Piraten diskutieren in Dresden über die Armee
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MP86
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BeitragBeitrags-Nr.: 200925 | Verfasst am: 07.01.2013 - 23:08    Titel: Piraten diskutieren in Dresden über die Armee Antworten mit Zitat

Dresden - Was würde die Piraten-Partei gegen Piraten unternehmen?
Seit 2008 ist die Bundeswehr an der Küste Somalias im Einsatz. Zuletzt mit der Fregatte "Sachsen". Ihr Auftrag: Piraten jagen. Die Bundeswehr-Auslandseinsätze waren ein Thema im "1. Verteidigungspolitischen Treffen" der Piratenpartei in Dresden. Am Wochenende diskutierten Mitglieder aus ganz Deutschland über Sicherheitspolitik.
Ihr Ansatz: Gewaltlose Verteidigung und eine unbewaffnete Armee.
Organisator Sebastian Harmel (30) ist selbst Afghanistan-Veteran. Er erklärt: "Mit technischen Mitteln wird der Angriff des Gegners gestört, dann sein Kampfwilledurch friedlichen Protest gebrochen." Deutsche Soldaten würden Entwicklungshelfer. Harmel: "Wir sind ja keine Hippies, die die Armee abschaffen wollen. Im Gegenteil, wir wollen eine starke Bundeswehr, nur eben eine gewaltlose."
Übrigens: Gegen die Piraten vor Somalia würden sie genauso vorgehen - ob das funktioniert, ist fraglich. Moderne Piraterie ist ein Millionen-Dollar-Geschäft.

Quelle: BILD vom 7.1.2013

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So Leute, über eure Reaktionen zu diesen Aussagen bin ich echt gespannt Lachen
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 200927 | Verfasst am: 08.01.2013 - 10:53    Titel: Antworten mit Zitat

Was soll man zu einer "gewaltlosen" Armee, die milit. durchgeführte Angriffe mit friedlichen Protesten "bekämpfen" soll denn ernsthaft sagen? Verrückt Rofl Lachen
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Tobias Giebel
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BeitragBeitrags-Nr.: 200928 | Verfasst am: 08.01.2013 - 13:13    Titel: Antworten mit Zitat

Jup, und in der ersten Strukturreform unter den Piraten wird die Bundeswehr dann
mit der Heilsarmee zusammengelegt! Rofl

Kampfwillen mir friedlichen Protesten brechen? Da fällt einem echt nichts mehr zu
ein. Wenn es so einfach wäre...

Winken

Gruß
Tobias
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 200936 | Verfasst am: 08.01.2013 - 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Tobias Giebel hat Folgendes geschrieben:

Kampfwillen mir friedlichen Protesten brechen? Da fällt einem echt nichts mehr zu
ein. Wenn es so einfach wäre...


Etwas unglücklich ausgedrückt, aber an dem Konzept ist schon was dran. "Show of Force" ist ja eine beliebte, weil kostengünstige, denoch ersteinmal gewaltfreie Methode. Grins

Es ist halt schon ein Unterschied ob ich den Kampf nun suche, oder nicht. Und nur weil ich den Kampf nicht suche, heißt das ja noch lange nicht das ich ihn fürchte. Prinzipiell ist aber ein vermiedener Kampf, immer ein gewonnener Kampf.

Und unsere (noch immer) auf Landesverteidigung ausgerichtete Armee, ist in keinsterweise voll auslandsverwendungsfähig. Das fängt bei Ausrüstung an, geht über Impfstatus, Unterstützung und Logistik, bis hin zur Verlegefähigkeit. Wir hängen immer noch an der Doktrin "Gefecht der verbundenen Waffen". Und auch wenn es seit 2007 "Operation verbundener Kräfte" heißt, ist es im Kern immernoch dasselbe. Das ist aber allenfalls in Angriff- bzw. Verteidigungsscenarios sinnvoll, für eine langfristige Stabilisierung eines Landes ist das aber völlig untauglich.

Nehmen wir dochmal das Endes des WK2 in Deutschland. Wie habens da die Amis gemacht? Normalereise hätten wir gleich scharrenweise Beamte aus unseren "Verwaltungsorganen" zum Aufbau der Verwaltungsinfrasstruktur hinbeordern müssen. Einzig die Bundespolizei beteiligt sich vor Ort. Und dann meisst auch nur als "Geheimdienstderivat"...Winken
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Tobias Giebel
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BeitragBeitrags-Nr.: 200938 | Verfasst am: 08.01.2013 - 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

Und wo und wann soll ein Land oder eine Region jemals durch die Methode "Show of
Force" "befriedet" worden sein bzw. Erfolge mit dieser erzielt worden sein? Selbst die
Bundeswehr startete in den vergangenen 4 Jahren mehrere Offensiven gegen die
gegnerischen Kräfte, weil sie merkten das man nur mit Brunnen bohren und hier und
da mal einen Konvoi durch die Straßen schicken nicht weiter kommt.

Alle derzeitigen und vorraussichtlich künftigen Einsätze werden eher gegen fanatisch
kämpfende Kräfte geführt. Wir reden hier nicht von "kriegsmüden" europäischen
Wolstandsvölkern. Da reicht es nicht aus nur die Muskeln zu zeigen. Entweder man
macht es richtig oder man lässt es ganz bleiben (Was mir pers. definitiv das Liebste
wäre!). Genau das ist doch das Problem was auch unsere Generalität noch nicht ganz
richtig erkannt hat. Zu wenig Kräfte und Waffen sowie ein zu verhaltenes/defensives
Vorgehen bewirken nichts. Nur die Zahl der nach Hause geschickten Särge wird
größer.

Winken

Gruß
Tobias
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MP86
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BeitragBeitrags-Nr.: 200939 | Verfasst am: 08.01.2013 - 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Micha, hierzu sollte man aber bedenken, das ein Gegner, der dich angegriffen hat ein Ziel hat, mit der Absicht kommt, dich zu töten und sich dadurch kaum von "friedlichen Protest" abhalten lassen wird. Im Gegenteil, sie werden sich noch bedanken, das wir ihen solche leichten Ziele bieten Zwinkern

Und wenn es wirklich so leicht wäre, würden die somalischen Piraten ja keine Schiffe mehr entführen. Immerhin schippern da genug Kriegsschiffe rum ... und trotzdem tun sie es Zwinkern ... zumal diese Taktik da auch schon jetzt angewannt wird. Einschüchtern durch bloße Anwesenheit. Doch leider bringt das in den Meisten fällen nichts und man muss trotzdem Waffengewalt anwenden, um den Gegner zu stoppen ...

Ergo kann ich mich nur den Anderen anschließen und mich ebenfalls, wie ich es schon tat, als ich den Artikel gelesen hatte, darüber amüsieren Lachen
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 200940 | Verfasst am: 08.01.2013 - 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

Aus dem Film “Der Mann, der niemals lebte”. Es geht um den Kampf der USA gegen islamische Terroristen. Zu Anfang entwirft CIA-Stratege Ed Hoffman (gespielt von Russell Crowe) ein Szenario, das man eins zu eins auch auf die BW in Afghanistan ummünzen kann.

Ed Hoffman: "Gehören wir dorthin, oder nicht? Die Antwort auf diese Frage spielt im Grunde keine Rolle, denn wir sind dort, wir sind müde und ein Ende ist nicht in Sicht. Wir können uns nicht einmal damit trösten, dass unser Feind genauso müde ist wie wir, denn er ist es nicht.

Es ist ein Trugschluss, dass ein langer Krieg den angegriffenen Feind schwächt. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Feind dadurch noch stärker wird. Er gewöhnt sich an die Entbehrungen, stellt sich darauf ein und reagiert entsprechend.

Während wir hier zu Hause uns bei jedem Toten mit der öffentlichen Meinung auseinander setzen müssen, die rapide umschlägt von Unterstützung, über negative Haltung, in regelrechte Feindseligkeit. Die Leute wollen keine Schweigeminuten beim Baseball mehr, sie wollen einfach, dass es vorbei ist.

Trotz der Tatsache, dass wir die Intensität unserer Bemühungen signifikant erhöht haben, haben wir kaum Fortschritte erzielt. Womit wir es hier zu tun haben, ist potenziell ein globaler Flächenbrand und der erfordert ständige Wachsamkeit, um eingedämmt zu werden.

Sie müssen wissen, inzwischen hat unser Feind sehr wohl realisiert, dass er einen Kampf gegen Jungs aus der Zukunft führt. Und das ist ebenso brillant, wie es bedrohlich ist. Wer so lebt wie in der Vergangenheit und sich so verhält wie in der Vergangenheit, der ist für die Jungs aus der Zukunft sehr schwer zu entdecken.

Wenn man sein Handy wegwirft, keine E-Mails schreibt, alle Anweisungen von Angesicht zu Angesicht und von Hand zu Hand übermittelt, verschließt man sich jeglicher Technologien und verschwindet in der Menge. Keine Flaggen, keine Uniformen. Und wir schicken unsere Soldaten da runter und die sehen sich um und fragen: „Verdammt noch mal, gegen wen kämpfen wir hier eigentlich?“.

In einer solchen Situation kleiden sich ihre Freunde genauso wie ihre Feinde und ihre Feinde kleiden sich wie ihre Freunde. Eins muss Ihnen klar sein, die Menschen von denen ich spreche, die haben keine Lust zu verhandeln, nicht die Geringste.

Sie wollen ein weltweites Kalifat auf der Erde errichten und sie wollen jeden Ungläubigen konvertiert oder tot sehen. Geändert hat sich also, dass unser scheinbar so schlicht gestrickter Feind, die tatsächlich schlichte Wahrheit spitz gekriegt hat, dass wir leichte Beute sind.

Wir sind leichte Beute und die Welt, so wie wir sie kennen, ist sehr viel einfacher zu zerstören, als sie vielleicht denken. Wenn wir nur einen Augenblick lang den Fuß vom Nacken dieses Feindes nehmen, ändert das unsere Welt vollkommen."
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 200945 | Verfasst am: 08.01.2013 - 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

Tobias Giebel hat Folgendes geschrieben:
Und wo und wann soll ein Land oder eine Region jemals durch die Methode "Show of
Force" "befriedet" worden sein bzw. Erfolge mit dieser erzielt worden sein? Selbst die
Bundeswehr startete in den vergangenen 4 Jahren mehrere Offensiven gegen die
gegnerischen Kräfte, weil sie merkten das man nur mit Brunnen bohren und hier und
da mal einen Konvoi durch die Straßen schicken nicht weiter kommt.


Das liegt daran, das die meisten Soldaten nicht bei den PRTs sind, sondern im Lager bleiben weil sie für den Betrieb desselben da sind. Stationierung quasi als Selbstzweck. Grins Und die paar Sandlatscher die Patrouille fahren, kannst du mengenmäßig in den Skat drücken. Die Aufklärungsergebnisse die die erzeugen sind auch bloß reiner Selbstzweck. Ich könnte da allein aus dem Bereich Feldlagerbau genügend Geschichten erzählen... Grins Werd ich aber nicht. Die meisten die bei Missmanagment den Mund aufgemacht haben, sind ausgekleidet worden. Da hab ich (noch) kein Bock drauf...Peace

Und wo es funktioniert hat? PRTs haben in Bosnien und im Kosovo prima funktioniert. Das setzt aber eine Bevölkerung mit wenigstens rudimentären Kenntnissen im Hausbau u.ä.voraus. Die PRTs sollen im Prinzip "nur" die ingeneurstechn. Unterstützung und Beratung und die Baumaterialien liefern, sowie das ganze als eine Art Bauüberwachung bis zum Abschluß begleiten. Dafür sind die meisten Locals in AFG einfach ungeeignet.

Naja, und da wo das Heer als allererstes eine Kaserne aufbauen muss, kann ja auch nix werden . Grins
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