U-Deutschland
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flask03
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BeitragBeitrags-Nr.: 36215 | Verfasst am: 18.10.2004 - 11:49    Titel: U-Deutschland Antworten mit Zitat

Gestern hab ich in einer ZDF-Doku (keine Angst, keine von Knopp) etwas über ein deutsches Handels-U-Boot namens U-Deutschland gesehen. Es soll 1916 ein paar Fahrten in die USA gemacht haben, um von dort Kautschuk durch die Blockade zu schmuggeln. Weiß da jemand mehr?
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Florian
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BeitragBeitrags-Nr.: 36235 | Verfasst am: 18.10.2004 - 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

ich hab die Doku auch gesehen und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie NICHT von Knopp ist.


Also, die Deutschland war eines der wenigen Uboote die mit privatem Geld gebaut wurden und Geld verdient haben. Ihr Zweck war, die englische Seeblockade, die vernichtende Folgen für die dt. Wirtschaft hatte, zu untertauchen und Rohstoffe aus den neutralen USA zu importieren.

Aus technischer Sicht war die Deutschland einfach konstruiert, aber ungewöhnlich groß. Ihre Reichweite war so groß, dass sie ohne Nachtanken auch wieder zurück fahren konnten. Es gab zu dieser Zeit kein bewaffnetes U-Boot, das auch nur die einfache Strecke geschafft hätte. Bewaffnung hatte die Deutschland nicht, sonst hätte sie den neutralen Hafen USA nicht wieder verlassen dürfen.

Technische Daten:

Länge: 65,0 m 1,3 m
Breite: 8,9 m 178 mm
Verdrängung: 1860 t
Motorleistung: 588 kW
Geschwindigkeit: 18,5 km/h

mfg
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http://www.modelluboot.de/KITS/Deutschland_Ordner/Probefahrt_Kiel.jpg
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BeitragBeitrags-Nr.: 36237 | Verfasst am: 18.10.2004 - 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Interessant.

Wieviel Besatzung war an Bord und wieviel Ladung konnte aufgenommen werden?
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Florian
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BeitragBeitrags-Nr.: 36238 | Verfasst am: 18.10.2004 - 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

weiß ich leider nicht, aber in der Doku hieß es, dass bereits die erste ladung das vielfache einbrachte was das boot gekostet hatte! das will was heißen, denn so ein ding ist sicher nicht ganz billig
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Patrick
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BeitragBeitrags-Nr.: 36239 | Verfasst am: 18.10.2004 - 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hab ein bisschen gestöbert und in zwei meiner Bücher was gefunden.

In "U-Boote" von David Jordan steht:

"Das Handels-U-Boot "Deutschland" wurde gebaut, da man das Potenzial großer Frachtboote als effektive Blockadebrecher
gegenüber der Royal Navy erkannte. Sie war ein demilitarisierter U-Kreuzer der zweimal auf Handelsfahrt nach Amerika ging, bevor die Vereinigten Staaten in den Krieg eintraten. Danach wurden Fracht U-Boote nutzlos und man rüstete sie wieder zur militärischen Verwendung um. Die "Deutschland" (U155) wurde 1922 in England abgewrackt."


Daten:
Stapellauf: März 1916
Besatzung: 56
Wasserverdrängung: 1.512 t aufgetaucht, 1.875 t abgetaucht
Reichweite 20.909 km bei 10 kn
Leistung 12,4 kn aufgetaucht, 5,2 kn abgeataucht


Ich denke mal dass diese Daten stimmen, denn in meinem zweiten Buch ("Die Geschichte der U-Boote" von Antony Preston) sind sie gleich.

Hier noch zwei interessante Seiten zur "Deutschland", die die Daten (annähernd) bestätigen:

http://www.mk-schoenebeck.de/handlubootdtld.htm

http://www.u-boot-net.de/boote/u-kreuzer/u155/155.htm

Vor allem der erste Link ist sehr interessant, der zweite ist eine reine Datensammlung.


Herzlichst Patrick


Zuletzt bearbeitet von Patrick am 28.08.2005 - 23:17, insgesamt einmal bearbeitet
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Sascha.P
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BeitragBeitrags-Nr.: 36243 | Verfasst am: 19.10.2004 - 00:04    Titel: Antworten mit Zitat

Gab ja noch ein Zweites Boot dieser Klasse,das aber verloren ging!Weiß jetzt nicht mehr,wie es Hieß Ärgerlich
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Patrick
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BeitragBeitrags-Nr.: 36246 | Verfasst am: 19.10.2004 - 07:12    Titel: Antworten mit Zitat

Das war die "Bremen"


Das Schwesterschiff der "Deutschland", die "Bremen", ging auf der Jungfernreise verloren. Ihr Schicksal wurde bis heute nicht aufgeklärt. Nach der Fertigstellung wurde sie am 08.07.1916 der DOR übergeben und in das Schiffsregister von Bremen eingetragen. Kapitän war Karl Schwartzkopf. Er war Reserveoffizier der Marine und an U-Booten ausgebildet und vor Übernahme der "Bremen" aus dem aktiven Dienst entlassen. Am 21.08.1916 verließ die "Bremen" den Kieler Hafen und machte kurz im Helgoländer Hafen Station, um dann die Überfahrt anzutreten. Auf dieser Reise blieb sie verschollen. Auch nach Beendigung der Feindseligkeiten wurde nicht geklärt, wie das Schicksal dieses Bootes endete

Herzlichst Patrick


Zuletzt bearbeitet von Patrick am 28.08.2005 - 23:17, insgesamt einmal bearbeitet
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Sascha.P
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BeitragBeitrags-Nr.: 36277 | Verfasst am: 19.10.2004 - 15:17    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht wurde sie Versenkt! Keine Ahnung
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Olli
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BeitragBeitrags-Nr.: 36283 | Verfasst am: 19.10.2004 - 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Dann hätte es doch sicher Aufzeichnungen von dem versenkenden Schiff gegeben (U-Boot gejagt, versenkt, Trümmerteile gesichtet etc...) und man hätte sich zusammenreimen können, welches das gewesen sein muss!!
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Sascha.P
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BeitragBeitrags-Nr.: 36292 | Verfasst am: 19.10.2004 - 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Sie könnte ja auch einen Maschinenschaden erlitten haben,als sie unterwasser war,und ist dann unter die Belastungsgrenze der Hülle gesunken! Keine Ahnung
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flask03
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BeitragBeitrags-Nr.: 36296 | Verfasst am: 19.10.2004 - 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die Informationen, hab´bisher gar nicht gewußt, dass es sowas wie Handels-U-Boote jemals gab.
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malcat
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BeitragBeitrags-Nr.: 99025 | Verfasst am: 26.06.2006 - 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Lt. Wikipedia:

Auch nach Beendigung der Feindseligkeiten wurde nicht geklärt, wie das Schicksal dieses Bootes endete, allerdings meldete der britische Kreuzer Mantua eine Kollision mit einem U-boot ähnlichem Objekt südlich von Island.

Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Handels-U-Boot“
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