Tiger 114
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Bebo
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BeitragBeitrags-Nr.: 201370 | Verfasst am: 06.03.2013 - 09:57    Titel: Tiger 114 Antworten mit Zitat

Hallo,

ich benötige einmal Eure Hilfe:
Es geht um die Farbgebung des frühen Tigers von Alfred Rubbel mit der Turmnummer 114. In seinem Buch und dem der sPzAbt 503 sind Bilder zu sehen, auf denen das Fahrzeug von zwei SdKfz abgeschleppt wird. Von Herrn Rubbel selbst habe ich erfahren, dass der Tiger grau - schon fast oliv - war. Er kann sich jedoch nicht mehr daran erinnern, in welcher Farbe die Tarnflecken auf dem Fahrzeug gehalten waren. Die mittleren und späten Tiger der Abt. waren ja wohl dunkelgelb mit grüner und brauner Tarnung, aber bei den grauen Fahrzeugen kann ich mir das eher schlecht vorstellen, weil die Flecken bzw. Streifen heller aussehen. Weiß da jemand etwas näheres?

Gruß
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Tigerbauer
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BeitragBeitrags-Nr.: 201409 | Verfasst am: 08.03.2013 - 18:13    Titel: Möglicherweise... Antworten mit Zitat

Hi Bebo!
Ich werde mir wahrscheinlich auch hier wieder eine blutige Nase holen,aber diese Frage beschäftigt mich auch schon sehr lange,allerdings bezogen auf alle 503er aus diesem Zeitraum.Ich beschäftige mich ja ziemlich intensiv mit Farben der damaligen Zeit und wälze natürlich auch viele Bücher bzw. Fotos.Die Farbgestaltung der Tiger scheint also auch dich etwas zu verwirren bzw. stutzig zu machen und genauso geht es mir auch.Es gab und gibt immer wieder Diskussionen darüber und die meißten sehen da das "übliche" Grau oder sogar Dunkelgelb.Ich für meinen Teil sehe das mitlerweile völlig anders.Ich kann hier nicht bis ins Detail gehen warum ich das so sehe,aber annähernd sämtliche sw-Fotos dieser Tiger scheinen eher in den "alten" Tropenfarben RAL8000 und RAL7008 lackiert gewesen zu sein.Zu vieles spricht einfach dafür.Der von dir erwähnte 114 hat,wie man sicherlich gut sehen kann,eine Streifentarnung,man sieht nur zwei Farben bzw. Graukontraste,dies sieht man auf sehr vielen Tigern der 503 so.Allerdings ist es oft auch schwer oder garnicht zu erkennen,da die Fahrzeuge sehr verranzt und staubig sind.Ich bin mir natürlich darüber im klaren,daß diese Farbtöne eigentlich schon längst obsolent in diesem Zeitraum waren,aber wie man am 131-Bovington-Afrikaner sehen kann,wurde dies sehr wohl so praktiziert und fällt wohl unter die Rubrik "Resteverwertung noch vorhandener Farbbestände",was auch dokumententechnisch so belegbar ist,diese Anweisung gab es tatsächlich.Daß Herr Rubbel selbst von "olivfarbig" gesprochen hat,würde sogar meine Theorie untermauern,RAL8000 ist ein gelbliches Braunoliv!Beide Farbtöne sind kontrastmäßig sehr nah beinander,darum auch so schwer zu unterscheiden.
Ich gehe sogar davon aus,daß ein bestimmtes Produktionslos an Tigern in dieser Farbkombi ausgeliefert wurde,so auch die der 503 und zwar bis Dunkelgelb eingeführt wurde.
Ich kann dies leider nicht beweisen und solange keine Farbfotos auftauchen,bleibt es sicherlich reine Spekulation,aber sie basiert auf Indizien und die sind nicht schlecht...
Hoffe dir trotzdem etwas geholfen zu haben,Gruß Wenzel.
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Bebo
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BeitragBeitrags-Nr.: 201411 | Verfasst am: 08.03.2013 - 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die Antwort. Ich bin, zumindest was die frühen Tiger angeht, immer noch ziemlich unsicher. Ich habe mich schon mehrmals mit Herrn Carius über die Farbgebungen unterhalten. Der hatte immer gesagt, dass es bei den Wehrmachtseinheiten in seinem Einsatzgebiet KEINE Tarnflecken gegeben habe. Die Panzer seien zuerst alle grau und später dunkelgelb gewesen. Diese Tarnfarben-Paste hätte dort nur die SS benutzt. Bei ihnen sei die nie angekommen. Daher hätte man die Fahrzeuge immer gut unterscheiden können. Der Kauf diverser Bücher, insbesondere jener über die 503, hat allerdings gezeigt, dass die dortigen Panzer mit Flecken versehen waren. Herr Rubbel hat mir geschrieben, dass man die Panzer der 503 und der SS deutlich an der Größe der Tarnflecken unterscheiden konnte. Die SS-Tiger hätten deutlich kleinere Tarnflecken gehabt, so dass man sie auch über größere Entfernungen unterscheiden konnte. Allerdings spricht Herr Rubbel bei den frühen Tigern auch von einem "Grau das dem späteren Nato-oliv sehr ähnlich" sei. Und das macht mich jetzt erst recht stutzig, weil das frühe Panzergrau eigentlich ja sehr dunkel und nicht grünlich bzw. oliv war. Die Panzer auf den Bildern aus der Zeit von 1941 bis Frühjahr 1943 wirken alle recht hell. Diese eigenartige Farbbeschreibung deckt sich übrigens auch mit der Aussage von Herrn Carius über seinen Jagdtiger, den er als einfarbig grau-oliv bezeichnet, allerdings fiel es ihm sehr schwer, diese Farbe zu beschreiben. Er sagte nur, dass das eher grau gewesen sei und auf keinen Fall gelb oder braun.
Herr Rubbel sagt aber auch, dass es ein "einheitlich" nicht gegeben habe. Jeder Panzer hätte irgendwie anders ausgesehen. Sogar die Turmnummern hätten an verschiedenen Stellen gesessen.
Gruß
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