Die Feldjägertruppe
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BeitragBeitrags-Nr.: 196171 | Verfasst am: 08.08.2011 - 13:01    Titel: Die Feldjägertruppe Antworten mit Zitat

Der Erste Weltkrieg

Die preußische »Landgendarmerie« wurde am 30. Juli 1812 geschaffen; bereits 1809 wurden diesbezüglich Überlegungen angestellt. Anregung für die Aufstellung dieser Polizei kam aus Frankreich. Die preuß. Landgendarmerie rekrutierte sich aus „vorwurfsfrei gedienten Unteroffizieren“. Sie hatte 1891 eine Stärke von 12 Brigaden zu jeweils 300 Mann. Die 1872 gegründete »Kaiserliche Gendarmerie-Brigade« in Elsaß-Lothringen wurde 1902 aus ihrem bisherigen Verhältnis zur preuß. Landgendarmerie herausgelöst und erhielt eine selbstständige Stellung.
Chef der Landgendarmerie war stets ein aktiver General, das Offizierkorps bildeten zur Disposition gestellte Heeresoffiziere, die jedoch wie die Bezirksoffiziere weiterhin in den Ranglisten geführt wurden. Die Landgendarmerie unterstand disziplinarisch und organisatorisch dem Kriegsministerium, fachlich aber dem preuß. Innenministerium und den zivilen Verwaltungsbehörden (Oberpräsident, Regierungspräsident, Landrat). Bereits im Frieden standen alle Gendarmen zu den Mannschaften des Heeres in einem Vorgesetztenverhältnis.
In Bayern war das Gendarmerie-Korps, wie in Preußen, personell und disziplinarisch dem Kriegsministerium unterstellt, in fachlicher und wirtschaftlicher Beziehung dem Staatsministerium des Innern. Die Gendarmerie-Kompanie der Haupt- und Residenzstadt München 1898 in eine zivile Schutzmannschaft umgewandelt.
Nach preußischem Muster war auch das »Königlich Württembergische Landjäger-Korps« organisiert. Die Gendarmerie-Korps in Baden, Hessen, Mecklenburg-Schwerin, Oldenburg, Waldeck, Braunschweig und Schaumburg-Lippe ergänzten sich aus ehemaligen Unteroffizieren, unterstanden aber nicht dem preußischen Kriegsministerium. Die sächsischen Gendarmen hatten dagegen keinen militärischen Status. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde ein Großteil der Landgendarmen reaktiviert. Die Aufgaben der Heerespolizei wurden von der erst bei der Mobilmachung aufgestellten »Feldgendarmerie« wahrgenommen. Sie setzte sich zusammen aus den dienstpflichtigen Angehörigen der Landgendarmerie (ein Drittel) und aus den zu Feldgendarmen ernannten Kavallerie-Unteroffizieren sowie Kavallerie-Gefreiten, die auch die Uniform der Feldgendarmen, und zwar die bunte Friedensuniform anlegen mussten. Gegliedert war die Feldgendarmerie in Abteilungen mit einer Etatstärke von 21 berittenen Unteroffizieren und Mannschaften, doch kamen auch stärkere Abteilungen vor, die von Feldgendarmerie-Offizieren geführt wurden. Unterstellt war die Feldgendarmerie den Generalkommandos der aktiven Armee-Korps und den Etappen-Inspektionen, auch beim Großen Hauptquartier befand sich ein Trupp von 6 Obergendarmen.
Die Zahl von anfänglich lediglich 33 Abteilungen erhöhte sich auf 115 im Verlauf des Krieges. Größere Verbände bestanden zunächst nur im Osten, im Generalgouvernement. Warschau hatte seit dem 01. März 1915 eine Feldgendarmerie-Brigade und beim OB Ost stand am 19. Januar 1916 eine Gendarmerie-Inspektion. Im Westen wurde erst in der zweiten Hälfte des Jahres 1918, als die Disziplin im Etappengebiet sich immer mehr lockerte, am 04. Oktober 1918 ein Feldgendarmerie-Korps z.b.V. aufgestellt, welches am 05. November in »Gendarmerie-Regiment 9« umbenannt wurde.
Das Reitende Feldjäger-Korps hatte zu Beginn des Krieges einen Personalbstand von:
Seinem Chef Generaloberst (m.d. Rang eine GFM) von Plessen, dem Kommandeur, 4 Oberjäger (Oberleutnante) und 71 Feldjägern (15 Oberleutnante und 56 Leutnante).
Ab 1916 wandelten sich die Gen.Kdos. zu ausgesprochenen »Kampfgruppenleitungen« und an Stelle der ursprünglichen Bezeichnungen der Korps trat häufig der Ausdruck »Gruppe« in Verbindung mit dem Namen des Kommandierenden Generals (Kom.Gen.) oder einer Ortsbezeichnung.
Die Gliederung der Stäbe war überall gleich: dem Oberbefehlshaber oder dem Kom.Gen. zur Seite stand ein Chef des Generalstabes als mitverantwortlicher Berater und Vorgesetzter aller Organe des Stabes. Dieser gliederte in Generalstabsabteilungen (Ia: Führung, Ib: rückwärtige Dienste, Ic: Feindlage), Adjutantur (IIa: Offz.Personalien, IIb: persönlicher Dienst beim General, IIc: Mannschaftsersatz und Pferdeangelegenheiten), Feldjustiz III, Intendantur- und Kassenwesen IVa, Sanitätswesen IVb, Veterinärwesen IVc, Militärseelsorge IVd, Feldopost, Kommandant des Haupt- (bzw. Stabs-)quartiers mit Stabswache, Feldgendarmerie und Bagagen. Jedes der Generalkommandos waren jeweils 60 Feldgendarmen zugeteilt.

Uniform der Feldgendarmerie 1914-1919:
Dunkelgrüne Mütze, kornblumenblaue Besatzstreifen, oben und unten ponceaurot gesäumt, Rand des Mützendeckels ponceaurot; Waffenrock: dunkelgrün, Kragen kornblumenblau mit gelben Litzen, ponceaurote Vorstöße, dunkelgrüne Schulterklappen mit ponceauroten Vorstößen und goldenen Tressen, Ärmelaufschläge kornblumenblau mit gelben Litzen und ponceauroten Vorstößen; Helm: Gardeadler aus Tombak mit neusilbernem Gardestern, Devisenband »Mit Gott für Koenig und Vaterland«; weißes Bandolier mit schwarzer Kartusche; rotbraune Stiefel; weiße Schärpe für Offiziere; Löwenkopfsäbel; Ringkragen aus weißem Metall mit – Offiziere: großer heraldischer Adler – Mannschaften: zwei kleine, gelbe heraldische Adler – römische Zahl des Armee-Korps; grüne Satteldecke mit roter Verzierung und Gardestern in den vier Ecken, Felduniform: Feldrock graugrün mit roten Vorstößen; Achselstücke grün unterlegt; am Kragen dunkelgrüne Patten oder Litzen; Pickelhaube mit Überzug.

Quelle: Claus Meyer, DSJB 1987, Schild-Verlag München
Gruß Uwe2
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