Unbekannte Geschütze 1. WK aus DOA / Tanzania
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 194944 | Verfasst am: 24.05.2011 - 07:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin ja immer noch nach den 4,7-cm am forschen, dabei stieß ich nebenbei auf ein anderes, sehr interessantes Detail
Weil Maxims damals noch der Artillerie zugerechnet wurden und dieses bei der Schutztruppe eingesetzt wurde, nehme ich es mal hier mit rein

Über das Maxim Maschinengewehr selbst und seine Geschichte noch großartig zu schreiben hieße in einem Forum wie diesem wohl Eulen nach Athen tragen

Wir haben jetzt Belege dafür, das die Wissmanntruppe in Ostafrika vermutlich der erste militärische Verband weltweit war, der diese Waffe in einem Kampfeinsatz nutzte
Dies war am 9.Juli 1889 bei der Landungsoperation in Pangani durch Leutnant Boehlau
http://i56.tinypic.com/sm7t6a.jpg

Es wurde häufig angenommen, bei der von Wissmann mitgeführten Waffe handelte es sich um ein Nordenfeldt M 1886
Diese Annahme findet sich auch in einen Bericht im „DWJ Extra 9, Maschinenwaffen I“ von 2008
Eine der Ursachen hierfür dürfte u.a. in folgender Textpassage aus dem Buch „Herrmann v. Wissmann, Deutschlands größter Afrikaner“ zu finden sein:
http://i55.tinypic.com/2zfijy0.jpg


Bei Richelmann und von Behr finden sich jedoch recht detaillierte Beschreibungen der Waffe:
http://i53.tinypic.com/4vkbwm.png
http://i52.tinypic.com/2qnmcmt.jpg

* Hiram Maxim war nicht nur ein begabter Konstrukteur sondern auch ein gewiefter Geschäftsmann, der seine neue Entwicklung gut zu promoten wusste
Als Henry Morton Stanley seine Emin-Pasha-Relief- Exedition aufstellte, gab ihm Maxim einen Prototypen mit auf die Reise
Damit fand seine Waffe im Gefolge dieser Expedition ein weltweites Medienecho
Es war mir an Hand des vorliegenden Quellenmaterials jedoch nicht möglich herauszufinden, wie die Wissmann-Truppe an ihr Maxim gelangte

Dies ist der von Stanley mitgeführte Prototyp
http://i51.tinypic.com/30cszu0.jpg

Vom deutschen Exemplar ist mir nur diese sehr unscharfe Aufnahme aus der Anfangszeit der Wissmanntruppe bekannt
http://i54.tinypic.com/345neys.jpg

Es dürfte aber mit diesem auf einer 1888 entstandenen Aufnahme weitgehend identisch sein
http://i56.tinypic.com/jhew7l.jpg

Von allen neuzeitlichen Erfindungen war neben der Eisenbahn das Maxim diejenige, mit der die Kolonialisierung Afrikas entscheidend vorangetrieben wurde

Doch die prophetische Aussage von Behrs aus dem Jahr 1891:
(---)und vor allem die ungeheure Schußgeschwindigkeit werden diesem neuen Geschütz eine hervorragende Rolle in den Kriegen der Zukunft sichern.
sollte sich erst auf den Schlachtfeldern des ersten Weltkriegs in vollem Umfang erfüllen
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 195003 | Verfasst am: 27.05.2011 - 09:14    Titel: Antworten mit Zitat

(Hier meine `reduzierte´ Antwort, da das `Orginal´ beim dem Absturz meiner Festplatte flöten ging. Ich wird wohl nie begreifen, was diese zweifelfrei fähige und
intelligente Subkulturszene mit derart destruktiver Energie damit bezweckt, solche Viren zu kreieren. Kommerzielle Interessen oder Anerkennung können es ja nicht sein.)

Zitat:
Es wurde häufig angenommen, bei der von Wissmann mitgeführten Waffe handelte es sich um ein Nordenfeldt M 1886
Diese Annahme findet sich auch in einen Bericht im „DWJ Extra 9, Maschinenwaffen I“ von 2008
(Aus dieser Quelle hatte ich auch meine Info.)


Zitat:
Eine der Ursachen hierfür dürfte u.a. in folgender Textpassage aus dem Buch „Herrmann v. Wissmann, Deutschlands größter Afrikaner“ zu finden sein:
(Hab meins noch zu DM-Zeiten erstanden. Wie ich dich kenne hast du es als E-Book)


Das Interesse von Kronprinz Wilhelm von Preußen an technischen Neuerungen war ja frühzeitig geweckt worden. Bei einem Besuch in England erhielt er von
seiner Großmutter Queen Victoria 1887 ja bekanntermaßen eine Nordenfeldt Gun Modell 1886 nebst Zubehör und 450/577 Munition, in der 3-läufigen Version
und schickte dies auf einem zweispännigen Transportkarren verlastet nach Deutschland. Das Deutsche Heer hat die Nordenfeldt, neben einer Gatling und Gardner
Vergleichserprobung unterzogen, aber nicht eingeführt. Auch die kaiserliche deutsche Marine erprobte die Nordenfeld, führte sie aber ebenfalls nicht. Nachdem
Wilhelm am 15. Juni 1888 den Thron bestieg setzte sich er sich, gegn den deutschen Generalstab durch, und für eine MG-Bewaffnung ein. Eine gewisse Erklärung
für die Schwierigkeit an genaue Daten und Fakten zu gelangen, könnte die folgende Textpassage aus: Deutsche Maschinengewehre von Herbert Jäger sein:

Als Sir Hiram Stevens Maxim 1915 in London seine Autobiographie herausgab, begann diese mit der Erklärung, das dass Buch zwar die Wahrheit enthielte, aber nicht
die volle Wahrheit, weil diese ihn sonst in Rechtsstreitigkeiten stürzen würde. Wenn Maxim auch noch auf anderen Gebieten als der Rüstung tätig gewesen war, so lag
seine Zurückhaltung doch nur in der kommerziellen Nutzung seines MG begründet. Die anderen Teile des Buches, die sich mit Elektrizität uns Flugwesen befassen, sind
dagegen sehr detailiert und aufschlussreich. Selbst dort, wo historische Ereignisse wie, Vorführungen oder Erprobungsschießen der Maxim-MG durch fremde Heere
und Marinen beschrieben werden, fehlen fast immer die Zeitangaben. Der Ankauf von Maxim-Waffen wird durch verschiedene Länder wird stets nur allgemein
dargestellt, ohne zwischen Käufen für Testzwecke und solchen für die Einführung in die Streitkräfte zu unterscheiden. Das genaue Datum der Einführung des Maxim in
die deutschen Streitkräfte kann man aus dieser Autobiographie nicht erschließen. . . Das Maxim wurde 1889 in sehr begrenzten Stückzahlen angekauft, wobei der
Kaiser einige davon aus eigener Tasche bezahlte und diese ausgewählten Einheiten überreichte.


Hier das Vier-läufige Nordenfeld in Koblenz:
http://i54.tinypic.com/24fmyxl.jpg


Dem Erscheinungsbild nach zu urteilen scheint dies das erste Maxim zu sein; stutzig macht mich nur die Jahreszahl 1895.
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maxim_machine_gun_Megapixie.jpg?uselang=de

Müsste ja eigentlich 10 Jahre früher gewesen sein; 1885 (ganz unten)
http://www.rt66.com/~korteng/SmallArms/mghvruss.htm

Wobei jetzt nicht klar ist, ob dies mit oder ohne Wasserkühlmantel gebaut wurde.
http://www.oocities.org/dencee/Frontier.htm
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 195005 | Verfasst am: 27.05.2011 - 09:57    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Dem Erscheinungsbild nach zu urteilen scheint dies das erste Maxim zu sein

Hierbei handelt es sich um eine spätere "light"-Version

Zitat:
Müsste ja eigentlich 10 Jahre früher gewesen sein

Richtig, das ist das allererste Modell
Dazu gibt es in einer zeitgen. Ausgabe d. "Scientific American" noch technische Zeichnungen u.ä.

Zu den Erprobungen, Vergleichstests und Beurteilungen dieser Waffe habe ich noch einen wirklich sehr detaillierten 24-seitigen Artikel aus dem "Archiv f. d. Artillerie und Ingenieur-Offiziere d. Reichsheeres" aus dem Jahr 1889

Ich schicke Dir Kopien von beiden mit der nächsten E-Post

Winken
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 195794 | Verfasst am: 12.07.2011 - 07:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hier gibt es von Bushfighter Harry noch eine Detailgeschichte zu den in DSWA von den Briten eroberten 7,5-cm-Gebirgsgeschützen,
welche dann in DOA gegen die Schutztruppe eingesetzt wurden: http://www.kaiserscross.com/188001/344964.html

Und hier nochmal die 10,5-cm-Marie-Haubitze, um die es in dieser Story auch ging.
http://i52.tinypic.com/57fxs.jpg
Bildquelle: Corporal Haussmann goes to war.
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 196083 | Verfasst am: 31.07.2011 - 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hier noch mal ein deutliches Foto des erbeutenden deutsches Geschützes, dessen Typ Olav ja schon nachgewiesen hat.
http://www.kaiserscross.com/188001/372664.html

http://i55.tinypic.com/bj63j8.jpg . http://i52.tinypic.com/2wdc8ra.jpg
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 196089 | Verfasst am: 01.08.2011 - 13:23    Titel: Antworten mit Zitat

Holger Kotthaus hat Folgendes geschrieben:
Hier noch mal ein deutliches Foto des erbeutenden deutsches Geschützes, dessen Typ Olav ja schon nachgewiesen hat.


LTDAN hat Folgendes geschrieben:
Ich persönlich bin mittlerweile ziemlich sicher, das es eine 6-cm Kanone ist (---)
Solange ich aber kein verwertbares Material zur deutschen 4,7-cm habe, bleibt hier leider immer noch ein Fragezeichen

Harry ist mal wieder Gold wert! Gut gemacht! All zu viele Unbekannte haben wir jetzt wirklich nicht mehr übrig
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 202182 | Verfasst am: 18.06.2013 - 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

LTDAN hat Folgendes geschrieben:

A1
13.Aug – 4,0-cm – Shinxhaven „Herrmann“
Zitat:
Laut Akte der englischen Regierung über die Prisengerichtsverhandlung am 21. März 1919 in London,
wurde auf der Hermann von Wissmann am 13. August 1914 kein Geschütz erbeutet (Unbewaffnet)

Ich habe ergänzend einen Artikel der New York Times vom 17. Okt.1914. Auch dort wird die Kanone nicht explizit erwähnt
http://i42.tinypic.com/264s809.jpg
An dem Tag lag der Pott auf der Slip und bestimmt hat man vorher so viel wie möglich abmontiert um zu leichtern
http://i40.tinypic.com/sdmo48.jpg
Prisengeld (und darum ging es ja wohl) gab es wahrscheinlich nur für den Kahn selber
Fakt bleibt letztlich, nach dem Angriff vom 13. taucht sie bei den unseren nicht mehr auf. Also sollten wir es vorläufig dabei belassen. Falls sich etwas neues ergibt, können wir es ja entsprechend ändern.


Geschieht hiermit:
Zitat:
ENCLOSURE DESPATCH RELATING TO FIELD OPERATIONS.

From Lieut.-Colonel G. M. P. Hawthorn, 1st K.A.R., Commanding Troops, Nyasaland.

To His Excellency the Governor and Commander- in-Chief, Nyasaland Protectorate.

Zomba, 11th October, 1915.

On August 8th the Government armed steamer "Guendolen," (sic) commanded by Commander E. L. Rhoades, was ordered to proceed north to reconnoitre Sphinxhaven, where it was reported that the German Government steamer "Wissmann" was undergoing repairs.

Commander Rhoades surprised the ''Wissman" on the stocks at dawn, August 13th. He found that it was impossible to refloat her, so, after removing the armament and important parts of the engines, he returned to Fort Johnston on August 15th with the captured crew.


Quelle: http://www.naval-history.net/WW1NavyBritishLGDispatchesArmy1916-17.htm#29692
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 202427 | Verfasst am: 19.07.2013 - 10:36    Titel: Antworten mit Zitat

Interessante Detailaufnahmen einer 37mm SK auf selbstgestricker Lafette, erbeutet am 24.Juni 1916 in Lukigura

http://i44.tinypic.com/k3ordf.jpg
http://i41.tinypic.com/35bch0j.jpg

Mehr Bilder:
http://www.flickr.com/photos/pennstatespecial/sets/72157632810433503/
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 202444 | Verfasst am: 21.07.2013 - 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Nachdem ich vorgestern (vor Ort) in Mahenge angekommen bin, kann ich dank der Technik jetzt auch von hier aus
`online´ antworten. (Eigentlich bin ich auf der Suche nach dem Grab des Major Johannes von Lagenn-Steinkeller und
weiterer Schutztruppenangehöriger sowie einiger von Ludwig Boell beschriebener Positionen am Oberlauf des Luwegu.)

Zu deinem Link Hinweis; Tolle Aufnahmen die da jemand bei Flick eingestellt hat. Der Autor spricht von einer erbeuteten
Pom-Pom; also einer 3,7-cm Revolver- oder Maschinen-Kanone. Die 3,7-cm Maschinenkanone gab es ja bekanntlich nicht
in DOA; und eine 3,7-cm Revolverkanone ist nicht dargestellt. Also eine 3,7-cm (Einzel) Schnell-Lade-Kanone. Aber auch
wieder keine serienmäßige Ausführung.

(Die hätten uns beide damals besser mitgenommen, dann gäb´s heute nicht solche `Patzer´, und wir müßten uns nicht solche Arbeit machen. - Grins -)
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 208898 | Verfasst am: 24.09.2017 - 08:55    Titel: Antworten mit Zitat

Artilleriebestand Schutztruppe DOA 1914 – 1918

A-Friedensbestand
8 x 3,7 cm Revolverk
11x 3,7-cm SK
3 x 4,7-cm
2 x 6-cm-Kolonial-Kanone
11 x Feldkanone C/73 *
2 x 4 cm SK
37

B-Zugänge durch Reaktivierung
1 x 6,5-cm Gebirgskanone
1 x C/73 Feldkanone
1 x 15-cm Marinekanone
3

C-Zugänge Marine / Blockadebrecher
"SMS Möwe"
3 x 3,7 cm Revolverkanone 05.Sept.1914

"SS Rubens" (Sperrbrecher A / Kronborg) 18. Febr 1915
2 x 6-cm- Bootslandungskanonen

"SS Marie" 16. März 1916
2 x 7,5-cm-Gebirgskanone Krupp L/14 M1912
4 x 10,5-cm Feld-Haubitze m.98/09 "

„SMS Königsberg“
1 x 6-cm-Bootslandungskanone, 05. August 1914
2 x 8,8-cm-SK 05. Sept. 1914
10 x 10.5 cm SK ab Juli 1915
22

D-Zugänge Beutegeschütze
3 x 4,7-cm-Kanonen Hotchkiss*** -- "Adjudant" 06. Februar 1915 Rufiji
2 x QF 12pdr 8cwt (englisch) -- 29. Oktober 1916 Ngominji
1 x 7-cm-Gebirgskanone (belgisch) --** 14. September 1916 Itaga
2 x 7-cm-Gebirgskanone (portugiesisch) -- 01. Dezember 1916, Newala,
1 x 3,7cm Revolverkanone (portugiesisch) -- 10. Dezember 1916 Tschianga
1 x 7,5-cm (britisch) -- 16.Oktober 1917 Njangao
1 x 3,7-cm Kanone (port) -- 01.Dezember 1918 Namapa POA
1 x 4,5-cm port. Leichtgeschütz -- 17.Juni 1918 Mubeya POA
1 x 3" Stokes Mörser -- 22.Juli 1918 Nyamirue POA
13

E-Beutegeschütze oh. nachw. Einsatz

1 x 7-cm-Gebirgskanone (belgisch) gesprengt 14. September 1916 Itaga
2 x 7-cm-Gebirgskanone (portugiesisch) o. Verschl 01. Dezember 1916, Newala,
2 x 7-cm Gebirgskanone (britisch) mussten zurückgel. werden 01. Mai 1918 Koronje POA
2 x 7-cm-Gebirgskanone (portugiesisch) o.Verschl **** 01. Juli 1918, Kokosani POA
7

82


* geklärt
** Es wurde bei der Evakuierung von Tabora nur ein Geschütz mitgeführt, das zweite wurde gesprengt

*** Nachweis über Verbleib 3. Geschütz steht noch aus

****genau genommen wurde ein Geschütz mit dem Verschluß der mitgebrachten Kanone weiter genutzt


Verlustliste
(Datum - Typ - Ort)

1914
05.Aug - C/73 -- Dar es Salaam
05.Aug - C/73 -- Dar es Salaam
05.Aug - C/73 -- Dar es Salaam
05.Aug - C/73 -- Dar es Salaam
13.Aug - 4,0-cm -- Shinxhaven „Herrmann“
09.Sept - 3,7-cm SK -- Kaporo
09.Sept - 3.7-cm SK -- Kaporo

1915
06.Mär - 3,7-cm Revolverk -- Speke-Golf „Muansa“
21.Mär - 10,5-cm SK -- Kahe
23.Juni - C/73 -- Bukoba
26.Dez - 3,7-cm Revolverk. Tanganjika „Kingani“

1916
09.Feb - 3,7-cm Revolverk -- Tanganjika „Hedwig“
09.Feb. - 4,7-cm -- Tanganjika „Hedwig“
22.Mär - 6,0-cm -- Latema Nek
16.Mai - C/73 - Njawarongo
18.Mai - 10,5-cm SK -- Kondoa-Irangi
06.Juni - 6,0-cm -- Mombo
06.Juni - 4,7-cm -- Sane-Paß, Langenburg
10.Juni - 3,7-cm SK -- Ukerewe
10.Juni - 3,7-cm SK -- Ukerewe
15.Juni - C/73 -- Gitega
15.Juni - 3,7-cm Revolverk -- Kwediboma b. Pongwe
15.Juni - 3,7-cm Revolverk -- Misungwi/Bukoba
24.Juni - 3,7-cm SK -- Lukigura
26.Juni - 6,5-cm -- Niakassu
03.Juli - 6,0-cm -- Kato
03.Juli - 4,7-cm -- Busirajombe
14.Juli - 10,5-cm SK -- Muansa
15.Juli - 4,7-cm -- Segera-Berg
24.Juli - 10,5-cm Haubitze -- Malangali
28.Juli - 4,0-cm -- Kigoma
28.Juli - 3,7-cm Revolverk -- Kassaba
28.Juli - 3,7-cm Revolverk -- Kassaba
01.Aug - 15-cm RK -- Dar es Salaam
15. Aug - 10,5-cm SK -- Bagamojo
15.Aug - 3,7-cm Revolverk -- Bagamojo
24.Aug - 8,8-cm -- Mlali
30. Aug - 10,5-cm SK -- Morogoro
02.Sept - 10,5-cm SK -- Korogwe
11.Sept - 3,7-cm SK -- Dutumi,
11.Sept - C/73 -- Dutumi
14.Sept - C/73 -- Tabora/Itaga
14.Sept - C/73 -- Tabora/Itaga
18.Sept - 10,5-cm SK -- Tabora
22.Sept - 3,7cm SK -- Tabora/Sikonge
22 Sept - 3,7cm-Revolverk -- Tabora
22.Sept - 7,0-cm (belg) -- Tabora
30.Okt - 6,0-cm -- Mkapira
01.Nov - QF 12pdr -- (brit) Ngominji
07.Nov - 3,7-cm --Revolverk Malangali
17.Nov - QF 12pdr --(brit) Lupembe
26.Nov - 10,5-cm --Haubitze Ilembule

1917
01.Jan - 10,5-cm Haubitze -- Tschimbe
15.Jan - 10,5-cm SK -- Kibata
24.Jan - 8,8-cm SK -- Likuyu
11.Mär - 3,7-cm Revolverk (port) -- Mingojo/Rovuma
01 Apr - 3,7-cm SK -- St. Moritz (Rukwa-See)
01.Aug - 7,0-cm (belg) -- Mpopa
09.Aug - 3,7-cm SK -- Ssoissa
09.Aug - 3,7-cm SK -- Ssoissa
15. Aug - 3,7-cm Revolverk -- Mpepo
06.Okt - 7,0-cm (port) -- Mbemkuru
16. Okt - 4,7-cm -- Njangao
16.Okt - C/73 -- Luwegu
27.Okt - 10,5-cm SK -- Mahiwa
28.Okt - 10,5-cm SK -- Massassi
17.Nov - 10,5.cm Haubitze -- Njambindinga
17.Nov - 7,5-cm (brit) -- Njambindinga
18.Nov. - 7,5-cm Erh. -- Kitangari
28.Nov - 6,0-cm -- Rovuma
28.Nov - 3,7-cm SK --Rovuma

1918
01.Mai - 7,5-cm -- POA
22.Mai - 3,7-cm SK (port) -- Makoti
??.Juli - 4,5-cm (port) -- Kokosani
31.Okt - 3” Stokes (brit) -- Fife
25.Nov - 7,0-cm (port) -- Abercorn



Aktualisierte Fassung 24.9.2017
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 208932 | Verfasst am: 04.10.2017 - 18:53    Titel: Antworten mit Zitat

Die Liste "verdichtet" sich also. Sollte zu 95% komplett sein.


1.)
Verlustdatum- und Örtlichkeit, einer, der zwölf C/73 – fehlen noch.


2.)
13.Aug 1914 - 4,0-cm -- Shinxhaven „Herrmann“
Hierzu weitere, bestätigende Indizien zu dieser seltenen 4-cm-S.K, aus den folgenden drei Quellen:

2. - I. CHAUNCY MAPLES LOG 1914 – 1924, http://www.jstor.org/stable/29778492
Textliche Erwähnung über die Teilnahme gegen die “Hermann von Wissmann“ und Installation
der 4-cm-S.K. ("Baby-Krupp-Gun") auf dem Britischen Dampfer "S.S. Chauncy Maples"

2. - II. Text- und Bildquelle, die ebenfalls erwähnen, dass es sich um die 4-cm-S.K. der “Hermann von Wissmann“ handelt.
https://janiehampton.co.uk/_assets/pdf/201407--history-today.pdf
http://i.telegraph.co.uk/multimedia/archive/02964/Von-WissmanUSE_2964376c.jpg

2. - III.Bis dahin hatte die Kaiserliche Marine, die 4-cm-Marine-Stahl-Kanone (M. St. K.) teilweise
aus Stahlblech bestehend, die 8-cm-Boots-Kanone (Boots-K.) aus Bronze gefertigt und eine
Vielzahl verschiedener Schiffs- und Bootsgeschütze, bis hin zur 28-cm-Ring-Kanone (R.K.). . .

Textquelle: »Marinewaffen, Geschütze und ihre Munition, besonders die leichten Schnelllade-Kanonen der Schiffsartillerie
und ihre Einheitspatrone«, Seite 5, Wolfgang Thamm, Feuerwerker, technical report # 03, pro literatur Verlag * Mehring 2008


Eigentlich fehlt jetzt nur noch eine offizielle Krupp Bezeichnung



3.)
*** Nachweis über Verbleib 3. Geschütz steht noch aus
3 x 4,7-cm-Kanonen Hotchkiss*** -- "Adjudant" 06. Februar 1915 Rufiji

(Den Namen hat man wohl auf deutscher und britischer Seite mit zwei t geschrieben?!)
Interessanterweise gibt es hier Quellenverweise über je: ein, zwei, drei 4,7-cm Geschütz auf der britischen "Adjutant"

3. - I.
"Saturday 6 February 1915. ADJUTANT, patrol vessel, ex-German tug, 231/1905, captured 10 October 1914 in East Africa by
light cruiser Dartmouth, armed with 1-3pdr, took part in capture of Mafia Island 12 January, now with force blockading light
cruiser Königsberg in Rufiji delta, Sub‑Lt Wilfred Price in command, carrying out reconnaissance of one of the entrances.
Heavily shelled from the shore by German forces protecting approaches to Königsberg, steam-pipe cut, drifted ashore and
recaptured; 1 ratings lost, rest of crew taken prisoner. Salvaged by the Germans, got through British naval blockade, steamed
to Dar-es-Salaam, taken to pieces by railway engineers and carried by train to Kigoma, reassembled for operations on Lake
Tanganyika. Hepper, possibly in error, reports that “light cruiser Pyramus later closed and destroyed her where she lay.
"
Textquelle: http://www.naval-history.net/WW1Battle1507KonigsbergAction.htm

3. - II.
Der Gefreite d.R. Fritz Wöhrle beschreibt den Vorgang in seinen Aufzeichnungen und erzählt von zwei erbeuteten 4,7-cm-S.K
»Kämpfer an vergessenen Fronten«, Kolonialkrieg, Wolfgang Förster, Berlin 1931. http://digi.landesbibliothek.at/viewer/image/AC10724635/59/

3. - III.
Boell berichtet in seinem unveröffentlichten Rohmanuskript hingegen von drei 4,7-cm-S.K
Die `Adjutant´ (231 BRT, Länge 35,35 m, 28.12.1905, Kapitän Kayser) war ein deutscher Küsten-Dampfer der DOAL, der am
9. Oktober 1914 vom britischen Kreuzer HMS `Darthmouth´ in den Hoheitsgewässern von Portugiesisch-Ostafrikas zwischen
Beira und der Insel Mozambique aufgebracht und beschlagnahmt worden war. Daraufhin wurde die `Adjutant´ mit 27 britischen
Besatzungsangehörigen und drei modernen 4,7-cm-SK (3-pounder QF Hotchkiss Gun) sowie zwei Maschinengewehren in
Dienst gestellt und unter dem gleichen Namen im Oktober 1914 als Britisches Kanonenboot in die Blockadeflotte gegen die
SMS `Koenigsberg´ vor dem Rufiji-Delta eingereiht. Die Mannschaft und Bewaffnung wurden von dem Kleinen Kreuzer HMS
`Weymouth´ gestellt, der seit Februar 1915 zum Blockadegeschwader vor dem Rufiji-Delta gehörte.



4.)
16. Mai 1916 - C/73 - Njawarongo
Datum und Örtlichkeit: – Steht wo?



5.)
30. Aug 1916 - 10,5-cm SK -- Morogoro
Datum: korrekt; – Örtlichkeit: Würde ich definitiv auf Mkuyuni festlegen wollen.



6.)
01.Jan 1917 - 10,5-cm Haubitze -- Tschimbe
Datum: korrekt; – Örtlichkeit: Naja; - Es war die Straße (kurz!) hinter Kiderengwa, süd-östlich in Richtung Beho-Beho,
Die imaginäre Örtlichkeit: ``Tschimbe´´; - erwähnt sowohl von Boell als auch von Müller lässt sich heutzutage nicht mehr
nachvollziehen; Findet sich außerdem auf keiner, mir bekannten Karte von damals, - oder auch heutigen Ortsangaben.

E5_Kissaki: http://www.digitalcollections.lib.uct.ac.za/islandora/object/islandora%3A24781/datastream/OBJ/view
E6_Mohoro (Rufiji): http://www.digitalcollections.lib.uct.ac.za/islandora/object/islandora%3A24787/datastream/OBJ/view



7.)
8 x 3,7 cm Revolverk
3 x 3,7 cm Revolverkanone 05.Sept.1914

Ich habe diese nie nachgezählt; – 11 x 3,7-cm-RK!; – dies waren ja nicht gerade wenig!
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 208946 | Verfasst am: 07.10.2017 - 09:27    Titel: Antworten mit Zitat

Holger Kotthaus hat Folgendes geschrieben:

4.)
16. Mai 1916 - C/73 - Njawarongo
Datum und Örtlichkeit: – Steht wo?


Es steht HIER, werter Holger

Ich musste aber tatsächlich auch erst mal nachsuchen!
Michel de Montaigne hatte wohl leider Recht: "Das Alter gräbt uns mehr Falten in den Geist als in das Gesicht."

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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 208961 | Verfasst am: 12.10.2017 - 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

LTDAN hat Folgendes geschrieben:
Holger Kotthaus hat Folgendes geschrieben:

4.)
16. Mai 1916 - C/73 - Njawarongo
Datum und Örtlichkeit: – Steht wo?


Es steht HIER, werter Holger

Ich musste aber tatsächlich auch erst mal nachsuchen!
Michel de Montaigne hatte wohl leider Recht: "Das Alter gräbt uns mehr Falten in den Geist als in das Gesicht."

Winken


Ob ein Mensch klug ist, erkennt man an seinen Antworten; - Ob ein Mensch weise ist, erkennt man an seinen Fragen!
(Nagib Mahfuz, Ägyptischer Nobelpreisträger, 1911-2006)
________________________________________________________________________________________________

Versuchen wir also nochmal dieser `Unendlichen Geschichte´ nachzugehen und die obere Liste zu komplettieren.
Mit dem größten Kaliber beginnend, sind folgende Geschütztypen bezüglich Verlustdatum und Örtlichkeit wohl unstrittig:

10 x 10,5-cm-S.K. L/40 urspr. auf M.P.L. Modell C 88 Krupp (der SMS Königsberg)
2 x 8,8-cm-S.K. L/30 urspr. auf M.P.L. C 89 Krupp (Hilfskreuzerzuschlag der SMS Königsberg)
4 x 10,5-cm-l.F.H. L/16 M. 1898/08 Krupp (erreichten DOA mit Hilfsschiff Marie)

12 x (9cm, schwere) 8,8-cm L/22,6, und (8cm, leichte) 7,85-cm L/20 F.K. M. C 73 Krupp (1914 in DOA).
Von diesen zwölf vorhandenen C 73 Feld-Geschützen können bei elf, Verlustdatum und Örtlichkeit als erwiesen gelten.
Zur besseren Übersicht; - hier noch mal chronologisch gelistet:

01. – 05. Aug 1914 -- Dar es Salaam
02. – 05. Aug 1914 -- Dar es Salaam
03. – 05. Aug 1914 -- Dar es Salaam
04. – 05. Aug 1914 -- Dar es Salaam
05. – 23. Juni 1915 -- Bukoba
06. – 16. Mai 1916 -- Njawarongo (Ruanda)
07. – 15. Juni 1916 -- Gitega (Burundi)
08. – 11. Sept 1916 -- Dutumi
09. – 14. Sept 1916 -- Tabora/Itaga
10. – 14. Sept 1916 -- Tabora/Itaga
11. – ?? -- Narungombe?
12. – 16. Okt 1917 -- Luwegu


In der Vergangenheit wurden in diesem Thread ja bereits mehrere Quellen aufgeführt, die die Anzahl von zwölf C 73 Feldkanonen
erwähnen. Bis zum Beginn der großen Offensive der Briten und Belgier, waren am 5. März 1916 nachweislich fünf C 73 Geschütze
verlorengegangen. Unstrittig ist auch das Vorhandensein weiterer sieben Geschütze im März 1916. Elf der zwölf Geschütze gelten
bezüglich des Verlustdatums und der Örtlichkeit als geklärt. Als am 14. September 1916 die beiden C 73 Geschütze der “Batterie
Vogel“ aufgrund Munitionsmangels nördlich von Tabora zerstört wurden, gab es nur noch zwei weitere dieser alten Feld-Kanonen
bei der Schutztruppe. Die Einsätze, Verlustort- und Zeitpunkt der zwölften C 73 Kanone können ebenfalls belegt werden. Nur die
Angaben über das elfte Geschütz sind noch recht lückenhaft und damit `ergänzungswürdig´. Die weitere Recherche dieser letzten
`Ungeklärten´ C 73 Feld-Kanone kann auf zwei definitive Zeiträume und Örtlichkeiten eingegrenzt werden. Diese bieten zumindest
noch die beiden besten Lösungsansätze.

Diese C 73 war als Letzte der “Leichten Artillerie-Abteilung Daressalam“ in der Hauptstadt verblieben. Am 3. September 1916 hatte
die letzte deutsche Einheit Daressalam verlassen. Knapp eine Woche zuvor, am 26. August 1916 waren zwei 10,5-cm-Königsberg-
Kanonen abtransportiert worden. Aufgrund des höheren Bekanntheitsgrades dieser Geschütze, führen dies auch sämtliche Quellen
auf. Eine C 73 ist hingegen in den zu Verfügung stehenden Quellen beim Abzug aus Daressalam bisher nicht benannt worden.

Der zweite Ansatz ist die Erwähnung einer C 73 am 19. Juli 1917 bei Narungombe. Dieser Ort wird in einigen alten Textquellen als
wichtige Wasserquelle, 37 km südöstlich von Kilwa Kisiwani erwähnt und ist heutzutage auch über Google maps, als Örtlichkeit im
`Nirgendwo´ aufgeführt: https://www.google.de/maps/place/Narungombe,+Tansania/@-9.2334171,39.2840666,2427m/data=!3m1!1e3!4m13!1m7!3m6!1s0x18f462e1594c4445:0x48c13f83bebe7dbf!2sNarungombe,+Tansania!3b1!8m2!3d-9.233333!4d39.283333!3m4!1s0x18f462e1594c4445:0x48c13f83bebe7dbf!8m2!3d-9.233333!4d39.283333

Hier die Lage auf der Karte von Boell: http://de.tinypic.com/r/2im0ugm/9
The Narungombe water-holes: http://www.kaiserscross.com/188001/196601.html

Die Abteilung Liebermann trug an diesem Tag ein entscheidendes und erfolgreiches Gefecht gegen einen siebenfach überlegenen
Gegner aus: Dem Gold Coast Regiment, King´s African Rifles, sowie große Teile des 7th und 8th South African Infantry Regiments.
Der Abwehrerfolg der deutschen Abteilung mit 850 Schützen gegen einen 6000 Mann starken Angreifer ist umso bemerkenswerter,
da die “Abteilung Liebermann“ an diesem Tag nur über die Hälfte-, der sowieso schon beschränkten Munitionsausstattung verfügte.

Da das Geschütz bei Narungombe kaum erwähnt wird, kam es wahrscheinlich aus Munitionsmangel gar nicht mehr zum Einsatz.
Zu diesem Zeitpunkt war die andere verbliebene C 73 nachweislich hunderte von Kilometern, bei den West-Truppen, nördlich des
Kilombero, in der sogenannten “Ruipa Stellung“ eingesetzt, sodass hier eine Verwechslung ausgeschlossen werden muss.

Im Folgenden eine Zusammenfassung der bisher ermittelten textlichen Erwähnung in den verschiedenen Quellen:

Lt. Eberhard v. Liebermann erwähnt ein C 73 Geschütz am 19. Juli 1917 bei Narungombe und das Zurücklassen desselben.
Das Gefecht bei Narungombe am 19. Juli 1917, Erlebtes aus großen Tagen von Eberhard v. Liebermann,
In: »Das Deutsche Kolonialbuch«, Seite 436 - 449, Hans Zache, Berlin und Leipzig 1925.



Lt. d. R. Emil Osterhage, der 19. Feldkompanie beschreibt nur das Vorhandensein einer C 73 bei Narungombe.
Tagebuch des Leutnants d. Res. Osterhage der 19. Feldkompanie,
In: »Kämpfer an vergessenen Fronten«, Seite 99 - 101, Wolfgang Förster, Berlin 1931.



Lt. Ludwig Boell erwähnt auf S. 342 seines Buches bereits nur noch den Einsatz zweier Geschütze bei Narungombe.
XXII. Kapitel, Die Offensive des Generals van Deventer gegen die deutschen Hauptkräfte bis Anfang Oktober,
In: »Die Operationen in Ost-Afrika, Weltkrieg 1914-1918«, Seite 333 - 354, Ludwig Boell, Walter Dachert 1951.



Das Kriegstagebuch des Kommandos erwähnt, außer eigener MG´s überhaupt keine Geschütze mehr bei Narungombe.
Telegramme des Kommandos vom 19. und 20. Juli 1917 - Blatt Nummer 493 und 494.


Bedauerlicherweise fehlen ausgerechnet die Seiten 2297/53 bis 2557/55 in Boell´s Rohmanuskript für diesen Zeitraum.

Fazit: Es gibt derzeit Belege, die einer zukünftigen Überprüfung bedürfen.

________________________________________________________________________________________________

Übrigens; - hier gibt es noch ein weiteres Bilderrätsel zum Thema: „Unbekannte Geschütze 1. WK aus DOA

Nur der Untertitel verrät, dass es sich um ein Geschütz handeln soll!?! (letztes Bild, unten)
Ein Posten in Deutsch-Ostafrika mit selbstgebautem Geschütz.
Gemeint ist wohl das `geschiente´, längliche Gebilde mit der kreisrunden Öffnung rechts unten?!?
Quelle:
https://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/buchderkolonien/bdk21Posten.jpg
https://www.wintersonnenwende.com/scriptorium/deutsch/archiv/buchderkolonien/bdk21.html

Vielleicht erkennt jemand mehr als ich und hat eine Idee dazu?!?

Gruß Holger
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 208963 | Verfasst am: 13.10.2017 - 08:10    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt auch keine dummen Fragen, es gilt seither:
"Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm!"
(Sesamstrasse, 1973)

Da wurden anscheinend mehrere Atrappen gebaut. Im Manuskript findet sich überhaupt noch einiges zur Ari. Wenn ich wieder daheim bin UND etwas Zeit übrig habe, werde ich es raussuchen
Im Alter wird man schlau und setzt sich Marker, das sollte fix gehen. Aber bei meinen ganzen Baustellen muß ich auch eher aufpassen, hier nicht versehentlich Panzerverluste oder Grabungsbefunde einzustellen

Mit der C73 bei Narungombe habe ich immer noch Bauchgrimmen. Falls sie dort war, wurde sie jedenfalls nicht eingesetzt. Ich habe trotzdem mal die entsprechenden diaries nachgefragt..

Winken
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 208965 | Verfasst am: 13.10.2017 - 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Sesamstrasse??? – Attrappen??? – schlau werden??? – Panzerverluste??? – Bauchgrimmen??? – diaries nachgefragt???

Klingt jetzt alles etwas überhastet; – Komm mal wieder runter und entspanne dich!
________________________________________________________________________________________________


Zur Abwechslung noch mal etwas Konkretes zum Thema:

Ludwig Boell und Hermann Sabath führten zwischen 1923 und 1959 einen, mehrere tausend Seiten umfassenden Schriftverkehr.
Beispielhaft seien hier drei Seiten aufgeführt, die bezüglich der Anzahl der C 73 Feldkanonen interessante Hintergründe aufdecken.

Besonders Boell´s Antwortschreiben vom 22.2.1953 ist besonders interessant. Er hatte bezüglich der Geschützdetails,
Rücksprache mit Franz Köhl gehalten, einem weiteren fähigen Artilleristen bei der Schutztruppe.


Sabath an Boell am 2.1.1953 http://de.tinypic.com/r/nwmo82/9

Boell an Sabath am 22.2.1953 http://de.tinypic.com/r/5v5n6/9

Sabath an Boell am 8.3.1952 http://de.tinypic.com/r/99gk1l/9

Quelle: Hermann Friedrich Sabath Nachlass-Akte N1170 im Bundesarchiv Koblenz https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Sabath


Dieser, als Primärquelle einzuordnende Schriftverkehr beweist, dass es sich um zwölf C 73 Geschütze gehandelt hat.
Wenn zwölf vorhanden waren müssen auch zwölf Geschütze, auf die eine oder andere Weise verlorengegangen sein.
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