Unbekannte Geschütze 1. WK aus DOA / Tanzania
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 208974 | Verfasst am: 16.10.2017 - 07:16    Titel: Antworten mit Zitat

Nächste Woche werde ich gerne konkreter. Sitze hier nur in der Fremde ohne meine Datenbank
Was die diaries betrifft: Ich habe einen Kontakt in SA angetriggert, der Zugriff auf das dortige Militärarchiv hat. Vielleicht haben die Burghers etwas dokumentiert, was uns mit Narungombe weiter bringt
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 209038 | Verfasst am: 25.10.2017 - 18:30    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
. . . Was die diaries betrifft: Ich habe einen Kontakt in SA angetriggert, der Zugriff auf das dortige Militärarchiv hat. . . .

Na ja, ich weiß nicht. Ich traue den Kollegen aus den angelsächsischen Sprachgebieten nicht so recht. Die hatten ja schon
immer so ihre Probleme mit Geschützidentifizierungen. (wenn sie nicht auf deutsche Quellen zurückgreifen konnten. – Grins – )


Um eine erfolgversprechende Suche nach dem letzten ungeklärten C 73 Geschütz fortzusetzen, müssen wir erneut in die Mitte
des Jahres 1916 zurückgehen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Verbleib aller Geschütze noch deutlich nachzuvollziehen. Die fünf
verlorengegangen Geschütze (01. bis 04.-Daressalam + 05.-Bukoba) hatten wir ja bereits ausgeschlossen, da diese vor dem
Beginn der großen Offensive verloren gingen. Ebenso können vier Geschütze (06.-Njawarongo, 07.-Gitega, 09. + 10.-Tabora)
im Westen der Kolonie vernachlässigt werden, da bei deren Einsätzen und Verlustdaten derzeit keine Fragen mehr bestehen.

Konzentrieren wir uns also auf die verbleibenden drei Geschütze (08.-Dutumi, 11.-Narungombe, 12.-Luwegu.), im Nordosten,-
und an der Küste von Deutsch-Ostafrika. Um nun Quellenangaben zu bündeln und den Standort jedes Geschützes gegenüber-
zustellen, im Folgenden mal eine monatliche Positionsangabe, um eventuelle Überschneidungen deutlicher darstellen zu können.

(Wenn je ein Autor das Prädikat `unfehlbar´ verdiente, so würde ich es dem Feldzugsteilnehmer Ludwig Boell geben. Er hatte den
Ostafrikanischen Feldzug über 30 Jahre untersucht und mir ist kein Werk bekannt welches, speziell den deutschen Standpunkt
detaillierter darstellt als sein Buch. Nach 10 Jahren und ca. 30-maligen Durchlesens, ist mir nur ein wirklicher Fehler aufgefallen.
Auf Seite 144 seines Buches hatte er die Aufstellung der Schutztruppe mit dem Datum, 5. März 1915 überschrieben. Auch aus den
weiteren textlichen Zusammenhängen ist ersichtlich, dass es der 5. März 1916 gewesen sein muss. Dieser Flüchtigkeitsfehler wird
am deutlichsten bei der Auflistung der zehn Schnell-Lade-Kanonen des kleinen Kreuzers S.M.S Königberg, der ja bekannter Weise
erst am 11. Juli 1915 versenkt wurde, also deutlich nach dem 5. März gleichen Jahres. Die Geschütze selber, waren sogar erst ab
dem November 1915 für den Landeinsatz einsatzbereit. Das als Erklärung weil im Folgenden nur diese Referenz aufgeführt wird.)

Wo waren also die zuletzt genannten drei Geschütze C 73 im Frühjahr 1916 positioniert? Bei den folgenden Angaben muss
berücksichtigt werden, dass es sich nur um Textauszüge handelt. Boell hatte natürlich nicht für jede Bewegung einer Abteilung
auch das jeweilige Geschütz mit aufgeführt. Hier bleibt einem nichts anderes übrig als den Bewegungsablauf der Abteilung mit
dem entsprechenden Geschütz solange Zeile für Zeile nachzuverfolgen, bis das jeweilige Geschütz textlich wieder `auftaucht´.
Einige der Positionen sind auch nur noch durch Ausschlussverfahren oder die jeweilig, zugehörige Abteilung nachzuvollziehen.


___________________________________________________________________________________________________

1916 MÄRZ

08.- Geschütz Dutumi (Zur Vorgeschichte siehe Seite 138 Fußn.1), Seite 142, 144, 175, 178 Fußn.1
Süd-Ost Kilimandscharo –> Lembeni, Ngulu und Same –> Neu Moshi –> Kahe –> Kissangire
Kommando – Rekrutendepots – Abteilung Maj. Julius v. Boemcken, 1 x C 73 (z. Fliegerabwehr eingerichtet)

11.- Geschütz Narungombe Seite 146 (Zur Vorgeschichte d. Art.-Abtl.-Dar. siehe auch HIER-1)
Küste – Daressalam
Kommandant Daressalam Freg.Kapt. Max Looff – Leichte Artillerie-Abteilung Vzwachtm. d.R. Hans Beusse, 1 x C 73

12.- Geschütz Luwegu (Zur Vorgeschichte siehe Seite 138 Fußn.1), Seite 142, 144, 166 Fußn.1
Ost-Kilimandscharo – Taveta –> Timbela –> El Oldorobo –> Kahe
Kommando – Abteilung Hptm. Hans Schulz1 x C 73 (Fliegerabwehr)

___________________________________________________________________________________________________

1916 APRIL

08.- Geschütz Dutumi Seite 194
Nordfront –> Kissangire
Abteilung Boemcken / Bataillon Tanga Maj. Julius v. Boemcken1 x C 73 (z. Fliegerabwehr eingerichtet)

11.- Geschütz Narungombe Seite 146
Küste – Daressalam
Kommandant Daressalam Freg.Kapt. Max Looff – Leichte Artillerie-Abteilung Vzwachtm. d.R. Hans Beusse, C 73

12.- Geschütz Luwegu Seite 189 Fußn.1
Nordbahn –> Kahe –> Lembeni
Nordbefehlshaber Maj. Georg Kraut – Feldbatterie Oblt. d.R. Walter Sternheim(1 x C 73 . . . )

___________________________________________________________________________________________________

1916 MAI

08.- Geschütz Dutumi Seite 194
Nordbahn –> Kissangire –> Usambara Berge –> Korogwe
Abteilung Boemcken / Bataillon Tanga Maj. Julius v. Boemcken1 x C 73 (z. Fliegerabwehr eingerichtet)

11.- Geschütz Narungombe Seite 146[/color]
Küste – Daressalam
Kommandant Daressalam Freg.Kapt. Max Looff – Leichte Artillerie-Abteilung Vzwachtm. d.R. Hans Beusse, C 73

12.- Geschütz Luwegu Seite 189 Fußn.1, Seite 190
Nordbahn –> Lembeni –> Same –> Makanja –> Mkomasi –> Buiko
Nordbefehlshaber Maj. Georg Kraut – Feldbatterie Oblt. d.R. Walter Sternheim(1 x C 73 . . . )

___________________________________________________________________________________________________

1916 JUNI

08.- Geschütz Dutumi Seite 194
Nordbahn –> Korogwe
Bataillon Tanga Maj. Julius v. Boemcken – Batterie Oblt. d.R. d.Matr.Art. Hermann Hengstenberg (1 x C 73 . . . )

11.- Geschütz Narungombe Seite 146
Küste – Daressalam
Kommandant Daressalam Freg.Kapt. Max Looff – Leichte Artillerie-Abteilung Vzwachtm. d.R. Hans Beusse, C 73

12.- Geschütz Luwegu Seite 192 Fußn.1
Nordbahn –> Mombo –> Mkaramo / Korogwe –> Handeni –> Mlembule / Nordöstlich d. Kanga-Stellung
Nordbefehlshaber Maj. Georg Kraut – Feldbatterie Oblt. d.R. Walter Sternheim(1 x C 73 . . . )

___________________________________________________________________________________________________

1916 JULI

08.- Geschütz Dutumi Seite 196
Küste –> Hale –> Mkangwe –> Pangani / Küste sowie Landeinwärts
Bataillon Tanga Maj. Julius v. Boemcken – Abteilung Wilhelmstal Hptm. d.R. Frhr. Karl v. Ledebur, Feldkanone C 73

11.- Geschütz Narungombe Seite 146
Küste – Daressalam
Kommandant Daressalam Freg.Kapt. Max Looff – Leichte Artillerie-Abteilung Vzwachtm. d.R. Hans Beusse, C 73

12.- Geschütz Luwegu Seite 192 Fußn.1, 213
Kanga-Stellung
Kommando – Abt. Maj. Georg Kraut – Feldbatterie Oblt. d.R. Walter Sternheim(1 x C 73 . . . )

___________________________________________________________________________________________________

1916 AUGUST

08.- Geschütz Dutumi Seite 197, 213, 217
Mandero –> Kijupo-Brücke über Wami – Nordöstlich Kwedirima –> Wami-Fluss / Komssanga –> Mbujuni
Bataillon Tanga Maj. Julius v. Boemcken – Abteilung Wilhelmstal Hptm. d.R. Frhr. Karl v. Ledebur, Feldkanone C 73

11.- Geschütz Narungombe Seite 146, 220
Küste – Daressalam –> Morogoro
(ab 18.08.1916) Kommando – Abteilung Lt. Eckard v. Heyden-Linden, Feldkanone C 73

12.- Geschütz Luwegu Seite 217/ 218, 220 Fußn.4
Kanga-Stellung –> Tuliani –> Derkawa –> Mkundi-Fluss / Kidete –> Msowero –> Kimamba
Kommando – Abt. Maj. Georg Kraut – Feldbatterie Oblt. d.R. Walter Sternheim(1 x C 73 . . . )

___________________________________________________________________________________________________


Bis zu diesem Zeitpunkt sind Einsätze und der zurückgelegte Weg, sowie Zugehörigkeit zu den Einheiten noch recht deutlich
nachzuvollziehen. Hier, im Raum Morogoro, treffen dann alle drei C 73 Geschütze in der dritten Augustwoche 1916 zusammen.

Das Geschütz Nummer 08.- Dutumi der Batterie Oblt. Hengstenberg, innerhalb der Abteilung Wilhelmstal unter Hptm. Ledebur
mit dem Bataillon Tanga von Nordosten kommend, noch am 3. September, nachmittags von der Abteilung Hptm. Stemmermann
übernommen (siehe HIER-2 und HIER-3). Nach einem Schlenker in Richtung Muha, südöstlich von Kissaki, wird dieses Geschütz
am letzten Tag der Kämpfe um Dutumi zwischen 9. und 11. September 1916, gesprengt.

Nach der letzten offiziellen Stärkemeldung vom 5. März 1916 welches das Geschütz Nummer 11. - Narungombe als letztes der
leichten Artillerie Abteilung Daressalam in der Hauptstadt aufführt, taucht es während der nächsten Monate nicht mehr auf. Erst
am 18. August 1916 wird bei Ludwig Boell auf Seite 220 “ . . . eine von Daressalam herangezogene Feldkanone C73“ erwähnt,
innerhalb der Abteilung Lt. Heyden-Linden genannt. Eine Überschneidung oder Verwechselung mit den beiden anderen Feld-
Kanonen kann hier eigentlich ausgeschlossen werden. Danach verlieren sich dann aber endgültig die Spuren dieses Geschützes.
Mysteriöser-weise wird erst im Juli 1917 eine (diese?!?) C 73 wieder bei Narungombe erwähnt.

Der Weg der letzten C 73 Feldkanone, Nummer 12.- Luwegu ist indes wieder klar und deutlich. Schon Anfang April 1916 wird es
der Feldbatterie des Oblt. Sternheim zugeteilt und nimmt an den weiteren Rückzugskämpfen des Nordbefehlshabers Maj. Kraut teil.
Nachzuvollziehen ist auch der weitere Weg in südlicher Richtung über Kilossa zum Kilombero-Übergang bei Ifakara. Nach weiteren
Gefechten in der Ruipa-Stellung wird es zum Oberlauf des Luwegu transportiert und dort nach Verbrauch der letzten Munition erst
am 16. Oktober 1917 gesprengt.

Soweit so gut. Es bleibt also weiterhin unbefriedigend.

Was jetzt fehlt, bzw. weiterhelfen könnte, wäre ein Situationsbericht oder Aufstellung der letzten Tage in Daressalam, August 1916.
Hier sollte der Abzug der Feldkanone C 73 erwähnt worden sein, da das Geschütz ja mit Sicherheit nicht ohne Bedeckung abzog.
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 209065 | Verfasst am: 29.10.2017 - 22:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ok, dann wollen wir mal anfangen. Hier die Schilderung der KAR:
Battle of Narungombe
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 209069 | Verfasst am: 30.10.2017 - 18:05    Titel: Antworten mit Zitat

Damit können wir zumindest einen JS-2 als “Panzerverlust“ bei Narungombe ausschließen. ( – Grins – )

(Allein die Erwähnung von 48 deutschen MG´s in 8 Kompanien bei der K.A.R. Aufstellung sagt ja schon viel aus über die Seriösität in dieser
englischen Quelle. Das würde bedeuten, jede deutsche Kompanie besaß 6 MG´s! Bewiesenermaßen hatte jede dt. Kompanie im Durschnitt
zwei, wenige Einheiten manchmal drei MG´s. Auch hier eine Übertreibung bei der Schutztruppe und Untertreibung eigener Stärkeangaben.)


Doch zurück zu den beiden aufgeführten deutschen Geschützen in deinem Link:

Andere Quellen bestätigen ebenfalls zwei deutsche Geschütze während der Kämpfe bei Narungombe (17.-19. Juli 1917). Darüber hinaus
detailliert die Beteiligung der IV. (deutschen) Batterie mit zwei portugiesischen 7,0-cm-Gebirgsgeschützen, unter Lt. d.R. August Batzner
die auch gemäß deiner Aufstellung am 1. Dezember 1916 bei Newala durch den `Südbefehlshaber´ Freg. Kapt. Max Looff erbeutet wurden.

(06. Juli 1917: Abteilung Liebermann (11., 21., 27. Feld-, 14. Reserve, 6. Schützen- und Wangoni-Kompanie mit 4. Batterie)
(19. Juli 1917: Abteilung Liebermann (10., 11., 17., 21. Feld-, 14. Reserve-, 6. Schützen-, Wangoni-Kompanie und ein Geschütz C.73)

Innerhalb diese zwei Wochen fand also, neben dem Wechsel von Kompanien, auch eine, deutlich erwähnte Veränderung bei den Geschützen
statt: Die 4. Batterie mit zwei 7,0-cm Gebirgsgeschützen wurde gegen ein C 73 Feldgeschütz ausgetauscht. Aus diesem Grund würde ich hier
auch eine Verwechslung ausschließen wollen. Diese C 73 war zumindest, gemäß dieser Quellen, zu diesem Zeitpunkt keiner Batterie zugeteilt.
Demzufolge müsste ein Wechsel im Unterstellungsverhältnis dieser C 73 Feldkanone zwischen dem 7. und 18 Juli 1917 stattgefunden haben!?!
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 209137 | Verfasst am: 09.11.2017 - 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Lt. Eberhard v. Liebermann erwähnt ein C 73 Geschütz am 19. Juli 1917 bei Narungombe und das Zurücklassen desselben.
Das Gefecht bei Narungombe am 19. Juli 1917, Erlebtes aus großen Tagen von Eberhard v. Liebermann,
In: »Das Deutsche Kolonialbuch«, Seite 436 - 449, Hans Zache, Berlin und Leipzig 1925.


Ich habe Liebermanns Bericht nun zum zweiten Mal durch....aber wo steht da etwas über die C73? In seiner Aufstellung finde ich lediglich die beiden "Portugiesen" von Batzner...
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 209238 | Verfasst am: 19.11.2017 - 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Ich habe Liebermanns Bericht nun zum zweiten Mal durch....aber wo steht da etwas über die C73? In seiner Aufstellung finde ich lediglich die beiden "Portugiesen" von Batzner...


Jetzt bin Ich unterwegs und führe das ca. 5 kg schwere Originalbuch natürlich nicht mit mir.
Nachdem ich in der letzten Woche auch `in die Tiefen´ meines Laptops vorgedrungen bin,
musste ich feststellen, dass ich diese Textpassage vor 7 Jahren doch nicht eingescannt habe.
Den Beleg als Scan muss ich also erst mal schuldig bleiben und eventuell später nachreichen.


Auf der Suche nach diesem C 73 Geschütz hatten wir ja feststellen müssen, dass es zwischen der letzten nachvollziehbaren
Meldung, solch eines Geschützes im Juni 1916 in Daressalam und dem nächsten Standortangabe bei Narungombe ein Jahr
später, es verdächtigerweise ja keine weiteren Indizien gibt. Selbst Ludwig Boell hatte sich hier schwer getan, weitere Angaben
aufzuführen. Seine, mit Maschine geschrieben Artillerie-Aufstellung hatte er nach dem Krieg ja auch nur handschriftlich ergänzt
(Boell´s schwer zu entziffernde Handschrift ist nach seiner schweren Verletzung, als er am 31. August 1918 bei Lioma in POA
einen Kopfschuss erhielt, unverkennbar.)
Hier hatte er bei den Daten der Leichten Artillerie-Abteilung Daressalam als Aufstellungsdatum den 22. August 1914 angegeben.
Für die Auflösung dieser Abteilung, bei der sich auch UNSER C 73 Geschütz befand, hingegen nur ergänzt: “ für etwa Juni 1916

Hier müssen also die Quellen nochmals durchforstet werden, welche die Vorgänge in Daressalam ab Juni 1916 näher beleuchten.
Freg. Kapt. Max Looff war ja als allseits (un)geliebter Kdt. Daressalam für die Vorgänge in der Hauptstadt verantwortlich. Leider,
bzw. wir zu erwarten, hatte Looff in seinen Büchern (“Deutsche Kolonie in Not“, “Kreuzerkampf und Buschkampf“, “Tufiani - Sturm
über Deutsch-Ostafrika“, “SMS Königsberg - Kreuzerfahrten und letzter Kampf“) nur über die Heldentaten von Marineangehörigen,
und `ohne deren Hilfe die Schutztruppe in DOA keine Chance gehabt hätte´. Damit wurden aber, abgesehen von sehr allgemeinen
und oberflächlichen Angaben über die Schutztruppe, keine artilleristischen Angaben außer der von Marinegeschützen aufgeführt.
Damit tauchen natürlich auch keine Infos über die C 73 Geschütze auf, weil diese keine, `großzügig von der Marine zu Verfügung
gestellte Geschütze´ handelt. Außer den schon aufgeführten Details über den Umbau von C 73 zu Fliegerabwehr-Geschützen
tauchen auch in Oblt. z.S. Hans Apel´s Memoiren keine weiteren Angaben auf.

Der einzige Protagonist der hier detaillierte Angaben über die Vorgänge von Juni bis August 1916, in und um Daressalam macht,
ist der Matrose des leichten Kreuzers SMS Königsberg, Rudolf Viehweg. Als Angehöriger der `Stammabteilung Königberg´ hatte
er einen guten Einblick über die Vorgänge. Viehweg´s bodenständigen Beschreibungen lassen allerdings kaum Daten erkennen.
So ist sein Hinweis den er auf Seite 143 macht, nur zwischen dem 15. Und Ende August 1916 einzuordnen wenn er schreibt:
. . . Noch waren 40 Mann Landsturm, eine Kanone, 2 M.-G., 10 Europäer in Daressalam, ebenso der Stab mit 20 Europäern
und einigen Polizeiaskaris
.“
»Unter Schwarz-Weiß-Rot in fernen Zonen«, Erlebnisse eines Matrosen auf dem Kreuzer „Königsberg“ sowie im Feldzug
1914-1918 in Ostafrika und im Gefangenen-Lager zu Malta von Rudolf Viehweg, Selbstverlag Krüger & Co in Leipzig 1933

https://books.google.de/books/about/Unte ... nen.html?id=mDJBGwAACAAJ&redir_esc=y

Nur ein Strohhalm, allerdings ein sehr Konkreter, da es zu diesem Zeitpunkt kein anderes Geschütz mehr in Daressalam gab.

(Versuche jetzt nochmal Boell´s Akten aus Freiburg durchzuforsten.)
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