4. Panzerarmee/Pz.AOK 4 - KTB vom 16.09. - 31.12.1942
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BeitragBeitrags-Nr.: 203743 | Verfasst am: 20.04.2014 - 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

17.12.1942
Wetter: leichter Frost.
Wegeverhältnisse: durch anhaltenden Frost gut.
Im Abschnitt der 16. Inf.Div. (mot) keine besonderen Kampfhandlungen. Lebhaftere Feindbewegungen vor Nordostfront lassen Ablösungen vermuten. Im Raume südlich der Straße Utta – Jaschkul und um Tschaptschatschi mot. Aufklärungstätigkeit des Gegners.
Rumänisches A.O.K. 4 hat mit rum. VII. A.K. weitere Sicherungen auf Höhengelände 7 km nordwestlich Werschin Ssal vorgetrieben und Verbindung zu Gruppe Popescu in Gegend 6 km ostwärts Scharnutowskij hergestellt.
Gruppe Popescu nahm Molkerei 10 km nordostwärts Scharnutowskij (Karte 1:100.000) und steht mit Anfang 3 km südlich Shutow 2.
VI. rum. A.K. übernahm Sicherung der Westflanke durch Besetzen der Orte Werch., Jablotschnij, Ssafrokow, Nishne Jablotschnij und Werchne Kurmojarskij.
LVII. Pz.Korps: 23. Pz.Div. hat erneuten Angriff einer durch eine Pz.Brigade verstärkten, neu herangeführten Schützen-Division gegen den Brückenkopf Krugljakow von Nordosten unter hohen blutigen Verlusten für den Gegner abgewehrt und den Brückenkopf im Gegenangriff nach Nordosten erweitert.
Die unter Oberst v. Hünersdorff zusammengefassten Panzerkräfte des LVII. Pz.Korps haben die mit starken Panzerkräften besetzten Höhenstellungen südostwärts und südlich Werchne Kumskij im Vorstoß von Schesstakow durchbrochen und von Osten her aufgerollt. Infolge überlegener Panzerabwehr bei Werchne Kumskij – Sagotskot (1:100.000) gelang es nicht, Werchne Kumskij zu nehmen. Die Panzer mussten in die Ausgangsstellungen zurückgenommen werden. Zum Festhalten und Ausweiten des Panzererfolges fehlte die anderen Waffengattungen.
17. Pz.Div. hat in überraschendem Vorstoß aller Waffen von Werchne Jablotschnij aus Übergang über Aksaj-Abschnitt bei Generalow gewonnen und Brückenkopf gebildet.

An allen Erfolgen des LVII. Pz.Korps nahm das IV. Fliegerkorps durch vorbildlichen Einsatz seiner Kräfte starken Anteil.

XXXXVIII. Pz.Korps: Bei 384. Inf.Div. keine besonderen Kampfhandlungen. Front der 336. Inf.Div. griff Feind am Morgen mit starker Panzer- und Artillerieunterstützung aus Ssularskij an. Nach hartem Kampf wurde der Angriff abgewiesen.
Im weiteren Verlauf des Tages gelang es stärkerem, von Panzern unterstütztem Feind, nachdem die eigene Panzerabwehr zerschlagen war, die Höhe 3 km nordwestlich Lißenkoj zu nehmen, Einbruch wurde abgeriegelt, 18 Feindpanzer abgeschossen.
Im Abschnitt der Gruppe v. Stumpffeld wurden zwei Feindangriffe in Stärke von etwa ein Bataillon mit fünf Panzern aus Nishne Kalinowskij nach Südosten und aus Tschuwilenskij nach Süden abgewehrt.
Aus der Feindlage und den eigenen Absichten entwickelte sich der Einsatzplan für den 18.12. wie folgt:
In einem Ferngespräch zwischen den Chefs der Heeresgruppe und des Pz.A.O.K. 4 äußert ersterer Bedenken, dass sich die Pz.Armee vielleicht am Myschkowa-Abschnitt, wo mit starkem Feind zu rechnen ist »festboxt«. Chef Pz.A.O.K. 4 gab die dem Pz.A.O.K. aus dem Sommerfeldzug bekannten schwierigen Geländeverhältnisse an diesem Abschnitt zu, betonte aber, dass trotzdem der Oberbefehlshaber entschlossen sei, auf ein Ausholen über Aksaj – das gestern vom Feldmarschall vorgeschlagen wurde – zu verzichten. Die Lage verlangt, dass die 4. Pz.Armee baldigst weiter nach Norden Raum gewinnt, um die Verbindung zur 6. Armee herzustellen. Ein Ausholen über Aksaj, das überdies die Gefahr in sich birgt, dass die ausholenden Kräfte dort vom Feind gebunden und von ihrer eigentlichen Aufgabe abgezogen werden, ist viel zu zeitraubend.
In einem Ferngespräch Chef des Stabes Pz.A.O.K. 4 und Chef LVII. Pz.Korps wurde gegen 15.30 Uhr erörtert, Angriff des Korps morgen zunächst nur mit 6. und 17. Pz.Div. von Schesstakow – Saliwskij – Werchne Kumskij Richtung Wassilewka – Iwanowka vorzutragen. Grund: Für die 23. Pz.Div. sehr schwierig aus Loch bei Krugljakow anzugreifen. Werchne Kumskij soll heute bei Dunkelheit von den Grenadieren der 17. Pz.Div. genommen werden.
Um 19.40 Uhr meldet Chef des Stabes LVII. Pz.Korps inzwischen bekannt gewordene starke Verluste bei Kampf um Werchne Kumskij. Er hält für morgen als Erstes gemeinsamen Angriff 17. Pz.Div. und 6. Pz.Div. auf Werchne Kumskij für erforderlich. 17. Pz.Div. sei allein zu schwach hierfür.
In einem die Absichten für morgen abschließenden Ferngespräch O.B. und Kommandierender General LVII. Pz.Korps wurde festgelegt: Schwerpunkt morgen zunächst Werchne Kumskij. Örtliches Zusammengreifen der dort angesetzten Kräfte. Keine Panzerschlacht. Korps greift mit allen Waffen an. Tempo angibt 17. Pz.Div. Lage für das Korps ungewöhnlich günstig, weil Kräfte zusammengefasst. Erforderlich morgen ganz straff zu führen. Wesentlich den Myschkowa-Abschnitt zu gewinnen auf 6. Armee zu, die dann vielleicht schon antreten kann.
Beim XXXXVIII. Pz.Korps entfällt der für morgen beabsichtigte Gegenangriff zur Wiedergewinnung der Brücke Werchne Tschirskaja auf Bitten des XXXXVIII. Pz.Korps, das morgen größeren Angriff der Russen erwartet und 11. Pz.Div. nicht einseitig festlegen will. Heeresgruppe billigt diese Maßnahme, der Angriff soll erst im Zusammenhang mit dem Ausbruch der 6. Armee aus dem Kessel heraus erfolgen. Dabei kommt in Aussprache mit Chef H.Gr. Don das Ziel des Gegenstoßes des XXXXVIII. Pz.Korps zur Sprache.
Heeresgruppe hat Wiedergewinnung der Linie Rytschow – Jeritzkij (1:100.000) gefordert. Dieser Forderung kann im Hinblick auf den Mangel an Kräften nur Rechnung getragen werden, wenn in der Abwehr in der neuen Linie 11. Pz.Div. in vorderer Linie belassen wird. Ohne diese einzusetzen, ist es ausgeschlossen, die neue H.K.L. zu halten. Diese klare Erkenntnis, die auch der O.B. von seinem Besuch beim XXXXVIII. Pz.Korps mitbringt, wird der Heeresgruppe vorgetragen und um Entscheidung gebeten. Die Entscheidung wird zunächst nicht gefällt, da ja der Angriff aufzuschieben ist.

Das XXXXVIII. Pz.Korps erhält für den 18.12. den Befehl, im Angriff mit begrenzten Ziel Höhe 106.6 – 94.0 und den Höhenrand südlich Ostrowskoj zu gewinnen, um Einwirkung gegen die feindlichen Angriffsvorbereitungen in diesem Abschnitt zu erhalten. [Anl. 783 (C1)]

Die rumänischen Verbände der Armee werden am 18.12. weiter zur Ablösung von deutschen Sicherungsteilen herangezogen.
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BeitragBeitrags-Nr.: 203747 | Verfasst am: 23.04.2014 - 08:52    Titel: Antworten mit Zitat

18.12.1942
Wetter: bedeckt, Frost.
Straßen- und Wegezustand: teilweise stark vereist; bei XXXXVIII. Pz.Korps für Kettenfahrzeuge schwer befahrbar.
Im Laufe der Nacht vom 17./18.12. erfolgten 12 Feindeinflüge mit Bombenabwürfen bei LVII. Pz.Korps und XXXXVIII. Pz.Korps.
Beim LVII. Pz.Korps wehrte die 23. Pz.Div. einen Feindangriff gegen den Brückenkopf Krugljakow verlustreich für den Gegner ab.
Auf dem linken Flügel des XXXXVIII. Pz.Korps wurde bei Gruppe v. Stumpffeld ein in Gegend Höhe 3 km südsüdostwärts Ssurowikino erfolgter örtlicher Feindeinbruch im Gegenstoß bereinigt.
Sonst verlief die Nacht ohne besondere Kampfhandlungen.

Bei der 16. Inf.Div. (mot) brachte auch der 18.12. keine Veränderung der Lage. Gegen den am Tag zuvor erwogenen Austausch der Division gegen einen anderen, nicht motorisierten Verband hatte der Kommandeur der Division schwerwiegende Bedenken, denen er in einem an die Chefs der H.Gr. Don und H.Gr. A sowie der 4. Pz.Armee gerichteten Fernschreiben Ausdruck gab: Gegenüber den vor der Front der Division stehenden, frisch aufgefüllten russischen zwei Schützen-Divisionen und zwei Panzer-Brigaden könne die 16. Inf.Div. (mot) – ohne Anlehnung! – ihre derzeitige (Jaschkul-) Stellung nur durch eine hoch bewegliche, offensive Kampfführung und mit Hilfe ihrer eigenen Panzer-Abteilung halten. Eine Verteidigung allein durch nicht bewegliche Truppen erscheine nach den bisherigen Erfahrungen in der Kalmückensteppe und bei der augenblicklichen Feindlage gefährdet. Die Ablösung durch nicht motorisierte Truppen könne den Gegner nur kurze Zeit verborgen bleiben. Bei seiner bisherigen aktiven Kampfführung und den ihm z.Zt. zur Verfügung stehenden Mitteln müsse damit gerechnet werden, dass er sehr bald zum umfassenden Angriff mit mot. Einheiten antreten werde. [Anl. 785 (C1)]
Der Chef der Heeresgruppe Don, mit dem der Chef Pz.A.O.K. 4 diese Frage – und zwar im Sinne der Auffassung des Kommandeurs der 16. Inf.Div. (mot) – besprach, teilte mit, dass möglicherweise noch an diesem Tage eine Entscheidung des O.K.H. zu erwarten sei.

An der Ostfront der 4. rum. Armee herrschte während des 18.12. Ruhe. Ein Versuch der 4. rum. Div. Kenkrja zurückzugewinnen, blieb erfolglos. Dagegen konnte Gruppe Popescu Shutow 2 nehmen; das 12 km ostwärts davon gelegene Baga-Malan wurde feindfrei gefunden und durch einen rumänische Feldwache besetzt.
Beim LVII. Pz.Korps nahmen die Kämpfe folgenden Verlauf.
Die 23. Pz.Div. hatte erneut stärkere, durch Panzer unterstützte Angriffe von Nordosten längs der Eisenbahn gegen den Brückenkopf Krugljakoff abzuwehren; sie erzielte dabei zahlreiche Panzerabschüsse. Durch die Luftaufklärung wurde hier das Eintreffen neuer Feindverstärkungen, und zwar hauptsächlich schneller Verbände sowie einer Schützen-Division, festgestellt.
Die 6. Pz.Div. kam im Angriff gegen den sich auf den Höhen von Werchne Kumskij außerordentlich zäh verteidigenden Feind zunächst kaum vorwärts; erst gegen Abend gelang es schwächeren Teilen bis zum Südostrand dieses Ortes vorzudringen. Die Division erlitt dabei wieder erhebliche Verluste.
Die 17. Pz.Div. stieß aus dem Brückenkopf Generalow vor, brach harten Feindwiderstand bei Punkt 130.1 südwestlich Werchne Kumskij und nahm Kolchose 8 westlich dieses Ortes (1:100.000). Nach Abwehr schwerer feindlicher Gegenangriffe mit zahlreichen Panzern, von denen 22 abgeschossen wurden, gelang es der Division am Nachmittag noch bis auf die Höhen 5 bis 7 km nordwestlich Werchne Kumskij vorzudringen.
Die Kämpfe dieses Tages hatten gezeigt, dass die 6. Pz.Div. noch unter dem Rückschlag vom 16.12. litt und ihren alten Angriffsschwung noch nicht voll wieder erlangt hatte. Offenbar hatte auch die gestrige Meldung des LVII. Pz.Korps, dass die russischen Panzerstellungen bei Werchne Kumskij von Ost nach West aufgerollt worden seien, nicht ganz den Tatsachen entsprochen. [Folgender Satz wurde später im KTB gestrichen: »Es wurde jetzt klar, dass die bisherigen Kämpfe bei W. Kumskij keineswegs als Erfolg bezeichnet werden konnte.«] Der Chef Pz.A.O.K. 4 nahm Veranlassung, den Chef LVIII. Pz.Korps auf diese Tatsachen hinzuweisen und ihn zu ersuchen, in Zukunft vorsichtiger zu melden. Der Chef des LVII. Pz.Korps führte hierzu noch aus, dass bei den gestrigen Kämpfen die Führung der beiden Pz.Grenadier-Regimenter nicht auf der Höhe gewesen sei.

17.00 Uhr
Auch der heutige Angriff hatte im Ganzen gesehen nicht zu dem erhofften und so dringend notwendigen Erfolg geführt. Das Ziel, der Myschkowa-Abschnitt, war infolge des unverändert harten Feindwiderstandes auch noch nicht annähernd erreicht worden. Lageerwägungen zwischen Oberbefehlshaber und Chef führten zu folgender, vom O.B. persönlich abgefassten, der H.Gr. Don um 17.00 Uhr durch Fernschreiben übermittelten Beurteilung der Lage:
Der Gegner versuchte, die durch den Angriff des LVII. Pz.Korps über den Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitt geschlagene Lücke in seiner Verteidigungslinie zu schließen und eine Erweiterung nach rechts zu verhindern. Hierzu griff er von Osten mit einer Pz.Brigade, zwei mot. Brigaden und einer Schützen-Division die rechte Flanke des LVII. Pz.Korps nordostwärts und nördlich Krugljakoff an und hielt mit zwei bis drei Pz.Brigaden, vier mot. Brigaden und zwei Kav.Divisionen die Höhen südlich und westlich Werchne Kumskij. Trotz noch vorhandener Panzer war der Feind hier seit zwei Tagen weniger offensiv, da er starke Verluste gehabt hatte. Seine Verstärkungen führte er seinem Ostflügel zu. Das LVII. Pz.Korps hatte seine Hauptkräfte gegen Werchne Kumskij zusammengefasst, während schwächere Kräfte – die 23. Pz.Div. – die feindl. Ostgruppe abwehrten. Die Umfassung von Werchne Kumskij durch die 17. Pz.Div. befand sich noch in der Auswirkung, der Angriff der Division hatte um 13.30 Uhr die Höhen westlich des Ortes erreicht, während der Frontal-angriff der 6. Pz.Div., deren Pz.Regiment stark gelitten hatte, nur langsam Fortschritte machte.
Die Beseitigung des Feindes bei Werchne Kumskij war die Vorbedingung für die Fortführung des Befreiungsstoßes, während der Gegner in der rechten Flanke abzuwehren war. Die Erfolgsaussichten dieses Kampfes konnten erst am 19.12. übersehen werden. Führte die Umfassung an diesem Tage nicht zum Erfolg, so schien die Zurücknahme der Masse des LVII. Pz.Korps hinter den Aksaj-Abschnitt notwendig, um eine neue Operation einzuleiten. Diese konnte nur über den Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitt ostwärts des Ortes Aksaj geführt werden und musste zunächst die noch südlich Aksaj stehenden beiden Schützen-Divisionen durchbrechen. Vorbedingung dieser Umgehung würde das Halten des Aksaj-Abschnitts zwischen Krugljakoff und Generalow sein. Da die Rumänen hierzu nicht in der Lage waren, würde der Stoß über Aksaj nur mit Teilen des LVII. Pz.Korps geführt werden können. Ihm konnte der Gegner jederzeit ausreichende Kräfte entgegenwerfen. Aussichtsreicher blieb daher ein Festhalten am Angriff stark zusammengefasster Kräfte gegen den Feind, der durch den bisherigen Angriff am meisten Einbuße erlitten hatte, also über Werchne Kumskij gegen den Myschkowa-Abschnitt südostwärts Gromoslawka. [Anl. 787 (C1)]
Es kam also auf ein Festhalten an dem bisherigen Entschluss heraus, lediglich unter gewissen Umgruppierungen bei der 6. Pz.Div. und 17. Pz.Div., die aber Sache des LVII. Pz.Korps selber sein mussten, das die Verhältnisse an Ort und Stelle besser übersehen konnte. In diesem Sinn ergingen am Abend die Aufträge an die 4. rum. Armee sowie an das LVII. Pz.Korps:
a) 4. rum. Armee: rum. VII. A.K.: und Gruppe Popescu: Einrichten in ihren Abschnitten zur nachhaltigen Verteidigung.
Es kam besonders darauf an, die Orte Ssomin Ekin – Molkerei nordostwärts Ssomin Ekin – Shutow 2 beschleunigt mit allen Mitteln auszubauen. Wiedereinnahme von Kenkrja, Vorschieben der Stellungen der 4. rum. Armee bis in Linie Kenkrja – Kanukowo.
VI. rum. A.K.: Aufklärung gegen den Aksaj-Essau-Abschnitt; insbesondere Feststellung, ob Potemkinskaja feindbesetzt war. Ausbau aller besetzten Ortschaften zur Abwehr.
b) LVII. Pz.Korps: unverändert. [Anl. 788 u. 789 (C1)]

Während die eigenen Gegenangriffe des XXXXVIII. Pz.Korps zur Wiedergewinnung der Höhen 3 km nordwestlich Lißenkoj und südwestlich Ostrowskij trotz starker feindlicher Gegenwirkung erfolgreich fortschritten, stießen stärkere Feindkräfte auf dem linken Flügel des Korps sowie auf dem rechten der 3. rum. Armee vor und erzielten einen tiefen Einbruch. Der Russe hatte hier gerade die »Achillesferse« des Korps getroffen, d.h. es standen hier nur dünne Linien aus zusammengewürfelten Alarmeinheiten, die teilweise schnell überrannt wurden. Das Korps konnte nichts weiter tun, als mit Teilen der 11. Pz.Div. notdürftig abzuriegeln. Die Masse dieser Division wurde von ihrem Gegenangriff heraus sogleich aus der Front gezogen, um am 19.12. in einem neuen Gegenangriff den heute eingebrochenen Feind wieder über den Tschir zurückzuwerfen.
Der vom Kommandierende General des XXXXVIII. Pz.Korps gemeldete dahingehende Entschluss wurde vom Oberbefehlshaber genehmigt, das Korps erhielt um 19.26 Uhr durch Fernschreiben entsprechenden Befehl. [Anl. 790 (C1)]
20.50 Uhr
Die vom Pz.A.O.K. 4 um 20.50 Uhr der Heeresgruppe Don gemeldete Absicht entsprach den erteilten Aufträgen. [Anl. 791 (C1)]
Panzerabschusszahlen
LVII. Pz.Korps:
23. Panzer-Division: 11
6. Panzer-Division: 1
17. Panzer-Division: 21 (und 3 erbeutet)
XXXXVIII. Pz.Korps:
336. Infanterie-Division: 7
11. Panzer-Division: 6
7. Luftwaffen-Felddivision: 4
Summe: 53 [inkl. der 3 Beute-Pz.]
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BeitragBeitrags-Nr.: 203748 | Verfasst am: 23.04.2014 - 08:52    Titel: Antworten mit Zitat

19.12.1942
Wetter: bedeckt, Frost.
Straßen- und Wegezustand: im allgemeinen gut befahrbar, stellenweise sehr glatt.
Während der Nacht herrschte rege feindliche Fliegertätigkeit mit Bombenwürfen, insbesondere beim LVII. Pz.Korps. Im übrigen verlief die Nacht ohne größere Kampfhandlungen.

Am 19.12. führte die 16. Inf.Div. (mot) mit ihrem verst. Kradschützen-Bataillon [K 165] ein Unternehmen gegen Tschaptschatschi durch. Das Bataillon fand den Ort schwach besetzt. Der Gegner wich zunächst nach Süden aus, um dann mit starker Artillerieunterstützung, 18 Panzern und verlasteter Infanterie ostwärts umfassend zum Gegenstoß vorzugehen. Es gelang dem Kradschtz.Btl. sich rechtzeitig von dem überlegenen Feind abzusetzen und ohne nennenswerte Verluste in seine Ausgangsstellungen zurückzukommen.
(Eigene Verluste: 2 Verwundete, Feindverluste: 40 Tote, 2 Panzer beschädigt.)
Bei der 4. rum. Armee stieß der Russe beiderseits Kenkrja gegen die 4. rum. Div. vor; dabei gelang es ihm die Höhe 2 km ostnordostwärts des Ortes zu nehmen. Gruppe Popescu warf im Gegenstoß in Shutow 2 eingedrungenen Gegner zurück. Eine Feindabteilung, die in die Schlucht südlich Shutow 2 vorgestoßen war, setzte sich wieder nach Osten ab. Dagegen wurde eine in einem Dorf 12 km ostwärts Shutow 2 stehende rumänische Sicherung vom Gegner herausgedrückt.

Dem LVII. Pz.Korps gelang es am 19.12., den so ersehnten Erfolg zu erringen, den Feind bei Werchne Kumskij zu schlagen und hinter dem fliehenden Gegner den Myschkowa-Abschnitt zu gewinnen.
Während die 23. Pz.Div. auch an diesem Tage wieder mehrfache starke Angriffe gegen den Brückenkopf Krugljakoff abzuwehren hatte und dabei dem Feind hohe Verluste beibrachte, konnte 6. und 17. Pz.Div. im gemeinsamen Angriff die starken russischen Stellungen auf dem Höhengelände um Werchne Kumskij und den Ort selber nach besonders harten Kämpfen unter Vernichtung starker Teile des Gegners nehmen.
In Ausnutzung des Erfolges wurde die Verfolgung des geschlagenen Gegners auch nach Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt. Dabei gelang es der Stoßgruppe v. Hünersdorff der 6. Pz.Div., bei Wassilewka einen Brückenkopf über die Myschkowa zu bilden. Die 17. Pz.Div. stieß mit Teilen auf Gromoslawka, mit anderen auf Nishne Kimskij vor; bei Nishne Kimskij wurde der Myschkowa-Abschnitt ebenfalls erreicht.
Auf die Fortführung des Angriffs auch nach Einbruch der Dunkelheit war auch vom Oberbefehlshaber der Heeresgruppe gedrängt worden. Feldmarschall v. Manstein hatte dabei – um 13.50 Uhr fernmündlich dem Chef Pz.A.O.K. 4 – mitgeteilt, dass Generaloberst Frhr. v. Richthofen seine gesamten Fliegerverbände auf Nishne Kimskij angesetzt habe, die auch während der Nacht ihre Angriffe fortsetzen sollten. Die Lage der 6. Armee erfordere diesen Einsatz.
Links vom LVII. Pz.Korps besetzte das rum. VI. A.K. mit einem Bataillon Potjomkinskaja. Die Aufklärung stellte den Raum bis zum Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitt feindfrei fest; dagegen war der Ort Tschaußowskij noch vom Gegner besetzt.
Damit war nach dreitägigen harten Kämpfen der Feindwiderstand im Raume um Werch. Kumskij gebrochen. Der vor der Front des LVII. Pz.Korps stehende Feind konnte als stark angeschlagen angesehen werden. Freilich waren auch die eigenen Verluste beträchtlich. In der Ostflanke waren zwar die gegen den Brückenkopf von Krugljakoff [Krugljakow] geführten Feindangriffe sämtlich erfolgreich abgewehrt worden. Es musste aber damit gerechnet werden, dass auch hier erst nach harten Kämpfen der Widerstand des Gegners gebrochen und damit eine unmittelbare Bedrohung der Ostflanke ausgeschaltet werden könnte.
In der Ostflanke südlich des Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitts ließ die Zunahme feindlicher Erkundungs- und Aufklärungstätigkeit im Zusammenhang mit der neuen russischen Befehlsgliederung (51. und 5. Armee) Angriffsabsichten des Gegners möglich erscheinen.
Die Entwicklung der Lage beim LVII. Pz.Korps am 19.12. enthob das Pz.A.O.K. 4 großer Sorgen. Zwar war der Ablauf der Ereignisse in dieser Form schon in der Kampfanweisung vom 10.12. als der Günstigste für die 4. Pz.Armee angesprochen worden, aber der sehr schwere und zeitraubende Kampf bei Werchne Kumskij und die großen eigenen Verluste – bei der 6. Pz.Div. während der letzten Tage 40 Offz. und 800 Mann – hatten das Pz.A.O.K. 4 doch bisweilen in der Hoffnung schwankend werden lassen, ob es überhaupt gelingen würde, in der gegenwärtigen Gliederung und Stoßrichtung an den Myschkowa-Abschnitt heranzukommen, und ob es nicht zweckmäßiger wäre, hier den Kampf einzustellen und die Kräfte nach Osten umzugruppieren. Das aber wäre eine zeitraubende Verschiebung gewesen, von der man nicht wissen konnte, ob ihr ein Erfolg beschieden sein würde.
Nachdem dieser Erfolg errungen war, kam es darauf an, die Kräfte am Myschkowa-Abschnitt stark zu machen und die Flanken abzudecken, sodass baldmöglichst mit der Mitte – 6. Pz.Div. – weiter nach Norden vorgestoßen werden konnte.
18.00 Uhr
Der Oberbefehlshaber wies den Kommandierenden General des LVII. Pz.Korps um 18.00 Uhr fernmündlich darauf hin, dass der Brückenkopf von Nishne Kimskij nicht so wichtig sei, wie das Erreichen von Gromoslawka. Nishne Kimskij sei wichtig als Sicherung nach Westen, nicht aber als Sprungbrett nach Norden. Das Korps sei festgelegt durch den Drehpunkt: 23. Pz.Div.
Im übrigen erspare nur jetzt ununterbrochenes Vorwärtsgehen ohne Rücksicht auf Ruhe und Rast Blut; das sollte der Truppe gesagt werden.
18.35 Uhr
Das LVII. Pz.Korps erhielt dann um 18.35 Uhr durch Fernschreiben den Befehl, Brückenköpfe über den Myschkowa-Abschnitt zwischen Wassilewka (einschließlich) und Gromoslawka (einschl.) zu gewinnen. Die 23. Pz.Div. sollte sich unter Ausnutzung des Vorstoßes der 6. Pz.Div. den Austritt aus dem Brückenkopf Krugljakow erkämpfen und zur Deckung der Ostflanke mit Schwerpunkt nördlich der Eisenbahn in Richtung Gnilo Aksajskaja angreifen. Alsdann hatte sich das Korps bereit zu halten, den Angriff aus den Brückenköpfen heraus unter Abdeckung seiner Flanken in allgemeiner Richtung Sety – Sowchose Krep fortsetzen zu können. Bis die Lage den Einsatz anderer Kräfte am Aksaj-Abschnitt bei Krugljakow gestattete, war der derzeitige Brückenkopf ausreichend zu sichern. [Anl. 795 (C1)]
Für die 4. rum. Armee bleib der Auftrag unverändert: Schutz beider Flanken des LVII. Pz.Korps. Kenkrja war nunmehr zu nehmen und die Stellungen der 4. rum. Div. im Abschnitt Kenkrja – Kenkrja-Mündung bis in die Linie Kenkrja – Kanukowo vorzuschieben. Das rum. VI. A.K. sollte sich bereit halten, dem LVII. Pz.Korps zunächst bis an den Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitt folgen zu können. [Anl. 797 (C1)]

Beim XXXXVIII. Pz.Korps wehrten die 384. Inf.Div. und 336. Inf.Div. sowie die Gruppe v. Stumpffeld mehrere durch Panzer unterstützte Feindvorstöße 5 km nördlich Suworowskaja über den Don, nordostwärts Nishne Tschirskaja, bei Lißenkoj [Lissenkoj] und südlich Surowikino ab; dabei wurden 5 Feindpanzer vernichtet. Die 11. Pz.Div. stieß im Gegenangriff gegen den südlich Nishne Kalinowskij eingebrochenen Feind dem seinerseits mit 50 Panzer nach Süden vorgehenden Gegner in die Flanke und zerschlug ihn; dabei wurden 42 Feindpanzer abgeschossen. Im weiteren Vorgehen wurde eine zweite russische Panzergruppe gefasst, wobei von 25 Panzern 15 sowie die die Panzer begleitende Infanterie vernichtet wurden.
Leider verhinderte die Kürze des Tages, dass auch die letzten Ziele – d.h. die frühere H.K.L. – erreicht wurden. Trotzdem konnte der Gegenangriff der 11. Pz.Div. unter der vorbildlichen Führung ihres Kommandeurs, Generalmajor Balk, als voller Erfolg angesehen werden; es war zu hoffen, dass der Feind hier in den nächsten Tagen nicht wieder ernstlich angriff.
Ein Problem blieb nur die Füllung der durch den Feindeinbruch entstandene Lücke; die bisher dort eingesetzten Kräfte konnten, soweit überhaupt noch vorhanden, nicht mehr als einsatzfähig angesehen werden. Das das XXXXVIII. Pz.Korps über keine anderen Kräfte verfügte, musste die 11. Pz.Div. hier zunächst noch mit Teilen eingesetzt bleiben.
18.36 Uhr
Das XXXXVIII. Pz.Korps erhielt um 18.36 Uhr durch Fernschreiben den Befehl, den Gegenangriff am 20.12. fortzusetzen und im übrigen seine Stellungen zu halten. [Anl. 796 (C1)]
Panzerabschusszahlen
LVII. Pz.Korps:
6. Panzer-Division: 13
17. Panzer-Division: 2
23. Panzer-Division: 6
XXXXVIII. Pz.Korps:
336. Infanterie-Division: 6
11. Panzer-Division: 68
Gruppe v. Stumpffeld: 1
Summe: 96 Panzer

19.20 Uhr
Ein um 19.20 Uhr eingehendes Fernschreiben des O.B. der H.Gr. Don (Ia Nr. 0969/42 g.Kdos.Chefs.) behandelte die Teilnahme der 6. Armee an der Operation "Wintergewitter". Die 6. Armee hatte hierzu baldmöglichst anzutreten, und zwar war dabei vorzusehen, notfalls über die Donskaja Zariza hinaus die Verbindung mit dem LVII. Pz.Korps zum Durchschleusen des Geleitzuges herzustellen. Indessen konnte die Entwicklung der Lage dazu zwingen, dass dieser Auftrag noch erweitert wurde (Stichwort "Donnerschlag").
Es kam darauf an, ebenfalls zunächst schnell mit Panzern eine Verbindung zum LVII. Pz.Korps zwecks Durchbringens des Geleitzuges herzustellen, dann unter Deckung der Flanken an der unteren Karpowka und an der Tscherwlenaja die Armee gegen die Myschkowa vorzuführen unter abschnittsweiser Räumung des Festungsgebietes.
Die Operation "Donnerschlag" musste unter Umständen unmittelbar an den Angriff "Wintergewitter" anschließen können. Die Versorgung auf dem Luftwege würde im wesentlichen laufend ohne größerer Bevorratung erfolgen müssen.
Es sollten alle irgend beweglichen Waffen, von der Artillerie in erster Linie die zum Kampf benötigten und zu munitionierenden Geschütze, darüber hinaus die schwer ersetzbaren Waffen und Geräte mitgenommen werden. Diese waren hierzu rechtzeitig im Südwestteil zusammenzuziehen.
Die 6. Armee hatte alles im Sinne dieses Befehls vorzubereiten, in Kraft treten sollte er aber erst auf den ausdrücklichen Befehl, "Donnerschlag". [Anl. 798 (C1)]
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BeitragBeitrags-Nr.: 203813 | Verfasst am: 11.05.2014 - 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

20.12.1942
Wetter: bedeckt, Temperaturen etwas über 0 Grad.
Straßen- und Wegezustand: im allgemeinen befahrbar, stellenweise sehr glatt.
Während der Nacht vom 19./20.12. nahm die Schlacht beim LVII. Pz.Korps ihren Fortgang; dort nahm, wie schon erwähnt, die gepanzerte Stoßgruppe der 6. Pz.Div. im Kampf gegen feindliche Panzer und Infanterie die Myschkowa-Brücke in Wassilewka in Besitz.

Im Abschnitt der Gruppe v. Stumpffeld erfolgten während der ganzen Nacht hartnäckige Versuche des Gegners, unter Einsatz einiger Panzer die Höhe 2 km südlich Ssurowikino von Westen her zu nehmen.
Am 20.12. wurden beim rum. VII. A.K. die Gruppe Bischoff und schwache Teile der 4. rum. Div., die in den Nordteil von Werchin Ssal eingedrungen waren, von überlegenem Feind angefallen und nach einem bis in die Abendstunden anhaltenden Gefecht aus dem Ort hinausgedrängt. Gruppe Popescu konnte den Vorstoß einer russ. mot-Kompanie auf Shutow 2 abweisen.
Beim LVII. Pz.Korps vermochte der Angriff der 23. Pz.Div. aus dem Brückenkopf Krugljakow, der entgegen dem Armeebefehl [Anl. 795 (C1)] mit Schwerpunkt südlich der Bahn Shutow – Abganerowo geführt wurde, gegenüber einer starken Abwehrfront auf den Höhen westlich und nordwestlich Kamenka sowie an der Eisenbahn westlich Gnilo Aksajskaja nicht durchdringen.
Die Division erzielte so gut wie kein Bodengewinn.
Auch die Gewinnung von Brückenköpfen bei Iwanowka und Gramoslawka durch die 6. und 17. Pz.Div. gelang infolge von Geländeschwierigkeiten, im einzelne nicht aufzuklärenden Verzögerungen und wohl auch eines unzweckmäßigen Ansatzes der zur Wegnahme von Gramoslawka bestimmten Teile nicht.
Die 6. Pz.Div. konnte sich im Kampf mit stärkeren Feindkräften, die noch südlich von Wassilewka standen, bei gleichzeitiger starker Gegenwirkung des Feindes aus der Ostflanke und von den Höhen nördlich des Myschkowka-Abschnitts her bis an den Südteil von Wassilewka heranarbeiten und durch Stoßtrupps die Verbindung mit der im Brückenkopf stehenden Panzer-Stoßgruppe v. Hünersdorf herstellen. Dabei blieb die auf Iwanowka angesetzte Kampfgruppe der Division vor Erreichen ihres Zieles liegen.
Die 17. Pz.Div. musste zunächst das am Tag zuvor eroberte Nish. Kimskij dem von Norden und Nordwesten gegen den Ort vordringenden Feind wieder überlassen, konnte den Ort aber später wider zurückgewinnen; das hier besonders heftige feindliche Artilleriefeuer führte zu empfindlichen Verlusten, u.a. fiel hier der Eichenlaubträger Oberstleutnant Hermann Seitz, der Kommandeur des Pz.Gren.Rgts 63. Teile der Division, die auf Gramoslawka angesetzt waren, standen bei Abschluss des Tages im Kampf hart südlich und südwestlich des Ortes.
Am späten Vormittag, als sich diese ungünstige Entwicklung noch nicht hatte übersehen lassen, und insbesondere noch nicht zu erkennen gewesen war, dass der Gegner nördlich des Myschkowa-Abschnitts so stark war, hatte das Pz.A.O.K. 4 die Fortführung des Angriffs am 21.12. über den Myschkowa-Abschnitt in nördlicher Richtung befohlen. Hierzu sollte die 23. Pz.Div. zum Schutz der Ostflanke den vor ihr stehenden Feind mindestens über die Linie Kamenka – Gnilo Aksajskaja nach Osten und Nordosten zurückwerfen. Sobald es Lage und Kräfte gestatteten, war auch der Raum um und ostwärts Shutow 1 vom Feinde zu säubern. Die 6. Pz.Div. war durch beschleunigtes Nachführen aller nur irgend verfügbaren Kräfte so stark zu machen, dass sie am 21. den Vorstoß über die Linie Wassilewka – Iwanowka nach Norden bis Staatsgut Krep fortsetzen konnte. Hierzu sollte sie bei Iwanowka noch im Laufe des 20. einen Brückenkopf gewinnen.
Die 17. Pz.Div. hatte in Linie Gromoslawka – Nish. Kimskij – Sspez. Posselok (1:100.000) die linke Flanke zu schützen. Bei Gromoslawka am 20. einen Brückenkopf zu bilden.
[Fernmündlich voraus, durch Fernschreiben um 13.30 Uhr übermittelt – Anl. 802 (C1)]
Gleichzeitig hatte die 4. rum. Armee den Auftrag erhalten, beim rum VII. A.K. die Gruppe Christea durch Teile der 4. rum. Div. abzulösen und sie bis 22.12. Vormittag der Gruppe Popescu zuzuführen; die 4. rum. Div. war dabei ihrerseits auf ihrem Nordflügel durch alle bisher aufgestellten Teile der 1. rum. Div. abzulösen. Die Abteilung Bischoff sollte vom D.V.K. 2 hinter dem Nordflügel des rum. VII. A.K. zu dessen Unterstützung im Falle eines feindl. Angriffs bereitgestellt werden. Gruppe Popescu hatte ihre Stellungen in Linie Molkerei –
Shutow 2 – Ssamchin zu halten; hinter ihr war vom D.V.K. 2 die Abteilung Schön bereitzuhalten. Das rum VI. A.K. hatte die Besatzung des Brückenkopfes Generalow durch ein Bataillon zu verstärken und sich darauf vorzubereiten, ab 22.12. die Sicherung Des Aksaj Essau-Abschnitts zwischen Generalow und dem Don zu übernehmen. [Anl. 801 (C1)]
Als dann am Nachmittag das Misslingen des Angriffs der 23. Pz.Div. sowie die Schwierigkeiten der 6. und 17. Pz.Div. bekannt, zudem noch die Anwesenheit von drei neuen russischen Schützen-Divisionen (24., 98. und 200.) im Raume um Nishne Kimskij gemeldet worden waren, erschien der dem LVII. Pz.Korps erteilte Befehl nicht mehr der Lage angepasst. Der O.B. erwog nunmehr, die 17. Pz.Div. voll herauszulösen, um sie rechts neben der 6. Pz.Div. zum Vorstoß in nördlicher Richtung anzusetzen und die starken feindlichen Stellungen auf dem Höhengelände nördlich des Myschkowa-Abschnitts von Osten her zu umfassen. Dieser Gedanke wurde aber wieder fallen gelassen, da seine Durchführung zu zeitraubend gewesen wäre und das Pz.A.O.K. 4 auch keine Kräfte hatte, in dem z.Zt. die 17. Pz.Div. stand, sichern zu können, andererseits aber die Lage eine völlige Entblößung dieses Raumes nicht zuließ. Es wurde daher entschieden, dass sich die 17. Pz.Div. unter Belassung starker Sicherungen in ihrem gegenwärtigen Abschnitt mit der Masse ihrer Kräfte westlich der 6. Pz.Div. zum Stoß nach Norden bereitzustellen hatte. Nach Entwicklung der Lage hielt der Oberbefehlshaber die 6. Pz.Div. allein zu diesem Stoß nicht mehr für befähigt. Gleichzeitig wurde angeordnet, dass die 23. Pz.Div. nicht mehr anzugreifen, sondern lediglich eine feindliche Einwirkung gegen die 6. Pz.Div., zu verhindern hatte. Allerdings sollte sie, soweit Lage und Kräfte es gestatteten, anstreben, diese Aufgabe offensiv zu lösen und das Höhengelände 4 km nordwestlich Gnilo Aksajskaja in die Hand zu nehmen.
Der entsprechende Befehl erging um 19.45 Uhr durch Fernschreiben. [Anl. 803 (C1)]
Die 4. Pz.Armee glaubte, unter diesen Umständen die Gegend von Jerizkoj Krepinskij noch gewinnen zu können; sie hegte aber jetzt schon Zweifel, ob es gelingen würde, darüber hinaus noch weiter nach Norden der 6. Armee vorzukommen.

Beim XXXXVIII. Pz.Korps griff der Feind zweimal die 384. Inf.Div. [sic!] bei Blish. Melnitschnyj an, wurde aber verlustreich abgewiesen. Ebenso wurden heftige, von Panzern unterstützte Angriffe gegen die 336. Inf.Div. bei Höhe 161 sowie gegen den rechten Flügel der 11. Pz.Div. südlich Ssurowikino unter Abschuss von vier Panzern zurückgeschlagen.
Die Fortführung des Angriffs der 11. Pz.Div. gegen die Einbruchsstelle südlich Nish. Kalinowskij stieß in einem für Panzer ungünstigen Gelände auf starken, sich zäh haltenden Feind, der hier eine neue Schützen-Division sowie die 38. Schtz.Brigade (mot) herangeführt hatte und mehrfach, von Panzern unterstützt, zum Gegenangriff antrat. Diese Angriffe wurden zwar unter Vernichtung von 12 Feindpanzern abgeschlagen, doch konnte die 11. Pz.Div. nur unbedeutend Boden nach Nordwesten gewinnen. Damit waren, zumal keine Kräfte zur Ablösung der 11. Pz.Div. zur Verfügung standen, alle Berechnungen hinsichtlich der weiteren Verwendung dieser Division im Rahmen der Operation "Wintergewitter" über den Haufen geworfen. Der Oberbefehlshaber sprach mehrmals mit dem Kommandierenden General des XXXXVIII. Pz.Korps und wies ihn dabei ganz besonders darauf hin, dass zunächst eine kleine "Feuerwehr" der 11. Pz.Div. freigemacht werden müsse, um gegebenenfalls an anderen Stellen helfen zu können.

Die der Heeresgruppe Don um 20.20 Uhr gemeldete Absicht für den 21.12. entsprach hinsichtlich des LVII. Pz.Korps dem im Befehl von 19.45 Uhr Gesagtem.
Für das XXXXVIII. Pz.Korps gemeldet:
Halten der derzeitigen Stellungen, Fortfall des Gegenangriffs der 11. Pz.Div. aus den bereits – mündlich – gemeldeten Gründen. [Anl. 804 (C1)]
Panzerabschusszahlen
LVII. Pz.Korps:
23. Panzer-Division: 1
XXXXVIII. Pz.Korps:
11. Panzer-Division: 16
336. Infanterie-Division: 5
Gruppe v. Stumpffeld: 3
Summe: 25
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BeitragBeitrags-Nr.: 203823 | Verfasst am: 16.05.2014 - 07:23    Titel: Antworten mit Zitat

21.12.1942
Wetter: bedeckt, Temperaturen um 0 Grad schwankend.
Straßen- und Wegezustand: befahrbar, stellenweise glatt.
Während die Nacht vom 20./21.12. an der Front des 16. Inf.Div. (mot) und 4. rum. Armee ruhig verlief, war die Gefechtstätigkeit beim LVII. Pz.Korps und XXXXVIII. Pz.Korps rege. Beim LVII. Pz.Korps führte die 23. Pz.Div. ein erfolgreiches Stoßtruppunternehmen gegen Ausweichstelle 7 km nordostwärts Krugljakoff durch. Die 6. Pz.Div. hatte noch immer Säuberungskämpfe im Zwischengelände westlich Wassilewka durchzuführen. Den Brückenkopf Wassilewka selbst griff der Feind mit starken Kräften von mehreren Seiten an. Ein Handstreich der 17. Pz.Div. auf Gromoslawka scheiterte.

Das XXXXVIII. Pz.Korps sah sich an zahlreichen Stellen seiner Nordfront von starken, von Panzern unterstützten Feindkräften angegriffen. Teilweise gelang es den Panzern in die vorderste Linie einzudringen, die Höhen 5 km südlich Derbenowskij gingen dabei verloren; im übrigen aber konnten die russischen Angriffe unter zahlreichen Panzerabschüssen abgewehrt werden.

Am 21.12. wurde bei der 16. Inf.Div. (mot) ein feindlicher Vorstoß mit Panzern gegen Njukjun abgewiesen. An der Front der 4. rum. Armee wurde beim rum. VII. A.K. die Gruppe Christea durch Teile der 4. rum. Div. abgelöst und zur Gruppe Popescu in Marsch gesetzt.
Beim LVII. Pz.Korps gelang es der 23. Pz.Div. zur Verhinderung einer Feindeinwirkung gegen die rechte Flanke der 6. Pz.Div. den gegner auf Gnilo Aksajskaja zurückzudrücken. Der Brückenkopf Wassilewka konnte von der 6. Pz.Div. gegen stärksten Feindwiderstand bis auf die Höhen nördlich und nordwestlich des Ortes erweitert und das Hintergelände sowie die Vormarschstraße freigekämpft werden; mehrfache aus südostwärtiger Richtung geführte Angriffe gegen Wassilewka wurden abgewiesen. Dagegen vermochte die 17. Pz.Div. den überstarken Widerstand des Gegners nicht zu brechen, ihr Angriff auf Gromoslawka blieb – besonders infolge des sehr wirkungsvollen russischen Artl.-Feuers von den Höhen nördlich der Myschkowa her – am Südwestrand des Ortes liegen.
Links vom LVII. Pz.Korps besetzten Teile des rum. VII. A.K. zur Sicherung des Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitts Generalow und Tschaußowskij.
Als sich am frühen Vormittag zeigte, dass der Angriff der 6. Pz.Div. nur mühsam und nicht in der erhofften Form vorwärts kam und nach der ganzen Lage auch wenig Aussicht bestand, Gromoslawka zu nehmen, wurde vom Pz.A.O.K. 4 erwogen, die 17. Pz.Div. rechts von der 6. Pz.Div. einzusetzen, um das russische Stellungssystem auf den Höhen nördlich der Myschkowa das sich nach Osten hin bis nördlich Wassilewka ausdehnte, ostwärts zu umgehen. Dabei tauchte auch vorübergehend der Gedanke auf, die 17. Pz.Div. geschlossen hinter der 6. über Wassilewka vorzuführen. Diese Verschiebung war fraglos erfolgversprechend. Es mussten dann aber starke Sicherungen zum Schutze der Westflanke bei Nishne Kimskij und beiderseits von Werchne Kumskij zurückbleiben, sodass die 17. Pz.Div. nur sehr geschwächt auf dem Ostflügel antreten konnte. Außerdem war die Bewegung sehr zeitraubend. Der Oberbefehlshaber behielt sich daher seine Entscheidung erst noch vor und begab sich zunächst im Storch zum Korpsgefechtsstand des LVII. Pz.Korps. Von dort aus besprach er nochmals die Frage des Einsatzes der 17. Pz.Div. fernmündlich mit dem Chef Pz.A.O.K. 4 und entschied nunmehr, dass die 17. Pz.Div. versuchen sollte, Iwanowka oder Gromoslawka zu nehmen und dann diese Division westlich der 6. Pz.Div. nach Norden anzusetzen. Der O.B. erteilte dem LVII. Pz.Korps sogleich mündlich einen entsprechenden Befehl.
Am frühen Nachmittag ist in einem Gespräch zwischen Chef Pz.A.O.K. 4 und Chef LVII. Pz.Korps sowie dem Kommandierenden General des LVII. Pz.Korps zu entnehmen, dass es noch nicht gelungen ist, Gromoslawka entsprechend dem Befehl des Oberbefehlshabers zu nehmen und das dies auch am 21.12. bestimmt nicht mehr gelingen wird.
Einen vom LVII. Pz.Korps beabsichtigten Handstreich bei Dunkelheit gegen Gromoslawka lehnt der Chef des Pz.A.O.K. 4 sofort ab. Der daraufhin geäußerten Absicht des LVII. Pz.Korps nunmehr die Wegnahme von Iwanowka zu versuchen, um von dort auch nach Norden anzutreten und den Übergang bei Gromoslawka von hinten her zu öffnen, steht der Chef von Pz.A.O.K. 4 vornherein skeptisch gegenüber. Er empfiehlt dem Kom.Gen. des LVII. Pz.Korps nochmals mit dem Kdr. der 17. Pz.Div. zu sprechen und vor allem zu klären, ob nicht das Gelände bei Iwanowka dem bei Gromoslawka gleich ist und daher jeder Versuch hier den Übergang zu gewinnen aus dem gleichen Grunde den Keim des Misslingens in sich trägt. Angesichts der Tatsache, dass es der von Wassilewka über Parishkaja Kommuna gegen Iwanowka angesetzten Stoßgruppe der 6. Pz.Div. nicht gelungen ist in Richtung auf Iwanowka Boden zu gewinnen, beurteilt der Chef Pz.A.O.K. 4 den bei Iwanowka zu erwartenden Feindwiderstand als sehr stark und hält einen Vorstoß gegen Iwanowka für aussichtslos, wenn dort die gleichen für den Feind äußerst günstigen Geländeverhältnisse vorliegen, wie bei Gromoslawka. Nach einer Stunde bestätigt das LVII. Pz.Korps diese Auffassung und meldet nunmehr, dass es die 17. Pz.Div. doch wie ursprünglich geplant hinter der 6. Pz.Div. über Wassilewka führen und Iwanowka von Norden her öffnen wolle.
Entsprechend befiehlt die Armee [Anl. 806 (C1)].

Die Armee ist sich darüber im klaren, dass auch bei Wassilewka die Aussichten für ein weiteres Vortragen des Angriffs sehr gering sind, da auch dort sehr ungünstige Geländeverhältnisse und ein starker Feind in ausgebauten Stellungen zu überwinden sind.
Die Operation "Wintergewitter", die nur mit drei Fünftel der vorgesehenen Kräfte begonnen wurde und immer wieder auf stärksten, nicht in dieser Form erwarteten Feindwiderstand stößt, verlangt eine Wendigkeit der Führung und ein Eingreifen in die Führung des Pz.Korps seitens der Armee wie wohl selten zuvor bei einer Operation. Die 4. Pz.Armee fühlt sich im Hinblick auf das große Ziel ihres Auftrags verpflichtet, sich immer wieder auch über die Führung des Korps und der Divisionen Gedanken zu machen und einschneidend zu befehlen, um auf jeden Fall zu einem Zusammenwirken mit dem beabsichtigten Ausbruchsversuch der 6. Armee zu kommen.
Lage der übrigen Front der Armee:
Bei dem XXXXVIII. Pz.Korps wehrt die 11. Pz.Div. mit Mühe stärkste Angriffe gegen ihre weit gedehnte Stellung ab. Einzelne örtliche Einbrüche werden im Gegenstoß wieder bereinigt. Es steht aber schon morgens fest, dass der am Tage zuvor zum Stehen gekommene Gegenangriff der 11. Pz.Div. in absehbarer Zeit nicht weitergeführt werden kann. Der Kommandierende General des XXXXVIII. Pz.Korps, der schon auf seinem Ostflügel Kräfte freizumachen sucht, und der überhaupt im Suchen von Aushilfen, um die Lage zu parieren, vorbildlich ist, meldet, dass es unbedingt notwendig sei, die 11. Pz.Div., die z.Zt. mit allen Kräften in vorderer Linie gebunden ist, wieder beweglich zu machen. Angriffsvorbereitungen des Feindes an anderen Stellen der Front des XXXXVIII. Pz.Korps zwingen dazu. Es fehlen aber dem Korps, trotz des steten Bestrebens sich Reserven freizumachen, bei der jetzt zu haltenden Stellung, die Kräfte zum Heraus-lösen der Pz.Division. Das Korps bittet daher die Gruppe Selle, die nach Nichtgelingen des eigenen Gegenangriffs nun mehr oder weniger in der Luft hängt, in die allgemeine Linie 123.0 – 158.0 (7 bis 12 km südlich und südwestlich von Ssurowikino) zurücknehmen zu dürfen. das Korps glaubt dadurch, zusammen mit gewissen Umgruppierungen an seiner Ostfront so viele Kräfte freizubekommen, dass es die 11. Pz.Div. wieder vollkommen beweglich machen kann.
Die Zurücknahme wird vom Chef Pz.A.O.K. 4 vormittags mit dem Chef der Heeresgruppe Don, nachmittags mit dem Ia HGr. Don besprochen. Da der Eindruck besteht, dass die HGr. die Vorteile dieser Zurücknahme nicht voll einsieht, bespricht der Oberbefehlshaber des Pz.A.O.K. die Angelegenheit nochmals mit dem Chef der HGr. Don.
Um 23.00 Uhr wird die Zurücknahme von der Heeresgruppe genehmigt mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Masse der 11. Pz.Div. in der Nacht vom 22./23.12. aus der vorderen Linie herausgelöst werden muss. Entsprechende Weisung an das XXXXVIII. Pz.Korps ergeht nach am 21.12. abends.
Die ständige Sorge der 4. Pz.Armee ist ihre Ostflanke, die nur von Rumänen gedeckt wird. In einem Fernschreiben an die Heeresgruppe legt die Armee ihre Sorge dar. [Anl. 807 (C1)]

Noch am Abend teilt der Chef der Heeresgruppe mit, dass sich die Heeresgruppe der Ansicht der Armee voll anschließe, dass sie aber nicht glaube, dass mit einem Vorgehen der Russen in der Ostflanke zu rechnen ist, solange unsere Bewegung nach Norden noch im Zuge ist. Sobald wir aber mit dieser Bewegung zum Stillstand kommen, wird diese Gefahr ständig wachsen. Zur Abwehr empfiehlt die Heeresgruppe die Bereitstellung einer "Feuerwehr" aus Teilen der 16. Inf.Div. (mot) hinter dem VII. rum. A.K. und zugleich Störangriffe der 16. Inf.Div. (mot) im Rücken des Gegners vor der Front des VII. rum. A.K.
Panzerabschusszahlen
LVII. Pz.Korps:
17. Panzer-Division: 13
XXXXVIII. Pz.Korps:
336. Infanterie-Division: 10
11. Panzer-Division: 12
Summe: 35
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BeitragBeitrags-Nr.: 203884 | Verfasst am: 11.06.2014 - 11:28    Titel: Antworten mit Zitat

22.12.1942
Wetter: - - -
Straßen- und Wegezustand: unverändert.
Abgesehen von einem vorübergehenden Einbruchdes Feindes in den Brückenkopf von Krugljakoff und einem Feindangriff mit 30 Panzern im Raume südostwärts Derbenowskij, der von der 11. Panzer-Division abgewiesen wurde, während der Nacht keine besonderen Vorkommnisse.
Um 09.20 Uhr übermittelte der Oberbefehlshaber dem Kommandierenden General des XXXXVIII. Pz.Korps den Befehl der Heeresgruppe, dass 11. Pz.Div. heute Abend mit der Masse herauszulösen und hinter dem linken Flügel bereitzustellen ist. Kom.Gen. hält es für unerlässlich, die Division zu seiner Verfügung zu belassen. Pz.A.O.K. 4 teilt dem Kom.Gen. mit, dass HGr. nur im äußersten Notfall alle Teile der 11. Pz.Div. zur anderen Verwendung wegziehen will. Chef Pz.A.O.K. 4 hat aber den Eindruck, dass dieser Fall eintreten wird.
Auf Meldung des LVII. Pz.Korps hin, dass die 6. Pz.Div. zu der heute frühzeitig befohlenen Fortsetzung des Angriffs noch nicht angetreten ist, ruft der O.B. den Chef des LVII. Pz.Korps (der Kom.Gen. ist nach vorn gefahren) an und äußert ihm seine Unzufriedenheit mit der bisherigen Führung der 6. Pz.Division. Divisions-kommandeur bekommt die Division nicht zum zusammengefassten Einsatz. Es führt die Division nicht General Raus, sondern Oberst v. Hünersdorff. O.B. erwägt ernstlich Wechsel der Führung. Die Dinge seien außerordentlich gespannt. Kom.Gen. möchte sich dazu äußern.
Nach seiner Rückkehr vom Gefechtsstand der 6. Pz.Div. bestätigt Kom.General des LVII. Pz.Korps die Auffassung der Division, dass jeder eigene Angriff – sei es in welcher Richtung er aus dem Brückenkopf heraus geführt worden wäre – von vornherein ausgeschlossen gewesen sei. Feind greift den Brückenkopf aus nordostwärtiger, nördlicher und südostw. Richtung sowie aus nordw. Richtung den Flankenschutz bei Parishkaja Kommuna mit starken Kräften unausgesetzt an. Fortsetzung unseres Vorstoßes auf Werchne Zarizinskij nicht möglich. Truppe ist vielmehr bemüht, die eigenen Stellungen unter Anspannung aller Kräfte zu halten.

Am Nachmittag meldet Chef LVII. Pz.Korps Absicht des Korps mit Teilen der 17. Panzer-Division, die sich in der Nacht kampflos vom Feinde löste, am Südufer der Myschkowa über Birsowoj in Richtung auf Tebektenerowka zum Angriff anzutreten.
Die Beurteilung der Lage mittags und neue Nachrichten, dass sich der Feind in der Ostflanke ständig verstärkt, haben bei der Armee zu der Überzeugung geführt, dass ein weiterer Angriff nach Norden unmöglich ist, ehe nicht der Feind bei Gnilo Aksajskaja geschlagen und damit die unmittelbare Gefahr für den Rücken der zur Herstellung der Verbindung mit der 6. Armee angreifenden Divisionen beseitigt ist.
Die Armee lehnt daher die Absicht des LVII. Pz.Korps ab und befiehlt für den 23.12. einen Angriff gegen den Gegner im Süden.
Hierzu soll eine rechte Flügelgruppe über Höhe 160, 162 und 164 in Richtung Aksaj vorstoßen und eine linke Kolonne nach Wegnahme von Birsowoj über die Höhe 160.8 in Richtung auf Bodeno – Aksaj antreten. Es wird befohlen, an diesem Doppelstoß alle verfügbaren Kräfte des Korps zu beteiligen. Der Kolonne über Birsowoj wird es dabei von dem O.B. zur Pflicht gemacht, sich nicht durch den Gegner im Nordosten über den Punkt 160.8 hinaus nach Nordosten abziehen zu lassen. Entsprechend wird nach fernmündlicher Orientierung um 19.00 Uhr befohlen. [Anl. 813 (C1)]
Die 4. Pz.Armee glaubt durch diesen zusammengefassten Angriff am 23.12. einen schönen Erfolg erringen und so sehr gute Voraussetzungen für die Weiterführung des Angriffs nach Norden schaffen zu können.
Am Abend trifft die Nachricht ein, dass das schon in Versammlung gemeldete XXIII. russische Panzerkorps nun über Businowka im Marsch auf uns ist und nach den vorliegenden Meldungen jetzt schon am Myschkowa-Abschnitt eingetroffen sein kann. Wir müssen also am 23.12. mit starken russ. Angriffen über den Abschnitt gegen unsere schwache Westflanke rechnen. Unter diesen Umständen scheint Durchführung des beabsichtigten Angriffs nach Süden und Südosten gegen Aksaj nicht möglich. Er wird nicht weiter vorgesehen, sondern 17. Pz.Div. zur Führung eines Gegenstoßes gegen den vermuteten Feind, wenn dieser den Myschkowa-Abschnitt überschreitet, bei und ostwärts Werchne Kumskij bereitgestellt.
Das Pz.A.O.K. 4 muss schweren Herzens auf einen Angriff verzichten, von dem es sich sehr viel versprach!

Als Chef Pz.A.O.K. 4 an Chef HGr. Don um 21.30 Uhr Änderung der Absicht der Armee wegen des neuen Feindes durchgibt, schaltet sich der Feldmarschall ein und lässt die Möglichkeit durchblicken, dass evtl. am 23.12. abends eine Division des LVII. Pz.Korps ebenfalls herausgezogen wird und dass die Armee dann unter Aufgabe ihrer Angriffsoperation nur die erreichten Räume in beweglicher, offensiver Kampfführung zu halten habe. Es käme dabei darauf an, dem Gegner das Wegziehen von Kräften zu verschleiern. An den Absichten der Armee für den 23.12. solle nichts geändert werden. Es müsse irgendwo ein Erfolg angestrebt werden. Die Armee solle sich gedanklich auf diese Änderung ihrer Taktik umstellen.
Panzerabschusszahlen
LVII. Pz.Korps:
6. Panzer-Division: 4
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BeitragBeitrags-Nr.: 203909 | Verfasst am: 19.06.2014 - 06:59    Titel: Antworten mit Zitat

23.12.1942
Wetter: - - -
Straßen- und Wegezustand: - - -
Bis auf einen Angriff gegen den Brückenkopf Wassilewka und einen feindlichen Vorstoß in Btl.Stärke südl. Ssurowikino, die beide abgewiesen wurden, verlief die Nacht ruhig.
Um 03.00 Uhr befiehlt Chef der Heeresgruppe Don, dass die Lage schnellstes Herauslösen von starken Teilen der 11. Pz.Div. erfordere. Die HGr. bittet, eine Stunde nach Hellwerden, zu melden, ob der Feind gegen den Abschnitt des XXXXVIII. Pz.Korps offensiv sei. Ist es nicht der Fall, so sind möglichst starke Teile der 11. Pz.Div. von diesem Zeitpunkt ab herauszulösen und zum Schutz von Ort Morosowskaja in Marsch zu setzen. Ein entsprechender Befehl ergeht sofort fernmündlich an den Chef des XXXXVIII. Pz.Korps.
Um 06.00 Uhr meldet der Chef Pz.A.O.K. 4, nach Rücksprache mit dem Chef XXXXVIII. Pz.Korps, an den Chef der HGr. Don, dass im Abschnitt des XXXXVIII. Pz.Korps vollkommene Ruhe herrsche. Von der 11. Pz.Div. sind bereits im Herauslösen die gesamte Artillerie, ein halbes Pz.Gren.Rgt., das Pz.Rgt., das Pi.Btl. usw.
Der Chef der HGr. Don befiehlt darauf, alle herausgelösten Teile der 11. Pz.Div. sofort nach Morosowskaja in Marsch zu setzen. Div.Kdr. voraus. Meldung bei 3. rum. Armee (Oberst i.G. Walter Wenck).
Ein entsprechender Befehl ergeht sofort an XXXXVIII. Pz.Korps. [Anl. 818 (C1)]
Um 07.30 Uhr ruft der Chef der Heeresgruppe erneut an und teilt mit, dass die Armee sich darauf einzurichten habe, heute mit Einbruch der Dunkelheit eine weitere Pz.Division über die Brücke bei Potjomkinskaja in Marsch zu setzen. Chef Pz.A.O.K. 4 meldet darauf hin, dass dann die derzeitige Sackstellung des LVII. Pz.Korps nicht zu halten sei, selbst bei Einsatz von Teilen der 16. Inf.Div. (mot). Außerdem gibt er seiner Ansicht Ausdruck, dass im Abschnitt des XXXXVIII. Pz.Korps bei Feindeinbruch die ganze Stellung zusammenbrechen müsse, wenn dieser Abschnitt ohne den bisherigen Rückhalt einer Panzer-Division bliebe. Auf dieses Gespräch hin ruft der Chef der HGr. den Chef des Pz.A.O.K. 4 um 08.15 Uhr erneut an und sagt ihm im Auftrage des Feldmarschalls, wenn die 4. Pz.Armee im Laufe des heutigen Tages Erfolg habe, dann hoffe der Feldmarschall ihr die zweite Panzer-Division belassen zu können. Der Entscheid über deren Verwendung steht noch aus. Der Chef der HGr. regte in diesem Zusammenhang an, die geplante Zange gegen den Gegner bei Aksaj doch noch anzusetzen.
Im Rahmen der Gesamtlage komme es jetzt entscheidend darauf an, dass die 11. Pz.Div. so schnell wie irgend möglich der neuen Unterstellung zugeführt wird.
Der Chef des XXXXVIII. Pz.Korps wird darauf nochmals auf beschleunigtes Herauslösen der 11. Pz.Div. hingewiesen. Er meldet, dass die Truppe bereits im Abfließen begriffen sein und dass der Div.Kdr. gerade beim Korpsstab erwartet werde.
(Zeit des Gespräches: 08.25 Uhr)
Um 10.30 Uhr befiehlt der Feldmarschall persönlich die Abgabe einer zweiten Panzer-Division, die unbedingt noch heute aus der Front zu lösen sei. Der Chef des Stabes Pz.A.O.K. 4 (der O.B. ist nach vorn geflogen) erbittet darauf hin sofort Befehl, wie das LVII. Pz.Korps den Kampf weiterhin führen soll; ob der Kampf hinter dem Aksaj geführt werden kann oder nördlich davon durchzuführen ist. Der Feldmarschall stellt einen Befehl hierüber in Aussicht. [Anl. 820 (C1)] Er gibt aber jetzt schon die Weisung, grundsätzlich nicht hinter den Aksaj zu gehen, sondern beweglich im jetzigen Raum zu kämpfen. Es kommt darauf an, dass der Gegner nicht den Eindruck gewinnt, dass etwas an Kräften weggezogen sei.
Durch die Entscheidung des Oberbefehlshabers wird die 6. Panzer-Division dazu bestimmt, herausgelöst und abgegeben zu werden. Es ist dies die bei weitem personell und materiell Beste, zugleich aber auch die einzige, die schnell und ohne Schwierigkeiten herausgelöst werden kann.
In einem Ferngespräch zwischen dem Feldmarschall und dem Oberbefehlshaber gibt der O.B. als die Absicht der Armee an:
Heute Nachmittag bei Dunkelheit beginnt die 6. Pz.Div. sich in Richtung Potjomkinskaja herauszulösen.
Morgen geht die 23. Pz.Div. auf die Höhe nördlich Krugljakoff und die 17. Pz.Div. auf die Höhe nördlich Saliwskij zurück.
Von Morgen zu Übermorgen soll dann ein enger Brückenkopf nördlich des Aksaj endgültig bezogen werden. Der Feldmarschall ist mit diesem Plan der 4. Pz.Armee nicht einverstanden. Er glaubt, dass die 17. Pz.Div. heute noch den Gegner vor sich werfen und dann zurückgezogen werden kann und ist der Meinung, dass die Armee trotz dieses Abzuges den ganzen Raum einschließlich Brückenköpfe über den Myschkowa-Abschnitt halten könne. Nach Ansicht des Oberbefehlshabers ist dies bei den vorhandenen Kräften und der Feindlage gänzlich ausgeschlossen. Der O.B. ist aber damit einverstanden, hinter einer Schleierstellung auf den Höhen bei Werchne Kumskij und östlich davon eine bewegliche Verteidigung auf dem Nordufer des Aksaj aufzubauen und diese so lange es irgend angängig ist beizubehalten.
In einem Vorbefehl und anschließend eingehenden Befehlen wird die Kampfführung zum Herauslösen der 6. Pz.Div. und zum Halten des Geländes nördlich des Aksaj-Abschnitts festgelegt. [Anl. 819 (C1)]
Der O.B. weist in einem Ferngespräch mit dem Chef des Stabes LVII. Pz.Korps besonders darauf hin, dass die von der Armee befohlene Sicherungslinie keine "Verteidigungsstellung" ist, die definitiv "gehalten" werden kann. Eine Verteidigung ist hier nur im "Zusammenpacken" aller Kräfte und im Angriff gegen jeden Gegner, der sich zeigt, möglich. Der O.B. macht den Vorschlag, den Ort Werchne Kumskij als Unterbringungsort der Truppe mit einzubeziehen und von dort aus auch gegen die umliegenden Höhen die "offensive" Verteidigung durchzuführen. Der Chef des Stabes LVII. Pz.Korps hält die bisher befohlene Sicherungslinie für ausreichend, um durch ein offensives bewegliches Kämpfen den Gegner vom Aksaj-Abschnitt abzuhalten. Der O.B. weist darauf hin, dass stützpunktartige Sicherungen auch in der Nacht in der Schleierstellung vorne bleiben müssen. Gelingt es dem Gegner während der Nacht mit Teilen durchzustoßen, so ist jeder eingedrungene Feind am nächsten Tage sofort wieder zurückzuwerfen. Der O.B. weist weiter darauf hin, dass in den nächsten Tagen schwere Kämpfe zu erwarten sind, an denen wir aber schuldlos sind.
Die 4. Pz.Armee ist sich völlig im Klaren, dass ein Halten dieser Stellung mit den geringen Kräften auf die Dauer unmöglich ist. Sie ist sich weiter darüber klar, dass mit dem Augenblick des Abstoppens unserer Vorwärtsbewegung die große Gefahr die in der langen nur von Rumänen dünn besetzte Ostflanke liegt, in den Vordergrund getreten ist. [Anl. 822 (C1)]
Während so die Operationen für die nächste Zeit eingeleitet werden, wehrt das LVII. Pz.Korps im Laufe des Tages feindliche Gegenangriffe auf den Brückenkopf von Wassilewka mit der 6. Pz.Div. ab und nimmt mit der 23. Pz.Div. in einem wohlvorbereiteten, von Nebelwerfern und Artillerie gut unterstützten Angriff den Ort Birsowoj. 600 Gefangene wurden dabei eingebracht, über 500 Feindtote gezählt sowie 11 Panzer vernichtet und zahlreiche Beute gemacht. Zugleich hatte die zum Schutz gegen den neu aufgetretenen Gegner auf die Höhen von Werchne Kumskij gestellte 17. Pz.Div. dort schwere Kämpfe zu bestehen. Es gelang ihr die Höhen durch wiederholte Gegenstöße im allgemeinen zu halten. Auch aus der Richtung Gnilo Aksajskaja erfolgten Feindvorstöße, die abgewiesen wurden.
Auf Antrag wird dem Oberst i.G. Doerr für die rumänischen Verbände, die im Anschluss an die Sicherungslinie des Korps den Unterlauf des Aksaj halten sollen, eine 8,8-cm Flak-Batterie zur Verfügung gestellt. [Anl. 822 (C1)] Diese Maßnahme soll ebenso den Verteidigungswillen der Rumänen stärken, wie die taktische Abwehrkraft dieses Abschnittes erhöhen.
Panzerabschusszahlen
6. Panzer-Division: 2
17. Panzer-Division: 15
23. Panzer-Division: 1
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BeitragBeitrags-Nr.: 203913 | Verfasst am: 20.06.2014 - 07:52    Titel: Antworten mit Zitat

24.12.1942
Wetter: Scharfer Frost, leichter Schneefall.
Straßen- und Wegezustand: Befahrbar, stellenweise glatt.
Die befohlene Zurücknahme der Kräfte des LVII. Pz.Korps hinter einen Sicherungsschleier vorwärts des Aksaj vollzieht sich in der Nacht reibungslos. Postierungen bleiben am Feind und ziehen sich in der Morgendämmerung unter Feinddruck auf die neue Sicherungslinie zurück.
Um 09.50 Uhr gibt der Chef Pz.A.O.K. 4 an den Chef der Heeresgruppe folgende Lageorientierung:
16. Inf.Div. (mot) im Kampf um Nugra. Bei LVII. Pz.Korps schwache Feindberührung. Gegner fühlt von allen Seiten mit Panzern gegen Sicherungslinie vor. Nachhuten werden vom Feind zurück gedrückt; sie überschritten um 08.00 Uhr die Sicherungslinie. Bei XXXXVIII. Pz.Korps nördlich Nishne Tschirskaja Gegner wesentlich lebhafter, sonst Ruhe.
Um 11.20. Uhr ruft der Chef LVII. Pz.Korps den Chef Pz.A,O.K. 4 an und bittet darum, seine Ansicht über die Durchführbarkeit der neuen Verteidigungsform vortragen zu dürfen. Als Ergebnis seiner Besichtigung teilt er mit: Die seit 8 Tagen nicht mehr unter Dach gekommenen Mannschaften liegen in der Sicherungslinie ohne Schutz vor Kälte und Schneesturm, man kann wohl sagen meist mehr oder weniger apathisch draußen herum. Bereits Erfrierungserscheinungen. Bei hartgefrorenem Boden und ohne jedes Stellungsbau-Material ist Einrichten zur Verteidigung unmöglich.
Um Sicherungslinien auf den beherrschenden Höhen halten zu können, ist es erforderlich die Masse der Infanterie Tag und Nacht draußen zu lassen. Bei den Stoßgruppen verhindern Schneeverwehungen schnelle Bewegungen mit Panzern, die praktisch die einzigen verfügbaren Reserven sind. Der z.Zt. bei der 23. Pz.Div. anlaufende erste Vorstoß gegen einen Feind der von Gnilo Aksajskaja vordrückt ist dadurch stark behindert. Bei schwächerer Besetzung der Sicherungslinie ist nach Ansicht des Korps nicht zu verhindern, dass Gegner sich in der Nacht auf den beherrschenden Höhen mit starken Kräften einnistet. Erfolgversprechender Gegenangriff gegen diese Höhen bei eigenen schwachen Kräften nicht möglich.
Nur eine Lösung: enger Brückenkopf; bessere Anlehnung an Ortschaften. Nachteilig dabei: Gegner hat die beherrschende Höhen und kann zudem, da Sicht infolge Schneetreiben nur 100 m, den engen Brückenkopf leicht irgendwo durchhauen.
Letzte Nachricht vom Feinde: ein Regiment von Gromoslawka nach Süden vorgehend. Außerdem Vorstoß aus Nordostflanke mit Panzern aus Richtung Gnilo Aksajskaja.
Gesamteindruck: Beziehen der befohlenen Linie hat tadellos geklappt, alles steht dort wie befohlen aber in einer Verfassung, die für länger nicht tragbar.
Um 11.30 Uhr trägt Chef Pz.A.O.K. 4 dem Chef der HGr. die Lage entsprechend obiger Orientierung vor. Er betont dabei besonders die Gefährdung der Ostflanken, gegen die infolge Wetterlage keine Luftaufklärung angesetzt werden kann. Chef Pz.A.O.K. 4 bittet Chef der HGr. mit dem Feldmarschall zu besprechen, ob nicht doch die Möglichkeit bestünde den Brückenkopf enger zu machen, um die Leute mehr in die Ortschaften hineinziehen zu können. Dies wird zugesagt. Gleich darauf ruft Chef des LVII. Pz.Korps bei Chef Pz.A.O.K. 4 an und meldet fernmündlich: starker Feind in Bereitstellung bei Punkt 121.3 und weiter südlich erkannt, dabei 55 Panzer. Er bitte Sturmgeschütz-Abt. in das Aksaj-Tal als Rückhalt hineinzuziehen. Dies wird in Aussicht gestellt. Gegen den bei 121.3 versammelten Feind sind starke eigene Kräfte beiderseits der Straße Gromoslawka – Schestakow in Höhe Punkt 146.9 bereit gestellt. (1. Batl. I./40, 1. u. 2. Battr. der lei.Art.Abt. der 23. Pz.Div., 8,8-cm-Battr. und 2-cm-Battr., dahinter Nebelwerfer.)
Infolge der angespannten Lage lässt sich Oberbefehlshaber mit dem Kommandierenden General LVII. Pz.Korps verbinden und gibt ihm folgende Weisung: Ich betrachte die Lage des Korps als eine Bereitstellung nördlich des Aksaj, um den Gegner da wo er kommt anzupacken. Es bleibt dabei, dass Gegner, wenn er über die Höhen kommt, angegriffen wird, dazu Artillerie bereitstellen. Diese Sicherungsaufstellung darf nicht die gesamte Infanterie schlucken, nicht auf das Halten der Höhen kommt es an, sondern, wenn der Gegner die Höhen überschreitet und in das Aksaj-Tal vorstößt, muss er angegriffen werden. Die Divisionskommandeure müssen sich dies im Gelände überlegen. Wenn Gegner zurückgeworfen wieder bewegliche ausweichende Sicherungen ausstellen. Komm.General teilt darauf soeben eingetroffene neue Feindmeldungen mit.
11.20 Uhr:
Ein zweites Feindregiment von Parishskaja Komuna in westlicher Richtung auf Vormarsch. Kom.General will diesen Feind am Schwerpunkt 146.9 erst anlaufen lassen und dann im Gegenstoß von der Höhe herunterwerfen.
Oberbefehlshaber äußert noch einmal, Hauptaufgabe ist, den Feind nicht über die Höhe hinaus in das Aksaj-Tal hineinstoßen zu lassen. Die Bereitstellung ist hierzu beweglich, heute anders wie morgen.
Kommandierender General Pz.Korps meldet daraufhin, dass er gemäß der ihm gegebenen Weisung für die Kampfführung seiner Kräfte nach Einbruch der Dunkelheit umgruppieren wolle.
Am Nachmittag und Abend wird die Feindlage immer gespannter. Es gelingt nicht dem Feind das Überschreiten des Höhengeländes zu verwehren. Die infanteristischen Kräfte des Pz.Korps sind dazu zu sehr zusammengeschmolzen und die schwachen Stoßgruppen der beiden Panzer-Divisionen konnten nur an den Stellen, wo der Feind am stärksten drückte, vorübergehend Entlastung schaffen aber den Feind nicht weiter nach Norden zurückwerfen. Der Feind hat am frühen Nachmittag nicht nur die Höhen bei 146.9 und südlich Werchne Kumskij fest in der Hand, sondern ist auch über sie hinaus mit starken Kräften nach Süden vorgerückt.
Von der Lage gibt Chef Pz.AO.K. 4 dem Chef und Ia der Heeresgruppe Don in mehrfachen Gesprächen Kenntnis und bittet um die Genehmigung, sich auf Halten kleinerer Brückenköpfe beschränken zu dürfen. Eine andere Lösung, um die Aksaj-Übergänge und die wichtige Eisenbahnbrücke zu halten, gibt es nicht mehr.
Um 22.30 Uhr teilt Heeresgruppe Don mit, dass sich die HGr. über die sehr schwierige Lage der Pz.Armee ostwärts des Don im klaren sei und leider nicht helfen könne. Die Pz.Armee habe freie Hand in der Kampf- führung mit dem Ziel in kleinen Brückenköpfen den Aksaj-Abschnitt zu halten. Auf ein Halten des Geländes vorwärts des Aksaj-Abschnittes kann unter Berücksichtigung der Feindlage (fünf Feindkorps im Angriff gegen ein Pz.Korps) nicht mehr Wert gelegt werden.
Chef Pz.A.O.K. 4 weist Chef LVII. Pz.Korps in einer Cheforientierung an, den Kampf am 25.12. etwa wie folgt zu führen:
a) die Straßenbrücke bei Schestakow muss durch ausreichende Kräfte der 23. Pz.Division gesichert bleiben. Daneben muss diese Division eine genügend starke Reserve südlich des Abschnittes bereithalten, mit der jederzeit Feind, der südl. des Aksaj in den Rücken des Korps vorzugehen versucht, angegriffen und geworfen werden kann.
b) Die 17. Pz.Division muss aus dem Brückenkopf nach Nordwesten Richtung Kolchose Martha vorstoßen, um den dort gemeldeten starken Feind durch Angriff zu binden und damit zu verhindern, dass dieser Gegner gegen die Rumänen am Unterlauf des Aksaj bei Generalowskij und westlich vorgeht.
Diese Forderungen seien nach Ansicht der Pz.Armee durchführbar, wenn der Brückenkopf der 23.Pz.Div. so weit verengt wird, dass er etwa von Kolchose südostw. Krugljakoff über Punkt 81.8 und Punkt 81.7 verläuft und in der Gegend südwestl. 81.7 wieder Anschluss an den Abschnitt gewinnt. Der Vorstoß der 17. Pz.Div. muss aus Gegend Klykoff bis etwa 147.8 geführt werden, nach Gewinnen dieses Zieles ist es zweckmäßig, über Punkt 78.9 nach Süden zu stoßen und Feind, der gegebenenfalls schon über 147.8 nach Süden hinaus ist, im Rücken zu fassen.
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BeitragBeitrags-Nr.: 203955 | Verfasst am: 04.07.2014 - 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

25.12.1942
Wetter: starker Frost.
Wege: gut befahrbar.
Die heftigen Angriffe gegen das LVII. Pz.Korps mit Schwerpunkt bei Schestakow erfahren während der Nacht kaum eine Unterbrechung. Der Feind hat hier die 2. Garde-Armee mit mindestens zwei Schützen-Korps. ein mot.-Korps und vermutlich ein Panzer-Korps neu herangeführt.
Die am Vorabend angeordnete Zurücknahme der Front auf die Ortschaften im Aksaj-Tal ist durchgeführt worden. In wechselvollen Kämpfen hält sich das LVII. Pz.Korps. Die Hauptsorge der Armee ist der untere Aksaj-Abschnitt an dem die Rumänen eingesetzt werden mussten. Der Feind hat dem Abschnitt gegenüber in Gegend Kolchose Martha (?) und westlich ein weiteres Panzer-Korps versammelt, mit dessen Angriff gegen die Front der Rumänen während der nächsten Nacht oder am 26. mit Sicherheit zu rechnen ist. Die Armee hält es für ausgeschlossen, dass die rumänischen Verbände einem ernsthaften Druck des Gegners standhalten. Da zugleich Panzerfeind gegen die Gruppe Popescu im Raum von Shutow 2 – Ssamochin vorgeht und dabei Shutow 2 nach zwei vergeblichen Angriffen in Besitz bekam, sieht die Armee voraus, dass das LVII. Pz.Korps von der Front und von beiden Flanken zugleich angefasst und in nächster Zeit völlig eingeschlossen wird. Der O.B. stellt in einer fernmündlichen Aussprache mit dem O.B. der Heeresgruppe diese Lage dar. Er äußert dabei seine Ansicht, dass nur ganze Maßnahmen die bedrohliche Entwicklung der Lage aufhalten und die gefährdeten Verbände erhalten können.
Nach längeren Überlegungen gibt der Feldmarschall die Weisung, das LVII. Pz.Korps nur mit Teilen zur Fontalabwehr im Aksaj-Abschnitt zu belassen, mit Teilen dahinter bereitzustellen zur offensiven Kampfführung entweder nach Nordosten oder nach Nordwesten je nachdem, wo der Russe bei den Rumänen zuerst durchbricht. Zur weiteren Sicherung der Ostflanke will die Armee das aus den Beständen der 16. Inf.Div. (mot) voll beweglich gemachte verstärkte Gren.Rgt. (mot) 156 heranführen und es hinter dem Nordflügel des rum. VII. A.K. bereitstellen. [Anl. 831 (C1)] Für das Festhalten des Aksaj-Abschnitts ist weniger die Rücksicht auf die Brücke bei Krugljakoff ausschlaggebend, deren Preisgabe im Interesse einer Aktionsfähigkeit des LVII. Pz.Korps der Feldmarschall ausdrücklich gestattete, als vielmehr die Überlegung, dass ein Kampf gegen den starken Feind beim Ausweichen nach rückwärts nicht unter günstigeren Bedingungen stehen würde, als am Aksaj-Abschnitt.
Die Armee ist sich darüber klar, dass es bei dem erwarteten völligen Versagen der Rumänen auf die Dauer unmöglich ist, mit den eigenen abgekämpften Kräften dem ostwärts des Don anrückenden Feind entgegenzutreten.
Anhaltspunkte für die derzeitige Kampfkraft der Truppe:
Grenadier-Btle. nicht mehr als 150 Gewehre, einige noch weniger. 11 Panzer bei der 17. Panzer-Division und 12 Panzer bei der 23. Panzer-Division.
Entsprechend den Absichten für die Kampfführung wird befohlen, die 17. Pz.Div. aus der Aksaj-Front herauszulösen und mit einer Stoßgruppe in Wodjanskij mit der Masse der Division im Raum Nebykowo – Tschilekoff – Nishne Tscherni unterzubringen. [Anl. 833 (C1)]
Den Abschnitt des bisherigen XXXXVIII. Pz.Korps übernahm das Gen.Kdo. z.b.V. Mieth. [Anl. 373 (C2)]
Von der 16. Inf.Div. (mot) wurde das verst. Kradschtz.Btl. 165 aus Nugra zurückgezogen. Ein feindlicher umfassender Angriff mit Panzern und Infanterie gegen Stützpunkt Njukjun wurde abgewiesen.
An die SS-Div. "Wiking", die im Antransport von der HGr. A in Richtung auf Ssalsk – Remontnaja befindlich ist, ergeht Befehl über Ausladung, Versammlung und Verbindung zum Pz.A.O.K. 4. Die HGr. Don behält sich die Verfügung über die Division vor und beauftragte das Pz.A.O.k. 4 die SS-Div. "Wiking" so im Raum Remontnaja – Simwoniki zu versammeln, dass sie sowohl nach Nordosten über Kotelnikowo, als auch in Richtung Morosowskaja vorgezogen werden kann. [Anl. 372a (C2)]
Panzerabschusszahlen
LVII. PzKorps:
17. Panzer-Division: 18
23. Panzer-Division: 14

16. Infanterie-Division (mot): 3
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BeitragBeitrags-Nr.: 203977 | Verfasst am: 11.07.2014 - 06:59    Titel: Antworten mit Zitat

26.12.1942
Wetter: klar, morgens starker Frost.
Gefechtsbild des Tages
Verteidigung des Aksaj-Abschnitts. Beiderseitige Umfassung durch Versagen der Rumänen. Zurücknahme der Front in eine Stellung nördlich Kotelnikowo.
Verlauf des Tages
Um 06.00 Uhr meldet Oberst i.G. Doerr fernmündlich an Chef Pz.A.O.K 4: Ort Generalowskij vom Gegner mit Infanterie angegriffen. Rumänen wichen nach Süden aus. Generalowskij vom Feind besetzt. Chef Pz.A.O.K. 4 ruft um 06.15 Uhr den Chef LVII. Pz.Korps an und befiehlt, mit der Abteilung in Wodjanskij (Sturmgeschütz-Abt. II/40 [sic!])¹ Aufklärung gegen Generalowskij anzusetzen. In einem zweiten Anruf um 06.25 Uhr befiehlt Chef des Stabes Pz.A.O.K. 4 sofort die ganze Abteilung bei Wodjanskij zu einer Aktion gegen Generalowskij vorgehen zu lassen und wenn diese den Gegner nicht zurückwerfen könne, den Vorstoß gegen Generalowskij mit der ganzen 17. Pz.Div. auszuführen. Chef LVII. Pz.Korps meldet, dass die Masse der 17. Pz.Div. vollkommen herausgelöst und befehlsgemäß in Gegend Pimen Tscherni untergekommen sei. Auftrag für den Gegenangriff: Feind über den Aksaj nach Norden werfen. Erst dies ganz erledigen, dann erst bezgl. Bedrohung der Ostflanke weiter sehen. Zur Besetzung des Aksaj-Abschnitts Rumänen verwenden oder wenn dies nicht möglich, die Abteilung von Wodjanskij dort einsetzen.

Um 09.10 Uhr ersucht Chef Pz.A.O.K. 4 Oberst i.G. Doerr festzustellen, wie es gekommen ist, dass die Nachricht vom Feindeinbruch in Generalowskij erst um 06.00 Uhr eintraf, obwohl der Einbruch selbst um Mitternacht erfolgte. Wäre die Meldung bis 04.00 Uhr eingelaufen, hätte 17. Pz.Div. von unmittelbar südlich des Aksaj-Abschnitts zum Angriff angesetzt werden können. So war sie schon im Raum von Pimen Tscherni in Unterkünfte verteilt. O.B. ersucht um genaue Meldung, ist der Ansicht, dass dadurch Gegenangriff zum scheitern verurteilt. (Nach Feststellung von Oberst i.G. Doerr sollte Meldung vom Einbruch des Gegners bei Generalowskij um 03.00 Uhr an 01 des Pz.A.O.K. 4 gegeben werden. Angeblich konnte keine Verbindung mit Pz.A.O.K. 4 erreicht werden.)
Oberst i.G. Doerr meldet, dass Gruppe Schön von Ssamchin auf Shutow 2 angegriffen habe.

Um 09.15 Uhr meldet Ic Pz.A.O.K. 4 dem Chef, Luftaufklärung ergab auf Straßen bei Ssadowoje so gut wie gar kein Verkehr. Ostufer des Don ganz geringer Verkehr. Chef Pz.A.O.K. 4: "Mir ganz klar, Gegner marschiert bei Nacht. Orte belegt, sehr gut getarnt".

Um 09.15 meldet Chef LVII. Pz.Korps um 08.00 Uhr feindlicher Angriff gegen Aksaj-Front in 3 bis 4 km Breite. Unter Einsatz von starken Panzerkräften und Infanterie gelang es dem Gegner in Schesstakow einzudringen. Div.Kdr. 23. Pz.Div. meldet, er habe selber den Gegner in hellen Haufen anrennen sehen. Div.Stab weicht aus. Panzer sind zum Gegenangriff angesetzt. Laufende Stuka-Angriffe gegen Feindangriff bei Schesstakow.

Um 09.25 Uhr gibt Chef Pz.A.O.K. 4 dem Chef der Heeresgruppe eine Orientierung über die Lage. Er weist auf die drohende Umfassung des LVII. Pz.Korps hin, wenn erwarteter Stoß aus Gegend Ssadowoje ausgelöst wird. Das verst. Gren.Rgt. (mot) 156 [KGr. Oberst Eisermann verst. durch 1. u. 2./Art.Rgt. (mot) 146, Fhr. Hptm. Schwenninger, 3./Pz.Jäg.Abt. 228]² der 16. Inf.Div. (mot) ist noch im Anmarsch begriffen und kann den Stoß allein auch nicht auffangen. Er meldet, LVII. Pz.Korps an Panzer-Abwehrwaffen weiter dadurch geschwächt, dass durch kampflosen Rückzug der Rumänen bei Generalowskij die dort zur Stützung der Front eingesetzte 8,8-cm-Batterie verloren gegangen sei.

Um 09.40 Uhr meldet Oberst i.G. Doerr dem Chef Pz.A.O.K. 4 seinen Eindruck dass die Führung der Rumänen offenbar "das Rennen aufgegeben haben". Wahrscheinlich auf Grund eines der den D.V.K.'s geheim gehaltenen Befehls, der rumänischen Führung.

Um 09.45 Uhr meldet Oberst Dinter, Don-Brücke bei Potjomkinskaja seit 02.00 Uhr im Abbau. Im Laufe der nächsten Nacht beendet. Das Armee-Pi.Btl. soll für technischen Einsatz nach Abbau auf dem Ostufer bleiben.

Um 09.45 Uhr fernmündliche Morgenorientierung zwischen Chef Pz.A.O.K. 4 und Chef Gen.Kdo. z.b.V. Mieth. Chef Gen.Kdo. z.b.V. Mieth meldet, Funkspruch der Russen an 8. Kavallerie-Korps mit Befehl zum Angriff links des Korps-Abschnitts ab 05.00 Uhr morgens. Bisher nicht erfolgt. Chef Gen.Kdo. weist auf die ungeklärte Abschnittsgrenze am linken Flügel des Korps hin und bittet um Regelung der Verantwortlichkeit. Gen.Kdo. rechnet mit Angriff auf Mitte und linken Flügel des Korps-Abschnitts. Gen.Kdo. will dazu ein verstärktes Regiment als bewegliche Reserve hinter dem linken Flügel des Abschnitts herauslösen und Verteidigung durch Gegenangriff führen.

Um 10.05 Uhr meldet Oberst i.G. Doerr dem Chef Pz.A.O.K. 4 infolge Angriff von Feindpanzern in 3 Wellen gegen Prischib rum. Bataillon (II./92) im Ausweichen nach Süden.
Oberst i.G. Doerr soll Versuch machen, Rumänen in Höhe des Weges von Generalowskij nach Potjomkinskaja aufzuhalten. Es sei Absicht der Armee, nach Gegenangriff der 17. Pz.Div. Rumänen wieder an den Aksaj zu stellen. Oberst i.G. Doerr hält dies nicht für möglich, da Rumänen gar keinen Widerstand mehr leisten. Er meldet weiter, Gegenangriff der Gruppe Popescu gegen Shutow 2 ohne Gruppe Schön im Gange. Gruppe Schön kann wegen Glatteis nicht fortkommen. Schneeketten liegen in Rostow.

Um 10.15. Uhr meldet Kommandeur 16. Pz.Div. (mot) fernmündlich: Nichts besonderes, starke Patrouillen-Vorstöße sonst Ruhe. Das nach Norden gezogene verst. Gren.Rgt. 156 (mot) wird im Vormarsch ständig von Fliegern angegriffen. Dadurch Verzögerung und Fahrzeugverluste. Außerdem wirkt sich schlechter Zustand der Fahrzeuge bei dem langen Marsch sehr aus. Das Regiment ist sehr zerfleddert angekommen.

Um 10.30 Uhr meldet Oberst i.G. Doerr, dass Angriff auf Shutow 2 offenbar nicht zum Tragen gekommen sei. Der nach vorn zum LVII. Pz.Korps geflogene O.B. ruft von dort um 10.30 Uhr an und gibt folgende Orientierung der Lage: die Sturmgeschütz-Abt. von Wodjanskij bis Birjokoff vorgestoßen, wird dort z.Zt. von Norden und Westen angegriffen, sie verteidigt den Ort. Feindpanzer im Vorrollen nach Süden gegen Nishne Jablotschnij, haben den Ort jetzt wahrscheinlich schon erreicht. Panzervorstoß des Feindes gegen Höhe 103. Feindangriff gegen Klykoff, Ort vom Feind besetzt. Feind in Schesstakow. Chef Pz.A.O.K. 4 meldet dazu ergänzend: stärkerer Angriff des Feindes auf Ssamchin. Gegenangriff auf Shutow 2 anscheinend misslungen. O.B. rechnet damit, dass weiter vordrücken wird auf Kotelnikowo. Er hält Verteidigungslinie Pimen Tscherni – Kotelnikowo günstiger als in Höhe Jablotschnij. Stellung dort kürzer. Chef Pz.A.O.K. 4 spricht darauf um 10.40 Uhr mit dem Chef der Heeresgruppe. Nach einer Orientierung über die Lage gibt er den Vorschlag des O.B. bekannt, eine Widerstandslinie bei Scharnutowskij – Pimen Tscherni nördlich Kotelnikowo zu beziehen. Wenn keine Erlaubnis für die Front-Zurücknahme, dann ist nach Ansicht der 4. Pz.Armee die 23. Pz.Div. verloren.
Chef der HGr. teilt daraufhin mit, dass der Feldmarschall soeben mit der Op./Abt. gesprochen und mitgeteilt habe, dass der Aksaj-Abschnitt wahrscheinlich verloren sei. Er habe aber noch keine Entscheidung erhalten. Chef Pz.A.O.K. 4 sagte daraufhin, Entscheidung muss heute so früh fallen, dass Frontänderung am frühen Nachmittag befohlen werden kann, sonst kommt 23. Pz.Div. nicht mehr vom Aksaj-Abschnitt weg. Er meldet, dass Gegenangriff 17. Pz.Div. im Gange ist.

Um 11.00 Uhr meldet Oberst i.G. Doerr, 1 Bataillon Rumänen steht noch bei Tschaussowskij am Aksaj. 1 Bataillon hat seine Stellung am Aksaj ohne Feinddruck geräumt, es befindet sich im Rückmarsch bei Krassnojarskij. Weisung vom Chef Pz.A.O.K. 4 an Oberst i.G. Doerr, alles was von den Rumänen noch vorne erreichbar ist zum Besetzen des Abschnitts Werchne Jablotschnij – Nishne Jablotschnij – Werchne Kurmojarskaja zu bringen.

Um 11.05 Uhr ruft der Chef der Heeresgruppe den Chef Pz.A.O.K. 4 an und übermittelt ihm folgendes: Er habe die Lage der Armee dem Feldmarschall vorgetragen. Daraufhin sei ein Befehl in Vorbereitung, der fernschriftlich übermittelt werde. Dessen Inhalt sei: In beweglicher Kampfführung alles daran setzen, weiteres Vordringen des Gegners zu verhindern. [Anl. 837 (C1)]

Um 11.30 Uhr Meldung vom Chef des Stabes LVII. Pz.Korps: aus Shutow 2 eine Feind-Kp. und 13 Panzer seit 11.00 Uhr im Vorgehen. Sturmgeschütz-Abt. meldet aus Birjokoff Gegner dringt im Verlauf des Aksaj scharf nach Osten. Wodjanskij von eigenen Truppe geräumt. Auf Befehl des O.B. ist Stu.Gesch.Abt. und II./40 wieder zum Angriff auf Generalowskij angesetzt. Von der Masse der 17. Pz.Div. liegen folgende Meldungen vor: Pz.Gren.Rgt. 63 im Vorgehen mit Anfängen auf Höhe 121.3 – Truppe sehr schwach. Gren.Rgt. 180 Mann in 2 Kampfgruppen aufgeteilt. Das I./40 infolge Erfrierungen bei einer Stärke von 60 Mann im Augenblick nicht einsatzfähig. Chef Pz.A.O.K. 4 befiehlt für rückwärtige Teile des Korps sofort alle Vorbereitungen zum Zurückgehen auf Stellung vorwärts Kotelnikowo zu treffen. Zurücknahme der kämpfenden Truppe nach Einbruch der Dunkelheit.
Um 11.40 Uhr geht der gleiche Befehl an Oberst i.G. Doerr.
In einem weiteren Ferngespräch mit dem Chef des LVII. Pz.Korps wird befohlen, der Gegenangriff der 17. Pz.Div. ist nur so weit zu führen wie erforderlich ist, um die 23. Pz.Div. in ihre neuen Stellungen zurückzuführen. In einem Ferngespräch mit Oberst i.G. Doerr wird die Verteilung der Stoßgruppen Bischoff und Schön [Hptm. Schön mit FEB 29. Inf.Div. (mot), Tle. Pz.Abt. 129, 1 Bttr. StuG.Abt. 243 u. 1 rum. Bttr. o. Geschütze]² auf die neuen Stellungen geregelt.
Den fernmündlichen Vorbefehlen folgt ein entsprechender fernschriftlicher Befehl. [Anl. 838 (C1)]

In den schweren Kämpfen des Tages hat die eigene Truppe wiederum starke Verluste gehabt, bei einzelnen Kompanien befinden sich nur noch 20 Gewehrträger, eine Reihe von Ausfällen von Geschützen und Flak macht sich sehr unangenehm bemerkbar.
Es ist ein heldenhafter Kampf einer kleinen deutschen Truppe, die nur noch den Kampfwert einer Division hat, die völlig in der Luft hängt und deren großer Teil Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften durch wochenlange schwere Kämpfe fast ohne Ruhe keine besondere Widerstandskraft mehr besitzen.
Das rum. VI. A.K., das mühselig erneuert und mit 2 Divisionen aufgebaut wurde, hat am 26.12. abends nur noch 1 Bataillon.
Durch das Versagen der rumänischen Kampfverbände ist die Heeresgruppe veranlasst eine Neugliederung der Befehlsverhältnisse vorzunehmen. Den bisherigen Abschnitt der rumänischen 3. Armee übernimmt die "Armeegruppe Hollidt". Sie wird gebildet aus dem deutschen Generalstab bei dem rum. A.O.K. 3, Gruppe Stahel, bisher unter rum. A.O.K. 3, tritt unter dem Befehl des Gen.Kdo. z.b.V. Mieth und damit in den Befehlsbereich der 4. Pz.Armee über.
Dem rum. A.O.K. 3 wird als neue Aufgabe die Organisation die Verteidigung am Donezk und am Don übertragen. [Anl. 836 (C1)]
Gen.Kdo. z.b.V. Mieth erhält von der Armee entsprechenden Befehl. [Anl. 839 (C1)]

¹) StuG.Abt. ? und II./Pz.Gren.Rgt. 40 ? oder die in der Übersicht v. 22.12.42 unter Arko 121, LVII. Pz.Korps aufgeführte Art.Abt. II./40 (s.F.H.)
²) Siehe: Memminger, Die Kriegsgeschichte der Windhund-Division (D 1526 ff.)

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27.12.1942
Wetter: starker Frost.
Wegezustand: gut befahrbar.
Die gespannte Lage beim LVII. Pz.Korps, das von allen Seiten vom starkem Gegner angegriffen wird, nimmt ständig zu. Am frühem Nachmittag wird die 23. Pz.Div. bei Pimen Tscherni stark angegriffen; verliert unter beträchtlichen Einbußen an Personal und Material diesen Ort und Nishne Tscherni. Gleichzeitig wird das Korps im Norden umfasst und verliert Pochlebin.
Anscheinend nicht sonderlich starker Feind, aber mit Panzern, durchbricht 1. rum. Division bei Iki Sorgakin und kurz vor Einbruch der Dunkelheit 4. rum. Division bei Kiselewka. Es kommt zum Zusammenbruch der gesamten rumänischen Kräfte und damit zu einer völligen Preisgabe unserer Ostflanke. Die Lage, die die 4. Pz.Armee seit langem fürchtete und am 21.12. auch der Heeresgruppe gemeldet hat, ist nun eingetreten. Das LVII. Pz.Korps hängt in der Luft! Das VII. rum. A.K. ist anscheinend "weggeblasen", ebenso die Gruppe Popescu (die Reste der 5. und 8. rum. Kav.Div.).
Das Ausweichen der Masse des rum. VII. A.K., ohne nennenswerten Widerstand zu leisten, ist anscheinend auf einen Befehl des rum. VII. A.K. zurückzuführen, von welchem dem Kommandeur des Gren.Rgt. 156 (mot) bei der 1. rum. Div. Mitteilung gemacht wurde. Dieser Befehl lautete in etwa, dass die Division ohne Unterstützung durch starke deutsche Panzerabwehr bei feindlichen Panzerangriffen auszuweichen habe. Ob das rum. VII. A.K. diesen Befehl von einer höheren Kommandostelle bekommen hatte konnte nicht festgestellt werden.
Das Pz.A.O.K. 4 sucht die Lage wie folgt zu steuern:
a) Auftrag an 4. rum. Armee VII. A.K. am Sal einzufangen und mit Front nach Osten einzusetzen. (Das Pz.A.O.K. 4 hat allerdings nur wenig Hoffnung, dass das gelingt.) [Anl. 853 (C1)]
b) Abwehr mit Pz.Gren.Rgt. 156 (sic!) [von 16. Inf.Div. (mot) herangezogen] im Karsal-Tal bei Schebalin und Krykow, Vorstoß mit Teilen auf Budarka zur Verzögerung des feindlichen Vorgehens über Budarka nach West und Südwest. [Anl. 857 (C1)]
c) Abwehr mit LVII. Pz.Korps um Kotelnikowo. Vorstoß mit Teilen auf Budarka mit gleichem Auftrag wie Pz.Gren.Rgt. 156. Gegenstoß auf Pochlebin zur Wiederinbesitznahme dieses Ortes und Bereinigung der Nordflanke. [Anl. 852 (C1)]

Eine andere Lösung ist bei den geringen, dem Pz.A.O.K. 4 zur Verfügung stehenden Kräfte nicht mehr möglich. Es hofft, dass abgesehen vom Aufbau der rumänischen Sicherungen, diese Absichten sich am 28.12. durchführen lassen. Hinsichtlich der Rumänen ist die Pz.Armee zweifelhaft.
Die Armee weist die Heeresgruppe Don erneut und eindringlich auf den sehr schlechten Zustand der Truppe hin, die seit Tagen ja Wochen schwer kämpft, keine Ruhe gehabt hat und bei 20 Grad Kälte in der freien Luft steht.
Panzerabschusszahlen
LVII. Pz.Korps:
23. Panzer-Division: 6
Gruppe Schön: 5

Die Heeresgruppe übermittelt den Befehl des Führers, den Kampf so zu führen, dass die bestmöglichsten Voraussetzungen für die Befreiung der 6. Armee erhalten bleiben. Der Raum um Kotelnikowo muss als Absprungbasis für eine Angriffsoperation auf Stalingrad unbedingt im Besitz der Heeresgruppe bleiben.
Für die Durchführung dieses Auftrags wird dem Pz.A.O.K. 4 ab sofort SS-Division "Wiking", seit 27.12. im Eintreffen, im Raum Remontnaja – Ssalsk unterstellt und werden ihm weiter zugeführt, 7. Pz.Div. und Tiger-Pz.Abteilung 503, Eintreffen letztere ab 30.12. in Ssalsk. [Anl. 847 (C1)]
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BeitragBeitrags-Nr.: 203988 | Verfasst am: 17.07.2014 - 07:12    Titel: Antworten mit Zitat

28.12.1942
Wetter und Wegezustand: unverändert.
Am frühen Morgen beginnt der Feind seine heftigen Angriffe gegen das LVII. Pz.Korps mit dem Schwerpunkt Kotelnikowo erneut. Schon um 06.30 Uhr meldet das Korps, dass das Halten von Kotelnikowo kaum mehr möglich sei, wenn nicht die Stellungen näher an den Ort heran gelegt werden dürfen, um Kräfte zur Abwehr der starken Angriffe aus westlicher und nordwestlicher Richtung frei zu bekommen. Dies wird dem Korps genehmigt mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass Kotelnikowo zu halten ist und eine Aufgabe zunächst nicht in Frage käme.
Der HGr. Don wird die Lage gemeldet und die Auffassung der Armee vorgetragen, dass sie ein Halten von Kotelnikowo über den 28.12. hinaus nicht für möglich hielte. Es bestünde erneut die Gefahr, dass das Korps umgangen wird; schließlich seien die Kräfte so schwach, dass bei Fortsetzen der harten Abwehrkämpfe über den 28.12. hinaus das Korps voraussichtlich nicht mehr in der Lage wäre, sich erneut zur Abwehr zu stellen (23. Pz.Div. hat nur noch zwei ganz schwache Bataillone, beide Divisionen nur noch sehr wenige Panzer und Artillerie.).
Als sich die Lage bei Kotelnikowo im Laufe des Vormittags weiter zuspitzt, wird die Genehmigung zur Zurücknahme des Pz.Korps auf Sal – Jerik-Abschnitt erneut erbeten. Da mit der Entscheidung nicht vor Nachmittag zu rechnen ist, aber die Bewegungen mit Beginn der Dunkelheit angetreten werden müssen, gibt die 4. Pz.Armee dem Korps eine Vororientierung, auf jeden Fall alles überflüssige Gerät usw. hinter den Sal abzuschieben, hierbei aber den Divisionen nur das Notwendigste mitzuteilen. Die Pz.Armee beabsichtigt, im Falle der Genehmigung das LVII. Pz.Korps beiderseits Remontnaja am Sal und Jerik zur Abwehr einzusetzen, mit je einer Stoßgruppe am Süd- und Nordflügel zur offensiven Deckung der Flanken. Auch über diese Absicht wird das Korps unterrichtet.
Am Nachmittag wird die Genehmigung zur Aufgabe von Kotelnikowo gegeben. Zugleich wird von der H.Gr. befohlen:
4. Pz.Armee hat ein schnelles Durchstoßen des Gegners nach Westen zwischen Sal und Don sowie Richtung Proletarskaja zu verhindern. Hierzu kann LVII. Pz.Korps, sobald es die Kampflage erfordert und zulässt, beweglich kämpfend auf die Linie Remontnaja – Shikowskaja zurückgenommen werden. Es kommt darauf an, hierbei sowohl einen Durchstoß des Gegners auf den Don-Übergang bei Zymljanskaja zu verhindern, wie auch den Zusammenhang mit der SS-Division "Wiking" nicht zu verlieren. Dieser wird im wesentlichen, wenn möglich, die offensive Deckung der Versorgungsbasis Ssalsk zufallen. [Anl. 867 (C1)]

Die Armee gibt darauf ihre bisherigen Absichten auf. Für den ihr gegebenen neuen Auftrag rechnet sie damit, dass der Feind am 29.12. mit der Masse seiner Kräfte nach Preisgabe von Kotelnikowo von dort in Richtung Remontnaja vorstoßen wird. Die Armee entschließt sich diesem erwarteten Vorstoß die sehr geschwächte 23. Pz.Div. bei dem Bhf. Ssemitschnaja und westlich davon frontal vorzulegen, die kampfkräftigere 17. Pz.Div. bei Wysseliki, Ssibirski und Korolew so zu versammeln, dass sie dem Feind bei dessen Auftreffen gegen die Stellung der 23. Pz.Div. in die Flanke stoßen kann. Von der SS-Division "Wiking" werden die bereits eingetroffenen Teile (als eine Rgts.Gruppe) nach Remontnaja vorgezogen. Die Armee behält sich ihre Verwendung zur Sicherung der tiefen Ostflanke vor. Das verstärkte Regiment 156 soll südlich des Sal zurückgenommen werden und in Gegend Erkitinskaja zum offensiven Einsatz gegen einen südlich des Sal nach Westen vorstoßenden Feind bereitgestellt werden. Die von der SS-Division "Wiking" heranrollenden Teile will die Armee vorwärts Simnowiki bei dem Bhf. Gaschun auf dem Westufer des Mal. Gaschun versammeln und in offensiver Kampfführung zum Schutz der Ostflanke einsetzen. Dieser Absicht gemäß ergehen zunächst fernmündlich Anweisungen und dann ein fernschriftlicher Einsatzbefehl. [Anl. 866 (C1)]
In diesem Befehl weist die Armee ausdrücklich darauf hin, dass der befohlene Einsatz der Truppen nur für den 29.12. gilt und das die weitere Kampfführung für den 30.12. im Rahmen der großen Gesamtaufgabe erst nach den Ergebnissen des 29.12. befohlen wird.

Bei der 16. Inf.Div. (mot) greift der Gegner im Laufe des Tages stark an. Da sie nur die Hälfte ihrer Infanterie zur Verfügung hat, ist sie nicht in der Lage die Umfassung der Jaschkul-Stellung zu verhindern. Der Div.Kdr. v. Schwerin muss sich entschließen, in der kommenden Nacht auf Ulan-Erge auszuweichen. Dieser Entschluss fällt zeitlich zusammen mit der Erlaubnis der Heeresgruppe, mit der 16. Inf.Div. (mot) zurückzugehen. Der Div.Kdr. hat für morgen die Absicht, den heute vorgedrungenen Gegner von Ulan-Erge aus im Gegenangriff zurückzuwerfen. Diese Absicht wird genehmigt.
Entsprechend dem Befehl der H.Gr. erhält die 16. Inf.Div. (mot) weiter die Weisung, das Vorgehen des Feindes in Richtung auf Elista, Troitzkoje möglichst zu verzögern und diese Linie alsdann zu halten.
Das VII. rum. A.K. löst sich mehr und mehr auf. Damit hat die Kampfkraft der 4. rum. Armee den Nullpunkt erreicht. Die 4. Pz.Armee ist sich voll darüber im klaren, dass mit den Rumänen nicht mehr rechnen kann und dass sie zur Lösung ihrer Aufgabe nur auf die deutschen Kräfte angewiesen ist.
Panzerabschusszahlen
17. Panzer-Division: 29
23. Panzer-Division: 11
16. Inf.Div. (mot): 1
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BeitragBeitrags-Nr.: 203992 | Verfasst am: 20.07.2014 - 07:23    Titel: Antworten mit Zitat

29.12.1942
Straßen- und Wegezustand unverändert.
Die 16. Inf.Div. (mot) ist nicht in der Lage den beabsichtigten Gegenangriff zu führen. Es gelingt ihr unter Zusammenfassung aller Kräfte gerade alle Feindangriffe auf ihre Stellungen bei Ulan-Erge abzuwehren. Sie kann es nicht verhindern, dass sie starker mot.- und Panzerfeind im Norden umgeht und auf Troitzkoje nördlich Elista vorgeht. Sie selbst ist gezwungen in der Nacht zum 30.12. auf Elista auszuweichen.
Beim LVII. Pz.Korps bleibt der erwartete Vorstoß des Gegners mit der Masse seiner Kräfte von Kotelnikowo gegen Remontnaja aus. Es kommt so auch der Gegenstoß der 17. Pz.Div. zur Auslösung. Versuche des Feindes die Stellung der 23. Pz.Div. bei Semitschnaja von Süden her zu umgehen, wurden leicht abgewiesen. Das Gren.Rgt. 156 erwehrt sich in der befohlenen Weise durch Gegenstöße eines im Sal-Tal wiederholt nach Remontnaja vorstoßenden Gegners.
Aus verschiedenen Nachrichten ist zu entnehmen, dass der Feind Teile vor der Front des LVII. Pz.Korps nach Westen abzieht und sie am Don zum Einsatz gegen die Gruppe Mieth bereitstellt.
Laufend verdichten sich weiter die Nachrichten, dass Gegner Kräfte über Sawetnoje nach Remontnoje führt. Ungeklärt bleibt, ob der Feind weitere Kräfte gegen Simowniki aus ostwärtiger Richtung einsetzt. Die Armee rechnet damit. Auf Grund dieser Feindnachrichten, wird dem LVII. Pz.Korps befohlen, am 30.12. mit allen verfügbaren Kräften, ohne einen Angriff des Gegners auf die Stellung der 23. Pz.Div. abzuwarten, aus Gegend Wysselki in Richtung auf Nagotnyj vorzustoßen, um den Gegner vor der Front des LVII. Pz.Korps zu binden. [Anl. 879 (C1)]
Die SS-Division "Wiking" soll mit allen verfügbaren Kräften (etwa ⅔ ihres Bestandes) nach Simowniki gezogen werden.
Zum Schutz der tiefen Ostflanke und zur Verhinderung eines Durchbruchs auf Proletarskaja soll die im Anrollen begriffene 7. Pz.Div. bei und ostwärts Orlowskaja und Bhf. Kuberle versammelt werden.
Die nördlich des Don am heutigen Tage im Landmarsch mit vordersten Teilen im Raum um Zymljanskaja eintreffende 11. Pz.Div. wird dem Pz.A.O.K. 4 unterstellt. Das Pz.A.O.K. hat die Absicht, diese Division späterhin an seinem rechten Flügel zu verwenden. Es plant aber, sie zunächst zu einem Vorstoß bei Gruppe Mieth einzusetzen. Dort fühlte der Gegner an mehreren Stellen über den Don vor. Ein stärkerer Vorstoß gegen den Ort Tschepurin, der von etwa einem Bataillon angegriffen und genommen wird. Nach Fliegermeldungen und nach Erdbeobachtungen ist anzunehmen, dass der Gegner seine Angriffe morgen mit erheblich verstärkten Kräften (etwa in Stärke einer Division mit wenig Panzer) fortsetzen wird. Gruppe Mieth ist allein für sich außerstande einen Angriff in solcher Stärke an der Don-Front entgegenzutreten.
Es ist bereits seit mehreren Tagen die Zurücknahme der Gruppe Mieth an den Zymla-Abschnitt vorbereitet, um Kräfte einzusparen, vor allem um nicht kampfkräftige Alarm-Einheiten herauszulösen und ihrer eigentlichen Aufgabe wieder zuzuführen.
Diese Ausweichbewegung, die bei der Masse der zurückzunehmenden Truppen mangels genügender Ausbildung und ihrer Ausstattung mit teils völlig unbeweglichen Waffen und Gerät schon schwierig ist., wird durch die taktische Lage auf dem Südflügel noch besonders erschwert. Ja die 4. Pz.Armee steht auf dem Standpunkt, dass ein auch nur ein einigermaßen reibungsloses Ausweichen des Südflügels nur möglich ist, wenn vorher durch einen Gegenangriff mit anderen Kräften den ausweichenden Truppen der dazu notwendige Raum freigekämpft worden ist und vor allem Feind, der die neue Stellung schon jetzt mit Spähtrupps erreicht hat, sich dort nicht mit stärkeren Teilen festgesetzt hat. Die Pz.Armee will daher am 30.12. die 11. Pz.Div. bei und nordwestlich Zymljanskaja unter Offenhalten der Zymla-Übergänge durch Teile der Division versammeln und mit ihr am 31.12. einen entsprechenden Entlastungsstoß führen.
Die Pz.Armee glaubt durch einen solchen Schlag dem Südflügel der Gruppe Mieth genügend Luft für die Ausweichbewegung schaffen und einen geordneten Aufbau der Verteidigung am Zymla-Abschnitt sicherstellen zu können.
Die 11. Pz.Div. soll am Tage nach diesem Angriff zurück genommen werden und bei Zymljanskaja über den Don auf das Südufer geführt und dort an den rechten Flügel der Armee gebracht werden.
Als dem Chef der H.Gr. diese Absicht der 4. Pz.Armee vorgetragen wurde, äußert er Bedenken gegen eine Verwendung der 11. Pz.Div. auf dem Nordufer des Don und hielt deren sofortige Überführung auf das Südufer für erforderlich. Er bat, dass diese Angelegenheit am nächsten Morgen in einem Ferngespräch zwischen dem O.B. der Pz.Armee und dem O.B. der Heeresgruppe geklärt würde.
In der Nacht um 23.15 Uhr rief der Feldmarschall persönlich den Chef des Pz.A.O.K. 4 an und eröffnete ihm: Es käme gar nicht in Frage, dass die 11. Pz.Div. auf dem Nordufer des Don eingesetzt wird. Dafür habe er sie nicht gegeben. Die Division gehört auf das Ostufer des Don und zwar auf den rechten Flügel der Armee. Dort ist die große Krisis, am Don nur die kleine. Die Division soll nur so weit mit Teilen nördlich des Don eingesetzt werden, als sie braucht, um Luft für ihren Übergang über die Brücke zu bekommen.
Der Gruppe Mieth wird diese Entscheidung der H.Gr. sofort zugestellt und zugleich ihr aufgetragen, sich zu überlegen, wie sie die Frontverlegung unter dem zu erwartenden erheblichen Feinddruck gegen den Südflügel ohne Einsatz der 11. Pz.Div. durchführen könne. Alle Maßnahmen dafür müssen sofort in Angriff genommen werden.
Für die 11. Pz.Div. bleibt der bisherige Befehl für morgen in Geltung, sich im Raum um Zymljanskaja zu sammeln und sich gegen die Zymla hin zu sichern. Darüber hinaus wird ihr aufgetragen, Vorkehrungen und Vorbereitungen für einen Übergang der Division auf das Südufer des Don zu treffen.
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BeitragBeitrags-Nr.: 204005 | Verfasst am: 24.07.2014 - 07:26    Titel: Antworten mit Zitat

Doppelpost, bitte löschen!!

Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 24.07.2014 - 07:31, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 204006 | Verfasst am: 24.07.2014 - 07:28    Titel: Antworten mit Zitat

30.12.1942
Wetter: anhaltender Frost.
Straßen- und Wegezustand: gut.
Am frühen Morgen stellt sich heraus, dass stärkerer mot.- und Panzerfeind im Vorgehen von Osten auf Simowniki den Mal. Gaschun bereits erreicht, anscheinend zum Teil schon überschritten hat. Durch Luftaufklärung und durch die Meldung eines Gendarmeriepostens werden feindliche Panzer etwa 20 km südostwärts Simowniki festgestellt. Der von der Armee vermutete Ostweststoß des Gegners gegen die tiefe Ostflanke der 4. Pz.Armee und gegen die Eisenbahn Proletarskaja – Remontnaja ist eingetreten. Es kann sich bei dem hier vorgehenden Feind nach allen bisherigen Feindnachrichten nur um das 3. Garde mot.-Korps handeln. Die Armee muss jetzt mit dem Angriff eines Feindkorps nördlich des Ssal, eines weiteren auf dem Südufer des Ssal von Osten her und eines dritten aus Richtung Remontnaja rechnen.
Um das Vorwärtskommen des Feindes von Osten her einzudämmen, wird die an sich schon geplante Zusammenfassung aller verfügbaren Teile der SS-Pz.Division "Wiking" um Simowniki beschleunigt durchgeführt. Um 08.00 Uhr wird dem I. Btl. SS-Pz.Gren.Rgt. "Westland", das nordostwärts Simowniki in Versammlung begriffen ist, befohlen, sofort nach Süden anzutreten. Um 09.00 Uhr erhält das LVII. Pz.Korps den Befehl das SS-Pz.Gren.Rgt. "Nordland" der 5. SS-Pz.Division "Wiking", das zur Zeit den Ssal-Brückenkopf bei Remontnaja deckt, sofort herauszulösen und beschleunigt nach Simowniki in Marsch zu setzen. Um 11.00 Uhr trifft der Kommandeur des SS-Pz.Gren.Rgt. "Nordland" in Simowniki ein. Ihm als dem ältesten der zur Zeit anwesenden Kommandeuren der Division wird im A.H.Qu. persönlich der Befehl gegeben, nach Eintreffen seines Regiments von Remontnaja den Feind, mit allen verfügbaren Teilen der Division, über den Mal. Gaschun-Abschnitt nach Osten zurückzuwerfen. Die Durchführung dieses Befehls am 30.12. ist nicht mehr möglich, weil sich inzwischen der Feind westlich des Mal. Gaschun wesentlich verstärkt hat. Der Angriff wird für den 31.12. vorgesehen. Vorzüglich unterstützt durch Verbände des IV. Flieger-Korps wehren die bereits zur Abwehr eingesetzten Teile der SS-Pz.Div. "Wiking" zunächst das weitere Vorgehen des Feindes gegen Simowniki ab.
Auf dem Nordufer des Ssal hatte sich der Feind vor der Stellung der 23. Pz.Div. nach Meldung des LVII. Pz.Korps schon bei Tagesanbruch so weit nach Osten abgesetzt, dass ein in Richtung Nagotnyj vorgetragener Vorstoß (nach Ansicht des LVII. Pz.Korps) ein Luftstoß musste. Das Korps meldet, dass es aus diesen Gründen den befohlenen Angriff bisher noch angehalten hätte. Angesichts der Lage billigt die Armee den Entschluss des Korps und befiehlt ihm, für den heutigen Tag sein Hauptaugenmerk auf die Verteidigung von Remontnaja, aus dem die Teile der SS-Pz.Div. "Wiking" herausgezogen sind, zu richten.
Bei der Gruppe Mieth hat sich die Lage im Laufe des Vormittag weiter verschlechtert.
Der Gegner führt stärkere Kräfte über den Don nach Westen und drückt die sehr schwachen Sicherungen der Gruppe Burgstaller (nur Fahrer und Angehörige von Versorgungstruppen) immer mehr zurück. Als nebenbei durch Angriff einer neu festgestellten Garde-Schtz.Div. auf Ssolonowskij auch dort die Lage kritisch wird, und es nicht mehr möglich erscheint die Gruppe Mieth planmäßig zurückzunehmen, sofern dies nicht sofort geschieht, entschließt sich der Oberbefehlshaber um 10.00 Uhr den Befehl zur Einleitung der bereits vorbereiteten Ausweichbewegung hinter dem Zymla-Abschnitt zu geben. Die Bewegung beginnt am 30.12. abends mit der Zurücknahme der Mitte und des Nordflügels der Gruppe in eine vorbereitete erste Zwischenstellung, während versucht werden soll, das Feindvorkommen am Südflügel einzudämmen, um dessen Zurücknahme am 31.12. hinter den Zymla-Abschnitt zu ermöglichen. Für die Entlastung des Südflügels war zunächst für den 31.12. ein Angriff von Teilen der 11. Pz.Div. in Richtung Tschepurin geplant. Nachdem bereits die Unterstellung der 11. Pz.Div. unter die Gruppe Mieth ausgesprochen war und dem Kom. General Anweisungen für den zeitlichen und örtlich beschränkten Einsatz der 11. Pz.Div. fernmündlich gegeben worden waren, wurde doch dieser Plan wieder fallen gelassen. Der entscheidende Grund hierfür war, dass der Kdr. der 11. Pz.Div. nach seinem Eintreffen in Zymljanskaja dem O.B. der 4. Pz.Armee meldete, dass seine Truppe zwar von einem ausgezeichneten Geist beseelt sei und wenn es befohlen würde zu jeder Verwendung bereitstünde, aber doch durch den Kampfeinsatz der letzten Tage und den beschleunigten Landmarsch nach Zymljanskaja zur Zeit dringend eines Ruhetages bedürfe, um ihre Truppenteile zu versammeln und neu zu ordnen und um die großen technischen Ausfälle an Kampfmitteln in eigener Arbeit wieder auszugleichen. Die Truppe würde gerade morgen einen ausgesprochenen Schwächemoment haben. Würde ihr ein Ruhetag gegönnt, so könnte er danach für eine voll verwendungsfähige Truppe sich verbürgen, die moralisch und materiell allen Anforderungen die man an eine Panzer-Division stellen könne, gewachsen sein. Würde die Division für den 31.12. zu einem Angriff eingesetzt, so wären kaum durchschlagende Erfolge von ihr zu erwarten. Es könnte vielmehr ein Rückschlag eintreten. Der Wiederaufbau der Division würde auf alle Fälle erheblich verzögert werden. Im Hinblick auf die Hauptaufgabe für die die 11. Pz.Div. vorgesehen ist, den Schutz der sehr bedrohten tiefen Ostflanke der 4. Pz.Armee durch eine möglichst kampfkräftige Truppe, verzichtet der Oberbefehlshaber trotz der gespannten Lage bei der Gruppe Mieth auf den Einsatz der 11. Pz.Div. am 31.12. nördlich des Don und bewilligt ihr den erbetenen Ruhetag. An die Gruppe Mieth geht sofort entsprechender Befehl. [Anl. 895 und 897 (C1)]
Die 16. Inf.Div. (mot) die durch das Vorgehen einer feindlichen Kolonne über Remontnoje nach Süden bei Elista auch in ihrem Rücken bedroht ist, erhält auf Grund einer Weisung der Heeresgruppe Don Befehl, Ihre Ausweichbewegung in Richtung auf den Manytsch-Übergang bei Prijutnoje fortzusetzen und diesen offen zu halten. Die Durchführung dieses Befehls im einzelnen überlässt der O.B. dem Div.Kdr., da nur dieser nach Lage und örtlichen Verhältnissen Tempo und Umfang der einzelnen Ausweichbewegungen bestimmen kann.
Auf dem Nordufer des Ssal geht der Feind gegen Abend aus Gegend Kotelnikowo – Majorowskij mit starken Kräften gegen die Stellung des LVII. Pz.Korps bei Wysselki und Ssibirki erneut vor. Es gelingt ihm diesen Raum zu gewinnen. Der Angriff wird im Gegenstoß zum Stehen gebracht. Ein schwächerer Vorstoß des Gegners richtet sich gleichzeitig gegen Werchne Wassiljewskij, er wird abgewehrt.
Im Rahmen der großen Aufgabe der 4. Pz.Armee wird dem LVII. Pz.Korps für den 31.12. befohlen:
Vorstöße aus der Gegend Korolew in Richtung Majorowskij – Pochlebin zu führen.
Der seit einigen Tagen beabsichtigte Sprung des A.H.Qu. in die Gegend von Ssalsk, der der Schwerpunksverschiebung nach dem Süden Rechnung trägt, wir für morgen befohlen.
Aus Gründen der Unterbringung verzichtet die Armee auf das Unterkommen in dem mit rückwärtigen Teilen überbelegten Ssalsk. Die I. Staffel des A.H.Qu. verlegt sich nach Jekaterinowka, die II. Staffel wird in Schablijewka untergebracht.
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