70. Jahrestag des Untergangs der HMS Hood
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Ronin
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BeitragBeitrags-Nr.: 194952 | Verfasst am: 24.05.2011 - 21:40    Titel: 70. Jahrestag des Untergangs der HMS Hood Antworten mit Zitat

Guten Abend zusammen !

Diesen Thread möchte ich zum 70. Jahrestages des Untergangs der "HMS Hood" widmen.

http://i55.tinypic.com/4h8m5v.png
(Ausrüstungszustand 1921, Quelle: Wikipedia)

Am 24. Mai 1941 ging das "Gefecht in der Dänemarkstraße" in die Seegeschichte ein, als der mächtige Schlachtkreuzer zusammen mit der "HMS Prince of Wales" auf ihre Widersacher "Bismarck" und "Prinz Eugen" trafen.
Nach nur einem sechs minütigen Artilleriegefecht explodierte die HMS Hood und nahm mit Ausnahme von drei Seeleuten, ihre gesamte Besatzung mit in 2.804 Meter Tiefe.

Ehre Ihrem Andenken !

Ronin

(siehe auch: http://www.hmshood.com/hoodtoday/2001expedition/index.htm)
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 194972 | Verfasst am: 25.05.2011 - 22:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Verlust der vermeidbar gewesen wäre. Mal abgesehen daß dieses Schiff veraltet war, die Schwächen der achteren Panzerung bekannt und die Besatzung noch nicht eingespielt war, wurde der Gegner auch noch sträflich unterschätzt, sowie taktische Fehler begannen(falsche Zielansprache durch Verwechseln "PE" und "B", Kurswechsel über Backbord und damit "präsentieren" der gefährdeten Hecksektion).

Die "PoW" selbst war ebenfalls noch nicht voll kriegstauglich und es war unverantwortlich mit diesen Schiffen ein solches Gefecht überhaupt zu eröffnen. Nur der schnelle Abbruch des Gefechts, verhinderte eine Versenkung der "PoW". Die Toten der "H" gehen desewegen auch auf das Konto der brit. Admiralität...

Propagandistisch gesehen konnte Churchill aber nichts trefflicheres passieren um die Briten "kriegsbereit" zu machen. Und sie haben bei der Bismarck gezeigt was sie wirklich unter "fair Play" verstehen...


Zitat:
Die Bismarck sank etwa um 10:40 Uhr. Die Dorsetshire und der Zerstörer HMS Maori retteten 110 Mann. Von der Besatzung der Bismarck – 2.221 Mann einschließlich Flottenstab und Prisenkommando – blieben 400 bis 500 Überlebende im Wasser zurück. Mehrere Stunden später fand das deutsche U-Boot U 74 drei Männer und nahm sie an Bord. Am 29. Mai konnte das Wetterbeobachtungsschiff Sachsenwald zwei weitere Überlebende retten.[PDF] Somit überlebten nur 115 Männer den Untergang der Bismarck. Außerdem wurde vom Zerstörer HMS Cossack angeblich die Bordkatze der Bismarck gerettet.
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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 195017 | Verfasst am: 28.05.2011 - 00:07    Titel: Antworten mit Zitat

Michael aus G hat Folgendes geschrieben:

Ein Verlust der vermeidbar gewesen wäre. Mal abgesehen daß dieses Schiff veraltet war, die Schwächen der achteren Panzerung bekannt und die Besatzung noch nicht eingespielt war, wurde der Gegner auch noch sträflich unterschätzt, sowie taktische Fehler begannen(falsche Zielansprache durch Verwechseln "PE" und "B", Kurswechsel über Backbord und damit "präsentieren" der gefährdeten Hecksektion).



Stichwort taktische Fehler:

Zitat:
Aboard the Bismarck the identification of the enemy ships was uncertain, and they were now both mistakenly thought to be heavy cruisers. Correct identification at this time was vital in order to choose the right type of shells. Prinz Eugen's First Artillery Officer (I.A.O.), Lieutenant-Commander Paulus Jasper, also believed the approaching ships to be cruisers and ordered to load 20.3cm high explosive shells.

At 0600, the Hood and the Prince of Wales were in the process of turning another 20º to port in order to bring their after turrets into action, when Bismarck's fifth salvo hit the Hood.


Wie man sieht, haben die Deutschen auch welche gemacht, während Hoods Kurswechsel kein Fehler war.



Zitat:
Propagandistisch gesehen konnte Churchill aber nichts trefflicheres passieren um die Briten "kriegsbereit" zu machen. Und sie haben bei der Bismarck gezeigt was sie wirklich unter "fair Play" verstehen...


Ich hätte wirklich erwartet, dass Mitglieder dieses Forums etwas besser informiert sind als die dt. Version von Wikipedia oder zitierst du diese unvollständige Darstellung absichtlich, um die Engländer in ein schlechtes Licht zu rücken?


Zitat:
Bismarck went under the waves at 10:39 hours that morning. Dorsetshire and Maori attempted to rescue survivors, but a U-boat alarm caused them to leave the scene after having rescued only 110 Bismarck sailors, abandoning the majority of Bismarck's 2,200 man crew to the mercy of the water. The next morning, U-74, dispatched to try and rescue Bismarck’s logbook (and which heard sinking noises from a distance), and the German weather ship Sachsenwald picked up five survivors.


Aha, die haben die Rettung wegen eines (falschen) U-Boot Alarms abgebrochen. Ergo war das ein Fehler und kein 'foul play'.

-Markus
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mainlu
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BeitragBeitrags-Nr.: 195096 | Verfasst am: 04.06.2011 - 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Anererseits können sie auch nicht sagen wir haben sie einfach ersaufen lassen!
Es war Krieg, erst versenke ich das gegnerische Schiff und töte dabei einen Teil der Besatzung, und dann rette ich die im Wasser treibenden vor dem Ertrinken.

Das alles ist eine Logik dir mir einfach nicht begreiflich erscheinen will Verrückt Keine Ahnung
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F.B.
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BeitragBeitrags-Nr.: 195097 | Verfasst am: 04.06.2011 - 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

die Logik ist ganz einfach. Während des Gefechts ist man der Gegner. Nach der Niederlage der Seemann.

Winken
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 195099 | Verfasst am: 04.06.2011 - 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist keine "Logik", sondern jahrhundertealter Brauch zur See.
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F.B.
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BeitragBeitrags-Nr.: 195100 | Verfasst am: 04.06.2011 - 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo P IV,

das ist mir auch klar. Ich wollte es ja nur mainlu verklickern. Und der sucht nun mal eine "Logik". Für solches Verhalten gibt es aber auch genug Beispiele an Land und in der Luft (Gott sei Dank!). Leider gab und gibt es aber auch zur See, an Land und in der Luft immer wieder gegenteilige Beispiele. Und das bei fast allen Nationen der Welt.
In meinen Auge können nur Ideologien oder Haß dieses Verhalten (Rettung oder Pardon) verhindern. Zum Glück kommt dies bei Fronttruppen oder Seeleuten usw. eher selten vor. Manchmal wird gegenteiliges Verhalten im nachhinein als Notwendigkeit dargestellt, dies lässt man aber leider meist nur beim "Sieger" gelten.

Winken
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 195101 | Verfasst am: 04.06.2011 - 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

Mir ist schon klar, was Du meintest. Ich wollte hier nur die Besonderheit auf See, auch der Kriegführung auf See unterstreichen. Hier gilt dieser Brauch als ungeschriebenes und akzeptiertes "Gesetz" schon seit Jahrhunderten.

Auch in der Luft und in der Geschichte des Luftkrieges galt/gilt seit Anbeginn die stille und ritterliche Übereinkunft, daß sich gerettete und am Fallschirm hängende Gegner nicht angegriffen und getötet werden.

Natürlich gab es leider auch hier die gegenteiligen Bsp.

Auf dem Land sieht es im Laufe der Kriegsgeschichte aber ganz anders aus. Hier hat man bis noch vor relativ kurzer Zeit gefangene und besiegte Gegner restlos getötet und niedergemacht. Das Verschonen von Gefangenen und ein kriegsrechtlicher humaner Schutzstatus oder gar die mediz. Versorgung auch des Gegners ist in den Landkriegen noch relativ jung und wird bekanntlich bis heute in allen milit. und sonstigen kriegerischen Konflikten massiv verletzt.
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 195120 | Verfasst am: 06.06.2011 - 01:29    Titel: Antworten mit Zitat

Markus hat Folgendes geschrieben:

Stichwort taktische Fehler:

Zitat:
Aboard the Bismarck the identification of the enemy ships was uncertain, and they were now both mistakenly thought to be heavy cruisers. Correct identification at this time was vital in order to choose the right type of shells. Prinz Eugen's First Artillery Officer (I.A.O.), Lieutenant-Commander Paulus Jasper, also believed the approaching ships to be cruisers and ordered to load 20.3cm high explosive shells.

At 0600, the Hood and the Prince of Wales were in the process of turning another 20º to port in order to bring their after turrets into action, when Bismarck's fifth salvo hit the Hood.


Wie man sieht, haben die Deutschen auch welche gemacht, während Hoods Kurswechsel kein Fehler war.


Naja, Ansichtssache. Natürlich mussten sie ihre Heckartillerie zu Wirken bringen, allerdings so hat die "HOOD" ihre Archillesferse preisgegeben. Sie haben das Gefecht nicht aus ein taktisch überlegenen Position begonnen, warum auch immer. Das war schon ein ernster Fehler. Der zweite ernste Fehler war dann besagter Kurswechsel, der die tödlichen Salve erst zuließ...

Ob das nun alles anders gelaufen wäre ohne diese Fehler, wer weis es schon genau?

Friedrich der Große sprach zurecht von »Seiner Majestät, dem Zufall«.
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