4. Panzerarmee/Pz.AOK 4 - KTB vom 16.09. - 31.12.1942
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » militärische Operationen
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 202999 | Verfasst am: 16.10.2013 - 08:07    Titel: 4. Panzerarmee/Pz.AOK 4 - KTB vom 16.09. - 31.12.1942 Antworten mit Zitat

Kriegstagebuch Nr. 5 der 4. Panzer-Armee
(Teil III vom 16.09.1942 – 31.12.1942)

Quelle: NARA, T313, Roll 355
Abschrift & Bearbeitung UHF51 • Berlin

Diese Abschrift wurde ausschließlich für die private militärgeschichtliche Forschung erstellt.
Eine nicht autorisierte Weitergabe, Vervielfältigung/Kopie sowie Veröffentlichung (auch Teile davon)
im Medium Internet, wird hiermit – aus urheberrechtlichen Gründen – ausdrücklich verboten.


16.09.1942
Wetter: weitere erhebliche Abkühlung, bewölkt, windig, zeitweilig Sandstürme.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Während der Nacht vom 15./16.09. rege feindl. Fliegertätigkeit mit zahlreichen Bombenabwürfen im Bereich der Gruppe v. Schwedler. Bei VI. rum. A.K. beiderseitige Stoßtrupptätigkeit; dabei stellten Stoßtrupps der 2. Div. den Gegner vor dem Div.-Abschnitt in alter Stärke fest.
Der Tag verlief an der Front des VI. rum. A.K. ohne besondere Ereignisse. Bei der Gruppe v. Schwedler griff der Feind in Gegend 4 km nördlich Beketowka nach Artillerie-Vorbereitung und unterstützt von einzelnen Panzern um 05.00 Uhr in Batl.-Stärke an. Der Angriff traf den linken Flügel der hier gerade in Ablösung begriffenen 20. rum. Div. sowie die 14. Pz.Div. und konnte teilweise erst im Gegenstoß abgewehrt werden, einige russische Panzer wurden abgeschossen.Gegen den Abschnitt der 20. rum. Div. richteten sich während des ganzen Tages mehrere feindl. Erkundungsvorstöße; bei der 14. Pz.Div. hielten zwischen Eisenbahn und Straße an der Wolga die feindl. Gefechtsaufklärung und Feuertätigkeit an.
Im übrigen Abschnitt der Gruppe v. Schwedler verhielt sich der Gegner abgesehen von unbedeutendem Störungsfeuer ruhig.
Allgemein schien somit das Feindbild vor der Südfront der Armee unverändert. In der Mitte hatte der Gegner anscheinend Kräfte, und zwar die 36. Garde-Schtz.Div. herausgezogen und damit seine Nordfront bei Beketowka verstärkt. Hier war mit weiteren stärkeren Angriffen zu rechnen.
20.50 Uhr
Diese Lage veranlaßte den Oberbefehlshaber, um 20.50 Uhr das IV. A.K. darauf hinzuweisen, wie notwendig es sei, alle Maßnahmen zu treffen, die geeignet wären die Abwehr zu verstärken. Mit Einverständnis der 6. Armee wurde das XXXXVIII. Pz.Korps gebeten notwendigenfalls mit der hierfür sehr günstig stehenden Artillerie der 29. Inf.Div. (mot) die Gruppe v. Schwedler zu unterstützen.
Im übrigen war das Wegziehen der 36. Garde-Schtz.Div. durch die Russen von der Ostfront des IV. A.K. nur geeignet die Lage für den späteren Angriff "Herbstlaub" zu bessern, denn damit konnte voraussichtlich in unserer Hauptstoßrichtung mit einer weichen Stelle beim Gegner gerechnet werden.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 31.10.2014 - 08:27, insgesamt 8-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203000 | Verfasst am: 16.10.2013 - 08:22    Titel: Antworten mit Zitat

17.09.1942
Wetter: sonnig, tagsüber wieder etwas wärmer, abends erneute starke Abkühlung.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Nach einer Nacht mit der üblichen regen Fliegertätigkeit über den Nordabschnitt der Gruppe v. Schwedler verlief der Tag an der ganzen Armeefront abgesehen von mehreren Artillerie- und Granatwerferfeuerüberfällen sowie einem – abgewiesenen – Vorstoß einiger Feindpanzer vor dem Abschnitt der 20. rum. Div. nordostw. Jalchi an der ganzen Armeefront ruhig.
Das Feindbild im Großen war unverändert, die Umgruppierung vor der Front der Gruppe v. Schwedler von Süden nach Norden bestätigte sich.
In der Gegend Beketowka wurde reger Fährbetrieb in beiden Richtungen beobachtet.
17.20 Uhr
Gelegentlich einer Lageorientierung um 17.20 Uhr teilte der Ia der Heeresgruppe B dem Chef Pz.A.O.K. 4 mit, dass seitens der Operations-Abteilung des O.K.H. angeregt worden sei, bei dem bevorstehenden Angriff zur Vernichtung der Feindgruppe vor der Gruppe v. Schwedler den Schwerpunkt nach Süden zu verlegen und demgemäß die Panzerkräfte dort einzusetzen.
Demgegenüber wies der Chef Pz.A.O.K. 4 in einer kurzen Denkschrift nach, dass ein Angriff sowohl aus Gegend Bolschije Tscharpuniki als auch aus dem Raume nördlich und nordwestl. Morosoff wie schließlich auch aus dem Raume bei und nördl. Tundutowo auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen würde und dass nur eine Operation aus dem Raume südl. Elchi in Frage komme.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:50, insgesamt 3-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203001 | Verfasst am: 16.10.2013 - 08:24    Titel: Antworten mit Zitat

18.09.1942
Wetter: warm, leicht bewölkt, windig.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Die Nacht vom 17./18. sowie der 18. verliefen ohne besondere Ereignisse. Das Feindbild vor der Armeefront erfuhr keine Veränderung. Ein unbedeutender russischer Vorstoß 5 km nördlich Beketowka gegen die 14. Pz.Div. sowie ein nach kurzer Artillerie-Vorbereitung gegen den linken Flügel der 371. Inf.Div. in den Abendstunden geführter Feindangriff konnten Abgewiesen werden.
Die 20. rum. Div. und die 371. Inf.Div. übernahmen ihre neuen Abschnitte.
09.00 Uhr
Gegen 09.00 Uhr rief der Oberbefehlshaber den O.B. der Heeresgruppe B an, um Einspruch dagegen zu erheben, dass die 6. Armee die ihr mit dem XXXXVIII. Pz.Korps überwiesene 94. Inf.Div. zu Aufgaben jetzt auch nördlich des Zarizu-Abschnittes einsetzen und zur Säuberung des Nordteils von Stalingrad verwenden wolle. Der Angriff der 4. Pz.Armee gegen den Feind bei Beketowka – Iwanowka sei so schwer, dass er ohne vollständige Rückgabe der an die 6. Armee abgegebenen Truppen nicht durchgeführt werden könne. Es sei schon bedauerlich genug, dass auch die 29. Inf.Div. (mot) mit zu dem Angriff herangezogen werden müsse, da sie seit dem 01.08. sehr starke Verluste gehabt habe, sodass ihre Kampfkraft zur Zeit wesentlich eingeschränkt sei; besonders groß sei der Mangel an Zugführern und Unteroffizieren, Züge würden von Gefreiten geführt. Auf jeden Fall müsse der Angriff dann verschoben werden, bis tatsächlich alle Truppen wieder von der 6. Armee zur 4. Pz.Armee zurückgetreten seien.
Generaloberst Frhr. v. Weichs erkannte das vollständig an. Zunächst brauche aber die 6. Armee zur Lösung ihrer Aufgabe die 94. Inf.Div. tatsächlich anstelle der 71. Inf.Div., die ungewöhnlich hohe Verluste gehabt habe.
13.00 Uhr
In einem um 13.00 Uhr eingegangenen Fernschreiben betonte die Heeresgruppe, das zur Lösung der der 4. Pz.Armee und 6. Armee im Herbst 1942 noch gestellten offensiven Aufgaben die verfügbaren Kräfte jeweils scharf zusammengefaßt werden müssten. Es wurde daher folgende Reihenfolge festgelegt:
1.) Nächste Aufgabe der 6. Armee: Vollständige Inbesitznahme von Stalingrad. Hierzu ständen der Armee z.Zt. unterstellten Kräfte (einschließlich XXXXVIII. Pz.Korps) zur Verfügung.
2.) Nach Inbesitznahme von Stalingrad hatte die 4. Pz.Armee die im Raume Krassnoarmejsk – Iwanowka – Beketowka stehenden Feindkräfte zu schlagen. Hierzu sollten der 4. Pz.Armee Gen.Kdo. XXXXVIII. Pz.Korps, 24. Pz.Div., 29. Inf.Div. (mot) und 94. Inf.Div. wieder unterstellt werden.
3.) Nach Abschluss der Kampfhandlungen gemäß 1.) und 2.) hatte die 6. Armee "Herbstzeitlose" entsprechend der hierfür gegebenen Weisung durchzuführen.
4.) Der 4. Pz.Armee verblieb nach Abschluß der Kämpfe zu 2.) die Vorbereitung des "Fischreiher", dessen zeitliche Durchführung sich noch nicht übersehen ließ. Eine Verzögerung gegenüber den bisherigen Absichten würde infolge von Schwierigkeiten in der Bevorratung voraussichtlich eintreten.

Danach war mit der Durchführung von "Herbstlaub" nicht vor Ende des Monats zu rechnen. Im Hinblick auf die fortgeschrittene Jahreszeit und "Fischreiher" eine sehr unerwünschte, aber nicht zu ändernde Tatsache!

"Besondere Anordnungen für die Winterversorgung 1942/43" des O.Qu. Pz.A.O.K. 4 v. 18.09.1942

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:51, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203005 | Verfasst am: 17.10.2013 - 07:08    Titel: Antworten mit Zitat

19.09.1942
Wetter: bewölkt, windig, gegen Abend Regenschauer.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
In der Feindlage im Großen trat keine Veränderung ein.
Beim rum. VI. A.K. gelang es der 2. Div. in Gegend 2 km südostwärts Bahnhof Tundutow durch gewaltsame Aufklärung 17 feindl. Bunker zu besetzen und 27 Gefangene einzubringen. Weiteres Vorgehen stieß aber auf starke Feindabwehr.
Ein durch Nahaufklärung im Voraus bekannt gewordener russ. Angriff gegen die Nordfront der Gruppe v. Schwedler begann planmäßig mit starker Artillerievorbereitung. Infanteristisch kam er nicht zur Wirkung, da es der Gruppe gelang im zusammengefassten Feuer ihrer Artillerie die Bereitstellungen des Gegners zu zerschlagen. Ebenso wurden auch zwei weitere feindliche Vorstöße in Gegend 5 km südostwärts Tscherwlenorasnoje und hart südlich Kuporoßnoje gegen die Front der 14. Pz.Div. bereits durch Artilleriefeuer erstickt.

Der Chef Pz.A.O.K. 4 begab sich im Storch und Kraftwagen zur Gruppe v. Schwedler, 297. Inf.Div. und 20. rum. Div. Bei Gruppe v. Schwedler wurde die Operation "Herbstlaub" und die von der Gruppe beabsichtigte Durchführung besprochen. Ein Vorschlag der Gruppe für die 1. Phase der Operation, der eine Zerreißung des Pz.Korps und die Unterstellung von Teilen unter die Gruppe v. Schwedler vorsah, glaubte der Chef nicht zustimmen zu können, da er nicht im Sinne der Erwägungen des Oberbefehlshabers lag. (Der O.B. lehnte ihn auch beim Vortrag nach Rückkehr des Chefs ab.) Der zweite Vorschlag der Gruppe für die 1. Phase entsprach den Gedankengängen der Armee. Der Chef Pz.A.O.K. 4 betonte dieses dem Kommandierenden General des IV. A.K. gegenüber und legte nahe, die Dinge auf dieser Basis weiter vorzubereiten. Hinsichtlich des Vorschlages der Gruppe für die 2. Phase der Operation, der wiederum von den Absichten der Pz.Armee abwich, äußerte der Chef Pz.A.O.K. 4 lediglich die Ansicht des Oberbefehlshabers und teilte dem Kdr.General des IV. A.K. mit, dass er die Dinge dem Oberbefehlshaber vortragen würde. (Der Oberbefehlshaber entschied beim Vortrag nach Rückkehr des Chefs, dass er voraussichtlich an seinen bisherigen Absichten nichts ändern werde, d.h., dass die Gruppe v. Schwedler den Flankenschutz an der Wolga auszuüben haben würde und nicht das XXXXVIII. Pz.Korps.)
Beim anschließenden Besuch bei der 297. Inf.Div. kam die Sprache auf die sehr geschwächten Gefechtsstärken, die dem Kommandeur ernste Sorgen bereiteten, besonders auch hinsichtlich des Mangels an Unteroffizieren. Die Division bereitete den Angriff anscheinend sehr sorgfältig vor und war dauernd bemüht, diese Vorbereitungen der Entwicklung der Feind- sowie der eigenen Lage entsprechend zu ergänzen und zu verbessern; sie hoffte auch ihre Aufgaben durchführen zu können. Vom Chef Pz.A.O.K. 4 auf die Verpflegungsfrage angesprochen, betonte der Div.Kommandeur im Gegensatz zum letzten Zustandsbericht ausdrücklich, dass sie jetzt wesentlich besser wäre. Dagegen sei die Munitionslage, wie übrigens auch von der Gruppe v. Schwedler geäußert wurde, sehr angespannt, was sich recht unangenehm fühlbar mache.
Bei der 20. rum. Div. wurde die Lage kurz mit dem Divisionskommandeur besprochen. Dabei wurde vom Chef Pz.A.O.K. 4 betont, wie richtig es sei, durch rege Aufklärungs- und Stoßtrupptätigkeit dauernd in enger Verbindung mit dem Feind zu bleiben, damit Umgruppierungen, Verstärkung, Schwächung usw. des Gegners sofort bemerkt würden.
Auf dem Gefechtsstand des rum. Inf.Rgt. 91 erfolgte durch den Kommandeur eine sehr präzise Orientierung über Feind, Lage und Gelände. Es war im Abschnitt des Regiments sehr ruhig, der Gegner sollte in der Hauptsache aus 40 – 50 jährigen Leuten bestehen, die aus Trossen ausgekämmt waren. Als der Chef Pz.A.O.K. 4 anregte, rege Aufklärung zu betreiben und zu versuchen, die Stellungen zu verbessern, konnte festgestellt werden, dass bereits zwei Stoßtruppunternehmungen in Vorbereitung waren.
An allen Stellen wurde für "Herbstlaub" um Zuteilung von Panzern gebeten. Der Chef Pz.A.O.K. 4 lehnte das eindeutig ab, da die zahlenmäßig geringen Panzerverbände nicht auch noch durch Abstellungen an die Infanterie geschwächt werden konnten. Es wurde dagegen zugesagt, wegen Zuteilung von Sturmgeschützen eine Klärung herbeizuführen.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:51, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203006 | Verfasst am: 17.10.2013 - 07:12    Titel: Antworten mit Zitat

20.09.1942
Wetter: sonnig, warm.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Beim rum. VI. A.K. führte der Gegner im Abschnitt der 1. Div. einen Vorstoß gegen Mal. Derbety, der abgewiesen wurde; ebenso blieb ein Vorstoß gegen den linken Flügel der 2. Div. erfolglos.
Im Abschnitt der Gruppe v. Schwedler griff der Feind mehrfach mit geringen Kräften den linken Flügel der 371. Inf.Div. ergebnislos an. Die 14. Pz.Div. verhinderte durch zusammengefasstes Feuer aller Waffen Versuche des Gegners, sich näher an die deutschen Stellungen heranzuschieben. Ein am Wolga-Ufer geführter russischer Vorstoß wurde abgewiesen.
Die feindl. Fliegertätigkeit war sowohl während der Nacht als auch tagsüber gering. In großer Höhe fliegende Flugzeuge warfen mehrfach Bomben auf das Pz.A.H.Qu. Plodowitoje ab.

Bei einem Besuch des Chefs Pz.A.O.K. 4 am 16.09. bei der 29. Inf.Div. (mot) und 14. Pz.Div. war bei letzterer auch die Frage "Herbstlaub" besprochen worden und in Verbindung damit die Möglichkeiten eines Einsatzes der 14. Pz.Div. oder überhaupt von Panzern auf dem Nordflügel der Gruppe v. Schwedler in der Gegend nördl. oder nordwestl. von Beketowka, falls die 94. Inf.Div. bei der 6. Armee verbleiben und nicht für "Herbstlaub" zur Verfügung stehen sollte.
Der Kommandeur der 14. Pz.Div. hielt den Einsatz von Panzern aus Gegend N.Pestschanka nach Süden wegen des Geländes und der starken Feindabwehr nicht für möglich, glaubte aber, dass ein Ansatz aus der Gegend Drei Hügelgrab auf Beketowka erfolgsversprechend sei.
In einem an den Chef Pz.A.O.K. 4 gerichtetes Schreiben vom 19.09. widerrief er indessen auf Grund neuester Aufklärungsergebnisse diese Ansicht und teilte mit, dass wegen dichter Feindbesetzung und eines starken Netzes von Artillerie und Panzerabwehrwaffen ein Ansatz von Panzerkräften dort ebenfalls unzweckmäßig sei. Am besten erfolge der Angriff von Westen her aus der Gegend südlich von Elchi auf Beketowka.
17.50 Uhr
Auf eine Anfrage der Heeresgruppe (Ia) hin meldete der Chef Pz.A.O.K. 4 gelegentlich der abendlichen Lageorientierung um 17.50 Uhr, dass als Gesamtzeit für "Herbstlaub" 8 – 10 Tage vorgesehen wären.
Vorschlag der Gruppe v. Schwedler für die 1. Phase von "Herbstlaub"
(Skizze mit Erläuterungen Anl. 543 C1)

Die Beschießung einzeln fahrender deutscher Fahrzeuge im Raume Ssadowoje – Chanata – Kettschener-Schebenery und südlich durch rumänische Sicherungseinheiten – als Folge angeblicher Verwendung deutscher Lkw und Uniformen durch russische Jagdkommandos – gab Veranlassung zur Einrichtung eines Sperrgebiets ostwärts der Straße Elista – Kettschener-Schebenery – Obilnoje – Ssadowoje.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 17.01.2014 - 09:58, insgesamt 4-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203007 | Verfasst am: 17.10.2013 - 07:26    Titel: Antworten mit Zitat

21.09.1942
Wetter: nachts starke Abkühlung; tagsüber zunächst stark bewölkt und kühl, von Mittag ab aufklärend, warm.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Während der Nacht vom 20./21.09. richtete der Gegner zwei in Batl.- bzw. Rgts.Stärke geführte Angriffe gegen die inneren Flügel der 371. Inf.Div. und 14. Pz.Div., die teils durch zusammengefasstes Feuer aller Waffen, teils im Nahkampf und Gegenstoß abgewiesen wurden. Ein erneuter Angriff am frühen Morgen des 21.09. blieb im deutschen Artilleriefeuer liegen. Die 14. Pz.Div. hatte außerdem noch einen Feindangriff gegen ihren linken Flügel auf Kuporoßnoje abzuwehren.
Nach diesen für ihn verlustreichen Kämpfen hielt der Gegner sich während des Tages zunächst zurück. Erst am späten Nachmittag erfolgte je ein neuer Vorstoß gegen die Mitte und linken Flügel der 14. Pz.Div. Der Russe griff dort entlang der Wolga mit Feuerunterstützung vom Ostufer her den Südteil von Kuporoßnoje an, er wurde überall abgeschlagen.
An der übrigen Front der Gruppe v. Schwedler sowie beim rum. VI. A.K. beschränkte sich die Kampftätigkeit auf Artillerie-Störungsfeuer.

Nach einer Mitteilung der 6. Armee war nicht damit zu rechnen, dass der Kampf um Stalingrad einschließlich der nördlichen Vororte vor Ende des Monats beendet sein würde. Es konnte als "Herbstlaub" keinesfalls vor 03. – 05.10. beginnen. Da der Feind vor der Front der Gruppe v. Schwedler sich fraglos geschwächt hatte und sich so günstige Möglichkeiten für Verbesserung der Ausgangsstellungen für "Herbstlaub" boten, wurde erwogen, sofort in einen begrenzten Vorstoß mit der 20. rum. Div. und der 297. Inf.Div. die Höhenlinie 102.2 – 125.5 – südwärts 102.3 zu gewinnen.
Der Oberbefehlshaber lehnte indessen diese Möglichkeiten ab, da er glaubte, dass die 20. rum. Inf.Div. keinen Erfolg erzielen werde, wie die Angriffshandlungen der Rumänen schon mehrfach bewiesen hätten, und dass dann die Gruppe v. Schwedler, mit 297. Inf.Div. allein vorgeschoben, feindlicher Flankierung auch von Süden ausgesetzt sein und damit unnötige Verluste haben würde. Der Geländegewinn sei unwesentlich und stehe in keinem Verhältnis zu dem Aufwand, den selbst nur ein Vorstoß mit schwächeren Kräften erfordere. An dem Gelingen des Vorstoßes als solchen wurde von keiner Stelle gezweifelt.

Der Verbindungsoffizier O.K.H. zum Pz.A.O.K. 4, Oberstleutnant i.G. Natzmer, übersandte dem O.K.H. im Einverständnis mit der Armee eine Zeit- und Kräfteberechnung für die Unternehmen "Herbstlaub" und "Fischreiher".
Bei der Zeitberechnung ergaben sich folgende früheste Termine:
Beginn des Angriffs der 6. Armee gegen den Nordteil Stalingrad: 23.09.,
Abschluss des Angriffs: Ende September,
Beginn des Angriffs "Herbstlaub": 03.10.,
Ende des Angriffs "Herbstlaub": 13.10.,
Beginn des Unternehmens "Fischreiher": 26.10.
Falls diese Termine innegehalten werden könnten, wäre eine Durchführung von "Fischreiher", die sich etwa bis Mitte November hinziehen würde, noch möglich, anderenfalls nicht.

Der Oberbefehlshaber brachte in einer für die Generalkommandos, Divisionen (einschließlich Panzer- und mot.Divisionen), Pz.Brigaden, Pz.Rgter. und selbständ. Abteilungen bestimmten Verfügung die bewährten Grundsätze über den Einsatz von Panzerverbänden in Erinnerung und gab dem Wunsch Ausdruck, dass in der 4. Pz.Armee nur nach ihnen verfahren werde.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:52, insgesamt 2-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203008 | Verfasst am: 17.10.2013 - 11:07    Titel: Antworten mit Zitat

22.09.1942
Wetter: während der Nacht starke Abkühlung bis 0 Grad, tagsüber wolkenlos, warm.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Während an der Nordfont des rum. VI. A.K. und vor der Gruppe v. Schwedler das Feindbild unverändert blieb, nahm in der tiefen Südostflanke der Pz.Armee die Tätigkeit des Gegners zu. Hier hatte die 4. rum. Div.während der Nacht vom 21./22.09. sowie am 22.09. mehrere feindliche Vorstöße nördlich Scharnud und 6 km ostwärts Schtscherbinin abzuwehren. Bei der 1. rum. Div. brach ein Feindangriff aus Bol.Tschapurniki im eigenen Abwehrfeuer zusammen.
Bei Gruppe v. Schwedler kam es wieder zu einem unbedeutenden Vorstoß gegen die 371. Inf.Div. Einige in der Bereitstellung erkannte Feindpanzer wurden durch Panzer der 14. Pz.Div. vernichtet. An der übrigen Front kam es zu beiderseitiger Stoßtrupptätigkeit, wobei die 371. Inf.Div. 6 km südostw. Tscherwlenorasnoje eine örtliche Stellungsverbesserung gelang.
Bombenabwürfe der feindl. Luftwaffe richteten sich gegen Versorgungskolonnen im Karpowka-Tal sowie gegen Pz.A.H.Qu. Plodowitoje.
17.00 Uhr
Der Kommandierende General des XXXXVIII. Pz.Korps trug dem Oberbefehlshaber seine Besorgnisse bzgl. der Wintervorbereitungen vor, der infolge der Ungewissheit über die weiteren Absichten nicht über genügendem Umfange eingeleitet und weitergeführt werden könnte. Insbesondere handelte es sich um die Frage der Einrichtung einer rückwärtigen Basis für Instandsetzung des Materials der Panzerverbände und die Zuteilung von Panje-Pferden, Schlitten usw. für die Wintermonate u.a.m.
Der Oberbefehlshaber konnte nur erwidern, dass auch dem Pz.A.O.K. 4 die Unterlagen hierfür einstweilen tatsächlich noch fehlten.
17.50 Uhr
Gelegentlich der Abendorientierung um 17.50 Uhr teilte der Ia der Heeresgruppe, Oberst i.G. Winter, dem Chef Pz.A.O.K. 4 mit, dass Erwägungen schwebten, die Operation "Herbstzeitlose" der 6. Armee vor der Operation "Herbstlaub" der 4. Pz.Armee durchzuführen und dazu auch noch die 14. Pz.Div. heranzuziehen und der 6. Armee zu unterstellen. Damit wären der 6. Armee 94. Inf.Div., 29. Inf.Div. (mot) sowie die 14. und 24. Pz.Div. zur Verfügung gestellt, sämtliche Divisionen, die die 4. Pz.Armee für "Herbstlaub" benötigte und die jetzt schon sehr geschwächt waren, geschweige denn nach Ablauf von "Herbstzeitlose". Die Heeresgruppe begründete die beabsichtigte Maßnahme damit, dass "Herbstzeitlose" eine größere Operation wäre, die schnelle Durchführung zum Erlangen der Winterstellung notwendig und schließlich nicht vorauszusehen sei, ob später die Durchführung nicht durch schlechtes Wetter beeinträchtigt würde. Der Chef Pz.A.O.K. 4 erwiderte, dass es sich auch bei "Herbstlaub" um den Gewinn von Winterstellungen handle und das Wetter genauso ausschlaggebend hierbei sei, wie bei "Herbstzeitlose". Im übrigen wurde die Überlegung dieser Erwägung zugesagt und Meldung an Heeresgruppe B am 23.09. vorgesehen.
Der Versuch einer fernmündlichen Darlegung der Bedenken durch den Oberbefehlshaber beim O.B. der Heeresgruppe scheiterte an diesem Abend durch die Störung der Fernsprechverbindung mit der Heeresgruppe.
Vom Verbindungsoffizier O.K.H. zum Pz.A.O.K. 4 wurde der Operationsabteilung des O.K.H. von der seitens der Heeresgruppe beabsichtigten Änderung der Reihenfolge von "Herbstlaub" / "Herbstzeitlose" Meldung erstattet und dabei auf die – von der 4. Pz.Armee aus gesehen – hierdurch entstehenden Nachteile hingewiesen, nämlich
1.) Erschwerung, wenn nicht gar Unmöglichmachung von "Fischreiher",
2.) Erschwerung und längere Dauer von "Herbstlaub"infolge noch weiterer Schwächung der Kampfkraft der Verbände des XXXXVIII. Pz.Korps durch die vorangegangene "Herbstzeitlose".

Vorschlag, nach Bereinigung Stalingrad die 6. Armee mit Durchführung "Herbstzeitlose" und "Herbstlaub" zu beauftragen und mit "Fischreiher" sobald als möglich zu beginnen.

Der Oberbefehlshaber wie in einem Erlass an die Kommandierenden Generale und Korück 593 auf die Notwendigkeit der Bekämpfung der irrigen Auffassung hin, dass bei den geringen Gefechtsstärken der Infanterie ein erfolgversprechender Angriff nicht mehr verlangt werden könne. Derartige Äußerungen seien meist durch eine gewisse Kriegsmüdigkeit älterer Offiziere begründet, denen der Blick für die großen Zusammenhänge dieses Krieges fehle. Der Oberbefehlshaber betonte, dass es Pflicht der Kommandeure sei, auf ihre Offiziere entsprechend einzuwirken und ihnen die Notwendigkeit des Ertragens von Entbehrungen und Opfern klarzumachen.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:52, insgesamt 2-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203009 | Verfasst am: 18.10.2013 - 18:00    Titel: Antworten mit Zitat

23.09.1942
Wetter: während der Nacht -5 Grad, tagsüber wolkenlos, warm.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Während der Nacht rege feindl. Fliegertätigkeit über den Nordabschnitt der Gruppe v. Schwedler mit Bombenabwurf und Bordwaffenbeschuss.
Beim rum. VI. A.K. wurde vor der Front der 4. Div. südostw. Scharnud laufende Verstärkung des Gegners beobachtet, die weitere Angriffe vermuten ließ. Tatsächlich erfolgte hier am späten Nachmittag ein von Artillerie unterstützter Feindangriff aus nördlicher Richtung auf Scharnud; er wurde abgewiesen. Gegen die 1. Div. richtete sich ein vergeblicher russischer Vorstoß in Komp.-Stärke aus Bol.Tschapurniki.
Auf dem Abschnitt der Gruppe v. Schwedler lag feindl. Artilleriefeuer wechselnder Stärke. Die eigene Artillerie zerschlug russische Bereitstellungen südl. Kuporoßnoje und beschoss erfolgreich Fabrikanlagen in Beketowka.
09.45 Uhr
Nach vielen vergeblichen Bemühungen kam um 09.45 Uhr eine Fernsprechverbindung zwischen den Oberbefehlshabern Pz.A.O.K. 4 und Heeresgruppe B zustande. Generaloberst Hoth meldete dem O.B. Heeresgruppe B, dass er schwere Bedenken wegen der jetzigen Verwendung der z.Zt. bei der 6. Armee eingesetzten Teile der 4. Pz.Armee habe. Dort solle jetzt die 94. Inf.Div. in den Verband Hube (XIV. Pz.Korps) treten, also völlig nach Norden verschoben werden. Sie entferne sich dadurch immer mehr von der 4. Pz.Armee, ihre Verwendung bei "Herbstlaub" sei damit kaum noch wahrscheinlich. Da inzwischen das Gen.Kdo. XXXXVIII. Pz.Korps ausgeschaltet sei, sei auch keine Stelle mehr da, die die Interessen der zur 4. Pz.Armee gehörigen Truppen wahrnehme; es sei zu befürchten, dass die 6. Armee sie völlig ausbrennen ließe. Damit werde aber die Durchführung von "Herbstlaub" in Frage gestellt. Generaloberst Hoth fragte in diesem Zusammenhang, wie sich die Heeresgruppe zu einem Antrag auf Überweisung eines Korps zur 6. Armee stellen würde. Er betonte, dass "Herbstlaub" keineswegs ein Spaziergang, sondern voraussichtlich eine recht schwierige Operation sein würde.
Auch zu der zeitlichen Verschiebung von "Herbstlaub" äußerte der O.B. Pz.A.O.K. 4 erhebliche Bedenken. Die jetzt an die 6. Armee gegebenen Verbände kämen dann erst sehr spät und in einer Form zurück, die wahrscheinlich eine Durchführung einer weiteren Operation überhaupt nicht mehr zuließe. Der Feind vor der Gruppe v. Schwedler verstärke sich, schon jetzt ständen 6 bis 7 Divisionen im Raum von Iwanowka – Beketowka. Außerdem müsse das Wetter berücksichtigt werden, das dann sicher schon sehr schlecht sein werde; für Panzer brauchten aber wir gutes Wetter! Generaloberst Hoth schlug vor, ihm, falls "Herbstlaub" verschoben werden müsse, die Verantwortung abzunehmen, alles unter einen Befehl, nämlich der 6. Armee, zu stellen und ihn mit der Durchführung von "Fischreiher" zu beauftragen.
In der Frage der Verwendung der von der 4. Pz.Armee kommenden Truppen bei der 6. Armee teilte Generaloberst Frhr. v. Weichs die Bedenken des O.B. Pz.A.O.K. 4 bis zu einem gewissen Grade. Zur Zeit aber wäre die Einnahme des Nordteils von Stalingrad die vordringlichste Aufgabe. Im übrigen wollte er sich das Ganze noch einmal überlegen und mit seinem Chef besprechen.
12.00 Uhr
Da beim Pz.A.O.K. 4 nicht der Eindruck bestand, dass der O.B. Heeresgruppe B die Ausführungen des Generalobersten Hoth voll verstanden hatte – die Verständigung war teilweise sehr schlecht gewesen –, flog um 12.00 Uhr der Chef Pz.A.O.K. 4 zur Heeresgruppe.
Zu den einzelnen von ihm vorgetragenen Punkten nahm Generaloberst Frhr. v. Weichs wie folgt Stellung:

1.) Pz.A.O.K. 4 hat Sorgen, dass 94. Inf.Div. und 24. Pz.Div. durch den z.Zt. laufenden Angriff der 6. Armee so geschwächt werden, dass sie für die Durchführung von "Herbstlaub" nicht mehr genügend kampfkräftig sind.Es ist rein menschlich, dass bei der 6. Armee wenig Interesse besteht, diese Truppen zu schonen, zumal sie unter ein fremdes Generalkdo. treten und das eigene Gen.Kdo. (XXXXVIII. Pz.Korps) mit einer Division zurückbleibt.Es ist verständlich, dass unter dieser Unterstellungsänderung auch die Leistungen leiden.
Antwort: Leuchtet voll ein, läßt sich aber nicht ändern, da Stalingrad genommen werden muß und andere Truppen nicht zur Verfügung stehen. Dass 6. Armee die Divisionen der 4. Pz.Armee besonders herannimmt und sie bewußt nicht schont, ist wohl nicht anzunehmen. Gen.Kdo. XXXXVIII. Pz.Korps wird nach Ansicht der Heeresgruppe bei 6. Armee tatsächlich nicht benötigt.

2.) "Herbstlaub" kann aber nicht von Verbänden durchgeführt werden, die durch die jetzt anlaufende Operation der 6. Armee noch mehr geschwächt werden, zumal die 297. und 371. Inf.Div. nur noch bedingt zu Angriffen geeignet sind. Es muß betont werden, dass "Herbstlaub" kein "kleines Unternehmen" ist. Es stehen uns dort 6 – 7 Feinddivisionen gegenüber, der Gegner hat seine Stellungen sehr stark ausgebaut; die Fabrikorte zu nehmen, wird bestimmt nicht einfach sein. (Hierzu gab Chef Pz.A.O.K. 4 noch besondere Erläuterungen an Hand der Planpausen "Feindlage und Feindbefestigungen".) Die Rumänen können am Angriff aus bekannten Gründen nicht beteiligt werden. Der Feind, der zumindest dauernd Ersatz zuführt und mit der Wolga im Rücken sich verteidigt, wird bestimmt sehr zäh kämpfen und sich bis zum letzten halten. Daher ist es notwendig, der Pz.Armee nach der Einnahme von Stalingrad neben der 94. Inf.Div., 24. Pz.Div. und 29. Inf.Div. (mot) mit Heerestruppen noch ein Korps der 6. Armee zuzuteilen, um "Herbstlaub" auch wirklich erfolgreich durchführen zu können.
Antwort: Sämtliche Gedanken finden volle Würdigung; es wird auch vom O.B. besonders betont, dass "Herbstlaub" gewiß nicht einfach sein wird. Aber außer den z.Zt. an die 6.Armee abgegebenen Truppen sei die Heeresgruppe nicht in der Lage, weitere Verbände hierfür zur Verfügung zu stellen.
Der Antrag der Pz.Armee müsse daher leider abgelehnt werden.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:53, insgesamt 2-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203011 | Verfasst am: 19.10.2013 - 13:05    Titel: Antworten mit Zitat

3.) Eine zeitliche Verschiebung von "Herbstlaub" bedeutet eine wesentliche Erschwerung dieser Operation. Der Feind hat weiter Gelegenheit, seine Kräfte zu verstärken (Zuführung von Ersatz) und das Gelände auszubauen. Das Wetter wird bei einer weiteren Hinausschiebung von "Herbstlaub" zu Gunsten von "Herbstzeitlose", deren Dauer dazu im Augenblick nicht abzusehen ist, sicher nicht besser, sondern aller Voraussicht nach wird inzwischen die Schlammperiode eintreten. Für den Einsatz des Panzerkorps brauchen wir aber gutes Wetter, und ohne das Panzerkorps ist "Herbstlaub" nicht durchzuführen. Die Armee beantragt daher die Durchführung der Operation "Herbstlaub" sofort nach der Einnahme von Stalingrad vorzusehen.
[Gestrichen wurde im letzten Satz der Schluss: und ihr dazu ein Korps der 6. Armee zu unterstellen.]
Antwort: Der Gedanke zur zeitlichen Verschiebung von von "Herbstlaub" zu Gunsten "Herbstzeitlose" stammt vom O.K.H., Op.Abt., und nicht von der Heeresgruppe und auch nicht von der 6. Armee. Die Heeresgruppe erkennt die Gründe, die für eine sofortige Durchführung von "Herbstlaub" (nach Erledigung Stalingrads) sprechen, voll an. Sie steht auf dem Standpunkt, dass "Herbstlaub" zur Erlangung günstiger Winterstellungen unter allen Umständen notwendig ist, während "Herbstzeitlose" dagegen notfalls entfallen kann, daher auf jeden Fall zuerst "Herbstlaub". Die Heeresgruppe wird sich in diesem Sinne bei O.K.H. einsetzen, das allein die Entscheidung hat, die allerdings nicht vor den 28.09. zu erwarten ist.

4.) Falls der Vorschlag, die bisher vorgesehene Folge der Operation beizubehalten, nicht genehmigt werden kann und zuerst "Herbstzeitlose" durchgeführt werden muß, bittet der Oberbefehlshaber, ihn von der Verantwortung für "Herbstlaub" zu entbinden, die gesamten Kräfte bis zur Karpowka der 6. Armee zu unterstellen, sodass diese dann auch die Operation "Herbstlaub" zu leiten hätte. Pz.A.O.K. 4 stände in diesem Falle sehr bald voll für Vorbereitung des Unternehmens "Fischreiher" zur Verfügung, das noch länger hinauszuschieben die vorgeschrittene Jahreszeit und auch die Feindlage verbieten.
Antwort: Dem Vorschlag des O.B. Pz.A.O.K. 4 auf Übertragung des Befehls auch über IV. A.K. an 6. Armee im Falle einer Verschiebung von "Herbstlaub" kann nicht näher getreten werden, da 6. Armee eine sehr breite Front hat mit vielen Aufgaben und nicht dazu auch noch die Verantwortung für diesen Abschnitt und "Herbstlaub" übernehmen kann.

5.) Eine Dehnung der Front der 297. Inf.Div. und 371. Inf.Div. und Herauslösen der 14. Pz.Div. zu Gunsten der 6. Armee ist nach der derzeitigen Feindlage ausgeschlossen. Der Gegner versucht immer wieder längs der Wolga durchzubrechen und hat hierzu fraglos im Raume Beketowka stärkere Kräfte versammelt. Wenn auch im Augenblick der Feind verhältnismäßig ruhig ist, so muß doch sehr bald mit weiteren stärkeren Angriffen gerechnet werden.
Antwort: Die Heeresgruppe sieht das nur bedingt ein. Man hält es für möglich, das IV. A.K. zu dehnen und die 14. Pz.Div. herauszulösen; da es aber voraussichtlich nicht zum Tragen kommt, wird nicht weiter auf diese Frage eingegangen.

6.) Pz.A.O.K. 4 beantragt ferner das Herausziehen der 29. Inf.Div. (mot), da diese so geschwächt ist, dass sie unbedingt einer Ruhe bedarf; die Division hat ein Drittel ihrer Gefechtsstärke verloren. Für das Unternehmen "Fischreiher" ist diese Division nur noch zu verwenden, wenn sie sofort zur Auffrischung zurückverlegt wird.
Antwort: 29. Inf.Div. (mot) wird sofort nach Erledigung von Stalingrad herausgezogen werden, aber hinter ihrer jetzigen Einsatzstelle bleiben müssen, da man nicht auf jede Reserve verzichten kann und die 29. Inf.Div. (mot) ja auch für "Herbstlaub" benötigt wird.

7.) Chef Pz.A.O.K. legte dann die eigene Lage dar unter besonderer Betonung des Südflügels (4. rum. Div.) und des Umstandes, dass die Pz.Armee über irgend welche Reserven nicht verfügt.

8.) Gedanken zum Unternehmen "Fischreiher": der Gegner ist seit kurzem sehr tätig vor der Front und in der Lücke zwischen 16. Inf.Div. (mot) und 4. Pz.Armee. Bisher sind alle Angriffe abgeschlagen worden; vor der Front der 16. Inf.Div. (mot) ist es z.Zt. etwas ruhiger, es muß aber mit einem Wiederaufleben der feindl. Angriffstätigkeit gerechnet werden. In der Lücke ist der Feind seit einigen Tagen sehr tätig. Der Russe hat nordostwärts Chalchutta stärkere ausgebaute Stellungen mit Front nach Norden, die mit einer Division besetzt sind und eine nahe Umfassung nicht zulassen. Im Raume westlich Astrachan befindet sich ein dicht ausgebautes Verteidigungssystem, an dem noch gearbeitet wird und in dem sicher zwei Divisionen (gute!) sowie eine Pz.-Brigade stehen. Das Unternehmen "Fischreiher", das zunächst als ein "Spaziergang" angesehen wurde, wird unter diesen Umständen zu einem schwierigen Kampf, der auch Zeit braucht. Darüber hinaus ergibt sich sogar die Frage, ab es mit zwei Divisionen (mot) überhaupt noch durchführbar ist, und ob nicht drei Divisionen und entsprechende Zahl von Heerestruppen benötigt werden.
Antwort: Die Heeresgruppe teilt voll die Auffassung des Pz.A.O.K. 4. Auch bei der Heeresgruppe hat man sich schon Gedanken gemacht, ob zwei Divisionen bei der jetzigen Feindlage ausreichen. Es wird diese Frage zu gegebener Zeit noch zu prüfen sein. Voraussichtlich stehen aber der Beteiligung einer weiteren Division Versorgungsschwierigkeiten entgegen.

9.) Schließlich weist der Chef Pz.A.O.K. 4 dem Ia der Heeresgruppe an Hand einer entsprechenden Zusammenstellung auf die sehr ungleiche Verteilung der Heerestruppen hin, die den Aufgaben der 4. Pz.Armee in keiner Form entspricht.
Antwort: Die Verteilung der Heerestruppen erfolgt nach der Einnahme von Stalingrad neu. Die 4. Pz.Armee wird dann die benötigten Verbände bekommen.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203018 | Verfasst am: 20.10.2013 - 11:44    Titel: Antworten mit Zitat

24.09.1942
Wetter: nachts Temperaturen um 0 Grad, tagsüber wolkenlos, warm, leichter Wind.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Während der Nacht wieder die übliche feindliche Fliegertätigkeit mit Bombenabwürfen und Bordwaffenbeschuß über den Nordabschnitt der Gruppe v. Schwedler.
Das Feindbild war im allgemeinen unverändert.
Beim VI. rum A.K. setzte der Gegner sich, nachdem er in der Nacht noch vergeblich einen Vorstoß südl. Scharnud – sowie einen weiteren aus Bol.Tschapurniki – unternommen hatte, im Laufe des Vormittags vor den Südabschnitt der 4. rum. Div. südl. und südostw. Scharnud ab. Rumänische Stoßtrupps hielten mit den russischen Nachhuten noch Fühlung.
An der Front der Gruppe v. Schwedler versuchte der Gegner nach ruhigem Verhalten während des Tages nach Einbruch der Dämmerung schwächere Angriffe, vermutlich Erkundungsvorstöße, durchzuführen und zwar bei 20. rum. Div. gegen die Höhe 7 km nordostw. Plantator, bei 371. Inf.Div. in Gegend 5 km südlich Tscherwlerasnoje und bei der 14. Pz.Div. – nach lebhafter Artillerie-Vorbereitung zum Teil schweren Kalibers – entlang der Wolga. Er wurde überall abgewiesen.
11.30 Uhr
Um 11.30 Uhr rief der Ia. der 16. Inf.Div. (mot) an und meldete, dass der Gegner die bei Chalchutta stehenden Teile der Division sehr stark angegriffen habe. Der Angriff sei zwar im wesentlichen bereits verlustreich abgeschlagen worden und die Lage werde bald wieder völlig bereinigt sein, aber auch die eigenen Verluste wären erheblich. Auf die Dauer sei dieser Zustand unmöglich. Entweder müsse die Division mit starken Teilen vorgehen und ganz in der jetzigen Vorpostenstellung eingesetzt werden, oder aber sie müsse sich absetzen und die Gegend Chalchutta aufgeben. Die Entscheidung sei natürlich nur im Zusammenhang mit "Fischreiher" zu treffen. Die Division habe sie bei der Heeresgruppe beantragt.
16.55 Uhr
Die Entscheidung der Heeresgruppe , von der Pz.A.O.K. 4 durch einen 16.55 Uhr einlaufenden Fernspruch Kenntnis erhielt, erging in dem Sinne, das zwar der der Division am 29.08. gestellte Auftrag – Sicherung des
Gebietes zwischen den Heeresgruppen A und B durch rege, kampfkräftige Aufklärung aus dem Gebiet um Ulan Erge – Elista in beweglich zu haltender Kampfführung [vergl, Anl. 471 (C1)] – bestehen blieb, der Kampf um Chalchutta aber nur im Rahmen dieses Auftrages geführt werden sollte. Die Masse der Division dürfe dort für längere Zeit nicht festgelegt werden.
17.45 Uhr
Gelegentlich der Abendorientierung teilte indessen der Ia der Heeresgruppe dem Chef Pz.A.O.K. 4 um 17.45 Uhr mit, dass das OKH nach anfänglich gegenteiliger Ansicht nunmehr doch befohlen habe, dass die 16. Inf.Div. (mot) ihre vorgeschobene Linie halten solle. Zu ihrer Entlastung sollten die Rumänen sich noch weiter nach Süden ausdehnen. Wie Oberst i.G. Winter sagte, war die Heeresgruppe sich selbst darüber klar, dass dies unmöglich war. Sie würde eine dementsprechend vorsichtig gehaltene Weisung schicken.
19.45 Uhr
Diese – an die 16. Inf.Div. (mot) gerichtet, dem Pz.A.O.K. 4 nachrichtlich durch Fernschreiben übermittelt, – traf um 19.45 Uhr ein und besagte, dass Chalchutta gemäß Weisung OKH als vorgeschobene Absprungbasis für "Fischreiher" durch 16. Inf.Div. (mot) zu halten sei. Der am 29.08. für die 16. Inf.Div. (mot) erteilte Aufklärungsauftrag sollte im Rahmen des noch Möglichen bestehen bleiben.
22.00 Uhr
Um 22.00 Uhr traf die Meldung der 16. Inf.Div. (mot) ein, dass die Lage bei Chalchutta bereinigt, die alten Stellungen wieder in eigener Hand und der Feind in seine Ausgangsstellungen zurückgegangen sei.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:53, insgesamt 2-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203019 | Verfasst am: 20.10.2013 - 11:46    Titel: Antworten mit Zitat

25.09.1942
Wetter: zunehmende Erwärmung, wolkenlos.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Nach ruhig verlaufener Nacht fanden auch während des Tages im ganzen Armeebereich keine besonderen Kampfhandlungen statt.

Der Oberbefehlshaber sprach in einem an den Kommandierenden General des VI. rum. A.K. gerichteten Schreiben der 4. rum. Div., die in den Kämpfen der letzten Tage alle Feindangriffe erfolgreich abgeschlagen,
ihre Stellungen ausnahmslos gehalten und den Gegner nicht nur zum Einstellen seiner Angriffe, sondern sogar zum Absetzen in Stellungen ostwärts der Seen- und Sumpflinie gezwungen hatte, seine ganz besondere Anerkennung aus.
Der O.B. wies bei dieser Gelegenheit auf kampfkräftige Aufklärung zur Beibehaltung der Fühlung mit dem Feind sowie auf dauernde Aufrechterhaltung der Verbindung mit der 16. Inf.Div. (mot) hin, damit Überraschungen aus dieser Richtung nach Möglichkeit ausgeschlossen blieben.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:54, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203023 | Verfasst am: 21.10.2013 - 07:04    Titel: Antworten mit Zitat

26.09.1942
Wetter: wolkenlos, warm.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Während der Nacht vom 25.09./26.09. wehrte die 4. rum. Div. Vorstöße des Gegners gegen die Höhe 14 km südostw. Ssadawoje und aus Ungn-Terschatschi heraus ab. Von Bol.Tschapurniki richtete der Feind nach Süden einen von zwei Kompanien geführten Angriff gegen die 1. rum. Div. Nach den anfänglichen Meldungen des VI. rum. A.K. wurde er abgewiesen; später stellte sich indessen heraus, dass die Rumänen etwa 300 m an Boden verloren hatten. Vorstöße starker Stoßtrupps (in Komp.-Stärke) aus Bol.Tschapurniki nach Südwesten mit starker Feuerunterstützung gegen den rechten Flügel der 2. rum. Div. wurden abgewehrt.
Während des Tages herrschte an der Front des VI. rum. A.K. Ruhe.
Bei der Gruppe v. Schwedler erfolgte nach dem dahin bisher ruhigen Tagesverlauf während des Spätnachmittags ein Angriff gegen die Front der 371. Inf.Div. und 14. Pz.Div. im Abschnitt 4 km südostw. Tscherwlenorasnoje – 1 km südwestl. Kuporoßnoje. Er wurde durch einen kurzen Artillerie- und Raketengeschützfeuerschlag vorbereitet und von mehreren Panzern sowie durch Tiefflieger unterstützt, brach aber im deutschen Abwehrfeuer zusammen. Eine Wiederholung gegen 22.00 Uhr blieb ebenso erfolglos.
12.35 Uhr
Gelegentlich der Mittagslageorientierung um 12.35 Uhr bat der Chef Pz.A.O.K. 4 den Ia Heeresgruppe B, dass, nachdem grundsätzlich festgesetzt wäre, dass 16. und 29. Inf.Div. (mot) auf Kosten anderer Schneller Verbände für "Fischreiher" aufgefrischt werden sollten, bald angegeben würde, welche Verbände hierzu bestimmt würden, damit entsprechende Vorbereitungen getroffen werden könnten. Die Durchführung komme aber erst nach Beendigung der Einnahme Stalingrads in Frage. Im übrigen ließ der Oberbefehlshaber melden, dass bei Auffrischung der 16. und 29. Inf.Div. (mot) diese beiden Divisionen für "Fischreiher" genügen würden, da für eine dritte kein Platz sei.

Bei Erwägungen zwischen Oberbefehlshaber und dem Chef Pz.A.O.K. 4 über die Operation "Herbstlaub" kam zur Sprache, ob es nicht zweckmäßig sei, starke Teile des Panzerkorps, wenn es die Lage nur irgend gestatte, nach Gewinnen des Höhenrandes von Staraja Otrada auf Krassnoarmejsk vorstoßen zu lassen, um den Russen sowohl ein Ausweichen nach Osten als auch die Zuführung von Verstärkungen unmöglich zu machen. Gelang dieser Vorstoß überraschend, so konnte es möglich sein, die ganze Operation in wesentlich kürzerer Zeit zum Abschluß zu bringen. Es blieb abzuwarten, wie sich bis zum Beginn von "Herbstlaub" die Lage im Raume Krassnoarmejsk – Höhengelände westlich davon noch entwickelte.
Voraussichtliche Zeitberechnung für "Herbstlaub":
X Tag: Einnahme von Stalingrad
X + 1. oder X + 2. Tag: Heranziehen der 24. Pz.Div. und 94. Inf.Div.
X + 3. bis X + 5. Tag: Ruhe 24. Pz.Div. und 94. Inf.Div.
X + 5. zu X + 6. Tag: Ablösung 14. Pz.Div. durch 94. Inf.Div. Ablösung 297. Inf.Div. durch 29. Inf.Div. (mot)
X + 6. zu X + 7. Tag: Bereitstellung 14. und 24. Pz.Div.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:54, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203024 | Verfasst am: 21.10.2013 - 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

27.09.1942
Wetter: nach kühler Nacht sonnig und warm.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Die Nacht vom 26./27.09. verlief unter reger Gefechtstätigkeit. Beim rum. VI. A.K. hatte die 1. Div. südl. von Bol. Tschpurniki einen Feindvorstoß in Kompanie-Stärke abzuwehren. Einen gegen den rechten Flügel der 2. Div. geführter stärkerer Angriff aus Bol.Tschapurniki führte zu wechselvollen Kämpfen, die auch noch während des ganzen Tages anhielten; bei ihren Abschluß war indessen die H.W.L. überall wieder im Besitz der Rumänen.
Bei der Gruppe v. Schwedler setzten die Russen nach ihren vergeblichen Bemühungen am 26.09. ihre Angriffe gegen den Nordabschnitt nur noch mit schwächeren Kräften fort, sie wurden aber trotz Unterstützung durch starkes Artl.-Feuer, auch schweren Kalibers, von 371. Inf.Div und 14. Pz.Div. wieder restlos abgeschlagen.
Während dieser nächtlichen Angriffe entfaltete der Feind eine ununterbrochene Fliegertätigkeit mit Bombenwürfen und Bordwaffenbeschuß auf die vordere Linie und die Artilleriestellungen. Mit Tagesanbruch ließ die russische Fliegertätigkeit nach.
Während des Tages kam es beim rum. VI. A.K. zu keinen besonderen Kampfhandlungen. Im Abschnitt der Gruppe v. Schwedler brach ein um 16.00 Uhr gegen den linken Flügel der 371. Inf.Div. gerichteter russischer Angriff im Abwehrfeuer aller Waffen zusammen. Ein erneuter nach kurzer Artl.- und Raketengeschütz-Vorbereitung geführter Vorstoß wurde im Keime erstickt.
Nach einem Befehl der Heeresgruppe B sollte mit dem 28.09., 00.00 Uhr das XXXXVIII. Pz.Korps mit 29. Inf.Div. (mot) und 71. Inf.Div., die mit gleichem Zeitpunkt dem Panzerkorps unterstellt wurde, taktisch unter den Befehl des Pz.A.O.K. 4 treten, das dabei den Abschnitt bis zum Städtischen Kraftwerk an der Wolga zu übernehmen hatte.
14.10 Uhr
Pz.A.O.K. 4 übertrug um 14.10 Uhr dem XXXXVIII. Pz.Korps die Aufgabe, die Sicherung der Wolga zwischen Kuporoßnoje einschl. und dem Städt. Kraftwerk Stalingrad ausschl. zu übernehmen. Die 29. Inf.Div. (mot) war aus der Front zu lösen und im Raume Zybenka – Ausweichstelle Bassaguno – Star.Rogatschik unterzubringen.
09.00 Uhr
Der Chef Pz.A.O.K. 4 teilten den Chefs der Generalstäbe IV. A.K. und XXXXVIII. Pz.Korps durch Fernschreiben um 09.00 Uhr mit, dass Generaloberst Halder seine Geschäfte als Chef des Generalstabes des Heeres am 24.09. abgegeben und dass der Führer mit dem Gleichen Zeitpunkt den General d.Inf. Zeitzler zum Chef des Generalstabes des Heeres ernannt habe.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:55, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203025 | Verfasst am: 21.10.2013 - 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

28.09.1942
Wetter: nachts kühl, tagsüber warm, sonnig.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Während der Nacht kam es im Abschnitt der Gruppe v. Schwedler zu mehreren Feindvorstößen bis zu Komp.-Stärke gegen 297. Inf.Div. und 371. Inf.Div.; sie blieben sämtlich für den Gegner erfolglos. In dem um Mitternacht neu zur Armee getretenen Abschnitt des XXXXVIII. Pz.Korps hatte die 71. Inf.Div. einen Versuch des Feindes abzuwehren, mit mehreren Booten 400 m nördl. der Zarizu-Mündung das Westufer der Wolga zu erreichen.
Tagsüber kam es im ganzen Armeebereich außer beiderseitigem Artl.- und Granatwerferstörungsfeuer und Abwehr eines feindl. Stoßtruppunternehmens gegen den rechten Flügel der 20. rum. Div. zu keinen besonderen Kampfhandlungen.
Das Feindbild war unverändert. Vor der Mitte der Ostfront des rum. VI. A.K. wurden Bewegungen von mot-Einheiten erkannt. Hiernach sowie nach Aussagen von Überläufern des russ. 373. mot-Bataillons war mit Angriffsabsichten des Gegners in diesem Abschnitt zu rechnen.
Die sehr beträchtlichen Verluste der 29. Inf.Div. (mot) an Offizieren und Mannschaften veranlaßte das Pz.A.O.K. 4, alle Maßnahmen zu ergreifen, dieser Division zu helfen, zumal für 108 Offz.-Fehlstellen zunächst nur 38 als Ersatz angemeldet waren und für die Ausfüllung der Fehlstellen an Unteroffizieren so gut wie gar kein Ersatz eintreffen sollte. Im Zuge dieser Maßnahmen gab das Pz.A.O.K. 4 fünf Offiziere seines Stabes frei, davon werden zwei unmittelbar in die fechtende Truppe, drei zu den Versorgungstruppen der 29. Inf.Div. (mot) versetzt, um mit ihnen junge Offiziere, die sich dort befanden, für die fechtende Truppe frei zu machen. Ferner würden aus den Inf.-Divisionen des IV. A.K. 20 bis 30 Gefreite und Obergefreite herausgezogen und der 29. Inf.Div. (mot) zur Verwendung als Gruppenführer zur Verfügung gestellt.
Ein Freimachen von Unteroffizieren und Mannschaften des Stabes des Pz.A.O.K., von denen etwa 30 bis 40 durch Kriegsgefangene ersetzt und der fechtenden Truppe zur Verfügung gestellt werden könnten, wurde zunächst nur vorbereitet. Eine endgültige Lösung sollte erfolgen, sobald die weitere Verwendung von Pz.A.O.K. 4 feststand.
Ferner stellte Pz.A.O.K. 4 aus den gleichen Gründen einen Antrag auf Auflösung eines Teils der Höh.Arko- und Arko-Stäbe sowie der Brigadestäbe bei den Panzer-Divisionen.

Bei der abendlichen Lageorientierung der Heeresgruppe brachte der Chef Pz.A.O.K. 4 zur Sprache, dass anscheinend nun doch geplant sei, die Operation "Herbstzeitlose" der 6. Armee vor der Operation "Herbstlaub" der 4. Pz.Armee durchzuführen (siehe Aufzeichnungen vom 22. und 23.09.). Die Armee entnahm diese Absicht Äußerungen des Oberbefehlshabers der 6. Armee gegenüber dem O.B. Pz.A.O.K. 4. Der Ia der Heeresgruppe erwiderte, dass es der Wunsch des Führers und dementsprechend die Absicht der Heeresgruppe sei, zuerst "Herbstzeitlose" anzuordnen. Der Chef Pz.A.O.K. machte demgegenüber aufmerksam, dass der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B beim Vortrag am 23.09. geäußert habe, er sehe vollkommen ein, dass "Herbstlaub" vorgehe, ja das schlimmstenfalls "Herbstzeitlose" entfallen könne. Oberst i.G. Winter antwortete, die Entscheidung sei noch nicht gefallen, aber wenn die endgültige Einnahme Stalingrads schnell gehe, würde sicher "Herbstzeitlose" zuerst angeordnet werden. Der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe werde dem Oberbefehlshaber der 4. Pz.Armee noch vor der endgültigen Entschlußfassung noch dazu sprechen.
Als Absicht der Pz.Armee wurde der Heeresgruppe B um 23.15.Uhr Beginn des Herausziehens der 29. Inf.Div. (mot) und Erweiterung des Abschnitts der 71. Inf.Div. bis zum Südrand Kuporoßnoje gemeldet; das Herausziehen der 29. Inf.Div. (mot) sollte voraussichtlich am Abend des 30.09. beendet sein.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:55, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203028 | Verfasst am: 22.10.2013 - 07:33    Titel: Antworten mit Zitat

29.09.1942
Wetter: nach kalter Nacht allmähliche Erwärmung, sonnig, zeitweilig Sandstürme.
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Der – an und für sich erwartete – feindl. Angriff gegen die Ostfront der Pz.Armee sollte schneller als erwartet einsetzen. In den frühen Morgenstunden des 29.09. stieß der Russe in zunächst noch nicht genau festzustellender, aber auf jeden Fall erheblicher Stärke und unter Einsatz von Panzern und mot.-Truppen an mehreren Stellen gegen die Front der 4. und 1. rum. Div. vor. Bei der 4. rum. Div. gelang es ihm in die Front ostw. Ssadowoje einzubrechen, diesen Ort zu nehmen und darüber hinaus nach Westen vorzudringen.
Auf dem Südflügel der Division war die Lage zunächst noch ungeklärt. Bei der 1. Div. nahm der Gegner Semkin und Zaza, ging aber aus nicht ersichtlichen Gründen zunächst nicht weiter vor; die eigene Linie verlief hier in den Vormittagsstunden von der Nordspitze des Barmanzak-Sees westlich an Semkin vorbei zur Höhe 3 km südl. Zaza, im übrigen wurden die bisherigen Stellungen gehalten.
Das VI. rum. A.K. befahl der 4. Div., bei Ssadowoje mit den noch verfügbaren Kräften abzuriegeln. Die 1. Div. sollte mit einem Jäger-Rgt. aus Gegend nordwestl. Semkin einen Gegenangriff gegen die dortige Einbruchstelle führen.
06.30 Uhr
Das Pz.A.O.K. 4, das die erste Meldung von dem russischen Angriff um 06.30 Uhr durch das deutsche Verb.Kdo. 16 erhielt, mußte angesichts der bereits jetzt zutage getretenen geringen Widerstandsfähigkeit zum mindestens von Teilen des rum. Korps die Lage als sehr ernst ansehen und damit rechnen, dass der Feind auch bei Semkin und Zaza weiter die Initiative an sich riß und das es ihm auch gelang, auch hier eine größere Lücke in die neu gebildete Front zu schlagen und schließlich die gesamten rückwärtigen Verbindungen der Armee zu stören. Wenn es sich anscheinend beim Gegner zunächst auch gar nicht um eine größere Operation, als vielmehr um Störungs- und Entlastungsangriffe handelte, so war es doch bei der ganzen Veranlagung und angesichts des mangelnden Angriffswillens der Rumänen nicht möglich, mit ihnen allein die Lage wieder herzustellen und weitere Feindangriffe abzuwehren. Der Oberbefehlshaber ordnete daher an, dass die Gruppe v. Schwedler, sofort beginnend, die 14. Pz.Div. herauslösen sollte; eine Kampfgruppe war noch an diesem Tage zur Verfügung der Armee in den Raum Tinguta in Marsch zu setzen. Die Masse der Division sollte am nächsten Tage nachgezogen werden. Die Pz.Armee wollte nach endgültiger Versammlung der 14. Pz.Div. im Raume von Tinguta diese je nach Entwicklung der Lage zur Wiederinbesitznahme der alten Stellungen und zum Wiedervorführen der Rumänen in diese einsetzen.
11.11. Uhr
Ein entsprechender Befehl erging um 11.11 Uhr.
Übrigens war der Gedanke des Herausziehens der 14. Pz.Div. vom Oberbefehlshaber und Chef bereits am 27. und 28.09. erwogen worden, als sich die Anzeichen für einen bevorstehenden Angriff gegen die Ostfront der Armee verdichtet hatten, mit dessen Beginn aufgrund der Gefangenen- und Überläuferaussagen nicht vor dem 30.09. gerechnet worden war.
11.45 Uhr
Der Oberbefehlshaber faßte den Entschluß zum Herauslösen der 14. Pz.Div. nur schweren Herzens. Er war sich voll darüber klar, dass dieser Entschluß kühn war und wenn der Feind die nun sehr geschwächte Nordfront des IV. A.K. angreifen sollte, dort nicht die geringsten Reserven zur Verfügung standen. Aber im Hinblick auf die Lage beim VI. rum. A.K., die im Augenblick durchaus sehr ernst angesehen werden muß, gab es eine andere Lösung nicht.
Gelegentlich der Lageorientierung um 11.45 Uhr erkundigte sich der Chef der Heeresgruppe, General v. Sodenstern, danach, was Pz.A.O.K. 4 als Ziel des russischen Angriffs annehme: ob vom Gegner ein größerer Schlag oder nur die Gewinnung der Seenlinie als günstige Winterstellung beabsichtigt sei. Der Chef Pz.A.O.K. 4 meldete, dass mit der Absicht einer größeren Unternehmung gerechnet werden müsse; Überläufer hätten ausgesagt, dass der Angriff in den Rücken der Rumänen führen solle.
Mit den Einsatz der 14. Pz.Div. erklärte sich General v. Sodenstern durchaus einverstanden.
Im Abschnitt der 4. rum. Div. drehte der über Ssadowoje vorgedrungene Gegner nach Erledigung des letzten rumänischen Widerstandes nach Norden ein, stieß in Richtung auf Höhe 10 km südl. Tundutowo vor und wandte sich von hier gegen den Rücken der noch bei Mal.Derbety mit Front nach Osten stehenden rumänischen Kräfte. Erst südl. Tundutowo gelang es diesen Angriff zum Stehen zu bringen. Die war in der Hauptsache dem deutschen Verbindungsoffizier bei der 4. rum. Div. sowie dem vom Pz.A.O.K. 4 dorthin entsandten 3. Gen.St.Offz., Major i.G. Troitzsch, zu verdanken, die an Ort und Stelle alle noch verfügbaren rumänischen Kräfte zusammenfassten und mit ihnen am Abend begannen, südlich und südwestlich Tundutowo am Almata-Abschnitt eine neue Abwehrfront aufzubauen. Die rumänische Führung sowohl bei der 4. Div. wie auch beim Korps versagte bzw. war so gut wie ausgeschaltet. Es blieb dem Pz.A.O.K. nichts anderes übrig, als immer wieder einzugreifen, unmittelbar Anordnungen zu geben, ja selbst einzelne Bataillone zu führen.

Fortsetzung folgt.
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 29.10.2013 - 10:55, insgesamt 4-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » militärische Operationen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9  Weiter
Seite 1 von 9

Druckversion

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.