Dt. Revolverentwicklung für `Nacht der langen Messer´
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 209358 | Verfasst am: 28.11.2017 - 11:13    Titel: Dt. Revolverentwicklung für `Nacht der langen Messer´ Antworten mit Zitat

Großkalibrige deutsche Revolverentwicklung für `Sondereinsätze´?

Ich suche hier Angaben über eine limitierte deutsche Sonderentwicklung eines großkalibrigen Revolvers von ca. 1933

Es ist wohl über 30 Jahre her als ich ein Taschenbuch in die Hand bekam, mit dem Titel Die Nacht der langen Messer.
Ich meine mich auch noch an das Umschlagsbild zu erinnern: https://pictures.abebooks.com/isbn/9783453008700-de-300.jpg


Obwohl es sich ja nur um einen Roman handeln soll, ist der politisch-historische Hintergrund ja verbürgt.
Die Nächte der langen Messer: https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6hm-Putsch


Was mir aber bis heute daran im Gedächtnis hafte blieb, war der Waffentechnische Aspekt. Detailliert wurde die
Entwicklung und Einsatz eines Revolvers beschrieben. Durch die Anforderung einer besonders effizienten Mann-
stoppwirkung bzw. Ausschaltung des Gegners, war ein sehr großes Kaliber gewählt worden. Dadurch konnte die
Trommel aus Platzgründen auch nur fünf Patronen aufnehmen. Was mich damals besonders aufhorchen ließ, war
sogar der Name der Entwicklungs- und Produktionsfirma in Solingen, meiner Heimatstadt. Damals ergab eine ober-
flächige Suche keine weiteren Ergebnisse. Das Buch habe ich heute natürlich auch nicht mehr.


Hat einer von euch weitere technische Indizien für diese Mysteriöse Sonderentwicklung?
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 209359 | Verfasst am: 28.11.2017 - 16:26    Titel: Antworten mit Zitat

Nie gehört, halte ich auch für abwegig, dass man für die doch eher kurzfristig angesetzt Aktion einen eigenen Revolver entwickelt habe.
Man hatte genügend vorhandene Waffen zur Hand.
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 209360 | Verfasst am: 28.11.2017 - 17:14    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke auch, das was man hatte war tödlich genug. Cool Zwinkern
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 209361 | Verfasst am: 28.11.2017 - 17:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ob sich meine Erinnerungen mit der technisch-historischen Realität decken, weiß in nicht.
Deswegen hab ich euch ja gefragt. Sicher bin ich mir auch darüber im Klaren dass es sich
um einen Roman und keinen Tatsachenbericht handelt!

Wie schon erwähnt, was mich stutzen werden ließ war die große Detailfülle über dieser Waffe.
Ich meine mich auch noch zu entsinnen, dass Aufgrund der geringen Munitionskapazität mit nur
fünf Schuss pro Waffe, jeder Attentäter zwei Exemplare erhielt.

Dass für gewisse Aufgabengebiete damals ein hoher Aufwand betrieben wurde, wissen wir ja Alle.
In diesem Fall handelte es sich ja auch um die waffentechnische Ausstattung eines ganz speziell
trainierten Killerkommandos, dessen Aufgabengebiet damit nicht endete, sondern wohl erst anfing.

An weitere Einzelheiten kann ich mich aber nach über 30 Jahren nicht mehr erinnern.
Deswegen habe ich mir jetzt auch beide Versionen für zusammen € 2,20 mal bestellt.

»Die Nächte der langen Messer« von Hans Hellmut Kirst
»Die Nacht der langen Messer« von Henry Seymour
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Gardes du Corps
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BeitragBeitrags-Nr.: 209366 | Verfasst am: 28.11.2017 - 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Holger Kotthaus hat Folgendes geschrieben:
Dass für gewisse Aufgabengebiete damals ein hoher Aufwand betrieben wurde, wissen wir ja Alle.
In diesem Fall handelte es sich ja auch um die waffentechnische Ausstattung eines ganz speziell
trainierten Killerkommandos, dessen Aufgabengebiet damit nicht endete, sondern wohl erst anfing.


na ja, ich habe jetzt nicht extra nachgesehen, aber nach meiner Erinnerung war das eine einmalige und spontane Aktion, ausgeführt von Teilen der Leibstandarte, zur Ausschaltung einiger korrupter SA-Leute ... da war nix mit von langer Hand vorbereitet und das war auch nicht der Anfang von irgendetwas, wozu man ein Killerkommando brauchte ...
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 209372 | Verfasst am: 29.11.2017 - 13:13    Titel: Antworten mit Zitat

Gardes du Corps hat Folgendes geschrieben:
na ja, ich habe jetzt nicht extra nachgesehen, aber nach meiner Erinnerung war das eine einmalige und spontane Aktion,
ausgeführt von Teilen der Leibstandarte, zur Ausschaltung einiger korrupter SA-Leute ... da war nix mit von langer Hand
vorbereitet und das war auch nicht der Anfang von irgendetwas, wozu man ein Killerkommando brauchte ...


Aha; - heißt das jetzt du bestreitest nicht die groben Angaben (bzw. meine vagen Erinnerungen) über den Revolver?
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wirbelwind
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BeitragBeitrags-Nr.: 209375 | Verfasst am: 29.11.2017 - 18:02    Titel: Antworten mit Zitat

Mal so nebenbei nachgefragt. Ging es bei der Ausschaltung von Röhm und seinen Leuten nicht auch um eine Machtfrage? Röhm und seine SA waren doch Hitler und anderen zu mächtig geworden. Übrigens mußten auch andere mißlebige Leute dran glauben. Denke da an von Schleicher. Warum allerdings für eine solche Aktion großkalibrige Revolver entwickelt und hergestellt werden sollten, erschließt sich mir nicht.
MfG Wirbelwind
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 209376 | Verfasst am: 29.11.2017 - 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

wirbelwind hat Folgendes geschrieben:
. . . Warum allerdings für eine solche Aktion großkalibrige Revolver entwickelt und hergestellt werden sollten, erschließt sich mir nicht.
MfG Wirbelwind

Dass, je größer ein Kaliber einer Faustfeuerwaffe ist, desto größer auch die Wirkung auf einen Menschen ist, ist sicher unstrittig.
Dass ein Revolver auch einfacher, neu zu konstruieren ist als eine Pistole welche alleine durch den Rückstoß eine neue
Patrone in den Lauf schiebt und dadurch eine höhere technische Präzision in der Fertigung erfordert, setze ich ebenfalls voraus.

Nur mal so `auf die Schnelle´:
Zitat:
Gewehre sind für größere Entfernungen gedacht, dadurch hat die Munition viel mehr Energie, als die von Pistolen.
Gewehrgeschossen verursachen dadurch einen viel größeren, temporären Wundkanal, mit anderen Worten, das
Gewebe wird senkrecht zum Schusskanal mehrere cm weit zerstört, obwohl das Geschoss nur ein paar mm im
Durchmesser hat. Die Wunde wird also gerissen.

Pistolenmunition ist langsamer und stanzt eher den Wundkanal, es wird kaum Gewebe um den Geschosskanal zerstört.
Daher wirkt sich hier ein größerer Geschossdurchmesser deutlich auf die Wirkung aus.


Jedoch gibt es auch Gewehrmunition, die im Durchmesser größer ist als die von Kurzwaffen. So leicht kannst du also
nicht verallgemeinern. Zudem sagt der reine Geschossdurchmesser nur wenig über die Eigenschaften aus. Eine 9 mm
Pistolenpatrone hat im Schnitt 500 Joule Geschossenergie. Das kleinere 5,56 mm Geschoss aus einem Sturmgewehr
hat 2000 Joule Geschossenergie, einfach weil die Patronenhülse größer ist als die einer 9 mm und mehr Treibladung enthält.
https://www.gutefrage.net/frage/warum-haben-pistolen-groessere-kaliber-als-sturmgewehre

Die Wahl einer Pistole als einfacher herzustellende und besser verdeckt zu tragende Faustfeuerwaffe, gegenüber einem
Gewehr erscheint mir also durchaus schlüssig. Ich kann hier natürlich nicht die Beweggründe des Autors vertreten. Es
Erscheint mir waffentechnisch nur logisch. Meine Frage bezog sich auch nur auf den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte.
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 209378 | Verfasst am: 29.11.2017 - 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Dass für gewisse Aufgabengebiete damals ein hoher Aufwand betrieben wurde, wissen wir ja Alle. In diesem Fall handelte es sich ja auch um die waffentechnische Ausstattung eines ganz speziell trainierten Killerkommandos, dessen Aufgabengebiet damit nicht endete, sondern wohl erst anfing. Die Wahl einer Pistole als einfacher herzustellende und besser verdeckt zu tragende Faustfeuerwaffe, gegenüber einem
Gewehr erscheint mir also durchaus schlüssig.

Holger, wenn Du die Geschichte des Ablaufs der "Nacht der langen Messer" kennst, war das alles weder "verdeckt" im Wortsinne noch waren "Killerkommandos" dafür unterwegs. Das ist wohl schriftstellerische Freiheit und Dramatisierung.

Die SA-Führungsriege nebst Röhm wurde bekanntlich von einem SS-Kdo., das sich die Waffen von der Reichswehr besorgte, sogar in Anwesenheit von Kriminalbeamten ganz offiziell verhaftet und ins Gefängnis Mü-Stadelheim gefahren. Da war nichts mit Killerkdo. Selbst die während der Verhaftung engetroffene SA-Stabswache von Röhm wurde nicht angegriffen etc. Es bedurfte also keiner speziellen Waffen, mal davon abgesehen, daß sich die SS, wie schon gesagt, bei der Reichswehr bediente.

Auch viele andere SA-Führer wurden ganz offiziell von der Bayr. Politischen Polizei und nicht von der SS verhaftet und ebenfalls in Gefängnisse verfrachtet.

Die ganze Story erscheint ganz klar wie eine aufgebauschte und selbstgebastelte Dramaturgie.

Zwinkern
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 209389 | Verfasst am: 30.11.2017 - 19:03    Titel: Antworten mit Zitat

PIV hat Folgendes geschrieben:
. . . Holger, wenn Du die Geschichte des Ablaufs der "Nacht der langen Messer" kennst, war das alles weder "verdeckt" im Wortsinne noch waren "Killerkommandos" dafür unterwegs. Das ist wohl schriftstellerische Freiheit und Dramatisierung.

Die SA-Führungsriege nebst Röhm wurde bekanntlich von einem SS-Kdo., das sich die Waffen von der Reichswehr besorgte, sogar in Anwesenheit von Kriminalbeamten ganz offiziell verhaftet und ins Gefängnis Mü-Stadelheim gefahren. Da war nichts mit Killerkdo. Selbst die während der Verhaftung engetroffene SA-Stabswache von Röhm wurde nicht angegriffen etc. Es bedurfte also keiner speziellen Waffen, mal davon abgesehen, daß sich die SS, wie schon gesagt, bei der Reichswehr bediente.

Auch viele andere SA-Führer wurden ganz offiziell von der Bayr. Politischen Polizei und nicht von der SS verhaftet und ebenfalls in Gefängnisse verfrachtet.

Die ganze Story erscheint ganz klar wie eine aufgebauschte und selbstgebastelte Dramaturgie. Zwinkern



Mein lieber PIV,

Gar nicht so einfach zu erkennen was jetzt ein zusammengesetztes Zitat sein soll, und was, von wem stammt.
Die Funktion, [quote und /quote] gibt einem Mitglied welches hier zuhause ist aber die Möglichkeit zu differieren.
Darüber hinaus hat es sich in der Vergangenheit sehr bewährt die Beiträge der Kollegen vorher genau durchzulesen.


Zu deinen Bemerkungen:
• Dass ich die Geschichte vom Ablauf kenne ist relativ; - ich habe sie vor über 30 Jahren mal gelesen.
• Der Begriff `verdeckt´ taucht bei mir auch nur im Zusammenhang auf, “Eine Waffe verdeckt tragen“
• Man könnte sicherlich auch vortrefflich darüber streiten, ob zwei Attentäter, bereits ein Killerkommando darstellen.


Den Beitrag hatte ich ja bewusst in der Rubrik: Sonstige Waffen und nicht unter: Politik im Dritten Reich eingestellt!
Meine erste und eigentliche Frage lautete deswegen auch:
Hat einer von euch weitere technische Indizien für diese Mysteriöse Sonderentwicklung?


Kernfrage ist ja nach wie vor, was Hans Hellmut Kirst wirklich geschrieben hat. Bevor der Original-Text hier nicht komplett
eingestellt worden ist, hat es doch gar keinen Sinn weiter zu diskutieren. Damit würden wir auch nicht `ins Blaue spekulieren´,
sondern alle über das Gleiche reden. Anschließend könnte man sich weiteren Nachforschungen widmen, ob die gemachten
technischen Angaben alle Fiktion sind, oder ein Teil der Realität entsprechen. Zu guter Letzt besteht dann die Möglichkeit den,
für mich irrelevanten Fragen nachzugehen: “Ob dies nun technisch notwendig und sinnvoll war, oder warum, wer und wann, wen,
unter welchen Umständen ermordet hat".

Ich gebe ehrlich zu, das klingt jetzt alles sehr, sehr analytisch, systematisch und wäre zielführend; - oder? ( – Grins – )
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 209390 | Verfasst am: 30.11.2017 - 19:28    Titel: Antworten mit Zitat

Ich geb´ jedenfalls hier auf! Zwinkern
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BeitragBeitrags-Nr.: 209392 | Verfasst am: 30.11.2017 - 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

PIV hat Folgendes geschrieben:
Ich geb´ jedenfalls hier auf! Zwinkern
Lachen Lachen Lachen
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 209396 | Verfasst am: 01.12.2017 - 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn man so richtig Wumms in komprimierter Form will, sind solche Revolver optimal. Derzeit ist der S&W 500ES hier DAS Maß aller Dinge
In den 80ern waren solche Teile aber noch ziemliche Exoten und Kirst wird sie evtl eingebaut haben, um so noch mal den besonderen Status dieser fiktiven Sondereinheit zu betonen.
Das in den 30ern so etwas tatsächlich extra in Kleinstserie konstruiert.t wurde, halte ich für wenig wahrscheinlich
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 209398 | Verfasst am: 02.12.2017 - 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

LTDAN hat Folgendes geschrieben:
. . . Das in den 30ern so etwas tatsächlich extra in Kleinstserie konstruiert.t wurde, halte ich für wenig wahrscheinlich


Das kann natürlich durchaus sein, dass die technischen Angaben in dem Roman reine Fiktion sind.

Ist hier wohl falsch verstanden worden, aber zuerst geht es ja mal nur darum was geschrieben wurde, und ob sich
meine Erinnerungen damit decken. Wenn ich nächste Woche das Buch erhalte, werde ich die Textpassagen einstellen.

Der Name der Produktionsfirma in Solingen ist ja noch der konkreteste Hinweis, dem ich dann nachgehen werde.
Die Stadt Solingen ist ja in der Vergangenheit hinreichend bekannt geworden als Klingen- und Waffenschmiede

Liegt auch näher als Itaga oder Lupembe. Zwinkern
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Holger Kotthaus
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BeitragBeitrags-Nr.: 209436 | Verfasst am: 07.12.2017 - 16:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hier nun die relevanten Textpassagen über diese mysteriöse Waffe als `technischen Hauptakteur´ in diesem Roman:


Zitat:

Zur besseren Einordnung der zeitlichen Abfolge; - Einige Textpassagen des Einbandes
Ein Mann stirbt in Lugano. Wer ist es? Und weshalb wurde er ermordet? Die Ermittlungen der Polizei dringen in seine
Vergangenheit ein; der Kriminalfall erhält politische Akzente. Und was dabei ans Licht kommt, war eines der bestgehüteten
Geheimnisse des Dritten Reiches.
1933: in den Schulungslagern der SS taucht eines Tages der Sturmbannführer Wesel auf, einer der Vertrauten Hitlers. Sein
Auftrag ist, aus dem SS-Nachwuchs sechs Männer auszuwählen und aus ihnen eine Sondereinheit heranzubilden, die jeder
Aufgabe gewachsen sein soll. Es sollen die Besten sein nach den Begriffen der Zeit: Kein Einsatz darf für sie zu hart sein,
keine Moral darf sie daran hindern, gegebene Befehle auszuführen. Eine verschworene Gruppe, die im Verborgenen entsteht
und wirkt: außer Wesel wissen nur Hitler, Himmler und Heidrich von ihrer Existenz.
Mit einem Wort: in diesem Roman erzählt Hans Hellmut Kirst die Geschichte einer Eliteeinheit des Dritten Reichs. Dem
„unerschütterlichen Willen“ ihres Führers blind folgend, übernehmen die Männer der „Gruppe Wesel“ überall, wo es um die
Erledigung politischer Gegner geht. . . . .


Seite 11, 12
Nachdem er so nun einiges wenige über diesen Toten herausgefunden hatte, wartete er den Befund des herbeigerufenen
Arztes ab. Der jedoch wirkte reichlich ratlos. »Sehen Sie sich die Leiche an! Sie scheint wie zertrümmert, zerrissen, zerfetzt!
Aber vermutlich nur durch ein einziges Geschoß von enormen Kaliber!« Wofür, sagte sich Fellini geduldig, möglicherweise
eine historische Handfeuerwaffe in Frage kommen könnte. Etwa eine schwere Duellpistole aus den 18. Jahrhundert; vielleicht
aber auch ein Gewehr mit abgesägtem Lauf.
Fellini verständigte seinen Vorgesetzten in Bellinzona, nicht ohne Bemerkung, hier scheine ein Waffenexperte dringend not-
wendig zu sein. »Möglichst gleich einer aus Zürich« - also dem wohl leistungsfähigsten Labor der schweizerischen Kriminal-
technik. Der angeforderte Mann aus Zürich – ein gewisser Karl Bruker – traf knapp zwei Stunden später mit einem Hub-
schrauber der Verkehrspolizei auf dem Flugplatz von Agno bei Lugano ein. Und damit geriet dieser Fall schnell in ein Stadium
von einiger Greifbarkeit. Doch was dabei in Erscheinung trat, sollte selbst erfahrenste, also stets auf das Äußerste gefasste
Kriminalisten überraschen.

[ . . . ]

Seite 13, 14
Viertens. Erster Bericht des Waffenexperten Bruker, Zürich:
»Das bei der Obduktion der Leiche Norden vorgefundene Geschoß lässt folgende Feststellung begründet erscheinen:
Es handelt sich nicht um manuell verfertigte, also handgestoßene Bleimunition, wie bei historischen Waffen zumeist üblich,
sondern ziemlich eindeutig um ein in einer Spezialwerkstatt fabriziertes Stahlmantelgeschoss neuerer Bauart, dessen Kaliber
jedoch als überdimensional bezeichnet werden muss.
Mit anderen Worten: das in der Leiche Norden vorgefundene Geschoß entspricht keiner der international gebräuchlichen
Größenordnungen für Handfeuerwaffen. Die zurzeit üblichen Kaliber bei Pistolen und Revolvern sind: 6,35 oder 7,65, auch
9 Millimeter – wie etwa bei der deutschen Armeepistole 08. Hier jedoch liegt ein wesentlich umfangreicheres Geschoß vor –
möglicherweise sogar eins vom Kaliber 10 Millimeter und mehr. Über eine derart großkalibrige Waffe ist hier nichts bekannt.«

[ . . . ]

Seite 15, 16
Sechstens. Weiterer Bericht des Waffenexperten Karl Bruker, Zürich:
»Die Nachforschungen nach modernen Handfeuerwaffen dieser ungewöhnlichen Größenordnung verliefen zunächst ohne
jedes Ergebnis, einschließlich der Auskünfte des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden. Dort wurde zunächst die Verwendung
eines Gewehres vermutet – wofür lediglich zwei ziemlich selten anzutreffende Typen in Frage zu kommen schienen: einmal
eine belgische Elefantenbüchse 48; dann aber auch ein sowjetische Maxim K 11; eine breitstreuende, durchschlagskräftige
Waffe, angeblich von Bewachern in Gefangenlagern verwendet.
Ein weiteres Gutachten wurde daraufhin bei Professor Dr. Müller, Basel. Eingeholt, einem international bekannten Sammler
und anerkannten Sachverständigen für Schusswaffen und Munition; speziell Handfeuerwaffen des 20. Jahrhunderts, soweit
europäischen Ursprungs. Seine Auskünfte lauten wie folgt:
» Die Verwendung von Handfeuerwaffen des hier vermuteten überdimensionalen Kalibers ist ungebräuchlich, die Serien-
anfertigung einer entsprechenden Waffe ist, soweit erkennbar, nirgendwo fabrikmäßig erfolgt. Dennoch darf eine spezielle,
auf wenige Exemplare beschränkte Anfertigung einer Waffe dieses Kalibers angenommen werden. Sie ist vermutlich 1933
oder 1934 in Solingen bei der dortigen Firma Wolf und Kustermann erfolgt, bei der ein Experte namens Grabet tätig war. Und
zwar wurde diese Handfeuerwaffe für eine zahlenmäßig kleine, doch vermutlich äußerst einflussreiche SS-Gruppe angefertigt.

Darüber existieren Spezialermittlungen, die ich einst 1940 bis 1942 gemeinsam mit einem deutschen Kriminalisten namens
Dickopf unternommen habe. Herr Dickopf war damals, eindeutig politisch verfolgt, aus Deutschland geflüchtet. Er wurde dann
bei uns in der Schweiz tätig. Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Präsidenten des deutschen Bundeskriminalamtes in
Wiesbaden. Eine Kopie unserer damaligen Untersuchungen wird ihnen unverzüglich per Eilboten zugestellt; darin enthaltene
Details bitte ich als vertraulich zu behandeln. Es handelt sich um eine lediglich vermutbare, nicht exakt beweisbare Hypothese.«

[ . . . ]

Seite 19, 20, 21
Auszüge aus der gemeinsamen von Prof. Dr. Müller, Basel, und Dickopf, dem späteren Präsidenten des Bundeskriminalamtes
in Wiesbaden, während des 2. Weltkrieges begonnenen Studie; - dabei Vermutungen über den Gebrauch einer ungewöhnlichen
Waffe bei ungewöhnlichen Vorgängen:

A.
Einen Tag bevor der französische Außenminister Barthou am 9. Oktober 1934 gemeinsam mit dem damaligen König Alexander
von Jugoslawien in Marseille ermordet wurde, erfolgte Ausschaltung des dortigen Sicherheitschefs durch 2 Mann, die unerkannt
entkommen konnten. Dabei wurden Waffen verwendet, die selbst die Experten von Lyon, die anerkannt besten Frankreichs, nicht
zu bestimmen vermochten
B.
Bei der Ermordung Ernst vom Raths, eines Angehörigen der Deutschen Botschaft in Paris, am 7. November 1938, angeblich
durch einen Juden namens Herschel Grünspan, wurde gleichfalls eine Hanffeuerwaffe völlig ungewöhnlichen Kalibers verwendet.
C.
Weitere Morde mit Waffen von ähnlichem oder gleichem Kaliber erfolgten anlässlich der »Kristallnacht« vom 9. zum 10. November
1938. Die Opfer waren Juden in führenden Positionen – in München, Berlin und Frankfurt.
D.
Spätere ähnliche, teilweise auch registrierte Vorgänge. Etwa in Wien anlässlich der sogenannten Befreiung des österreichischen
Volkes; wobei dann systematische zahlreiche »Widersacher« umgelegt wurden.
Dann aber auch der Überfall auf den Sender Gleiwitz in Schlesien, mit dem der Zweite Weltkrieg sozusagen offiziell ausgelöst
wurde, durchgeführt von einer deutschen Spezialeinheit, die rücksichtslos ihre eigenen Leute abknallte. Auch beim Attentat auf
Heidrich in Prag, 1942, scheint neben der Verwendung von Handgranaten eine zusätzliche Verwendung dieser ungewöhnlichen
Waffe erfolgt zu sein.
E.
Weitere leider kriminaltechnische nicht exakt nachweisbare Recherchen lassen einen allerersten Einsatz dieser Spezialwaffe
bereits bei der Ermordung Röhms und seiner Gefolgsleute in den letzten Tagen des Juni 1934 als möglich erscheinen.
F.
Selbst das Ende des Führers in seinem Befehlsbunker in Berlin, 1945, lässt nach sowjetischen Untersuchungen die Schluss-
folgerung zu, dass vor der Verbrennung Hitlers eine Zertrümmerung seines Schädels mit einer Waffe von erheblichen Kalibers
erfolgt war.

[ . . . ]

Seite 72, 73
Müller blinzelte seine Schüler mit steigendem Interesse an. Er bewegte sich langsam auf sie zu, ließ sich in dem für Wesel
reservierten Sessel nieder und faltete die Hände über dem Bauch. »Mit welchen Waffen haben Sie sich denn bisher bevorzugt
betätigt?« Die bemüht schnell gegebene Antworten besagten: Pistolen – ausschließlich Pistolen vom üblichen Kaliber. Was
eben so auf dem Markt war! »Alles das«, stellte Müller verächtlich aufschnaubend fest, »ist doch alles nichts wie gepflegte
Schießbudenscheiße, Leute. Vermeidet gefälligst die Verwendung von Pistolen! Das ist, ab sofort, ein verbindlicher Grundsatz.
Also – Finger weg von Magazinwaffen! Kann mir jemand sagen, warum?«
Norden meldete sich. »Könnte es sein Herr Kommissar, dass es sich dabei um die Hülsen der abgefeuerten Patronen handelt?
Beim Schießen mit der Pistole werden sie ausgeworfen – fliegen also in der Gegend herum und sind ein Beweismittel ersten
Ranges. Ist es das?« - »Stimmt genau!« Bestätigte Müller und schloss kurz die Augen.
[ . . . ]
Und Müller lächelte jetzt auch, doch eher grimmig. »Lassen wir uns also nicht ablenken. Pistolen sind für uns passé. Doch was
ergibt sich praktisch aus dieser Feststellung?« - »Die Verwendung von Revolvern!« Nun war es Hagen, der vorprellte – er hatte
wie sprungbereit dagesessen, weder Müller noch Norden aus den Augen lassend. »Revolver stoßen keine Hülsen aus, sondern
behalten sie bei sich. Aber wir haben keine Revolver!« - »Die habe Sie.« Müller gab sich höchst gleichgültig. »Die habe ich für Sie
besorgt.«

[ . . . ]

Seite 179 - 183
Einen Tag später traf gegen Abend in der Villa ein Mann namens Grabert ein – Gottfried Grabert. Er schleppte einen schweren
Koffer mit sich.
Müller stellte ihn Wesel vor; sie waren zunächst mit ihm in der Halle allein: »Das ist Herr Grabert, wie angekündigt - unser Waffen-
experte. Er arbeitet für eine Fabrik in Solingen. Ihren Weisungen entsprechend, Brigadeführer, hatte er den Auftrag, für uns eine
Spezialwaffe zu entwickeln: einen Revolver made in Germany.« Grabert öffnete eifrig seinen Koffer, entfaltete mehrere schwarze
Samttücher, legte schließlich ein stahlblaues, klobiges Instrument darauf und hielt es Müller feierlich entgegen. »Die von Ihnen
angeregte Spezialanfertigung, Herr Müller! Eine Waffe sondergleichen, darf ich wohl sagen. Mit durchschlagender, absoluter
sicherer Wirkung. Eine Zehn-Komma-Fünf«.
Müller nahm das kompakte, schwergewichtige Schießeisenentgegen und wog es bedächtig in der Hand. Dann reichte er es zu
Wesel hinüber. Auch der jonglierte damit – sicherlich beeindruckt, wenn auch leicht skeptisch. »Probieren wir diese Waffe aus«,
sagte er dann. »Lassen wir sie ausprobieren«, empfahl Müller. »Von unserem besten Schützen.« - »Also – von Norden?« - »Von
Hagen.«, sagte Müller. »Er ist weitaus praktischer veranlagt als Norden – worauf Sie achten sollten, Brigadeführer. Was aber auch
als eine Art Warnung gedacht ist – wenn Sie verstehen, was ich damit sagen will.«

Hagen wurde schleunigst herbeordert. Auf dem Schießstand der Villa waren alle Beleuchtungskörper voll eingeschaltet. Grabert
breitete erneut seine schwarzen Samttücher aus. Mit fast zärtlichen Bewegungen legte er Waffe und Munition bereit; es war, als
treffe er Vorbereitung für einen Gottesdienst. Hagen war lediglich mit einem braun gestreiften Pyjama bekleidet. Er griff fast gierig
nach der Waffe, die Grabert ihm reichte, und begann sie dann spielerische auszubalancieren zu schwingen. »Reichlich schwer«,
stellte er fest, um dann sachverständig hinzuzufügen: »Doch wenn sich aus diesem Gewicht auf eine durchschlagende Feuerkraft
schließen lässt, könnte man gewiss einiges damit anfangen.« Hierauf feuerte er, breitbeinig federnd dastehend, auf eine der auf-
gestellten Judenscheiben einen ersten Schuss ab. Der riss in die Bauchgegend der Figur ein faustgroßes Loch. Sein zweiter
Schuss war direkt auf den Kopf gezielt – und der platzte, wie durch eine Dynamitladung zersprengt, auseinander.
»Na, phantastisch! Die Durchschlagskraft ist absolut einmalig«, stellte Hagen sachverständig fest. »Einigermaßen zielsicher scheint
die Waffe auch zu sein. Der Rückstoß jedoch ist enorm. Um den verkraften zu können, muss man schon Kräfte wie ein Bulle
haben. Aber die haben wir. Die Waffe ist also für uns geeignet. Mit dieser Superspritze kann man noch auf zehn Meter Entfernung
jedes Hirn in alle Himmelsrichtungen pusten.«

Womit Hagens Auftrag erledigt war. Wesel bedankte sich bei ihm; sogar Müller nickte anerkennend – eine Würdigung von großem
Seltenheitswert. Hagen fühlte sich bevorzugt. Ihm, nicht etwa Norden, war diese Aktion anvertraut worden! Er war stolz. »Also –
gekauft?« fragte Müller und warf Wesel einen Blick zu. Der nickte, ohne sonderlich zu zögern. »Gekauft, Herr Grabert.« - »Bei
Erstattung aller Unkosten, die bei Entwicklung und Produktion dieser Waffe angefallen sind?« - »Nicht nur das«, empfahl Müller.
»Sie erhalten auch noch einige tausend Mark Anerkennungshonorar. Zwanzig?« - »Fünfundzwanzig!« entschied Wesel.
»Liefern Sie uns zunächst ein Dutzend Exemplare, Herr Grabert«, sagte Müller sachlich. »Mit dreihundert Schuss Munition für jede
Waffe. Wann können wir darüber verfügen?«
Grabert zeigte sich beglückt: »Sechs Exemplare habe ich gleich mitgebracht, Dazu sechshundert Schuss Munition. Den Rest
könnte ich in etwa einem Monat liefern. Würde das genügen?« - »Das«, meinte Müller, »dürfte ausreichen.« Er blinzelte Wesel zu.
Der stellte einen Scheck mit einer fünfstelligen Zahl aus. Doch bevor Wesel den Scheck überreichte, wies er Grabert darauf hin,
dass es sich um eine geheime Reichssache handle. Es dürften also keinerlei Aufzeichnungen und keinerlei Konstruktionsskizzen
aufbewahrt werden! Nachbau und Neulieferungen dieser Waffe dürften nur mit direkter Genehmigung von Himmler, Heydrich oder
von ihm, Wesel, erfolgen. Grabert, sein bisher höchstes Honorar bewegt kassierend, versprach das alles, bevor er sich
verabschiedete. Seine Leistungen als Erfinder waren gewürdigt worden – er fühlte sich anerkannt.

Dann waren Wesel und Müller wieder unter sich. Sie belauerten sich. Schließlich fragte Wesel: »Was meinen Sie wohl, Müller,
lässt sich mit diesen fürchterlichen Donnerbüchsen tatsächlich etwas anfangen?« - »Eine ganze Menge«, versicherte Müller.
»Diese Magnum 10,5 ist den handelsüblichen Schusswaffen weit überlegen, bei denen man erst ganze Magazine leerspucken
muss, um eine brauchbare Wirkung zu erreichen. Diese Handfeuerkanone jedoch hat die Wirkung von Dumdumgeschossen. Die
durchsieben nicht nur den Körper, die reißen klaffende Löcher!« Waldemar Wesel jedoch zeigte sich auch kriminaltechnisch recht
gut informiert. »Wäre dann nicht die Verwendung einer so extremen Waffe geradezu verblüffend leicht nachzuweisen? Von jedem
halbwegs brauchbaren Ballistiker? Ist es bei ihrer Verwendung nicht, als hätte man am Tatort eine Art Visitenkarte hinterlassen?«
»Genau das, Brigadeführer«, versicherte Müller, »könnte sich in einen besonderen Vorteil verwandeln lassen – für uns. Wir
brauchen nur rechtzeitig die entsprechenden Weichen zu stellen«

»Welche?« - »Bei der Kriminalpolizei ist es üblich, Ermittlungsschwerpunkte zu bilden. Etwa bei der Beobachtung komplexer Vor-
gänge, wie etwa Verwendung von Giften, Sprengstoffen, Spezialwaffen.« Wesel reagierte schnell und richtig. »Sie meinen,
dergleichen ließe sich in bestimmte Bahnen lenken?« - »Ohne weiteres! Wenn Himmler auch noch nicht die ganze deutsche Polizei
beherrscht, zumindest noch nicht die preußische, für die Göring zuständig ist, so sitzen beide doch zur gleichen Zeit im gleichen
Boot: in unserem. Beide könnten also von Heydrich, eventuell vom Führer selbst dazu veranlasst werden, eine für das ganze Reich
verbindliche Anordnung zu erlassen, nach der alle Vorgänge, bei denen eine Spezialwaffe vom Kaliber 10,5 eingesetzt worden
oder zu vermuten ist, unmittelbar einer Sonderkommission zuzuleiten wären.« - »Also Ihnen!« Wesel lachte anerkennend auf.
»Sie wollen sich vermutlich für Heydrichs Geheime Staatspolizei empfehlen. Stimmt’s?« Müller nickte lediglich. »Was dagegen?« -
»Nein«, versicherte Wesel. »Sie gehören voll und ganz zu uns – und je höher Sie steigen, umso größer wird dann auch der Vorteil
für uns sein. Meinen Segen haben Sie!« - »Dann also, Brigadeführer, bin ich ab sofort die auffangende Sonderdienststelle bei
nachweislicher Verwendung einer derartigen Waffe. Sie arrangieren das – ich mache es. Was kann dabei schon schiefgehen?«

[ . . . ]

Seite 186 - 187
Zwischendurch ließ sich Müller keine Gelegenheit entgehen, mit Wesels Leuten Schießübungen zu veranstalten – mit der
neuerworbenen Magnum 10,5. In den frühen Morgenstunden, aber auch mitten in der Nacht. Bei jeder erdenklichen Beleuchtung,
nach jeder vorstellbaren Belastung. Die dabei erzielten Trefferergebnisse lagen im Durchschnitt bei 10 – bei einem möglichen
Höchstwert von 12. Mithin eine nahezu maximale Leistung! Von Hagen mühelos erreicht – aber auch von Norden. Das konnte
Müller nicht ohne Befriedigung Wesel melden. [ . . . ] » . . . Ausrüstung pro Mann eine Magnum 10,5. Dazu ebenfalls pro
Mann, dreißig Schuss Munition – was wohl ausreichen dürfte. Ersatzmunition wird von mir mitgeführt. Keine Maschinenwaffen,
keine Handgranaten. Hier hat eine genau gezielte Aktion stattzufinden. Ist das klar?«


Der Autor versteht es geschickt die historische Realität mit nicht mehr nachweisbarer, eventueller Fiktion zu vermischen.
Er greift sogar vor und gibt durchaus plausible Erklärungen ab, warum heutige Nachforschungen erfolglos bleiben müss(t)en.

Ich schaue als nächste im Stadtarchiv und bei weiteren Solinger Verbänden nach, ob es in den 30er Jahren eine Firma Wolf und Kustermann gegeben hat.
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