16. Inf.Div. (mot) - 16. Pz.Gren.Div. - 116. Pz.Div.
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BeitragBeitrags-Nr.: 198911 | Verfasst am: 29.03.2012 - 16:56    Titel: 16. Inf.Div. (mot) - 16. Pz.Gren.Div. - 116. Pz.Div. Antworten mit Zitat

»Die Windhund-Division« 16. Infanterie-Division (mot)
16. Panzer-Grenadier-Division – 116. Panzer-Division


E h r e ihrem A n d e n k e n !

"Den Charakter eines Volkes erkennt man daran,
wie es seine Soldaten nach einem verlorenen Krieg behandelt."

(Leopold von Ranke)

http://www.bilder-hochladen.net/files/big/hn9p-13-a577.jpg ;
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Mitglied im Förderverein "Windhunde mahnen zum Frieden" e.V.
Gemeinnütziger Verein zum Erhalt des Mahnmals und der Dauerausstellung in 52393 Hürtgenwald

Quellen & Literatur:
"Der Windhund", Zeitschrift v. Familienverband ehem. Angeh. der Windhund-Div. (116. Pz.Div.) e.V.
Fritz Memminger, Kriegsgeschichte der Windhund-Division
Fritz Memminger, Aachen im September 1944 / Ein Beitrag zur deutschen Geschichte
Kurt Wendt, Warum Pourquoi Почему Why Windhunde ? (2.000 nummerierte Exemplare)
Kurt Wendt, Finale der Invasion – Warum Pourquoi Почему Why ? – 2. Teil
Kurt Wendt, Wir für alle – Die Ritterkreuzträger der 16. Inf.Div. (mot) ...
Heinz Günther Guderian, Das letzte Kriegsjahr im Westen – Die Geschichte der 116. Panzer-Division
Helmut Ritgen, Westfront 1944
Heinz Bruno Heidt, Fahneneid und Menschlichkeit - Kriegstagebuch 116. Panzerdivision ("Windhund-Division") 1942-1945 Frankreich - Hürtgenwald - Ardennen - Niederrhein - Ruhrkessel
Georg Tessin, Verbände und Truppen der dt. Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg
Rolf Stoves, Die gepanzerten und motorisierten deutschen Großverbände 1935-1945
Rolf Hinze, Rückzugskämpfe in der Ukraine 1943/44
Rolf Hinze, Mit dem Mut der Verzweiflung
Carl Wagener, Die Heeresgruppe Süd – Der Kampf im Süden der Ostfront
Werner Haupt, Die Schlachten der Heeresgruppe Süd – Aus Sicht der Divisionen
Joachim Hoffmann, Kaukasien 1942/43
Percy E. Schramm, Kriegstagebuch des OKW (8 Bände)
NARA: T 7811 Roll 926 – 940

Ausgewählte & interessante Beiträge:

Winter1941/42 (Auszug aus dem Tagebuch von Karl D.)
08.09.1941: In Nikopol zur 8. Kompanie des Infanterie-Regiments (mot) 156 versetzt. Am Dnjepr in Stellung. Vier Tage später von Ungarn abgelöst. Bei Krementschug über den Dnjepr, über Poltawa, Romny, Mirgorod bis 40 km vor Charkow.
Anfang Oktober: Einnahme der Stadt Rylsk. Danach durchstießen wir die 20. sowjetische Division und schlossen den Kessel von Wjasma und Brjansk. Zwei sowjetische Divisionen brachen aus den Kessel aus und hatten hinter uns Artillerie und RAD überfallen. Wir säuberten das Gelände mit Panzerunterstützung und die Sowjets hatten mehrere Hundert Tote und viele Gefangene als Verluste. Nach drei Tagen war die Sache bereinigt. Ich erhielt die erste Post aus der Heimat.
Ende Oktober: Über Dimitrijew ging es weiter nach Kursk. Dort acht Tage Ruhe in guten Quartieren. Hauptmann Köster und ein Unteroffizier bekamen das Ritterkreuz.
20. Nov. 1941: Marsch in Richtung Tim; über 20° Kälte.
21. Nov. 1941: Am Tim in Stellung bei der 7. Kompanie.
25. Nov. 1941: Stoßtrupp mit der 7. Kompanie auf die Kirche von Tim. Durch eigene Artillerie Verluste. Die Sowjets griffen zu jeder Tages- und Nachtzeit an. Wir hatten erhebliche Verluste.
25. Nov. 1941: 22.30 Uhr der Russe griff mit großer Stärke an. Angriff wurde abgewehrt. Wir lagen sieben Tage bei großer Kälte ungeschützt auf freiem Feld.
30. Nov. 1941: Wir griffen an. Feind zog sich zurück.
01. Dez. 1941: Das Inf.Rgt. (mot) 60 löste uns ab und wir kamen nach Rodestewenkeija am Tim.
03. Dez. 1941: Mit 5. Kompanie in vorgeschobener Stellung. Russe griff pausenlos an, wurde aber abgeschlagen.
20. Dez. 1941: Russe griff mittags mit Panzern an. Wir hatten keine Panzerabwehr. Wir zogen uns nachts zurück und mussten unsere ganzen Sachen zurücklassen. Zurück nach Rodesewendskoje.
21. Dez. 1941: Die 7. Kompanie wird von Panzern überrannt. Verwundete Kameraden wurden von Panzern zermalmt. Zwei Panzer wurden durch Artillerie abgeschossen. Wir gingen jenseits des Tim in Stellung.
22. Dez. 1941: Sowjetische Panzer rollen ins Dorf. Ein Panzer brach im Eis ein.
25. Dez. 1941: Russe griff wieder mit Panzern an. Wir zogen uns zurück und gingen am Kp.-Gefechtsstand wieder in Stellung. Anschließend robbten wir auf eine Höhe, und verhielten hinter eine Schneewehe. Als wir hoch schauten waren die Panzer schon auf gleicher Höhe. Wir zogen uns in einem großen Bogen in eine Mulde zurück.
Abends kamen wir zum III. Bataillon und dort gleich wieder auf Sicherung. Erst nach vier Tagen kamen wir wieder zur Kompanie zurück. Ich wurde zum Gefreiten befördert.
02. Jan. 1942: Russe griff wieder pausenlos mit Panzern an und wir hatten große Verluste.
04. Jan. 1942: Zurück in die International-Stellung und dort Bunker gebaut mit der 6. Kompanie.
Ab 11. Januar 1942: Ruhige Front bis Ostern.

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BeitragBeitrags-Nr.: 198912 | Verfasst am: 29.03.2012 - 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Lebenslauf des General d. Pz.Tr. a.D. Gerhard Graf von Schwerin

Gerhard Helmut Detleff Graf von Schwerin *23. Juni 1899 Hannover, als fünftes Kind des damaligen Polizeipräsidenten von Hannover und Rittergutsbesitzers auf Ziethen bei Anklam in Pommern Detleff Graf von Schwerin und seiner Ehefrau Anna geborene von Puttkamer. Der Vater †1908 als Regierungspräsident von Köslin in Pommern; Mutter †1945 in Ziethen bei Anklam/Pommern.
Erziehung:
Gymnasium in Köslin und Anklam/Pommern (1908 bis 1912)
Ostern 1912 bis 1913 Preußische Kadettenanstalt in Köslin/Pommern
Ostern 1913 bis zum 10. August 1914 Hauptkadettenanstalt Berlin-Lichterfelde
Erster Weltkrieg:
10.08.1914 als Fähnrich im 2. Garde-Regiment zu Fuß (Ersatz-Bataillon) eingestellt
02.05.1915 zum mobilen Regiment ins Feld
08.06.1915 Beförderung zum Leutnant ohne Patent. (Pat. v. 23.06.1916)
Während des Ersten Weltkrieges Verwendung als Infanterie- und MG-Zugführer, MG-Kompanieführer und Bataillons-Adjutant.
26.09.1918 durch Pistolenschuss in den linken Oberschenkel verwundet.
Frühjahr 1920 mit dem Charakter als Oberleutnant verabschiedet.
Nachkriegszeit:
Kaufmännische Lehre bei der Kaffeehandels A.G. in Bremen, danach Leiter der Transport-Abteilung der A.G. für Petrol-Industrie in Berlin.
Im Sommer 1922 Wiedereinstellung als Leutnant im Infanterie-Regiment 1 mit Patent vom 01.03.1918; danach Verwendung in verschiedene Frontdienststellungen bei den Infanterie-Regimentern 1, 3 und 18.
01.04.1925 Beförderung zum Oberleutnant
01.05.1933 Beförderung zum Hauptmann
01.10.1933 – 01.10.1935 Kriegsakademie in Berlin
01.10.1935 – 01.10.1937 Truppengeneralstab der 22. Infanterie-Division (Bremen)
01.10.1937 – 01.10.1938 Truppendienst als Kompaniechef beim Infanterie-Regiment 17
01.03.1937 Beförderung zum Major i.G. (Patent vom 01.10.1936)
01.10.1938 – 01.10.1939 Gruppenleiter im OKH/Fremde Heere West; Gruppe: England-Amerika
01.04.1939 Beförderung zum Oberstleutnant i.G.
Zweiter Weltkrieg:
Oktober 1939 bis Januar 1941 Kommandeur des I. Bataillon des Infanterie-Regiments (mot) »Großdeutschland«.
Während dieser Zeit vertretungsweise auch Führer des Inf.Rgts. »Großdeutschland« und des Schützen-Regiments 86 der 10. Panzer-Division.
Anschließend kurz Zeit Kommandeur eines neu aufgestellten Inf.Rgts.
Februar – September 1941 Kommandeur Rgts.Stab z.b.V. 200 in Nordafrika
01.08.1941 Beförderung zum Oberst
September 1941 – November 1942 Kdr. des Hamburger Infanterie-Regiments 76 (mot)
Vorübergehend stellvertr. Divisionsführer der 254. Inf.Div. und 8. Jäg.Div.
01.10.1942 Beförderung zum Generalmajor
13.11.1942 – September 1944 Kdr. der 16. Inf.Div. (mot), sp. umbenannt in 16. Pz.Gren.Div., danach 116. Pz.Div.
01.06.1943 Beförderung zum Generalleutnant
Im Dezember 1944 Kommandeur der 90. Pz.Gren.Div.
01.01.1945 – 24.04.1945 Kommandierender General des LXXVI. Pz.Korps
01.04.1945 Beförderung zum General der Panzertruppe
26.04.1945 Gefangennahme in Oberitalien durch britische Armee.
Anschließend Überführung in das Gefangenenlager Rom, von dort zum HQu. der Alliierten in Reims und Übernahme in amerikanische Gefangenschaft. Dann Internierung und Durchgang zahlreicher Gefangenen- und Internierungslager; September 1947 Entlassung aus dem Heeresdienst und 24.12.1947 Entlassung aus der Gefangenschaft/Internierung.
Militärische Auszeichnungen:
1915 EK II
1917 EK I
1918 Fürstlich Hohenzollern Ehrenkreuz mit Schwertern
1940 Spange zum EK II und EK I
1941 Italienische Tapferkeitsmedaille in Silber
1941 Comtur-Kreuz des Ordens der Königlichen Krone von Italien
Infanterie-Sturmabzeichen
17.01.1942 Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes
Panzer-Sturmabzeichen in Bronze
17.05.1943 Eichenlaub zum Ritterkreuz des EK (Nr. 240)
08.11.1943 Schwerter zum Ritterkreuz des EK (Nr. 41)

Ehrenvorsitzender Familienverband ehemaliger Angehöriger der Windhund-Division (116. PD) e.V.;
Verstorben nach schwerer Krankheit 29. Oktober 1980 Rottach-Egern, Beisetzung 07.11.1980 ebd. unter militärischen Ehren und Anwesenheit des Generalinspekteur der Bundeswehr Brand.

Quelle: Memminger, Kriegsgeschichte (Seite D 1388 – 1390)

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BeitragBeitrags-Nr.: 198915 | Verfasst am: 29.03.2012 - 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Informationen über die drei wichtigen Führungsabteilungen einer Deutschen Division im Zweiten Weltkrieg

I a :
Bearbeitete die Führung der Kampftruppen als erster und engster Berater des Divisionskommandeurs, den er bei Abwesenheit des Generals vom Gefechtsstand dort auch zu vertreten hatte.
I b :
Bearbeitete die Führung der rückwärtigen Dienste der Division. Er hatte seinen eigenen Gefechtsstand im rückwärtigen Gebiet der Division, hielt aber engste Verbindung zum I a – Führungsstab, der seinen Gefechtsstand in vorderen Kampfbereich in direktem Kontakt mit den Kampfeinheiten der Division hatte. Der I b hatte auch sein eigenes Nachrichtennetz im rückwärtigen Gebiet. Wenn unter starkem Feinddruck oder bei Absetzbewegungen der I a – Gefechtsstand geräumt werden musste, zog sich der I a mit seinem Führungsstab häufig auf den Gefechtsstand des I b zurück, der also der Divisionsführung als Reserve- und Ausweichstelle diente. Somit war der I b auch der Stellvertreter des I a, wenn dieser auf längere Zeit abwesend war, z.B. bei Ausfall durch Verwundung oder auch Heimaturlaub.
I c :
Bearbeitete die Feindlage, über deren Veränderungen er den Divisionskommandeur und den I a ständig auf dem Laufenden hielt. Hierbei spielte die Beurteilung der Feindabsichten eine große Rolle, denn Fehleinschätzungen auf diesem Gebiet führten meist zu unabsehbare Folgen. Der I c befand sich daher in organischer Verbindung mit dem Divisionskommandeur und dem I a angeschlossen an den Gefechtsstand des I a.

Näheres über die Führungsabteilung I b :
Zum Führungsbereich des I b gehörten die Sachbearbeiter für Personalfragen und Personalersatz, der II a für die Offizierstellenbesetzung, der II b für Unteroffiziere und Mannschaften. So gehörte auch das Feld-Ersatzbataillon (FEB) als Sammelbecken für den Personalersatz zum Führungsbereich des I b. Anzumerken wäre, dass z.B. in der »Windhund-Division« das FEB immer auf hoher Stärke gehalten wurde nicht nur als Auffangstation für den aus der Heimat zugeführten Ersatz, sondern auch als Auffang für die aus den Lazaretten als genesen entlassenen Leichtverwundeten und Kranken. Sie wurden auf diese Weise der Division und ihren Stammtruppenteilen erhalten und nicht auf den zeitraubenden, langen Wegen zur Heimat und zurück zur Front irgendwo »vereinnahmt und verheizt«.

Noch erwähnenswert ist auch das »Stützpunktnetz« der Division im rückwärtigen Armeegebiet, das sich bis weit in das Heimatgebiet erstreckte, welches für die Betreuung und Einweisung der zur Front zurückkehrenden Urlauber verantwortlich war und sich auf die bei den Versorgungslagern der Etappe und Heimat befindlichen Verbindungsleute der Division abstützte.
Auch diese »Stützpunktorganisation« unterstand der Führung des I b.
Der Divisionsintendant – IV a – verantwortlich für die Verpflegung der Division, gehörte ebenso zum Führungsbereich des I b, wie der Divisionsarzt – IV b – mit allen seinen Sanitätseinrichtungen.
Ein sehr wichtiger Bestandteil des Führungsbereiches I b waren die Versorgungskolonnen der Division. Sie schafften aus den Versorgungslagern im Hinterland der Armee alles heran, was die Truppe an Munition, Verpflegung und Nachschubgütern aller Art laufend benötigte, und das war sehr viel für die ca. 15 000 Mann einer Division; auch die Feldpost wurde von ihnen gebracht. Die Lkw-Kolonnen standen unter dem Befehl des Divisionsnachschubführers (DiNaFü), der sie wiederum nach den Bedarfsanforderungen und Weisungen des I b einsetzte. Auf keinen Fall dürfen die für eine motorisierte Einheit entscheidend wichtigen Kraftfahrzeug- und Panzer-Instandsetzungs-Kompanien mit ihren Werkstatteinrichtungen vergessen werden. Diese arbeiteten unter besonderer Führung des Divisions-Ingenieur, welcher auch für die Betriebsstoffversorgung aller Divisionseinheiten verantwortlich war. Die Bewegungs- und damit Überlebensfähigkeit der Division hing im großen Maße von der Arbeit dieser Männer ab, die bzgl. Taktik und Führung dem I b unterstanden.

Quelle: »Der Windhund«, 1/1980, S. 25ff
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BeitragBeitrags-Nr.: 198917 | Verfasst am: 29.03.2012 - 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Gefechtskalender

1940
10. Mai »Frankreich«: Sedan • Mont Damoin • Bois de Mont • la Berlière.
1941:
06. – 20. April »Jugoslawien«: Übergang über die Drau bei Barcz • Vincovizi • Mitrovica • Zvornik • Lubovice • Sarajewo.
1941
22. Juni »Russland«: Dubno • Werba • Ostrog • Zaslaw • Stalin-Linie bei Lubar • Winniza • Uman • Rozwaz • Mozinowka • Pawlowka • Talnoje • Nowo Archangelsk • Swerdlikowo • Dubrowodje.
September: Umfassungsschlacht ostwärts Kiew • Übergang Kriegsbücke bei Krementschug • Bolozerkowka • Gadjatsch • Frasnaja Luka • Romny • Rylsk • Dimitrijew • Teylowka • Kursk • Tim • Roschdenstwenkoje • Repijewka • Winterstellung ostwärts Tim • Leschtschinskaja • Plota • Topolje • Pogoshoje.
1942
28. Juni Beginn der zweiten Offensive: Über den Fluss Tim • Staryi Oskol • Woronesh • über den Fluss Don bei Rasdorskaja • über den Fluss Manytsch bei Sporny (Div. betritt Asien) • der Fluss Kuban wird überschritten • Armavir und Maikop erreicht • Abdrehen über Woroschilowsk • in die Kalmückensteppe • Elista • Ulan-Erge • Jaschkul • Utta • Chalchutta (Div. erreicht den östlichsten Punkt der Ostfront, die „Schneiderhöhe“ ostw. Chalchutta) • Pz.Spähtrupps klären gegen Astrachan auf.
November: Die 6. Armee wird am 24.11. in Stalingrad eingeschlossen.
Dezember: Beginn der Absetzbewegungen • Kämpfe bei Elista und Remontnoje • Rückzug über Rostow am Don • Taganrog • Mius-Stellung.
1943
März: Schlacht in der Federenko-Schlucht (sowjet. Pz.Korps wird vernichtet) • Abwehrschlachten im Donezbecken • Isjum • Brückenkopf Saporoshje • Abwehrkämpfe im Raum Dnjepropetrowsk • Kriwoij-Rog • Nikopol.
1944
Abwehrkämpfe am Dnjepr • Ingulez • Nikolajew • Nowy-Bug • Wossnessensk • Alexandrowka.
März: Ende der Kämpfe in Russland • Fussmarsch nach Braila (Rumänien). Neuaufstellung der 116. Pz.Div. in Frankreich (Raum Paris u. Le Havre).
06. Juni: Beginn der Invasion • Einsatz in der Normandie u. Bretagne • Ausbruch aus dem Kessel von Falaise • Rückzug durch Frankreich u. Belgien • Kämpfe um und in Aachen.
September: Eilmarsch nach Holland • Abwehr der Luftlandung bei Arnheim.
Oktober: Kämpfe im Hürtgenwald • Vossenack • Schmidt • Mestringer Mühle • Försterei Hürtgen • Verlegung in das Kampfgebiet ostwärts Aachen • Würselen • Langerwehe • Eschweiler • Eilendorf • Hamich • Düren.
16. Dezember: Beginn der Ardennenoffensive • Heinerscheid • Houffalize • Sampree • Laroche • Marche (Weihnachten harte Kämpfe bei Marche) • Hotten • Marenne.
1945
Februar – März: Verlegung in den Reichswald • Kleve • Goch • Xanten • Brückenkopf Wesel.
April: Kampf im Ruhrkessel • Schwarze Heide • Dinslaken • Kirchhellen • Gelsenkirchen • Abwehrkämpfe am Ostrand des Ruhrkessels • Erwitte • Soest • Belecke • Hemer • Iserlohn.

Anmerkung: Die Schreibung v.a. der russischer Ortsnamen sind je nach Karte oder Quelle hier nicht 100%ig korrekt.
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Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 08.04.2012 - 22:13, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 198965 | Verfasst am: 02.04.2012 - 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Zum Gedenken an Gen.Maj. a.D. Paul Bornscheuer
*20.08.1892 • †30.09.1983
Autor: Gen.Maj. a.D. Fritz Vogelsang, in »Der Windhund« Zeitschrift vom Familienverband ehem. Angehöriger der Windhund-Division (116. PD) e.V.

Als Oberst war er der erste Kommandeur des Artillerie-Regiments (mot) 146 der 16. Inf.Div. (mot). Er führte das Regiment von August 1940 bis Oktober 1942.
Am 20.08.1892 in Hannover geboren, war er nach dem Abitur und kurzem Studium der Architektur als Kriegsfreiwilliger in die Armee eingetreten. Im Verlauf des Ersten Weltkrieges entschied er sich für die Laufbahn eines aktiven Offiziers der Artillerie, wurde zum Leutnant sowie Oberleutnant befördert und mit dem EK I ausgezeichnet. Der Entlassung nach Ende des Krieges folgte die Übernahme in den Polizeidienst. Mit dem Aufbau der Wehrmacht wurde er reaktiviert und nach Einarbeitung in die neue Aufgabe zum Kommandeur einer Artillerie-Abteilung in Idar-Oberstein ernannt.
Am 03.August 1940 traf Oberst Bornscheuer mit dem Stab Art.Rgt. 311, einer ostpreußischen Mob.-Aufstellung, in Sennelager ein, um mit diesem dort ab 06.August im Zuge der Neuaufstellung des Artillerie-Regiments (mot) 146 mit zwei leichten und einer schweren Abteilung zu übernehmen. Hierfür wurden ihm drei Abteilungen zugeführt: die I./Art.Rgt. 16, Friedenstruppenteil der 16. Inf.Div. mit Standort Hamm i. Westfalen unter Hauptmann d.R. Dr. Paen; die 1. Heeres-Art.Abt. (mot) 687, eine Mob.-Aufstellung aus Württembergern und Badensern unter Oberstleutnant Sommer (später Major Hamann) und der schweren Heeres-Art.Abt. (mot) 621, Mob.-Aufstellung der II./Art.Rgt. 42 Bielefeld aus Ostwestfalen, Rheinländern und einem starken Kontingent von Reservisten aus den Räumen um Dortmund und Gelsenkirchen im Ruhrgebiet unter Hauptmann d.R. Ungricht. Die beiden westfälischen Abteilungen hatten sich bereits im Verband im Frankreichfeldzug bewährt.
Anfang Dezember 1940 wurde die neue Division unter Führung von Generalleutnant v. Chappuis in den Raum nordwestlich von Paris verlegt. Dort hatte Oberst Bornscheuer mit seinem Regiment wie alle anderen Verbände der Division ein gutes Vierteljahr Zeit, die neu zugeführten Rekruten einzugliedern und die Verbandsausbildung zu vervollständigen. Die drei Kommandeure erleichterten ihm die nicht leichte Aufgabe in zuverlässiger Loyalität, selbstbewusster und einfallsreicher Tatkraft. Als dann am 15. März 1940 Generalmajor Henrici die Division übernahm und am 27. März 1940 für die Division die volle Feldverwendungsfähigkeit festgestellt wurde, beherrschten auch die Artilleristen ihre Aufgabe in der Batterie und im Verband.
Der erste Einsatz der Division im Jugoslawienfeldzug (02. – 21.04.1941) bot dem Artillerie-Regiment keine Gelegenheit zum geschlossenen Einsatz im Divisionsverband. Doch war er für das Regiment und seine Abteilungen eine wertvolle Übung, um auch im mobilen Zustand die Verbände in sich zu festigen, das Zusammenspiel mit den Kampftruppen, Führung, Befehlsgebung und Bewegung unter schwierigen Marschbedingungen sowie die Überwachung und Sicherungen unübersichtlicher Räume zu schulen. Während der Auffrischungszeit von Ende April bis Mitte Juni wurde der Ausbildungsstand durch Lehrvorführungen und gemeinsamen Übungen mit den Stäben und Bataillonen der mot. Infanterie-Regimenter abgerundet und vertieft.
In den ersten 10 Monaten seiner Führung gelang es Oberst Bornscheuer, die drei Abteilungen verschiedener Landsmannschaft und Herkunft, aber gleichermaßen ausgeprägtem Selbstbewusstsein zum Artillerie-Regiment (mot) 146 zusammenzufügen, in dessen Verband alle Artilleristen in Zukunft ihre soldatische Heimat sehen sollten und konnten. Gleichzeitig war das Regiment als organischer Bestandteil in die junge Division hineingewachsen. der Kommandeur erwarb die Achtung und das Vertrauen der Divisionsführung in einem freundschaftlich kameradschaftlichen Verhältnis zum Ia, Oberstleutnant i.G. Gundelach, und die Anerkennung durch den Divisionskommandeur, der als erfahrener Artillerist sehr viel »von diesem Geschäft« verstand und in seinem zuweilen harten Temperament entsprechend hohe Anforderungen stellte. Oberst Bornscheuer setzte seinen ganzen persönlichen Einfluss für die Herstellung und Pflege lebendiger Beziehungen zu den Kommandeuren der Infanterie-Regimenter (mot) 60 und 156, den Obersten Becker und Dannehl, und denen der Divisionstruppen ein. Und er förderte durch wechselseitige Abstellungen zu Übungen und durch kameradschaftliche Begegnungen das »Couleurverhältnis« der Abteilungen und Batterien zu den Verbänden der Kampftruppen, mit denen sie einmal zusammenarbeiten sollten. Der Kommandeur hatte sein Regiment für den Einsatz wohl vorbereitet, als es zwischen dem 21. und 23. Juni 1941 im Eisenbahntransport in den Ausladeraum der Division Radom – Sandomierz – Kielce eintraf und seine Bereitstellungen bezog.
Der Einsatz der 16. Inf.Div. (mot) im Russlandfeldzug ist in der von Fritz Memminger verfassten Divisionsgeschichte anschaulich und erschöpfend mit vielen Belegen und Beiträgen aus dem Kreise der Teilnehmer dargestellt. Wenn man beim Durchblättern der Bände die im Druck hervorgehobenen Namen der Kommandeure des Jahres 1941 und die Bezeichnungen der Truppenteile im Zusammenhang der Ereignisse überblickt, werden zwei Tatsachen deutlich. Die ersten Kommandeure gehörten zumeist der älteren Generation an, die als junge Offiziere schon im Ersten Weltkrieg gedient hatten. Oberst Bornscheuer war einer von ihnen. Und keine Waffengattung tritt allein in Erscheinung. Wenn auch Gefechte und Kampfhandlungen naturgemäß nach den Kommandeuren und taktischen Führern, den Verbänden oder Einheiten der Kampftruppen benannt werden, bestimmt doch keine Waffengattung allein das Geschehen auf dem Gefechtsfeld. So ist auch das Wirken der Artillerie selbstverständlicher Teil der Kampfhandlungen, bei dem man die reibungslose Zusammenarbeit, die bewegliche und wendige oder straff zusammengefasste Feuerunterstützung als selbstverständliche Norm betrachtet. Erwähnt wird die Artillerie zumeist, wenn sie durch besondere Stärke oder Leistung in Erscheinung tritt oder wenn sie versagt. Allein schon das Mosaik der Namen und Dienstgrade, der Truppenteile und Kommandostellen lässt deutlich werden, dass jeder Erfolg gemeinsame Leistung, jeder Verlust oder Misserfolg gemeinsames Schicksal ist. Wenn also, wie hier aus besonderem Anlass, Oberst Bornscheuer und seine Artillerie in wichtigen Phasen des Einsatzes der Division herausgehoben werden, geschieht das stets in enger Verknüpfung mit den Namen der taktischen Führer und den Bezeichnungen der Kampftruppen. Und wenn man des einen gedenkt, ist es selbstverständlich der andere eingeschlossen. Die zuverlässige Kameradschaft war und ist das Band, das alle Glieder der militärischen Hierarchie durchwirkt, umschließt und erst wahrhaft menschlich macht. Die ersten zwei Monate des Einsatzes der Division im Russlandfeldzug haben den Charakter und das Selbstverständnis der 16. Inf.Div. (mot) entscheidend geprägt. Deshalb sei das Geschehen in dieser Zeitspanne anlässlich des Gedenkens an Oberst Bornscheuer in einem kurzen Abriss in Erinnerung gebracht.
Am 22. Juni 1941 um 03.45 Uhr früh hatten die dem XXXXVIII. A.K. (mot) für diesen Einsatz unterstellte 75. und 57. Inf.Div. den Bug beiderseits Sokal (nördlich Lemberg) überschritten und gegen geringen Feindwiderstand im Laufe des Tages die Linie Rogati – Tartakow – Perespa erreicht. Das Korps hatte den Auftrag, im Rahmen der Panzer-Gruppe 1 in energischem und raschem Angriff die sowjetischen Stellungen in der Tiefe des feindlichen Operationsraumes zu durchbrechen, die dort stehenden Verbände zu zerschlagen und mit dem vorläufigen Ziel Goryn-Abschnitt und Schepetowka rücksichtslos weit nach Osten vorzustoßen, um die aus dem Raum Lemberg zurückgehenden Feindverbände in weit überholender Verfolgung auf den Rückmarschstrassen abzuschneiden, im Zusammenwirken mit der aus Süden angreifenden 17. Armee zwischen Bug und Dnjepr einzuschließen und zu vernichten.
Die 11. Panzer-Division hatte noch am 22. Juni Stojanow erreicht, bis zum 27. Juni Dubno genommen und einen Brückenkopf bei Ostrog gebildet, als in ihrer tiefen Flanke nordwestlich Dubno starke mot. und Panzerkräfte zum Gegenangriff antraten. Die 16. Panzer-Division, die rechts der 11. Panzer-Division am 24. Juni ebenfalls weit nach Osten vorgestoßen und dort in heftige Kämpfe verwickelt war, wurde unter Zurücklassung von Sicherungen im Süden zur Vernichtung des bei Dubno angreifenden Panzerfeindes angesetzt. Die 16. Inf.Div. (mot), als Gruppenreserve am 26. Juni bis Sokol nachgeführt, wurde dem XXXXVIII. A.K. (mot) unterstellt und bis Stojanow vorgezogen, um von dort aus zur Sicherung der rechten Flanke des Korps im Gefechtsstreifen der 16. Pz.Div. zu folgen. Die verstärkte Aufklärungs-Abteilung 341 wurde in den Raum Dubno befohlen, um das Ausbrechen feindlicher Panzerkräfte nach Westen und Nordwesten zu verhindern. Am 30. Juni gingen die bei Dubno eingeschlossenen Feindkräfte ihrer Vernichtung entgegen. Der Angriff des Korps nach Osten wurde unverzüglich fortgesetzt.
Dieser »Vormarsch« war eine ununterbrochene Reihe einander rasch folgender Angriffs-, Abwehr- und Verfolgungsgefechten mit Umgehungen und Umfassungen in schnellen Märschen bei drückender Hitze oder mühsamer Quälerei durch zähen Schlamm der in heftigen Regengüssen aufgeweichten Strassen und Wege mit häufigen Krisenlagen. Die Ortsnamen und Daten Dubno (27.06.), Schaslaw (05.07.), Kudno (08.07.), Berditschew-Rajgorodok (12.-14.07.) bezeichnen den Weg der Division, die sich im Angriff nach Osten zunächst zwischen der 11. und 16. Panzer-Division bewegte.
Am 18. Juli schwenkten die Panzer-Divisionen zum Angriff auf Uman nach Südosten, die 16. Inf.Div. (mot) übernahm, im sich überschlagenden Einsatz rechts seitlich folgend, mit Breiten bis zu 40 km die Sicherung der tiefen Flanke und des Rückens der rechts angreifenden 16. Pz.Div. nach Süden gegen bereits überholte starke Feindkolonnen.

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BeitragBeitrags-Nr.: 198969 | Verfasst am: 03.04.2012 - 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Doch nun trat am 21. Juli der Feind in Divisionsstärke als Keil nachdrängender weiterer Verbände mit starker Artillerieunterstützung zum überraschenden Durchbruch nach Nordosten an und warf, beiderseits Oratow angreifend, die Flankensicherungen der 16. Panzer-Division in Richtung Tetijew nach Norden zurück. Ohne Rücksicht auf die noch nicht abgeschlossene Ablösung durch die nachrückende 57. Infanterie-Division wurde die 16. Inf.Div. (mot), soweit es die Wegeverhältnisse zuließen, beschleunigt in die gefährlich aufreißende Lücke geworfen. Sie trat, verstärkt durch ein unterstelltes Inf.Rgt. der 75. Infanterie-Division, am 23. Juli 1941 südlich Tetijew zum planmäßigen Gegenangriff an. Zwischen dem 22. und 26. Juli tobten bei Dauerregen, verschlammten Strassen und in versumpfendem Gelände im fast 10 km tiefen Einbruchsraum im Rücken der 16. Panzer-Division außerordentlich heftige Kämpfe in raschem Wechsel von Angriff und Gegenangriffen, die unter hohen eigenen und verheerenden Verlusten des Feindes schließlich zum Abwehrerfolg führten.
Hatte das Art.Rgt. (mot) 146 bisher alle Anforderungen der unmittelbaren Feuerunterstützung mit den Regimentern auf Zusammenarbeit angewiesen oder unterstellten »Couleurabteilungen«, dem zweckmäßigen Einsatz der schweren Abteilung und eine bewegliche Feuerleitung unter dem Befehl des Art.Rgts.Kdr. als Divisions-Artillerie-Führer mit eigenen Mitteln bewältigen können, reichten diese angesichts der Massen und Mittel des angreifenden Feindes nicht mehr aus. Daher wurden ihm außer dem Art.Rgts.Stab (zbV) 612, der sich bereits bei ihm befand, aus der Korps-Artillerie je eine schw.Art.Abt. 10-cm-Kanonen, 21-cm-Mörser, eine lei.Art.Abt. der 57. Infanterie-Division und Teile der Art.Beob.Abt. unterstellt. Mit deren Hilfe konnte er mit eindeutigen Schwerpunktaufträgen drei Artilleriegruppen bilden:
1. Stab Art.Rgt. (zbV) 612 mit
II./Art.Rgt. (mot) 146
(Einzelgeschütze, für Pz.Abwehr)
III./Art.Rgt. (mot) 146 (o. 7. Bttr.)
Auftrag: Unmittelbare Feuerunterstützung und Feuerverstärkung für Inf.Rgt. (mot) 156.
2. Unmittelbare Führung Kdr. Art.Rgt. (mot) 146
7./Art.Rgt. (mot) 146
Teile Art.Beob.Abt.
II./s.Art.Rgt. 64 (10-cm-Kanonen)
s.Art.Abt. 732 (Mörser)
Auftrag: Artilleriebekämpfung und Feuerschwerpunktbildung im Divisionsgefechtsstreifen.
3. Für unmittelbare Feuerunterstützung
I./Art.Rgt. (mot) 146 war auf Zusammenarbeit angewiesen mit Inf.Rgt. (mot) 60
I./Art.Rgt. 157 war dem Inf.Rgt. 179 unterstellt

Diese Artilleriegliederung musste schon am 24. Juli wieder geändert werden, als Inf.Rgt. (mot) 156 mit zwei Bataillonen aus dem Westflügel der Division herausgelöst und zusammen mit Kradschützen-Bataillon 165 zur endgültigen Schließung der immer noch bestehenden Lücke zwischen ihrem Ostflügel und dem Nordflügel der 16. Panzer-Division eingesetzt wurde. In engem Zusammenwirken mit den Kampftruppen konnte die Artillerie durch das wirksame beobachtete Schießen der Bttr.Chefs und vorgeschobenen Beobachter, durch wendig geleitete Feuerzusammenfassungen wesentlich zum Abwehrerfolg der Division beitragen. Ein Teil der mit Massen geführten Feindangriffe brach schon unter der Wucht der Feuerschläge oder im Sperrfeuer der Batterien zusammen. In der beiderseitigen Artilleriebekämpfung gab es, wie ein Beobachter feststellte, regelrechte Duelle des Feuerkampfes. Oberst Bornscheuer hatte den ersten größeren Artillerieeinsatz im Rahmen der Division zu einem überzeugenden Erfolg geführt.
Der Angriff des XXXXVIII. A.K. (mot) auf Uman war zum Stehen gekommen. Die 16. Panzer-Division war gebunden, die 11. Panzer-Division stand in schweren und verlustreichen Kämpfen gegen weit überlegenen Feind nördlich Uman. Am 23. Juli war es den Russen gelungen, in der breiten Lücke zwischen ihr und der 16. Pz.Div. bei Monastyrischtsche mit starken Kräften nach Nordosten vorzustoßen und die Marschstrasse der Division vorübergehend zu unterbrechen. Am 25. Juli musste die 11. Pz.Div. unter weit überlegenem Feinddruck ihre Kräfte auf eine Stellung bei Sokolowka nach Norden zurücknehmen. Am 24. Juli wurde dem Korps die SS-„LAH“ unterstellt. Sie konnte im Vorstoß von Norden am 25. Juli die Lücke zwischen beiden Divisionen schließen.
Am gleichen Tage entschloss sich das Korps allen Schwierigkeiten zum Trotz, die überholende Verfolgung, nördlich Uman ausholend, fortzusetzen und den in diesem Raum aufgelaufenen Feindkräften den Weg nach Osten doch noch zu verlegen. Hierzu erhielt die 16. Inf.Div. (mot) am 26. Juli den Befehl, nach Ablösung durch die 75. Infanterie-Division im Bogen über Schaskow ausholend, im Angriff nach Südosten Talnoje zu gewinnen.
Am 29. Juli ließen West-Ostbewegungen im Raum Uman auf Durchbruchsabsichten der 6. und 12. sowjetischen Armee nach Osten, die Ausladung starker Kräfte bei Schpola auf einen Entsatzangriff von Osten schließen. Zur gleichen Zeit waren aber auch Spitzen der 1. Gebirgs-Division am rechten Flügel der 17. Armee bis in den Raum 30 km südlich Uman vorgestoßen.
Am 29. Juli um 09.30 Uhr erhielt die 16. Inf.Div. (mot) vom Korps einen neuen Auftrag: Ziel für den 29. Juli Bildung eines Brückenkopfes über den Gorny Tikitsch in Talnoje, neue Stoßrichtung nach Süden über Nowo Archangelsk auf Perwomaisk. der Div.Kdr., Gen.Lt. Henrici, betrieb den Vorstoß auf Talnoje mit außerordentlicher Energie. Trotz verschlammter Strassen, teils im Angriff gegen schwächeren Feind, teils aufgesessen konnte die verstärkte Aufkl.Abt. 341 bis zum Abend Talnoje erreichen und einen kleinen Brückenkopf bilden. Bis kurz vor Mitternacht traf auch das Inf.Rgt. (mot) 60 ein. Das Inf.Rgt. (mot) 60 sicherte die noch offene linke Flanke der Division, das Artillerie-Regiment überwachte aus vorgeschobenen Stellungen Sicherung und Brückenkopf, Das Pionier-Bataillon 675 bereitete die Ortsdurchfahrt so vor, dass zwei Regiments-Kolonnen nebeneinander über den Fluss rollen konnten. Die Masse der Division schloss 10 km nördlich Talnoje auf.

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BeitragBeitrags-Nr.: 198970 | Verfasst am: 03.04.2012 - 15:49    Titel: Antworten mit Zitat

Bis hierher hatte die Division im Vormarsch und ständigen Kämpfen zwischen dem 26. Juni und 29. Juli eine Strecke von ca. 500 km Luftlinie zurückgelegt! Der Morgen des 30. Juli war sonnig, die Strassen begannen abzutrocknen. Die Division trat dann zwischen 07.00 und 08.00 Uhr auf zwei Marschstrassen nebeneinander, Kampfgruppe Holm [verst. Inf.Rgt. (mot) 156] rechts über Kamenetschje, Kampfgruppe Becker [verst. Inf.Rgt. (mot) 60] – unter gleichzeitiger Sicherung der offenen Ostflanke – links über Pawlowka nach Süden an. Die voraus angreifende verstärkte Aufkl.Abt. 341 hatte über die rechte Marschstrasse nach kurzen Kämpfen gegen schwachen Feind in den Ortschaften schon um 10.00 Uhr Nowo Archangelsk erreicht, in raschem Zugriff die Brücke über die Ssinjucha, die durch Sprengung nur teilweise beschädigt war, in ihren Besitz gebracht und einen kleinen Brückenkopf nach Süden gebildet. Das als Vorhut marschierende III./156, dabei II./Art.Rgt. 146 und die 7. Bttr. der III./146 (10-cm-Kan.), kam zügig voran und schickte sich gegen 13.00 Uhr an, Nowo Archangelsk zu übernehmen und die Aufkl.Abt. 341 abzulösen.
Der nach Talnoje vorfahrende Div.Kdr. zog, an der Kolonne entlangfahrend, die 8. Bttr. (s.F.H.) mit dem Befehl »schwere Artillerie nach vorn!« aus der Kolonne heraus und ließ sie nach vorn vorbeiziehen, Oberst Bornscheuer setzte sich an die Spitze der III. Abteilung mit der verbliebenen 9. Bttr. und brachte sie auf der linken Marschstrasse nach vorn. In Höhe der Spitze der Vorhut erhielt die 8. Bttr. südwestlich Swerdlikowo Infanteriefeuer aus der weiten Talmulde südwestlich des Dorfes, protzte ab und vertrieb in direktem Feuer mit waagerechten Rohren die feindlichen Schützen, um dann sofort mit Grundrichtung Südwest in Stellung zu gehen.
Inzwischen waren bei der 16. Infanterie-Division (mot) die neuen Lageorientierungen eingetroffen. Links hatte das Kradschützen-Bataillon 165 um 11.20 Uhr nördlich Jampol Verbindung mit Aufklärern der 16. Panzer-Division aufnehmen können. Damit war die Ostflanke gesichert. Anders entwickelte sich die Lage im Westen. Die weit rechts der 16. Inf.Div. (mot) angreifende 11. Panzer-Division kam gegen sehr starken Feindwiderstand nicht voran. Die Luftaufklärung hatte starke Panzer-ansammlungen bei Legesino (15 km südwestlich Talnoje) sowie den Anmarsch und die Entfaltung starker Feindkräfte aus südwestlicher Richtung gegen die Marschstrasse der KGr. Holm und Talnoje festgestellt. Spähtrupps der KGr. Holm meldeten Feind in den Wäldern südlich Kamenetschje. Gegen 13.00 Uhr schlug dort Feuer von ein oder zwei Feindbatterien ein. Um 15.00 Uhr meldete ein Bautrupp der Nachrichten-Abteilung 228, dass Feind aus südwestlicher Richtung 2 km westlich der eigenen Marschstrasse in das Gelände westlich Selenkow vorgeht. Fast gleichzeitig erfuhr der Kommandeur des Inf.Rgt. (mot) 156, dass seine Stabs-Kompanie nördlich von Kamenetschje auf dem Marsch angegriffen worden war (»Todesmarsch des Musikkorps des Inf.Rgt. (mot) 156«).
Der nach Nowo Archangelsk vorgefahrene Ia und der Div.Kdr. in Talnoje fassten gleichzeitig den Entschluss, den Vormarsch aus dem Brückenkopf Nowo Archangelsk anzuhalten und die Division unverzüglich zur Abwehr der Flankenbedrohung im Westen, mit der sich ein feindlicher Durchbruchsversuch nach Osten abzuzeichnen schien, umzugruppieren. Dazu befahl die Division durch Funkspruch: Kampfgruppe Holm hält die Bataillone im Marsch an und richtet sich sofort mit allen unterstellten Teilen gegen den auf ganzer Front von Westen angreifenden Feind hart westlich der Marschstrasse zur Verteidigung ein. Kampfgruppe Becker schwenkt mit ihren Bataillonen aus der bisherigen Marschrichtung Süden nach Westen ein, schließt mit den Bataillonen III./60 und II./60 die durch den Einsatz aus dem Marsch heraus entstandenen Lücken zwischen den Bataillonen des Inf.Rgt. (mot) 156 und verteidigt mit dem I. Bataillon Talnoje. Die 10 km breite Lücke zwischen dem II./156 an der Einbruchstelle westlich Selenkow und I./60 in Talnoje wurde durch das Kradschützen-Bataillon 675 geschlossen. Das bedeutete angesichts eines bereits zum Angriff antretenden starken Feindes, der unter dem Druck der in seinem Rücken von Westen nachdrängenden Divisionen der Heeresgruppe Süd zum Äußersten entschlossen sein musste, den Durchbruch zu erzwingen, eine Frontveränderung um 90 Grad in kürzester Frist!
Die Lage war undurchsichtig. Sie begann sich zu klären, als gegen 16.00 Uhr bekannt wurde, dass die der Division unterstellte Pz.Jäg.Abt. 670, aus dem Marsch heraus eingesetzt, den gefährlichen Einbruch in der Mitte der veränderten Front zerschlagen hatte. Etwa zur gleichen Zeit meldete sich zur Erleichterung der Divisionsführung in dieser kritischen Lage als der 16. Inf.Div. (mot) unterstellt auf dem Gefechtsstand der Kommandeur des Regiments »Westland« der SS-Division »Wiking«. Das Eintreffen der ersten Teile war allerdings nicht vor Abend zu erwarten. Bis dahin zerschlugen die Verteidiger von Talnoje mit wirksamer Unterstützung durch die 8,8-cm-Flakgeschütze der gleichfalls der Division unterstellten IV./R.G.G. (Rgt. »General Göring«) einen von Südwesten vorgetragenen Angriff gegen Talnoje. Die Sicherungslinie, in der sich die Division dem zum Ausbruch angetretenen Feind vorlegte, war in Nordsüdrichtung etwa 30 km lang.
Die Nacht zum 31. Juli 1941 war stockdunkel und regnerisch, die Lage unsicher und verworren. Der um Mitternacht herausgegebene schriftliche Divisionsbefehl regelte die Gliederung der Verbände in der Verteidigung. Es wurden eingesetzt (von Nord nach Süd):
Kommandant Talnoje, Major Laroche [La Roche] mit Teilen I./60, eine Kompanie Rgt. »Westland«, Teile IV./R.G.G. (Flak, dabei 8,8-cm), Teile Pz.Jäg.Abt. 670, Teile Pi.Btl. 675;
Kampfgruppe Eisermann, verst. Kradschtz.Btl. 165 und II./60 (später zu KGr. Becker);
Kampfgruppe Becker, Kdr. Inf.Rgt. (mot) 60 mit II./60, eine Kompanie Pz.Jäg.Abt. 670, eine Kp. Pi.Btl. 675, später Zuführung von I./60 und Unterstellung der KGr. Eisermann;
Kampfgruppe Holm, Kdr. Inf.Rgt. (mot) 156 mit I.156, III./156, Pz.Jäg.Abt. 670 (o. Abstellungen), eine Kp. Pi.Btl. 675, später Aufkl.Abt. 341.
HKL: Höhe Südwestrand Talnoje – Höhen ostwärts Selenkow – Ostteil Kamenetschje – Südwestrand des Waldes südostwärts des Dorfes – Höhen südlich Swerdlikowo – Höhen Westrand Nowo Archangelsk.
Die Artillerie: Kdr. Art.Rgt. (mot) 146 unmittelbar unterstellt: s.Art.Abt. 630 (Mörser, o. 1 Bttr.), ab 31.07. mittags auch II./SS-Art.Rgt. 5 (auf Zusammenarbeit mit Kdt. Talnoje angewiesen), Art.Rgts.Stab (zbV) 612 mit II. und III./Art.Rgt. (mot) 146 (auf Zusammenarbeit mit KGr. Holm angewiesen), I./Art.Rgt. (mot) 146 KGr. Becker unmittelbar unterstellt.

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BeitragBeitrags-Nr.: 198971 | Verfasst am: 03.04.2012 - 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

Die Kampfgruppen hatten in der finsteren Nacht alle Mühe, die Verbände zu ordnen, die befohlenen Stellungen einzunehmen und die notwendigen Fernmeldeverbindungen herzustellen. Es galt vor allem, vornehmlich für die Verbände des Südflügels, alle entbehrlichen Fahrzeuge nach Norden und nach rückwärts abzuschieben. Erst mit Tagesanbruch gelang es den Bataillonen und Kompanien und den sie unterstützenden Waffen, zuverlässige Anschlüsse untereinander herzustellen und sich bis Mittag in der HKL zur Verteidigung einzurichten. Bis dahin war auch die Umgruppierung der Artillerie mit den Stellungswechseln der Batterien vollzogen. Am frühen Morgen wurden die in Kamenetschje, im Verlauf des Tages auch die an den Rändern der unübersichtlichen Wälder südostwärts des Ortes stehenden Sicherungen auf die HKL auf den Höhen am Südrand Swerdlikow bis zum Westrand Nowo Archangelsk zurückgenommen. Die Russen drängten noch am Abend nach.

Im Laufe des Vormittags waren Feindangriffe auf Talnoje, die Mitte der HKL und den rechten Flügel der KGr. Holm abgewehrt worden. Am Nachmittag wiederholte der Russe diese Angriffe auf Talnoje und nun auch gegen den Südflügel der KGr. Becker unter heftigem Artilleriefeuer. Die Angriffe wurden, unterstützt durch zusammengefasste Feuerschläge der eigenen Artillerie, zerschlagen.
Am Nordflügel der Division wurde die Lage am Abend des 31. Juli 1941 wesentlich entlastet. Das SS-Regiment »Westland« übernahm, rechts an Talnoje anschließend, den Abschnitt am Gorny Tikitsch. Im Westen war es der 11. Panzer-Division nach schweren Kämpfen gelungen, Taljanka und Legesino im Rücken der den rechten Flügel der 16. Inf.Div. (mot) angreifenden sowjetischen Verbände zu nehmen. Hier begann sich ein kleiner nördlicher Teilkessel abzuzeichnen. Am 01. August 1941 griff der Russe auf der gesamten Divisionsbreite mit Schwerpunkt gegen die Mitte der HKL mit starken Kräften und aller Energie an. Er wurde, wirksam unterstützt durch Feuerschläge der Artillerie und einen Stuka-Angriff, teils in erbitterten Nahkämpfen und unter hohen eigenen Verlusten im wesentlichem abgewiesen. Am Südflügel wurde die Division allerdings gezwungen, das von drei Seiten angegriffene Nowo Archangelsk aufzugeben, die Aufkl.Abt. 341 herauszunehmen und die HKL des III./60, an die Ssinjucha angelehnt, auf die Höhe von Swerdlikowo zurückzuverlegen. Am Nachmittag griff der Feind mit Schwerpunkt bei Swerdlikowo-Nordwest an, wurde aber auch dort in heftigem Kampf zurückgeschlagen.
Gegen Abend wurde das SS-Regiment »Westland« der Division unterstellt, um zusammen mit den dort bereits eingesetzten Teilen und unter Herauslösen des I./60 die Verteidigung von Talnoje zu übernehmen. Dem Divisionsartillerieführer wurde die schw.Artillerie-Abteilung 732 unterstellt. Vom Korps wurde, von Nordosten über Jampol herangeführt, die SS-„L.A.H.“ auf Nowo Archangelsk angesetzt. Die vordersten Teile trafen dort noch am Nachmittag ein.
Der 02. August 1941 wurde der schwerste Tag für die 16. Inf.Div. (mot). Die von Norden, Westen und Süden gleichzeitig angegriffenen, nun auf engstem Raum zusammengedrängten Russen sahen an diesem Tag offensichtlich ihre letzte Chance, den endgültigen Durchbruch nach Osten zu erzwingen. Ihr Angriff richtete sich in konzentrierter Dichte gegen die KGr. Holm. Nachts um 01.00 Uhr traten starke Feindkräfte überraschend aus den Waldrändern heraus an, unterliefen das Sperrfeuer der Artillerie und brachen, aus allen Waffen feuernd in die Stellungen des I./156 ein. Es kam zu heftigen Nahkämpfen. der Btl.Kdr., Major Gaudlitz, fiel im Nahkampf auf dem Gef.Stand. Das Bataillon wurde unter sehr hohen Verlusten zersprengt, die Reste wurden aus Swerdlikowo zurückgedrängt. Auch zwei Beobachtungsstellen der III./Art.Rgt. 146 wurden in Nahkämpfe verwickelt und mussten unter Verlusten zurückverlegt werden. Die Russen stießen aus Swerdlikowo nach Osten vor und bedrohten auch die Feuerstellungen der Artillerie. Ihr Angriff traf den rechten Flügel des III./60 mit voller Kraft. Am frühen Vormittag trat dann als einzige rasch verfügbare Reserve die soeben zugeführte 1. Kp. des SS-Rgt. »Westland« mit den Resten I./156, unterstützt von Teilen der s.Pz.Jäg.Abt. 670, zu einem mit außerordentlichem Schwung geführten Gegenangriff an, warf unter allerdings hohen eigenen Verlusten den Durchgebrochenen Gegner zurück, säuberte Swerdlikowo und stellte die alte HKL wieder her. Die Artillerie der Division zerschlug in zusammengefasstem Feuer den aus den Waldrändern nachdrängenden Feind, Stuka bombardierten Ansammlungen in der Tiefe der Wälder. Damit war der gefährliche Durchbruchsversuch unter sehr hohen feindlichen, aber auch empfindlichen eigenen Verlusten gescheitert.
Auch die gegen den linken Flügel der KGr. Becker geführten starken Feindangriffe wurden unter wirksamer Unterstützung durch das beobachtete Feuer und die Feuerschläge der Artillerie zurückgeschlagen. Bis Mittag war die Krise beigelegt. Der Feind verlegte seine Durchbruchsversuche in den Raum um und südlich Nowo Archangelsk, wo die SS-„L.A.H.“ in schwere Kämpfe verwickelt wurde. Die Division bemühte sich, nachdem inzwischen der »kleine Kessel« westlich Talnoje ausgeräumt worden war, dort freiwerdende Kräfte als Reserve hinter Mitte und Südflügel der Division bereitzustellen.
Der Feuerkampf der Artillerie wurde während der schweren Abwehrkämpfe am Ostrand des Kessels von Uman unter Leitung des Kommandeurs des Art.Rgt. (mot) 146, Oberst Bornscheuer, mit fester Hand geführt. Durch ein dichtes Netz einander flankierender Beobachter und die Artillerie-Verbindungskommandos bei den Kampfbataillonen wurde die sichere Funktion der unmittelbaren Feuerunterstützung gewährleistet. Durch ein enges, überlagertes Nachrichtennetz und die Schaffung sicherer Schießgrundlagen mit Hilfe von »Koppelplänen« zum Ersatz der schlechten Karten waren die Voraussetzungen für schnelle, bewegliche und treffsichere Feuerschläge geschaffen worden. So konnte Oberst Bornscheuer trotz rasch wechselnder Artilleriegliederung sowohl innerhalb als auch über die Grenzen des Gefechtsstreifens der Division hinaus einen beweglichen Feuerkampf mit wirkungsvoller Feuerschwerpunktbildung führen. Das lästige Hindernis war die zunehmend angespannte Munitionslage.
Der Kessel von Uman wurde im Süden durch die 1. Gebirgs-Division, im Osten durch die 9. Panzer-Division, von Nordosten durch die SS-„L.A.H.“ und die in weitem Bogen von Norden herangeführte 11. Panzer-Division geschlossen. Die 16. Infanterie-Division (mot) blieb bis zum 04. August 1941 im Einsatz und wurde nach dem 06.08. zu weiterer Verwendung herausgezogen.
Der schnelle Vormarsch, die Bewältigung der zahlreichen Aufträge in allen Gefechtsarten im Verlauf der Angriffs- und Verfolgungsoperationen, der harte Einsatz in der Kesselschlacht von Uman war die überzeugende Bewährung der jungen Division.
So war es auch Oberst Bornscheuer als Kommandeur des Artillerie-Regiments (mot) 146 in diesen ersten fünf Wochen des Krieges in Russland gelungen, in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Divisionsstab, in ständigem persönlichen Kontakt mit den beiden Inf.Rgtern. (mot) 60 und 156, durch eine zweckmäßige Gliederung und Führung der eigenen und zugeteilter Verstärkungsartillerie , durch vorausschauende Stellungsplanung und Erkundung sowie die sichere Beherrschung der Verfahren der Feuerleitung die wirksame Feuerunterstützung der Kampftruppen, die rasche Bildung und Verlegung von Feuerschwerpunkten nach den Befehlen der Division oder nach den Notwendigkeiten des Gefechts sicherzustellen. Er nutzte jede Gelegenheit, sich auf den Gefechtsständen der Kampftruppen und seiner eigenen Abteilungen, auf Beobachtungsstellen von Batterien persönlich Eindrücke vom Geschehen auf dem Gefechtsfeld zu verschaffen und einzugreifen, wo es die besonderen Umstände erforderten.
In diesen wenigen Wochen des ersten Einsatzes war neben den großen Leistungen aller Verbände der Division auch ein gutes Stück artilleristischer Tradition offenbar geworden. Oberst Bornscheuer hatte in seinem Regiment drei traditionelle Elemente zusammengeführt. Das war der »Reitergeist« und Schwung der westfälischen Artillerie-Regimenter 6 und 16, verkörpert durch die I. Abteilung – nicht zuletzt in ihrem Kommandeur, Hauptmann der Reserve Dr. Paen. Das war das aus der II./Art.Rgt. 42 übernommene umfassende Fachkönnen als Ausbildungserbe ihres Friedenskommandeurs, eines der »Artilleriepäpste« seiner Zeit, des im Mai 1983 im Alter von 87 Jahren verstorbenen Gen.Lt. a.D Kruse, verkörpert in der III. Abteilung. Und das war die nüchterne Zuverlässigkeit und die Organisationsgabe der einfallsreichen Württemberger und Badenser in der II. Abteilung.
Unter Oberst Bornscheuer wurden der nach vorn gerichtete Blick der Batteriechefs, die rasche Beweglichkeit und Einsatzfreude der vorgeschobenen Beobachter (VB), der entschlossene Wille aller Artilleristen zum Heranhalten an die Kampftruppen, zum Zusammenwirken der Kommandeure und Stäbe, die Wendigkeit in der die Gefechtsstreifen überbrückenden Feuerleitung, die Bereitschaft unkonventionellen Aushilfen zum selbstverständlichen Besitz des Regiments, der bis zum Kriegsende bestimmend blieb.
Oberst Bornscheuer hatte sich in Krisenlagen durch seine unerschütterliche Beharrlichkeit und Übersicht als ruhender Pol der Artillerie erwiesen. Er konnte, wie die Division, stolz sein auf die gemeinsam errungenen Erfolge. Mehr noch bedrückten ihn ganz persönlich die empfindlichen Verluste, mit denen sie hatten erkauft werden müssen – v.a. in der Schlacht bei Uman.
Der Vormarsch des Sommers 1941 mit seiner Vielzahl von Kampfeinsätzen in allen Gefechtsarten mit der abschließenden Kesselschlacht von Uman war Anfang und Beispiel des künftigen Einsatzes und der Tätigkeit als Kommandeur des Artillerie-Regiments (mot) 146 und Div.Art.Fhr., gelegentlich auch als Kampfgruppen-Kommandeur für besondere Aufträge. Nach der Schlammperiode bei Dimitrijew von Anfang Oktober bis Anfang November 1941, nach dem plötzlichen Wintereinbruch während der Offensive zum Don, die bei Tim ostwärts Kursk liegen blieb, wo sich die Division zur Verteidigung einrichtete und dann mit voller Wucht durch die sowjetische Großoffensive getroffen wurde – in diesen zwei Monaten, in denen die Division die Masse ihrer Fahrzeuge, die Artillerie einen Teil ihrer Geschütze verlor, bewiesen der Kdr. und das Rgt. eine außerordentliche hohe Improvisationsgabe im Ausgleich der Verluste und Mängel. Es sollen nur einige Stichworte genannt sein: Neuorganisation des Regiments zur Verkleinerung der Einheiten und Verbände entsprechend der Gerätelage, Aufstellung eigener »Park-Kommandos« für Instandsetzung und Versorgung, einer »Artillerie-Schützenbatterie« für die Eigensicherung, Ausrüstung einer Schlitten-Batterie (II. Abteilung), eines Zuges Do-Werfer 28 cm – sogen. »Stuka zu Fuß« – (III. Abteilung), Bekämpfung de Panzerschrecks vor dem russischen T-34 durch Pz.Abwehreinsatz der leichten Haubitzen mit der neuen Pz.Granate 40 (Hohlladung) sowie Aufstellung einer Sturmgeschütz-Batterie im Regiment.
Im Dezember 1941 erkrankte Oberst Bornscheuer schwer und musste sein Regiment für längere Zeit verlassen. Im Frühjahr kehrte er zurück und führte es während der Offensive 1942: Stary Oskol – Woronesh – Gewaltmarsch zum unteren Donez und Don – Kuban – Maikop – Kalmückensteppe. Der Höhepunkt für den Einsatz des Regiments in diesem Teil des Feldzuges war der Übergang der Division über den Manytsch Ende Juli 1942 im Angriff nach Vorbereitung. Oberst Bornscheuer leitete sie nach sorgfältig abgestimmten Feuerplänen unter Einsatz seiner eigenen Artillerie, drei unterstellten schweren Heeres-Artillerie-Abteilungen (21-cm-Mörser u. 15-cm-Kanonen) und Nebelwerfern. Im August 1942 wurde Oberst Bornscheuer zur Verwendung als Korps-Artillerie-Kommandeur versetzt und musste das Regiment abgeben.
Oberst Bornscheuer hat sein Regiment als Kommandeur traditionellen Stils mit patriarchalischer Ruhe und Bestimmtheit ohne viele Worte geführt. Sein besonderes Anliegen war neben dem Auftrag der Artillerieführung die Sorge um das Wohl der ihm anvertrauten Soldaten, für das er sich mit entschiedenem Nachdruck einsetzte. Eintretende Verluste bedrückten ihn – das galt besonders für den Soldatentod des Kommandeurs der III. Abteilung, Major Ungricht und seines Adjutanten am 27.09.1941 bei Gadjatsch. Seinen Stab betrachtete er als eine Art Familie, der er mit väterlichem Wohlwollen »vorstand«. Er konnte aber auch poltern, verlangte Takt im Umgang, Zuverlässigkeit im Dienst und Korrektheit in der Arbeit. Nach dem bewährten Grundsatz der Auftragstaktik gewährte er der selbstständigen Tätigkeit und der Entwicklung eigener Gedanken einen wohltuend weiten Bewegungsraum. Er lebte anspruchslos, schätzte den gesellig-kameradschaftlichen Kreis und ließ sich die ausgeglichene Ruhe und angemessene »Gemütlichkeit« auch durch die primitivsten äußeren Umstände nicht verderben. Dem Temperament und gelegentlichen Überschwang seiner Mitarbeiter begegnete er mit wohlwollend ausgleichender Nachsicht. Er galt als »Der Oberst«.
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BeitragBeitrags-Nr.: 198972 | Verfasst am: 03.04.2012 - 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

Die Panzer-Abteilung 116 – ein geschichtlicher Kurzabriss
(im Sommer 1944 erweitert zum Panzer-Regiment 16)
Quelle: »Der Windhund« 1/92

Die Abteilung entstammt dem ersten und daher ältesten deutschen Panzer-Regiment, dem Pz.Rgt. 1. Am 15.10.1933 hervorgehend aus Kraftfahr-Lehr-Kdo. Ohrdruf gegründet. Bereits im Frieden gehörte dieses Regiment zur Elite. So demonstrierte es in den großen »Wehrmachtsmanövern 1937« unter allgemeiner Führung des Gründers der deutschen modernen Panzerwaffe – General Guderian – vor der höchsten Wehrmachtsführung und dem anwesenden »Duce« erstmalig die Möglichkeiten einer modernen Panzer-Durchbruchsschlacht.

Panzer-Regiment 1
1938: Einmarsch in das Sudetenland über Komotau nach Truppschitz.
1939: Aufstellung der Pz.Ers.u.Ausb.Abt. 1 in Erfurt. (Diese Abt. wird 1944 II./Pz.Rgt. 16.)
1939: Polen: Tauroggen – Kamiensk – Petrikau – Tomaszow – Weichselübergang bei Brzumin. Schlacht an der Bzura-Blonin-Warschau.
1940: Frankreich: Durchbruch bei Sedan – Kampf gegen Panzer der 2. franz. Pz.Div. – (diese führte der damalige Oberst Charles de Gaulle) – Amiens – Peronne – Dünkirchen; Stoß nach Süden über Perthes – Rehtel – St. Dizier – Berfort über das Hochplateau von Langres bis zur Schweizer Grenze.
1941: Rußland: Von Tauroggen über Jakobsstadt – Pleskau – Ssabsk – Leningrad. Von Witebsk – zum ersten Vorstoß auf Moskau über Ssytschewka bis Kalinin. Umgruppierung im Raum nördl. Klin zum letzten Vorstoß zu nördl. Umfassung auf Moskau. Moskau-Wolga-Kanal bei Dmitrow überquert.
05.12.1941 Angriff auf Befehl bei Kusjaewo am Moskwa-Kanal eingestellt.
Rückzug über Klin in die Lama-Jausa-Stellung bei Latashino. Anfang 1942 Abriegelung des sowj. Durchbruchs bei Ssytschewka. Winterkesselschlacht von Ssytschewka. Beginnendes Tauwetter führt zur Einstellung der Kämpfe und Übergang in die Verteidigung.
Zu diesem Zeitpunkt (11. April 1942) wird die I./Pz.Rgt. 1 aus dem Verband des Pz.Rgt. 1 und der 1. Pz.Div. zur Neuaufstellung herausgelöst.

Panzer-Abteilung 116
Am 03. Mai 1942 Verlegung der ehemaligen I./Pz.Rgt. 1 aus dem Raum Ssytschewka nach Süden (Ausladung Bahnhof Kursk) zur 16. Infanterie-Division (mot), spätere 16. Panzergrenadier-Division.
Am 12.05.1942 traf die Abteilung im Auffrischungsraum der Division ein. Die Panzer-Abteilung – zunächst als Pz.Abt. 16, dann als Pz.Abt. 116 endgültig bezeichnet – wird in die 16. Inf.Div. (mot) eingegliedert. Kommandeur der Division ist Gen.Lt. Henrici. Nach Zuführung von personellem und materiellem Ersatz ist die Panzer-Abteilung 116 nach kurzer, intensiver Ausbildung schnell wieder Einsatzbereit und damit die gepanzerte Schlagkraft der Division. Am 27. Mai 1942 übernimmt Hptm. v. der Schulenburg als Kommandeur die Abteilung von Hptm. Feldtkeller, der zunächst vorläufig die Abteilung führte.
25. – 28.06.1942: Abmarsch in Bereitstellungsräume südl. Kursk, Vormarsch über den Tim.
02.07.1942: Einnahme von Stary Oskol.
08.07.1942: Vormarsch und Einnahme von Woronesh, Verfolgungskämpfe über den Don und Donezk. Kampf am Manytsch-Übergang; der Manytsch, die Grenze zwischen Europa und Asien, wird am 27.07.1942 überschritten. Verfolgungskämpfe zum Kaukasus bis Maikop (Kaukasus). Weiter Richtung Osten, Kämpfe in der Kalmückensteppe westl. Astrachan, als am weitesten nach Osten vorgestoßene deutsche Truppe.
30.08.1942: Jaschkul isterreicht.
28.10.1942: Übernimmt Major Tebbe für den erkrankten Major v. der Schulenburg die Führung der Pz.Abt. 116.
17.11.1942: Die 16. Inf.Div. (mot) übernimmt Generalmajor Graf von Schwerin.
31.12.1942: Elista wird geräumt. Rückzugskämpfe über den Manytsch nach Rostow a. Don.
15.01.1943: Die Panzer überqueren den Manytsch über das Eis.
07.02.1943: Leutnant Lechler überschreitet mit seinem Zug als Nachhut als letzter die Don-Brücke bei Aksaiskaja, die hinter ihm gesprengt wird. Es folgen Rückzugskämpfe von Rostow über Taganrog zum Mius; Februar 1943 Abwehrkämpfe am Mius, August 1943 Abwehrschlachten am Mius sowie Abwehrkämpfe im Raum Isjum – Sslawjansk, gewaltige Material- und Panzerschlachten entbrennen. Die Panzer-Abteilung 116 schießt 86 Feindpanzer ab.
Esfolgen die Kämpfe im Brückenkopf Saporoshje, Kämpfe im Ssaksagan[Saxagan]-Abschnitt, Kämpfe südlich von Dnjepropetrowsk, ostwärts und nördlich Kriwoi Rog, Kämpfe um Nikopol, sowie Rückzugskämpfe nördlich Nikolajew über den Ingulez bis zum Bug (Wosnessensk) und Einsatz »Fester Platz Wosnessensk«.

„Vom 12. 5. 1942 bis 14. 7. 1944 hat die Kampfstaffel der Pz.Abt. 116 12 500 km zurückgelegt und 166 Gefechte bestanden. 5 Flugzeuge, 403 Feindpanzer, 499 Geschütze aller Art, 155 Granatwerfer, 388 Panzerbüchsen wurden vernichtet. 1852 Gefangene mit ungezählten Infanteriewaffen, Lastkraftwagen und Panjewagen gemacht. 12 Offiziere, 93 Unteroffiziere waren gefallen, 46 Unteroffiziere und 444 Mann verwundet, 27 Soldaten waren vermisst. Von eigenen Panzern wurden 38 durch Beschuss total vernichtet, 21 fielen durch Beschuss aus und fielen in Feindeshand, 20 Panzer wurden gesprengt, 10 Panzer fielen ungesprengt in Feindeshand. 1085 cbm Betriebsstoff wurden verbraucht, 720 000 Schuss MG-Munition und 40 332 Schuss Panzermunition aller Art verschossen. Im Durchschnitt setzte der Panzerwerkstattzug pro Monat 32 PzKpfw. neben unzähligen Räderfahrzeugen instand.
Auszeichnungen:
2 Ritterkreuze (OFw. Bunzel, StFw. Schulze [gefallen]), 7 Deutsche Kreuze in Gold, 71 EK I. Klasse, 339 EK II. Klasse, 6 Kriegsverdienstkreuze I. Klasse, 148 Kriegsverdienstkreuze II. Klasse, 429 Panzerkampfabzeichen in Silber, 59 Panzerkampfabzeichen in Bronze, 246 Verwundetenabzeichen in Schwarz, 21 Verwundetenabzeichen in Silber, 4 Verwundetenabzeichen in Gold, 3 Nennungen im Ehrenblatt des Deutschen Heeres (Hptm. Stölting, OLt. Teufel [gefallen], OLt. Zinke [gefallen]).
Die Panzer-Abteilung 116 wurde anlässlich ihres 400. Panzerabschusses am 03.02.1944 in den Erläuterungen zum Wehrmachtsbericht besonders hervorgehoben.“
Inzwischen hatten die Reste der Division nach Frankreich verlegt.
Mit Befehl vom 11.03.1944 wird im Mai 1944 die bisherige 16. Panzergrenadier-Division in 116. Panzer-Division umbenannt.
Die Panzer-Abteilung geht auf im neu gebildeten Panzer-Regiment 16.
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BeitragBeitrags-Nr.: 198986 | Verfasst am: 05.04.2012 - 18:14    Titel: Major Gerhard Tebbe Antworten mit Zitat

Major Gerhard Tebbe;
*22.12.1910
Militärische Stationen/Kurzabriss:
Diensteintritt am 01.10.1934 bei der Kraftfahr-Abt. 1 (Döberitz) - sp. umben. in Pz.Jäg.Abt. 39,
1935 Fahnenjunker-Lehrgang in Wünsdorf,
1936 Kriegsschule in Dresden.
Krieg gegen Polen:
Februar 1937 - November 1939 Zugführer und Nachr.Offz. bei der 3./Pz.Jäg.Abt. 29 in Mühlhausen,
November 1939 - April 1941 Adjutant und Nachr.Offz. Pz.Jäg.Abt. 211.
Krieg gegen Frankreich:
O1 im Stab der 211. Infanterie-Division,
1941 Ausbildungs-Offz. Pz.Truppenschule Wünsdorf.
Bis August 1942 Adjutant Schießschule Putlos,
November 1942 - Februar 1943 Kp.Chef 2./Pz.Abteilung 116,
März 1944 Chef des Stabes "Fester Platz" Wossnessensk a. Bug.
Nach Umgliederung der 16. Pz.Gren.Div. in 116.Pz.Div. Kommandeur I./(Panther)Pz.Rgt. 16 und während der Rückzugskämpfe bis zum Ruhrgebiet gleichzeitig Fhr. der Pz.Aufkl.Abt.116.
01.03.1945 bis Kriegsende Führer Pz.Rgt.16,
14.07.1965 OTL d.R. in der Bundeswehr.
†21.09.2000

Ein Bericht über die Pz.Abt. 116:
Die Pz.Abt. 116 unter Führung von Hauptmann Tebbe erreichte am 15.01.1943 den Manytsch-Damm bei Sporny, ein für die Abteilung historisch gewordener Punkt. Denn bereits beim Vormarsch im Juli 1942 wurde dieser Damm durch den Spitzenzug der Pz.Abt. 116 unter Führung von Oberfeldwebel Bunzel genommen.
Dieses Mal beim Rückzug war es wieder OFw. Bunzel, der an der Spitze seines Zuges zusammen mit dem Gren.Rgt. (mot) 60 in das feindbesetzte Dorf einbrechend ermöglichte, auch den Damm unversehrt zu nehmen und einen eigenen Brückenkopf zu bilden, um damit den Übergang der Division über den Manytsch zu ermöglichen. Durch diese tapfere Tat sind die Kräfte der Division gerettet worden, die später entscheidenden Anteil in den weiteren Kampfhandlungen im Südabschnitt haben sollten. Die 4. Pz.Armee beglückwünschte die Division in ihrem Tagesbefehl zu dem Erfolg und erwähnte besonders die Pz.Abt.116 und das Gren.Rgt. (mot) 60. OFw. Bunzel wurde zum Ritterkreuz eingereicht und zum Leutnant befördert.
16.01.1943:
Am Morgen des 16.01. – 06.00 Uhr – es ist sehr kalt, klar und Sonnenschein, rückt die Pz.Abt. Tebbe zum Gef.Std. des Gren.Rgt. (mot) 156 nach Lenin. Nowapawlowskij wird von drei Inf.Btl. und von 19 Panzern angegriffen. Oberleutnant Leonhardt, 4./Pz.Abt.116, mit Oberfeldwebel Schreiber als Spitzenzug fahren voraus. Es gelingt OFw. Schreiber mit seinem Zug, noch in der Nacht in Nowopawlowskij angekommen, den Feindangriff gegen 05.30 Uhr zu stoppen. Vier T-34 abgeschossen. Aber die anderen eigenen Panzer kommen nicht nach. Obwohl die Motoren in der Nacht periodisch zum Warmlaufen angelassen wurden, springen sie nicht an. Nur tropfenweise können sie im Marsch gesetzt werden. OFw. Schreiber erhält den Befehl sich abzusetzen. Hierbei kann noch ein T-34 vernichtet werden. Nowopawlowskij geht für kurze Zeit verloren. Um 08.30 Uhr tritt die Pz.Abt. 116 zusammen mit dem III./Gren.Rgt. (mot) 156 zum Angriff auf Nowopawlowskij an. Tebbe holt weit links umfassend aus. Um der drohenden Umklammerung zu entgehen, zieht sich der Russe zurück. Ein weiterer T-34, der sechste, kann noch abgeschossen werden. Das II./Gren.Rgt. (mot) 156 bleibt zur Verteidigung im Ort, während die Pz.Abt. 116 nach Lenin zurückkehrt.
14.00 Uhr wird Lenin von Feindpanzern angegriffen. Der Russe hat sicher nicht geahnt, dass wir bereits zurück waren. Tebbe will ihn aus sicheren Stellungen heraus auflaufen lassen. Das glückt nicht. Die eigene Artillerie eröffnet das Feuer und warnt die Russen. Es bleibt nur noch Gegenangriff gegen den bereits weichenden Feind. Ein Panzer kann dabei vernichtet werden.
17.01.1943:
Feindpanzerangriff auf Nowopawlowskij. Bevor die eigenen Panzer eintreffen, geht der Ort verloren. Leutnant Gittermann 2./Pz.Abt. 116 und OFw. Burgiß mit einem Pz./III-k-Zug der Pz.Abt. 503 (Tiger) nehmen den Ort im Gegenstoß. Die Weiterführung des eigenen Angriffs wird durch einen auf Lenin drohenden Feindpanzerangriff unmöglich gemacht. Lenin muss gesichert werden. Da wird Lt. Gittermann in Nowopawlowskij angegriffen. Er wehrt den Angriff ab, aber verschießt sich restlos. Die Panzer können nicht zum Aufmunitionieren herausgezogen werden, da sie die »Korsettstange« bilden. Gittermann muss durch den Pz.Zug von Leutnant Lechler abgelöst werden. Das III./Gren.Rgt. (mot) 156 geht nach Tschekanow.

Quelle:
Der Windhund, Ausgabe Nr. 4 Dezember 1975, Seite 46

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BeitragBeitrags-Nr.: 199007 | Verfasst am: 09.04.2012 - 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

Die Ardennenoffensive
Ein Bericht von M.B.¹) in „Der Windhund“, Nr. 3/1985

MONS
14.01.1945:
Unsere neue Feuerstellung liegt auf einer Anhöhe. Ein Haus daneben ist von Bomben oder Granaten z.T. eingestürzt. Wir von der 8. Batterie [Art.Rgt. 146 (mot)] wohnen in einem Keller. Der Tag ist klar, am Himmel kreisen dauernd die feindlichen Jabos, greifen mit Bomben und Bordwaffen ihre Ziele an.
Laden 70 Granaten auf, diese hatten die Waffen-SS auf der Strasse liegen gelassen. Schiessen jedes Mal 2 Gruppen. Gegen Abend rechts von uns MG-Feuer. Auch das Rollen und Schiessen von Panzern ist zu hören. Bald muss der Gegner unsere Höhe erreicht haben. Da kommt endlich das erlösende Wort »Stellungswechsel«. Zwei Zugmaschinen sind nicht mehr einsatzfähig. Die Batterie zieht aus der Stellung und fährt ab, mit unserem Geschütz und den beiden Zugmaschinen bleiben wir zurück. Es ist dunkel, und alles ist ruhig. Dann werden wir abgeholt. Zuerst werden die beiden Zugmaschinen gesprengt. Zwei Kilometer ziehen wir mit der anderen Zugmaschine und unserem Geschütz zurück. Stehen verlassen vor einem Haus auf der Strasse. Wir sollen später abgeholt werden, wenn die Batterie ihr Ziel erreicht hat. Das Haus ist von einer Inf.-Einheit besetzt, wir paar Mann ziehen noch dazu. Das Granatfeuer wird immer stärker, deshalb ziehen wir von oben in den Rübenkeller um. Hier ist es kalt, beim Schlafen drücken die Rüben ins Kreuz, aber wir schlafen sicher hier unten.

HOUFFALIZE
15.01.1945:
Es ist 08.00 Uhr früh, werden wir wieder wach. Draußen ist es noch ruhig. Oben in der Küche wird im Ofen Feuer gemacht. Jetzt fängt wieder das Warten an, die uns abholen sollen, lassen sich aber nicht sehen. Oftmals müssen wir wieder Schutz im Keller suchen, Granateinschläge liegen dicht an unserem Haus. Langsam leert sich unser Asyl. Infanterie kommt von vorn zurück, bald ist auch damit Schluss, und die Strasse ist wie leergefegt. Wie ein verlorener Haufen stehen wir jetzt einsam und verlassen auf der Strasse. Langsam ist es schon Mittag geworden, die Sonne blendet im weißen Schnee.
Drüben auf der Höhe steht schon der „Tommy“. Von der anderen Seite hören wir Abschüsse seiner Panzer. Jetzt ist für uns aber Eile geboten! Wir holen von der Zugmaschine unsere Sachen herunter, packen alles auf einen Pferdeschlitten und ziehen diesen 100 Meter vor. Werner Peters macht inzwischen alles zum Sprengen fertig. Da kommt zu unserem Glück ein Sturmgeschütz über die Strasse herangerollt. Es gehört zu unserer Division und soll von Houffalize aus Sicherung fahren. Bass erstaunt ist die Besatzung, uns hier noch anzutreffen. Die Kameraden sind sofort bereit, uns und das Geschütz mitzunehmen.
Zuerst wird die Zugmaschine gesprengt, dann geht die Fahrt im Schlepp zurück. Voller Stolz, so noch unsere Kanone zu retten, sitzen wir auf dem StuG. auf, und ab geht die Fahrt in Richtung Houffalize. Wieder haben wir Glück: Die einzige Brücke, die wir überqueren müssen, sollte gerade gesprengt werden. Die Pioniere warten, bis wir auf der anderen Seite sind.
Die Stadt Houffalize sieht trostlos aus, fast alle Häuser liegen in Trümmer. Bomberverbände und Artillerie haben hier schwer gehaust. Wir sind durch, Houffalize liegt hinter uns. Sehen plötzlich links auf den weißen Höhen Sherman-Panzer stehen. Als unser Treck die Höhenstrasse passiert, wenden sie gerade. Noch eine Biegung, dann sind wir außer Sicht.
Jetzt geht die Fahrt auf einer engen Strasse abwärts. Unsere »Spritze« hinter dem StuG. hängt nach links etwas seitlich heraus, reißt dadurch einen Pkw herum, und der rollt dann nach rückwärts einen steilen Abhang hinunter. Zum Glück bleibt der wagen an einem Zaun hängen; mit bleichen Gesichtern steigen die noch glimpflich davongekommenen beiden Insassen aus. Mit einem Stahlseil zieht das StuG. den Wagen wieder die Strasse hoch.
Es geht weiter zurück. Treffen unterwegs noch einige Fahrzeuge mit dem „Windhund“; sie sind auch ausgefallen. Über Fisole haben wir in Pavigney unsere Batterie wieder erreicht. Wir sind erstaunt, dass hier alles schläft. Hätten wir auf ein Abholkommando gewartet, wären wir jetzt schon beim „Tommy“ als Gefangene.
Kaum ist unser Geschütz abgeprotzt, beginnt schon wieder die »Arbeit«; wir müssen sofort 4 Gruppen verschießen. Die englische Artillerie schießt einen Feuerüberfall nach dem anderen über uns hinweg in das Dorf. Ein Lkw mit 100 Granaten fährt bei uns vor. Unsere Besatzung lädt sie alle ab. kaum sind wir damit fertig: »Stellungswechsel«! Laden die Granaten also wieder auf. Ein schönes Stück Arbeit, jede wiegt fast ein Zentner! Sofort muss das Geschütz marschbereit gemacht werden. Zum Aufprotzen bricht beim Einkuppeln an die Zugmaschine die Öse ab. Wieder heißt es jetzt: »Warten, bis euch jemand abholt«.
Die Strasse liegt im Augenblick unter heftigem Artilleriefeuer. Da sind wir ganz froh, dass wir jetzt nicht zu fahren brauchen. Wir freuen uns, in einem Keller erst einmal richtig ausschlafen zu können.

¹) Der Name des Verfassers ist im Original auch abgekürzt, aber mir durchaus bekannt!
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Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 23.10.2012 - 10:51, insgesamt 4-mal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 199008 | Verfasst am: 09.04.2012 - 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ergänzung
Quelle: „Der Windhund“, Nr. 4/1985

Lieber Kamerad M.B.! Als ich Deinen Bericht las, wurden wieder alte Erinnerungen wach. Es hat mich schon erstaunt, nach 40 Jahren wieder an diese Begebenheit erinnert zu werden. Denn jetzt höre und staune, dieses Sturmgeschütz G III hatte die Nummer »706«¹). Die Besatzung waren: Leutnant Max Diether v. Elterlein, Richtschütze Unteroffizier Willi Reinecke, Funker- und Ladeschütze Gefreiter Hans Wilhelm Löhe und Fahrer Gefreiter Siegfried Kirchner. Wir vier sind alle noch am leben und drei davon sind eifrige Leser der Windhund-Zeitung.
Eine Erklärung, wie es zu diesem Zwischenfall kam, möchte ich noch hinzufügen:
Dieses Sturmgeschütz G III 7,5 cm/L 48 hatte keine Anhängerkupplung, nur Abschleppösen links und rechts. Daher hing ich Eure Kanone links an, und so ragte sie natürlich weit an der linken Kettenseite heraus.
Ich sah den Pkw (Opel Olympia) kommen, konnte aber nicht mehr nach rechts ausweichen, da die rechte Kette schon am Felsen streifte. Bevor wir zum Halten kamen, war der PKW schon über den Straßenrand verschwunden. Unser Kommandant schrie noch »Halt-Halt«, aber es war schon zu spät.
Der Pkw hing ungefähr in 8 bis 10 Meter Tiefe mit dem Hinterteil an einem dünnen Bäumchen. Die Insassen waren von der Luftwaffe oder Flak, mit prima neuen Winterklamotten bekleidet, aber kreidebleich. Als ein anderes Stu.G. sie hochgezogen hatte (der Pkw hatte nur ein paar Schrammen), fingen die Zwei fürchterlich an zu schimpfen. Da sagte unser Kampfgruppenführer: »Fahrt sie weiter runter«! So schnell habe ich noch keinen Pkw wegfahren sehen!
Aber wir waren doch froh, dass beiden Kameraden nichts passiert war.

¹) »706« = 7./Pz.Rgt. 16

Auszug aus dem Tagebuch des Leutnants Max Diether v. Elterlein

14.01.1945: Gegen Morgen 200 m zurück an den Ortsrand von Wibrin, Stellung bezogen, gut getarnt, Sicherung in Richtung Straßengabel. Sehr klares Wetter. Die »Sturen« in Masse, »Mustangs« und »Thunderbolts« sind auch am Himmel zur Stelle! Am Vormittag nimmt Arifeuer zu! Plötzlich 10.30 Uhr Ruhe, um 11.00 Uhr setzt schlagartig stärkstes Ari- und Granatwerfer-Trommelfeuer der »Kanacken«¹) ein! Dazu Pak-Feuer aus der Flanke, 800 Meter von einem Waldrande her. Plötzlich tauchen 6 Amipanzer vor uns auf. Die beiden Pz. V schießen vier ab! Mich wollen zwei Sherman, aus einem Hohlweg hervorbrechend, überrollen mit aufgesessener Infanterie. Uffz. Reinecke, mein Richtschütze, schießt beide in knapp drei Minuten auf kürzester Entfernung ab (Pz.Granate 39): der 1. auf ca. 80 m qualmt, der 2. auf 50 m brennt sofort! »706« steht plötzlich allein, die Hölle ist los, sieben Ariflieger kreisen über meinem Sturmgeschütz, liege in konzentrischem Feuer, erhalte von Kuchenbuch²) Befehl, mich nach Südosten zurückzuziehen! Beziehe auf Höhe 428 neue Stellung, finde hier die Pz. V wieder. Sehr starke feindliche Fliegertätigkeit! Bleiben noch vier Stunden auf 428, ziehen uns gegen 17.00 Uhr zurück nach Südosten auf Hauptstraße Achouffé – Mont und beziehen an der Straßenkreuzung Mont – Houffalize Sicherung nach Norden. Nachts außer Arifeuer auf der Hauptstraße Ruhe. Rückmarsch unserer Truppen verläuft präzise und reibungslos. Ich werde zum Gefechtsstand nach Mont befohlen und kehre gegen 22.00 Uhr zum Sicherungspunkt zurück.

15.01.1945: Rückmarsch weiter nach Osten über Mont, dort gegen Morgen auf Höhe 450 an Straßenknotenpunkt Mont – Taverneux – Houffalize neue Sicherungsstellung nach Norden bezogen. Um 08.00 Uhr Weiterfahrt nach Süden auf Straße nach Houffalize, vor H. Straßensicherung bezogen. Nachmittags weiter bis Cavigny, wir nehmen noch eine SFH 18 in Schlepp und weiter über Cetturo nach Liherain/Chatteau. Zu Fuß zur Ferme Ronoroy (Rouoroy?) zum Divisions-Gefechtsstand. Dort übernachtet, ich bin hundemüde, erste Ruhe seit 7 Tagen!

16.01.1945: Kehre gegen 02.00 Uhr zum Sturmgeschütz »706« zurück, dann Fahrt in den neuen Bereitstellungsraum 1,5 km westlich Liherain an der Straße Cetturo – Brisy – Liherain. Dort neue Zusammenziehung der Kampfgruppe Hauptmann Kuchenbuch. Mein Wagen und der Panther von Oberfähnrich Stätter müssen in die Werkstatt. Ich fahre zunächst zurück zum Chatteau Liherain (Gefechtsstand von Hptm. Kuchenbuch) gegen 13.00 Uhr, aufgetankt und Verpflegung empfangen. Um 22.00 Uhr Rückfahrt über Steinbach-Bahnhof Lammerscher (24.00 Uhr).

17.01.1945: Weiterfahrt – Helzingen (Hacheville) – Weiler (09.00 Uhr). In W. auf Regiments-Gefechtsstand bei Oberst Baier und Oblt. Harder gemeldet. Kurze Rast und Mittagessen. Nachmittag weiter – Ulflingen – Wilwerdingen, hier zum Gefechtstroß I, einige Sachen, Frontkämpferpäckchen pp. empfangen. Dann Weiterfahrt nach Weißwampach, hier übernachtet. Schneesturm!

18.01.1945: Um 10.00 Uhr weiter – über Ouren, durch Furt über deutsche Reichsgrenze – Harspelt – Lützelkampen – Leidenborn nach Ober-Üttfeld (Eifel). Um 14.00 Uhr dort in der Werkstatt (WI »Kather«), »706« instandgesetzt. Gegen Abend trifft Hptm. Kuchenbuch mit dem Rest der Kampfgruppe ein. Nachtruhe in Ober-Üttfeld.

¹) »Kanacken« = bei der 16. (mot)/16. Pz.Gren.Div./116. Pz.Div. umgangsprachlich für Gegner oder Feind.


²) Kuchenbuch, Franz; Hauptmann; RDA: 01.06.1943 (26)
*10.04.1913 • †27.01.1945 Bolsdorf/Eifel (d. Art.Volltreffer, ruht in Oberbettingen)
Friedens- resp. Stammtruppenteil: Pz.Jäg.Abt. 5
September 1940: Pz.Ers.Abt. 7, dann Pz.Rgt. 21
Juni 1942: Kommandiert zur Pz.Brigade 100; Adjutant Kp.Führer-Lehrgänge
10.11.1942: Kp.Führer a. d. Schule d. Pz.Tr. Versailles, Adjutant
17.02.1944: Führer-Reserve OKH, wirtschaftlich Wehrkreis V
15.03.1944: Pz.Abteilung 116 als Kp.Chef, dann I./Pz.Rgt. 16
Auszeichnungen: EK II und EK I sowie Pz.Kampf-Abz. Silber
Beurteilung März 1941: F.s.g.a. Als Adjutant gewandt. Unerschrocken beim Einsatz
:::::::::::::::
Abraham, Herbert; Lt., I./Pz.Rgt. 16 (*23.08.1923 • †27.01.1945 Bolsdorf d. Art.Volltr.) Friedhof Oberbettingen
Bez, Helmut; Lt., I./Pz.Rgt. 16 (*26.07.1923 • †27.01.1945 Bolsdorf d. Art.Volltr.) Friedhof Oberbettingen
Engels, Johannes; Fw.; I./Pz.Rgt. 16 (*18.07.1918 • †27.01.1945 Bolsdorf d. Art.Volltr.) Friedhof Oberbettingen
Görres, Hans; Lt., I./Pz.Rgt. 16 (*25.01.1920 • †27.01.1945 Bolsdorf d. Art.Volltr.) Friedhof Oberbettingen
Henning, Bruno; Uffz., I./Pz.Rgt. 16 (*25.03.1917 • †27.01.1945 Bolsdorf d. Art.Volltr.) Friedhof Oberbettingen


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BeitragBeitrags-Nr.: 199034 | Verfasst am: 13.04.2012 - 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Artillerie-Regiment (mot) 146 & Panzer-Artillerie-Regiment 146

06.08.1940:
Das Artillerie-Regiment (mot) 146 wird im Rahmen der 16. Infanterie-Division (mot) gemäß Aufstellungsbefehl Wehrkreis-Kdo. VI – Ib Org.-Az. N 141 Nr. 2690/40 geh. vom 01.08.1940 aufgestellt.
Aufstellungstag: 06.08.1940.
Aufstellungsort: Sennelager.

Es treffen ein
23.07.1940:
I./leichte mot. Artillerie-Abteilung 697,
29.07.1940:
schwere Artillerie-Abteilung (mot) 621,
K.G.-Zug des Art.Rgt. 228.
03.08.1940:
Regimentsstab Artillerie-Regiment 311,
I./Art.Rgt. 16.
Das Regiment trägt vorübergehend die Bezeichnung Artillerie-Regiment (mot) 311 nach seinem Stab und wird nach erfolgter Gliederung als Artillerie-Regiment (mot) 146 in die 16. Infanterie-Division (mot) eingegliedert.

I./lei. mot. Artillerie-Abteilung 697 (Mob-Aufstellung) bildet die II. Abteilung des Art.Rgt. (mot) 311, wurde später die II./Art.Rgt. (mot) 146 Geführt von Oberstleutnant Sommer (1938: Geb.Art.Rgt. 79). Die Abt. war bis zur Eingliederung eine selbständige Heeres-Artillerie-Abteilung.

Schwere Artillerie-Abteilung (mot) 621 (Mob-Aufstellung) selbständige Abteilung, in Bielefeld bei Kriegsausbruch aufgestellt aus Stämmen der schweren Artillerie-Abteilung II./42 vom Art.Rgt 6 (FStO: Minden) und der 6. Infanterie-Division (FStO: Bielefeld). Kommandeur der Abteilung: Hauptmann Ungricht, gefallen am 27.09.1941 b. Gadjatsch zusammen mit seinem Adjutanten, Leutnant d. Res. Lüth.

Regimentsstab Artillerie-Regiment 311 (Mob-Aufstellung) der 311. Infanterie-Division.

I. Abteilung Artillerie-Regiment 16, friedensmäßig I./Art.Rgt. 16 der 16. Infanterie-Division. FStO Hamm i. Westfalen. Die Abt. wird bei Eingliederung in die 16. Inf.Div. (mot) geführt von Major d. Res. Dr. Paen, später Kommandeur Artillerie-Regiment (mot) 146 und Panzer-Artillerie-Regiment 146.
Kurzfassung:
Regimentsstab aus Rgts.Stab 311
I. Abteilung aus I./Art.Rgt. 16
II. Abteilung aus I./lei. (mot) Art.Abt. 697
III. Abteilung aus schw. Art.Abt. (mot) 621
31.05.1942
Die zur Division abkommandierte Heeres-Flak-Artillerie-Abteilung (mot) 281 wird IV. Abteilung des Art.Rgt. (mot) 146.

Feldpost-Nummern des Art.Rgt. (mot) 146:
Stab: 01 765
Stabs-Bttr.: 25 896
I. Abteilung
Stab: 23 067 A
1. Bttr.: 23 067 B
2. Bttr.: 23 067 C
3. Bttr.: 23 067 D
II. Abteilung
Stab: 08 503 A
4. Bttr.: 08 503 B
5. Bttr.: 08 503 C
6. Bttr.: 08 503 D
III. Abteilung
Stab: 20 788 A
7. Bttr.: 20 788 B
8. Bttr.: 20 788 C
9. Bttr.: 20 788 D
Do-Wf.Zg.: 20 788 F (Existierte nur etwa 2 Monate! Siehe unten.)
IV. Abteilung Bis 31.05.1942 H.Flak-Art.Abt. (mot) 281, ab 23.06.1943 wieder H.Flak-Art.Abt. (mot) 281.
Stab: 00 717 A
Stabs-Bttr.: 00 717 B
10. Bttr.: 00 717 C
11. Bttr.: 00 717 D
12. Bttr.: 00 717 E
Mun.Kol.: 00 717 F

23.06.1943
IV./Art.Rgt. (mot) 146 wird wieder selbständige Heeres-Flak-Artillerie-Abteilung (mot) 281.
20.04.1944
Das Art.Rgt. (mot) 146 wird in Panzer-Artillerie-Regiment 146 umbenannt. Eine bereits vor Eintreffen im Aufstellungsraum der 116. Panzer-Division in Frankreich (Paris – Le Havre) gebildete I. Abteilung (FPN: 12 452) wird wieder aufgelöst.
I./Pz.Art.Rgt. 146 zwischenzeitlich aufgestellt in Frankreich vor dem Eintreffen der Masse des Art.Rgt. (mot) 146.
FPN:
Stab 12 452 A
1. Bttr. 12 452 B
2. Bttr. 12 452 C
3. Bttr. 12 452 D
Diese Abteilung war gebildet worden aus bereits in Frankreich eingetroffenen Angehörigen des Art.Rgt. (mot) und Teilen der 179. Reserve-Panzer-Division.
Mit Eintreffen des Art.Rgt. (mot) 146 im Auffrischungsraum wird diese Abteilung aufgelöst, ihre Angehörigen werden in das neu gebildete Pz.Art.Rgt. 146 eingegliedert. Die FPN wird gelöscht.
Das Pz.Art.Rgt. 146 hatte Gliederung und FPN wie obenstehend.
Ausrüstung/Bewaffnung
Das Art.Rgt. (mot) 146 besaß mit der I. sowie II. Abteilung zwei leichte FH-Abteilungen und als III. Abt. eine schwere FH-Abteilung. Bei der Umgliederung in Pz.Art.Rgt. wird die leichte Abteilung zur Pz.Haubitzen-Abt. Diese Neuaustattung kostete einen schweren Kampf mit der H.Pers.Abt. und Art.Schule in Groß Born. Es sollte ursprünglich eine personell ganz andere Abteilung der Division zugeführt werden, da das Personal der alten I. Abteilung verschoben werden sollte. Schlussendlich kommt das Gerät der anderen Abteilung nach Frankreich, aber das Personal geht zurück ins Heimatkriegsgebiet.
Vorübergehend besaß die Division für ca. 2 Monate einen eigenen Do-Werferzug, welcher aus dem Personal des Regiments gebildet und der III. Abt. des Art.Rgts. (mot) unterstellt war. Die FPN des Do-Werferzuges: 20 788 E.

Regiments-Kommandeure

Oberst Bornscheuer (sp. Gen.Maj.)
Oberst Profe-Bracht
Oberst d.R. Dr. Pean
Major Vogelsang

Fortsetzung folgt.
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BeitragBeitrags-Nr.: 199035 | Verfasst am: 13.04.2012 - 11:07    Titel: Antworten mit Zitat

Heeresflak-Artillerie-Abteilung (mot) 281 u. IV./Artillerie-Regiment (mot) 146

Aufstellung
Ab Ende Februar – Mai 1942 wird die Abteilung als selbständige Heeresflak-Artillerie-Abteilung (mot) 281 auf dem TrÜbPl. Wahn (bei Köln) aufgestellt.
Gegliedert war die Abt. in Stab, Stabs-Bttr., Mun.Kol., 1., 2. und 3. Bttr.
Kommandeur war Hptm. d.R. Derlien, dessen Adj. war Lt. d.R. Korthaus.
Stab, Stabs-Bttr. und Mun.Kol. aus II./Art.Rgt. (mot) 38 (FStO Prenzlau)
1. Bttr. aus 6./Art.Rgt. (mot) 38 und Teilen 3./H.Flak-Art.Abt. 278
2. Bttr. aus Teilen 3./H.Flak-Art.Abt. 278
3. Bttr. aus Teilen 3./H.Flak-Art.Abt. 278 und Teile Fla-Btl. Schwäb.Gmünd
Herkunft
Die H.Flak-Art.Abt. 278 wurde aufgestellt Anfang Februar – Ende April in St. Wendel/Saar aus:
s.Art.Abt. II./Art.Rgt. 69, Mannheim-Ludwigshafen
II./Art.Rgt. 70, Koblenz-Niederlahnstein
II./Art.Rgt. 105, (aus I./Grenz-Art.Rgt. 105) St. Wendel.

Die H.Flak-Art.Abt. (mot) 281 wird am 10.05.1942 zur 16. Inf.Div. (mot) in Marsch gesetzt. Vor ihrer Ankunft bei der Division wurde sie, in Erwartung eines russischen Angriffs, bis zum 28.05.1942 im Raum nordöstlich von Orel eingesetzt.
Am 31.05.1942 bezieht die Abteilung im Auffrischungsraum der 16. Inf.Div. (mot) – Kursk – nahe Medvernskoje in einem Eichenwald Unterkunft.
Mit ihrem Eintreffen wird sie zur IV./Art.Rgt. (mot) 146. Aus dem Verband des Art.Rgt. (mot) 146 scheidet sie am 23.06.1943 aus und wird wieder selbständige Abteilung. Sie bleibt weiterhin der Division unterstellt. Bewaffnung beim Eintreffen: Stabs-Bttr. (?)
1. Bttr.: 4 x 8,8-cm-Flak und 3 x 2-cm-Flak
2. Bttr.: 4 x 8,8-cm-Flak und 3 x 2-cm-Flak
3. Bttr.: 9 x 2-cm-Flak und 3 x 2-cm-Zwillings-Flak

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BeitragBeitrags-Nr.: 199065 | Verfasst am: 18.04.2012 - 09:55    Titel: Im Kaukasus Antworten mit Zitat

Die militärische Lage war seit der am 28.06.1942 begonnenen Offensive folgende:
Ende Juli trat die neu aufgestellte Heeresgruppe A unter GFM List über den Don nach Süden, Richtung Kuban an, erreichte die Linie Krasnodar – Armavir – Stavropol und den Oberlauf der Kuma, sowie des Terek in Richtung Pjatigorsk. Nördlich der HGr. A trat die HGr. B unter Führung von Gen.Oberst Frhr. v. Weichs über den Don hinweg auf den großen Wolgabogen mit Ziel Stalingrad an. Infolge des exzentrischen Vorgehens beider HGr. entstand zwischen ihnen ein freier Raum, der fast das gesamt Gebiet der Kalmücken in Südrichtung umfasste. Anfang August hatte zwar das LII. AK des Generals Ott, im Angriff entlang des Manytsch vorgehend und so die Nordost-Flanke der 1. Pz.Armee schützend, das Kalmückengebiet bis zur Linie Remontnoje – Elista – Ulan Erge besetzt, doch konnten in diesem Raum nur schwache Sicherungen zurückgelassen werden. Der Manytsch wurde nach Süden überschritten. Man folgte der Angriffsbewegung der 1. Pz.Armee.

Bei der unklaren Lage in der Kalmückensteppe bestand die Befürchtung, dass sowjetische Verbände in diese eindringen könnten. Hitler befahl deshalb trotz der Gegenvorstellungen der beiden Oberbefehlshaber, des GFM List und des Gen.Oberst v. Kleist, dass die 1. Pz.Armee die im Verbande des III. Pz.Korps kämpfende 16. Inf.Div. (mot.) mit dem Auftrag abzugeben habe, die Kalmückensteppe in beweglicher Kampfführung zu sichern. Das war der Raum zwischen 1. Pz.Armee der HGr. A und der 4. Pz.Armee der HGr. B. Zu diesem Zweck sollte die 16. Inf.Div. (mot.) Aufklärung bis zur unteren Wolga im Raum Astrachan durchführen und über die Linie Cagan-Nur – Nur-Kizelevka Verbindung mit der 4. Pz.Armee aufnehmen.
Da das militärgeographische Handbuch der Wehrmacht nur wenige und unvollständige Angaben über die Kalmückensteppe und ihre Bewohner enthielt, vieles auch veraltet war, hatte die deutsche Truppe nur unklare Vorstellungen über dieses Gebiet. Zur Erleichterung im Umgang mit der kalmückischen Bevölkerung wurde dem Stab der 16. Inf.Div. (mot.) der Rittmeister d. Res. Prof. Dr. Bolko Frhr. v. Richthofen kommandiert, der nicht nur russisch sprach, sondern auch die frühgeschichtliche Entwicklung der Kalmücken kannte.

Wie bereits bekannt, waren die Kalmücken derzeit mit der Herrschaft der Sowjets sehr unzufrieden. Sie kamen daher allgemein den Deutschen freundlich gesinnt entgegen. Auch wurde bei der Truppe, insbesondere bei der 16. Inf.Div. (mot.) den Kalmücken gegenüber keineswegs der Begriff »Untermenschen« angewendet. Von ihren Vorgesetzten belehrt und durch Flugblätter genügend unterrichtet, benahm sich die deutsche Truppe den Landesbewohnern gegenüber diszipliniert, korrekt und freundlich.

Besondere Verdienste um die Zusammenarbeit mit den Kalmücken und das menschliche Verständnis für ihre Probleme erwarb sich der zur 16. Inf.Div. (mot.) von der 1. Pz.Armee kommandierte Sonderführer Dr. Doll, auch Othmar Wrba genannt. Er war früher k.u.k. Offizier, dann Kaufmann und Architekt und hatte drei Jahre lang dem Deutschen Konsulat in Odessa als Angestellter angehört. Durch viele Reisen Kenner des kalmückischen Volkes, hatte es SdrFhr. Dr. Doll mit seinem Abwehrtrupp 103 verstanden, das anfangs den Deutschen gegenüber noch vorhandene Misstrauen abzubauen. Er erinnerte die Kalmücken an dem vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. hochgeehrten Führer des 2. Kalmückischen Reiter-Regiments , Oberstleutnant Sserep Tschan, der 1813 des Eiserne Kreuz erhielt und schrieb auch in der von der 16. Inf.Div. (mot.) herausgegebenen Zeitung für die Kalmücken über diesen tapferen Soldaten. Dr. Doll setzte zuverlässige Kalmücken als Bürgermeister (Starosten) ein, so in der Hauptstadt Elista den Bembe Cuglinow, in Ulan-Erge den Kalmücken Mastak. Durch Speisung der armen Bevölkerung erleichterte er dieser das Leben und nahm sie für die Deutschen ein. Wohin er kam, hielt er im Beisein des Starosten Sprechstunden für die Bevölkerung ab.

Die Zusammenarbeit deutscher Ärzte mit den kalmückischen Ärzten und Ärztinnen zur Seuchenbekämpfung über das Seucheninstitut Savetnoje und das Feldlazarett der 16. Inf.Div. (mot.) sowie das Feldlazarett in Elista war gut. Bekämpft wurde hauptsächlich Pest und Tularämie, die besonders im Osten des Gebietes verbreitet waren. Große Sorge bereitete der 16. Inf.Div. (mot.) die ausreichende Versorgung der Bevölkerung ab Winter 1942/43 mit Lebensmitteln. Dank guter Organisation klappte es einigermaßen.
Wo kalmückische Lehrer vorhanden waren, wurden Schulen eröffnet und so die Landessprache in Wort und Schrift gelehrt.
Nachdem auf die positiven Berichte der 16. Inf.Div. (mot.) hin die 1. Pz.Armee und der Chef d. Gen.Stabes der HGr. B, General v. Sodenstern, sich von der überwiegend antibolschewistischen Haltung der Kalmücken überzeugt hatten, wurden auf Antrag von Dr. Doll in den einzelnen Dörfern zuverlässige Polizeikader gegründet und mit Beutewaffen ausgestattet. Ihnen wurde als Aufgabe Schutz der eigenen Dörfer, Aufklärung in deren Umkreis und Aufklärung gegen Teile der Roten Armee zugewiesen, die im Zusammenhang mit der Schlacht um Stalingrad in den Nordostteil der Kalmückensteppe eingedrungen waren und vor denen Chalchuta von der 16. Inf.Div. (mot.) geräumt werden musste.

Im Verlaufe der Besetzung der Besetzung durch die 16. Inf.Div. (mot.) hatte sich eine lose gegliederte kalmückische Selbstverwaltung gebildet, deren Präsident der Bürgermeister von Elista war. Diesem unterstanden die einzelnen Dörfer. Die Erfassung wehrwirtschaftlicher Güter sowie die Inbetriebnahme wirtschaftlich wichtiger Einrichtungen ging im Einvernehmen mit der deutschen Truppe sowie den Kalmücken allgemein ziemlich reibungslos und unter großer Schonung der Zivilbevölkerung vor sich. Große Schwierigkeiten entstanden im weiteren Verlauf der Besetzung durch das Einrücken rumänischer Truppen in den Nordteil des Landes, die ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung Lebensmittel, Vieh und alles für ihren Unterhalt Notwendige ohne Bezahlung oder Leistungsbescheinigung einfach wegnahmen. Allerdings ist hier zu bemerken, dass die Rumänen große Schwierigkeiten mit ihrem eigenen Verpflegungsnachschub hatten. Mit Takt und Diplomatie deutscher Dienststellen gelang es allmählich, auch bei den Rumänen eine gewisse Rücksichtnahme auf die Wünsche der Landeseinwohner zu erreichen und für diese auch durch die Rumänen eine bessere Behandlung durchzusetzen.
Während auf Seiten der Roten Armee eine kalmückische Reiter-Abteilung in einer veränderlichen Stärke von 800 bis 2.000 Mann kämpfte, gab es in der Kalmückensteppe nur schwache Orts-Milizen, teils zu Fuß, teils zu Pferde.

Allmählich wurden die berittenen Teile durch Dr. Doll zu Schwadronen zusammengefasst, die im Verein mit antisowjetischen Partisanen, die sich aus Überläufern, Strafgefangenen und Kosaken zusammensetzten, gegen die Rote Armee im Nordosten und Osten kämpften. Es erregte in den Augen der Kalmücken große Begeisterung, als der Kommandeur der 16. Inf.Div. (mot.) Graf Schwerin, in der mit 16.000 Exemplaren dreimal wöchentlich erscheinenden Kalmücken-Zeitung "Svobodnaja Zemlja" Todesanzeigen für die kalmückischen Reiter mit den Worten des kalmückischen Heldenepos "Dzangar" einsetzte: "Sterbe wer sterben muß, die Hauptsache bleibt der Angriff auf den Feind."

Im September 1942 waren durch die 16. Inf.Div. (mot.) zwei Schwadronen Kalmücken aufgestellt worden. Diese unterstützten im Winter 1942/43 bereits den Kampf der 16. Inf.Div. (mot.) zwischen Cilgir – Gorodok. Graf Schwerin erkannte die Tätigkeit der kalmückischen Reiter an, indem er sagte, dass er den Kampf in der Kalmückensteppe nie hätte bestehen können, wenn die Kalmücken nicht so wichtige Aufklärungsergebnisse über hunderte von Kilometern hinweg geliefert und so tapfer seine Division im Kampf unterstützt hätten. Die von Astrachan aus der Steppe kriegführenden sowjetischen Partisanen wurden mehrfach, nachdem sie in einzelnen Dörfern und Kolchosen Bürgermeister und Milizionäre erschossen hatten, von den deutschfreundlichen Kalmücken verfolgt, gestellt und durch die geschickte Führung des Rittmeisters Sugurcikow bis auf den letzten Mann vernichtet.

Der Rückzug bzw. Räumung des Kalmückengebietes seit Dezember 1942 bedeutete naturgemäß eine starke seelische Belastung für alle Kalmücken. Schon die Räumung von Chalchuta im November 1942 hatte sich ungünstig auf die allgemeine Stimmung des kalmückischen Volkes ausgewirkt. Die durch Dr. Doll aufgestellte Reiter-Abteilung der Kalmücken, zunächst 6 Schwadronen, bewährte sich als Flankenschutz, der 444. Sicherungs-Division unterstellt, beim Rückzug der HGr. A aus dem Kaukasus.
Auch im Raum Ssalsk bewährte sich die Kalmücken-Abteilung, zusammen mit der Kosaken-Abteilung des Oberst v. Jungschulz, als Flankensschutz im Nordabschnitt der 444. Sich.Div.
Da sich im Laufe des Januar 1943 eine ganze Menge waffenfähige Kalmücken, trotz des deutschen Rückzuges, als Freiwillige gemeldet hatten, stellte Dr. Doll in Übereinstimmung mit der Org.Abt. GenSt.d.H., ein Kalmückisches Kavallerie-Regiment zu 3 Abteilungen auf, genannt Kalmückenverband Dr. Doll. Von den Kalmücken selbst wurde es »Kalmycki Kavallerijski Korpus« bezeichnet.

Gesamter Beitrag hier:
http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=8636&highlight=
Quelle: Deutsches Soldatenjahrbuch 1976 / 24. Deutscher Soldatenkalender,
Hrsg.: Helmut Damerau, Schild Verlag München;
Beitrag von Oberst a.D. Constantin Wagner auf Seite 226-236: Kalmückische Reiter-Verbände in der Deutschen Wehrmacht

Weiterführende Literatur bzgl. Kaukasus & Kosaken:
Jeloschek/Richter/Schütte/Semler,
Freiwillige vom Kaukasus – Georgier, Armenier, Aserbaidschaner, Tschetschenen u.a. auf deutscher Seite – Der „Sonderverband Bergmann“ und sein Gründer Theodor Oberländer
Werner H. Krause,
Kosaken und Wehrmacht – Der Freiheitskampf eines Volkes
Joachim Hoffmann,
Kaukasien 1942/43 – Das deutsche Heer und die Orientvölker der Sowjetunion
Joachim Hoffmann,
Deutsche und Kalmyken 1942 bis 1945
Joachim Hoffmann,
Die Tragödie der »Russischen Befreiungsarmee« 1944/45 – Wlassow gegen Stalin
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