Schneller Minenleger-Kreuzer mit 40 Knoten !
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Ronin
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BeitragBeitrags-Nr.: 192147 | Verfasst am: 01.02.2011 - 01:33    Titel: Schneller Minenleger-Kreuzer mit 40 Knoten ! Antworten mit Zitat

Moin, moin !

Heute vor 68 Jahren (01.02.2011) sank die HMS Welshman nach zwei Torpedotreffern von U 617 auf einer Versorgungsfahrt im Mittelmeer, 35 Seemeilen vor Tobruk.
Was mir besonders bei den Einheiten der Abdiel-Klasse (schnelle Minenleger-Kreuzer) wozu auch die HMS Welshman gehörte, auffiel, war die enorme Geschwindigkeit.

So erreichten die sechs Schiffe (2.650 tons) der Klasse eine Höchstgeschwindigkeit von Sage und Schreibe 39.75 Knoten (73.62 km/h bzw. 45.74 mph).
Mit dieser enormen Geschwindigkeit waren diese Minenleger sogar schneller als deutschen S-Boote !

http://i54.tinypic.com/wwjkvt.jpg
(Bild: uboat.net)

Weiß jemand wieso die Briten ausgerechnet bei Minenlegern auf so eine große Geschwindigkeit wert legten ?
Wieso wurden solche Motoren nicht auch bei kleineren Einheiten, wie Korvetten, Fregatten oder Zerstörern eingebaut ?
Gerade diese hätten es nötig gehabt, um wie Schäferhunde die Herde Schafe (Gleitzug) vor den grauen Wölfen der Kriegsmarine zu schützen.

Vielleicht weiß jemand von Euch etwas dazu ?

Ronin

PS: Das gleiche Thema habe ich beim FdW und U-Boot.Netz.de eingestellt.
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Michael1
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BeitragBeitrags-Nr.: 192153 | Verfasst am: 01.02.2011 - 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Cool Zitat: Heute vor 68 Jahren (01.02.2011)? Fragend

Die Royal Navy bestellte die ersten vier Schiffe im Jahre 1938 mit zwei weiteren der erworbenen als Teil des Kriegs Notprogramm . Sie wurden speziell entworfen für die schnelle Verlegung von Minenfelder in feindlichen Gewässern, in der Nähe von Häfen oder Seewege. Als solche waren sie verpflichtet, schnell zu sein und über ausreichende Flak-Waffen zu verfügen um sich zu verteidigen, wenn Flugzeuge entdeckt wurden und angriffen.

Englisches Wikki.

Michael1 Winken
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Q
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BeitragBeitrags-Nr.: 192154 | Verfasst am: 01.02.2011 - 12:02    Titel: Re: Schneller Minenleger-Kreuzer mit 40 Knoten ! Antworten mit Zitat

Ronin hat Folgendes geschrieben:

...
Wieso wurden solche Motoren nicht auch bei kleineren Einheiten, wie Korvetten, Fregatten oder Zerstörern eingebaut ?
Gerade diese hätten es nötig gehabt, um wie Schäferhunde die Herde Schafe (Gleitzug) vor den grauen Wölfen der Kriegsmarine zu schützen.
...


Da ist schonmal ein grosser Fehler in deiner Annahme, das diese Schiffe Motorschiffe waren. Es waren Turbinenschiffe.

Ausserdem verstehe ich nicht weshalb Konvoigeleiter eine hohe Vmax haben sollten?

Die U-Boote haben nichtmal 10 kn unter Wasser geschafft! Dann lieber die Ressourcen sparen fuer ein schnelles Schiff dafuer 3 langsamere Fregatten, die dann auch weniger oft an die Tanke muessen.

Don´t Panic
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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 192229 | Verfasst am: 05.02.2011 - 17:58    Titel: Re: Schneller Minenleger-Kreuzer mit 40 Knoten ! Antworten mit Zitat

Ronin hat Folgendes geschrieben:

Wieso wurden solche Motoren nicht auch bei kleineren Einheiten, wie Korvetten, Fregatten oder Zerstörern eingebaut ?
Gerade diese hätten es nötig gehabt, um wie Schäferhunde die Herde Schafe (Gleitzug) vor den grauen Wölfen der Kriegsmarine zu schützen.


Hohe Geschwindigkeit kostet! Standardverdrängung 2.650t, Leistung 72.000PS. Das ist fast so viel wie die 10x größere Warspite hatte.

Vergleich das mal mit anderen Schiffen:

HMS Dragon: 4.850t/40.000PS/29kn
HMS Emerald:7.500t/80.000PS/33kn

Wie man sieht, verlangt eine Erhöhung der Geschwindigkeit um schlappe 13,79% eine Verdopplung der Maschinenleistung, was die Verdrängung um über 50% ansteigen lässt. Sowas geht richtig ins Geld und Material, d.h. man kann ich nicht viele solcher Schiffe leisten.
Und was braucht man für ASW? Viele Schiffe und die müssen nicht mal besonders schnell sein. Geleitzerstörer schafften ca. 21kn mit 6.000PS was mehr als ausreichend und sehr preiswert war.


-Markus
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Eierhals
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BeitragBeitrags-Nr.: 204069 | Verfasst am: 05.09.2014 - 02:25    Titel: Antworten mit Zitat

Die korrekte Formel heißt eigentlich, eine Verdoppelung der Geschwindigkeit bedingt die vierfache Leistung der Maschinenanlage.

Allerdings setzt das Wasser und die Physik dem irgendwann ein Ende. Ein Verdrängerschiff wird kaum mehr schaffen, die 1951 gebaute SS United States sehe ich mal als Maximum an. 44,7 Knoten und 268.000 PS Maschinenleistung sollen bei dem Ozeanriesen wohl gewerkelt haben.
Andere Quellen sprechen von 41,x und wieder andere von knapp 39 Knoten...Das Schiff war allerdings auch 301m lang und über 50.000 t schwer. Größer als die Titanic.

Auch die Italiener hatten sowas verdammt schnelles... keine 7000t und fette 95.000PS, 42 Knoten bei Erprobungsfahrten, 38 im Einsatz...

Diese Schiffe, sowie ihre Pendants in den anderen Marinen, entstanden allesamt in den frühen 30ér Jahren, meist unter Verzicht auf Panzerung gemäß der noch immer in vielen Ohren verhafteten Aussage Lord Fishers "Speed is the best Protection", die sich aber bereits im großen Kriege als unrichtig herausgestellt hatte.
Die leichten italienischen superschnellen Kreuzer waren sinnigerweise als Flottillienführer für Zerstörer und als Feuerkraftverstärkung der eigenen Flotille für die Bekämpfung gegnerischer Flottenführer im Mittelmeer vorgesehen.

Irgendwann erkannte man die Fehler der Konstruktion, die zu leichten Verbände und der fehlende Panzerschutz und Folgerichtig wurden die folgenden Einheiten bei den Italienern bei gleicher Maschine dann alle ein bissel schwerer und die Geschwindigkeit sank entsprechend auf rund 36knoten ab.
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