R 210 (1943)
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UHF51
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BeitragBeitrags-Nr.: 209352 | Verfasst am: 27.11.2017 - 19:33    Titel: R 210 (1943) Antworten mit Zitat

Auszug aus dem K.T.B. der 12. Räumbootflottille
Quelle: T1022-R3497
(C) Abschrift & Bearbeitung: UHF51
Einige Abkürzungen:
A.T.-Mine = Ankertaumine
G.B.T. = Geräuschboje Turbine
S.D.G. = Scherdrachengerät
::::::::::::::::::::::::::::::::
R 210 [12. R.-Flottille / 2. R.-Flottille],
Kommandant: Leutnant zur See Neßmann
Leitender Maschinist: Obermaschinist Picard
Unterstellung: 12. Räumbootflottille
Kommandeur: Kapitänleutnant Maurer, Flottillen-Ing.: Oberleutnant (Ing.) Dlubis
::::::::::::::::::::::::::::::::
01.01. - 05.01.43:
Cuxhafen, wegen Wetter kein Einsatz. Werftbetrieb (Werft Sanftleben Cuxhaven).

06.01.43:
1150 - 1200 Uhr Seebetrieb, Fahrt nach Minensuchhafen zur Brennstoff- und Ölübernahme.
1200 - 1300 Uhr Übernahme von 7,3 m³ Treiböl, 400 Ltr. Motorenöl.
1230 Uhr Marsch mit Geleit 386 Cuxhafen - Rotterdam, Fahrt 8 sm.
1300 - 2400 Uhr Seebetrieb.

07.01.43:
0000 - 1655 Uhr Seebetrieb.
1830 Uhr Rotterdam Isselhafen (Eysselhafen) festgemacht, keine Vorkommnisse.

08.01. - 12.01.43:
Kein Einsatz, Werftbetrieb. Durchführung kleiner Werftarbeiten. Alte Wiltonwerft Rotterdam.

12.01.43:
0930 Uhr Rotterdam, Marsch durch die Kanäle nach Vlissingen.
1600 Uhr Vlissingen, festgemacht.
1645 Uhr Vlissingen, mit 3 Booten der 8. R.Fl. ausgelaufen nach Dünkirchen.
2045 Uhr Dünkirchen, festgemacht.

13.01. - 27.02.43:

Dünkirchen, taktisch der 2. R.Fl. unterstellt, siehe K.T.B. 2. R.Fl.

14.01.43:
1200 - 1610 Uhr Seebetrieb (Verholen), Hafenbetrieb.

27.02.43:
R 210 zur Flottille gestoßen.

28.02.43:
Befehl: (persönlich durch Flottillenchef). Von Rotterdam durch Kanäle nach Vlissingen, von dort nach Dünkirchen.
1045 Uhr Rotterdam abgelegt, Gruppe R 38, R 39, R 210, R 211 unter Führung Leutnant zur See Stürken von Rotterdam nach Vlissingen verlegt.
1805 Uhr Vlissingen eingelaufen.
1930 Uhr Vlissingen ausgelaufen.
2355 Uhr Dünkirchen festgemacht.
(...)
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Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 28.11.2017 - 10:10, insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 209353 | Verfasst am: 27.11.2017 - 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

01.03.43:
Dünkirchen, Eingang Einsatzbefehl:
12. R.-Flottille Marsch Dünkirchen - Boulogne unter Wegüberwachung, dabei feststellen und melden welche
Tonnen brennen. Absicht melden.
2. Sich.Div. Gkdos 1577
1845 Uhr Wetter: NO 1, Sicht 5 sm, bedeckt, See 1
Gruppe R 38 ausgelaufen.
Tonnen zwischen Dünkirchen - Boulogne brennen wie folgt: W 15 fest-rot, Bojenleuchte bei W 7 fest-rosa bis weiß,
W 5 fest-weiß nach Osten dunkler.
2318 Uhr Boulogne eingelaufen.

02.03.43:
Boulogne, Einsatzbefehl: »Geleit Nr. 2568, Geleitführer v.d. Groeben mit Vp. 1512, 01, 05, Dampfer "Pentievre", H 2,
2382 BRT. Tiefgang 6,1 m. 2200 Uhr Boulogne aus nach Dünkirchen. Fahrt 6,5 sm.
12. R.-Flottille Voraussicherung bis Sichtweite. Absicht melden.
Einlaufen Dünkirchen erst ab 07.10 Uhr (3 Stunden vor Hochwasser).
2. Sich.Div. Gkdos 1616 A II.«
1935 Uhr Wetter: Sicht 1 - 2, Nord 1 - 2, See 2
Gruppe R 38 Boulogne ausgelaufen. R-Boote sollen Vorsicherung für das Geleit Nr. 2568 (Dampfer "Pentievre")
übernehmen.
2007 Uhr Dampfer H 2 ausgelaufen. Geleit wird zusammengestellt. Die R-Boote setzen sich in abgestumpfter A rot
Formation vor das Geleit. Das Führerboot R 38 steht als 2. Boot Bb. um die Boote so besser übersehen zu können.
Die R-Boote mit der 3,7 cm (R 210 und R 211) stehen in beiden Rotten auf Feindseite (siehe Skizze).
2119 Uhr Geleit erhält Beschuß durch engl. Fernkampfartillerie.
2140 Uhr R.-Boote sichten engl. Schnellboote, die an Bb. voraus in ca. 600 bis 800 m Entfernung gestoppt liegen und
anscheinend dort Lauerstellung eingenommen haben. Die R.-Bootgruppe dreht auf die S.-Boote zu und eröffnet sofort
das Feuer, welches von den S.-Booten erwidert wird. Die S.-Boote laufen nach See zu ab und sind auf Grund der
schlechten Sicht schon kurz darauf nicht mehr zu sehen. Die R.-Boote gehen wieder auf geringe Fahrt um sich nicht zu
weit vom Geleitobjekt zu entfernen.
Während dieser Zeit hat Vp. 1501 seine Position verlassen und ist Bb. voraus vorgelaufen. Die R.-Bootgruppe hat
infolge der schlechten Sicht diese Änderung nicht beobachtet. Vp. 1501 läuft im Anschluß an das S.-Bootsgefecht
wieder auf das Geleit zu, und damit auf die R.-Bootgruppe. Es kommt an Bb. voraus in Sicht und wird kurz, bis zum
Erkennen des E.S. für ein feindl. Fahrzeug gehalten und beschossen.
Den weiteren Verlauf siehe Gefechtsbericht "von der Groeben".
2230 Uhr Untergangsstelle, R 38 und R 210 treffen nach Absuchen der Umgebung nach Dampfer H 2 die Vp. 1505
und 1512, die mit Rettungsarbeiten beschäftigt sind.
2232 Uhr R.-Boote setzen Schlauchboote aus, um Schiffbrüchige zu retten. Die Schlauchboote sind laut Flottillenbefehl
mit Beleuchtung ausgerüstet, die sich imVerlaufe der weiteren Aktion vorzüglich bewährt hat.
2234 Uhr Der feindl. Beschuß setzt wieder ein. Schon die ersten Salven sind deckend.
2236 Uhr Vp.Boote bekommen Befehl sofort abzulaufen, da die Ortung der größeren Fahrzeuge wahrscheinlich schien.
Das Feuer wird jedoch nicht wie erwartet eingestellt. Ein Schlauchboot von R 38 geht durch Splitterwirkung
sofort unter. Die Besatzung wird durch das 2. Schlauchboot von R 38 aufgenommen.
2250 Uhr Schlauchboote werden aufgenommen. Außerdem eins der Vp.Boote. Ein zweites Schlauchboot der Vp.Boote
konnte nicht geborgen werden, da es durch Splitterwirkung viel Wasser gemacht hat. R 210 nimmt mit einem
Schlauchboot vier Holländer und zwei Soldaten von "H 2" an Bord.
Das Wasser wird mit Scheinwerfer abgeleuchtet, es werden 3 Leichen gesichtet.
2253 Uhr Die Rettungsarbeiten werden eingestellt, da das Auffischen der gefallenen Soldaten den Einsatz der R.-Boote
nicht rechtfertigt.
2255 Uhr R.-Boote laufen mit Höchstfahrt nach Boulogne ab, da sich Verwundete an Bord befinden.
Folgender Funkspruch wird abgesetzt: »Laufe mit R 210 Boulogne ein. Sofort Maßnahmen Griz-Nez, Ambleteuse,
Boulogne zeigen. "R 38"«
2258 Uhr Das Feuer der Fernkampfartillerie wird eingestellt.
2343 Uhr Es wird folgender Funkspruch abgesetzt: »Erbitte sofort Arzt und Sanka. Boulogne Becken Loebet. "R 38"«
0033 Uhr Boulogne, R 38 mit R 210 eingelaufen.
Beide R.-Boote hatten leichte Splitterbeschädigungen, besonders R 210, in dessen unmittelbarer Nähe ein Einschlag
war. R 38 hat einen Soldaten mit Nervenstörung, R 210 zwei Verwundete Holländer an Bord, die in Boulogne sofort
von Bord gegeben werden.
(...)
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BeitragBeitrags-Nr.: 209355 | Verfasst am: 28.11.2017 - 10:05    Titel: Antworten mit Zitat

03.03.43:
Boulogne, Eingang Einsatzbefehl:
»R 38, R 210 Boulogne - Calais, dort Anschließen R 211, R 39. Dann Feststellung Wracklage Dampfer "H 2", Wrack
liegt nach eigener und Gegnerortung dicht bei Punkt 230, wahrscheinlich etwas östlich. Nach Feststellung Wrack mit
Fischereiboje mit 2 grünen Lampen bezeichen, genaue Lage melden. Absichten hergeben. Boulogne ein.
2. Sich.Div. Gkdos 1649 A II.«
Absicht: 0230 Uhr auslaufen R 38 mit R 210 um um 0400 Uhr, eine Stunde vor Niedrigwasser auf Punkt 230 zu
stehen. R 211, R 39 werden zum gleichen Zeitpunkt auf Punkt 230 befohlen. Es ist beabsichtigt mit S.D.G. bei Punkt
230 nach dem Wrack zu suchen.
0230 Uhr Wetter: ONO 6 - 7, See 4 - 5, Sicht 5 sm, wolkig dunkel. R 38 mit R 210 ausgelaufen.
0353 Uhr Punkt 230, R 38, R 210
0423 Uhr Punkt 230, R 211, R 39 zur Stelle. R 211 und R 39 hatten in Calais durch Hafensperre Verzögerung. Die
Durchführung der Aufgabe ist auf Grund der Wetterlage nicht möglich. Es wird folgender Funkspruch abgesetzt:
»Wetterlage macht Durchführung Aufgabe unmöglich. Erbitte Maßnahme Karl Ida, Karl Jot. "R 38"«
0528 Uhr Boulogne, R 38 mit R 39, R 211, R 210 eingelaufen.

04.03.43:
Dünkirchen, Gruppe R 194, R 40, R 177, R 116, R 114, R 74 unter Führung Oberleutnant zur See Weißenborn zur Aufgabe ausgelaufen. Siehe K.T.B. Anlage.
Gruppe R 38, R 39, R 210, R 211 unter Führung Leutnant zur See Stürken.
Gruppe R 34, R 175, R 176, R 178, R 195 Alte Wiltonwerft Rotterdam.
Die Boote Gruppe R 38 sind der 10. R.-Flottille angeschlossen.

05.03.43:
Boulogne, Einsatzbefehl:
12. und 10. R.-Flottille 5.3. 1830 Uhr Boulogne aus, Marsch mit Gerät von Pkt. 234 bis 236 über Umgehungsweg ab 236 auf Weg Herz in breiter Formation.
1800 Uhr Boulogne mit den Booten R 177, R 38, R 39, R 40, R 74, R 116, R 210, R 211.
10. R.-Flottille lose angehängt.
1815 Uhr Wetter: Leichte nördl. Winde, See ruhig, diesig. Auf Grund mangelnder Peilobjekte Navigation hart unter
Küste stark erschwert. Ich lasse als Formation A-Grün einnehmen, um selbst am dichtesten unter der Küste bleiben
zu können.
Mit 7 Gerätebooten angelaufen, Boote sind sich noch fremd (neu hinzugekommene Boote, außerdem 3 Boote der
2. R.-Fl.). Die Boote achtern haben zu wenig überlappt und stehen daddurch zu weit westlich.
1844 Uhr 2 Minen geräumt durch vorletztes Boot, davon 1 detoniert.
1852 Uhr 1 Mine geräumt durch letztes Boot.
Die Minenschnitte waren 1000 m westlich des Umgehungsweges, auf der bereits an den Vortagen festgestellten
Position. Den Umgehungsweg selbst halte ich frei von A.T.-Minen bis 10 m unter Kartennull. (15 m Schwimmstander
bei völligem Niedrigwasser bei mittl. Verhältnissen ohne Windstau.)
Die 10. R.-Flottille folgte ebenfalls in A-Grün mit Gerät und hielt sich mit dem Führerboot hinter meinem Bojenboot
welches Kielwasser Führerboot 12. R.-Flottille steuerte. Diese Flottille passierte den Umgehungsweg ohne Minenfund,
sodaß ich den Weg als A.T. Minen frei ansehen konnte.
Nach Passieren Punkt 236 breite Formation eingenommen. 10. R.-Flottille südlich der 12. R.-Flottille, es wurde dabei
eine nachgeprüfte Breite von etwa 2 m erzielt.
R 176, R 178, R 195 Werft Rotterdam.
R 34, R 175 Werft Rotterdam.
R 194 Werft Boulogne.
(...)
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BeitragBeitrags-Nr.: 209356 | Verfasst am: 28.11.2017 - 10:27    Titel: Antworten mit Zitat

Gut gemacht! Meine Meinung

Wollte ich mal kurz loswerden. Kann natürlich wieder gelöscht werden.
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BeitragBeitrags-Nr.: 209362 | Verfasst am: 28.11.2017 - 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

06.03.43: östlicher Kanal
0400 Uhr Wetter: Leichte nördliche Winde, diesig bis mittlere Sicht.
Le Havre festgemacht. Keine weiteren Vorkommnisse.
Folgender Kurzbericht wird angesetzt: An 2. Sich.Div.
»Aufgabe Wegablaufen durchgeführt. Tiefensteuerung 12 bis minus 5 m.
1.) Bei Hardelot Plage 3 Efa geräumt, davon 2 detoniert, die andere abgeschossen.
2.) Wahrscheinlich eine Mine geschnitten, in Dämmerung nicht genau erkannt.
Position zu 1) gleich 50° 38,4' Nord, 01° 31' Ost, (2 Stück) 50° 36' Nord, 01° 31' Ost.
Position zu 2) etwa Mitte zu obigen Minen. Halte Umgehungsweg frei von A.T.-Minen. Sonst keine Vorkommnisse.
Chef 2. R.-Flottille Gkdos 1025/43.«
1000 Uhr Gem. Befehl 2. Sich.Div. mit Flottille nach Quistreham verlegt. Absicht, R.-Flottille Ruhe.
1235 Uhr Quistreham festgemacht, 2. R.-Flottille nach Caen entlassen wegen starker Anhäufung Booten Quistreham.
1600 Uhr Einsatzbefehl: 6.3 mit Durchführung Aufgabe nach Cherbourg rechnen. Auslaufen 2045 Uhr, Weiteres folgt.
Der Befehl wurde an 2. R.-Flottille in Caen weitergeleitet. Da dort Tel. unklar, ist ein Fernspruch an die Vermittlung
aufgegeben worden mit dem Befehl, diesen sofort zu überbringen. Derselbe Spruch wurde an die Kommandantur
abgegeben und von einem Offizier bestätigt.
Trotzdem ist der Gruppenführer um 1900 Uhr in Caen nicht unterrichtet gewesen und der größte Teil der Besatzungen
an Land, die 3 Boote der 2. R.-Flottille fielen daher für den Einsatz aus.
1730 Uhr Eingang Befehl: 12. R.-Flottille 2230 Uhr Quistreham aus. Ab Ansteuerungstonne mit Gerät über Herz-Bube
nach Cherbourg. Fahren in breiter Formation zumAufscheuchen feindlicher Schnellboote.
2215 Uhr Mit 6 Booten Quistreham aus bis Nähe Le Havre Ansteuerungstonne.
2400 Uhr S.D.G. und G.B.T. ausgebracht, Marsch in breiter Formation auf Herz-Bube - Herz bis Cherbourg.
R 34, R 175, R 176, R 178, R 195 Alte Wilton-Werft Rotterdam.
R 194 Werft Boulogne.

07.03.43:
0500 Uhr Gerät ein, keine Beobachtungen, keine Vorkommnisse.
0620 Cherbourg, Normandie-Kai festgemacht.
R 34, R 175, R 176, R 178, R 195 Werft Rotterdam.
R 104 Werft Boulogne.

08.03.43:
Cherbourg, Eingang Einsatzbefehl:
8.3. Marsch mit S.D.G. Küstenmarsch nach Dieppe. 9.3. Dieppe - Boulogne Küstenmarsch,
dann Räumarbeiten südlich Boulogne.
Ich erbitte von Sich.Div. am gleichen Tage bis Boulogne durchlaufen zu können, um vor
Räumarbeiten in Höhe von Le Toquet für Navigation an der Küste einige Hilfspunkte zu schaffen.
Vorschlag wird zugestimmt und Absicht danach abgesetzt.
1800 Uhr Wetter: Leichte nördliche Winde, See ruhig, diesig. Cherbourg ausgelaufen, Führerboot G.T.B. ausgebracht.
1830 Uhr S.D.G. ausgebracht, 20 m Standerlänge, Formation: Breite Dwarslinie, Bojenboot in Feindluv herausgestellt.
2130 Uhr Mittl. Kanal, R 210 Gerät unklar, anscheinend ein Schwimmerstander gebrochen und dadurch Gerät vertörnt.
2304 Uhr Flottille dreht bei Pkt. 244 auf rw. 40°.
2316 Uhr R 39 durch R 210 gerammt in Abteilung drei, Boot macht Wasser. R 210 geht längsseits und schleppt Boot ab.
2320 Uhr R 211 nach Geräteschlippen längsseits gegangen. Havariebericht ist eingereicht.
Folgender Funkspruch wurde abgesetzt: »Weg Herz Nähe Pkt. 244 R 39 durch R 210 gerammt, Boot macht Wasser.
Laufe mit Verband Le Havre ein.«
R 115 mit 8.3. takt. der 12. R.-Flottille unterstellt.
R 34 R 195, R 115 Marsch Rotterdam - Vlissingen.
R 175, R 176, R 178 Werft Rotterdam.
(...)
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BeitragBeitrags-Nr.: 209367 | Verfasst am: 29.11.2017 - 09:48    Titel: Antworten mit Zitat

09.03.43: Le Havre
0130 bis 0315 Uhr vor Hafensperre gewartet.
0338 Uhr Le Havre festgemacht. R 39 gut schwimmfähig. Dockung und Reparatur bestellt.
Gem. Einsatzbefehl am Vortag verlege ich mit den Booten R 38. R 40, R 177, R 211 mit Gerät Küstennähe
nach Boulogne. Als Gerätetiefe wähle ich 15 m Stander, um möglichst nahe auf dem ganzen Weg unter der
Küste fahren zu können.
1800 Uhr Le Havre bis Boulogne, abgelegt.
1830 Uhr Wetter: Ost 2, See 2, teilweise etwas mehr, klarer Himmel
2000 Uhr bis 2300 Uhr sehr gute Sicht.
Verschiedentlich scharfes, ganz kurzes Aufblitzen in See, meist in nördl. Richtung beobachtet. Zu dieser
Zeit gem. Fliegervorwarnungen reger feindl. Lufttätigkeit. Bei Dieppe verschiedentlich Flaktätigkeit an Land.
2206 Uhr Nördl. St. Valery, Einschlag und Detonation und hohe Wassersäule beobachtet, Feuerschein.
Große Entfernung. Etwa 15 sm.
2249 Uhr Nördl. Dieppe, Detonation mit Feuerschein und großer Wassersäule beobachtet. Abstand etwa 3 - 5 sm.
R 34, R 195, R 115 von Dünkirchen nach Boulogne verlegt mit M 12.
R 175, R 176, R 178 Werft Rotterdam.
R 39, R 210 Werft Le Havre.

10.03.43: Östlicher Kanal
0300 Uhr Gerät ein. Keine Minen gefunden.
0300 bis 0340 Uhr vor Boulogne in See zahlreiche Doppelsterne usw. in Luft geschossen beobachtet.
0340 Boulogne festgemacht. Folgender Kurzbericht wurde abgesetzt:
»Aufgabe Wegablaufen wurde planmäßig durchgeführt. Während feindl. Lufttätigkeit zwischen Fecamp
und Le Treport über See kurzes scharfes Aufblitzen beobachtet, ähnlich Blitzlichtbomben. Um 2206, 2213, 2249 Uhr
schwere Detonation mit hellem Feuerschein Entfernung zu 1) und 2) mind. 15 Km, zu 3) etwa 5 Km. Nördlich Dieppe.
Möglichkeit Minenabwurf mit Aufschlagdetonation (Versager) vermutet. Vor Boulogne zwischen 0300 und 0400 Uhr
zahlreiche rote Doppelsterne aus der Luft geschossen, beobachtet in verschiedene Richtungen.
Chef 12. R.-Fl. Gkdos 1032/43«
1100 Uhr Besprechung bei Sich.Div. über Räumaufgaben.
1830 Uhr Boulogne, ausgelaufen. (Führer 2. Sich.Div. auf F'Boot 12. R.-Flottille an Unternehmung teilgenommen.)
1845 Uhr Gerät ausgebracht. (S.D.G. 15 m Schwimmerstander)
Überlegungen und Durchführung: 12. R.-Flottille mit 9 klaren Booten davon ein Bojenboot 8 Geräteboote.
Beginn Freisuchen an früher hergestellten Umgehungsweg. Bei ersten Anlauf Bojenstrich werfen, 2. Anlauf an
Bojenstrich zurück, 3. und 4. Anlauf nach Messung um Flottillengerätebreite nach Westen abgesetzt. Hinter 4. Anlauf
neuer Bojenstrich usw. Als Formation wurde A grün und rot gewählt. Die Formation gewährleistet an sich das sicherste
Überlappen und ist insbesondere bei einen weniger einfahrenen Verband in den Schwenkungen am besten einzuhalten.
Wie die Erfahrung zeigt, wurde in dem stark strömenden Gewässer die Räumbreite durch spitzes Fahren zu wenig
ausgenützt, sodaß der in einer Nacht freigesuchte Streifen sehr klein ist.
Ich werde am nächsten Räumtag H gelb Formation wählen, auch wenn sie in den Kehrtschwenkungenbedeutend
schwieriger zu fahren ist. (Flottille besteht z.Zt. aus Schrauben- und Voith-Schneider-Booten).
2045 Uhr Sperrbrecher 168 passiert (räumte auf und in östlichen Umgehungsweg). Sperrbrecher war durch
Minendetonation manövrierunfähig. R 74 zur Hilfeleistung abgeteilt.
R 175, R 176, R 178 Rotterdam Werft.
R 39, R 210 Le Havre Werft.

11.03.43:
0100 Uhr Gerät aufgenommen.
0145 Uhr Boulogne, R.-Bootsbunker festgemacht.
R 175, R 176, R 178 Rotterdam Werft.
R 39, R 210 Le Havre Werft.
(...)
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BeitragBeitrags-Nr.: 209388 | Verfasst am: 30.11.2017 - 18:26    Titel: Antworten mit Zitat

12.03.43:
1100 Uhr Boulogne, Besprechung bei 2. Sich.Div. über Fortsetzung Räumaufgabe.
1715 Uhr abgelegt. Wetter: N 3 - 4, See 2, wolkenlos.
1730 Uhr Formation H gelb grün eingenommen.
1740 Uhr Gerät ausgebracht.
1754 Uhr Etwa 10 bis 12 Bombenflugzeuge unerkannten Typs fliegen Verband an und drehen auf Beschuß ab,
weiterer Einflug nach Land. (Munitionsverbrauch ca 1000 Schuß 2 cm, ca 100 Schuß 3,7 cm).
1756 Uhr Fliegermeldung auf K.K.W. abgesetzt.
1818 Uhr Eine Mine geräumt.
1818,3 Uhr R 74 Minentreffer.
Folgender Funkspruch abgesetzt: »R 74 Minentreffer, 0130 5037 (Positionsangabe nach Länge und Breite). Boot sinkt.
Chef 12. R.-Fl.«
Beide, Bojenboot und R 116 gehen sofort zur Hilfeleistung.Während dieser Vorgänge ca. 10 bis 30 sec. etwa nach dem
Minentreffer 2 Detonationen querab der beiden Räumglieder beobachtet. Abstand in beiden Fällen etwa 500 Meter.
Es werden akustische Minen vermutet.
R 74 nach Treffer Stb. achtern schnell tiefer gesunken und nach 2 Minuten gekentert. Geheimsachen wie Schlüssel M und Walzenkasten,
Funkvorschriften, takt. Vorschriften und Befehle in zwei Blechkasten über Bord geworfen und
gesunken. Geheimspind im Steuerhaus mit S.B. und Seekarten, E.S.-Sterneinfolge Bootsverziehungen nicht mehr
herauszunehmen, daher mit Boot untergegangen.
R 74 in 17 Meter Wasser Kiel oben noch etwa 30 Minuten schräg stehend 2 bis 3 m aus dem Wasser geragt.
Bei langsamen entweichen der Luftblase 1900 Uhr völlig unter Wasser. Boot bildet kein Schiffahrtshindernis.
(Siehe Bericht Kommandant R 74).
Besatzungen auf Befehl Kommandant Boot verlassen. Kommandant mit letzten Teil der Besatzung bei Kentern über
Bord gesprungen. Ein kleiner Teil von den kurz nach der Detonation längsseits gehenden R 114 übernommen und
im Wasser Schwimmende gerettet.
Verluste: Seem. Nr. 1 und 2 Matr. Gefreite, vermisst, 2 Mann schwer verwundet, 1 inzwischen verstorben,
7 Leichtverwundete.
R 116 und R 114 mit Arzt an Bord und Geretteten nach Boulogen entlassen. Mit 7 Booten Aufgabe fortgesetzt.
1820 bis 1823 Uhr Küstenstellen fordern E.S. an. Wird von 2 Booten abgegeben.
1823 Uhr Verband von Küste beschossen. Nach mehrfachen Schießen E.S. Patrone wird Feuer eingestellt.
1828 Uhr R 195 meldet Oberflächenstand gesichtet. (Antennenmine mit Bleikappe). R 195 schießt Mine ab.
1830 Uhr Eine Mine geschnitten (Im Gerät detoniert).
1845 Uhr Auf Gegenkurs geschwenkt.
1913 Uhr Eine Mine geschnitten (im Gerät detoniert).
2030 Uhr Überlegungen: Da beide Bojenboote mit Überlebenden nach Boulogne eingelaufen sind, lasse ich Gerät
aufnehmen und einlaufen. Ich halte es weiter für erforderlich, daß möglichst nur in den Morgen- und
Abenddämmerungsstunden an der Sperre gearbeitet wird, bis die Oberflächenstände aus der Sperre sind.
Die große Wahrscheinlichkeit, daß Antenneminen, Fernzündungsminen am Ankertau, und Elmi und Elma kombiniert
geworfen sind erfordert ein Umstellen der Räumtaktik.
2100 Uhr Boulogne festgemacht.
Folgender Kurzbericht wurde an 2. Sich.Div. abgesetzt:
»Kurzbericht über Minentreffer auf R 74.
1.) Aufgabe: Räumen Sperre südlich Boulogne.
Durchbruchverfahren H gelb grün 1818 Uhr auf 50° 37,2' Nord, 01° 30' Ost Detonation auf R 74 Achterschiff Stb.
Boot lag achtern sofort tiefer. Wahrscheinlich Berührungszündung. Im Maschinenraum Sekunden früher Stoß
beobachtet. Mine mittl. Ladung. Bojenboot sofort längsseits gegangen. Vorschiff unterdessen schon steil aus dem
Wasser ragend. Besatzung größtenteils auf Befehl Kommandant über Bord gesprungen. Schlüssel M, alle F.T. und
andere V.S. in Kasten über Bord geworfen bis auf Kartenstell, da sich Schubfach nicht mehr öffnen oder herausnehmen
ließ.
Verluste: Seem. Nr. 1 und 2 Mann vom Achterdeck vermißt, 1 Schwerverletzter im Lazarett verstorben, 8 leichter
Verwundete, Befinden zufriedenstellend.
Bojenboote mit Geretteten nach Boulogne gegangen. Flottille mit 7 Booten Aufgabe bis Dunkelheit fortgesetzt,
insgesamt 4 Minen geschnitten und detoniert. Ein Oberflächenstand (Antennenmine) abgeschossen, 2 vermutlich
Elma nach erster Minendetonation in der Nähe detoniert. Und 1 Minentreffer.
Eindruck: Kombinierte Sperre mit Antennenminen, Efa und Elmi und Elma. Ankertauminen nicht mehr so zahlreich
in bis jetzt abgelaufenenGebiet.
2.) 1753 Uhr Tiefanflug leichter engl. Bomber, drehen im Beschuß ab, fliegen über Berck sur Mer landeinwärts.
Jagdsprechwelle Jagdschutz angefordert, Bodenstelle nicht geantwortet, ebenfalls Fliegermeldung, keine Jäger
erschienen.
3.) Bei hellem Tage trotz mehrfacher E.S. Abgabe von Landbatterien beschossen.
4.) Um 1930 Uhr etwa drei Meter senkrecht aus Wasser ragendes Wrack R 74 nach 3,7 cm Beschuß gesunken auf
17 Meter Wasser. Chef 12. R.-Fl. Gkdos 103/43.«
R 175, R 178, R 176 Rotterdam Werft.
R 39, R 210 Le Havre Werft.
Berichtigung zu F.s. Gkdos 103/43:
Durch Versager auf Jagdsprechboot sind eigene Jäger nicht angefordert worden, sonder nur auf F.-Boot Flie.-Meldung
abgesetzt. Bodenstelle wurde um 1855 Uhr im Abstimmverkehr gehört.
Berichtigung ist nach Klarstellung an 2. Sich.Div. fernschriftlich gemeldet worden.
(...)
Winken
Uwe
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