(SS-) Polizei im Fronteinsatz
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RolandP
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BeitragBeitrags-Nr.: 170360 | Verfasst am: 19.04.2009 - 21:44    Titel: SS-Pol.Geb.Jg.Rgt 18 Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
ich arbeite gerade an der Geschichte des SS-Pol.Geb.Jg.Rgt 18 unter Einbeziehung aller möglichen Quellen (Regenberg, Chronik der SS-Div. Nord, der 4.SS-Pol.Pz.Gren.Div., der 117. und 118.Jg.Div. usw.)
http://forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=9617
und würde auch hier gerne einmal die Experten um Unterstützung bitten! Winken

Für mich ist dabei jeder Hinweis interessant! Die Regimentschronik von Franz liegt aber vor! Zwinkern

Außerdem ist bei meiner Suche diese Frage zu dem Polizei-Bataillon „Gärtner“ aufgetaucht
http://forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=12425
sollten auch dazu Mitteilungen möglich sein, würde ich mich freuen, von Euch zu lesen!! Zwinkern

Herzliche Grüße
Roland
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RolandP
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BeitragBeitrags-Nr.: 179490 | Verfasst am: 30.12.2009 - 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
nachdem sich "nebenan" so ein wenig an Photos ergeben hat
http://forum-der-wehrmacht.de/thread.php?threadid=9617
wollte ich dieses Thema hier auch noch einmal in Erinnerung bringen Winken

Ich suche nach wie vor nach Berichten, Dokumenten, Photos etc. .... Zwinkern

Herzliche Grüße Roland
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RolandP
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BeitragBeitrags-Nr.: 187880 | Verfasst am: 27.08.2010 - 20:34    Titel: Zur Geschichte des SS-Polizei-Regimentes “Bozen” Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich wollte die vorstehende Frage noch einmal aktualisieren Winken

Ansonsten hier ein Artikel, der jetzt vor kurzem im "Freiwilligen" erschienen ist, vielleicht ist er ja auch für andere interessant ... Keine Ahnung

Nach der Kapitulation Italiens am 8.9.1943 wurde Südtirol, die Provinzen Bozen, Trient und Belluno, unter der Bezeichnung “Operationsgebiet Alpenvorland” praktisch von Italien getrennt und der Gauleiter von Tirol, Franz Hofer, zum Obersten Kommissar für dieses Gebiet ernannt.

Wie im Deutschen Reich wurden in der Zeit der Operationszone Alpenvorland auch in Südtirol Polizei-Regimenter aufgestellt, die jedoch nicht numerisch denen im Reich eingereiht waren, da ihre Aufstellung nicht vom Polizeioberkommando in Berlin, sondern von der Dienststelle des Obersten Kommissars und dem Höchsten SS-u. Polizeiführers in Italien, SS-Obergruppenführer und General der Waffen SS Karl Wolff ausging.

Die Regimenter gliederten sich in drei Bataillone mit römischer Nummerierung von I bis III und bestanden aus einem Stab und vier Kompanien (3 Schützen- und einer Schweren mit einem schweren MG- und einem schweren Granatwerfer-Zug). Die Regimentseinheiten sollten sich aus einer Nachrichten-Kompanie (motorisiert), einer Panzerwagen-Kompanie (vorgesehen, der Verf.) und einer Panzerjäger-Kompanie zusammensetzen.

Insgesamt wurden zwischen Oktober 1943 und Oktober 1944 vier Polizei-Regimenter, “Bozen”, Alpen-vorland”, “Schlanders” und “Brixen”, aus Südtirolern aufgestellt.
Mit der Ausbildung wurden ausnahmslos Reichsdeutsche, vornehmlich aus dem Norden, betraut, denen auch die höheren Dienstgrade vorbehalten waren. Die Südtiroler Angehörigen der Polizeiregimenter konnten maximal bis zum Grad eines Rottwachtmeisters aufsteigen.
Die Ausbildung der in Südtirol ausgehobenen Polizei-Regimenter bestand in einer dreimonatigen militärischen Grundausbildung sowie in einer in Grenzen gehaltenen theoretischen Schulung. Die Grundausbildung schloss mit der Ablegung eines Eides, eingebettet in ein feierliches militärisches Zeremoniell, in Bozen in Anwesenheit des SS-Obergruppenführers Wolff, im Brixen und in Schlanders vor dem Obersten Kommissar Franz Hofer.

Die Einsätze der Südtiroler Regimenter erfolgten nicht, wie ursprünglich angekündigt, innerhalb von Südtirol, um öffentliche Sicherheit und Ordnung zu garantieren, sondern in erster Linie in anderen Provinzen, doch kamen mit Ausnahme des Pol.Rgt “Brixen” und des III./Pol.Rgt “Bozen” alle Südtiroler Regimenter nur innerhalb der Operationszone “Alpenvorland” und “Adriatisches Küstenland” zum Einsatz.
Dort bestanden ihre Aufgaben vorwiegend in der Sicherung und Bewachung von Transporten, Wehrmachtseinrichtungen, Wehrmachtsstäben, Festungen und ähnlichem wie auch in der Partisanenbekämpfung.

Den Einsatz in den Polizeiregimentern verstanden viele Südtiroler als “Dienst am deutschen Volk. Aber es kam auch zu Desertationen, die entsprechend der allgemeinen Kriegsordnung hart bestraft wurden. Auf “unerlaubtes Entfernen” von der Truppe stand die Exekution, dieselbe Strafe wurde bei “Verrat” ausgeführt. Wohl nicht zuletzt deshalb hielten sich die Desertationen bis zum Zusammenbruch in Grenzen. Der Tagessold war mit 12,5 Lire um zweieinhalb Lire höher als jener der Wehrmachtssoldaten.

Wenn die Südtiroler Polizeiregimenter auch in erster Linie für Sicherungsaufgaben zuständig waren, nahmen sie auch an Einsätzen gegen Partisanen im italienischen Gebiet sowie Vergeltungsaktionen teil, bei denen als Repressalien auch Zivilisten erhängt wurden.

Die Aufstellung eines Sturm- und eines Gebirgs-Regimentes war ursprünglich vorgesehen, konnte aber aus Mangel an Mannschaften und insbesondere an spezialisierten Führern und Unterführern nie durchgeführt werden. (1)

Am 1.10.1943 erfolgte der Befehl zur Errichtung von Südtiroler Polizeitruppen für die Aufrechterhaltung der Ordnung im Lande.
Verantwortlich für die Aufstellung der Einheiten (lt. Erlaß des RFSS und Chef der deutschen Polizei vom 9.7.1942 zur Zusammenfassung der dt.Pol.Einheiten zu Polizei-Rgter) war die neuerrichtete Dienststelle “Befehlshaber der Ordnungspolizei Italien (Gardasee-Verona)”, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei Jürgen von Kamptz in San Martino bei Verona.

Für die Aufstellung dieser Polizeiverbände wurde von der deutschen Polizei zuerst ein Stamm von 250 Unterführern und Mannschaften gestellt.
Zunächst wurde mit Freiwilligen in Tirol das “Polizei-Regiment Südtirol” aufgestellt, das am 29.Oktober 1943, knapp vier Wochen später, in “Polizei-Regiment Bozen” umbenannt wurde. (2)

Das Regiment bestand aus drei Bataillonen, I.-III., zu je 4 Kompanien (1.-12.Kp). Hauptstandort HStO Innsbruck (3)

Dieses erste Polizei-Regiment in Südtirol wurde vom Kommandeur der Ordnungspolizei KdO Bozen, Oberst der Schupo Josef Albert, mit Unterstützung eines reichsdeutschen Regimentstabes unter Führung von Oberst der Schupo Menschick (wird als Kdr. bis mind. 20.10.44 genannt, der Verf.) bereits im Oktober 1943 organisiert, obwohl der Unmut über die Rekrutierungen, sowohl von Wehrmacht und von politischer Führung, als auch von Bauern, die mit der Ernte beschäftigt waren, erhebliche Schwierigkeiten bereitete.
Ausgewählt wurden dafür 2 000 Mann, zumeist “politisch zuverlässige Optanten” (die bei der Volksabstimmung 1939 für die Rückführung in das Reich gestimmt hatten) , der Jahrgänge 1900 bis 1912, die kurz zuvor einberufen worden waren. Ursprünglich war geplant, die Einheit aus Freiwilligen aufzustellen, doch musste diese Idee bald schon fallengelassen werden.

Stationiert wurde das Regiment in der ehemaligen italienischen Militärkaserne in Gries-Moritzing bei Bozen.

Bereits am 1.10.1943 wurde die Ausstattung für die Regimentsangehörigen, “Bekleidung: Betreffend Aufstellung des Pol.Rgt “Südtirol”, die durch die Polizeiverwaltung in Innsbruck, auch als Ersatzlieferstelle, erfolgte, festgelegt:
1 Feldmütze mit Schirm 1 Paar Fußlappen
1 Stahlhelm 2 Paar Socken
1 Feldbluse neuer Art 3 Hemden
1 lange Tuchhose 1 Leibriemem mit Tasche und Schloss
1 Mantel 1 Patronentasche
2 Kragenbinden 1 Brotbeutel mit Bund
1 Drillichjacke 1 Tornister oder Rucksack
1 Paar Wollfingerhandschuhe 1 Trinkflasche mit Becher
1 Kopfschützer 3 Mantelriemen
1 Paar Schnürschuhe 1 Kochgeschirr
1 Paar Gurtband, Schnallgamaschen 2 Kochgeschirr-Riemen
1 Unterjacke 1 Zeltbahn mit Zubehör

Außerdem 5 weiße Küchenjacken und 8 weiße Küchenschürzen je Bataillon. (4)

SS-Obergruppenführer und General der Waffen SS Gottlob Berger, Chef des SS-Hauptamtes, schrieb am 19.10.43 an den RFSS: “... Die Einberufung für das Südtiroler Polizeiregiment Bozen in Stärke von 2 000 Mann der Jahrgänge 1900 bis 1912 sind bis zum 26.10. d.J. abgeschlossen. ....” (5)

Nach nahezu abgeschlossener Aufstellung und einer mehrmonatigen Ausbildung wurde das Pol.Rgt ”Bozen” in Bozen, in der Greiser Kaserne an der alten Meraner Landstraße, am 28.1.1944 in Anwesenheit des Höchsten SS- u. Polizeiführers in Italien, SS-Obergruppenführer und General der Waffen SS Karl Wolff, vereidigt.

Zu den Aufgaben des Verbandes gehörten in erster Linie Sicherungs- und Bewachungsdienste. Nach der italienischen Kriegserklärung der Kgl.Italienischen Regierung an Deutschland aber rückte die Partisanenbekämpfung immer stärker in den Vordergrund.
Als Einsatzgebiete waren vorgesehen: die Operationszone “Alpenvorland” und der adriatische Küstenstreifen.

Das Pol.Rgt “Bozen” wurde nach seiner Ausbildung im Frühjahr 1944 zum bataillonsweisen Einsatz mit verschiedenen Aufgaben getrennt. Das I. Bataillon; jedes Bataillon hatte eine durchschnittliche Stärke von 800 Mann; verlegte nach Istrien, später wurde es hauptsächlich zur Objektsicherung, aber auch zur Partisanenbekämpfung in der Operationszone Adriatisches Küstenland eingesetzt, vor allem in Rijeka, Opatija und Krk, damals ital. Staatsgebiet, heute Teil der Republik Kroatien.
Das II. Bataillon kam zunächst zur Objektischerung in die Provinz Belluno. Der Schwerpunkt verlagerte sich aber zur Partisanenbekämpfung mit über 85 Einsätzen unter schweren Kämpfen mit Partisanen.
Das III. Bataillon verlegte Anfang Januar 1944 von Bozen nach Gossernaß bei Sterzing, wurde aber wenig später zunächst zur Objektsicherung in Rom, dann in Piemont eingesetzt. (6)

Im Februar 1944 war das PolRgt „Bozen“ in einer Stärke von 2 357 Mann wie folgt stationiert:
Stab in Bozen FPNr. 00 496

I.Btl.: in Meran FPNr. 03 272
II.Btl.: in Bozen FPNr. 01 351
III.Btl.: in Gossenass FPNr. 02 801 (7)

Am 12.2.1944 wurde das III./”Bozen” mit Autobussen bis zum 19.2.44 nach Rom verlegt. Nach Erklärung Roms zur “Offenen Stadt” übertrug man dem Btl. des Bozener PolRgt die Aufgabe, die öffentliche Ordnung in der ital. Hauptstadt aufrecht zu erhalten:
10.Kp. Bewachung der deutschen. u. diplomat.Einrichtungen und der Ministerien sowie Büros
der neuen ital. Regierung
9.Kp. im Wachdienst außerhalb der Stadt
11.Kp. ohne eigentlichen Auftrag, daher weitere Ausbildung

Am 23.3.1944, gegen 15:35 Uhr, marschierte die 11.Kp, III./SS-Pol.Rgt ”Bozen”, die am 24.3.44 die 9. oder 10. Kp. des Btl ablösen sollte, mit 156 Mann und Major der Schupo Helmut Dobrick, dem BtlKdr, da sie sich noch in der Ausbildung befand, auf ihren täglichen Marsch vom Ausbildungsplatz zurück in die Kaserne, von der Via Boccaccio in die Via Rasella und wurde hier Opfer eines Bombenanschlages italienischer Widerstandskämpfer der hauptsächlich kommunistisch orientierten „Gruppi di azione patriotica GAP“.
Mehr als 50 Soldaten älterer und jüngerer Jahrgänge und Zivilisten werden verletzt, 33 Südtiroler Polizisten und 2 Zivilisten (nach anderen Angaben 42 tote Polizisten und 8 Zivilisten) starben:

Georg Aichner Anton Matscher Engelbert Rungger
Karl Andergassen Anton Mittelberger Johann Schweiggl
Franz Bergmeister Michael Moser Johann Seyer
Josef Dissetori Franz Niederstätter Ignaz Spiess
Jakob Erlacher Eugen Oberlechner Eduard Spögler
Friedrich Fischnaller Matthias Oberrauch Ignaz Stecher
Johann Fischnaller Paul Palla Albert Stedile
Eduard Frötscher August Pescosta Josef Steger
Vinzenz Haller Daniel Profanter Hermann Tschigg
Leonhard Kaspareth Josef Rauch Friedolin Turneretscher
Johann Kaufmann Anton Rauch Josef Wertbichler

Der Älteste war Jacob Erlacher, Jhg. 1901; die beiden Jüngsten Leonhard Kasparath und Daniel Profander, Jhg. 1915)

Auf Grund der Kriegsrechtes konnten für jedes Opfer 10 Geiseln erschossen werden. Aufgrund der aus dem Jahre 1911 stammenden Haager Landkriegsordnung wäre allerdings nur die Exekution von in das Geschehen Involvierten legitim gewesen, während die als Folge des Attentates durch den SD-Führer von Rom, SS-Ostubaf. Herbert Kappler, erschossenen 335 Geiseln (203 Antifaschisten, 57 Juden, 75 nicht politische Strafgefangene) aus verschiedenen ital. Gefängnissen zusammengeholt worden waren.
Die Hinrichtung sollte eigentlich die betroffene Kompanie durchführen, doch der Kommandeur des III. Btl. “Bozen“, Major der Schupo Dobrick, weigerte sich, den Befehl auszuführen, mit dem Hinweis, daß seine Männer durchwegs gläubig katholisch und älteren Jahrganges seien und nicht bereit wären, auf wehrlose Gefangene zu schießen. Schließlich übernahm der SD die Erschießungen. Daran beteiligt war auch der SD-Hstuf. Erich Priebke.

Der Attentäter, Rosario Bentivegna, wurde nach dem Krieg von Lelio Lagorio, dem Verteidigungsminister im Kabinett Giovanni Spadolini I (ital. Ministerpräsident v. 1982 – 1984) feierlich ausgezeichnet. (8)

Der Kdr des betroffenen III.Btl, Major der Schupo Helmut Dobrick soll nach unbestätigten Angaben im Juli 1944 bei dem Versuch, sich in Lecco am Comer See von seiner Einheit in die Schweiz abzusetzen, von Partisanen ermordet worden sein. (9)

Auf Grund des Erlasses des RFSS und Chef der Deutschen Polizei vom 24.2.1943, die deutschen Pol.-Rgter ”in Anerkennung ihres besonders tapferen und erfolgreichen Einsatzes” in “SS-Polizei-Regimenter” umzubenennen, erhielt das Rgt. mit Erlass vom 16.4.1944 den Namen “SS-Polizei-Regiment Bozen”. Die Bataillone aller vier aufgestellten Rgter („Bozen“,“Alpenvorland“, „Schlanders“ u. „Brixen“) wurden ab Herbst 1944 ebenso wie die deutschen Polizei-Bataillone als “SS-Polizei-Bataillone“ bezeichnet.
Die Wehrmachts-Soldbücher wurden eingezogen und nach Eindruck der SS-Runen wieder ausgehändigt. Diese Verbände gehörten damit aber nicht zur Waffen SS, sondern blieben ein unveränderlicher Bestandteil der Ordnungspolizei.

Im April 1944 wurde für das Rgt. in Gossenaß auch ein IV.Bataillon, FPNr. 02 589, aufgestellt und in der Feldpostübersicht bis Kriegsende so bezeichnet. Tatsächlich wurde das Btl im Mai 1944 das I.Btl/ Pol.Rgt „Alpenvorland“. (10)

Im Mai 1944 waren die Bataillone des Regimentes wie folgt eingesetzt:
I.Btl.: in Abbazia
II.Btl.: in Belluno
III.Btl.: in Rom (11)

Das I./Pol.Rgt Bozen war ab Mai 1944 in Istrien im Raum Abazzia und Fiume, im Bereich des HSSPF Adriatisches Küstenland, eingesetzt. Bei diesem Bataillon soll einen Panzerkampfwagen-Zug mit zwei ital. Panzern, einem alten Lanzia (Baujh. 1919) und einem Fiat Ansaldo AB 41 gegeben haben.
Das Btl war später von Juni 1944 bis Anfang 1945 im Raum Pola, Straße Pola – Marzana, bei Fiume, Straße Trieste – Abbazia und S.Luzia/Isonzo eingesetzt. (12)

Im August 1944 soll das II.Bataillon/ Pol.Rgt “Bozen” zusammen mit anderen Verbänden bei einer Vergeltungsaktion (Bandenkampfunternehmen ?) im bellunesischen Valle del Blois eingesetzt worden sein, wobei die Ortschaften Caviola, Sappada, Feder, Fregona, Tegosa und Gares niedergebrannt wurden (13)

Im September 1944 lag der Regiments-Stab in Bozen, die einzelnen Bataillone in:
I.Btl in Abbazia und Fiume
II.Btl in Bozen und Belluno
III.Btl. im Raum Bologna (Dez.44 in San Stefano di Dadore) (14)

In einem Antrag zur Verleihung des Bandenkampfabzeichens an Angehörige des SS-Pol.Rgt “Bozen” v. 30.12.1944 wurde genannt:
06.05.44 Camporotondo
24.05.44 S.Giorgio
09.08.44 Le Vette Grandi (auch 10. und 11.8.44)
23.08.44 Lago S.Croce
29.08.44 Foalto (auch 30.8.)
31.08.44 Bosco di Cansiglio
20.09.44 Piane (auch 21., 22., 23., 24., 25., 26.9.)
30.09.44 Le Vette Grandi (auch 1.10.)
16.11.44 Monte Peron
03.12.44 Bosco di Cansiglio (15)

Weitere Einzelheiten zum Einsatz des Regimentes bis zum April 1945 liegen zur Zeit nicht vor. Am 30.04.1945 unterstand das SS-Polizei-Rgt ”Bozen” mit II. und III.Btl. dem SS-u. Polizeiführer ”Alpenvorland”, zusammen mit u.a. einem Pol-Reserve-Bataillon ”Bozen, einer Pol-Einsatz-Kompanie ”Bozen”, dem SS-Polizei-Rgt. ”Schlanders” mit I.-III.Btl., dem II./SS-Polizei-Rgt 9, einem Kampf-Bataillon der Hochgebirgs-Schule der Waffen-SS Predazzo, einer SS-Nachrichten-Abteilung RFSS und dem SS-Wehrgeologen-Bataillon 500 (16)

Bei Kriegsende geriet der Großteil des I. und II.Bataillons der SS-Pol.Rgt ”Bozen” in alliierte Kriegsgefangenschaft, aus der im Herbst 1946 die ersten wieder in ihre Heimat zurückkehrten.(17)

Ergänzungen, Korrekturen und Hinweise, auch zur Geschichte der anderen SS-Polizei-Regimenter, bitte hier einstellen!!!

Quellen und Anmerkungen:

1) Magareth Lun, NS-Herrschaft in Südtirol, S. 155 ff
2) Edmund Theil,Kampf um Italien, S. 236 ff, s.a. Walter Regenberg, Panzerfahrzeuge ... der OrPo 1936-45,S.154
3) G.Tessin/N.Kannapin, Waffen-SS und Ordnungspolizei, S. 605,s.a. R.Pencz, Div.Geschichte der 31.SS-Div, S. 121-122
4) M.Lun, NS-Herrschaft, S. 156
5) M.Lun, NS-Herrschaft, S. 157
6) G.Tessin/N.Kannapin, s.a. M.Lun, NS-Herrschaft, S. 158
7) G.Tessin/N.Kannapin,s.a.M.Lun, NS-Herrschaft, S. 156
8) Bender/Taylor, History, Org.. of the Waffen-SS, Bd.4,S.115, E.Theil, Kampf um Italien, s.a. M.Lun, NS-Herrschaft, S. 158-159, Namensliste S. 452
9) E.Theil, S. 256
10) G.Tessin/N.Kannapin,s.a. Walter Regenberg, Panzerfahrzeuge ... der OrPo 1936-45,S.154
11) s.a. G.Tessin/N.Kannapin
12) Walter Regenberg, Panzerfahrzeuge ... der OrPo 1936-45,S.154, s.a. G.Tessin/N.Kannapin
13) M.Lun, NS-Herrschaft, S. 156
14) s.a. G.Tessin/N.Kannapin
15) M.Lun, NS-Herrschaft, S. 456
16) R.Landwehr, Siegrunen Magazin
17) M.Lun, NS-Herrschaft, S. 158
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 187889 | Verfasst am: 28.08.2010 - 06:57    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Roland,

Kam nicht ein Teil dieses Regiments im Frühjahr 1945 nach Schlesien zum Einsatz??

Oder war das dann das Regiment "Brixen"? *kopfkratz*

Winken

Jan-Hendrik
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RolandP
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BeitragBeitrags-Nr.: 187916 | Verfasst am: 29.08.2010 - 07:08    Titel: Das SS-Polizei-Regiment “Brixen” Einsatz bei der 31.SS-Div. Antworten mit Zitat

Hallo JH,
Jan-Hendrik hat Folgendes geschrieben:
....Oder war das dann das Regiment "Brixen"? *kopfkratz*....

Jepp, d a s war dieses Regiment .... Grins

Auch hier: Bei Ergänzungen, Korrekturen ... bitte melden!!

Herzliche Grüße Roland

Das SS-Polizei-Regiment “Brixen” und der Einsatz bei der 31.SS-Freiwiligen-Grenadier-Division März – April 1945
Infolge der Verschlechterung der Krisenlage u. a. in Italien und der Bandenlage in der Operationszone “Alpenvorland” wurde im Oktober 1944 mit der Aufstellung eines dritten und vierten Südtiroler Polizei-Regiments begonnen.
Fast ein Jahr nach Gründung des Polizei-Regiment „Bozen, erfolgte – parallel zum SS-Polizeiregiment „Schlanders“ – die Bildung des SS-Polizeiregiments „Brixen“, als letzte der vorgesehenen Einheiten (1)

Die Aufstellung des vierten und letzten Südtiroler Pol.Rgt aus reichsdeutschem Rahmenpersonal und volksdeutschen Südtirolern durch den Befehlshaber der Ordnungspolizei Italien wurde durch den Chef der Ordnungspolizei in einem Schnellbrief Kdo. g I Org./ Ia (3) Nr. 687/44 (g) vom 12.10.1944 veranlasst:
“…. Vom BdO Italien ist mit reichsdeutschem Rahmenpersonal und volksdeutschen Südtirolern ein Polizei-Regiment aufzustellen. Das Regt. führt die Bezeichnung

“SS-Polizei-Regiment Brixen”!” …“ (2)
Im Gegensatz zu den Südtiroler Regimentern „Bozen“ und „Alpenvorland“ - die den Zusatz „SS“ erst einige Zeit nach ihrer Aufstellung erhielten – wurden die beiden letzten Regimenter bereits als „SS-Polizei-Regimenter“ aufgestellt.

Regimentkommandeur wurde der SS-Sturmbannführer und Oberstleutnant der Schutzpolizei Ernst Korn, vormals KdO Tirana! (3)

Die Stellenbesetzung des Pol.Rgt. „Brixen“ für Oktober 1944 sah wie folgt aus:
Regimentsadjutant Hauptmann der Schutzpolizei August Schornburg
Regiments-Ord.Offz. Oberleutnant der Schutzpolizei Dr. Werner Ferch
Regiments-Kraftfahr-Offz. Leutnant der Schutzpolizei Otto Kaltschmidt
Verwaltungsführer Oberleutnant der Schutzpolizei Alwin Bauer
Nachrichtenoffizier Leutnant der Schutzpolizei Rudolf Krisch
Ordonnanzoffizier (?) Leutnant der Schutzpolizei Hans Kock

I. Bataillon
Kommandeur Hauptmann der Schutzpolizei Borgeest
Adjutant Oberleutnant der Schutzpolizei Heinrich Gaida

II. Bataillon
Kommandeur Hauptmann der Schutzpolizei Heinz Opitz
Adjutant Oberleutnant der Schutzpolizei Erich Möller

III. Bataillon
Kommandeur Major der Schutzpolizei Beussel
Adjutant Oberleutnant der Schutzpolizei Hans Niechoy (4)

Es wurden auch im Aufstellungsbefehl (5) – ohne genaue Zuordnung der Einheit – genannt:
Kompaniechefs Gren.Kp: Hauptmann Paul Ähnelt
Hauptmann Johannes Brings
Hauptmann Karl Fischer
Hauptmann Wilhelm Küpper
Hauptmann Leopold Steiner
Oberleutnant Johannes Quehl
Oberleutnant Paul Sommerfeld
Oberleutnant Carl Meissner
Oberleutnant Kurt Stelzer
Kompaniechefs schwere Kp.: Hauptmann Horst Reetz
Hauptmann Heinrich Rickert

Zugführer Schwere Kp: Leutnant Ewald Kehlert
Leutnant Franz Neumacher
Leutnant Rudolf Krug
Leutnant Bernhard Terwey
Leutnant Werner Sucker
Leutnant Leo Weth
Zugführer Schützen-Züge: Leutnant Erwin Dick
Leutnant Kurt Lange
Leutnant Waldemar Gerwin
Leutnant Gotthard Gelse
Leutnant Helmuth Müller
Leutnant Manfred Schwarz
Leutnant Bruno Dittmar
Leutnant Kurt Rösch
Leutnant Walter Hollnagel

Unbekannte Dienststellung: Oberleutnant Eberhard Clemens
Leutnant Ewald Strassburg

Das Rgt. umfasst einen Rgts.Stab mit Nachrichten-Zug und 3 Bataillonen zu je 4 Kompanien, unter denen die jeweils vierten schwere Kompanien mit je 1 MG-, Granatwerfer- und Pak-Zug waren. Die Btl.-Stäbe hatten je eine Nachrichten-Staffel. Das Rgt. verfügte über eine Fahrkolonne für den Nachschub.

Als Heimatstandort des Rgt. wurde die Polizei-Verwaltung Innsbruck bestimmt, als Ersatzeinheit die Polizei-Waffen-Schule I Dresden-Hellerau.

Als Rahmenpersonal wurden reichsdeutsche Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften aus dem gesamten Reichsgebiet abgestellt. Das Soll des reichsdeutschen Personals betrug 52 Offiziere und 325 Uffz. und Mannschaften, die übrigen Stellen wurden mit Südtirolern besetzt.
Bis zum 12.10.1944 wurden bereits 142 Uffz. und Männer nach Brixen, dem Aufstellungsort des Rgt., in Marsch gesetzt; auch 3 Waffenmeister-Gehilfen durch die Waffenmeister-Gehilfen-Ersatz-Abteilung der Ordnungspolizei.
Es kam auch Personal aus mehreren Ersatz-Einheiten und aufgelösten Verbänden, so auch Restteile des während des Einsatzes 1944 in Weißruthenien beim Zusammenbruch der H.Gr Mitte zerschlagenen SS-Pol.Rgt 26 als Stammpersonal nach Südtirol. (Fernschreiben OrPo v. 6.10.44)
Bis zum 12.10.1944 standen bereits 8 Unterführer der Nachrichten-Staffel des Pol.Rgt 26 im Nachrichten-Zug und den Nachrichten-Staffeln des Rgt. „Brixen”.

Die Mannschaften bestand aus Südtirolern Deutschen, in geringer Zahl auch Südtiroler Ladiner, die meist kaum Deutsch sprachen, und umfasste die Geburtsjahrgänge 1902- 27. Freiwillige gab es nur wenige. Deswegen wurden sie auch nicht als Freiwillige der Deutschen Polizei, sondern als “Polizei-Reservisten” bezeichnet und abgewickelt. Das war bereits beim SS-Pol.Rgt „Alpenvorland” der Fall gewesen. Sie unterlagen aber der SS- und Polizei-Gerichtsbarkeit.

Für die Ausstattung mit Gerät war der BdO Italien aus eigenen Beständen verantwortlich. Kfz wurden von der Kraftfahrstaffel z.b.V. Paris übernommen. Die Ausrüstung mit Waffen, Munition usw. hatte auch durch den BdO Italien aus Beute und sonstigen Beständen zu erfolgen. (6)
Das Regiment wurde in Brixen aufgestellt, ebenda ausgebildet und war bis Anfang März 1945 dort stationiert. (7)

Aushebung und Ausbildung
Zum Dienst herangezogen wurden wiederum größtenteils die Jahrgänge 1901 – 1920. Nachdem aber das Südtirol infolge mehrjähriger intensiver Personalabgaben an die deutsche Kriegsmaschinerie völlig ausgeblutet war, konnten nur mehr jene Personen eingezogen werden, die bei den zahlreichen vorausgegangenen Musterungen zurückgestellt wurden; sei es, weil unabkömmlich, oder weil sie den körperlichen Voraussetzungen zum Militärdienst nicht entsprachen. (8)
Nach Zeugenaussagen befanden sich aber diesmal regelrechte Invaliden unter den Eingezogenen, so wurde von einem Epileptiker, einem Einäugigen und anderen „Blessierten“ berichtet. Daneben wurde aus politischen Gründen auch ein Großteil der führenden Köpfe der „Dableiber“ zu diesem Regiment eingezogen. Indem man sie gleichsam fünf Minuten vor zwölf kasernierte, war es ein leichtes, sie unter Kontrolle zu halten. (9)
Gleich nach der Einberufung begann in Brixen die gewohnte Infanterieausbildung. Wegen der bedrohlichen Kriegslage und den allmählich auftretenden materiellen Engpässen verschlechterten sich allerdings Bekleidung, Ausrüstung und Bewaffnung im Vergleich zu den vorangegangenen Polizeiregimentern. Ebenso sollen aus Personalmangel nur mehr zwei Bataillone mit insgesamt acht Kompanien anstelle der üblichen drei Bataillone je Regiment gebildet worden sein. (10)
Diese Angabe kann so nicht stimmen, da in einer offiziellen Auflistung noch mit Stand vom 1.2.1945 (11) drei Bataillone bzw. Leitende Verwaltungsoffiziere für drei Bataillone des Regiments genannt werden.

Die Ausbildung verlief kaum anders, obwohl der Kommandeur, Oberstleutnant Korn aus Stuttgart, immer wieder den preußischen Drill auf ein Minimum zu reduzieren suchte. Der vorgeschriebene „weltanschauliche Unterricht“ wurde von Regimentsangehörigen über die Tiroler Freiheitskriege von 1809 gehalten. Wohl im Hinblick auf die geänderte Kriegslage verzichteten die Offiziere auf die Verbreitung der vorgeschriebenen NS-Ideologie. Dem sich in Ausbildung befindlichen Pol.Rgt. wurde auch der Wachdienst in Franzensfeste übertragen.
(12)
Aufgrund der Zusammensetzung des Regiments aus zahlreichen Optanten war der Zusammenhalt unter der Mannschaft sehr groß. Vor allem auf religiöse Betreuung und Betätigung wurde viel Wert gelegt. So konnte das abendliche Rosenkranzbeten in den Stuben durchgesetzt werden, ebenso die Verlegung des Sonntagsgottesdienstes auf den frühen Abend, da am Vormittag Dienst und daher ein normaler Messebesuch unmöglich war. (13)

Die Südtiroler Widerstandsgruppe unter Hans Egarter hatte zahlreiche Mitglieder im Regiment, die auch hier alsbald aktiv wurden. (14)

Anscheinend war an den Einsatz dieses neu aufgestellten Regiments im Bellunesischen Raum gedacht. Daher sollen über Egarter Verbindungen mit den dortigen Partisanen geknüpft worden sein, um eine Art Gentleman-Agrement zu vereinbaren. Anscheinend sicherte etwas durch, daher wurde die Ausbildung beschleunigt vorangetrieben und die Vereidigung vorverlegt. (15)
Die Ausbildung erfolgte in Südtirol und dauerte bis ungefähr Ende des Jahres 1944. Viele der rekrutierten Südtiroler verweigerten den Eid auf den Führer, was die Folge nach sich gezogen haben mag, dass das Rgt. höheren Ortes als unzuverlässig betrachtet und eingestuft war.

Paul Tasser, Jahrgang 1927, schrieb nach dem Krieg (16): „Ich bin ein Ladiner, das ist eine ethnische Minorität. Davon gibt es heute nicht mehr als 30 000 hier in Südtirol am Fuße der Dolomiten. Ich bin ein „Dableiber“, d.h. als Mussolini und Hitler sich 1939 einigten, dass die Südtiroler für Italien oder für das Reich, für Deutschland optieren könnten, habe ich für meine Familie, für Italien optiert. Die für Deutschland optierten, sind nämlich zum Teil ins Reich umgesiedelt worden. Wir aber wollten unsere Höfe, auf denen wir Hunderte von Jahren saßen, auf keinen Fall verlassen. Gottlob kam der Krieg, sonst wären die Südtiroler alle nach Deutschland gebracht worden.
Ich war zu jung, um eingezogen zu werden. Aber nachdem im Sommer 1943 der italienische König mit Marschall Badoglio zu den Alliierten überlief, wurde Südtirol ein Gau des Dritten Reiches. Der Gauleiter hieß Hofer.
Hofer als Oberster Kommissar des Alpenvorlandes erließ eine Verordnung, in der das Alter derer heraufgesetzt wurde, die zum Militär mussten, und das traf auch mich, der ich erst 17 Jahre alt war.
Ich wurde also in das sogenannte Brixner SS-Polizeiregiment eingezogen. Dann kamen drei Monate Ausbildung mit italienischen Waffen. Bestimmt waren wir zur Partisanenbekämpfung. In meinem Soldbuch hat gestanden „freiwillig“, um das Gesicht zu wahren. Wenn du nicht freiwillig gegangen bist, haben sie Mutter, Schwester und andere in Sippenhaft genommen. Oder sie haben sie erschossen oder ins KZ gebracht. …“ (17)

Alois Zöschg aus St. Nikolaus in Ulten wurde mit 18 Jahren zum Polizeiregiment Brixen einberufen: „ Am 11.Oktober 1944 habe ich einrücken müssen. Damals hat man müssen zwei Stunden zu Fuß gehen, bis man das Auto erreicht hat. Am Montag um drei Uhr haben wir müssen weggehen, weil um fünf ist schon das Auto gefahren. Jetzt bin zum Nächsten hin, der ist 1924 geboren, der hat sich dann müssen zusammenrichten, dann sind wir zum Dritten, der ist 1901 geboren, verheiratet gewesen und zwei Kinder habe ihn an den Hosen gehalten. … Da sind wir zwei hinaus von der Stube, wir habe nicht mehr zuschauen können, wie das zugegangen ist. Und am 26.Oktober kam dann das nächste Kind zur Welt, so nah ist die Frau an der Niederkunft gewesen. Aber er hat gehen müssen.
Dann auf dem Weg, weil von unserem Dorf sind vier gewesen, auf dem Weg haben wir dann den Vierten getroffen, der ist auch 1926 geboren. Bei dem ist der Vater dabei gewesen. Und da hat der Vater gesagt, zu mir her gezeigt und zum andere, sagte er: „Meiniger und der ist zu jung, für meinigen gehe ich“. Und er ist 60 Jahre alt gewesen, aber: „Für meinigen gehe ich“. Und dann sind wir hinaus. Und, das habe ich noch vergessen, zu sagen, zum 24er hat der Vater gesagt: „Bub, wir sehen einander nicht mehr“. Und das hat auch gestimmt. Er ist dann fünf Jahre in Russland gewesen und der Vater ist in der Zwischenzeit gestorben. …“ (18)

Alois Pfeifer schrieb über die Ausbildung: „… Kaum beim Kasernentor in Brixen hinaus, hat es geheißen: „Ein Lied!“ Und wir haben müssen bestimmen, was für ein Lied. Dann: „Wohl ist die Welt so groß und weit“ oder „Die blauen Dragoner sie reiten“ oder irgendeines, halt ein Marschlied, dann den Ton angeben und kommandieren: „Links, zwei, drei vier“ und schon ging es los mit dem Lied. So haben wir müssen durch die ganze Stadt marschieren, alle Tage in der Früh, in die Güter hinaus, Ausbildung machen.
Bei meiner Kompanie sind 60 Ladiner gewesen und 60 deutsche Südtiroler, und die Ladiner haben fast alle gar nicht oder wenig Deutsch können. Dann weißt schon, wie es klingt, wenn nur 60 singen und die anderen überhaupt nicht oder wenn sie doch noch singen, dann die einen drausbringen. Es hat halt nirgends geklappt, und wenn wir dann aus der Stadt hinausgekommen sind, ist es schon rundgegangen: „Links bei der Straße hinaus, alle rechts bei der Straße hinaus!“ Ob Letten (Morast) gewesen ist oder Wasser, wir mussten uns als Strafe hinlegen, weil es nicht geklappt hat, obwohl wir nichts dafür konnten, die Ladiner, weil sie die Sprache nicht kannten, und wir waren auch nicht imstande, den Ton zu halten. …“ (19)

Franz Spögler erinnerte sich: „ … Weil ich Student war, musste ich einen Unterführerlehrgang mitmachen, und da sind wir von Predazzo – im Winter 1944/45 waren da ein paar Meter Schnee da oben – auf dem Rollepass hinauf und da oben mussten wir dann unsere Schießübungen machen. …“ (20)

Luigi Gögele, ein ehemaliger Regimentsangehöriger, soll berichtet haben, das sich unter den Eingezogenen auch Angehörige der Widerstandsgruppe von Hans Egarter befunden haben sollen, die im Regiment auch tätig gewesen wären. (21)

Im Bereich des BdO Verona, SS-Obergruppenführer und General der Polizei von Kamptz, Chef des Stabes Oberst von Schweinichen, beim Höchsten SS- und Polizeiführer Italien, SS-Obergruppenführer und General der Polizei (!) Wolff, wird in der „Übersicht über Kräfte der Ordnungspolizei und ihren Einsatz, Stand 20.Oktober 1944“ u.a. genannt:

SS-Pol.Rgt. Brixen, Oberst Korn, ohne Angaben zum Heimatstandort, in Aufstellung mit
Stab ohne Ortsangabe
I. Bataillon Hauptmann Borgeest „ mit Nachrichtenzug
II. Bataillon Hauptmann Opitz „
III. Bataillon Major Beußel „ (22.)

Aus einer Stellenbesetzungsliste der Verwaltungsbeamten im Bereich des Höchsten SS- und Polizeiführers Italien mit Stand vom 1.Februar 1945 gehen folgende Dienststellen und Standorte des Pol.Rgt. „Brixen“ – welches hier mit einer „Stärke“ von 1335 Mann“ genannt wurde – hervor (23)
Rgts.Stab Brixen
Olt. d.Sch. Bauer Leit.Verw.Offz.

I. Bataillon Brixen
Lt. d.Sch. Böttner Leit.Verw.Offz.
P.Ass. Junghaus

II. Bataillon Brixen
Lt. d.Sch. Eckert Leit.Verw.Offz.
P.Ass. Richter

III. Bataillon Brixen
Lt. d.Sch. Veit Leit.Verw.Offz.
PS Liedke

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Regiment also anscheinend noch drei Bataillone. Die Anzahl der Kompanien ist nicht bekannt. (24))

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Stärkevergleich mit dem „Schwesterregiment“, dem parallel aufgestellten SS-Pol.Rgt. „Schlanders“ (25).
Dieses verfügte mit Stand vom 1.2.1945 anscheinend über 2192 Mann, das im Sommer 1944 aufgestellte Pol.Rgt „Alpenland“, m. W. v. 29.1.1945 bereits SS-Pol.Rgt 9, verfügte über 2258 Mann (Stab und Rgts.-Einheiten 225 Mann, I. Btl. 763, II. Btl. 710, III. Btl. 560 Mann), das SS-Pol.Rgt „Bozen“ über lediglich 1945 Mann (Stab 129 Mann, I. Btl. 689, II. Btl. 607, III. Btl. 520 Mann, zu 2357 Mann im Februar 1944!) Auch die beiden SS-Pol.Rgt 10 und 15, die in Italien eingesetzt waren, waren zu diesem Zeitpunkt besser aufgestellt; das SS-Pol.Rgt 10 verfügte über 2476 Mann (Stab 721 Mann, I. Btl. 636, II. Btl. 584, III. Btl. 535 Mann), das SS-Pol.Rgt 15 über 2198 Mann (Stab 361 Mann, I. Btl. 534, II. Btl. 500, III. Btl. 803 (!) Mann).

Die etwa dreimonatige Grundausbildung schloss mit einer Eidesleistung ab – für „Volk, Führer und Heimat“, wie es hieß. Es war dies ein feierlicher Akt, der in Bozen vor dem SS-Obergruppenführer Karl Wolff und in Schlanders und Brixen vor dem Obersten Kommissar Hofer geleistet werden musste. (26)
Die Vereidigungszeremonie war für Ende Februar 1945 angesetzt, in Anwesenheit von Gauleiter Hofer, dem Obersten Kommissar und Reichsverteidigungskommissar der Operationszone Alpenvorland.
Die große Zahl der „Dableiber” unter den Regimentsangehörigen und die Vorahnung des baldigen Kriegsendes – vielleicht auch die Tätigkeit der Angehörigen der bereits erwähnten Südtiroler Widerstandsgruppe unter Hans Egarter – zeigte bei der Ende Februar 1945 angesetzten Vereidigung konkrete Folgen. (27) Der gesamten Mannschaft wurde die Eidesformel vorgelesen. Daraufhin war nur ein undeutliches Murmeln als Antwort zu vernehmen. Daher wurde die Aufforderung zur Eidesleistung noch zweimal wiederholt, niemand kam ihr jedoch nach. Dann wurde die Mannschaft von den reichsdeutschen Unterführern mit vorgehaltener Waffe unter wüstem Geschrei und Dezimationsandrohungen völlig entwaffnet – sogar die Seitengewehre wurden abgenommen – und in den Stuben eingesperrt. Am nächsten Tag wurde die Mannschaft auf Lastwagen verladen und unter schwerer Bewachung (durch wen? der Verfasser) nach Schlesien an die russische Front abtransportiert. (28)
Während auch bei den anderen Regimentern sich deren Südtiroler Gedanken über die Vereidigung gemacht hatten und entsprechend gehandelt haben (29), war die Zurückhaltung bei diesem Anlass beim Polizeiregiment „weitaus auffälliger“!! (30) Franz Spögler schrieb: „Anfang Februar 1945 musste das Brixner Polizeiregiment, 2500 Mann immerhin, also nur 17-, 18-jährige und 50-, 60jährige, also ganz junge und für uns eher alte, im Kasernenhof antreten, um die Eidesformel nachzusprechen. Die in der ersten Reihe waren, haben die Eidesformel nachgesprochen, dann haben sie nur mehr gemurmelt und wir in den hinteren Reihen haben kein Wort nachgesprochen. Also, es war eine Katastrophe. Der Schwur an Adolf war somit verweigert. …“ (31)

Peter Pöder: „ Ich kann mich erinnern, dass er sechs Mal geschrien hat, immer lauter, der Gauleiter Hofer. …“ (32)

Als Südtiroler Polizeitruppe war das SS-Pol.Rgt. „Brixen” anscheinend ursprünglich, wie sein Schwester – Regiment „Schlanders” und die vorher aufgestellten Regimenter „Bozen” und „Alpenvorland”, zu Sicherungsaufgaben und oder Bandenbekämpfung in Oberitalien bestimmt, vorgesehen. (33) Nach den Vorkommnissen bei der Vereidigung scheint man von dieser Verwendung Abstand genommen zu haben!

Es ist nicht bekannt, was sich noch an dem Tag der „verweigerten“ Eidesleistung ereignete. Bekannt ist nur, dass das Polizeiregiment nur kurze Zeit später – eventuell bereits am folgenden Tag – im Bahntransport an die Ostfront verlegt wurde und dort der 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division zugeführt und eingegliedert wurde.

Diesem Vorgang müsste aber eine Absprache zwischen dem SS-Führungshauptamt und dem Hauptamt Ordnungspolizei, eventuell auch mit dem Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei, vorausgegangen sein, da die Dienststelle des SS- und Polizeiführers Bozen/ Alpenvorland nicht so einfach ein ganzes Regiment verlegen konnte. Vielleicht wurde die eigentliche Entscheidung über die letztendliche Verwendung der „Meuterer“ erst auf dem Transport getroffen. Über diese Vorgänge liegen aber bisher keine weiteren Dokumente vor, so dass es hier bei Vermutungen bleiben muss. Es muss aber in Anbetracht der kurzen Zeit bis zum Fronteinsatz relativ schnell zu einer Entscheidung gekommen sein.

Auch die Kommandoübergabe von SS-Sturmbannführer und Oberstleutnant der Schutzpolizei Korn – der vielleicht durch seine vorherige Verwendung im Stab des „Chefs der Bandenkampfverbände“ nicht mit seinem Regiment an die Ostfront verlegt wurde – an den SS-Sturmbannführer Rudolf Schön (oder Schoen?) (34) ist datumsmäßig bisher nicht erfasst. Gantz war zuletzt bei der 30.Waffen-Grenadier-Division der SS (russische Nr. 1), wird aber dort im September 1944 zum letzten Mal als Regimentsführer genannt (35) Ob ein umfangreicher Austausch beim Führungspersonal stattgefunden hat, lässt sich aufgrund mangelnder Unterlagen leider nicht sagen.

Da in der Literatur zu diesem Regiment die Rede davon ist, dass mangels Personal nur zwei Bataillone mit acht Kompanien aufgestellt werden konnten – am 1.2.1945 verfügte das Pol.Rgt. „Brixen“ laut offiziellen Angaben lediglich über 1335 Mann, aber in drei Bataillonen – könnte in der Zeit Ende Februar 1945 nach der Vereidigung und vor dem Abtransport an die Ostfront – eventuell vielleicht sogar erst nach dem Eintreffen im neuen Einsatzraum – eine Umgliederung erfolgt sein, wonach das Regiment nur noch aus diesen zwei Bataillonen bestand. Regimentseinheiten sind bisher keine bekannt. Auch hier liegen aber keine klärenden angaben von offizieller Seite her vor.

Der Einsatz in Schlesien und das Kriegsende

Die Situation an der Ostfront Anfang März 1945 waren bereits „ …ziemlich wirr. Während die Rote Armee das Gros ihrer Truppen im Norden sammelte, um bei Frankfurt über die Oder zu setzen und den entscheidenden Schlag gegen Berlin auszuführen, blieben im Süden nur schwache Verbände zurück….“ (36) Breslau, inzwischen zur Festungsstadt erklärt, war eingeschlossen, die letzten deutschen Truppen in Schlesien waren nach Süden bis ans Riesengebirge abgedrängt worden und kämpften mit den Rücken ur Wand. Dabei fehlte es ihnen an Bewaffnung und Munition, so dass auch sehr schwache russische Einheiten die Deutschen leicht in Schach hielten. Hier sollte nun das Pol.Rgt „Brixen“ als Strafe für seine Eidesverweigerung eingesetzt werden. (37)

Die 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division, auch eine Neuaufstellung aus dem Oktober 1944, war nach einer Auffrischungsphase in der Untersteiermark mit Befehl vom 17.2.1945 der 4.Panzerarmee in den Raum Hirschberg nach Schlesien zugeführt worden, wo sie bis zum Ende des Monats mit letzten Teilen, ohne ihr kriegsgliederungsmäßig vorgesehenes drittes Grenadier-Regiment und ohne das ebenfalls aus Personalmangel nicht mehr aufgestellte SS-Füsilier-Bataillon 31 eintraf.

Das OKH/GenStdH/Org.Abt. Nr.IZ/31600/45 g.Kdos. meldete als „ Stellungnahme durch AOK 17 zu den Zustandsberichten v. 1.3.45“ zu der als „K.Gr. 31. SS-Frw.Gren.Div.” bezeichneten Division: „…Mit Werturteil einverstanden. Nach Eingliederung des Pol.Rgt. Brixen ist Div. pers. voll.
Materielle Zuführung sind bisher durch SS-FHA nicht erfolgt - dringendst Jagdpanzer, 2cm oder 3,7cm Flak, s.Z.Pferde (Schwere Zugpferde, der Verfasser) und Geschirre….“ (38)

In der Chronik der Division heißt es: „ … Im Raum Hirschberg wurden das SS-Polizei-Regiment „Brixen“ als Ersatz für das fehlende dritte Gren.Rgt und das ungarische Waffen-Grenadier-Bataillon der SS „Szalasi“ als Ersatz für das fehlende Füsilier-Btl. Der 31.SS-FGD zugeführt und als SS-Frw.Gren.Rgt. 80 bzw. als SS-Frw.Füs.Btl. 31 eingegliedert. …“ (39)
Der genaue Zeitpunkt des Eintreffens des Regiments ist nicht bekannt, es muss nach einem Bahntransport von etwa zehn Tagen um den 2. oder 3.März 1945 gewesen sein, wie ehemalige Angehörige des Regiments berichteten.
Alois Pfeifer: „ Und dann ist halt der Tag gekommen, der 22.Februar, da haben wir alle zum Bahnhof hinaus müssen. Dort ist der Zug gestanden, Viehwaggons mit Stroh ausgelegt, Kuhdreck noch drin, ein Teil der Waggons war also nicht einmal ausgeputzt gewesen. Wir wurden alle hineingepfercht und die Waggons zugesperrt. Meine Kompanie haben sie als Fliegerabwehr auf den letzten Waggon, einen offenen Waggon, verladen mit einem 5 cm-Geschütz. Der Zug ist dann auch losgefahren, hinaus über den Brenner bis nach Rosenheim. Dort haben sie dann die Waggons aufgetan und uns herausgelassen. Vorher hatten sie Angst gehabt, dass wir alle durchgehen, der ganze Haufen, glaube ich halt. (40) Dann sind wir unterwegs gewesen quer durch Deutschland, eine ganze Woche lang, und haben nie gewusst, wo wir hinkommen. Wir hätten sollen nach Dresden kommen, aber Dresden haben sie inzwischen bombardiert, alles zusammengeschlagen gehabt. Dann sind wir halt so herumgeirrt, und sind schließlich in Hirschberg gelandet, in Niederschlesien. Dort haben sie uns neu bewaffnet, mit deutschen Waffen, mit einem Maschinengewehr, mit dem wir uns nicht auskannten. ….“ (41)

Paul Tasser, damals 17 Jahre alt, schrieb: „ … Nach kurzer Ausbildung ging der Eiltransport nach Schlesien, eilig war es zwar weniger, wir haben gute zehn Tage gebraucht. Dann sind wir zum Einsatz gekommen, und mitten in der Nacht haben sie uns ausgeladen. Da haben wir das erste Mal Kugelpfeifen gehört, haben aber nicht gewusst, wo sie herkamen, von links oder rechts. Da sind wir draufgekommen, dass wir so ungefähr 200 Meter von den Russen entfernt waren. Da war vor uns ein Bach, und drüben waren die Russen. …“ (42). Bei der Division irrte Tasser, es handelte sich um die 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division.

Wenn man den 22.Februar 1945 als Beginn des Transportes annimmt, wie berichtet, und etwa zehn Tage Transportdauer, wie ebenfalls berichtet, trifft der 2. oder 3.März 1945 also durchaus zu. (43)

Das II. Btl. soll zu Beginn in Hirschberg, Reg.Bez. Liegnitz, ausgeladen worden sein, das I. Btl. dagegen soll weiter nach Osten versetzt worden sein und „ … ist laut Zeugenaussagen zum Großteil verschollen. …“ (44)

Das SS-Pol.Rgt „Brixen”, nun bereits unter Führung von SS-Sturmbannführer Rudolf Schön, wurde nun als SS-Frw.Gren.Rgt 80 oder auch als SS-Regiment „Schön” bezeichnet. Für die Stellenbesetzung ist nur bekannt
Regimentskommandeur: SS-Stubaf. Schön
Regiments-Adjutant: SS-Ostuf. Möller (laut Führerliste Moore nicht bekannt!)
I. Bataillon: SS-Stubaf. Helmut Gantz (45)
Wann der SS-Sturmbannführer und Major der Schutzpolizei Helmut Gantz die Führung des I. Bataillons übernahm, ist ebenfalls bisher nicht bekannt. Führer des I. Bataillons war zunächst bei der Aufstellung der Hauptmann der Schutzpolizei Borgeest. Wer das II. Bataillon führte, eventuell der seit der Aufstellung eingesetzte Kommandeur, Hauptmann der Schutzpolizei Heinz Opitz, bleibt nur zu vermuten. (46)

Das SS-Pol.Rgt „Brixen“, auch als SS-Regiment Schoen bezeichnet, führte folgende FPNr.
Regimentsstab FPNr. 31464
I. Bataillon FPNr. 01773
II. Bataillon FPNr. 18524 (47)

„ … Die in der Untersteiermark - unabhängig vom Pol.Rgt. „Brixen“ – aufgestellte 14.Kp. des SS-Frw.Gren.Rgt. 80 unter SS-Ustuf. Hiecke wurde dem neuen Rgt. eingegliedert. Mit Ausstattung und Bewaffnung stand es beim Rgt. sehr schlimm, als es in die Schlacht musste. …“ (48)
Man hatte ja das Regiment zunächst entwaffnet und anscheinend anschließend ohne Rückgabe der Waffen verlegt, um diese im Bereich des SS- und Polizeiführers Bozen/ Alpenvorland erneut verwenden zu können.

Luigi Gögele berichtete, dass nach der Ankunft des Regiments in Oberschlesien vor dem Einsatz die italienisch sprechenden Angehörigen des Regiments hinter der Front zum Bau von Gräben und Panzergräben eingesetzt worden wären, während die Regimentsangehörigen, die Deutsch oder wenigstens ein wenig Deutsch sprachen, mit Lkws der SS nach Striegau transportiert wurden. Gögele hat die Lkws nicht von Striegau zurückkehren sehen und sich damals gedacht haben: „Dort muss es wie im Schlachthaus zugehen!“ (49)

Anscheinend handelt es sich bei den „Ausgesonderten“ um eine Gruppe von etwa 140 Mann, über die wie folgt berichtet wird. „ … Für die sogenannten „Dableiber“, ungefähr 142 Mann, hatte man anfangs keine Verwendung, sie wurde daher sich selbst überlassen, ja nicht einmal verpflegt. Tage später wurden sie zu Pionierarbeiten mit gleichfalls unbewaffneten Ungarn die nach dem ungarischen Versuch eines Frontwechsels im Oktober 1944 ebenfalls als unzuverlässig galten, herangezogen. Später wurden die Dableiber bewaffneten Esten „anvertraut“, deren Fanatismus und Verzweifelung über den Verlust der Heimat, das drohende Kriegsende und der damit verbundenen Gefahr, den Russen in die Hände zu fallen, die Dableiber ziemlich handfest zu spüren bekamen.
Als interessantes Detail am Rande sei erwähnt, dass die Südtiroler auf die Nachkommen jener Zillertaler Protestanten stießen, die 1837 wegen ihres Glaubens aus der angestammten Heimat vertrieben worden waren. Sie erhielten bekanntlich vom preußischen König die Erlaubnis, sich in Schlesien niederzulassen, wo sie im Kreis Hirschberg in der Nähe des Dorfes Erdmannsdorf die drei kleinen Flecken Hohen-, Mittel und Niederzillertal gründeten. Die Angehörigen des aufgelösten Pol.Rgt. wurden als Tiroler Landsleute herzlichst aufgenommen und als Befreier aus der drohenden Gefahr begrüßt. Diese Hoffnung erwies sich begreiflicherweise als illusorisch; die kleinen Zillertaler Gemeinden sind dann wohl auch im Sturm der folgenden Monate für immer untergegangen. …“ (50)

Ohne auf die Einzelheiten des Einsatzraumes einzugehen – zum Einsatz der 31.SS-Frw.Gren.Div. siehe die Divisionschronik – sollen hier nur die Angaben für das Regiment „Schön“ aufgeführt werden.

Die 31.SS-FGD wird dem XXXXVIII. Panzerkorps unterstellt. Zwischen der beiderseits Jauer eingesetzten Kampfgruppe der Division und dem östlich Striegau eingeschobenen SS-Regiment Schön lag aber noch die 208.ID nordwestlich Striegau. (51)

Das Regiment Schön „ … verlegt nach seiner Ankunft in den Raum östlich von Striegau, löst das Gren.Rgt. 337 der 208.ID ab und bezieht in der Nacht 5./6.3. Stellungen an der Linie Haidau – Muhrau – Saarau. Obstlt. Albinus, Rgts.Kdr. des abgelösten Gren.Rgt. 337, schildert diese Ablösung folgendermaßen: „Das bisher im Abschnitt Saarau – Haidau mit Front nach Norden eingesetzte Gren.Rgt. 337 wurde in der Nacht vom 5. zum 6.März 1945 durch das Regiment Schön der 31.SS-Division abgelöst. Ein nur kurzer Blick auf dieses Regiment bedeutet kein solch braver Truppe geltendes ungünstiges Werturteil, vielmehr soll der durch die damaligen von höchster Stelle befohlenen Organisationskünsteleien verschuldete Tiefstand gezeigt werden.
Dieses SS-Regiment Schön war ein aus Tirol stammendes Polizeiregiment und bestand aus Ladinern mit deutschem Stammpersonal. Die Ladiner hatte man aus ihren Alpentälern geholt. Die Masse hatte auf dem Antransport zum ersten Mal in einem Eisenbahnzug gesessen. Friedliche, aber völlig verstörte Naturmenschen waren es, die nicht begriffen, welche Aufgabe sie in diesem Land eigentlich hatten. Wenn man sagt, ihre Bewaffnung war aus Andreas Hofers Zeiten, so ist das – wörtlich genommen – zwar übertrieben, trifft aber doch den Nagel auf den Kopf. Zusammengewürfelt war das Stammpersonal.
Bei der Ablösung erhielt dieses zunächst ja noch kaum bewaffnete Regiment Handfeuerwaffen und Maschinengewehre. Starke eigene Nachkommandos verblieben bis 7.März früh bei den braven Ladinern in Stellung, um eine Katastrophe zu verhüten. Sie war zu befürchten, wenn jetzt – ohne solche „Korsettstangen“ – der Feind angegriffen hätte. Gottlob tat er es nicht. …“
Diese Schilderung trifft, was das Wesentliche anbelangt, auch zu. …“ (52), wie auch aus dem Bericht des damaligen Regimentsangehörigen Alois Zöschg hervorgeht: „Wie ich ausgestiegen bin, vom Zug heraus bin – es sind nur Viehwaggons gewesen – da sehe ich eine Leuchtrakete aufsteigen, die hat der Russen hergeschossen. Das ist gewesen, als wenn die Sonne käme. Und dann habe ich schießen gehört und Dörfer brennen gesehen. Dann sage ich und frage: „Mensch, was ist denn da?“ Dann sagt einer: „Da ist schon die russische Front, was man da hört, und wo es da brennt, ist überall schon der Russe.“ Dann habe ich mir gedacht, na, wo sind wir denn jetzt hingekommen?
Dann sind auch geschwind viele gefallen, denn ein paar Kompanien sind sofort in die erste Linie hinausgekommen. …“ (53)

Beim Eintreffen im Raum Striegau musste das Regiment also zunächst mit Handfeuerwaffen und MG´s neu ausgerüstet werden. (54)
Das hatte ja auch bereits der damalige Angehörige des Regiments, Alois Pfeifer, berichtet: „ … Dort haben sie uns neu bewaffnet, mit deutschen Waffen, mit einem Maschinengewehr, mit dem wir uns nicht auskannten. ….“ (55), da die Südtiroler an italienischen Beutewaffen ausgebildet worden waren! (56)
In der Divisionschronik heißt es dann auch: „ …Die Kampfkraft der drei Bataillone (eigentlich anscheinend nur zwei, der Verfasser) des SS-Frw.Gren.Rgt 80 sowie des ungarischen SS-Füs.Btl. 31 war ziemlich fraglich. …“ (57)

Der dritte Zug der 3.Kompanie des SS-Frw.Pionier-Btl. 31 wurde dann beim Einsatz dem SS-Regiment Schön unterstellt. (58)

Alois Pfeifer schrieb weiter: „ …... Die 1. und 2. und die 3.Kompanie musste schon an die Front mit den neuen Waffen. Da sind viele gefallen und viele verwundet worden, die ersten Tage schon. Wir, die 4.Kompanie, wir haben nicht hinaus müssen. Schließlich hat es doch geheißen zusammenpacken, und zu Fuß sind wir noch in der Nacht an die Front gekommen, von Hirschberg weg nach Seidorf (10 km südöstlich von Hirschberg, der Verfasser) und von Seidorf weg dann an die Front als Maschinengewehrposten. ….“ (59)

In der Nacht vom 8. auf den 9.März 1945 begann der Angriff der 208.ID auf Striegau und die nordostwärts vorgelagerten beherrschenden Höhen, die Järischauer Berge und der Streitberg. Während die Infanterie-Division mit ihren Einheiten in einer Zangenbewegung die Stadt umging, bildete das SS-Regiment Schoen in seinem Abschnitt am Striegauer Wasser zwischen Haidau und Saarau den „stehenden Zangenarm“. Nach der Umfassung der Stadt folgten ein schwerer Ortskampf in Striegau selber und bei den erwähnten Höhenzügen. (60)

Es ist nicht bekannt, ob Teile des SS-Regiments Schoen bei diesen Kämpfen eingesetzt wurden. Aber da dieses Regiment die Aufgabe hatte, ein Entkommen der russischen Stadtbesatzung zu verhindern, nur mangelhaft ausgestattet war und – wie der Kommandeur des Gren.Rgt 337 der 208 .ID bereits geschildert hatte und sicher auch entsprechende an die Division gemeldet haben wird – auf Grund der personellen Zusammensetzung nur einen geringen Kampfwert zu haben schien, ist dieses wohl auszuschließen.

Am 12.März 1945 wird beim Gren.Rgt 337 der 208.ID ein „Bataillon einer fremden Division“ zugeführt, welches „ ... zur Ablösung des I./337 eingesetzt“ wird. „Am 13.März stößt der Feind nach wiederum starker Feuervorbereitung in den Wald der Järischauer Berge hinein, wo das fremde Btl. durch Baumkrepierer (an den Baumkronen platzende Granaten) stark gelitten hatte. Und schließlich bricht der Feind aus diesem Wald zum Stoß nach Westen hervor. Aber im Feuer einer „Hetzer“- Abteilung – zur rechten Zeit zugeteilt – und durch Gegenstoß vom I./337 werden Panzer und Infanterieangriff abgeschlagen. …“ (61) Aus der Chronik der 31.SS-Division geht nicht hervor, ob es sich um ein Bataillon dieser Division gehandelt hat, was aber „durchaus“ möglich gewesen sein könnte: „ … die zwischen Haidau und Muhrau stehenden Teile wurden ja frei. …“ und in diesem Abschnitt blieb es auch nach wie vor ruhig. (62)

F ü r den Einsatz von Teilen des Regiments Schoen spricht auch dieser Bericht von Paul Tasser, damals 17 Jahre alt: „ … Ein Teil von diesem Regiment ist gegen Striegau eingesetzt worden. Striegau wurde damals ja noch einmal zurückerobert. Und ich habe so mit den Kameraden gesprochen, die haben gesagt, sie hätten Furchtbares gesehen. Die Russen haben die Bevölkerung barbarisch umgebracht. Also ein Greuel, das man sich gar nicht vorstellen kann. Zerfleischte Frauen und alles Mögliche. …“ (63). Demnach waren also Teile des SS-Regiments Schoen in Striegau, was auch einen Einsatz in den Järischauer Bergen möglich machen würde. Aber für eine Bestätigung dieser Überlegungen liegen bisher leider keine Dokumente oder weitere Angaben vor.

Am 15.März 1945 enden die Kämpfe bei Striegau. Die neue HKL verlief nun über Streitberg – Järischauer Berge – Muhrau (einschl.) – Saarau, sie konnte bis zur Kapitulation gehalten werden. (64)

Zu dem Einsatz bei Striegau heißt es an anderer Stelle: „ … Die Kampfestätigkeit des zerschlagenen Pol.Rgt war sehr beschränkt. Die einzige größere Aktion war die Teilnahme an der Erstürmung von Striegau im Reg.Bez. Breslau. Es handelt sich dabei um einen wichtigen Knotenpunkt in Richtung Breslau. Alles in allem war es ein eher halbherzig vorgetragener Versuch, etwas zur Entsetzung der Festungsstadt Breslau zu unternehmen. Hierbei hatten die Südtiroler ihre ersten großen Verluste zu beklagen, wobei natürlich die älteren und teilweise behinderten Männer zuerst fielen. Die Russen wurden durch diese Blitzaktion überrascht und aus der Stadt geworfen, doch brach der Vorstoß bald in sich zusammen.
Es fehlte nämlich am Allernötigsten, für jede Kompanie von ca. 150 Mann wurden pro Tag nur 5 000 Schuss Gewehrmunition freigegeben, das machte im Schnitt wenig mehr als ein Schuss je Mann in der Stunde. …“ (65) „Zerschlagen“ im militärischen Sinn kann das Regiment – da ohne direkte Feindeinwirkung – zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewesen sein. Aber wenn man die Bataillone getrennt voneinander in den Einsatz gebracht hat, könnte man ebenfalls von „zerschlagen“ reden.

Aus der Chronik der 31.SS-FGD: „ … In der Übersicht der Unterstellungsverhältnisse vom 15.3.1945 erscheinen 4 Bataillone der 31.SS-FGD als der 208.ID unterstellt …. Einen Teil der Kampfgruppe bildete das SS-Freiw.Gren.Rgt. 80 (Rgt. Schön, ehem. Pol.Rgt. „Brixen“ mit zwei oder drei Bataillonen unter Stubaf. Rudolf Schön), das außerhalb der Stadt einen Abschnitt verteidigte und erst nach der Beendung der Kampfhandlungen im Stadtgebiet dorthin einzog. Der andere Teil der Kampfgruppe (1 oder 2 Btl.), der auch an den Straßenkämpfen in Striegau beteiligt war, wurde vermutlich vom SS-Frw.Gren.Rgt 78 oder 79 abgestellt, eindeutig ist das nicht zu klären. …“ (66)

Für das Regiment Schön werden genannt:
„ …00.03.1945 – 06.05.1945 Abwehrkämpfe in Niederschlesien
dabei
05.03.1945 Ablösung des Gren.Rgt 337, 208.ID, im Abschnitt Saarau - Haidau (im Original „Heidau“)
06.03.1945 – 08.03.1945 Verteidigung der HKL im Abschnitt Saarau – Haidau („Heidau“)
09.03.1945 – 14.03.1945 Verlustreiche Kämpfe zur Befreiung von Striegau.

Bei den anschließenden Abwehrkämpfen im Raum Haidau – Saarau wurde das Regiment nahezu völlig aufgerieben. Über den weiteren Einsatz des Regiments liegen keine detaillierten Erkenntnisse vor. …“ (67) Hier irrt sich dieser Chronist, die „anschließenden Abwehrkämpfe“ erfolgten nicht mehr im Raum Haidau – Saarau, das ehemalige Polizei-Regiment wurde am 16.3.1945 noch verlegt!

Das SS-Regiment Schön „ … wird am 16.3. durch das Gren.Rgt 337 der 208.ID im Abschnitt Muhrau – Saarau abgelöst und nach kurzer Pause in Striegau an eine gefährdete Front zwischen Löwenberg und Goldberg an den Abschnitt etwa zwischen Lang-Neudorf – Wolfsdorf, mit Rgt.Gef.Std. in Neukirch, verlegt.
Hier greift der Russe auf der Linie Zobten b. Löwenberg – Lang-Neudorf – Harpersdorf – Steinberg – Neukirch mit starken Panzerkräften an und wirft das Regiment hinter die Ortschaft Süssenbach - einen wichtigen Straßenknotenpunkt – zurück. Erst hier kann der Feindangriff abgefangen, die Feindpanzer abgeschossen und die Lage wiederbereinigt werden. Süssenbach wird zurückerobert und die frühere HKL zum großen Teil wieder hergestellt. Harpersdorf und Steinberg, sowie die Hälfte von Neukirch bleiben jedoch endgültig verloren. Bei diesen Kämpfen erleidet das SS-Frw.Gren.Rgt. 80 schwere Verluste. Das SS-Frw.Gren.Rgt. 78 schließt sich dem Rgt. 80 rechts an …“ (68)

„Es gibt in diesem Frontabschnitt wechselvolle Kämpfe, bei denen die Ortschaften Wolfsdorf, Prausnitz und Haasel verloren gehen und besonders der bei Konradswaldau gelegene Sargberg sehr heftig umkämpft wird, wobei die herangezogenen Einheiten des SS-Frw.Gren.Rgt. 80 und 78 den Berg mehrmals verlieren und wiedereinnehmen (bis Mai wird der Sargberg siebenmal den Besitzer gewechselt haben). Auf der ganzen Linie sind ständige, z. T. wütende Kämpfe im Gange und manche Ortschaften wechseln mehrfach den Besitzer, aber die HKL wird im wesentlichen immer wiederhergestellt. …“ (69)

A. Gl., Angehöriger des Pionier-Zuges der 3.Kompanie des SS-Frw.Pi.Btl. 31, der dem SS-Regiment Schoen unterstellt worden war, berichtete: „ … Der Gefechtsstand unseres Regiments lag in Neukirch, unser Pi.Zug als Eingreifreserve ebenfalls, wir wurden immer an die jeweilige Brandstelle geworfen. So wurden wir sofort zum Gegenstoß angesetzt, als der Russe bei Süssenbach durchbrach. Die russischen Panzer waren schon ziemlich tief hinter unseren Linien, als ein Tiger von uns, der gut getarnt in einer Lauerstellung stand, ihre spitze zusammenschoss und zur Abkehr zwang. Anschließend konnten wir Süssenbach im Gegenangriff zurücknehmen. Im Dorf fanden wir einen Greis und zwei junge Frauen, die sich früher anscheinend nicht evakuieren ließen, bestialisch ermordet vor, sonst keine Seele.
Viele Einsätze machte unser Zug auch beim Sargberg mit. Dieser nicht zu hohe, aber die Landschaft beherrschende lange, eben sargförmige Beg verdiente wahrhaftig seinen Namen und nicht nur seiner Form wegen! Er wurde sogar täglich mehrmals angegriffen, verloren und dann im Gegenangriff zurückerobert. …“ (70)

Im Verlauf dieser Kämpfe „ … entsteht bis Ende März eine HKL hart südlich Harpersdorf und Steinberg – durch die Dorfsmitte Neukirchs hindurch – an der Bahnlinie entlang – einen Kilometer nördlich Herrmanswaldau – nördlich Konradswaldau – nordwestlich Willmannsdorf – nördlich Seichau – am Breiteberg südlich Schlaup – nördlich Peterwitz – an der Schießstätte südwestlich Jauer – nördlich Poischwitz. Auf dieser Front behaupten die Verbände der 31.SS-FGD ihre Stellungen bis Anfang April, als sie abgelöst wurden. …“ (71)

Vermutlich in d i e s e n Kämpfen, von Mitte bis Ende März 1945, wurde das SS-Regiment Schön zerschlagen. Die Schilderung der Kämpfe und der explizite Hinweis in der Chronik der 31.SS-FGD auf schwere Verluste bestätigen dies.

Ein ehemaliger Angehöriger des SS-Pol.Rgt. „Brixen“ nennt sogar schon den 19.März 1945 als Zeitpunkt der Auflösung des Regiments. Franz Spögler schrieb: „ … Bereits am 19.März, weil man uns nicht ganz traute offensichtlich, wurden wir alle zusammengezogen in einem Städtchen, Königsgrätz, kann ich mich noch erinnern, und dort hat man uns das Soldbuch genommen – wir waren noch als Polizeiregiment eingetragen – hat man „SS-Grenadier“ eingetragen. So wurden wir SSler. …“ (72)

Paul Tasser, damals 17 Jahre alt, schrieb: „…. Und da haben sie das Regiment aufgelöst, noch am Tage, und wir sind auf einmal SS-Grenadiere geworden. Ich glaube, es war die Division „Prinz Eugen“. Das war ein Sammelsurium von Balkanvölkern, Ungarn und Volksdeutschen, halt „Beutegermanen“. Unteroffiziere und Offiziere waren SS-Offiziere. Von dort sind wir wieder an die Front gekommen bis zum 2.Mai oder 1.Mai. …“ (73). Bei der Division irrte Tasser, es handelte sich um die 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division.

Also nicht in „ ….Hirschberg wurde das II. Btl. sofort zerschlagen und aus Sicherheitsgründen auf andere Einheiten verteilt….“ (Hartungen, S. 514), sondern nach den ab dem 16.März 1945 folgenden Kämpfen. Weiter heißt es: „ … Es handelte sich dabei um volksdeutsche Waffen-SS-Regimenter aus dem Banat, der Batschka und Siebenbürgen. (74) Allerdings war unklar, wer eigentlich wen bewachte, da es auch in den SS-Regimentern zahlreiche Desertionen gab. …“ (75)

Anfang April 1945, am 6.April beginnend, erfolgte der Abschnittstausch zwischen der 31.SS-FGD und der 100.Jäger-Division (76) Die 100.Jäger-Division übernahm von der 31.SS-Division folgenden Frontabschnitt: vom Nordausgang von Poischwitz – Divisionsgrenze zur 208.ID war die Wütende Neiße – über die Schießstätte südwestlich von Jauer – Nordausgang Peterwitz – Breiteberg – Seichau – nordwestlich Willmannsdorf – nördlich Konradswaldau bis ostwärts Hermannswaldau. Linker Nachbar war die 17.ID, später die 20.Waffen-Grenadier-Division der SS (estnische Nr. 1). Am 8.4.1945 war die Verlegung beendet.
Die 31.SS-Division übernahm die Linie Schönbrunn (elf Kilometer SO Strehlen) – Riegersdorf (acht Kilometer SO Strehlen) – Mittel-Podiebrad (Mehltheur) – Striege – Dobergast – Karschau – Kurtwitz (alle Orte einschließlich). (77)

Die Chronik der 31.SS-FGD erwähnt das SS-Regiment Schön auch hinsichtlich dieser Verlegung: „ … Vom SS-Frw.Gren.Rgt. 80 fehlen genaue Angaben, aber es steht aufgrund von Zeitzeugenaussagen fest, dass es ebenfalls in den Raum Strehlen gekommen und nicht etwa bei Jauer verblieben ist. Es gibt auch hinweise, dass dieses schwer mitgenommene Regiment auf die anderen beiden verteilt worden wäre, was aber trotzdem nicht wahrscheinlich ist, obzwar in den Übersichten vom April 1945 die 31.SS-FGD mehrfach als „KGr. 21.SS (5 Btl.)“ erscheint (was z. B. je 2 Btl. Rgt. 78 und 79 + Füs.Btl. bedeuten könnte). …“ (78)

Es ist bisher nicht bekannt, was mit dem Stab des bisherigen SS-Regiments Schoen bzw. SS-Frw.Gren.Rgt. 80 und dem Führungspersonal geschah, zum Beispiel der Verbleib von u. a. SS-Stubaf. Rudolf Schön und SS-Stubaf. und Major der Schutzpolizei Helmut Gantz. Die Regimentsangehörigen wurden nach vorliegenden Berichten auf die Einheiten der Division aufgeteilt, ohne dass hierbei genauere Angaben gemacht werden können.

Nach Kämpfen in der ersten April-Dekade 1945, auf die hier nicht weiter eingegangen werden soll, da bisher keine Berichte von Angehörigen des ehemaligen Pol.Rgt. „Brixen“ über weitere Einsatzorte bekannt sind, „ … flauen die Kampfhandlungen im allgemeinen an der ganzen Front ab. …“ (79). Die erreichte HKL kann danach bis zum 8./9.Mai 1945 gehalten werden.

„ … Die Russen nahmen die ganze Sache nicht mehr sehr ernst, da ihnen die wahre Lage der deutschen Verteidiger bekannt war. Sie führten eine Propagandaoffensive mit Lautsprechern und abgeworfenen Flugblättern durch, wobei sie zur Desertion und zum Niederlegen der Waffen aufriefen. Den Russen war dabei die Lage der Angehörigen des ehemaligen Polizeiregiments Brixen genauestens bekannt, und sie gingen wiederholt darauf ein. Sie wurden die Südtiroler aufgefordert, „die preußischen Offiziere zu töten“ und sich den Russen anzuschließen. (80) Sonst war die Lage im Wesentlichen ruhig, da die Rote Armee kein Interesse hatte, an einem Nebenkriegsschauplatz viel zu riskieren. Die deutschen Verluste waren laut Zeugenaussagen nur dem Umstand zuzuschreiben, dass es die Führung nicht verstanden hat, einen Scheinkrieg zu führen. Auf russischer Seite sollen sich dafür geradezu groteske Szenen abgespielt haben, wie z. B. die Bombardierung der deutschen Linien mit Steinen und altem Eisen, dem man deutscherseits buchstäblich nichts mehr entgegenzusetzen hatte …“ (81)

Den Lautsprecher-Einsatz erwähnt die Chronik der 31.SS-FGD auch: „ … Es tönte häufig Feindpropaganda in deutscher Sprache, gesprochen von verräterischen Deutschen des sog. „Nationalkomitees Freies Deutschland“ herüber, Aufgabe- und Überlaufaufforderungen zumeist recht billiges und primitives Zeug: „Nackte Frauen wurden den Überläufern versprochen“, wie sich A. Gl. (Rgt. 80) daran erinnert. Es ließen sich allerdings nur sehr wenige finden, die diesen stupiden Parolen aufgesessen sind und sich zur feigen Fahnenflucht entschlossen. …“ (82)

Peter Pöder, als ehemaliger Angehöriger des Pol.Rgt. „Brixen“, schrieb: „ … Dann war halt die russische Front. Breslau war umzingelt. Es war ein Stellungskrieg bei uns in Breslau (richtig: Strehlen). Die Fronten waren nicht mehr als 50 Meter von einander entfernt. Die Russen waren im Graben und die Deutschen waren im Graben drin. Und diese Propaganda, die immer herüber gerufen hat: „Kommt zu uns herüber, den Krieg verliert ihr sowieso, wir werden euch gut behandeln. Ihr kommt nicht in Gefangenschaft!“ Und dann ist es zu einem bewegenden Ereignis gekommen. Ein Sarner hat unter seiner Uniform ein Zivilkleid angezogen und ist entdeckt worden, und so hat man ihn wohl oder übel zum Tode verurteilt.
Aber dann haben sie doch Gewissensbisse bekommen und haben sich an mich gewandt und gesagt: „Ja, der hat so eigenartige Antworten gegeben. Er sagt, er sei nur im Winter zur Schule gegangen“ Ob das in Südtirol so ist? Und ich habe mich sofort gefragt, warum sie fragen. Sie fragen, weil sie ihn freisprechen wollen. Ich habe ihnen aber nicht gesagt, dass das für das Sarntal stimmt, aber ich habe gesagt: „Wir gehen normalerweise von Oktober bis in den Mai in die Schule“ Dann haben sie ihn laufen lassen und er ist heim gekommen. Wenn ich nicht richtig reagiert hätte, nicht verstanden hätte, warum sie fragen, wäre das anders ausgegangen. Sie haben wohl Gewissensbisse gehabt und wollten nur, dass ich ihnen bestätige, dass er nicht ganz normal ist. …“ (83)

Alois Zöschg berichtete: „ … Am 1.Mai 1945 haben dann die Russen über den Lautsprecher herüber gerufen: „Kamerad, Hiteler tot, Hiteler tot, Kompanie alle nach Hause, nach Hause, Kompanie ergebt euch!“ Dann habe ich mir gedacht, nein, freiwillig gehe ich nicht, dass gehe ich nicht. Dann am 8.Mai hat es geheißen, jetzt ist er endgültig fertig, der Krieg. …“ (84)

„ … Im Laufe des Monats April und der weiteren Verschlechterung der allgemeinen Lage erkannte die Aussichtslosigkeit eines weiteren Widerstandes. In Königszelt, Reg.Bez. Breslau (? Königsgrätz vielleicht?), wurde ein Sammelpunkt eingerichtet, wo die Waffen abzuliefern waren, anschließend wurden die Einheiten aufgelöst und jeder war nun auf sich selbst gestellt. Der Großteil zog sich über das Riesengebirge nach Böhmen zurück. Wenige Südtiroler konnten sich, in Zivilkleidern und mit den verbotenerweise mitgeführten italienischen Ausweispapieren als verschleppte Fremdarbeiter getarnt, durch die zahlreichen Kontrollposten tschechischer Partisanen bis nach Bayern durchschlagen. Dort erfolgte zwar eine vorübergehende Festnahme durch die Amerikaner, dann ging es aber mit den italienischen Heimkehrerzügen ab in die Heimat. (Hartungen, S. 515)
Die meisten Südtiroler wurden von den nachdrängenden Russen überrollt, gefangengenommen und nach einer längeren Irrfahrt in Frankfurt/Oder interniert. Dort fanden die Ausscheidungen und Verschickungen der Gefangenen in die verschiedenen Richtungen, vor allem ostwärts statt. Die ehemaligen Angehörigen des aufgelösten Pol.Rgt Brixen wurden jedoch entgegen anfänglicher anderslautender Gerüchte entlassen und in Richtung Heimat abtransportiert. …“ (85)

Beendet war der Krieg für die Überlebenden des Brixner Polizeiregiments aber noch nicht. Sie wurden zwar entlassen, kamen also nicht in russische Gefangenschaft, aber der Rückweg von Oberschlesien durch die Tschechoslowakei in die Heimat sollte sich als lang, beschwerlich und voller Gefahren erweisen. (86)

Paul Tasser schrieb: „ … Ich musste plötzlich einen Kurs für den Gas-Krieg mitmachen. Das war im Hinterland, so 20 – 30 Kilometer von der Front. Ich habe mich beim Regiments-Gefechtsstand oder wie das heißt, gemeldet. Dort sind wir eingetreten in einen Raum, dort war der Adjutant, da habe ich Radio gehört. Die erwischen zufällig einen italienischen Sender. Sie wussten ja nicht, dass ich italienisch sprach. Da habe ich erst gehört, dass die Südfront kapituliert hat, di Westfront kapituliert hat. Da höre ich also, wie katastrophal die Lage war. Und ich habe mir gedacht, jetzt Bursch´, jetzt ist´ s höchste Zeit, dass ich abhaue.
Ich bin also so ca. 10 Kilometer weitermarschiert in ein Dorf. Am Dorfeingang waren zwei Landser aufgehängt, und darüber hing ein Schild, darauf stand: „Ich bin ein Verräter, ein Deserteur“. Da habe ich natürlich die Idee wieder geändert, ich bin brav zum Gas-Kurs zurückmarschiert. Habe mir gedacht, wenn du jetzt abhaust, dann passiert es dir auch. Sie hängen dich auf.
Mich haben dann die Russen gefangengenommen. Das war am 7.Mai. Dann haben sie uns nach Rumänien hinunter, nach Bessarabien, gebracht. Und Anfang September oder Mitte September haben die mich entlassen.
Dann bin ich zurück nach Wien und dort den Engländern übergeben worden und heimgekommen. Ich habe ja Glück gehabt. …“ (87)

Peter Pöder: „ … Am 7.Mai 1945 abends haben wir im Radio die Durchsage gehört, dass um 23 Uhr die bedingungslose Kapitulation sein wird. Die Kompanie hat sich aufgelöst, und das erste, was ich getan habe, ich habe die Kasse aufgebrochen, die Kompaniekasse, und habe ich gesagt, ich stehle nicht das ganze Geld, aber 200 Mark nehme ich mit, weil ich das brauchen könnte. Der Rock war verschwunden mit dem SS-Emblem, verschwunden ist natürlich auch das Soldbuch, und ich hatte nur mehr die italienische Identitätskarte mitgenommen. Die Blutgruppe habe ich nicht gehabt, weil ich an diesem Tag, wo sie die eingebrannt haben, mit irgendeiner Ausrede weggegangen bin. Also, ich habe schon irgendwie vorgebaut, weil ich mir gedacht habe, dass könnte einmal ein schlimmes Ende nehmen, aber wenn ich mich mit der italienischen Identitätskarte ausweise, kann ich Geschichten erfinden, so viel ich will, und niemand kann sagen, dass das nicht wahr ist. Aber wenn du die Blutgruppe hast, ist es nicht gut.
Dann sind halt geflohen nach Náchod in der Tschechoslowakei, da haben sie uns eingefangen und die Waffen abgeben machen und haben uns als Gefangene irgendwo hingeführt. Und da begegne ich ganz zufällig auch einem Flüchtling, und das war Dr. Theo Köllensperger von Bozen. Der war plötzlich da und dann war noch ein Kärntner und ein Stuttgarter.
Und das war dann der 16.Mai 1945, da sagte der Dr. Köllensperger: „Wenn sich hier die Gelegenheit bietet, fliehen wir“. Und um acht Uhr in der Früh beim Marsch durch einen Jungwald, es sind ungefähr 20 russische Wachtposten dabei gewesen, sind wir Viere hinein in den Wald gesprungen. Und dann haben die Russen natürlich ein bisschen in der Luft herumgeschossen, sind aber nicht herein, denn sie haben auch Angst gehabt, ob wir nicht doch bewaffnet sein könnten. Und dort sind wir geblieben bis so elf Uhr. Um elf Uhr haben wir dann gehört, wie sie abmarschiert sind. Dann sind wir hinaus gegangen und haben versucht, immer nach Westen zu fliehen. Ich habe noch einen Kompass mitgenommen in meiner Tasche, damit wir immer nach Westen gehen. Der Arzt, der war immer dabei, aber die anderen zwei haben wir verloren. Wir haben die Straßen gemieden und sind immer auf Feldwegen gegangen, meistens in der Nacht, bei Tag sind wir irgendwo im Wald geblieben.
Am 30.Mai 1945 sind wir in Hof in Bayern angekommen. Und da waren die Amerikaner, und wie sie uns gesehen haben, sind sie uns sofort mit dem Jeep nachgefahren und haben uns gefangen genommen, aber am 16.Juni haben sie mir den Entlassungsschein gegeben. Den Arzt haben sie aber in Hof zurückbehalten. Ich habe den Entlassungsschein nur bis Innsbruck bekommen, für Italien haben sie mir ihn nicht gegeben. In Innsbruck habe ich bei den Eltern von Theo Köllensperger einen Brief abgegeben und bin dann zum Brenner gefahren, bin dann allerdings nicht über den Brenner gegangen, sondern über die Jöcher. ….“ (88)

Franz Spögler: „ … Ich kam bis an die tschechische Grenze. Die Russen waren motorisiert und logischerweise schneller, und an der tschechischen Grenze bin ich zusammen mit vielen anderen aus dem Brixner Polizeiregiment gefangen genommen worden. Wir sind dann in einem vier Tage und vier Nächte dauernden Marsch 180 Kilometer marschiert, fast ohne etwas zum Essen zu bekommen, Wasser überhaupt nicht. Wenn ein Pfütze war am Straßenrand, dann sind wir da hinein und haben versucht, aus dieser Pfütze mit dem Mund Wasser herauszusaugen. Wenn wir durch ein Dorf sind und Frauen standen am Straßenrand mit Wasserkübeln, um uns mit Wasser zu versorgen, dann hat man die Frauen vertrieben. Die Begleitung, die wir hatten, waren nicht Russen, das waren Tschechen, alles junge Lauser, und die haben die Frauen mit den Gewehrkolben auf den Kopf geschlagen und die Wasserkübel umgestürzt.
Dann kamen wir östlich von Breslau in ein Lager. Da waren 30 000 Soldaten, aber keine Unterkünfte waren noch da, nur für die Offiziere hat es so Blockhäuser gegeben, und so haben wir uns selbst die Baracken bauen müssen. Dort sind wir nicht allzu lang geblieben und sind dann entlassen worden. Um fünf Uhr in der Früh sind wir wie immer angetreten, die Lagerkapelle voraus und wir marschieren hinaus durch das Lagertor. Wir sind dann in ein Städtchen gekommen, das hieß Oelz und dort war ein italienisches Sammellager. Dort waren 5 000 Italiener, die 1943 in Italien, viele auch in Südtirol gefangengenommen wurden, um nach Deutschland transportiert und dort als Zwangsarbeiter beschäftigt zu werden. Wir sind also dort in dieses italienische Sammellager gekommen und wir haben gemeint im ersten Moment, wie sie gehört haben, dass wir Deutsch sprechen, dass wir „Altoatesini“ (Oberetscher, Südtiroler) sind, haben wir gemeint, sie bringen uns um. Viele von ihnen sind am 8.September und in dieser Zeit in Bozen gefangen genommen worden, von Südtirolern gefangen genommen worden und hinaus transportiert worden. (89) Aber sie haben sich dann doch bald beruhigt und so sind wir dort eine Zeit lang geblieben, bis es dann im Oktober hieß, zum Bahnhof, und dann sind wir mit Viehwaggons natürlich nur einen Monat unterwegs gewesen von Schlesien, von Oelz, bis nach Bozen. Einen Monat waren wir unterwegs. Der Zug hat ein paar hundert Kilometer gemacht oder auch nur hundert Kilometer, dann ist er am Bahnhof stehen geblieben, weil die Zugmaschine für einen wichtigeren Transport verwendet wurde. So mussten wir uns am Bahnhof irgendwie selbst versorgen. Da haben wir Kartoffeläcker aufgesucht, haben halt geschaut, wie wir uns irgendwie versorgen konnten, damit wir nicht verhungert sind, denn eine regelmäßige richtige Versorgung hat es nicht gegeben. Und so sind wir so langsam über den Brenner und vor Atzwang, es war um halb fünf Uhr in der Früh, Licht rot, keine Einfahrt in den Bahnhof Atzwang. Wir hätten müssen nach Verona fahren zur Entlassung. Ich bin dann ausgestiegen, habe mich versteckt eine Zeit lang, bis der Zug losgefahren ist und bin dann langsam, langsam den Rittner Berg hinauf.
Schließlich kam ich zum Kartoffelacker von unserem Höfl. Der Vater war gerade bei der Arbeit, Kartoffeln zu ernten, und ich rief: „Vater!“ Und da schaut er um und hat sich wohl gedacht: „Das ist ja ein Bettler!“ Dann habe ich gesagt: „Ja, Vater, kennst mich nicht, der Franz ist da!“ Ja, und dann endlich schaut er mich so an, ganz entgeistert: „Ja, du bist es, nein wirklich, das ist der Franz!“ Man sich gar nicht vorstellen, wie groß die Freude über das Wiedersehen war; ein Kamerad, der mit mir an der Front war und schon Anfang Juni nach Hause gekommen ist, hat Meldung gebracht, dass ich zusammen mit dem Hauptmann, bei dem ich Pfeifendeckel war und Melder, im Fehl in den russischen Bereich mit dem Jeep gefahren wäre und die Russen hätten uns erschossen. Also, ich war praktisch tot gemeldet. Ja, und deswegen war die Freude zu Hause umso größer.“ (90)

Alois Pfeifer: „ … Am 9.Mai ist dann der Befehl gekommen, der Krieg ist aus, wir können gehen. Dann sind wir halt aufgebrochen und haben noch einen Leiterwagen gestohlen im nächsten Dorf und zwei Rosse. Dann haben wir da die Ausrüstung hinaufgeworfen und sind losgefahren. Wir sind unsere 40 Mann gewesen. (91) Nach sechs Tagen sind wir ins Sudetenland gekommen. Die Rosse haben wir dann aber hinten gelassen, weil wir für sie kein Futter mehr gehabt haben, und so sind wir zu Fuß weitergegangen, wie halt viele andere auch. (92)
Es hat nicht lang gedauert, dann haben uns die Tschechen in Semil gefangen genommen und zu einem großen Truppenübungsplatz gebracht. Dort haben sie uns allesamt kontrolliert: Soldbuch und Ausweis. Ich habe kein Soldbuch gehabt. Wir haben das Soldbuch weggeworfen, damit, wenn sie uns erwischen, sie nicht sehen, dass wir bei der SS-Polizei gewesen sind. So haben sie mich herausgeholt und auf die Seite gestellt, und sie haben weiterkontrolliert und ich habe dort warten müssen. Ich bin aber bald wieder zu meinem Platz zurück und sie haben mich auch nimmer vermisst. Dann haben sie uns zusammengestellt und wir mussten zu Fuß in einem Vier-Tage-Marsch zurück, wo wir hergekommen sind. Zu essen haben wir nichts mehr gekriegt und auch kein Wasser gegen den Durst. Im Straßengraben unten ist oft Wasser gelegene, wenn aber einer hinunter ist, ist er nicht mehr heraufgekommen. Die Wachmannschaft hat ihn einfach niedergeschossen. Wir sind auch durch Dörfer durch, im Sudetenland. Die Leute dort haben selbst nichts gehabt, haben uns aber doch von den Fenstern Brot heruntergeworfen; dann haben die Russen zu ihnen hinaufgeschossen. Die Tschechen haben uns nämlich während des Marsches den Russen übergebenen. Schließlich sind wir dann im Gefangenenlager angekommen, das ist ein großer Truppenübungsplatz gewesen, Neuhammer hat er geheißen. 60 000 Gefangene sind da gewesen. Zu essen haben wir wenig gehabt, ein bisschen eine Erdäpfelsuppe, halt ein trübes Wasser, Tee haben wir oft einmal gehabt, nicht gezuckert, und einmal haben wir gesehen, dass der Russe gekommen ist in die Küche her und hat ein ganze Auto voll Zucker weggeführt. Die Köche haben den Zucker schon gefasst, aber ausgeteilt haben sie ihn den Gefangenen nicht. Und dann haben wir arbeiten müssen gehen, um vier Uhr in der Früh aufstehen.
Mitte August sind wir dann auf einmal entlassen worden. Bevor wir weggekommen sind, haben sie uns alle zuerst untersucht. Da ist eine große Halle gewesen und da sind Doktoren gesessen, und wir haben alle müssen bei ihnen da vorbeigehen und die Arme aufheben. (93) Dann ist man zu einem Doktor gekommen, der hat beim Bauch und bei der Brust gedrückt und zugleich hat er dann hinaufgeschaut, ob man unterm Arm etwas hat, weil die SSler haben ja alle das SS-Zeichen eintätowiert gehabt, das hat man auch nicht mehr so leicht weggebracht, dazu hat man die Haut ausschneiden müssen. (94) Aber uns vom Polizeiregiment Brixen haben sie nicht tätowiert, infolgedessen haben wir vorbeigehen gekonnt, aber der, der das SS-Zeichen unter dem Arm gehabt hat, den haben sie weg und in eine Kammer gesperrt. Vor mir ist auch ein Sterzinger gewesen, ein junger, der hat es auch gehabt, der ist als Freiwilliger eingerückt gewesen bei der SS. Den haben sie wohl in diese Kammer hinein, und der ist halt nicht mehr mitgekommen, aber die anderen sind alle mitgekommen. Dann hat es noch eine Zeit gedauert, etliche Tage, und schließlich hat es geheißen, die Ausländer können heim gehen. Jetzt haben wir 30 Kilometer zu Fuß gehen müssen, von Heuhammer bis Sargant. Dort sind wir nicht mehr Gefangene gewesen, sondern Internierte, und haben als Internierte ein gutes Essen gekriegt. Da sind wir noch eine Weile gewesen bis Ende September, dann sind wir einwaggoniert worden, um heim zu fahren. Wir sind 400 bis 500 gewesen, darunter viele Italiener. Während alle auf dem Bahnhof herumgestanden sind, ist ein Zug gekommen. Die Russen haben die Waggone aufgetan, und da sind alles deutsche Soldaten drin gewesen. Die Italiener sind gleich hinüber und, was weiß ich, was sie die Soldaten alles geheißen haben. Und da ist ein russischer Posten dahergekommen und hat zwei gepackt und in den Waggon hineingeschoben und den Waggon zugemacht und weg sind sie gewesen.
Ja, dann ist halt die Zeit gekommen, dass sie uns einwaggoniert haben, und so sind wir langsam bis nach Innsbruck gefahren und dann weiter den Brenner hinauf. Dort hat es geheißen, es darf niemand den Zug verlassen, es müssen alle im Zug bleiben und hinunter nach Italien fahren. Für die 66 Südtiroler, die in diesem Zug gewesen sind, hat es geheißen, nach Rimini zu fahren, um sich den Entlassungsschein zu holen. Wir sind nach Bozen gekommen, und da bin ich ausgestiegen und bin hinaus auf die Loretobrücke und zu Fuß um zwei Uhr in der Nacht hinunter nach Leifers und dann den Berg hinauf heim nach Deutschnofen. Das ist gewesen Ende Oktober 1945.“ (95)

Zu den Verlusten schrieb Alois Zöschg: „… Einer hat mir erzählt, von seinem Dorf sind zehn eingerückt und sind nur mehr fünf heimgekommen, und in einem Dorf neun eingerückt und nur mehr drei heimgekommen. Rechnen tun sie, ein Drittel sei von unserem Regiment in fremder Erde begraben, entweder gefallen oder in der Gefangenschaft zugrunde gegangen und halt einfach nicht mehr heimgekommen. …“ (96)

Sollten noch Hinweise oder Ergänzungen zur Geschichte des SS-Pol.Rgt. „Brixen“ bzw. zum späteren „Regiment Schön“ im Rahmen der 31.SS-Freiwilligen-Grenadier-Division vorliegen, bittet der Verfasser um entsprechende Hinweise
Roland P....

Anmerkungen und Quellen:
1. Christoph von Hartungen u. a. Die Südtiroler Polizeiregimenter in „Der Schlern“, 55.Jhg. 1981, S. 512 – 513, hier S. 513 ff, Die Geschichte des Polizeiregiments „Brixen“, im Folgenden „Hartungen, S.“; s. a. Margareth Lun, NS-Herrschaft in Südtirol. Die Operationszone Alpenvorland 1943 – 1945, Studien-Verlag, Innsbruck, 2004, S. 161: Das vierte und letzte Südtiroler Polizeiregiment wurde im Oktober 1944 in Brixen aufgestellt, wo es auch während der Ausbildung stationiert war, im Folgenden „Lun, NS-Herrschaft, S.”. Die Frage ist, ob von Anfang an die Aufstellung von vier Regimentern aus Südtirolern geplant war, der Verfasser).
2. BA Berlin, R 19 326/116-119, auszugsweise BA-MA N 756, Wolfgang Vopersal, SS-Freiw.Gren.Rgt 80, 2 Seiten, Kopien im Besitz des Verfassers
3. Geboren 11.06.1899, SS-Nr. 327 376, NSDAP-Mitgliedsnummer 2 332 466, 1938 Beförderung zum Major (Min Blatt 6/1938) bei der Schupo PV Mannheim, 1939 laut MB 16/39 von Schupo PV Mannheim zur Sc
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 187946 | Verfasst am: 29.08.2010 - 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlichen Dank! Gut gemacht!

Winken

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RolandP
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BeitragBeitrags-Nr.: 187949 | Verfasst am: 29.08.2010 - 20:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo JH,

e i n e n habe ich noch .... Grins

Der Ausbau der Voralpenstellung und das SS-Polizeiregiment „Schlanders“

Durch einen interessierten Mitleser aus Österreich, der sich auf den Artikel über das SS-Polizeiregiment „Bozen“ in der letzten Ausgabe des „Freiwilligen“ veranlasst fühlte, sich mit dem damaligen Verfasser in Verbindung zu setzen, wurde eine Frage angeschnitten, die sowohl den Ausbau der Voralpenstellung als auch das im Oktober 1944 aufgestellte SS-Polizei-Regiment „Schlanders“ betrifft. In der Folge möchte ich die bekannten Angaben zusammenfassen, in der Hoffnung, durch die Leserschaft noch ergänzende Hinweise zu erhalten. Es handelt sich im Großen also um den Bau der sogenannten „Voralpenstellung“ oder „Voralpenriegel“.

Bereits im September 1943 hatte Generalfeldmarschall Rommel als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B in Norditalien eine Untersuchung veranlasst, inwiefern das Alpengebiet Italiens für einen Abwehrkampf gegen die zu diesem Zeitpunkt bereits im Süden Italiens gelandeten Alliierten geeignet war.
Es stand dabei eine so genannte „Voralpenstellung“, eine etwa 400 km lange Linie von der Südostecke der Schweiz über das Nordende des Gardasees über die Trentiner und die Julischen Alpen bis hin nach Görz/ Gorizia, Tolmein/ Tolmein und Monfalcone entlang der österreichisch- ungarischen Stellungen zur Diskussion. (1)
Da die militärische Führung der Ansicht war, dass eine solche Stellung einem Angriff der Alliierten stand halten würde, wurde ein Sonderstab unter der Leitung von Oberst Nobiling für die Erkundung des westlichen Teils dieser so genannten „Voralpenstellung“ eingesetzt, Oberst Seitz erhielt die Verantwortung für den Ostabschnitt. (2) Nachdem das Oberkommando der Wehrmacht aber damals entschied, den Gegner bereits im Süden der Halbinsel abzuwehren, und die Apenninenstellung als Riegel ausgebaut wurde, ruhten zunächst die Pläne für eine Alpenlinie. (3)

Am 26.Juli 1944, als die Alliierten immer weiter Richtung Norden auf die „Gotenlinie“ vorrückte (4) und vor dem Hintergrund einer erwarteten Landung der Alliierten an der nördlichen Adria zwecks Umgehung der „Gotenlinie“(5), erteilte Hitler schließlich den Befehl zum Ausbau eines „rückwärtigen Stellungssystems“ in Norditalien als Erweiterung der sogenannten „Reichsschutzstellung“ und zwar der bereits erkundeten Voralpenfestung – auch als „Blaue Linie“ bezeichnet, zwischen Schweizer Grenze und Triest (6) – , der anschließenden Karststellung (Tschitschen-Boden) sowie einer Riegelstellung von Ala sowie von Belluno zum Golf von Venedig. Außerdem sollten möglichst viele weitere Riegelstellungen gebaut werden, um den Alliierten das Vordringen in das Becken von Udine zu erschweren. (7)

Mit Befehl vom 28.Juli 1944 wurden den Obersten Kommissaren der Operationszonen Alpenvorland und Adriatisches Küstenland „ … auch außerhalb ihrer OZ (Operationszone, der Verfasser) für Zwecke des Stellungsbaus dieselben Befugnisse wie in den OZ übertragen. …“ Dazu mussten sie „ … in jegl. Hinsicht durch den Bev. (Bevollmächtigten) General der deutschen Wehrmacht in Italien und die diesem unterstellten Dienststellen …“ unterstützt werden. (8) In der Folge wurden auf Anregung der Obersten Kommissare weitere Modifikationen des Stellungsbauprogramms vorgenommen. (9)

Als Gauleiter Franz Hofer – als Oberster Kommissar der Operationszone Alpenvorland (10) – am 8.August 1944 dem OB Südwest, Generalfeldmarschall Kesselring, vorschlug, den Etsch-Riegel und die Voralpenstellung kurzfristig fertig zu stellen, und dieser ablehnte, richtete sich Hofer mit dem Vorschlag an das Führerhauptquartier, die Voralpenstellung auf die Linie Stilfser Joch – Limone am Gardasee zurückzuverlegen, was Hitler am 3.September 1944 genehmigte. (11)
Ab dem 25.August 1944, nach dem westalliierten Angriff auf die „Gotenlinie“, der zwar zum Stehen gebracht werden konnte, galt es für Gauleiter Hofer, den Bau der Voralpenriegel mit Nachdruck voranzutreiben.
In der Operationszone Alpenvorland wurde das Gebiet in sechs Abschnitte eingeteilt (12), nach anderen Angaben in insgesamt sieben Bauabschnitte (13), wobei aber für einen siebten Abschnitt bisher keine Bestätigungen vorliegen. Sechs – oder eventuell sieben – Abteilungsleiter, alle Kreisleiter der NSDAP aus dem Gau Tirol-Vorarlberg, übernahmen die Organisation und Baukoordination. Diesen wurde neben einem Hauptverbindungsführer je ein Militärverwaltungsbeamter als Verbindungsführer zur Seite gestellt, um dieser zusätzlichen Aufgabe gerecht werden zu können.
Zudem waren ein Militärverwaltungsbeamter mit Sitz in Arco für die Abwicklung der Lebensmittelersorgung und ein Militärverwaltungsbeamter mit Sitz in Verona für die Arbeitsmittelversorgung zuständig. (14)

Den Hauptverbindungsführern bei den Obersten Kommissaren in den beiden Operationszonen und dem sogenannten „Einsatzstab Brigitte“, der für die Arbeiten im Bereich von Po und Tessin gebildet worden war, stand der gesamte Apparat des Chefs der Militärverwaltung des Bevollmächtigten Generals der Deutschen Wehrmacht in Italien zur Verfügung (15), zu diesem Zeitpunkt – seit dem 26.Juli 1944 – war dies bereits der SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Karl Wolff, in Personalunion auch Höchster SS- und Polizeiführer in Italien. (16)
Zum Bau der Voralpenstellung wurden Hofer – wie auch Gauleiter Dr. Friedrich Rainer (17) in der Operationszone Adriatisches Küstenland – Spezialbautruppen zur Verfügung gestellt, die unter der technischen Leitung der „Organisation Todt OT“ standen. (18) Zugleich sollten sie „ … in jeder Hinsicht durch den Bev.General der Deutschen Wehrmacht in Italien und die diesem unterstellten Dienststellen …“ unterstützt werden. (19) Die rein militärischen Fragen des Stellungsbaus im gesamten norditalienischen Gebiet oblagen dem OB Südwest als Bauherrn, als militärischer Berater fungierte ein Vertreter des OB Südwest, zunächst der General der Infanterie Gustav-Adolf von Zangen. (20)
Die Gesamtzahl der bei diesen Befestigungsbauvorhaben in Italien eingesetzten Arbeitskräfte betrug nach dem Stand vom 10.Dezember 1944 256 000 Mann, von denen 82 000 Mann beim Bau der Voralpenriegel unter Gauleiter Hofer im Einsatz waren. (21) Während also die Aufbringung der notwendigen Arbeitskräfte, der Bezahlung und Verpflegung sowie die Beschaffung des benötigten Baumaterials trotz der gewaltigen Größenordnung des gesamten Unternehmens keine größeren Schwierigkeiten bereitete, konnten dagegen nicht ausreichend Transportmittel aufgebracht werden. Beim Stellungsbau im Bereich Alpenvorland waren lediglich 53 Lkw und weitere 30 t Laderaum im Einsatz. Zeitweise fehlten in diesem Abschnitt bis zu 300 t Laderaum. (22)

Hofer unterstrich die Wichtigkeit des Stellungsbaus in einem Memorandum an Martin Bormann vom 6.November 1944, welches durch diesen unverzüglich dem Führer vorgelegt werden sollte. (23) Aus unerfindlichen Gründen erfolgte diese „Führervorlage“ letztendlich erst im April 1945. (24)

Im Januar 1945 konnten der Etsch- und der Optante-Riegel von der Wehrmacht in fertigem Zustand übernommen werden, und auch die sogenannte „Hoferstellung“ westlich des Gardasees war in einem verteidigungsfähigen Zustand versetzt worden. Allerdings hatte man bei der „Grenzstellung“ im Süden erst mit der Auspflockung begonnen und im winterlichen Hochgebirge war man von einem Bauvorhaben noch weit entfernt. (25)

Erwähnte wurden bereits die sechs Bauabschnitte der Voralpenriegel im Bereich der Operationszone Alpenvorland, deren Abteilungs- bzw. Abschnittsleiter Kreisleiter aus dem Gau Tirol-Vorarlberg waren. Aus der eingangs erwähnten Zuschrift eines unserer Leser ergeben sich interessante ergänzende Angaben.

K. R. schrieb: “… Im November 1944 kam ich als Einsatzhelfer nach Roncegno im Valsugana. Es gab sechs Sicherungsabschnitte.
I. im Bereiche des Ortler
II. im Bereiche des Gardasees
III. in Rovereto
IV. in Roncegno
V. in Feltre und
VI. in Belluno.

Ich wurde dem Sicherungsabschnitt IV zugeteilt …“ (26) Nach anderen Angaben waren die Sicherungsabschnitte – leider ohne genauere Zeitangaben – wie folgt eingeteilt:
I (?) Stab: Edolo- Tonala Pass
Major Ebert (Major d.SchP. Ebert war Kdr. des III. Btl. des SS-Pol.Rgt „Alpenvorland“, dies bis mindestens April 1945)

II (?) Stab: Riva, ungefähr östliches Judikarien
Hauptmann Pelz (bisher keine weiteren Angaben möglich)

III Trient-West Stab: Rovereto
SS-Hauptsturmführer und Hauptmann der Gendarmerie Martin Sebald (war Kdr. des II. Bataillons des Trientiner Sicherungsverbandes – Corpo di Sicurezza Trentino (CST) – unter dem KdO Alpenvorland, Bozen, dies bis April 1945) (27)

IV Trient-Ost Stab: Roncegno
SS-Hauptsturmführer und Hauptmann d.SchP. Karl Julius Hegenbarth (10.1944) (im Original „Hauptmann Hegenbart“, Kdr. des III. Btl. des Trientiner Sicherungsverbandes CST bis mindestens April 1945) später Major der Schutzpolizei Dr. Rudolf Ecker (so im Original, evtl. Major „Egger“, Kdr. des I. Bataillons des Trientiner Sicherungsverbandes?)

V Feltre- Belluno Stab: nicht genannt
Oberstleutnant der Schutzpolizei Paul Kärnbach (war im April 1945 Kdr. des III. Btl. des SS-Pol.Rgt „Alpenvorland“ bzw. SS-Pol.Rgt 9)

IX (?) Stab: Trient
Hauptmann der Schutzpolizei Dr. Rudolf Ecker (10.1944)
(28)
Auffällig ist die Häufung von Offizieren der Ordnungspolizei, die auch als Kommandeure von Einheiten unter dem KdO Alpenvorland, Bozen, im Einsatz standen!

Aus einer Stellenbesetzungsliste der Verwaltungsbeamten im Bereich des Höchsten SS- und Polizeiführers Italien (29) mit Stand vom 1.Februar 1945 gehen unter dem Kommandeur der Ordnungspolizei Bozen dann nur noch drei Sicherungsabschnitte – ohne Ortsangaben – hervor, sowie lediglich die Namen der Verwaltungsführer aus den Reihen der Ordnungspolizei:

Sicherungsabschnitt II
Oberleutnant d.Sch. d.R. Forster als Leitender Verwaltungsoffizier
Leutnant d.Sch. Müller zusätzlich

Sicherungsabschnitt III
Leutnant d.Sch. d.R. Geillinger als Leitender Verwaltungsoffizier
Polizeisekretär Frese und Polizeiangestellter Kutz zusätzlich

Sicherungsabschnitt IV
Leutnant d.Sch. Hechler als Leitender Verwaltungsoffizier
Leutnant d.Sch. Esser zusätzlich.

Damit erschöpfen sich die Angaben zu diesen Abschnitten aus offizieller Darstellung! K. R. schrieb ergänzend zum Sicherungsabschnitt IV: „ … An der Spitze des Sicherungsabschnittes standen jeweils politische Leiter der NSDAP, so wie der Gauleiter von Tirol an der Spitze der Operationszone Alpenvorland war. Dessen Stabschef war Dr. Egon Denz, der Oberbürgermeister von Innsbruck …(30)
Roncegno liegt am Hang und unterhalb im Valsugana die größere Stadt Borgo di Valsugana. Dort entkam ich im Jänner 1945 nur wenige Meter einem Angriff amerikanischer Lightnings … (31)

In Roncegno war der Stab des Sicherungsabschnittes IV in einem sehr geräumigen Badehotel untergebracht, gleichzeitig auch ein Stab der O.T., eine höhere Sanitätseinrichtung des Oberbefehlshabers Süd-West und eine Einheit des SS-Polizeiregiments Schlanders; am ehesten eines der Bataillone. Ich habe hinsichtlich der näheren Angaben keine Erinnerung….
Wir Einsatzhelfer wurden vom Regiment Schlanders mit Uniformen, nicht in feldgrau, sondern in grün, der Polizeiregimenter ausgestattet.
Wir waren erstaunlicherweise auch in der Messe der Einheit mit deren Offizieren zu Tisch. Die Verpflegung war miserabel. Nach wenigen Tagen organisierte daher der Sicherungsabschnitt seine eigene Verpflegung, die wir dann im eigenen Bereich des Hotels im kleinen Kreis einnahmen. (32)

… Wir waren mit italienischen Gewehren bewaffnet. Die italienische MP nur in besonderen Fällen. Sie war eine schlechte Waffe, so geschah es beispielsweise immer wieder, dass beim Abstellen auf den Boden sich ein Schuss löste. Angesichts meiner Tätigkeit im Stab war ich sehr viel auf Kurierdiensten in das Etschtal und nach Bozen mit der Waffe. Ich hatte aber nie Anlass, von der Waffe Gebrauch zu machen. (33)

Der Chef des Sicherungsabschnittes, der Kreisleiter des damaligen Kreises Kitzbühel, namens Merath (34) der Stabschef aus Köln namens Körner (?) (35), ein Verwaltungsmajor der Wehrmacht und wir ungefähr vier Einsatzhelfer.
Die Einheit des Polizeiregiments unterstand ganz offenbar taktisch dem Sicherungsabschnitt IV, weil bei geplanten Einsätzen gegen die Partisanen, deren Planung ich im Stab mit verfolgen konnte, von der Leitung des Sicherungsabschnittes ebenso wie die Führung selbst erfolgte. Einer dieser Einsätze etwa an der Wende Februar/ März 1945, im Bereich der Sieben Gemeinden, ging aber ins Leere. (36)

Die wesentliche Aufgabe im Sicherungsabschnitt IV war im Zusammenhang mit O.T. Planung und Ausführung des vorgesehenen Südwalles. Diese im Bau befindlichen Festungsanlagen waren aber eher, zumindest teilweise, sogar südlich der Abgrenzung der Operationszone. (37) So wurde ich etwa rund vierzehn Tage zur Wende Jänner/ Februar 1945 zur Verwaltung eines Verpflegungslagers in Asiago, also den Sieben Gemeinden, abkommandiert. (38)

Anfang April 1945 wurden wir Einsatzhelfer wegen des von der deutschen Aufklärung bekannten, für Mitte April vorgesehenen Generalaufstandes der Partisanen, in die Heimat nach Tirol zurückgeführt. …“ (39) Dieser sehr detaillierte Bericht ist bisher der einzige, der für einen der oben genannten Sicherungsabschnitte vorliegt. Doch in einem Punkt scheint der Berichterstatter zu irren. Im November 1944 lagen noch keine Teile des SS-Polizei-Regiments „Schlanders“ in Roncegno!

Als K.S. als Einsatzhelfer in Roncegno eintraf, dürfte es sich um Teile des III. Bataillons des SS-Polizei-Regiments „Bozen“ gehandelt haben, die dort stationiert waren. (40) Erst im Dezember 1944 dürfte dieses Bataillon dann durch das II. Bataillon des neuaufgestellten SS-Polizei-Regiments „Schlanders“ abgelöst worden sein, welches gerade seine Ausbildung beendet haben dürfte.

Der Chef der Ordnungspolizei hatte erst am 12.Oktober 1944, Kdo g I Org. (3) Nr. 650/44(g), seine Aufstellung befohlen:
„ … 1.) Vom BdO Italien ist mit eigenen Kräften und volksdeutschen Südtirolern ein Regiment aufzustellen. Das Regiment führt die Bezeichnung

SS-Polizei-Rgt. „Schlanders“
....“ (41)
Regimentskommandeur wurde der Major d. SchP. Georg Hahn, die drei Bataillone übernahmen
I/Schlanders - Maj. d. SchP. Fehmers in Edolo, dort auch der Regimentsnachrichtenzug
II/Schlanders - Maj. d. SchP. Ahrens in Feltre
III/Schlanders - Maj. d. SchP. Erwin Grimm in Belluno (42)
Das Regiment setzte sich aus Südtirolern aus allen Landesteilen, auch aus den ladinischen Tälern, zusammen (43)

Die etwa dreimonatige Grundausbildung schloss mit einer Eidesleistung ab – für „Volk, Führer und Heimat“, wie es hieß. Es war dies ein feierlicher Akt, der in Bozen vor dem SS-Obergruppenführer Karl Wolff und in Schlanders und Brixen vor dem Obersten Kommissar Hofer geleistet werden musste. (44)

Allgemein ist die Informationslage zum anschließenden Einsatz des Regiments „ … im Bereich Trient – Belluno – Vicenza, wobei die einzelnen Kompanien mitunter in Gruppen zu etwa zwölf Mann auf mehrere kleine Stützpunkte verteilt wurden …“ eher schlecht. „ … Die Aufgaben dieses Regiments bestanden hauptsächlich in Wach- und Sicherungstätigkeit, in Radpatrouillen mit einem Aktionsradius von etwa 30 Kilometer sowie in Partisaneneinsätzen im Gebiet um Primolano, Feltre und Primiero, wo es zu mehreren verlustreichen Einsätzen kam. …“ (45)

Während das I. Bataillon – zumindest ist das für die 3.Kompanie bekannt – bereits am 22.Dezember 1944 nach Rovereto verlegte (46), war das III. Bataillon im Raum Feltre im Einsatz, wie ein Angehöriger der 12.Kompanie z. B. für den 17.Januar 1945 berichtet. (47) Das II. Bataillon soll nach bisher unbestätigten Angaben zu diesem Zeitpunkt bereits nach Roncegno verlegt haben. Leider liegen bisher dazu weder ergänzende Berichte noch Angaben aus offiziellen Dokumenten vor. (48)

Aus einer Stellenbesetzungsliste der Verwaltungsbeamten im Bereich des Höchsten SS- und Polizeiführers Italien mit Stand vom 1.Februar 1945 gehen folgende Dienststellen und Standorte für das Regiment, welches zu diesem Zeitpunkt eine Stärke von 2192 Mann gehabt haben soll, hervor (49)
Rgts.Stab u. Schlanders Oblt. d.Sch. d.R. Hahn Leit.Verw.Offz.
Rgts.-Einheiten PS Harms
I. Bataillon Schlanders Lt. d.Sch. Siegert Leit.Verw.Offz.
Lt. d.Sch. Hucke
II. Bataillon Feltre Lt. d.Sch. Molt Leit.Verw.Offz.
P.Ang. Doubek
P.Ang. Falkenburg
III. Bataillon Belluno Lt. d.Sch. Anders Leit.Verw.Offz.
PS Behrens

Erst für den 9.April 1945 liegen wieder Angaben vor, nach denen der Stab des SS-Pol.Rgt. „Schlanders“ und sein II. Bataillon in Roncegno, Provinz TN, Operationszone Alpenvorland OZAV unter dem SS- und Polizeiführer Alpenvorland eingesetzt war. (50)
Das I. Bataillon lag zu diesem Zeitpunkt in Rovereto, Provinz TN, das III. Bataillon in Feltre, Provinz Belluno, beide unterstanden in der Operationszone Alpenvorland OZAV dem SS- und Polizeiführer Alpenvorland (51)

„ … Ab Mitte April 1945 erfolgte der geordnete Rückzug von Offizieren und Mannschaft in Richtung Cortina und durch das Pustertal. … Von Bozen aus wurde die Rückkehr auf eigene Faust fortgesetzt. Die Angehörigen des Pol.-Rgtes. „Schlanders“ wurden in den darauffolgenden Wochen von den Alliierten nach Bozen überstellt, über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten in einem Internierungslager festgehalten und dann regulär entlassen. …“ (52)

Sollten also noch Angaben und Hinweise zu den oben genannten Sicherungsabschnitten beim Bauvorhaben „Voralpenstellung“ („Blaue Linie“) als auch zum Einsatz des SS-Pol.Rgt. „Schlanders“ möglich sein, bittet der Verfasser um entsprechende Rückmeldung!
Roland P....

Anmerkungen und Quellen:
1. Margareth Lun, NS-Herrschaft in Südtirol. Die Operationszone Alpenvorland 1943 – 1945, Studien-Verlag, Innsbruck, 2004, S. 387 – 388 oben, im Folgenden „Lun, Südtirol, S.“, Anm. 1712 Rauchensteiner, Der Krieg in Österreich, S. 288
2. Lun, Südtirol, S.387 – 388, Anm. 1713 Stuhlpfarrer, Operationszonen, S. 111
3. Lun, Südtirol, S. 387 – 388 oben
4. Lun, Südtirol, S.388
5. Michael Wedekind, Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik in Norditalien 1943 bis 1945, Oldenbourg Verlag 2003, S. 292, im Folgenden „Wedekind, Norditalien, S.“; während Lun, Südtirol, hauptsächlich Angaben zur Operationszone Alpenvorland enthält, werden bei Wedekind, Norditalien, beide Operationszonen beleuchtet, aber eher mit Schwerpunkt OZ Adriatisches Küstenland
6. Wedekind, Norditalien, S.292
7. Lun, Südtirol, S.388, Anm. 1714 Rauchensteiner, Krieg in Österreich, S. 288, s. a. Wedekind, Norditalien, S.292
8. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1715 RH 19 X/85, 13/617 f. Fernschreiben WFSt, Qu 2 (Süd/Südost) Nr. 0014/653/44 g.Kdos v. 12.12.1944 an HGr. C
9. Wedekind, Norditalien, S.292, s. a. Anm. 509 auf S. 293
10. zu Hofer s. a. Karl Höffkes, Hitlers politische Generale. Die Gauleiter des Dritten Reiches, Grabert-Verlag, 1997, S.148 – 151, seit 16.11.1942 Reichsverteidigungskommissar für den Gau Tirol-Vorarlberg, seit 10.9.1943 Reichsverteidigungskommissar für die Operationszone Alpenvorland (Bozen, Triest, Belluno) und ab 12.9.1943 zuständig für den Stellungsbau in Südtirol und im italienischen Gebiet bis Verona
11. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1716 Rauchensteiner, Krieg in Österreich, S. 289, s. a. Wedekind, Norditalien, S.293 Anm. 509, am 17.9.1944 wurde dem Ausbau des Abschnittes Stilfser Joch – Schweizer Grenze zugestimmt, s. a. KTB OKW Bd. IV/1 S. 593 ff
12. Lun, Südtirol, S. 388
13. Wedekind, Norditalien, S.293, ohne weitere Erklärungen, auf S. 450 nennt Wedekind dann auch nur sechs (!) Abschnitte, die er mit I – V und IX, aber jeweils selber mit Fragezeichen hinter der Nummerierung aufführt
14. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1717 BA K R 70/6, 2 Schreiben des Bev. Gen. der deutschen Wehrmacht in Italien/MV-Chef v. 16.12.1944 an den Bev. Gen. und den HÖSSPF Wolff, s. a. Wedekind, Norditalien, S.293, im Bereich des Obersten Kommissars Triest wurden zwei Arbeitsstäbe eingerichtet, die personell in enger Verbindung zur SS standen
15. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1718 BA K R 70/6, 2 Schreiben des Bev. Gen. der deutschen Wehrmacht in Italien/MV-Chef v. 16.12.1944 an den Bev. Gen. und den HÖSSPF Wolf
16. Vorgänger war General der Infanterie Rudolf Toussaint; s. a. Keilig, Generale der Heeres, S. 347 unten, seit September 1943 bis „August 1944“, seit 26.7.1944 war dieser Wehrmachtsbevollmächtigter beim Reichsprotektor Böhmen und Mähren
17. s. a. Höffkes, Gauleiter, S. 268 – 271
18. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1719 Klaus Mahnert, Mildernde Umstände, Bericht über einen Lebensabschnitt 1913 – 1945, Innsbruck, 1977, unveröffentlichtes Manuskript, S. 177 sowie BA K R 70/6 Befestigungsbauten in der Operationszone Alpenvorland und der Operationszone Adriatisches Küstenland, Dezember 1944, s. a. Wedekind, Norditalien, S. 293 Die OT hatte lediglich den Bauapparat zu stellen und die technische Aufsicht zu führen
19. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1720 RW 4/v. 714 D
20. Lun, Südtirol, S. 388, Anm. 1721 Stuhlpfarrer, Operationszone, S. 114, s. a. Wedekind, Norditalien, S.293: Auch die eingesetzten Bautruppen des Heeres und der Luftwaffe waren hinsichtlich des reinen Arbeitseinsatzes ausschließlich an die Anordnungen Hofers und Rainers gebunden, zu von Zangen siehe Keilig, Generale des Heeres, S. 379, dieser war ab 25.8.1944 OB der 15.Armee an der Westfront, sein Nachfolger ist bisher nicht bekannt
21. Lun, Südtirol, S. 389, Anm.1722 BA K R 70/6, 3
22. Lun, Südtirol, S. 390, Anm. 1727 BA K R 70/6, 5
23. Wortlaut siehe Lun, Südtirol, S. 390 unten – S.392 oben, Anm.1729 ff Rauchensteiner, Krieg in Österreich, S. 289 ff
24. Lun, Südtirol, S. 392
25. Lun, Südtirol, S. 393
26. K. R. an den Verfasser v. 12.7.2010, Name bekannt, 4 Seiten, hier S. 1
27. s. a. Wedekind, Norditalien, S. 336, demnach gehörten zum Aufgabenbereich des CST Polizei-, Bewachungs- und Sicherungsaufgaben (etwa beim Stellungsbau), er wurde auch – mit Teilen – zur Verstärkung deutscher Einheiten auch zu militärischen Einsätzen der Partisanenbekämpfung herangezogen
28. Fragezeichen im Original, aus: Wedekind, Norditalien, S.450, Sicherungskommandanten im Alpenvorland
29. BA R 19 370/221- 237, hier 223
30. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2
31. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 3
32. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2
33. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 3
34. Alfred Merath, von Oktober 1940 bis Mai 1945 Kreisleiter in Kitzbühel, s.a. Juristische Zeitgeschichte, Institut für Juristische Zeitgeschichte Hagen, Jahrbuch Band 8 (2006/2007), Herausgegeben von Thomas Vormbau, Berliner Wissenschaftsverlag, 2007, Artikel Thomas Albrich, Gauleiter Franz Hofer und die „braune Elite“ des Gaus Tirol-Vorarlberg im Visier der Nachkriegsjustiz, S. 26 – 74, hier S. 45
35. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2, mit Fragezeichen im Original
36. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2
37. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2
38. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 2 unten, S. 3 oben
39. K.R. v. 12.7.2010, hier S. 3
40. s. a. Wedekind, Norditalien, S.329, Anm. 612: III./ „Bozen“ „spätestens IX/44 Raum Bologna, dann teils Roncegno (TN), teils Valsugana (TN), teils Cadore (BL), seit XII/44 S. Stefano die Cadore – Pieve die Cadore (BL) …“
41. BA Berlin R 19 326/120 – 123, Auszug in BA-MA N 756/40, s.a. Mehner, Waffen-SS und Ordnungspolizei, 1995, S. 325
42. BA Berlin R 10 – 451/ 62 Übersicht über Kräfte der Ordnungspolizei und ihren Einsatz, Stand 20.Oktober 1944m NARA T-175/8/2509034 – 44, bereits in der Kräftegliederung der Ordnungspolizei zum 15.7.1944 war im Bereich des BdO Verona, General der Polizei von Kamptz, u. a. handschriftlich Major Hahn, Schlanders, Btle. Schlanders, als unleserliche handschriftliche Einträge am Rand genannt, s. a. BA Berlin R 10 – 451/ 28 Übersicht über Kräfte der Ordnungspolizei und ihren Einsatz, Stand 15.Juli 1944
43. Lun, Südtirol, S. 161
44. „Erlebte Geschichte“, Südtiroler Zeitzeugen erzählen, Heinz Degle, Athesia-Verlag, Bozen, 2009, Kapitel „Für Volk, Führer und Heimat – Die Südtiroler Polizeiregimenter“, S. 447 – 469, hier S.451
45. Christoph von Hartungen u. a. Die Südtiroler Polizeiregimenter in „Der Schlern“, 55.Jhg. 1981, S. 512 – 513, hier S. 513, s. a. Lun, Südtirol, S. 161
46. Franz Ungerer, 1985 Erzpfarrer von Schlanders, 25.2.1985, Auer, Anfang und Ende des Polizeiregimentes Schlanders in: Südtiroler Kamerad, Juli-Aug.1985, S.8, aus: K. Imhoff, Pi.Chronik Karstjäger, Pionier-Chronik der Waffen-SS, Selbstverlag, Korchenbroich
47. Erlebte Geschichte, S.464 unten – S. 465 oben
48. s. a. Wedekind, Norditalien, S. 329, Anm. 623, „ … SS-Polizei-Regiment „Schlanders“: Aufstellung VIII – IX/44, Sitz des Rgt.-Stabes: XII/44 Schlanders, dann: Roncegno, gegen Kriegsende Bozen…. I. Btl.: Pasubio, gegen Kriegsende Bozen, II. Btl. Roncegno, gegen Kriegsende Bozen, III. Btl. Feltre, gegen Kriegsende Bozen. …“
49. R 19 370/221- 237, hier 225
50. BA, NS 33/1003
51. BA, NS 33/1003
52. Hartungen, Polizeiregimenter, S. 513, damit enden auch die Angaben zu diesem Regiment
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BeitragBeitrags-Nr.: 190852 | Verfasst am: 16.12.2010 - 10:35    Titel: Re: Zur Geschichte des SS-Polizei-Regimentes “Bozen” Antworten mit Zitat

RolandP hat Folgendes geschrieben:
Hallo zusammen,

ich wollte die vorstehende Frage noch einmal aktualisieren Winken

Ansonsten hier ein Artikel, der jetzt vor kurzem im "Freiwilligen" erschienen ist, vielleicht ist er ja auch für andere interessant ... Keine Ahnung



Kam per Mails ans PA:

Zitat:
Der Major hieß Helmut DOBEK und nicht Dobrick

Er hat sich auch nicht geweigert die Exekution durchzuführen, er hatte
sich am vorabend angeboten mit seinen Männern die Durchführung zu
übernehmen. Nach Rücksprache mit seinen Ofizieren hat er am nächsten
Vormittag bei seinem General Mälzer darauf hingewiesen, das seine Männer
wohl nicht in der Lage seien, in der anbraumten Zeit soviele Personen zu
exekutieren. General Mälzer zeigte dafür Verständnis und wandte sich an
seine vorgesetzte Stelle, dem AOK 14. Von dort erhielt er den Auftrag
\"Polizei ist betroffen, Polizei soll sühnen\". Dann erteilte er den
Auftrag an Kappler.
9. Kompanie: Hauptmann d. Schupo Günter richter
10. Kompanie: Oberleutnant d. Schupu Hans Günter Hennecke
11. Kompanie: Leutnant der schupo Walter wolgast
zu den aufgeführten Opfern ist zu sagen, daß der aufgeführte Josef
Rauch RAICH hieß. Es fehlt das 34. Opfer: Alios Hofer I, geb. 7.6.1903 in
St. Ulrich.
5 italienische Personen wurden ebenfalls Opfer.


i.A.

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BeitragBeitrags-Nr.: 196843 | Verfasst am: 01.10.2011 - 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hat jemand was zu einer Polizei-Brigade Danz, September 1944, AOK 4, Kdr. Oberstlt. der Schupo Danz? 4 mittelstarke Btle. (I.- III./Pol.Rgt.4 plus I./PolRgt.31, Inf.Kampfstärke am 24.9. 1219 Mann) und 3 Bttrn. le. Ari...?



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BeitragBeitrags-Nr.: 196847 | Verfasst am: 01.10.2011 - 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Gruppe Oberst Danz, ab 07.10.1944: Gr. Oberst Hannibal (Unterstellung: VI. AK).

Ansonsten habe ich nur das, was im "Tessin/Kannapin" resp. bei Neufeldt/Huck/Tessin zu finden ist.
Pol.Spezi ist ja nun mal *RolandP*, aber der lässt sich nur selten hier sehen, da er jetzt "Mitarbeiter des FdW" ist und m.W. an einem Buch werkelt.

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Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 01.10.2011 - 18:42, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 196848 | Verfasst am: 01.10.2011 - 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ach so, Hannibal, dann ist eigentlich alles klar. Dem Roland hab ich heute schon etwas für sein Archiv 'verehrt' Grins



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BeitragBeitrags-Nr.: 207212 | Verfasst am: 12.11.2016 - 15:52    Titel: Antworten mit Zitat

Einsatzgruppe Anhalt

Stand Ende April 1944/ Operation Frühlingsfest

- SS-Pol.Rgt.2
- SS-Pol.Rgt. 24
- SS-Sonderbtl. 'Dirlewanger'
- Schumabtl. 62
- 1.Batterie SS-Sonderbtl. 'Dirlewanger'
- 1. und 3.Batterie Pol.Geschütz.Abt. 1

Weitere Einsatzgruppen:

- Kaminski
- Rehdantz
- Krehan

Quelle:

Mark Yerger, German Cross in Gold Vol.5, S.105

Winken

Jan-Hendrik
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 208938 | Verfasst am: 05.10.2017 - 12:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hier ein interessantes Dokument zum Pol.-Schützen-Regiment 34 Cool



Jan-Hendrik
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