ( - Zwinkern - ) und vermute der Beitrag sollte hierhin!?!

Der Kreuzerverband des Grafen von Spee
http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=7919&postdays=0&postorder=asc&start=15

Gruß Holger
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