4. Panzerarmee/Pz.AOK 4 - KTB vom 16.09. - 31.12.1942
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BeitragBeitrags-Nr.: 204010 | Verfasst am: 27.07.2014 - 12:52    Titel: Antworten mit Zitat

31.12.1942 – A.H.Qu. Jekaterinowka
Wetter, Straßen und Wege: unverändert.
In der Nacht unternahm der Feind mit seinen schnellen Abteilungen Vorstöße von Osten und Norden auf Simowniki; es gelang ihm mit einzelnen Panzern in den Ort einzudringen. Bei Tagesanbruch wurde er von Teilen der SS-Pz.Division "Wiking" zurückgeworfen. Bei der Gruppe Mieth stieß der Feind während der Nacht am Südflügel bei der Einbruchstelle Tschepurin weiter vor. Angriffe mit starken Kräften richteten sich im Norden der Gruppe Mieth gegen Ssolonowskoj.
Nach Gefangenenaussagen ist es die Absicht des Gegners mit den gegen Simowniki angreifenden III. Garde mot.Korps nach Einnahme des Ortes zum Don vorzustoßen, um sich mit den südlich des Don nach Westen vorgehenden mot.- und Panzerkräften zu vereinigen.
Während an dem Tage zuvor feindliche Kräftebewegungen aus dem Raum von Kotelnikowo nach Nordwesten gingen, machen sich am 31.12. erstmalig Anzeichen bemerkbar, dass der Feind mit starken Kräften südlich des Don vorstößt.
Der in Richtung auf Majorowskij und Pochlebin befohlenen Angriff des LVII. Pz.Korps unterbleibt daher. Das Korps ist bestrebt, seine durch die neuen Feindbewegungen bedrohte Nord- und Nordwestflanke zu schützen. Noch im Laufe des Vormittags setzten die erwarteten Angriffe gegen die Front und die linke Flanke des LVII. Pz.Korps ein. Gegen Mittag nimmt die Lage am Nordflügel des Korps einen ernsteren Charakter an, da sich herausstellt, dass stärkerer Feind mit Teilen in den Rücken des Pz.Korps vorgeht. In wiederholten fernmündlichen Gesprächen mit der Heeresgruppe Don wird dieser der Ernst der Lage geschildert und der Befürchtung Ausdruck gegeben, dass das LVII. Pz.Korps kaum noch zu retten ist, wenn nicht schnellstens die Genehmigung zum Ausweichen gegeben wird.
Mindestens ebenso ernst hat sich inzwischen die Lage bei der Gruppe Mieth entwickelt.
Hier ist der Nordflügel umgangen und der Feind ungehindert im Vorgehen gegen den Zymla-Abschnitt. Die Gruppe bittet dringend um Unterstellung der 11. Pz.Division zur Führung eines Gegenstoßes.
In dieser ernsten Lage trifft die Weisung der H.Gr. Don ein, dass das Gen.Kdo. z.b.V. Mieth mit 11. Pz.Div. ab sofort der Gruppe Hollidt unterstellt wird. [Anl. 907 (C1)]
Am Nachmittag erfolgte der Befehl der Heeresgruppe: 4. Pz.Armee hat die Aufgabe ein Vorgehen des Gegners südlich des Ssal in Richtung Rostow zum Stehen zu bringen. Sie hat hierzu den Gegner durch Kampf aufhaltend, ihre Kräfte in der allgemeinen Linie Manytsch südlich Ostrowjanskij – Ostrowjanskij – Tokmazkij – Martynowka zusammenzufassen. [Anl. 915 (C1)] Für diese Aufgabe stehen der Armee zunächst nur die bisher ostwärts des Don eingesetzten Kräfte zur Verfügung. Eine Abteilung Tiger befindet sich im Anrollen. Mit ihrer vollständigen Versammlung ist aber erst in 10 Tagen zu rechnen. Die bereits im Eintreffen begriffene 7. Pz.Div. wird durch einen Führerbefehl angehalten und zu anderweitiger Verwendung abgedreht. Eine dafür in Aussicht gestellte sehr schwache Division ist vorläufig noch nicht greifbar. [Anl. 903 (C1)]
Trotz der geringen verfügbaren Kräfte entschließt sich der O.B. so nahe wie irgend möglich am Feinde zu bleiben. Für die Gruppierung der Kräfte ist folgende vom O.B. selber entworfene Beurteilung der Lage südlich des Don maßgebend: Die Lage südlich des Don ist nach wie vor gespannt. Ostwärts Simowniki westlich des Mal. Gaschun nach nunmehrigen Feststellungen Masse des III. Garde mot.Korps und des XIII. mot.Korps (4. mot.Brigade, 2. Pz.Brigade). Mit erneuten Angriffen auf Simowniki ist heute Nachmittag zu rechnen. Zur Abwehr verfügbar sind 4 Bataillone "Wiking". SS-Rgt. "Germania" und "Wiking" Panzer sind heute noch nicht heran.
Im Ssal-Tal geht die 1. mot.Brigade nach Westen vor.
Gegen die Front des LVII. Pz.Korps greift starke Infanterie (zwei Schtz.Divisionen und zwei mot.Brigaden) mit Panzern frontal und nördlich umfassend an. Der Nordflügel des Pz.Korps ist im Gegenstoß nordwestlich Korolew. Im Don-Tal ostwärts Zymljanskaja an eigenen Truppen nur eine Kompanie die zur Zeit von einem feindlichen Bataillon angegriffen wird. Die Hauptgefahr ist, dass die feindl. Überlegenheit bei Simowniki morgen die Bahnlinie erreicht. Eine weitere Gefahr, dass der Nordflügel der 17. Pz.Div. nördlich des Ssal durch den Feind überflügelt wird. [Anl. 900 (C1)]
Die Armee ordnet an: 17. Pz.Div. nördlich des Ssal soweit zurücknehmen, dass eine Überflügelungsgefahr durch den Feind nicht mehr besteht. Die 23. Pz.Div. hinter der SS-Pz.Div. "Wiking" durchziehen und zum Schutz der tiefen Ostflanke der 4. Pz.Armee an den Bol. Kuberle südostwärts Kuberle einsetzen. Die SS-Div. "Wiking" behält ihre Aufgabe Simowniki zu halten und den dort andrängenden Gegner möglichst über den Mal. Gaschun zurückzuwerfen. Das Gren.Rgt. (mot) 156 deckt den Durchzug der 23. Pz.Div. durch Remontnaja und zieht sich bei überlegenem Feinddruck auf den linken Flügel der SS-Div. "Wiking" an den Mal. Kuberle zurück. Zur unmittelbaren Verteidigung des Brückenkopfes Proletarskaja werden die eintreffenden Teile der Tiger-Abteilung die Lw.Felddivision und das im Ausladen in Ssalsk begriffene SS-Rgt. "Germania" zu einer Kampfgruppe vereinigt.
Alle Teile sollen den Kampf weiterhin, wann irgend angängig, offensiv führen. Es ist aber nicht zu übersehen, dass die Maßnahmen der Armee die vorhandenen Kräfte für den 01.01.1943 sehr weit auseinander spannen und damit die Gefahr eines reinen devensiven Verhaltens nahelegen.
An dem Entschluss der Pz.Armee war maßgebend beteiligt der Gedanke an die in Stalingrad eingeschlossene 6. Armee und das Verlangen, jeden Fußbreit Boden festzuhalten der später zum Vorbrechen und zur Befreiung der 6. Armee dienen könnte.
Die 16. Inf.Div. (mot) behält ihren alten Auftrag, das Vorgehen des Gegners auf den Manytsch-Übergang bei Prijutnoje zu verzögern und diesen Übergang selbst offen zu halten. Trotz Umfassung von Süden hatte sich die 16. Inf.Div. (mot) auf die vorbereitete Aufnahmestellung 50 km südwestlich Elista abgesetzt. Sie steht heute in schweren Abwehrkämpfen gegen den aus Richtung Ulan-Erge angreifenden Hauptfeind. [Anl. 904 (C1)]

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