4. Panzerarmee/Pz.AOK 4 - KTB vom 16.09. - 31.12.1942
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » militärische Operationen
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203477 | Verfasst am: 03.02.2014 - 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

02.12.1942
Wetter: klar, nachts Frost.
Straßen- und Wegezustand: tagsüber aufgetaut und unbefahrbar.
Auch die Nacht vom 01./02.12. sowie der 02.12. verliefen im wesentlichen ruhig. Bei der 16. Inf.Div. (mot) stieß eine Kampfgruppe der Division, südlich ausholend, in den Rücken des Gegners bis zum Br. Scholban vor und vernichtete wiederum zahlreiche Versorgungsfahrzeuge und Kraftwagen; sie sollte bis zum Morgen des 03.12. dort bleiben und die Versorgungsstraße sperren.
Bei der 4. rum. Armee stellte die 4. rum. Div. auf Höhe 10 km südostwärts Scharnutowskij die Verbindung zum rum. VI. A.K. her; dort wurde eine Sicherung belassen. Ein unter Mittag gegen Pimen Tscherni gerichteter Feindvorstoß konnte mit Panzerunterstützung der Gruppe v. Pannwitz abgewiesen werden.
Vor der Front des LVII. Pz.Korps herrschte rege beiderseitige Spähtrupptätigkeit. Es schien, als ob der Feind sich vor der 6. Pz.Dv. weiter verstärkte (russ. 91. Schtz.Div. oder Kav.Div.). Am Westufer des Don übernahm die Gruppe Burgsthaler [»Burgstaller« lt. KTB] die Sicherung bis Generalow (einschließlich).

Zur Besprechung der Einsatzoperation – Deckname: "Wintergewitter" – traf der O.B. der H.Gr. Don, GFM von Manstein, begleitet vom Ia, Oberst i.G. Theodor Busse, im A.H.Qu. Sjmowniki ein und legte seine Gedanken dazu dar [siehe Anl. 14 (C5)]. Der Generalfeldmarschall erklärte, was auch später durch Oberst i.G. Busse nochmals auf eine Anfrage des Chefs Pz.A.O.K. 4 hin ausdrücklich bestätigt wurde, dass die dargelegten Gedankengänge ebenso wie der schriftliche Befehl [siehe Anl. 712 (C1)] nur ein Anhalt für die Durchführung sein sollten; im einzelnen blieben Gliederung und Durchführung der Pz.Armee nach Lage und Gelände überlassen. Insbesondere wurde auf den mehrfach geäußerten Gedanken eines Vorstoßes der Masse der 4. Pz.Armee aus dem Brückenkopf Werchne Tschirskaja heraus kein entscheidender Wert mehr gelegt; er wurde nur noch für den Fall ins Auge gefasst, dass die Feindlage einen Vorstoß ostwärts des Don überhaupt nicht mehr gestattete, was Pz.A.O.K. 4 aber für ausgeschlossen hielt.

Ein um 02.40 Uhr aufgenommener Funkspruch der H.Gr. Don (Ia Nr. 0343/42 geh.Kdos.Chefs. v. 1.12.42) wiederholte noch einmal, dass Pz.A.O.K. 4 die Entsatzoperation (Deckname "Wintergewitter") führen sollte. (Weiterer Inhalt: Aufgabe der Angriffsgruppe Hollidt, Übertritt des Gen.Kdo. XXXXVIII. Pz.Korps und Zuführung von Heerestruppen an 4. Pz.Armee.) – [Anl. 710 (C1)]

Heeresgruppe Don befahl mit Ia Nr. 0343/42 g.Kdos.Chefs. v. 1.12.42 durch Fernschreiben – aufgenommen 2.12. um 11.00 Uhr –, dass Pz.A.O.K. 4 für die Vorbereitungen der Operation "Wintergewitter" am 05.12. um 00.00 Uhr den bisherigen Frontabschnitt der 3. rum. Armee bis Lissenkoj (auschließlich) zu übernehmen hatte. Mit der Befehlsübernahme wurde dem Pz.A.O.K. 4 sämtliche dort eingesetzten Truppen sowie die 336. Inf.Div. unterstellt. Dem entsprechend waren die zur Bereinigung der Einbruchsstelle südlich Bahnhof Dimitrijewka eingesetzten Teile der Division möglichst bis zu diesem Zeitpunkt wieder frei zu machen. Die 11. Pz.Division und 7. Lw.Felddivision wurdem dem Pz.A.O.K. 4 mit ihrem Eintreffen unterstellt. Aufgabe der 3. rumänischen Armee blieb das Halten der Tschir-Front im neuen Abschnitt, zunächst als Schutz das Aufmarsches der Angriffskräfte, alsdann zur Sicherung der tiefen Flanke von "Wintergewitter". [Anl. 711 (C1)]
Die (vom Ia H.Gr. Don zu der Besprechung mitgebrachte) Weisung Nr. 1 für Operation "Wintergewitter" (H.Gr. Don, Ia Nr. 0343/42 g.Kdos.Chefs. v. 1.12.42 / 21.15 Uhr) besagte in ihren Hauptpunkten.

1.) Heeresgruppe beabsichtigte am S-Tage zum Entsatz der 6. Armee anzutreten.

2.) 4. Pz.Armee sollte hierzu mit der Masse ihrer Kräfte ostwärts des Don durch die feindlichen Deckungskräfte durchstoßen mit dem Ziel, die vor der Südwest- und Südfront der 6. Armee stehenden Feindkräfte von Westen oder Südwesten her aufzurollen unter offensiver Deckung der eigenen Ostflanke an und ostwärts der Straße Gromoslawka – Businowka. Je nach Entwicklung der Feindlage ostwärts des Don bis zum S-Tag war der Stoß zugleich aus dem Gebiet Kotelnikowo und dem Brückenkopf Werchne Tschirskaja oder – unter überraschendem Vorziehen der Panzer-Divisionen in den Brückenkopf – nur aus diesem anzusetzen. Teilkräfte waren westlich des Don auf Kalatsch anzusetzen mit dem Auftrag, durch Freifegen des Höhengeländes westl. das Vorgehen der Armee zu decken, dem Feind die Versorgung über Kalatsch abzuschneiden und den Don-Übergang bei Kalatsch für die 6. Armee zu öffnen.

3.) 6. Armee hatte unter Zusammenfassung aller Panzerkräfte am S + X-Tag (sollte von der Heeresgruppe befohlen werden!) aus ihrer Südwestfront zunächst in allgemeiner Richtung auf die Donskaja Zariza durchzubrechen, um eine Verbindung mit der 4. Pz.Armee herzustellen. Weiterhin war es ihre Aufgabe, die vor ihrer Westfront stehenden Kräfte von Südwesten her aufzurollen und auf Kalatsch durchzustoßen. Die Wolga-, Nordost-, Nord- und Nordwestfront waren zu halten.

4.) 4. rumänische Armee [mit unterstellter 16. Inf.Div. (mot)] sollte den Angriff der 4. Pz.Armee in Linie Jaschkul – Obilnoje – Nebykow – Tschilikowo decken. Die Armee blieb zunächst Pz.A.O.K. 4 unterstellt. Zeitpunkt der unmittelbaren Unterstellung unter die Heeresgruppe sollte zeitgerecht befohlen werden.

5.) Die Vorbereitungen für die Operation waren vom Pz.A.O.K. 4 so zu treffen, dass ab dem 08.12. Tagesanbruch auf Befehl der Heeresgruppe zum Angriff angetreten werden konnte. Der Befehl hierzu sollte 24 Stunden vorher durch die H.Gr. erteilt werden. Die Heeresgruppe strebte an, erst dann zum Angriff anzutreten, wenn sämtliche für die Operation vorgesehenen Kräfte versammelt waren. Ob dies in vollen Umfang möglich sein würde, hing von der Entwicklung der Lage ab. Pz.A.O.K. 4 musste trotzdem bereit sein, auch vor dem 08.12. innerhalb von 24 Stunden nach Eingang des Befehls mit den jeweils verfügbaren Kräften zum Angriff anzutreten, falls die Lage der 6. Armee dazu zwingen sollte. [Anl. 712 (C1)]

Die Transportbewegungen verliefen am 02.12. wegen eines Eisenbahnunglücks im Bereich der Heeresgruppe A nur sehr schleppend, trotzdem wurde erwartet, dass am 04.12. der Antransport der 6. Pz.Division beendet werden konnte.
Meldung an H.Gr. Don über neu eingetroffene Einheiten siehe Anl. 318 (C2).
Eintreffeübersicht über neu zugeführte Verbände siehe Anl. 319 (C2).
Luftflottenkommando 4 übersandte ihren "Befehl für den Einsatz der Luftflotte 4 im Raum von Don und Wolga". [Anl. 184 (C4)]

Der Chef des deutschen Verbindungsstabes zur 4. rum. Armee übersandte einen Durchschlag eines von ihm an den O.B. dieser Armee gerichteten Schreibens, in dem er auf die Neigung zur Überschätzung des Gegners und seiner Handlungen und die kritiklose Weiterleitung diesbezüglicher Truppenmeldungen durch die vorgesetzten Dienststellen hinwies. Ferner erwähnte er die mit solcher übertriebenen Meldungen meist verbundene Bitte um Unterstützung durch Reserven, Panzern oder Fliegern und die widerspruchslose Weitergabe dieser Notschreie nach oben. Hierdurch wurden die unteren Führer erzogen, sich auf andere zu verlassen, anstatt selber etwas zu tun. [Anl. 713 (C1)]
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203515 | Verfasst am: 09.02.2014 - 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

03.12.1942
Wetter: nachts leichter Frost, tagsüber Nebel und leichter Regen.
Straßen- und Wegezustand: nur für geländegängige Kfz befahrbar, nachts etwas besser.
Nach ruhig verlaufener Nacht an der ganzen Front der Pz.Armee setzte die 16. Inf.Div. (mot) am frühen Morgen ihre am Tag zuvor begonnene Unternehmung in Gegend ostwärts Br. Scholban fort und fügte dem Feind hier weiterhin empfindliche Verluste zu. (Insgesamt wurden vernichtet: ein Btl. Infanterie, drei T-34, fünf leichte Panzer, 31 Lkw, eine bespannte Kolonne mit ca. 40 bis 50 Fahrzeugen, 50 Pferde, 400 Kühe; zahlreiche Feindtote wurden festgestellt.) Um 12.30 Uhr löste sich die Kampfgruppe vom Gegner ab.
Der Vorstoß konnte als voller Erfolg gewertet werden. Der Russe hatte sich darauf hin vor der Ostfront der 16. Inf.Div. (mot) merklich geschwächt. Die Division hatte sich erneut bewährt und ihre vorbildliche Aktivität bewiesen.

In der Lücke zwischen rum. VII. und rum. VI. A.K. drang der Feind erneut in südwestlicher Richtung vor. Es schien, als wäre die seit dem 02.12. dort stehenden stärkeren rumänischen Sicherungen unter dem Druck des Gegners auf den linken Flügel der 4. rum. Div. bei Kenkrja hin ausgewichen. Später ergab sich aber, dass der Russe dort nicht weiter nach Südosten vorgestoßen war, dagegen wurde ein Ort 2 km nordwestlich Bjuljanka feindbesetzt festgestellt. Nach einer rumänischen Meldung stand eine Sicherung der 4. rum. Div. unverändert auf der Höhe 10 km ostsüdostwärts Scharnutowskij. Im Ganzen war somit die Lage in der Lücke ungeklärt. Da die 4. Pz.Armee nichts Nennenswertes hatte, um hier nötigenfalls Gegenmaßnahmen von durchschlagen-der Wirkung ergreifen zu können, musste die Lücke bis zum Antreten zu "Wintergewitter" eine große Sorge bleiben.

An der Front des rum. VI. A.K. erfolgte am Vormittag ein stärkerer Feindangriff von Norden gegen die 18. rum. Div. bei Pimen Tscherni. Der Russe wurde hier mit Unterstützung der Gruppe von Pannwitz im Gegenstoß im Kurmojarskij Aksaj-Tal nach Norden auf Nebykow zurück geworfen, wobei er erhebliche Verluste an Gefangenen und Material hatte. Auch ein am Nachmittag gegen die 8. rum. Kav.Div. gerichteter feindl. Angriff auf die Höhe 7 km nördlich Dorganow konnte unter beträchtlichen Feindverlusten abgewiesen werden.
An der Nordfront der 4. Pz.Armee trat der Gegner an verschiedenen Stellen zu dem erwarteten Angriff auf Kotelnikowo an. Von 30 – 40 Panzern unterstützt, gelang es ihm nach harten Kampfe Pochlebin zu nehmen. Ein Gegenangriff der 6. Pz.Div. von Majorowskij her führte zu einem heftigen Panzergefecht, bei dem unter Ausfall von zwei eigenen Panzern 9 Feindpanzer vernichtet wurden; der Einbruch der Dunkelheit machte dem Kampf vorzeitig ein Ende. Nach dem der Russe durch die heutigen Kämpfe – spätestens! – über die Anwesenheit der 6. Pz.Div. im Klaren sein musste, lag kein Grund mehr für eine weitere Zurückhaltung vor; die Division beabsichtigte daher, am 04.12. das Gelände um Pochlebin restlos vom Gegner zu säubern, und zwar wollte sie diese Bereinigung gleich als ordentlichen Schlag mit starken Kräften führen. Pz.A.O.K. 4 war damit einverstanden.

Pz.A.O.K. 4 übersandte der Heeresgruppe Don mit Ia Nr. 99/42 g.Kdos.Chefs. seinen Operationsvorschlag für "Wintergewitter". Danach beabsichtigte die 4. Pz.Armee zur Entsetzung der 6. Armee mit der Masse ihrer Kräfte ostwärts des Don beiderseits der Linie Pimen Tscherni – Bahnhof Shutow – Kapkinka – Ssolenyj gegen den Karpowka-Abschnitt bei und nordwestlich Plantator vorzustoßen, die vor der Südwest- und Südfront der 6. Armee stehenden russischen Kräfte von Südosten aufzurollen und damit zum Entsatz der 6. Armee eine breite Lücke in den Feind zu schlagen. Mit Teilen gedachte die 4. Pz.Armee westlich des Don aus dem Raume südwestlich Rytschow in nordostwärtiger Richtung anzugreifen und für die 6. Armee den Don-Übergang bei Kalatsch zu öffnen.
Die Durchführung war in einzelnen wie folgt vorgesehen:
Das LVII. Pz.Korps (6. und 23. Pz.Div., 5. und 8. rum. Kav.Div.) sollten den südlich des Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitts beiderseits der Eisenbahn stehenden Feind durchbrechen, ihn zersprengen und mit dem weichen-den Feind das Nordufer dieses Abschnitts bei Kamenka und nördlich Bhf. Shutow gewinnen. Dann hatte des Pz.Korps – unter Abdeckung seiner Ostflanke mit den beiden unterstellten rum.Kavallerie-Divisionen in Gegend Plodowitoje – ohne Aufenthalt und ohne Rücksicht auf etwa noch in seiner Westflanke stehenden Feind westlich der Eisenbahn in nördlicher Richtung vorzustoßen und sich in den Besitz des Höhengeländes bei Sety und Werch. Zaryzinskij zu setzen. Es war sodann die Aufgabe des Korps, entweder unverzüglich – mit Ostflügel etwa in Richtung Plantator – gegen den Karpowka-Abschnitt in den Rücken der vor der Südwest- und Südfront der 6. Armee stehenden Feindkräfte vorzustoßen und diese nach Nordwesten aufzurollen, oder sich erst neu zu gruppieren, das Eintreffen der 336. Inf.Div. abzuwarten und alsdann in planmäßigem Angriff diesen Stoß durchzuführen. Dies wollte Pz.A.O.K. 4 befehlen.
Antreten des LVII. Pz.Korps am S-Tag früh.

Das XXXXVIII. Pz.Korps (11. Pz.Div., 336. Inf.Div. und 7. Lw.Felddivision) hatte westlich des Don das Vorgehen der 4. Pz.Armee zu decken und den Don-Übergang bei Kalatsch zu öffnen. Es sollte hierzu mit der 11. Pz.Div. und 7. Lw.Felddivision die Feindfront zwischen Rytschow und Bahnhof Tschir sowie Don und Luska in nordostwärtiger Richtung auf Kalatsch vorstoßen. Damit der Angriff auf jeden Fall bis Kalatsch durchschlug, wurde der Einsatz einer Panzer-Division neben der Lw.Felddivision für notwendig gehalten. Es war beabsichtigt, wenn irgend möglich, die Pz.Division später herauszuziehen und auf das Ostufer zu führen.
Die 336. Inf.Div. sollte aus dem Brückenkopf ostwärts Werch. Tschirskaja nach Osten vorbrechen, den vor ihr stehenden Feind werfen und über Nishne Petrowskij – Businowka Anschluss an das LVII. Pz.Korps gewinnen. Falls die Lage einen planmäßigen Angriff des LVII. Pz.Korps nach Erreichen des Höhengeländes von Sety und Werchne Zarizynskij notwendig machte, sollte die 336. Inf.Div. über Fedotowin Richtung Rubeshnyj enger an das Pz.Korps herangezogen werden.
Das XXXXVIII. Pz.Korps sollte in ostwärtiger und nördlicher Richtung antreten, sobald das LVII. Pz.Korps seinen Angriff über das Höhengelände nördlich des Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitts nach Norden fortsetzte. Nur dann war ein wenigstens loser Zusammenhang zwischen den beiden Operationsteilen der 4. Pz.Armee gewährleistet.
Über die Verwendung der 17. Panzer-Division konnten zunächst noch keine Absichten gemeldet werden; es war erwünscht, sie über Werchne Tschirskaja dem LVII. Pz.Korps zuzuführen.
Die 4. rumänische Armee hatte mit dem VII. rum. A.K. (eine reorganisierte u. 4. rum. Div.) in der Ostflanke der Pz.Armee zwischen Chara Buluk und Werchin Ssal, mit rum. VI. A.K. (schwache 18. rum. Div. und sonstige Restteile des Korps) dem LVII. Pz.Korps zu folgen und das Gelände beiderseits der Eisenbahn bis zum Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitt vom Feinde zu säubern. Die weitere Verwendung des rum. VI. A.K. hing von der Durchführung dieser Aufgabe ab. Es war beabsichtigt, das Korps, das für größerer Kampfhandlungen nicht geeignet war, zunächst hinter der 5. und 8. rum. Kav.Div. zur Sicherung der Eisenbahn Bhf. Shutow – Bhf. Tinguta einzusetzen.
Die 15. Luftwaffen.Felddivision – ohne Flak-Artillerie, die auf Zusammenarbeit mit dem LVII. Pz.Korps angewiesen wurde – , sollte die Pz.Armee zunächst unmittelbar unterstellt bleiben. Ihre Verwendung hing vom Zeitpunkt ihrer Einsatzbereitschaft ab. Es war anzunehmen, dass die Division mit der Bahn bis in Gegend Tinguta nachgeführt und zum losen Abschirmen der Ostflanke nördlich Plodowitoje eingesetzt werden musste.
Das Pz.A.O.K. 4 meldete, dass die Abdeckung der Ostflanke mit den schwachen nicht kampfkräftigen rumänischen Divisionen nur ein Notbehelf sein konnte. Es schien notwendig, dass baldigst deutsche Divisionen nachgeführt würden, die zwischen die rumänischen eingeschoben werden mussten. Für die gesamte Ostfront von Chara Buluk bis in Gegend nördlich Plodwitoje wurden neben den rumänischen Divisionen mindestens zwei deutsche benötigt. [Anl. 714 (C1)]

13.00 Uhr
Ein Flug des Chefs Pz.A.O.K. 4 zum XXXXVIII. Pz.Korps, um dieses in die bevorstehenden Aufgaben einzuweisen und mit den Absichten der Pz.Armee vertraut zu machen, musste wegen des schlechten Wetters abgebrochen werden. Statt dessen konnte nur fernmündlich eine kurze Vororientierung erfolgen, durch Fernschreiben wurde um 13.00 Uhr ein Vorbefehl zur Übernahme des neuen Abschnitts übersandt. Danach war es Aufgabe des Korps, die bisherigen Stellungen an der Don- und Tschir-Front zwischen Birjutschi (einschließlich) und Lissenkoj (ausschließlich), besonders den Brückenkopf Werchne Tschirskaja, zu halten. Hierzu wurde die 336. Inf.Div. dem Korps mit der Maßgabe unterstellt, von ihr nur die zur Verteidigung notwendigen Kräfte einzusetzen, im übrigen sie aber nördlich Nishne Tschirskaja so zu versammeln, dass sie später aus dem Brückenkopf heraus nach Osten angreifen konnte. Die zur Säuberung der Einbruchsstellen südlich Bhf. Dimitrijewka eingesetzten Teile der 336. Inf.Div. waren im unmittelbaren Einvernehmen mit rumänischen A.O.K. 3 möglichst bis zum 05.12. um 00.00 Uhr herauszuziehen. [Anl. 715 (C1)]
14.00 Uhr
Bald nachdem dieser Vorbefehl hinausgegangen war, teilte Heeresgruppe Don in einem Fernschreiben – eingegangen um 14.00 Uhr – mit, dass die Lage bei Ssurowikino, wo der Gegner seinem südlich des Tschir gelegenen Brückenkopf heraus stark angriff, zur Zeit eine Unterstellung der 336. Infanterie-Division und der 7. Lw.Felddivision unter das XXXXVIII. Pz.Korps noch nicht erlaubte, dass vielmehr diese Verbände dem rumänischen A.O.K. 3 zur Bereinigung der sehr gespannten Lage bei Ssurowikino unterstellt werden. [Anl. 716 (C1)]
Damit erschien die Durchführung der Operation "Wintergewitter" westlich des Don nach den bisherigen Erfahrungen in solchen Fällen in Frage gestellt. Pz.A.O.K. 4 erwog daher die Heranziehung der 11. Pz.Div. an das LVII. Pz.Korps, falls der Stoß auf Kalatsch unterbleiben musste.
19.00 Uhr
Als Absicht des Pz.A.O.K. 4 wurde der H.Gr. Don um 19.00 Uhr gemeldet:
"Verstärkte mot. Aufklärung in Lücke zwischen rum. VII. und rum. VI. A.K. Vernichtung der um Pochlebin stehenden Feindkräfte." [Anl. 717 (C1)]
Pz.A.O.K. 4 befahl der 4. rum. Armee die zur Herauslösung der 5. rum. Kav.Div. und 8. rum. Kav.Div. erforderlichen Umgruppierungen. [Anl. 718 (C1)]

Die Transportlage ergab folgendes Bild:
6. Pz.Division: am 04.12. mit 80% aller fechtenden Teile, mt 5% der Versorgungstruppen eingetroffen; die Masse der Versorgungstruppen konnten nicht vor dem 09.12. da sein.
23. Pz.Division: am 04.12. mit 100% aller Kettenteile anwesend, die Räderteile und Versorgungstruppen konnten frühestens am 12.12. mit der Masse eingetroffen sein.
Heerestruppen:folgten erst der 23. Pz.Div., konnten also mit den ersten Teilen erst ab etwa 13.12. eintreffen.
15. Lw.Felddivision: ein Rgt. zu 80%, ein Rgt. zu 50%, Versorgungstruppen zu 25%, Flak-Art. zu 100% vorhanden. Personell und materiell einsatzbereit erst am 12.12., Versorgungstruppen etwa um den 20.12.
Auf diese Dinge wies der Chef Pz.A.O.K. 4 den Chef der Heeresgruppe Don bei der Abendorientierung ausdrücklich hin. Dabei machte er besonders auf die Lage bei den Versorgungstruppen aller Divisionen aufmerksam, die zur Zeit zu einer Mangellage auf verschiedenen Versorgungsgebieten geführt hatte. Der Chef Pz.A.O.K. 4 bat darum, dass Versorgungszüge laufend in die Transportbewegungen eingeschoben wurden, damit nicht auf einzelnen Gebieten, vor allem Munition, ein vollkommenes Fehl eintrat.

Die Meldung der H.Gr. Don über neu eingetroffene Verbände siehe Anl. 322 (C2).
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 04.03.2014 - 08:05, insgesamt 4-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203597 | Verfasst am: 03.03.2014 - 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

04.12.1942
Wetter: starker Nebel, abends Regen; Temperaturen auch nachts über dem Gefrierpunkt.
Straßen- und Wegezustand: weiter verschlechtert, nur noch stellenweise befahrbar.
Die Nacht vom 03./04.12. verlief bei der 16. Inf.Div. (mot) sowie an der Ostfront des rum. VII. A.K. ruhig. In der linken Flanke der 4. rum. Div. stieß der Gegner weiter nach Südwesten vor und besetzte Iki-Sogarkin, Werch. Ssalskij, Baldakin und Kraj Balka. Die Lage blieb hier lange ungeklärt, von der gegen das Karasal-Tal angesetzten deutschen Aufklärung lagen einstweilen noch keine Ergebnisse vor. Das rum. A.O.K. 4 erhielt Weisung, dass das rum. VII. A.K. unter allen Umständen den Karasal-Abschnitt westlich Werch. Ssalskij zu sperren habe.
Im Abschnitt des rum. VI. A.K. griff der Feind in Bataillonsstärke um Mitternacht überraschend Dorganow an und nahm den Ort. Ein von der 8. rum. Kavallerie-Division sogleich eingeleiteter Gegenstoß warf ihn in den Morgenstunden wieder hinaus.
Vor der Front des LVII. Pz.Korps fühlte der Feind während der Nacht mit kampfkräftigen Spähtrupps gegen Majorowskij vor. Aus Pochlebin war starkes Motorengeräusch sowie Kfz.-Verkehr aus nördlicher Richtung hörbar. Der Gegenangriff der 6. Pz.Div. musste wegen des starken Nebels zunächst noch verschoben werden.
08.15 Uhr
Um 08.15 Uhr erhielt Pz.A.O.K. 4 vom Chef des deutschen Verb.Stabes beim rum. A.O.K. 4 die Meldung, dass überlegene Feindkräfte das rum. VI. A.K. mit Schwerpunkt gegen dessen rechten Flügel angriffen. Der Gegner konnte zunächst abgewiesen werden, doch gingen im weiteren Verlauf erneuter russischer Angriffe Scharnutowskij und Dorganow endgültig verloren.
Auch bei Pimen Tscherni war die Lage zeitweilig schwierig. Oberst i.G. Doerr schnitt – im Auftrage des rum. A.O.K. 4 – die Frage einer evtl. Hilfeleistung durch die 6. Pz.Div. an, doch wurde ein Einsatz von Teilen dieser Division vom Pz.A.O.K. 4 vorläufig unbedingt abgelehnt.
08.40 Uhr
Der Oberbefehlshaber ließ der 4. rumänischen Armee durch Oberst i.G. Doerr um 08.40 Uhr den strikten Befehl übermitteln, Pimen Tscherni, N. Tscherni und Karaitschew unter allen Umständen zu halten, auch bei Gefahr einer vorübergehenden Einschließung; gegebenenfalls sollte am 05.12. der Entsatz durch Kräfte der 6. Pz.Div. erfolgen. Wiederholung durch Fernspruch um 09.05 Uhr siehe Anl. 719 (C1).
09.50 Uhr
Ergänzend erteilte um 09.50 Uhr der Oberbefehlshaber. dem Oberst i.G. Doerr ausdrücklich Befehl, dass auch die rumänischen Stäbe auf keinen Fall aus Pimen Tscherni usw. herausgehen dürften, auch die Artillerie dürfe unter keinen Umständen Stellungswechsel nach rückwärts vornehmen. Oberst i.G. Doerr sollte sich persönlich davon überzeugen, dass dieser Befehl auch bis zu den entsprechenden Stellen durchdrang.
Größere Sorge noch, als dieser Angriff gegen das VI. rum. A.K. bereitete dem Pz.A.O.K. 4 das Vordringen des Gegners im Karasal-Tal.
11.00 Uhr
Nach einer Meldung des Oberst i.G. Doerr von 11.00 Uhr befanden sich feindl. Kräfte in unbekannter Stärke im Vorgehen von Iki-Sorgakin in südostwärtiger Richtung. Der Kommandierende General des rum. VII. A.K. hatte beim rumänischen A.O.K. 4 bereits wieder um die Genehmigung zum Ausweichen gebeten, doch hatte General Konstantinescu diesen Antrag abgelehnt. Pz.A.O.K. 4 befahl darauf hin fernmündlich dem LVII. Pz.Korps und Flak-Regiment 7, die im Raum Schebalin – Atamanskaja stehende Kräftegruppe der 23. Pz.Div. und des Flak-Rgt. 7 spätestens am 05.12. früh nach Kadschenkin in Marsch zu setzen, das Karasal-Tal zu sperren und durch Vorstoß auf Werch. Ssalskij und Iki-Sorgakin dies Orte vom Feinde zu säubern.
[Entsprechender Fernspruch von 12.40 Uhr siehe Anl. 720 (C1)]
12.40 Uhr
Der Chef Pz.A.O.K 4 gab dem Leiter des D.V.K. 17, Oberst Gerhard, um 12.20 Uhr von diesem Befehl Kenntnis. Er benutzte die Gelegenheit, um ihm auch den Befehl des Oberbefehlshabers, dass unter keinen Umständen Stäbe zurückgehen dürften, bekannt zu geben. Das rum. VII. A.K. müsse unbedingt halten, um den Aufmarsch des LVII. Pz.Korps in der vorgesehenen Form zu ermöglichen.
15.55 Uhr
Als sich jedoch in den nächsten Stunden die ernsten Nachrichten über die Lage beim rum. VI. A.K. bei Scharnutowskij und Dorganow verdichteten, andererseits aber Meldungen eintrafen, die dem Gegner bei Werch. Ssalskij keine besondere Bedeutung beimaßen, und es der 4. rum. Div. sogar gelungen war, die gestern verlorenen Stellungen südlich Bjuljuka wieder zu gewinnen, wurde um 15.55 Uhr der Befehl zum Vorstoß der Schebaliner Kräftegruppe auf Kadschenkin wieder aufgehoben und statt dessen angeordnet, dass sie über Kraj Balka nach Norden vorgehen und Scharnutowski sowie Dorganow zurückgewinnen sollte. Gleichzeitig hatte die Abteilung v. Pannwitz (beim rum. VI. A.K.) von Pimen Tscherni auf Dorganow vorzustoßen. Entsprechender Fernspruch von 17.30 Uhr siehe Anl. 721 (C1).
Die Feindangriffe ostwärts der Bahn gegen das rum. VI. A.K. hielten bis in den späten Nachmittagsstunden an. Wenn es schließlich gelang, Pimen Tscherni, N. Tscherni sowie die Stellungen bei und westlich Pimen Tscherni zu halten, so war dies allein dem Oberst v. Pannwitz zu danken, der wieder mit seiner kleinen beweglichen Abteilung den Feind mehrfach angriff und zurückwarf. Leider hatte dabei auch die Abteilung v. Pannwitz fühlbare Verluste. Die Kampfkraft der 8. rum. Kav.Div., die bei Scharnutowskij und Dorganow gekämpft hatte, war nun auch erheblich gesunken.
10.10 Uhr
Die unter der Führung des Oberst v. Hühnersdorff (Kdr. Pz.Rgt. 11) stehenden Panzerkräfte der 6. Panzer-Division konnten unter Ausnutzung einer vorübergehenden Wetterbesserung um 10.10 Uhr nach Artillerie-vorbereitung zum Angriff antreten.
13.30 Uhr
Das durch Pak, Panzer und mehrere Batterien vom Gegner zäh verteidigte Pochlebin wurde um 13.30 nach hartnäckigem Kampf genommen und der Raum bis 6 km nördlich des Ortes vom Feinde gesäubert. Teile des Feindes gingen in wilder Flucht nach Norden zurück. Die Erledigung zurückgebliebener Feindnester südwestlich Pochlebin zog sich bis in die späten Abendstunden hin. Die Division machte bei dem Angriff 2.000 Gefangene; es wurden 19 Panzer vernichtet und 800 Pferde sowie 14 Geschütze erbeutet.
Es konnte angenommen werden, dass dieser Erfolg es dem Gegner für geraume Zeit unmöglich machen würde, bei Kotelnikowo erneut anzugreifen.
Der 6. Pz.Div. übermittelte der Oberbefehlshaber in einem kurzen Fernspruch um 17.30 Uhr seine Anerkennung. [Anl. 324 (C2)]

Obgleich das Pz.A.O.K. 4 nach wie vor bestrebt war, möglichst wenig Truppen der für die Angriffsoperation bestimmten Verbände zur Aufrechterhaltung der Lage einzusetzen, so hatte es doch am 04.12. diesem Grundsatz nicht mehr treu bleiben können, sondern mit stärkeren Teilen eingreifen müssen, damit der Aufmarschraum für "Wintergewitter" nicht verloren ging und die Versammlung der Masse der 23. Pz.Div. nicht empfindlich gestört wurde. Die durch das Ausweichen der 8. rum. Kav.Div. heute abermals entstandene Lücke hatte inzwischen eine solche Ausdehnung angenommen, dass auch für die Bahn Bhf. Shutow – Kotelnikowo ernstliche Gefahr bestand. Es tauchte erneut die Frage auf, ob die Entwicklung der Dinge jetzt nicht doch eine Gesamtunterstellung aller Kräfte ostwärts der Eisenbahn (ohne rum. VII. A.K.) unter das Gen.Kdo. LVII. Pz.Korps erforderlich machte. Der O.B gelangte nach eingehenden Überlegungen zu dem Entschluss, zur Sicherstellung einer einheitlichen Kampfführung im gesamten Raum um Kotelnikowo alle rumänische und deutsche Truppen westlich Linie Schebalin – Aksaj vorübergehend dem LVII. Pz.Korps zu unterstellen. Er bat den O.B. der 4. rum. Armee, sich mit dieser Regelung einverstanden zu erklären, die selbstverständlich nur so lange bestehen sollte, als die aufs äußerste gespannte Lage es notwendig machte. [Anl. 722 (C1)]
19.05 Uhr
Als Absicht des Pz.A.O.K. 4 wurde der Heeresgruppe Don um 19.05 Uhr gemeldet:
"Vorstoß einer zusammengestellten Kräftegruppe der 23. Pz.Div. aus Raum um Schebalin über Kraj Balka auf Dorganow im Zusammenwirken mit Vorstoß Gruppe v. Pannwitz und Teilen rum. VI. A.K. zur Wiedergewinnung von Dorganow und Scharnutowskij." [Anl. 723 (C1)]

Als "Operationsbefehl Wintergewitter" erging der Pz.Armeebefehl Nr. 3 sein wichtigster Inhalt war:
4. Pz.Armee beabsichtigte, an S-Tag Y-Uhr antretend, mit der Masse ihrer Kräfte ostwärts des Don in den Rücken des Feindes am Karpowka-Abschnitt nordwestlich Plantator vorzustoßen, den dort stehenden Gegner aufzurollen und damit zum Entsatz der 6. Armee eine breite Lücke in den Feind zu stoßen.
Mit Teilkräften wollte die Pz.Armee westlich des Don zur Öffnung des Don-Überganges bei Kalatsch für 6. Armee angreifen."Der Pz.Armee ist damit die schwierige aber dankbare Aufgabe gestellt, die seit längerer Zeit eingeschlossenen eigenen Kräfte aus ihrer ernsten Lage zu befreien. Ich wünsche, dass die Größe dieser Aufgabe auch dem letzten Fahrer nahe gebracht wird und jeder Angehörige der Pz.Armee alles für die schnelle und völlige Durchführung unseres Auftrages einsetzt."
6. Armee sollte unter Zusammenfassung aller Panzerkräfte aus ihrer Südwestfront in allgemeiner
Richtung auf die Donskaja Zariza durchbrechen, um eine Verbindung mit 4. Pz.Armee herzustellen.
Aufträge
a) LVII. Pz.Korps (23. und 6. Pz.Div., 5. und 8. rum. Kav.Div.): Durchbruch durch die südlich des Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitts beiderseits der Linie Pimen Tscherni – Bhf. Shutow stehenden Feindkräfte, Zersprengen derselben und Gewinnung dieses Abschnitts bei Kamenka und nördlich des Bhf. Shutow mit den weichenden Gegner. Alsdann ohne Aufenthalt und ohne Rücksicht auf den Feind in der Westflanke Vorstoß in breiter Front westlich der Eisenbahn durch die Steppe nach Norden, Inbesitznahme des Höhengeländes bei Sety und Werch. Zarizynskij. Gewinnung dieser Höhen in möglichst kurzer Zeit wichtig! Nächste Aufgabe des Korps: Angriff in den Rücken des Feindes am Karpowka-Abschnitt; er sollte im einzelen später befohlen werden.
Zur Abdeckung der Ostflanke Vorführen der rum. Kavallerie-Divisionen rechts rückwärts gestaffelt in den Raum beiderseits Plodowitoje. Dort sollten sie sich, möglichst eng zusammengehalten, unverzüglich so zur Abwehr einrichten, dass sie in der Lage waren, ein Vorgehen des Feindes aus den Seenengen beiderseits Zaza heraus über Plodowitoje zu verhindern.

b) XXXXVIII. Pz.Korps (11. Pz.Div., 7. Lw.Felddivision, 336. Inf.Div.): Abdecken des Vorgehens der 4. Panzer-Armee westlich des Don. Hierzu hatte das Korps, am S + X-Tag, Y-Zeit antretend, mit 11. Pz.Div. und 7. Lw.Felddivision nebeneinander die Feindfront zwischen Rytschew und Bhf. Tschir zu durchbrechen, auf dem Höhengelände zwischen Don und Liska in nordostwärtiger Richtung vorzustoßen und den Don-Übergang bei Kalatsch zu öffnen, gegen den gleichzeitig die 6. Armee angreifen sollte.
Die 336. Inf.Div. war vom XXXXVIII. Pz.Korps zum Angriff aus dem Brückenkopf ostwärts Werchne Tschirskaja heraus nach Osten anzusetzen. Die Division sollte hierzu gleichzeitig mit der Masse des Korps zum Angriff aus dem Brückenkopf hervorbrechen, den vor ihr stehenden Feind werfen und über Nishne Petrowskij – Businowka Anschluss an das LVII. Pz.Korps suchen.
Absicht, das XXXXVIII. Pz.Korps antreten zu lassen, wenn das LVII. Pz.Korps seinen Angriff über das Höhengelände nördlich des Jaßaulowskij Aksaj-Abschnitts nach Norden fortsetzte. Das XXXXVIII. Pz.Korps hatte sich darauf einzurichten, dass es sofort nach Herstellung der Verbindung mit der 6. Armee bei Kalatsch die im Raum Nish. Tschirskaja bereit gehaltenen Kolonnen mit Versorgungsgütern für 6. Armee zu dieser durchschleusen konnte. Hierzu enge Verbindung mit O.Qu. 6. Armee.

c) 4. rumänische Armee: Deckung der Ostflanke der 4. Pz.Armee mit rum. VII. A.K. in Linie Chara Buluk – Kettschener-Schebenery – Kenkrja und Halten enger Verbindung mit ... (?) [Seite 517 endet hier, es beginnt 518]
Sobald es Lage und Kräfte der Armee nur irgend gestatteten, war die Sicherungslinie zum Schutze der Ostflanke bis in Gegend Ssadowoje nach Norden auszudehnen. Mit dem rum. VI. A.K. hatte die Armee, am S + 1 Tag mit Tagesanbruch antretend, dem LVII. Pz.Korps beiderseits der Eisenbahn Kotelnikowo – Bhf. Shutow bis zum Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitt zu folgen und das Gelände bis dort hin vom Feinde zu säubern. Nach Durchführung dieser Aufgabe sollte das Korps zur Verfügung der Armee im Raum Bhf. Shutow sammeln.
5. und 8. rum. Kav.Div. sollten ab 07.12., 00.00 Uhr, dem LVII. Pz.Korps unterstellt werden; Versammlung bzw. Bereitstellung entsprechend dem Befehl vom 03.12. [Anl. 718 (C1)].

d) 15. Lw.Felddivision: blieb der 4. Pz.Armee zunächst unmittelbar unterstellt. Art ihrer Verwendung hing vom Zeitpunkt ihrer Einsatzbereitschaft ab und sollte später befohlen werden.

e) 16. Inf.Div. (mot): hatte unverändert ihre Stellung bei Jaschkul zu halten und, wie bisher, in beweglicher Kampfführung dem Feinde nach Kräften Abbruch zu tun.
(Die weiteren Ziffern des Befehls behandelten: Trennungslinien, Luftaufklärung, Unterstützung durch die Luftwaffe, Einsatz der Flak-Artillerie, Verteidigung und Zuführung der Heerestruppen, Pioniere und Nachrichtenverbindungen.)
Die Vorbereitungen für die Operationen waren von 4. rum. Armee und den Korps so zu treffen, dass ab 08.12. mit Tagesanbruch auf Befehl der 4. Pz.Armee zum Angriff angetreten werden konnte. Der Befehl hierzu sollte 24 Stunden vorher durch die Pz.Armee erteilt werden. [Anl. 724 (C1)]

Nach einer erst jetzt eingetroffenen Meldung war es einem Teil der am 02. und 03.12. in den Rücken des Feindes eingesetzten Kampfgruppe Vial der 16. Inf.Div. (mot) gelungen, bis nach Utta vorzustoßen und die dortige feindliche Panzerwerkstatt zu vernichten.
Der Oberbefehlshaber sprach der Kampfgruppe Vial [Oberst Alexander Vial, Kdr. Gren.Rgt. 60 (mot)] zu ihrem schönen Erfolg seine ganz besondere Anerkennung aus. [Anl. 326 (C2)]

Die geringe Zugleistung der Strecke Ssalsk – Kotelnikowo machte es erforderlich, dass in Anbetracht der Versorgungslage von täglich sechs Truppentransport-Zügen nur noch vier bis in die Gegend Remontnaja gefahren werden konnten; zwei Züge mussten täglich in Ssalsk ausgeladen werden. Die dort ausgeladenen Teile hatten bis zu ihren Versammlungsraum eine Entfernung von 200 km zurückzulegen. Darunter litten die Kraftfahrzeuge; außerdem entstand ein erheblicher Zeitverlust und Spritverbrauch. Im Hinblick auf die Lage auf verschiedenen Versorgungsgebieten, mussten aber diese Erschwerungen in Kauf genommen werden.

Meldungen an Heeresgruppe Don über neu eingetroffene Verbände siehe Anl. 327 (C2).
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203602 | Verfasst am: 04.03.2014 - 08:32    Titel: Antworten mit Zitat

05.12.1942
Wetter: Nebel, Regen.
Straßen- und Wegezustand: grundlos, nur noch für Zugmaschinen passierbar.
Während der Nacht schob sich der Feind in der Lücke zwischen rum. VII. und rum.VI. A.K. bis Krylow vor. Sonst keine besonderen Kampfhandlungen.
Gen.Kdo. XXXXVIII. Pz.Korps übernahm um 00.00 Uhr den Befehl in dem neu zur 4. Pz.Armee tretenden Abschnitt der Don- und Tschir-Front von Birjutschij (einschließlich) bis Lissenkoj (ausschließlich) mit sämtlich dort eingesetzten Truppenteilen. [Anl. 328 (C2)]

Bei der 16. Inf.Div. (mot) verlief auch der 05.12. ohne wesentliche Ereignisse. Umgruppierungen und Verstärkung des Gegners beiderseits der Hauptstraße Utta – Jaschkul ließen Angriffsabsichten in diesem Abschnitt möglich erscheinen.
Auch vor der Ost- und Nordfront des rum. VI. A.K. verhielt sich der Feind ruhig.
In der – seit gestern wesentlich erweiterten – Lücke zwischen rum. VII. und rum. VI. A.K. entwickelte sich die Lage weiter ungünstig. Unter dem Schutze des Nebels schob der Russe hier über Scharnutowskij und Dorganow in den Raum um Kraj Balka und Budarka, die, zunächst nur schwach, sich im Laufe des Tages offensichtlich verstärkten. Im Zusammenhang damit war der Gegner auch im Karasal-Tal stärker geworden. Er griff hier aus Iki Sorgakin und Werch. Ssalskij heraus die von Süden angesetzten Kräfte des rum. VII. A.K. an und drängte sie nach Süden zurück. Die Lage blieb hier ungeklärt. Eigenen Teilen gelang es, von Osten her in den Ostteil von Iki Sorgakin wieder einzudringen. Auch Krylow war am Abend wieder in eigener Hand. Nördlich des Karasal-Tals besetzte das rumänische VI. A.K. von Pimen Tscherni aus mit einer verstärkten Schwadron das Staatsgut Wypaßnoj.
Der Vorstoß der von Schebalin aus angesetzten Kampfgruppe der 23. Pz.Div. über Kraj Balka misslang wegen der grundlosen Wege. Schon die Zuführung des erforderlichen Betriebsstoffes von Remontnaja her in der Nacht war nicht gelungen, selbst die Zugmaschinen (!) waren stecken geblieben. Außerdem hatte erest die beschädigte Ssal-Brücke von Atamanskaja wieder hergestellt werden müssen. Die K.Gr. hatte daher erst um 10.30 Uhr antreten können, kam aber in dem knietiefen Morast nur ganz langsam vorwärts und erreichte lediglich Krylow. Ihre Aufklärung stellte die Höhe 1 km westlich Budarka als vom Feinde besetzt fest.
Da nicht zu hoffen war, dass sich am nächsten oder selbst am übernächsten Tage die Verhältnisse auch nur einigermaßen bessern würden, bestand kaum eine Aussicht, die geplanten Vorstöße durchzuführen. Dazu kam noch, dass so gut wie überhaupt keine rumänischen Truppen zur Besetzung der alten Stellungen zur Verfügung standen. (Auch die Gruppe "Korne" – 8. rum. Kav.Div. – hatte durch die Kämpfe der letzten Tage stark gelitten.) Unter diesen Umständen entschloss der Oberbefehlshaber sich schweren Herzens, auf die Wiedergewinnung der alten H.K.L. (Scharnutowskij – Dorganow usw.) zu verzichten, die derzeitigen Stellungen zu halten und durch den Vorstoß der K.Gr. der 23. Pz.Div. auf Kraj Balka lediglich die dortige Lücke einigermaßen zu schließen.
4. rumänische Armee und LVII. Pz.Korps erhielten – zunächst fernmündlich, dann durch Fernspruch um 19.15 Uhr – entsprechende Befehle. [Anl. 726 (C1)]

Am Abend verdichteten sich die Nachrichten, dass der Russe starke Kräfte von der Einschließungsfront bei Stalingrad abzog und in den Raum um Aksaj und Abganerowo vorführte, um sie wahrscheinlich am 07.12. der 4. Pz.Armee entgegen zu werfen. Es musste dabei mit sicher mit 100 Panzern gerechnet werden. Außerdem ergab sich immer klarer, dass der Feind im Raume um Kraj Balka und Budarka sich beträchtlich verstärkt hatte, sodass mit den z.Zt. verfügbaren schwachen Teilen der 23. Pz.Div. dort kaum ein Erfolg zu erringen war. Nach den vorliegenden Meldungen bestand vielmehr die Gefahr, dass sich das einzige bisher zur Verfügung stehende Bataillon auf SPW dort festrannte und Kraj Balka nicht bekam. Der O.B. entschied daher, dass von dem Vorstoß auf Kraj Balka abgesehen und lediglich das Karasal-Tal bei Krylow gesperrt werden sollte; durch starke Aufklärung gegen den Feind bei Kraj Balka – Budarka war die Lage dort zu klären. Sollte auf Grund der Aufklärungsmeldungen ein Vorstoß doch möglich erscheinen, so behielt sich Pz.A.O.K. 4 sich vor, ihn zu befehlen. (Dabei musste bedacht werden, dass auch die Feindlage nordostwärts Krylow unklar war. Führte man die Kampfgruppe der 23. Panzer-Division über Krylow hinaus nach Norden auf Kraj Balka vor, so gab man dem Feinde den Weg über Krylow auf Schebalin – Atamanskaja frei.)
Ein entsprechender Befehl erging fernmündlich um 22.10 Uhr, durch Fernschreiben um 00.18. Uhr. [Anl. 726a (C1)]

Durch die geschilderte Entwicklung erschien auch die Frage der Unterstellung der rumänischen Truppen westlich der Linie Schebalin – Aksaj unter den Befehl des Gen.Kdos. LVII. Pz.Korps nicht mehr akut. Es kam hinzu, dass sich gegen diese Unterstellung erhebliche politische Schwierigkeiten ergeben hatten, die dem Pz.A.O.K. 4 seitens der H.Gr. Don als auch vom Chef des dt. Verb.Stabes zum rum. A.O.K. 4 mitgeteilt wurden. Der Oberbefehlshaber sah daher von einer Weiterverfolgung dieser Absicht einstweilen ab.

Beim XXXXVIII. Pz.Korps kam es im Verlauf zahlreicher von Panzern unterstützter Feindvorstöße gegen den Brückenkopf Werchne Tschirskaja sowie gegen die Nordfront des Korps zu mehreren örtlichen Einbrüchen, die teilweise im Gegenstoß sogleich wieder bereinigt teils abgeriegelt werden konnten.
Dem Korps wurde die 11. Panzer-Division mit Eintreffen unterstellt, die sich mit der Kampfstaffel bis 06.12. im Raum Skassyrskaja versammelte. Die Division sollte durch das XXXXVIII. Pz.Korps bis zum 08.12. derart in den Raum westlich und südwestlich Nishne Tschirskaja vorgeführt werden, dass sie aus diesem heraus jeder Zeit über die Linie Rytschkow – Bhf. Tschir zum Angriff in nordostwärtiger Richtung antreten konnte. [Anl. 725 (C1)]
Es wurde bereits erwogen, wie dem voraussichtlich zu erwartenden Angriff der neuen russischen Kräfte zu begegnen war. Der O.B. entschied, dass der Ssal-Abschnitt zu sperren und Kotelnikowo zu halten war. Ein Halten der einzelnen Stützpunkte in dem freien Raum ostwärts und südostwärts Kotelnikowo versprach nur geringen Erfolg. Die einzelnen in der Hauptsache von Rumänen besetzten Stützpunkte würden in kürzester Frist überwalzt werden und Menschen sowie Material in Verlust geraten. Endgültige Entscheidungen über die weitere Kampfführung behielt sich der Oberbefehlshaber für den Nachmittag des 06.12. vor. Entsprechende an H.Gr. Don über die Absicht der Pz.Armee erfolgte um 00.19 Uhr. [Anl. 727 (C1)]

Meldungen an Heeresgruppe Don über neu eingetroffene Einheiten siehe Anl. 331 (C2).
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203615 | Verfasst am: 06.03.2014 - 08:55    Titel: Antworten mit Zitat

06.12.1942
Wetter: Bedeckt, windig; nachts leichter Frost.
Straßen- und Wegezustand: geringe Besserung.
Die Nacht vom 05./06. und der 06.12. selber verliefen im Armeebereich ostwärts des Don ohne besondere Kampfhandlungen.
Es bestätigte sich, dass die Feindkräfte im Raume Kraj Balka – Budarka hauptsächlich der 61. russischen Kavallerie-Division, die sich nach dem Ausweichen der Rumänen und der Preisgabe von Scharnutowskij und Dorganow über diese Orte nach Süden vorgeschoben hatte. Anscheinend hatte der Russe auch über Scharnutowskij – Werchne Ssalkij – nordostwärts Krylow Kräfte in den genannten Raum geführt. Über die Stärke des Gegners lagen nur sehr vage Anhaltspunkte vor, es schien, dass bei Kraj Balka – Budarka ein feindliches Regiment stand, das sich auf den in der Umgebung dieser Orte gelegenen Höhen mit Teilen zur Abwehr eingerichtet hatte. Russischen Kavallerieaufklärung bis zu Schwadronsstärke erreichte die Gegend etwa 10 km südostwärts Kotelnikowo, wich dann aber wieder auf Budarka aus.
Es zeigte sich, dass es durchaus richtig gewesen war, den Vorstoß auf Kraj Balka mit den geringen zur Verfügung stehenden Kräften der 23. Pz.Div. nicht durchzuführen. Der im Karasal-Tal nach Südwesten vorgehende Feind wäre sonst sicher nach Krylow und vielleicht sogar bis Schebalin vorgedrungen und hätte dem auf Kraj Balka vorgestoßenen Bataillon [SPW] den Rückweg verlegt. Im Hinblick auf die kommenden Operationen und der Notwendigkeit, zu dieser mit möglichst starken Kräften anzutreten, konnte sich die 4. Pz.Armee Unternehmungen, bei denen wertvolle Teile aufs Spiel gesetzt würden, nicht leisten.

Da nach der Feindlage, weiteren Meldungen der Nachrichten-Nahaufklärung und Gefangenenaussagen mit einem baldigen Angriff starker neuer Feindverbände gerechnet werden musste, entschied der O.B., dass die 4. rum. Armee und LVII. Pz.Korps den Befehl erhalten sollten, das Ssal-Tal zu sperren und alle derzeitigen Stellungen zu halten. Die Besatzung des sehr exponiert liegenden Stützpunktes Staatsgut Wyspaßnoj erhielt die Genehmigung, im Falle überlegenen feindlichen Angriffs auf Karaitschew auszuweichen, um so ihre Kampfkraft zu erhalten. (Die rumänische Besatzung dort war zu schwach, man musste sich darüber klar sein, dass sie auch ohne Genehmigung auswich, wenn nicht vorzeitig "floh"!)
Dem entsprechend erging um 15.15 Uhr der Pz.Armeebefehl Nr. 4 [Anl. 728 (C1)]
Die Meldung um 19.20 Uhr an Heeresgruppe Don über die Absicht Pz.A.O.K. 4 entsprach dem im Befehl gesagten. [Anl. 729 (C1)]

Am Abend meldete Chef des deutschen Verbindungsstabes zur 4. rum. Armee, Oberst i.G. Doerr, dass der Oberbefehlshaber der 4. rum. Armee den O.B. Pz.A.O.K. 4, Generaloberst Hoth, um die Genehmigung bitten lasse, mit der 18. rum. Inf.Div. bei einem feindlichen Angriff Pimen Tscherni, N. Tscherni und Karaitschew aufgeben und bis in die Gegend südlich von Kotelnikowo ausweichen zu dürfen. Die sieben (!) Bataillone ohne Panzer-Abwehr-Waffen wären nicht in der Lage zu halten, wenn sie nicht in der kommenden Nacht entsprechende Pz.Abwehr zugeführt erhielten. Der Chef Pz.A.O.K. 4 antwortete, dass die 4. Pz.Armee grundsätzlich nicht in der Lage sei, die Genehmigung zum Aufgeben der genannte Orte zu erteilen. Außerdem liege gerade ein Befehl des Oberbefehlshabers [Anl. 729b (C1)] der Heeresgruppe vor, der zähestes Aushalten verlange. (Der betreffende Befehl wurde vom Chef Pz.A.O.K. 4 dem Oberst i. G. Doerr sogleich diktiert.) Zu dem sei zu sagen, dass in Pimen Tscherni noch etwa sechs bis acht Panzer der Abteilung v. Pannwitz ständen und nach Karaitschew bis morgen früh noch Flak käme, sodass alles für eine Unterstützung der 18. rum. Inf.Div. Mögliche geschehen sei.
Es wurde schließlich noch vom Chef Pz.A.O.K. 4 betont, dass der O.B. der 4. rum. Armee mehrfach darum gebeten habe, an den kommenden Operationen beteiligt zu werden. Das Ansinnen, ausweichen zu dürfen, stände im strikten Gegensatz zu dieser Bitte, welcher der Oberbefehlshaber der 4. Pz.Armee nachgekommen sei und der entsprechend er – trotz aller Bedenken – befohlen habe.

Im Operationsvorschlag "Wintergewitter" hatte Pz.A.O.K. 4 für den Angriff des XXXXVIII. Pz.Korps auf dem Westufer des Don auf Kalatsch vorgesehen, die 7. Luftwaffen neben der 11. Panzer-Division in vorderer Linie einzusetzen. Der Chef der Heeresgruppe Don machte darauf aufmerksam, dass die Lw.Felddivision nur zu defensiven Aufgaben – Abriegeln usw. – zu verwenden sei, aber nicht im Angriff. [Wiederholung durch Fernschreiben – Ia Nr. 0350/42g.Kdos. Chefs. – siehe Anl. 729a (C1)!] Unter diesen Umständen schien es ratsam, das XXXXVIII. Pz.Korps entweder nur auf Kalatsch oder aber nur aus den Brückenkopf Werchne Tschirskaja heraus nach Osten anzusetzen; die noch verbleibenden zwei Divisionen in zwei verschiedenen Richtungen anzusetzen, würde voraussichtlich nirgends zum Erfolg führen. Dem gemäß unterbreitete der Chef Pz.A.O.K. 4 um 18.00 Uhr dem Chef HGr. Don die Absicht des Oberbefehlshabers, das XXXXVIII. Pz.Korps nur auf dem Ostufer des Don zur Vereinigung mit dem LVII. Pz.Korps vorzuführen und auf den Stoß auf dem Westufer auf Kalatsch zunächst ganz zu verzichten. Der Chef Pz.A.O.K. 4 betonte ausdrücklich, dass es der 4. Pz.Armee unbekannt war, dass Luftwaffen-Felddivisionen nur bedingt in der Abwehr verwendbar seien, dass vielmehr daraufhin der Operationsplan aufgebaut sei.

Heeresgruppe Don teilt in einem Fernschreiben (Ia Nr. 129/42 g.Kdos. v. 5.12.) mit, dass laut Führerbefehl weitere Nachforschungen über Versagen rumänischer Offiziere zu unterbleiben hätten.
Der moralische und organisatorische Wiederaufbau der rumänischen Verbände sei mit allen Mitteln zu fördern. Etwa vorhandene Untersuchungsakten gegen rumänische Offiziere und Truppen seien umgehend der Heeresgruppe zu übersenden.
(Pz.A.O.K. 4 meldete am 07.12., dass in seinem Bereich Nachforschungen nicht erfolgt, Untersuchungen nicht vorhanden seien.) [Anl. 333 (C2)]

Oberst i.G. Doerr übersandte eine Abschrift an den deutschen Verbindungsstab 2 gerichteten Schreibens des O.B. der rumänischen Armee vom 04.12.1942 betreffs Teilnahme seiner Armee an "Wintergewitter". (Bedenken, das die schwachen Reste der Armee die rechte Flanke sichern können.) [Anl. 730 (C1)]

Meldungen an Heeresgruppe Don über neu eingetroffene Einheiten. [Anl. 335 (C2)]
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203618 | Verfasst am: 06.03.2014 - 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

07.12.1942
Wetter: Sonnenschein, leichter Frost.
Straßen- und Wegezustand: nachts und vormittags gut, dann aufgetaut und nur noch bedingt befahrbar.
Die Nacht vom 06./07.12. verlief an der gesamten Front der Panzerarmee ruhig.

Tagesverlauf an der Front östlich des Don:
Bei der 16. Inf.Div. (mot) stieß ein eigenes Störunternehmen über Tschaptschaschi nach Süden in Gegend 6 km südlich dieses Ortes auf stärkere Feindbesetzung; dabei auch einige Panzer. Lebhafter feindlicher Lkw-Verkehr (etwa 50 Fahrzeuge) wurde aus Gegend Br. Scholban in nordwestlicher Richtung beobachtet.
An der Front der 4. rum. Armee kam es nicht zu nennenswerten Kampfhandlungen. In Vorbereitung der Operation "Wintergewitter" begann das Herauslösen der 5. rum. Kav.Div.; sie wurde durch Teile der 4. rum. Inf.Div. und einige neu zusammengestellte Bataillone abgelöst.
Beim LVII. Pz.Korps herrschte vor dem Abschnitt der 6. Pz.Div. geringe feindliche Spähtrupptätigkeit, dabei auch Panzer.
Der Gegner in der Lücke zwischen rum. VII. und rum. VI. A.K. setzte sich im Laufe des Tages mit der Masse nach Nordosten ab. Von den im Anmarsch von der Stalingrader Einschließungsfront nach Süden gemeldeten schnellen Verbänden versammelte der Russe anscheinend nur noch das XIII. Pz.Korps im Raume um Aksaj, während er das mot.mech. IV. Korps vor den Don/Tschir-Brückenkopf geführt zu haben schien. Da der Gegner zudem auch nicht, wie fast sicher erwartet, zum Angriff in südwestlicher Richtung auf Kotelnikowo antrat, konnte nur angenommen werden, dass er den deutschen Angriff im Raume um Aksaj erwartete, um ihm dann im Gegenangriff zu begegnen.
Im Hinblick auf die Verschiebung starker Feindkräfte aus der Einschließungsfront südlich Stalingrad heraus nach Aksaj und – anscheinend auch – Demkin beabsichtigte der Oberbefehlshaber die gesamten Kräfte der 4. Pz.Armee auf dem ostwärtigen Don-Ufer zu vereinigen, um die feindlichen Sicherungstruppen zu schlagen. Hierzu sollte sich das XXXXVIII. Pz.Korps bereithalten, um mit 11. Pz.Div. und 336. Inf.Div. aus dem Brückenkopf Werchne Tschirskaja herauszubrechen und die Vereinigung mit dem LVII. Pz.Korps in Richtung Tebektenerowo zu suchen. Der Angriff aus dem Brückenkopf hatte zeitlich nach dem Antreten des LVII. Pz.Korps zu erfolgen. Durch örtlichen Angriff nach Norden und Einsatz der 7. Luftwaffen-Felddivision auf dem Westufer sollte sich das XXXXVIII. Pz.Korps die Möglichkeit des Uferwechsels sichern.
Ein entsprechender Fernspruch an die Korps erging um 14.10 Uhr. [Anl. 732 (C1)]
08.00 Uhr
Nachdem Gen.Kdo. LVII. Pz.Korps seine Absichten für die Lösung der ihm im Panzerarmeebefehl 4 vom 06.12. übertragenen Aufgaben bereits durch Ferschreiben [siehe Anl. 731 (C1)] gemeldet hatte, traf um 08.00 Uhr der Kommandierende General im A.H.Qu. ein, um seine Absichten zur Operation "Wintergewitter" vorzutragen. Sie führten zu längeren Erwägungen zwischen Oberbefehlshaber und Chef Pz.A.O.K. 4 hinsichtlich der Kampfführung. Der Oberbefehlshaber neigte dazu, dass der Ansatz beider Panzer-Divisionen eng zusammengehalten mit Schwerpunkt auf ihren inneren Flügeln in Richtung Pimen Tscherni – Nebykow zweckmäßiger sei. als der vom LVII. Pz.Korps beabsichtigte Ansatz beiderseits dieser Linie und nur im losem Zusammenhang. Der Oberbefehlshaber wollte damit erreichen, dass das Pz.Korps nicht durch den noch bei Werchne Kurmojarskij stehenden Feind von seiner Hauptstoßrichtung abgezogen wurde. Der Gegner dort sollte vielmehr seinem Schicksal überlassen bleiben.
Als sich aber auf Grund von Geländeerkundungen herausstellte, dass ein Panzereinsatz in dieser Richtung sehr schwierig war und das LVII. Pz.Korps beabsichtigte, mit dem rechten Flügel der 23. Pz.Div. über Dorganow, mit 6. Pz.Div. beiderseits der Eisenbahn vorzustoßen, schloss sich der Oberbefehlshaber dieser Absicht an und verlangte nur, dass sich dann beide Panzer-Divisionen baldmöglichst in Richtung Bahnhof Shutow eng zusammenschließen sollten.
Es wurde zwischen dem Chef Pz.A.O.K. 4 und LVII. Pz.Korps auch folgende vom Oberbefehlshaber aufgestellte "Lage" besprochen: In günstig fortschreitendem Angriff hat die 23. Pz.Div. mit den Anfängen den Abschnitt bei und westlich Dorganow überschritten, die 6. Pz.Div. die Gegend beiderseits Tschilikowo erreicht. Zu diesem Zeitpunkt setzt ein feindlicher Gegenangriff aus dem Raum um Aksaj in südwestlicher Richtung gegen die 23. Pz.Div. sowie ein Gegenstoß aus dem Raume um Werchne Kurmojarskij gegen die 6. Pz.Div. ein. Beide Chefs kamen zu folgender Lösung: Abwehr mit 23. Pz.Div. mit Front nach Nordosten gegen den Feind um Aksaj, Angriff mit 6. Pz.Div. gegen den Feind um Werchne Kurmojarskij Alsdann Angriff mit dem ganzen LVII. Pz.Korps gegen den Feind bei Aksaj. Eine andere Lösung gab es nicht, der Oberbefehlshaber billigte sie.
Front westlich des Don:
Der Schwerpunkt der Kämpfe lag am 07.12. beim XXXXVIII. Pz.Korps. Das Korps hatte nach erfolgreicher Abwehr mehrerer feindlicher Vorstöße auf Rytschow [Rytschkow?] starke Angriffe südlich Bahnhof Tschir durchzustehen, bei denen dem Gegner örtliche Einbrüche gelangen; sie konnten aber abgeriegelt werden. Im Zusammenhang mit dem Vorführen erheblicher Feindkräfte gegen den Brückenkopf ostwärts Werchne Tschirskaja musste hier mit den Bevorstehen eines starken russischen Angriffs gegen diesen Brückenkopf von Osten und Nordwesten her gerechnet werden.
Hierauf ließen auch Einzeichnungen einer Beutekarte schließen; danach war auch ein Eingreifen von Luftlandetruppen vorgesehen, die bei Nishne Tschirskaja landen sollten.
Bereits am Tag zuvor war ein starker Feindeinbruch hart westlich der Trennungslinie zwischen XXXXVIII. Pz.Korps und 3. rum. Armee bei Ssulazkij erfolgt. Hier hatte bereits die – zur Teilnahme an der Operation "Wintergewitter" bestimmte – 336. Inf.Div. in den Kampf geworfen werden müssen, ihr Gegenangriff am 07.12. konnte bis 300 m an Ssulazkij heran vorgetragen werden. Südwestlich dieses Ortes gelang es indessen dem Gegner, mit etwa 50 Panzern die hier sichernden Teile der 7. Luftwaffen-Felddivision zu durchbrechen und über die Sowchose Krassnaja Swesda hinaus vorzudringen. Die Lage war hier sehr gespannt. Im Interesse einer einheitlichen Kampfführung übernahm der Kommandierende General des XXXXVIII. Pz.Korps den Befehl über alle im Raume der Einbruchsstelle befindlichen Truppen; einschließlich der 11. Panzer-Division.
16.15 Uhr
Die Unterstellung wurde durch einen um 16.15 Uhr durch den Chef Pz.A.O.K. 4 an den Ia des XXXXVIII. Pz.Korps fernmündlich gegebenen Befehl bestätigt. Gleichzeitig erhielt das Pz.Korps den Befehl, den eingebrochenen Feind am 08.12. zurückzuwerfen und die alten Stellungen wieder zu gewinnen. H.Gr. Don sagte zu, hierzu alle noch irgendwie greifbaren Kräfte, insbesondere auch der 7. Luftwaffen-Felddivision, zuzuführen. [Anl. 733 (C1)]

Übernahme des Befehls über die im Brückenkopf von Rytschow – Wechne Tschirskaja eingesetzten Truppen wurde der Stab der 384. Inf.Div. überwiesen. [Anl. 331a, 334 und 336 (C2)]

Meldung über Absicht des Pz.A.O.K. 4 (durch Fernschreiben von 19.12 Uhr) siehe Anlage 734 (C1).
19.30 Uhr
Die Lage an der Don/Tschir-Front sowie die Möglichkeit, dass der Feind versuchte, den Brückenkopf von Werchne Tschirskaja von zwei Seiten umfassend anzugreifen und zu nehmen, veranlassten die Heeresgruppe um 19.30 Uhr zum Befehl an die 4. Pz.Armee, sich jeder Zeit bereit zu halten, zur Entlastung der Kräfte im genannten Brückenkopf ostwärts des Don nach Norden anzutreten, und zwar unabhängig von allen Vorbereitungen für einen planmäßigen Ablauf von "Wintergewitter".
20.00 Uhr
Dem gemäß wurde um 20.00 Uhr dem LVII. Pz.Korps befohlen, sich hierauf einzustellen, und zwar wie folgt:
Vorstoß mit 6. Panzer-Division unter zurückwerfen des Feindes bei Werchne Kurmojarskij aus Raum um Kotelnikowo nach Norden zu Gewinnung der Aksaj-Übergangs von Generalow, Fortsetzung des Angriffs gegen Myschkowa-Abschnitt in Gegend Schebalin. 23. Panzer-Division mit allen beweglichen und z.Zt. einsatzbereiten Teilen: Abdeckung der Ostflanke der 6. Pz.Div. gegen Feind bei Aksaj durch Vorführen über Poperetschnyj auf Nebykow, später vielleicht bis Gegend Bhf. Shutow.
Eine andere Möglichkeit zur Durchführung dieses Auftrages gab es wohl kaum. Auf jeden Fall war es unbedingt erforderlich, den Feind bei Werchne Kurmojarskij bei dem Vorstoß nach Norden zu zerschlagen; sonst bestand die Gefahr, dass dieser im Rücken des LVII. Pz.Korps das schwach und nur von Rumänen verteidigte Kotelnikowo angriff.
Das LVII. Pz.Korps meldete, dass es ab 08.12. früh jeder Zeit innerhalb von drei Stunden antreten könne. Man war allgemein über diese Lösung sehr angenehm überrascht und hoffte, auf diese Weise schnellstens wieder in Bewegung zu kommen und dem derzeitigen wenig erfreulichen Zustand der Abwehr ein Ende machen zu können. Entsprechend wurde um 23.00 Uhr dem Chef der Heeresgruppe Don gemeldet.
21.00 Uhr
LVII. Pz.Korps erhielt mit Fernschreiben von 21.00 Uhr Befehl, die Verteidigung von Kotelnikowo für den Augenblick des Antretens zur planmäßigen Operation "Wintergewitter" sicherzustellen. [Anl. 735 (C1)]
21.30 Uhr
Ein um 21.30 Uhr eingehender Fernspruch der Heeresgruppe Don forderte, für den Fall eines feindlichen Angriffs von Aksaj her in südlicher oder südwestlicher Richtung sicherzustellen, dass alle verfügbaren Teile der 23. Pz.Div. und 6. Pz.Div. sofort zum Gegenangriff antreten konnten. [Anl. 736 (C1)]
Ein zweiter Fernspruch der Heeresgruppe Don – eingegangen um 21.40 Uhr – ordnete die Bereinigung des Feindeinbruchs südlich des Tschir ab 08.12. früh durch zusammengefassten Einsatz der 336. Inf.Div. und 11. Pz.Div. und unter Heranziehung aller eingetroffenen Teile der 7. Lw.Felddivision an. Nach Wiedergewinnung der Tschir-Front sollten 336. Inf.Div. und 11. Pz.Div. beschleunigt durch die 7. Lw.Felddivision wieder frei gemacht werden. [Anl. 737 (C1)]
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203624 | Verfasst am: 08.03.2014 - 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

08.12.1942
Wetter: anhaltendes Tauwetter, am Nachmittag leichter Frost und Schneefall.
Straßen- und Wegezustand: für Räderfahrzeuge kaum noch befahrbar.
Nach ruhigem Verlauf der Nacht vom 07./08.12. brachte auch der 08.12. selber an der ganzen Pz.Armeefront keine größeren Kampfhandlungen. Der Gegner hatte sich einwandfrei aus dem Raume Kraj Balka – Budarka nach Nordosten abgesetzt; hier waren im Augenblick keine neuen Angriffe zu erwarten.
Die Versammlung schneller russischer Kräfte – XIII. Pz.Korps – im Raume um Aksaj dauerte an. Daneben führte der Gegner schnelle Verbände, wahrscheinlich starke Teile des IV. mot.mech. Korps, am Ostufer des Don nach Süden in den Raum um Generalow. Pz.A.O.K. 4 glaubte nicht, dass der Feind mit diesen Kräften nach Südwesten bzw. Süden auf Kotelnikowo angreifen wollte, sondern dass er am Aksaj den deutschen Angriff abwartete, um der 4. Pz.Armee – vielleicht von zwei Seiten – anzufallen.
Nach dieser Entwicklung, insbesondere dem ruhigen Feindverhalten an dem Brückenkopf von Werchne Tschirtsckaja, war einstweilen nicht damit zu rechnen, dass der am Abend des 07.12. ins Auge gefasste Angriff des LVII. Pz.Korps in nördlicher Richtung zum Tragen kommen würde.

LVII. Pz.Korps erhielt durch Fernschreiben von 18.30 Uhr Befehl, am 09.12. mit der um Krylow stehenden Kampfgruppe der 23. Pz.Div. die rumänische Besatzung von Kraj Balka abzulösen, diesen Ort zu halten, durch laufende Spähtrupptätigkeit die Verbindung zum linken Flügel des rum. VII. A.K. und rechten Flügel des rum. VI. A.K. aufrechtzuerhalten und durch Aufklärung das Feindbild in der Lücke zwischen beiden Korps zu klären. Die weitere Sperrung des Karasal-Tals war durch Verlegung einer stärkeren Kampfgruppe nach Krylow sicherzustellen. [Anl. 740 (C1)]

Außerhalb des Abschnitts der 4. Pz.Armee begann am Morgen der Gegenangriff des XXXXVIII. Pz.Korps zur Bereinigung des am Tag zuvor erfolgten Feindeinbruchs bei Ssulazkij. Die Kämpfe wurden dort durch einen neuen starken russischen Angriff gegen die 336. Inf.Div. eingeleitet, die aber ihre Stellungen hielt und sich dann am Angriff der 11. Pz.Div. beteiligte, der trotz starker Abwehr Boden gewann. Die befohlenen Ziele konnten hier allerdings nicht erreicht werden, sodass eine Fortführung am 09.12. vorgesehen werden musste. Die Befehlsverhältnisse an diesem Abschnitt wurden von der Heeresgruppe dahin geklärt, dass die Führung des Angriffs der 3. rumänischen Armee oblag, der dazu die Führungsabteilung des Gen.Kdos. XXXXVIII. Pz.Korps zur Verfügung stand.
Auf eine Bitte des Oberbefehlshabers der 4. Pz.Armee traf der Oberbefehlshaber der 4. rum. Armee, General d.Art. Constantinescu, im A.H.Qu. Sjmowniki ein, um einige Meinungsverschiedenheiten zu besprechen, die sich aus gewissen Meldungen und Berichten der 4. rum. Armee an den rum. Großen Generalstab ergeben hatten, die dem Pz.A.O.K. 4 – nach vorheriger fernmündlicher Mitteilung durch den Chef der Heeresgruppe – durch zwei Fernschreiben der Heeresgruppe Don bekannt geworden waren.

a) Das rum. A.O.K. 4 hatte gemeldet, dass es bisher kein einziges Mal über die operative Lage und über die Lage der eigenen Kräfte am linken Armeeflügel und nordwestlich des Don unterrichtet worden und daher bei seinen Maßnahmen und Entschlüssen behindert gewesen sei. [Anl. 738 (C1)]
Der O.B. der 4. Pz.Armee äußerte hierzu, dass diese Klage an sich berechtigt sei, was die Gegend westlich des Don betreffe, aber auch Pz.A.O.K. 4 wäre hierüber nur nach und nach und auch nur in ganz großen Zügen unterrichtet worden. In Zukunft solle die 4. rum. Armee auf dem Wege über das D.V.K. 2 Auszüge aus unseren Lageorientierungen erhalten.
Hinsichtlich des linken Flügels sei nur zu sagen, dass bis zum 06.12. die rum. 4. Armee ja selber linker Flügel der 4. Pz.Armee gewesen sei, also eigentlich genügend unterrichtet gewesen sein müsse.
Der O.B. der 4. rum. Armee bedauerte, dass seine Meldung bzw. sein Antrag an den rum. Großen Generalstab, der sich gegen diesen gerichtet habe, dem Pz.A.O.K. 4 zum Vorwurf gemacht worden sei; das sei nicht beabsichtigt gewesen.

b) Das rum. A.O.K. 4 hatte an den rum. Großen Generalstab über den Befehl des Pz.A.O.K. 4 vom 06.12. betreffs Kampfführung bei einem größeren feindlichen Feindangriff, der von der 4. Pz.Armee erwartet wurde, berichtet. Es hatte dabei zum Ausdruck gebracht, dass dieser Befehl, der ein Halten um jeden Preis gefordert hatte, mangels geeigneter Abwehrwaffen die sichere Vernichtung der im Raume um Pimen Tscherni stehenden rumänischen Kräfte bedeutete; die vom rumänischen A.O.K. 4 erbetene Genehmigung zum Ausweichen hätte die 4. Pz.Armee abgelehnt. Das rum. A.O.K. 4 hatte in seinem Bericht dann auch auf die angeblich isolierte Lage des rum. VII. A.K. aufmerksam gemacht und geäußert, dass auch die Zurücknahme dieses Korps erforderlich werden könne; das Pz.A.O.K. 4 teilte auch in dieser Frage den Standpunkt der 4. rum. Armee nicht.
In dem Bericht war schließlich noch auf eine Entscheidung des Marschalls Antonescu Bezug genommen worden, nach der die rum. 4. Armee bei Bedrohung durch Einschließung und bei Mangel an Reserven auf keinen Fall der Vernichtung ausgesetzt werden dürfe.
[Anl. 739 (C1)]

Hierauf antworte der O.B. der 4. Pz.Armee, dass er die gefährdete Lage Pimen Tschernis und der dort stehenden rumänischen Truppen durchaus anerkenne. Aber ein Ausweichen, das sicher in ein haltloses Zurückgehen ausarten würde, könne nicht in Frage kommen. Pimen Tscherni müsse gehalten werden und im Falle einer Einschließung so lange verteidigt werden, bis ein Gegenstoß erfolge. Dieses Verfahren habe sich bewährt, wie die Gegenstöße der Abt. v. Pannwitz und der 6. Pz.Div. am 04.12. bewiesen. Außerdem seien folgende Maßnahmen bereits befohlen oder aber vorbereitet: die Abt. v. Pannwitz mit elf Panzern – der O.B. betonte besonders, dass elf Panzer "heute ein Wort" wären – bleibe zur Unterstützung in Pimen Tscherni, eine starke Flakkampfgruppe stehe bei Karaitschew. Schließlich sei befohlen worden, dass die 6. Pz.Div. in beweglicher Kampfführung Kräfte bereitzuhalten habe, die den angreifenden Feind zu stellen und zurück-werfen sollten. Im Falle eines Angriffs gegen den Rücken des rum. VII. A.K. sei beabsichtigt, dem Gegner mit starken Kräften der 6. Pz.Div. in die Flanke zu stoßen. Auch von der 23. Pz.Div. ständen alle verfügbaren Teile zu einer evtl. Unterstützung bereit. Schließlich bedeute auch das Herausziehen und die Versammlung der 5. rum. Kav.Div. bei und südlich Werchne Ssalskij eine weitere Sicherheit für die Lücke zwischen rum. VII. und rum. VI. A.K., die auch dem Pz.A.O.K. 4 große Sorgen bereitete.
Zu dem Befehl des Marschalls äußerte Generaloberst Hoth, dass gelegentliche Einschließungen einzelner Stützpunkte nicht zu vermeiden seien. Eine Einschließung großer Verbände zu verhindern, sei sein fester Wille. Für die Zurücknahme der Front bestehe aber kein Grund, zumal der Feind schwach und schlecht sei.
Der General Constantinescu dankte für diese Erläuterungen. Der von ihm erstattete Bericht sein, wie alle Berichte, die er an den rum. Großen Generalstab erstattete, lediglich ein Tatsachenbericht gewesen, der keine Klagen über die 4. Pz.Armee enthalten hätte. Er wisse genau, in welch schwieriger Lage sich der O.B. der 4. Pz.Armee befinde und würde alles vermeiden, Gegensätze zu konstruieren. Offenbar hätte er den Pz.Armee-befehl vom 06.12. in Folge von Ungenauigkeiten bei Übersetzung und Verdolmetschung nicht voll in dem Sinne aufgenommen, wie er im Urtext lautete, und daher nicht so verstanden, dass beachtliche Maßnahmen zur Abwehr getroffen worden seien. General Constantinescu bat darum, doch anerkennen zu wollen, dass er sich in einer sehr heiklen Lage befände und, an die Befehle der deutschen Führung gebunden, auch von seinen weit vom Schlachtfeld entfernten rumänischen vorgesetzten Kommandobehörden viele Weisungen erhalte.

Im Ganzen gesehen, hatte man den Eindruck, in dem O.B. der rum. 4. Armee einem ehrlichen, aufrechten Mann und Soldaten gegenüber zu stehen, der sein Handwerk verstand, aber unter dem Zusammenbruch seiner Armee und manchen von ihm angedeuteten innerpolitischen Schwierigkeiten sehr litt und weiteres Unglück verhindert sehen wollte. Man durfte annehmen, dass seine Berichte im guten Glauben und ohne Vorwürfe gegen die 4. Pz.Armee abgefasst waren, aber durch Übermittlungs- und Übersetzungsfehler bei der Weitergabe über den rum. Großen Generalstab, die deutsche Heeresmission usw. Schärfen erhalten hatten, die überdies vielleicht schon von gewisser Seite hinein konstruiert worden waren. Als sich beim Abschied die beiden Oberbefehlshaber trennten, bestand nicht der geringste Eindruck einer noch so kleinen Spannung. Lediglich hinsichtlich der Entscheidung des Marschalls Antonescu, unter keinen Umständen einen rumäni-schen Verband der Vernichtung auszusetzen, schaute man nicht ganz klar durch; inwieweit sich dieser Befehl bei einem feindlichen Angriff auswirken würde, musste abgewartet werden.
Bei der Erörterung dieser Entscheidung hatte sich General Constantinescu sehr zurückgehalten.

Vom D.V.K. 2 wurde eine Übersetzung des Tagesbefehls Nr. 203 der 4. rum. Armee vom 05.12. vorgelegt, der die außergewöhnlichen Leistungen des Oberst v. Pannwitz und der von ihm geführten Einheit in den Kämpfen bei Scharnutowskij, Pimen Tscherni, Nebykow und Kotelnikowo hervorhob. [Anl. 341 (C2)]

Ein Funkspruch des Kommandierenden Generals des IV. A.K. gab die Zuversicht des bei Stalingrad eingeschlossenen Korps Ausdruck. [Anl. 342 (C2)]
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203628 | Verfasst am: 09.03.2014 - 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

09.12.1942
Wetter: Schnee und Regen.
Straßen- und Wegezustand: grundlos.
Während der Nacht 08./09.12. war beim rum. VI. A.K., LVII. Pz.Korps und XXXXVIII. Pz.Korps die feindl. Spähtrupptätigkeit rege. Beim rum. VI. A.K. erfolgte in den frühen Morgenstunden ein russischer Angriff in Bataillonsstärke gegen Pimen Tscherni, der im Gegenstoß im Zusammenwirken mit der Gruppe v. Pannwitz abgewehrt wurde.
Der 09.12. verlief ohne wesentliche Ereignisse. Ein Vorstoß der 5. rum. Kav.Div. auf Iki Sorgakin führte zur Einnahme des Ostteils dieses Ortes. Dagegen gelang es dem Gegner bei Einbruch der Dunkelheit, die rumänischen Sicherungen im Karsal-Tal 3 km nördlich Iki Sorgakin, nach Nordosten zurückzuwerfen.
Beim XXXXVIII. Pz.Korps wurde ein feindlicher Angriff in Bataillonsstärke gegen Jarazkoj abgeschlagen.

Das Feindbild hatte sich nicht wesentlich verändert. Aus einer regeren Erkundungs- und Aufklärungstätigkeit des Russen zwischen der Eisenbahn Kotelnikowo – Bhf. Shutow und dem Don ließen sich zunächst noch keine Schlüsse ziehen. Es lagen ebenso gut deutliche Anzeichen für weitere defensive Absichten wie einige wenige Anhaltspunkte für einen feindlichen Angriff aus dem Raume um Aksaj und Generalow nach Südwesten bzw. Südosten vor. Durch die Besatzung von Kraj Balka und die Versammlung der 5. rum. Kav.Div. im Raume Werchne Ssalskij – Krylow – Dogmanskin konnte die Lücke zwischen dem rum. VII. und rum. VI. A.K. als im wesentlichen geschlossen angesehen werden. Damit war eine Sorge, die lange Zeit hindurch das Pz.A.O.K. 4 bedrückt hatte, wenigstens teilweise behoben. In diesem Zusammenhang verringerte sich auch die Gefährdung der bis dahin stark exponierten Besatzung vom Staatsgut Wypaßnoj erheblich. Pz.A.O.K. 4 zog daher die am 06.12. erteilte Ermächtigung zu einer evtl. Zurücknahme der dort stehenden Kräfte der 8. rum. Kav.Div. zurück.

Da auf Grund der Schlechtwetterlage noch mit einigen Tagen mit Abwehr gerechnet werden musste, in denen ein Feindangriff, wenn auch nicht gerade wahrscheinlich, so doch immerhin keineswegs ausgeschlossen war, erging ein neuer Panzerarmeebefehl ("Nr. 5"), der die Abwehr und die bewegliche Kampfführung beider Panzer-Divisionen im Falle eines feindlichen Angriffs festlegte. Danach beabsichtigte die 4. Pz.Armee ihre derzeitigen Stellungen zu halten und einen Durchbruch des Gegners von Nordosten und Nordwesten gegen die Eisenbahnlinie Remontnaja – Kotelnikowo zu verhindern.
Hierzu lauteten die Aufträge an die unterstellten Verbände:
a) 4. rumänische Armee: Mit rum. VII. und VI. A.K.
Halten der jetzigen Stellungen, Verteidigung sämtlicher Stützpunkte bis zum letzten.
5. rum. Kav.Div. sollte auch nach beendeter Versammlung der 4. rum. Armee unterstellt bleiben; ihr Einsatz hatte nur mit Genehmigung der 4. Pz.Armee zu erfolgen.

b) LVII. Pz.Korps: Mit 6. Pz.Div.
Halten der derzeitigen Stellungen zwischen nördlich Karaitschew und dem Don.
Verhindern eines feindl. Durchbruchs von Nordwesten gegen die Eisenbahnlinie Remontnaja – Kotelnikowo, Halten von Kotelnikowo.
Bereitstellung der 23. Pz.Div. derart, dass sie einen feindl. Angriff ostwärts der Eisenbahn in südlicher oder südwestlicher Richtung im Gegenangriff zum Stehen bringen und den Gegner im sofortigen Nachstoßen zurückwerfen konnte. Hierzu war Krylow und Kraj Balka als Ausgangsbasis zu halten.
Klärung des Feindbildes südlich des Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitts und der weiteren Absichten des Gegners durch verstärkte Aufklärung.

c) 15. Luftwaffen-Felddivision:
Unterstützung des LVII. Pz.Korps und, soweit möglich, der 4. rum. Armee mit Flak-Regiment 7.
[ Anl. 743 (C1)]
Der Gegenangriff des XXXXVIII. Pz.Korps zur Bereinigung des Einbruchs bei Ssulazkij machte trotz des Einsatzes neuer Feindkräfte Fortschritte. Allerdings war nicht damit zu rechnen, dass die Kämpfe noch an diesem Tage zum Abschluss gebracht würden; hierzu erschien mindestens noch ein weiterer Tag erforderlich. Der Komm. General des XXXXVIII. Pz.Korps teilte dem Chef Pz.A.O.K. 4 fernmündlich mit, dass nach seiner Berechnung im Rahmen Operation "Wintergewitter" der Angriff seines Korps in Richtung Kalatsch frühestens am 14.12., der Angriff aus dem Brückenkopf heraus nach Südosten frühestens am 18.12. beginnen könne.
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203646 | Verfasst am: 12.03.2014 - 09:17    Titel: Antworten mit Zitat

10.12.1942
Wetter: Schneefall, in den Abendstunden zunehmender Frost.
Straßen- und Wegezustand: [nicht angegeben!]
In der Nacht vom 09./10.12. wurden die am Tag zuvor in den Ostteil von Iki Sorgakin eingedrungenen Kräfte der 5. rum. Kav.Div. durch einen russischen Gegenangriff wieder aus dem Ort herausgeworfen und nach Osten gedrängt. An den Frontabschnitten des rum. VI. A.K. und LVII. Pz.Korps hielt die rege feindliche Spähtrupptätigkeit an. Beim XXXXVIII. Pz.Korps wurde vor dem Don-Brückenkopf ostwärts Werchne Tschirskaja lebhafter Fahrzeugverkehr festgestellt.
Der 10.12. verlief an der gesamten Front der 4. Pz.Armee außer dem Abschnitt der rumänischen 4. Inf.Div. ohne besondere Kampfhandlungen.
Der 16. Inf.Div. (mot) bereiteten erhebliche Feindbewegungen vor Utta in nordwestlicher Richtung einige Sorge. Der Divisionskommandeur schlug vor, bei der Heeresgruppe A anzuregen, dass eine – angeblich – am Manytsch-Abschnitt schanzende Sicherungs-Division einen wesentlichen Teil der ausgebauten Stellungen der 16. Inf.Div. (mot) übernehmen sollte, um dieser ein Herausziehen ihrer eigenen Verbände zu ermöglichen und die Division zu einer großen Beweglichkeit in der Führung des Abwehrkampfes zu befähigen.
Eine Anfrage des Chefs Pz.A.O.K. 4 bei dem Chef der Heeresgruppe A ergab jedoch, dass die in Betracht kommende Sicherungs-Division – zumindest im Augenblick – für diesen Zweck nicht zur Verfügung stand.
An der Nordfront des rum. VII. A.K. wehrte die 4. rum. Div. am Vormittag einen feindlichen Vorstoß auf Koncha (2 km nordostwärts Bjuljuka) ab. Dagegen ging bei einem um 11.00 Uhr einsetzenden erneuten russischen Angriff Kenkrja verloren. Der Absicht des Komm. Generals, die dem Pz.A.O.K. 4 durch den Leiter des D.V.K. 17, Oberst Gerhard, unmittelbar gemeldet wurde, mit der 4. rum. Inf.Div. etwa 5 km nach Süden auszuweichen, trat der O.B. energisch entgegen; es sollte um jeden Fußbreit Boden gekämpft und die Eckpfeiler beiderseits der Einbruchsstelle unbedingt gehalten werden. Kam doch bei der augenblicklichen Verfassung der Rumänen jede Genehmigung auszuweichen einem nicht mehr aufzuhaltenden Zurückgehen gleich. Ganz davon abgesehen bestand dazu nicht der geringste Anlass.

Ganz allgemein konnte die Lage jetzt, nach dem überall zwischen den rumänischen Verbänden deutsche Truppen standen, als im wesentlichen als gefestigt angesehen werden.
16. Inf.Div. (mot) – rum. VII. A.K. – Teile 23. Pz.Div. – rum. VI. A.K. – 6. Pz.Div.
Sie war gegenüber der Zeit vor zwei Wochen unvergleichlich günstig, ganz abgesehen davon, dass der eigene Angriff dicht bevorstand.

Die gegenüber dem Monatsbeginn stark veränderte Feindlage machte eine eingehende Ergänzung zu dem Operationsbefehl "Wintergewitter" erforderlich. Die »Weisungen für die Kampfführung zur Operation "Wintergewitter"« sowie ein Zusatzbefehl für die 4. rumänischen Armee bildeten den Niederschlag längerer Erwägungen zwischen dem Oberbefehlshaber und dem Chef.
Nach den »Weisungen« hatte das LVII. Pz.Korps bei der Durchführung des ihm im Pz.Armeebefehl Nr. 3 Ziffer 3 erteilten operativen Auftrages zum Vorgehen gegen den Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitt zunächst seine linke Flanke freizukämpfen. Der bei und Westlich Gremjatschi stehende Feind war durch Angriff der 6. Pz.Div. nach Norden zu werfen. Durch rasches Vordringen mit Panzern ostwärts an der Werchne Jablotschnij vorbei war der dortige Feind zu schlagen und von seinen rückwärtigen Verbindungen über Generalow abzuschneiden. Ging der Feind von Generalow nach Süden vor, so sollte er angegriffen, zersprengt und auf den Don zu abgedrängt werden. Dagegen sollte der Gegner in Werchne Kurmojarskij nicht angegriffen werden, damit die Division nicht zu weit nach Westen abgezogen wurde. Die 6. Pz.Div. musste vielmehr bestrebt sein, baldigst gegen den Jeßaulowskij-Abschnitt einzudrehen, um ihn an der günstigsten Stelle zu überschreiten. Es war anzunehmen, dass dies bei Saliwskij leichter sein würde, als bei Generalow selbst, wo der Feind den Hauptübergang zäh hielt.
Die Schwierigkeit in diesem Kampfabschnitt wurde darin gesehen, den Vorstoß über Werchne Jablotschnij zu begrenzen und der 6. Pz.Div. den richtigen Punkt zum Überschreiten des Jeßaulowskij-Abschnitts zu geben. Dies konnte nur auf dem Gefechtsfeld möglich sein. Das baldige Gewinnen des nördlichen Jeßaulowskij Aksaj-Ufers war als Ziel festzuhalten.
Der Angriff und die Bewegungen der 6. Pz.Div. waren gegen den Feind bei Aksaj durch die 23. Pz.Div. abzudecken, die hierzu über Pimen Tscherni auf Nebykow heranzuziehen und zunächst rechts rückwärts der 6. Pz.Div. bereitzuhalten war. Blieb der Feind bei Aksaj stehen, so war er nicht anzugreifen und die 23. Pz.Div. rechts von der 6. Pz.Div. bei Bhf. Shutow über den Jeßaulowskij Aksaj zu führen. Ging der Gegner in Richtung Kotelnikowo vor, so war sein Vorgehen zum Stehen zu bringen. Das LVII. Pz.Korps sollte, unberührt von einem solchen Vorgehen, das für uns nur vorteilhaft sein konnte, den Angriff über den Jeßaulowskij Aksaj zwischen Bhf. Shutow und Generalow fortsetzen.
Das Ziel war, das gesamte Panzerkorps nördlich des Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitts zu vereinigen und sodann mit gesammelter Kraft die Feindgruppe bei Aksaj zu schlagen, bevor der Gegner bei Generalow dies erkannte. Anzustreben war, den Angriff so zu führen, dass die über Abganerowo führenden Verbindungen des Russen durchschnitten wurden. Über die Linie Schelestow – Abganerowo – Bhf. Abganerowo – Bhf. Shutow war der Stoß nicht nach Osten hinauszuführen.
Das LVII. Pz.Korps hatte sich alsdann nördlich und westlich der Eisenbahn zum eigentlichen Befreiungsstoß in Richtung Karpowka-Abschnitt zu ordnen. Hierfür war ein neuer Befehl des Pz.A.O.K. 4 zu erwarten.
Die 4. rum. Armee hatte die Ostflanke der 4. Pz.Armee zu decken und bei Beginn der Operation Pimen Tscherni und Kotelnikowo zu halten. Hierzu sollte die Armee mit dem rum. VII. A.K. ihre derzeitigen Stellungen in Linie Keke-Buluk – Kettschener Schebenery – Bjuljuk halten und die Lücke zwischen dem Südflüger der Gruppe Christea und der südlichen Korpsgrenze ständig durch stehende Spähtruppe sichern.
5. und 8. rum. Kav.Div. (ohne Gruppe Christea), die unter Abänderung des Pz.Armeebefehls Nr. 3 nicht unter den Befehl des LVII. Pz.Korps traten, hatte die 4. rum. Armee nach Beginn der Operation "Wintergewitter" im Raume Zoros – nordwestlich Staatsgut Wypaßnoje – Budarka – Krylow so zu versammeln, dass sie dort am S+1 Tag mit Tagesanbruch zu weiterer Verwendung bereit standen. Die 4. Pz.Armee beabsichtigte, die beiden Kav.-Divisionen, die vom rum. A.O.K. 4 unter einheitlichen Befehl zu stellen waren, dem Ostflügel des LVII. Pz.Korps gestaffelt nachzuführen, nächster Sprung voraussichtlich in Gegend Nebykow.
Das rum. VI. A.K. hatte den Übergang von Pimen Tscherni für die 23. Pz.Div. offen zu halten. Dem Korps fiel vom Beginn der Operation "Wintergewitter" ab die Verteidigung von Kotelnikowo zu. Es hatte sich sodann je nach Freiwerden seiner Verbände im Raume Pimen Tscherni – Karaitschew zu sammeln. Die weitere Verwendung des rum VI. A.K. behielt die Pz.Armee sich noch vor. [Anl. 744 und 745 (C1)]

Der Oberbefehlshaber besprach mit dem Kommandierenden General [Gen.d.Pz.Tr. Friedrich Kirchner] des LVII. Pz.Korps um 18.00 Uhr fernmündlich eingehend die wichtigsten Punkte dieser »Weisungen«. Er ging dabei davon aus, dass sich nach seiner Überzeugung die Lage bis zum Angriffsbeginn nicht mehr ändern und dass der Gegner seinerseits das Pz.Korps ohne Not nicht angreifen würde. Nach Ansicht des Komm. Gen. des LVII. Pz.Korps lagen die Schwierigkeiten beim ersten Antreten in dem Vorhandensein einer stärkeren russischen Pz.Gruppe (40 – 50 Panzer) bei Werchne Kurmojarskij. Der Gegner würde sich nach Norden schieben, d.h. es würde ihm unangenehm sein, wenn wir auf Generalow vorstießen; dass er seinerseits auf Kotelnikowo vorging, war nach Überzeugung des Generals Kirchner nicht anzunehmen. Er würde Befehl erhalten, unseren Vorstoß aufzuhalten. Der Oberbefehlshaber war der gleichen Ansicht und folgerte daraus, dass wir dem Russen, wenn wir freiwillig gegen die Kräftegruppe bei Werchne Kurmojarskij vorgingen, einen Liebesdienst erweisen würden. Der in den »Weisungen« vorgesehene Stoß nach Norden habe den Zweck, den Gegner bei Werchne Kurmojarskij herauszulocken. Die 6. Panzer-Division müsse daher angewiesen werden, ihn nicht von sich aus anzugreifen, sondern sich nur auf ihn zu stürzen, wenn von sich aus komme. Der O.B. fragte dann General Kirchner, wo aus der Nord- in Südrichtung eingedreht werden solle. General Kirchner wollte das davon abhängig machen, wo der geringste Widerstand sein würde. Der Oberbefehlshaber war damit einverstanden, warnte aber vor "zu vielem Probieren"; im Großen würde die Gegend etwa halbwegs Generalow / Shutow in Betracht kommen.
Es wurden dann noch die verschiedenen Möglichkeiten besprochen für den Fall, dass dem LVII. Pz.Korps der Übergang etwa bei Saliszkij gelungen sein würde und der Gegner sowohl noch bei Generalow als auch bei Aksaj stand. Der Oberbefehlshaber wollte dann gegen Generalow nur abschirmen, während sich das LVII. Pz.Korps mit ganzer Kraft auf den Feind bei Aksaj wenden sollte.

In einer fernmündlichen Besprechung mit dem Chef des deutschen Verbindungsstab zur rum. 4. Armee um 19.10 Uhr wies der Oberbefehlshaber mit Bezug auf die »Weisungen« den Oberst Doerr besonders darauf hin, dass hier nur sein Wille gelten könne und dass Oberst Doerr etwaige Zweifel, Sonderwünsche usw. der Rumänen unbedingt abweisen und erledigen müsse. Was die Lage bei der 4. rum. Div. betraf, so gedachte der O.B. auf keinen Fall mehr irgendwelche Kräfte dort hinein zu stecken. Ebenso werde es unter keinen Umständen die Genehmigung zu weiterem Zurücknehmen der Front geben.

Der Kommandierende General des XXXXVIII. Pz.Korps [Gen.d.Pz.Tr. Otto v. Knobelsdorff] unterrichtete um 08.45 Uhr den Oberbefehlshaber über die Lage an seiner Front, insbesondere an dem im Bereich der 3. rum. Armee gelegenen Abschnitt. Es bestand Übereinstimmung darin, dass die Lage dort erst unbedingt bereinigt sein musste, bevor das XXXXVIII. Pz.Korps zur Operation "Wintergewitter" antreten konnte. General v. Knobelsdorff hoffte, am Abend die ersten Teile der 11. Pz.Div. und 336. Inf.Div. herausziehen und durch die 7. Lw.Felddivision ablösen zu können. Schon um 10.45 Uhr äußerte das Korps jedoch hinsichtlich der Ablösungsmöglichkeiten erhebliche Bedenken, da der Gegner immer noch neue Kräfte heranführte und der eigene Gegenangriff bei Ssulatzkij auch heute wieder große Schwierigkeiten zu überwinden hatte. Trotzdem gelang es dem Korps im Laufe des Tages im schweren Ringen mit der 11. Pz.Div. die beher-rschenden Höhen südostwärts und ostwärts Ostrowskij in Besitz zu nehmen. Es war damit geglückt, im Laufe der letzten drei Tage Feindkräfte in Stärke von etwa 3 Panzer-Brigaden, 1 Schützen-Division und 1 bis 2 Kavallerie-Divisionen südlich des Tschir abzuwehren und starke Teile durch den eigenen Gegenangriff zu zerschlagen. Um 18.20 Uhr meldete der Kommandierende General dem O.B., dass er eine Fortführung des Angriffs gegen die im Tschir-Grunde gelegenen Orte nicht für zweckmäßig hielte und am 11.12. nur noch die Erledigung einer eingekesselten Feindgruppe von etwa 30 russischen Panzern beabsichtigte. Im übrigen seien die 11. Pz.Div. und die 336. Inf.Div. durch die tagelangen Kämpfe stark mitgenommen. Der O.B. zollte beiden Divisionen seine höchste Anerkennung und erklärte sich mit den Absichten des XXXXVIII. Pz.Korps einverstanden.

An der Don / Tschir-Front übernahm der Stab der 384. Inf.Div. am 10.12. den Befehl im Abschnitt von Birjutschi (einschließlich) bis Lißenkoj (ausschließlich).
Im Laufe des Tages wurden dort fünf Feindangriffe auf den Don-Brückenkopf sowie mehrere russische Vorstöße von Nordwesten auf Jerazkoj abgewehrt.
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203649 | Verfasst am: 13.03.2014 - 14:53    Titel: Antworten mit Zitat

11.12.1942
Wetter: klar, Frost.
Straßen- und Wegezustand: befahrbar.
In der Nacht erfolgten beim LVII. Pz.Korps feindliche Aufklärungsvorstöße auf Pochlebin und Wesselyj, die abgewehrt wurden.
An der Front des XXXXVIII. Pz.Korps schlug die 384. Inf.Div. einen stärkeren russischen Angriff gegen den linken Abschnitt des Brückenkopfes über den Don zurück. Gegen Jerazkij stieß der Gegner die ganze Nacht ergebnislos vor.
Während des 11.12. kam es ostwärts des Don zu keiner Veränderung des Feindbildes. Die am Tag zuvor gemeldete Verstärkung des russischen Nordflügels vor der 16. Inf.Div. (mot) bestätigte sich nicht, es handelte sich hier anscheinend nur um verstärkten Versorgungsverkehr. Die Division erbat und erhielt vom Pz.A.O.K. 4 die Genehmigung zu einer eigenen Unternehmung gegen Utta.
Im Abschnitt der 4. rum. Armee erfolgte ein feindlicher Angriff in Bataillonsstärke aus Kenkrja heraus. Die 4. rum. Div. meldete zunächst, dass ein "Durchbruch" erfolgt sei; es gelang indessen den Feind hart ostwärts des Ortes durch Gegenangriff zum Stehen zu bringen. Zwei russische Angriffe in Kompaniestärke nördlich Bjuljuka konnten abgewehrt werden.
Der Leiter D.V.K. 17 meldete, dass die 4. rum. Div. "am Zusammenbrechen" sei. Das befohlene Heraus-ziehen der 5. rum. Kav.Div. und die damit verbundene Schwächung der Front des VII. rum. A.K. würde hier mit Bestimmtheit zu einer "Schweinerei" führen. Der Chef Pz.A.O.K. 4 erwiderte indessen dem Oberst i.G. Doerr, der diese Meldung weitergab, dass der Oberbefehlshaber sich hinsichtlich der 5. rum. Kav.Div. auf nichts einließe.
Die aus einer schwachen, durch zwei Sturmgeschütze und Pak verstärkten deutschen Kompanie bestehende "Gruppe Bischoff" griff die von einem russischen Bataillon besetzten Orte Iki Sorgakin und Werchne Ssalskij an und nahm beide unter unbedeutenden eigenen und erheblichen Feindverlusten. (Dem rum. VII. A.K. war das nicht mit der 5. rum. Kav.Div. gelungen!).
Vor der Front des rum. VI. A.K. verhielt der Feind sich ruhig. Die Aufklärung stellte Schanzarbeiten des Gegners in der Linie Dorganow – Nebykow fest. Beim LVII. Pz.Korps fanden außer dem Vorstoß einer von Panzern verstärkten Feindkompanie gegen Wesselyj keine besonderen Kampfhandlungen statt.

Gegen Mittag traf der Oberbefehlshaber Der Heeresgruppe Don, GFM v. Manstein, mit dem Chef der H.Gr. , Gen.Maj. Schulz [Karl Friedrich Wilhelm], im A.H.Qu. ein. Der O.B. der 4. Pz.Armee trug die Absichten für die Kampfführung bei der Operation "Wintergewitter" vor, die gebilligt wurden. Da durch die Entwicklung der Lage an der Tschir-Front sehr zweifelhaft geworden war, ob nicht auch die 11. Pz.Div. wenn überhaupt, dann doch zumindest wesentlich später für eine Beteiligung an "Wintergewitter" zur Verfügung stehen würde, liebäugelte der Generalfeldmarschall mit dem Gedanken, die 16. Inf.Div. (mot) heraus- und für "Wintergewitter" heranzuziehen. Der O.B. 4. Pz.Armee meldete auf Befragen, dass ein verstärktes Inf.Rgt. mit schwerer Artillerie in der Lage sei, die Stellung dort anstatt der 16. Inf.Div. (mot) zu halten. Der GFM beauftragte darauf hin den Ia der Heeresgruppe fernmündlich, beim O.K.H. einen entsprechenden Antrag zu stellen. Der Generalfeldmarschall machte besonders auf die schwierige Versorgungslage der 6. Armee aufmerksam, und dass es darauf ankomme, so weit vorwärts zu kommen, dass ein Zusammenwirken mit einem Gegenschlag der 6. Armee bald ein "Korridor" gebildet werde. Dabei wurde bei Zymljanskaja und Tormossin zu gegebener Zeit auch kurz die Frage der Zuführung der bereitgehaltenen Versorgungpakete gestreift und vom GFM darauf hingewiesen, Geleitzüge mit Panzern vorzusehen, die die Transportkolonnen dann durchschleusen sollten.

Da der GFM diese Frage schon bei seiner ersten Anwesenheit im A.H.Qu. angeschnitten hatte, besprach der Chef Pz.A.O.K. 4 sie am Nachmittag nochmals eingehend mit dem O.Qu. 4. Pz.Armee und legte ihm die dringliche Behandlung dieser Angelegenheit ganz besonders nahe.
Es wurden alle Vorbereitungen besprochen und eingeleitet. Über die Frage der späteren Gestaltung der Front, und des Flankenschutzes nach Osten konnten vom GFM v. Manstein noch keine Mitteilungen gemacht werden, da diese Dinge noch vollkommen offen waren und die Entscheidung von höchster Stelle noch ausstand.
Am Vormittag war auch der Oberbefehlshaber der Luftflotte 4, Generaloberst Frhr. v. Richthofen [Wolfram], im A.H.Qu. anwesend. Er machte Mitteilung über die vorgesehene Art und den Umfang der Unterstützung durch die Luftwaffe, die, falls nicht durch einen russischen Angriff gegen die italienische Armee anderweitig gebunden, mit allen Kräften bei der 4. Pz.Armee eingesetzt werden sollte; auch für den Feindangriff gegen die Italiener wurde wenigstens eine Teilunterstützung sichergestellt. Der Chef des Gen.Stab des IV. Flieger-Korps, der gleichfalls anwesend war, wurde vom Chef Pz.A.O.K. 4 über die beabsichtigte Kampfführung unterrichtet und besprach anschließend alle Einzelheiten mit dem LVII. Pz.Korps.

Von der H.Gr. Don wurde durch fernmündliche Mitteilung als Anfangstag für die Operation "Wintergewitter"
der 12.12., als Angriffszeit 05.30 Uhr festgesetzt. Entsprechendes Fernschreiben des Pz.A.O.K. 4 an rum. 4. Armee und LVII. Pz.Korps siehe Anl. 746 (C1).
Der Oberbefehlshaber wies in einem Aufruf an die Soldaten der 4. Pz.Armee und 4. rum. Armee auf die Notwendigkeit hin, der eingeschlossenen 6. Armee zu Hilfe zu kommen und die Einschließungsfront zu durchbrechen. [Anl. 747 (C1)]
Ein um 12.10 Uhr eingetroffener Fernspruch der Heeresgruppe Don wiederholte zunächst die Festsetzung des Angriffstages und ordnete dann die Wiederunterstellung des XXXXVIII. Pz.Korps unter Pz.A.O.K. 4 an. Möglichst starke Teile des Korps sollten im Einvernehmen mit rum. A.O.K. 3 so schnell wie möglich frei gemacht und so bereit gestellt werden, dass sie spätestens am 14.12. aus dem Tschir-Brückenkopf antreten konnten. Ein Vorgehen westlich des Don hatte nur nach Maßgabe der verfügbaren Kräfte zu erfolgen.
Die 17. Panzer-Division sollte zunächst in dem Raume westlich und nordwestlich Morosowskaja verbleiben. [Anl. 748 (C1)]

Das XXXXVIII. Pz.Korps gewann in weiterer Durchführung des Angriffs zur Wiederherstellung der Lage bei Ostrowskoj das Schluchtengelände etwa 3 km nordwestlich des Ortes; dagegen gelang die Vernichtung der bis in Gegend 2 km südlich Ostrowskoj durchgebrochenen Feindgruppe noch nicht.
Während der Angriff des Korps noch lief, erfolgte ein neuer Feindeinbruch bei Lissenkoj (Naht zwischen der 4. Pz.Armee und 3. rum. Armee) sowie südlich Nishne Kalinowskij. Es entstand neuerdings eine sehr angespannte Lage an weiten Stellen der Tschir-Front. Wieder fühlte der Kommandierende General des XXXXVIII. Pz.Korps sich verpflichtet zu helfen, obgleich die Einbruchsstelle Nishne Kalinowskij außerhalb der Grenzen der Pz.Armee lag. Er meldete dem Pz.A.O.K. 4 entsprechend. Gen.d.Pz.Tr. v. Knobelsdorff befürchtete, dass er die 11. Pz,Div. für "Wintergewitter" nicht mehr freibekommen würde, denn mit der 7. Lw.Felddivision und der 336. Inf.Div. allein war die Lage kaum zu halten. Darüber hinaus hielt er zur Bereinigung der Lage am Tschir sogar den Einsatz der 17. Pz.Div. für erforderlich.
Der Chef Pz.A.O.K. 4 trug bei der Nachmittagsorientierung dem Chef der Heeresgruppe Don die Lage vor und bat um Entscheidung, ob die 4. Pz.Armee auch an der neuen Einbruchsstelle helfen solle oder ob sich die H.Gr. eine andere Lösung gedacht habe. Die Entscheidung erfolgte kurz darauf in dem Sinne, dass die Trennungslinie der 4. Pz.Armee und 3. rum. Armee so weit nach Westen gelegt würde, dass die Einbruchs-stelle im Abschnitt der 4. Pz.Armee lag. Der Generalfeldmarschall stand auf dem Standpunkt, dass die Bereinigung der neuen Einbruchsstellen allem anderen vorging und das XXXXVIII. Pz.Korps hierzu voll einzusetzen war. [Anl. 750 (C1)]
Entsprechend wurde das XXXXVIII. Pz.Korps vom Pz.A.O.K. 4 beauftragt, am 12.12. den Feind wieder zu werfen und die alten Stellungen zurückzugewinnen. [Anl. 749 (C1)]
Da die Kräfte für einen Gegenangriff an beiden Stellen sowie zur Abwehr an der eben wieder bereinigten Stelle bei Ssulazkij zu schwach waren, beabsichtigte das XXXXVIII. Pz.Korps, sich am 12.12. zunächst nur dem eingebrochenen Feind bei Lissenkoj zuzuwenden. Pz.A.O.K. 4 erklärte sich damit einverstanden, der Gegenangriff bei Nishne Kalinowskij sollte erst am 13.12. erfolgen.

Pz.A.O.K. 4 konnte nun mit einem Einsatz der 11. Pz.Div. am 14.12. zum Angriff aus dem Don-Brückenkopf heraus zu "Wintergewitter" nicht mehr rechnen. Es hatte sogar erhebliche Bedenken, ob die 11. Pz.Div. und die 336. Inf.Div. überhaupt dazu frei werden würden.

Der am Tag zuvor vom Leiter des D.V.K. 17 gemeldete Befehl des Komm. Generals des rum. VII. A.K. zum Ausweichen war vom Pz.A.O.K. 4 der Heeresgruppe und von dieser dem O.K.H. weitergemeldet worden und hatte dort zu einer Rückfrage Veranlassung gegeben. Der Fall wurde vom rum. VII. A.K. sowie auch vom D.V.K. 17 jetzt so dargestellt, dass der Kommandierende General dem Kommandeur der 4. rum. Div. nur befohlen habe, wenn er zurückgehen müsse, spätestens 4 km weiter südlich wieder Front zu machen. [Anl. 752 (C1)]
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203656 | Verfasst am: 15.03.2014 - 19:25    Titel: Antworten mit Zitat

12.12.1942
Wetter: klar, sonnig, Frost.
Straßen- und Wegezustand: befahrbar.
Während der Nacht vom 11./12.12. war der Gegner an der Front der Pz.Armee ziemlich rege. Im Abschnitt des VII. rum. A.K. stieß er bei der 4. rum. Div. mit ein bis zwei Kompanien aus Kenkrja nach Süden vor, wurde aber abgewehrt. Beim rum. VI. A.K. erfolgten mehrere Angriffe auf Pimen Tscherni; ein stärkerer Angriff (in Bataillonsstärke) konnte erst im Gegenstoß abgewiesen werden, dabei wurden die in den Ort eingedrungenen Feindteile vernichtet.
An der Nordfront des XXXXVIII. Pz.Korps hielt der Druck auf Jerazkoj an. Es stellte sich heraus, dass der Gegner tags zuvor mit zwei Bataillonen in Tschuwilewskij eingedrungen war.
Am 12.12. führte die 16. Inf.Div. (mot) die beabsichtigte Unternehmung gegen Utta erfolgreich durch. Ein russischer Angriff gegen den Stützpunkt Tschilgir konnte nach einstündigem Kampf abgewiesen werden, der Gegner wurde hier in nordostwärtiger Richtung zurückgeworfen.
Die Operation "Wintergewitter" lief planmäßig an und nahm im Großen den erwarteten Verlauf.
Die 23. Pz.Division gewann die Höhen 6 km südwestlich Ssamchin sowie Nebykow. Die 6. Pz.Division nahm, mit Schwerpunkt westlich der Bahn vorstoßend, zusammen mit Teilen des VI. rum. A.K. um 06.45. Uhr Gremjatschij, drehte dann nach Westen ein und setzte sich nach Niederkämpfen feindlicher Infanterie und Kavallerie sowie einiger Panzer in den Besitz von Werchne Jablotschnij. Eine weitere Kampfgruppe der Division stieß ostwärts der Bahn bis Tschilikowo vor, nahm diesen Ort und erreichte noch am Abend die Höhen 4 km nördlich davon. Die Kürze des Tages und die Schwierigkeit des Geländes ließen es zunächst nicht mehr zu dem vom Pz.A.O.K. 4 angestrebten [vgl. Anl. 753 (C1)] Gewinnen des Jaßaulowskij Aksaj-Abschnitts kommen.
Abgesehen von dem bereits bisher im Raume südlich des Aksaj-Abschnitts an und westlich der Eisenbahn festgestellten Gegner – 126. und 302. russ. Schtz.Div. –, der sich stellenweise zäh verteidigte, hatten sich weitere russische Kräfte noch nicht zum Kampfe gestellt, befanden sich aber nach Meldungen der Erd- und Luftaufklärung westlich der Eisenbahn im Vorgehen über den Jeßaulowskij Aksaj nach Süden. Es musste angenommen werden, dass es am 13.12. hier zu schweren Kämpfen mit den Hauptkräften des russischen IV. mot.mech.A.K. kommen würde, das anscheinend den Auftrag hatte, das Vordringen des LVII. Pz.Korps über den Aksaj unbedingt zu verhindern. Ferner zog der Feind nach Meldungen des Nachrichten-Nahaufklärung noch eine weitere Panzer-Brigade an der Stalingrader Front heraus und schob sie nach Süden über Sety vor.

Der Oberbefehlshaber stand nach Abschluss der Kämpfe des Tages vor der Frage, ob er am 13.12. Das LVII. Pz.Korps zunächst nur mit der 6. Pz.Div. allein gegen und über den Aksaj-Abschnitt vorgehen lassen oder ob er auch die 23. Pz.Div. unter Verzicht auf den Flankenschutz nach Nordosten gleichfalls für den Angriff nach Norden freigeben solle. Er entschied sich dahin, dass die 23. Pz.Div. zunächst noch die Flanke auf dem Höhengelände nordostwärts Nebykow zu schützen hatte, aber bereitzuhalten war, noch am 13.12. auch gegen und über den Jeßaulowskij Aksaj vorzugehen. Das Feindbild war einstweilen noch zu ungeklärt; insbesondere war über den Verbleib der Aksajer Feindgruppe kein klares Bild zu gewinnen, sodass eine sofortige Aufgabe des Flankenschutzes ein erhebliches Risiko dargestellt hätte.
19.20 Uhr
Ein entsprechender Befehl an das LVII. Pz.Korps erging um 19.20 Uhr. [Anl. 754 (C1)]
19.21 Uhr
Die 4. rum. Armee erhielt um 19.21 Uhr die Weisung, die Gruppe Oberst Popescu (5. und 8. rum. Kav.Div.) derart bereitzuhalten, dass sie am 13.12. im Laufe des späten Vormittags auf Befehl der 4. Pz.Armee dem LVII. Pz.Korps mit Anfängen bis in Gegend Nebykow folgen konnte. Hauptaufgabe des rum. VI. A.K. die Sicherung von Kotelnikowo. Durch starke Aufklärung (Gruppe v. Pannwitz) war die Lücke zwischen den Kurmojarskij Aksaj und den Don nordwestlich Pochlebin laufend zu überwachen. Daneben blieb der Auftrag zur Versammlung der bisher frei gewordenen Verbände im Raume Pimen Tschreni – Karaitschew bestehen. [Anl. 755 (C1)]
Der Frage der Sicherung von Kotelnikowo wandte der Oberbefehlshaber besondere Aufmerksamkeit zu. Vom rum. A.O.K. 4 waren die hierzu seitens Pz.A.O.K. 4 erlassenen Weisungen – wie sich später ergab, infolge eines "Übersetzungsfehlers" – nur ungenügend weitergeleitet und zur Ausführung gebracht worden, sodass es in dieser Hinsicht neben dem persönlichen Eingreifen des O.B. in Kotelnikowo selber, mehrerer Telefongespräche des Chefs Pz.A.O.K. 4 mit dem Chef des dt. Verb.Stabes beim rum. A.O.K. 4 bedurfte.
18.30 Uhr
Um 18.30. Uhr rief der O.B. in dieser Angelegenheit nochmals den Oberst i.G. Doerr an und trug ihm auf, sich unter allen Umständen zu vergewissern, dass der Schutz von Kotelnikowo nun unbedingt gesichert sei. Der O.B. war mit der taktischen Kampfführung der 23. Pz.Div. an diesem Tage nicht voll einverstanden. Während die 6. Pz.Div. durch den Einsatz ihres geschlossenen Pz.Regiments den feindlichen Widerstand schnell und leicht hatte beseitigen können, hatte die 23. Pz.Div. nur eine geringe Anzahl ihrer Panzer vorn eingesetzt, die Masse aber nachgeführt. Der Oberbefehlshaber wies das LVII. Pz.Korps hierauf hin. Er verlangte, dass vom nächsten Tage ab auch bei der 23. Pz.Div. durch entschlossenen Angriff des ganzen Pz.Regiments unter seinem Kommandeur die Bahn für schnelle Bewegungen geschlagen wurde. [Anl. 756 (C1)]
20.05 Uhr
Die der Heeresgruppe Don um 20.05 Uhr gemeldete Absicht der 4. Pz.Armee entsprach dem in den Befehlen an LVII. Pz.Korps Gesagten. [Anl. 757 (C1)]

Westlich des Don gelang es Teilen der 336. Inf.Div. und 11. Pz.Div. in harten Kämpfen, die Lage an der Einbruchsstelle Lissenkoj, in der sich der Gegner erheblich verstärkt hatte, wieder herzustellen. Die Einbruchsstelle südlich Nishne Kalinowskij konnte durch Teile der 11. Pz.Div. gegenüber zähem Feindwiderstand immerhin etwas verengt werden. Dagegen gelang es der sich noch in den Schluchten 2 km ostwärts Höhe 161 befindenden russischen Panzergruppe, Verstärkungen heranzuführen. Der Gegner war dort abgeriegelt und sollte nach Durchführung des Gegenangriffs bei Nishne Kalinowskij vernichtet werden.

Der Russe hatte hier westlich des Don offensichtlich das Bestreben, durch doppelseitigen Angriff die zwischen Lissenkoj und Nishne Kalinowskij stehenden Kräfte einzuschließen. Auch wenn am 13.12. der Gegenangriff bei Nishne Kalinowskij erfolgreich zu Ende geführt sein würde, musste damit gerechnet werden, dass dieser Frontabschnitt stark bedroht blieb. Es schien fraglich, ob unter diesen Umständen die 11. Panzer-Division am 14.12. herausgelöst und zur Mitwirkung an Operation "Wintergewitter" eingesetzt werden konnte. Eine kleinere schnell bewegliche Abteilung aller Waffen musste unter allen Umständen als "Feuerwehr" hier bleiben.
Es wurde dem gemäß fernmündlich und in der Tagesmeldung von 20.30 Uhr dringend darum gebeten, die 17. Panzer-Division für die Operation freizugeben; nur dann konnte "Wintergewitter" mit dem nötigen Nachdruck geführt werden.
Panzerabschusszahlen
6. Panzer-Division: 2
336. Infanterie-Division: 7
11. Panzer-Division: 11
Gruppe v. Stumpfeld [Gen.Maj. Hans-Joachim von Stumpfeld, Arko 108]: 2
Summe: 22
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 22.03.2014 - 16:17, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203662 | Verfasst am: 20.03.2014 - 20:00    Titel: Antworten mit Zitat

13.12.1942
Wetter:bedeckt, Temperaturen wenig über 0 Grad.
Straßen- und Wegezustand: in den Mittagsstunden teilweise aufgeweicht, sonst befahrbar; bei XXXXVIII. Pz.Korps Glatteis.
In der Nacht vom 12./13.12. war die Gefechtstätigkeit bei der 16. Inf.Div. (mot) ziemlich lebhaft. Der Gegner griff hier nach 2 ½ stündigem heftigen Artillerie- und Granatwerferfeuer um 04.30 Uhr mit etwa zwei Bataillonen und einigen Panzern die Stellungen in Gegend 8 km nordostwärts Jaschkul an. Der Angriff blieb im Abwehrfeuer vor der H.K.L. liegen, ein Panzer wurde abgeschossen. Gegen Njukjun fühlten fünf russische Stoßtrupps vor, sie wurden aber sämtlich abgewiesen.
Bei der 4. rum. Armee und dem LVII. Pz.Korps verlief die Nacht ruhig.
Beim XXXXVIII. Pz.Korps war die feindliche Spähtrupptätigkeit rege; gegen H.K.L. und Hintergelände der 336. Inf.Div. richteten sich laufende Fliegerangriffe mit Bombenwürfen.

Der 13.12. brachte bei der 16. Inf.Div. (mot) keine nennenswerten Kampfhandlungen. Auch an der Front der 4. rum. Armee brachte der Tag keine besonderen Ereignisse. Die neu zusammengestellte Gruppe Popescu (5. rum. Kav.Div. und 8. rum. Kav.Div.; ohne Teile, Gruppe Christea) stand im Raum Kraj Balka – Staatsgut Wypaßnoj zur Verfügung des Pz.A.O.K. 4; sie hatte zunächst Betriebsstoffschwierigkeiten, die aber im Laufe des Tages überwunden wurden.
An der Front des LVII. Pz.Korps nahm die Operation "Wintergewitter" ihren Fortgang. Die Kämpfe entwickelten sich günstig, um 08.50 Uhr konnte der Chef des LVII. Pz.Korps dem Pz.A.O.K. 4 melden, dass soeben (08.30. Uhr) der Übergang über den Jeßaulowskij Aksaj von der 6. Pz.Div. bei Saliwskij ohne besondere Schwierigkeiten erzwungen worden sei. Das Korps wollte jetzt gern auch die Panzergruppe der 23. Pz.Div. auf das Nordufer ziehen und erbat die Genehmigung hierzu. Sie wurde, da die um Aksaj vermutete Feindgruppe einstweilen nicht in Erscheinung getreten war, um 09.10 Uhr erteilt, und zwar erhielt das LVII. Pz.Korps fernmündlich den Befehl, sofort die Masse der 23. Pz.Div. über den Jeßaulowskij Aksaj nachzuziehen. Der Oberbefehlshaber war sich des Risikos, das er mit dieser Entblößung der rechten Flanke auf sich nahm, durchaus bewusst. Es kam ihm aber darauf an, die schwachen Kräfte der 6. Pz.Div. nördlich des Abschnitts möglichst bald zu verstärken, damit sie nicht in Bedrängnis kamen und das Gewonnene wieder aufgegeben werden musste. Als jedoch um 10.15 Uhr die Meldung einging, dass nach einem von der Nachrichten-Nahaufklärung aufgefangenen Funkspruch – anscheinend von der Feindgruppe um Aksaj – der Gegner mit einer Panzer-Brigade auf Nebykow angetreten war, wurde der Befehl zum Vorziehen der 23. Pz.Div. wieder rückgängig gemacht. Der erwartete Vorstoß erfolgte bald danach über Ssamchin; der hier angreifende stärkere Gegner, Panzer und mot. Infanterie, wurde von der 23. Pz.Div. zurückgeworfen, zum Teil vernichtet.
Inzwischen war die 6. Pz.Div. im Vorgehen über Saliwskij geblieben, ihre gepanzerte Stoßgruppe nahm die Höhen nördlich des Ortes sowie Werchne Kumskij. Südlich des Jeßaulowskij Aksaj befanden sich Teile der Division noch im Kampfe mit einem sich zäh wehrenden Gegner südwestlich Bhf. Shutow, andere deckten in Wer. Jablotschnyj gegen die russische Kräftegruppe bei Werchne Kurmojarskij ab. Nach Fliegermeldungen überschritten feindliche Kräfte bei Generalow den Jeßaulowskij Aksaj nach Süden; anscheinend handelte es sich dabei nur um schwächere Kräfte des IV. russ. Kav.Korps, während das vermutete IV. mot.mech.A.K. nach nicht in Erscheinung getreten war. Es fragte sich, ob es nicht zweckmäßiger war, die gep. Stoßgruppe der 6. Pz.Div. noch am 13.12. gegen diesen Feind anzusetzen. Nach Rücksprache mit dem LVIII. Pz.Korps wurde um 12.15 Uhr dieser Stoß angeordnet, in der Hoffnung, den Gegner im Raume um Generalow dadurch endgültig so abschütteln zu können, dass hier später nur noch die Belassung ganz schwacher Sicherungen notwendig war und das Pz.Korps sich schon am 14.12. mit seinen beiden Divisionen nach Osten wenden konnte. Leider kam jedoch dieser Stoß nach Westen nicht mehr zum Tragen, da über die Vorbereitungen die Dunkelheit hereinbrach und Teile des Pz.Regiments der 6. Pz.Div. wegen Einbruchs der Brücke von Saliwskij auf dem Südufer des Jeßaulowskij Aksaj liegen blieben.
Nach den Aufklärungsergebnissen und einer Beutekarte konnte indesssen angenommen werden, dass die Feindgruppe bei Generalow so schwach war, dass gegen sie auch ohne Durchführung des geplanten Stoßes eine geringe Abdeckung genügte. Dagegen schien es notwendig, den im Jeßaulowskij Aksaj-Tal und südlich davon bei Ssamchin sowie westlich und südwestlich von Shutow 1 stehenden stärkeren Gegner zu schlagen und die Feindkräfte bei Aksaj zu zersprengen, ehe an ein weiteres Vorgehen nach Norden gedacht werden konnte. Bei den geringen zur Verfügung stehenden Kräften war es nicht möglich, den Feind einfach stehen zu lassen und sich damit später Gefahrenmomente für die rückwärtigen Verbindungen zu schaffen.
In diesem Sinne ergingen zwischen 16.40 und 19.00 Uhr die Befehle für den 14.12., und zwar erhielt die
4. rum. Armee den Auftrag, mit der Gruppe Popescu (5. u. 8. rum. Kav.Div.) Dorganow zu nehmen; die Gruppe hatte sich dann bereit zu halten, auf Befehl der 4. Pz.Armee ihr Vorgehen auf Ssamchin fortsetzen zu können. Das rum. VI. A.K. sollte die Besatzung von Wer. Jablonskij um ein Bataillon und eine Artillerie- Abt. verstärken und sich bereit halten, dem LVII. Pz.Korps über die Linie Pimen Tscherni – Kotelnikowo bis an den Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitt folgen zu können.
Das LVII. Pz.Korps hatte am 14.12. die feindliche Kräftegruppe bei Ssamchin, südwestlich Bhf. Shutow und im Jeßaulowskij Aksaj-Tal zu schlagen und sich daneben ohne Zeitverlust und unter schwacher Abdeckung gegen den Feind um Generalow zum Angriff nach Osten gegen den Feind um Aksaj umzugruppieren. Es musste von wesentlicher Bedeutung für die weitere Kampfführung sein, dass der Schlag gegen den Feind bei Aksaj der Vernichtung des Gegners bei Bhf. Shutow unverzüglich folgte. [Anl. 759 u. 762 (C1)]

Beim XXXXVIII. Pz.Korps entwickelte sich die Lage ungünstig. Hier griff der Russe mit starken Kräften, dabei etwa 60 Panzer, den Brückenkopf von Rytschow an, der eingedrückt wurde; Rytschow selber ging verloren. Ein weiterer Feinangriff in Richtung auf die Don-Brücke bei Werchne Tschirskaja konnte 1500 m nördlich der Brücke zum Stehen gebracht werden. Der beabsichtigte eigene Gegenangriff auf Nishne Kalinowskij gelangte nicht zur Durchführung, da die dafür vorgesehenen Teile der 11. Pz.Div. zur Abwehr starker feindl. Angriffe im Schluchtengelände 3 km westlich Ostrowskoj eingesetzt werden mussten; Dabei wurde ein Pz.Grenadier-Bataillon in der Golaja-Schlucht (1:100.000) vom Feind eingeschlossen, konnte sich aber später (in der Nacht v. 13./14.12.) zu seiner Division durchschlagen. An der Einbruchsstelle Nishne Kalinowskij wurden die Angriffe des sich auch hier verstärkenden Gegners gegen die Höhen südostwärts und südlich des Ortes abgewiesen.
Nach dem Verlust von Rytschow und dem noch unentschiedenen Kampf mit starkem Panzerfeind bei Ostrowskij musste die Lage an der Nordfront des XXXXVIII. Pz.Korps als sehr gespannt angesehen werden. Der Feind, der hier etwa 6 Panzer-Brigaden, 4 – 5 Schützen-Divisionen, 3 Kavallerie-Divisionen und 2 mot. Schützen-Brigaden in den Kampf führte, beabsichtigte offensichtlich einen operativen Durchbruch.
Die 11. Pz.Div. lag völlig fest, ihre für den Gegenangriff bei Nishne Kalinowski bestimmten Teile waren bei Ostrowskij gebunden, andere Kräfte standen zu Gegenstößen usw. nicht mehr zur Verfügung.
Der Kommandierende General des XXXXVIII. Pz.Korps hatte schon um 10.00 Uhr die Genehmigung zur Räumung des – zu dieser Zeit bereits im wesentlichen verlorenen – Brückenkopfes von Rytschow erbeten und auch die Aufgabe des Brückenkopfes über den Don ostwärts Werchne Tschirskaja angeregt, der nach dem Verlust von Rytschow trotz aller Hingabe der Verteidiger auf die Dauer nicht zu halten und der ohnehin unbrauchbar war, wenn nicht bei Rytschow die alte Lage wieder hergestellt werden konnte. Von der H.Gr. Don wurde indessen nur genehmigt, dass der durch den Verlust von Rytschow in der Luft hängende linke Flügel des Brückenkopfes ostwärts Werchne Tschirskaja um etwa 2 km zurückgebogen werden durfte.

In einem um 15.45 Uhr beim Pz.A.O.K. 4 eingegangenen Fernschreiben gab das XXXXVIII. Pz.Korps eine eingehende Beurteilung der Lage. Es meldete, dass auch das Halten eines verkleinerten Brückenkopfes lediglich zur Vernichtung der dortigen Kräftegruppe führen würde. [Anl. 758 (C1)]
Um 15.50 Uhr berichtete der Chef des XXXXVIII. Pz.Korps erneut über die Lage. Das Korps bat abermals um eine Entscheidung über die Aufgabe des Brückenkopfes von Werchne Tschirskaja. Gleichzeitig schlug es auch eine Aufgabe des Brückenkopfes Ssurowikino vor, um dadurch Kräfte für die Verteidigung an anderer Stelle frei zu bekommen.
Der Oberbefehlshaber rief darauf hin um 16.25 Uhr den O.B. der H.Gr. Don, GFM v. Manstein, an, um ihn die weitere Entwicklung der Lage beim XXXXVIII. Pz.Korps zu schildern und die Anträge des Korps für eine Aufgabe der Brückenköpfe von Werchne Tschirskaja und Ssurowikino zu unterbreiten. Im Hinblick darauf, dass ein Stoß zur Wiedergewinnung von Rytschow ausgeschlossen und hoffnungslos war, schlug auch Generaloberst Hoth die Aufgabe des ganzen Brückenkopfes von Werchne Tschirskaja vor. Der GFM teilte dessen Ansicht nicht und ließ nach kurzer Überlegung um 16.35 Uhr durch den Ia der Heeresgruppe Don dem Pz.A.O.K. 4 den Bescheid zukommen, dass der Brückenkopf von Werchne Tschirskaja zunächst noch zu halten sei. Mit einer Räumung des Brückenkopfes von Ssurowikino erklärte der GFM sich einverstanden, wenn dadurch namhafte Teile für die Verstärkung der Abwehr an andere Stelle frei wurden.
Ein entsprechender Befehl erging um 18.30 Uhr an das XXXXVIII. Pz.Korps. [Anl. 761 (C1)]
Er besagte auch, dass die 7. Luftwaffen-Felddivision vom Korps Bataillonsweise aufgeteilt im Rahmen der Heerestruppen eingesetzt werden durfte. (Ein entsprechender Antrag war vom Pz.A.O.K. 4 im Hinblick darauf, dass sich eine geschlossene Verwendung der völlig unausgebildeten Division als unmöglich erwiesen hatte, bei der Heeresgruppe gestellt und von dieser genehmigt worden.)
Nachdem bereits auf Grund der Kämpfe des 12.12. zu übersehen war, dass die 11. Pz.Div. ziemlich sicher für eine Beteiligung an der Operation "Wintergewitter" ausfallen würde, hatte der Chef Pz.A.O.K. 4 am 13.12. gelegentlich der Lageorientierung um 09.35 Uhr den Chef der Heeresgruppe Don auf die ungünstigen Folgen dieser Entwicklung hingewiesen, die es unmöglich machte, den Stoß der 4. Pz.Armee ostwärts des Don irgendwie zu nähren, sodass der Keil viel zu spitz werden musste. Der Chef Pz.A.O.K. 4 hatte in diesem Zusammenhang erneut die Zuführung der 17. Pz.Div. beantragt. Vom Chef der H.Gr. war daraufhin mitgeteilt worden, dass die Heeresgruppe seit Tagen um diese Division "kämpfe", die aber auf Befehl des Führers zunächst an der Naht zwischen der 3. rumänischen Armee und der 8. italienischen Armee stehen bleiben solle. Um 15.45 Uhr teilte der Chef der H.Gr. Don indessen mit, dass der Führer die 17. Pz.Div. freigegeben habe. Entsprechendes Fernschreiben – eingegangen um 18.15 Uhr – siehe Anl. 760 (C1).
Der Oberbefehlshaber beabsichtigte die Division über Morosowskaja – Zymljanskaja an das LVII. Pz.Korps heranzuziehen, um zu verhindern, dass sie in die Kämpfe des XXXXVIII. Pz.Korps verwickelt wurde. Ein Hervorbrechen der Division aus dem Brückenkopf von Werchne Tschirskaja war nach dem Verlust von Rytschkow ohnehin nicht mehr möglich. Der Oberbefehlshaber der H.Gr. Don erklärte sich gelegentlich des bereits erwähnten Telefongesprächs von 16.25 Uhr mit dem O.B. der 4. Pz.Armee mit dem Nachziehen der 17. Pz.Div. über Zymljanskaja einverstanden.
Meldung an Heeresgruppe Don über Absicht der 4. Pz.Armee für den 14.12. siehe Anl. 763 (C1).

Panzerabschusszahlen
6. Panzer-Division: 1
11. Panzer-Division: 8
336. Infanterie-Division: 7
Gruppe v. Stumpfeld: 1
Summe: 17
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203663 | Verfasst am: 23.03.2014 - 11:11    Titel: Antworten mit Zitat

14.12.1942
Wetter: bedeckt, Tauwetter.
Straßen- und Wegezustand: verschlechtert.
Während der Nacht vom 13./14.12. wurde bei der 16. Inf.Div. (mot) die schwache Besatzung des Stütz-punktes Njukjun durch ein verstärktes russisches Bataillon angegriffen und nach heftigem Kampf eingeschlossen. An der Nordfront des rum. VII. A.K. griff der Feind – ebenfalls in Bataillonsstärke – die Stellungen der 4. rum. Div. nordostwärts Bjuljuka an, er wurde im Gegenstoß zum Stehen gebracht und, soweit er in den Ort eingedrungen war, wieder herausgeworfen. Ein zweiter nächtlicher Angriff konnte abgewehrt werden.
Beim XXXXVIII. Pz.Korps wehrte die 384. Inf.Div. schwächere Feindangriffe 2 km südostwärts Nishne Tschirskaja sowie nördlich Lissenkoj ab. Bei der 336. Inf.Div. und 11. Pz.Div. war die russische Fliegertätigkeit lebhaft.

Im Verlauf des 14.12. konnte die Lage bei Njukjun durch die 16. Inf.Div. (mot) völlig bereinigt werden; die zum Entsatz der eingeschlossenen Stützpunktbesatzung angesetzte Abteilung vernichtete bzw. zersprengte die durch den vorangegangenen Kampf bereits stark mitgenommenen russischen Kräfte und stieß bei Tschaptschatschi nach.
Bei der 4. rum. Armee wehrte das rum. VII. A.K. mit der 4. rum. Inf.Div. einen schwächeren Feindangriff westlich Kenkrja ab. Die Gruppe Popescu, zum umfassenden Angriff auf Dorganow angesetzt, nahm die Kolchose Krainij (4 km ostsüdostwärts Dorganow) und die Höhen nördlich davon in verlustreichem Kampf gegen zähe haltenden Feind.
Beim LVII. Pz.Korps entwickelte sich die Lage dahin, dass der Gegner sich mit den auf deutscher Seite bereits bekannten Verbänden – XIII. Pz.Korps, IV. Kav.Korps und nun doch auch IV. mot.mech.Korps – an und südlich des Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitts zum Kampfe stellte. Damit hatte die 4. Pz.Armee erreicht, was sie anstrebte, nämlich die Masse dieser Feindkräfte so vor die Klinge zu bekommen, dass sie später keine Gefahr mehr für die Ostflanke der Armee sein konnte.
In einzelnen gelang es der 23. Pz.Div. den vom Gegner geführten Angriff gegen die rechte Flanke im Gegenangriff zu zerschlagen und Ssamchin zu nehmen, wobei fünf Feindpanzer vernichtet wurden.

Anschließend stieß die gepanzerte Stoßgruppe der Division nach Norden vor, nahm Krugljakow und brachte auch die überaus wichtige Eisenbahnbrücke ostwärts davon unbeschädigt in ihren Besitz.
Die 6. Pz.Div. stand während des ganzen Tages im Kampf mit einem starken Panzerfeind, der den Brückenkopf Saliwskij von Nordwesten und Westen her angriff. Die Division schoss im Laufe dieses Tages 41 feindliche Panzer ab, darunter 33 schwere.
Ein weiteres Vorgehen nach Norden war nach Überzeugung des Oberbefehlshaber erst möglich, nachdem der Gegner am Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitt und südlich davon derart geschlagen war, dass er keine Gefahr mehr für die Ostflanke der 4. Pz.Armee bildete. In diesem Sinne wurde das LVII. Pz.Korps mehrfach unterrichtet und ihm nahe gelegt, erforderlichenfalls Teile der Panzerstoßgruppe der 6. Pz.Div. die bei Werchne Kumskij kämpfte, heranzuziehen. Diese Weisung wurde auch wiederholt, als sich wie schon geschildert, stärkerer neuer feind aus nordwestlicher und westlicher Richtung anschickte, den Brückenkopf Saliwskij anzugreifen.
09.45 Uhr
Bei seiner Lageorientierung um 09.45 Uhr hatte der Chef Pz.A.O.K. 4 den Chef Heeresgruppe Don bereits darauf hingewiesen, dass der Kampf südlich des Jeßaulowskij Aksaj vermutlich den ganzen Tag dauern werde. Vielleicht komme die Pz.Armee aber dadurch um einen Kampftag nördlich des Aksaj herum. Im übrigen bleibe immer zu berücksichtigen, dass die Pz.Armee nur mit der Hälfte der Kräfte angetreten sei, die für die Operation "Wintergewitter" eigentlich vorgesehen gewesen waren.
12.05 Uhr
Auch um 12.05 Uhr orientierte der Chef Pz.A.O.K. 4 die H.Gr. nochmals dahin, dass überall Feindangriffe im Gange seien und dem gemäß der ganze 13.12. mit dem Abringen mit diesem Gegner ausgefüllt sein würde. Leider sei dabei mit den rumänischen Verbänden so gut wie überhaupt nicht zu rechnen.
Bis zum Abend hatte sich die Lage weiter so entwickelt, dass die Pz.Armee beim LVII. Pz.Korps auf einen ausgesprochen erfolgreichen Tag zurückblicken zu können glaubte. Es war gelungen, dem Feinde an vier mehr oder weniger weit voneinander getrennten Stellen erheblich Abbruch zu tun, ja es bestand die begründete Hoffnung, dass es nach völliger Vernichtung des Gegners am Jeßaulowskij Aksaj und südlich des Abschnitts am 15.12. gar nicht mehr notwendig sein würde, den beabsichtigten Stoß nach Osten zur Vernichtung der Feindgruppe bei Aksaj durchzuführen, sondern am 16.12. gleich den Angriff nach Norden fortzusetzen. Die 4. Pz.Armee glaubte, den Aksajer Feind bereits soweit getroffen zu haben, dass er nicht mehr in nennenswertem Umfang gefährlich werden könnte.
20.47 Uhr
Dem entsprechend führte der um 20.47 Uhr ausgegebene Panzerarmeebefehl Nr. 6 aus, dass es am 15.12. Aufgabe des LVII. Pz.Korps sei, die Vernichtung das Feindes am und südlich des Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitts zu vollenden. Es kommen darauf an, den Feind in der Ostflanke der 6. Pz.Div. so schwer zu treffen, dass am 16.12. unter schwacher Abdeckung, und ohne erst auf Aksaj anzugreifen, der Stoß nach Norden fortgesetzt werden werden könne. [Anl. 766 (C1)]
Bei der 4. rum. Armee blieben die Aufträge für das VII. rum. A.K. und VI. rum. A.K. unverändert. Den Befehl für das Vorgehen des rum. VI. A.K. an den Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitt stellte Pz.A.O.K. 4 zu gegebener Zeit in Aussicht. Die Gruppe Popescu sollte den Angriff auf Dorganow fortsetzen und mit allen Mitteln anstreben, unter Ausnutzung der Erfolge der 23. Pz.Div. diesen Ort am 15.12. in die Hand zu bekommen. [Anl. 768 (C1)]

Die Anfänge der neu unterstellten 17. Pz.Div. trafen bei Zymljanskaja ein. Hinsichtlich ihrer späteren Verwendung wurde erwogen, sie am Südufer des Don über Kudinoff – Nishne Jablotschnij – Kraßnojarskij –
Generalow an den Westflügel des LVII. Pz.Korps heranzuziehen. Dabei sollte die Division das Gelände um und westlich Werchne Kurmojarskij von Feinde säubern, wodurch die noch zur Sicherung der Westflanke eingesetzten Kräfte frei werden würden. Von einem Ansatz über Kotelnikowo etwa auf Shutow 2 zum Schutz der Ostflanke wurde abgesehen, weil die 4. Pz.Armee sich keinesfalls weiter nach Osten ausdehnen konnte, sondern versuchen musste, auf dem kürzesten Wege in nördlicher Richtung der 6. Armee näher zu kommen.
Befehl an LVII. Pz.Korps und 17. Pz.Div. siehe Anl. 765 (C1).

Beim XXXXVIII. Pz.Korps wurde auch der 14.12. zu einem schweren, krisenreichen Kampftag. Der Feind setzte hier seine Angriffe mit Schwerpunkt ostwärts des Tschir fort und richtete vom frühen Morgen an im Abschnitt der 384. Inf.Div. unter Einsatz zahlreicher Panzer und mit kräftiger Artillerieunterstützung eine Folge von starken Vorstößen von Nordosten, Norden und Nordwesten her auf Werchne Tschirskaja. Im dem hin und her wogenden Kampfe vermochte der Russe mit mehr als 30 Panzern in die deutschen Stellungen beiderseits des Ortes sowie in diesen selbst einzudringen. Gleichzeitig gelang es dem Gegner, nördlich Simowskoj einen Brückenkopf über den Don zu bilden. In den erbitterten Kämpfen, in deren Verlauf 20 Feindpanzer abgeschossen wurden, erlitt auch die Besatzung von Werchne Tschirskaja so hohe Verluste, besonders an Panzerabwehr, dass sich die Verbindung mit der Brücke nicht mehr aufrecht erhalten ließ. Damit war das Halten des Brückenkopfes nicht mehr möglich, wollte man nicht die ganze tapfere Besatzung opfern. Außerdem bestand die Gefahr, dass bei dem Zusammenbruch der Verteidigung von Werchne Tschirskaja der Gegner die gesamte Verteidigung bis zum Tschir von Osten nach Westen aufrollte und damit auch die Tschir-Verteidigung in Frage gestellt wurde.
12.30 Uhr
Der Kommandierende General des XXXXVIII. Pz.Korps hatte bereits um 12.30 Uhr auf Grund der bis dahin erfolgten Entwicklung der Lage um die Genehmigung zur Aufgabe des Brückenkopfes gebeten. Diese Bitte war durch den Chef Pz.A.O.K. 4 dem Chef Heeresgruppe Don vorgetragen aber vom Oberbefehlshaber der H.Gr. 13.30 Uhr abgelehnt worden. Pz.A.O.K. 4 hatte die Ablehnung dem XXXXVIII. Pz.Korps mit der Maßgabe mitgeteilt, dass der Brückenkopf soweit als irgend möglich verengt werden könne und es jetzt allein darauf ankommen, die Brücke zu halten und ausreichend zu schützen.
14.10 Uhr
Um 14.10 Uhr erfolgte ein erneuter Anruf Generals v. Knobelsdorff. Er meldete einen erneuten feindlichen Einbruch. Der Brückenkopf könne jetzt beim besten Willen nicht mehr länger gehalten werden. Die Verbindung mit der Brücke selbst sei abgeschnitten. Der Gegner, der hier mit drei Panzer-Brigaden angegriffen habe, stehe in Werchne Tschirskaja, die eigene Front sei dort im Zusammenbrechen. General v. Knobelsdorff bat daher erneut dringend um die Genehmigung zur Räumung des Brückenkopfes und, da auch die Lage ostwärts des Tschir mit den schwachen, improvisierten Kampfgruppen ohne ausreichende Unterstützung durch schwere Waffen und Panzerabwehr überhaupt nicht haltbar erschien, auch um die Genehmigung zur Aufgabe des Geländes bis zum Tschir, wo eine neue, wesentlich stärkere Abwehr aufgebaut werden sollte und konnte, da ja dann etwa 20 km Frontlänge eingespart würde. Der Komm. General des XXXXVIII. Pz.Korps sah dies Lösung als die einzige noch mögliche an und wies darauf hin, dass jetzt der letzte Augenblick sei, wenn man die Truppe noch retten wolle.
Der Oberbefehlshaber rief persönlich in Abwesenheit des Feldmarschalls den Chef der Heeresgruppe an, schilderte ihm die Lage und bat um die Genehmigung der Aufgabe des Brückenkopfes sowie des Geländes bis zum Tschir. Darauf hin rief um 14.35 Uhr der Generalfeldmarschall den Chef Pz.A.O.K. 4 an. Er erteilte keine klare Genehmigung zur Aufgabe des Brückenkopfes, sondern äußerte sich im folgendem Sinne:
Wenn der Gegner schon in dem Dreieck Tschir – Don sitze, sei die Sache ja nicht mehr zu ändern. Das XXXXVIII. Pz.Korps müsse jetzt westlich des Don verhindern, dass der Feind nach Süden durchbreche. Wo das Korps das mache, sei seine Sache. Wenn dazu auch die Kräfte ostwärts des Don gebraucht würden, so müsse das eben geschehen.
Chef Pz.A.O.K. 4: "Dann geht aber die Brücke verloren."
Generalfeldmarschall: "Das ist sie ja schon sowieso!"
14.55 Uhr
Es erging darauf um 14.55 Uhr folgender (fernmündlicher) Befehl an das Gen.Kdo. XXXXVIII. Pz.Korps:
"Nachdem die Verbindung zur Brücke ostwärts Werchne Tschirskaja unterbrochen ist, tritt der Auftrag, den Brückenkopf zu halten, in den Hintergrund. Es ist nunmehr die Aufgabe des Korps, einen feindlichen Durchbruch estlich des Don nach Süden und Westen zu verhindern. Dem entsprechend ist der Kampf zu führen und sind die Kräfte zu gliedern."
Das XXXXVIII. Pz.Korps betonte mehrfach, wie glücklich es über diese Lösung sei; anderenfalls hätte nicht mehr damit gerechnet werden können, die Besatzung des Brückenkopfes zurück zu bekommen.
Die Lage wäre aber bestimmt einfacher gewesen, wenn schon am 13.12. die erbetene Genehmigung zur Aufgabe des Brückenkopfes erteilt worden wäre. Das Korps wäre dann in der Lage gewesen, die Zurücknahme planmäßiger durchzuführen, als es nun geschehen konnte.
Westlich des Tschir traf der Gegner am 14.12. nur Vorbereitungen für weitere Angriffe. Schwächere russische Vorstöße gegen Lissenkoj wurden abgewehrt, Erkundungsvorstöße mit Panzerunterstützung westlich von Oststrowskoj und südlich Ssurowikino blieben erfolglos. Für den 15.12. war mit einer Fortsetzung der feindl. Durchbruchsversuche auf der ganzen Front des Korps zu rechnen.
15.40 Uhr
Der Oberbefehlshaber hatte um 15.40 Uhr dem O.B. der Heeresgruppe gemeldet, dass die Verhältnisse beim XXXXVIII. Pz.Korps so lägen, dass "die Lage nach der Räumung des Brückenkopfes vielleicht gehalten werden" könne.
17.35 Uhr
Eine weitere Meldung um 17.35 Uhr besagte, der Komm. General des XXXXVIII. Pz.Korps glaubte, dass er den Gegner im Tschir/Don-Dreieck zwei Tage hinhalten könne; in diesen beiden Tagen hoffe er an den anderen Stellen seines Abschnitts die Lage so bereinigt zu haben, dass die Tschir-Front gut gehalten werden könne.
Im übrigen gab Generaloberst Hoth in beiden Telefongesprächen seiner Überzeugung Ausdruck, dass der inzwischen eingeleitete Einsatz der 17. Pz.Div. beim LVII. Pz.Korps unbedingt richtiger und besser gewesen sei, als ein etwaiges Hineinwerfen der Division in die Kämpfe des XXXXVIII. Pz.Korps; hierdurch werde man wenigstens an einer Stelle stark sein.
20.46 Uhr
Der um 20.46 Uhr dem XXXXVIII. Pz.Korps übermittelte Panzerarmeebefehl Nr. 6 verlangte von dem Korps das Halten seiner Stellung auf dem West- bzw. Südufer des Tschir und die Verhinderung eines Durchbruchs. Die 11. Pz.Div. war mit der Masse bis 15.12. früh herauszulösen und als Eingreifreserve bereit zu stellen. Hinsichtlich der Kampfführung ostwärts des Tschir wurde die um 14.55 Uhr gegebene fernmündliche Weisung wiederholt. [Anl. 767 (C1)]
21.50 Uhr
Die um 21.50 Uhr der Heeresgruppe Don gemeldete "Absicht der 4. Pz.Armee für den 15.12." entsprach dem im Pz.Armeebefehl Nr. 6 Gesagten. [Anl. 769 (C1)]

Heeresgruppe Don wies darauf hin, dass Offiziere der verbündeten Nationen über herablassende und überhebliche Behandlung seitens deutscher rückwärtiger ziviler und militärischer Dienststellen zu klagen hätten. Alle unterstellten Dienststellen, die mit verbündeten Wehrmachtsangehörigen in Berührung kämen, waren anzuweisen, mit schärfsten Mitteln gegen ein derartiges Verhalten einzuschreiten. [Anl. 354 (C2)]

Panzerabschusszahlen
6. Panzer-Division: 41
23. Panzer-Division: 10
384. Infanterie-Division: 17
Summe: 68
Außerdem 13 Panzer durch die 384. Inf.Div. bewegungsunfähig geschossen.
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203709 | Verfasst am: 11.04.2014 - 09:35    Titel: Antworten mit Zitat

15.12.1942
Wetter: diesig, Tauwetter.
Straßen-und Wegezustand: erheblich verschlechtert, teilweise Glatteis.
Die Nacht vom 14./15.12. brachte in dem Armeeabschnitt ostwärts des Don keine wesentlichen Kampf-handlungen. Beim LVII. Pz.Korps wurde eine von Osten gegen Tschilikowo vorfühlende russ. Abteilung zurückgeworfen. An der Front des XXXXVIII. Pz.Korps verlief das Absetzen der 384. Inf.Div. vom Gegner im Abschnitt Werchne Tschirskaja auf den Tschir trotz starken Feinddrucks planmäßig. Es gelang der Besatzung des Don-Brückenkopfes sich nach Nishne Tschirskaja durchzuschlagen.
Ssurowikino wurde planmäßig geräumt.
Bei der 16. Inf.Div. (mot) verlief auch der 15.12. – abgesehen von starkem feindlichen Artillerie- und Granatwerferstörungsfeuer auf die H.K.L. in Gegend 8 km nordostwärts Jaschkul – ruhig.
Vor der Ostfront des rum. VII. A.K. stellte Aufklärung die Ortschaften westlich der Linie Omn-Kerjultschi – Ssachara feindfrei fest.
Bei der 4. rum. Div. nahm die – schwache – deutsche Abteilung Bischoff gemeinsam mit einem rumänischen Bataillon gegen schwachen Feindwiderstand die Ortschaften Natschala und Schoschaldakin und stieß weiter in Richtung Werschin Ssal vor.
Da es gleichzeitig der Gruppe Popescu gelang, Dorganow und Tscharnutowskij sowie die Höhen 4 km nordostwärts und nördlich davon in ihre Hand zu bringen, konnte die Lücke innerhalb der 4. rum. Armee endgültig als geschlossen angesehen werden.
Von Gruppe Popescu vorgetriebene Aufklärung stellte die Gegend 12 km nordostwärts Scharnutowskij und Shutow 2 feindbesetzt fest.
Für das LVII. Pz.Korps wurde der 15.12. ein Tag harter Kämpfe. Zunächst wehrten in der Ostflanke Teile der 23. Pz.Div. einen erneuten russischen Angriff auf Ssamchin erfolgreich ab, worauf sich der Gegner hier nach Norden und Nordosten absetzte. Die übrigen Teile der 23. Pz.Div. nahmen Schesstakow sowie die dortige Straßenbrücke und bildeten anschließend einen Brückenkopf auf den Höhen 2 km nördlich Krugljakow und Schesstakow; die Masse der Division wurde dort vereinigt.
11.40 Uhr
Gegen den Brückenkopf der 6. Pz.Div. bei Ssaliwskij dauerten die Angriffe starker russischer mot- und Panzerkräfte sowie Kavallerieverbände aus nordwestlicher, westlicher und besonders auch südwestlicher Richtung den ganzen Tag über an; sie konnten aber sämtlich abgewehrt werden. Um die dort stehenden Teile der 6. Pz.Div. zu verstärken, wurde dem LVII. Pz.Korps um 11.40 Uhr anheimgegeben, das noch in Werchne Jablotschnij stehende Bataillon von dort wegzuziehen. Pz.A.O.K. 4 veranlasste die Besetzung dieses Ortes durch Teile des rum. VI. A.K. Es glaubte sich diesen Wechsel leisten zu können, da Anzeichen dafür vorlagen, dass der Feind seine im Raume Nishne Jablotschnij – Werchne Kurmojarskij stehenden Kräfte zum mindesten teilweise wegzog und daher mit einem russischen Angriff hier kaum zu rechnen war; außerdem rückte dort ja auch die 17. Pz.Div. heran.
Vom Chef des LVII. Pz.Korps war die Frage aufgeworfen worden, ob bei der derzeitigen Feindlage die in Werchne Jablotschnij stehenden Teile der 6. Pz.Div. nicht erst noch die restlichen russischen bei Nishne Jablotschnij erledigen sollten. Der Oberbefehlshaber entschied, dass in dieser Hinsicht dem Korps freie Hand gelassen werden sollte; es erschien ihm am zweckmäßigsten, den Gegner noch bei Punkt 130.0 (1:100.000) zu packen. (Tatsächlich wurde diese Frage dann durch die Kampfereignisse überholt.)
Nördlich des Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitts kam es bei der 6. Pz.Div. zu einem erheblichen Rückschlag. Die bis Werchne Kumskij vorgeschobene Gruppe v. Hünersdorff – dabei die Masse des Pz.Rgts. 11 – geriet infolge eines Angriffs stark überlegener Feindkräfte (anscheinend zwei Pz.- und eine mot.Brigade mit etwa 130 Panzern) von Norden her in erhebliche Bedrängnis. Der Russe nahm Werchne Kumskij. Die Gruppe v. Hünersdorff war zeitweilig völlig abgeschnitten, doch gelang es ihr später sich auf die Brückenkopfstellung von Ssaliwskij zurückzuziehen. Bei diesen Kämpfen gingen 23 Panzer verloren (Totalausfall!), 6 schwere Geschütze fielen infolge Feindeinwirkung aus; auch die personellen Verluste waren beträchtlich.
12.35 Uhr
Der Kommandierende General des LVII. Pz.Korps, der von dem Angriff starker Feindkräfte dem O.B. um 12.25 Uhr Meldung machte, beabsichtigte den Brückenkopf von Ssaliwskij unter allen Umständen zu halten und hierzu auch die Panzer der 23. Pz.Div. auf dem Nordufer des Jeßaulowskij Aksaj-Abschnitts heranzuziehen. Der Oberbefehlshaber erklärte sich hiermit einverstanden und betonte, dass es ihm nicht darauf ankomme einen weiten Brückenkopf zu haben, sondern nur, dass überhaupt ein Brückenkopf als Ausgangslinie für den weiteren Vorstoß nach Norden vorhanden sei.
Es musste bestimmt damit gerechnet werden, dass die feindl. Angriffe gegen den Brückenkopf Ssaliwskij am 16.12. mit unverminderter Heftigkeit andauern würden. Der Russe schien dazu auch noch die bisher im Raum Nishne Jablotschnij und nordwestlich davon stehenden Kräfte heranzuziehen. Hier musste sich aber bald das Vorgehen der 17. Pz.Div. bemerkbar auswirken, die am 16.12. den Raum Pochlebin – Topolew und westlich zu erreichen, aufzuschließen und sich zum weiteren Vorgehen über Nish. Jablotschnij bereitzuhalten hatte. Die Division sollte am 16.12. um 12.00 Uhr unter dem Befehl des LVII. Pz.Korps treten. [Anl. 770 (C1)]
Am Nachmittag stand fest, dass die Masse des Feindes in der Ostflanke des LVII. Pz.Korps geschlagen war und dort so gut wie keine Gefahr mehr bestand. Der Oberbefehlshaber entschied nunmehr, dass das Korps am 16.12. nach Norden angreifen sollte, um den Weg für die Fortsetzung der Operation durch Schlagen des Gegners bei Werchne Kumskij zu öffnen. An dieser Entscheidung wurde auch festgehalten, als bekannt wurde, dass die Gruppe v. Hünersdorff erhebliche Verluste an Material gehabt hatte und im Augenblick ihre Verbände erst ordnen musste. Das Pz.A.O.K. 4 war sich voll darüber im klaren, dass jetzt keine Zeit verloren gehen durfte und der Angriff nach Norden ohne jede Rücksichtnahme fortgesetzt werden musste.
Dem gemäß wurden 4. rum. Armee (um 18.50 Uhr) und LVII. Pz.Korps (um 19.20 Uhr) angewiesen.
Aufträge:
a) 4. rum. Armee:
rum. VII. A.K.: Halten seiner Stellungen an der Ostfront. Es war anzustreben, unter Ausnutzung des Erfolges der Gruppe Popescu den linken Flügel der 4. rum. Div. auf das Höhengelände nordwestlich Kanukowo vorzuschieben, um eine Verbindung mit der Gruppe Popescu zu schaffen.
Gruppe Popescu: Festhalten der gewonnenen Stellungen im Aksaj-Tal, Inbesitznahme von Ssomin Ekin. Aufsuchen der Verbindung mit dem linken Flügel der 4. rum. Div.
rum. VI. A.K.: Neben der Verteidigung von Kotelnikowo und Übernahme der Verteidigung von Werchne Jablotschnij, Halten dieses Ortes bis zum Eintreffen der 17. Pz.Div. [Anl. 771 (C1)]

b) LVII. Pz.Korps:
Schlagen des im Raum um und südlich Werchne Kumskij stehenden Feindes zur Öffnung des Weges für die Fortsetzung des Angriffs nach Norden. Belassung nur der notwendigsten Kräfte zum Schutz der Ostflanke in Ssamchin und nördlich. [Anl. 773 (C1)]
21.45 Uhr
In einer fernmündlichen Unterhaltung um 21.45 Uhr schlug der Chef Pz.A.O.K. 4 dem Chef LVII. Pz.Korps vor, die gesamten Panzer der 6. und 23. Pz.Div. zusammenzufassen und dem Gegner in weit ausholender Bewegung in Flanke und Rücken zu fallen.
Der Chef LVII. Pz.Korps hielt eine zu weit ausholende Bewegung für zeitraubend. Der Oberbefehlshaber, der sich in das Gespräch einschaltete, hatte Sorge, die beiden einzelnen Gruppen (6. und 23. Pz.Div.) zum gemeinsamen Handeln zu bringen. Der Chef LVII. Pz.Korps glaubte aber, dass bei einem Angriff der 23. Pz.Div. aus dem Brückenkopf Schessjakow heraus die erforderliche Einheitlichkeit gegeben sein würde. Der O.B. erklärte sich mit diesem Ansatz der 23. Pz.Div. einverstanden; die Gruppe der 6. Pz.Div. sollte aber nicht antreten, ehe nicht die Gruppe der 23. Pz.Div. bei Klykow stand.
09.35 Uhr
An der Front des XXXXVIII. Pz.Korps herrschte im wesentlichen Ruhe. Bei der 384. Inf.Div. verlief das Ausweichen auf die vorgeschobene Stellung (»Auffanglinie«) ostwärts des Tschir weiterhin planmäßig, von Mittag ab drängte der Gegner hier stärker nach. Das Pz.Korps beabsichtigte die Auffanglinie zwei Tage zu halten, um die hinter dem Tschir gelegene H.K.L. erst einigermaßen ausbauen zu können. Der Chef H.Gr. Don wies gelegentlich der Lageorientierung um 09.35 Uhr auf die Notwendigkeit hin, das Gelände zwischen Don und Tschir möglichst lange zu halten, da der Gegner sonst völlig freie Hand habe; von besonderer Wichtigkeit sei das Stück unmittelbar südlich Werchne Tschirskaja. Das XXXXVIII. Pz.Korps wurde um 10.00 Uhr vom Chef Pz.A.O.K. 4 in diesem Sinne angewiesen.
Es stellte sich heraus, dass die Sprengung der Don-Brücke von Werchne Tschirskaja nicht gelungen war. Die Gründe hierfür konnten zunächst nicht genau festgestellt werden. Anscheinend war das Misslingen auf die schwere Verwundung des Sprengtruppführers zurückzuführen. Dessen Stellvertreter hatte sich, als der Glühzündapparat versagte, unter dem Eindruck des auf der Brückenstelle liegenden starken Feuers und bei dem erheblichen Feinddruck keinen Rat gewusst und die Sprengung verabsäumt.

Der Oberbefehlshaber der H.Gr. Don teilte mit, dass er den Generalmajor Helmuth Huffmann (H.Arko 306) beauftragt habe, beim Gen.Kdo. XXXXVIII. Pz.Korps und beim Stabe der 384. Inf.Div. bzw. den diesen unterstellten Kräften den Verlauf der Kämpfe und Bewegungen im Don-Brückenkopf und im Winkel zwischen Don und Tschir vom 14.12. früh bis 15.12. mittags zu klären. [Anl. 357 (C2)]
Bei Ostrowskoj hatte das eigene Artilleriefeuer zur Störung der russ. Angriffsvorbereitungen seine Wirkung anscheinend nicht verfehlt, es blieb hier den ganzen Tag über ruhig. Bei Nishne Kalinowskij vermochte ein eigener Angriff die Einbruchsstelle des Gegners südlich und südwestlich des Ortes wesentlich einzuengen.
19.15 Uhr
XXXXVIII. Pz.Korps erhielt durch Fernschreiben von 19.15 Uhr den Auftrag, die in den vorgeschobenen Stellungen ostwärts des Tschir noch eingesetzten Kräfte dort so lange als irgend möglich zu belassen. Die Brücke ostwärts Werchne Tschirskaja war unter Artilleriefeuer zu nehmen. Die 11. Pz.Div. sollte in der nacht zum 16.12. erneut herausgelöst und als Eingreifreserve bereitgestellt werden. [Anl. 772 (C1)]
21.30 Uhr
Nach dem die H.Gr. Don (Ia) bereits am Nachmittag um 16.35 Uhr gelegentlich der Cheforientierung nochmals gefordert hatte, dass das XXXXVIII. Pz.Korps bei Werchne Tschirskaja möglichst nahe an der Brücke heran bleiben sollte, auch im Hinblick auf späterer Operationen, traf um 21.30 Uhr ein Befehl derDer H.Gr. Don ein, der besagte, dass die Durchführung der Operationen der 4. Pz.Armee erfordere, den Don-Übergang bei Werchne Tschirskaja wieder in eigene Hand zu bekommen, um ihn für Kräfteverschiebungen des Gegners zu sperren und später für eigene ausnutze zu können. Dem gemäß hatte die 4. Pz.Armee, ohne sich dadurch von ihrer Stoßrichtung abziehen zu lassen, nach durchschlagender Entscheidung beiderseits des Aksaj-Abschnittes auf überraschende Inbesitznahme des Überganges von Osten her durch schnelle Kräfte bedacht zu nehmen. Das XXXXVIII. Pz.Korps sollte nach Abwehr des erwarteten Feindangriffes im Abschnitt Don – Ssekretew schnellstens starke Kräfte zum Nachstoß nach Rytschow – Jeratzkoj bereitzustellen. Als Vorbedingung hierfür wurde das unbedingte Festhalten des Brückenkopfes ostwärts des Tschir gefordert. Die Don-Brücke war unter Feuer zu nehmen. [Anl. 775 (C1)]
22.05 Uhr
Der O.B. persönlich gab um 22.05 Uhr dem Kommandierenden General des XXXXVIII. Pz.Korps fernmündlich entsprechende Weisungen. General v. Knobelsdorff meldete, dass er die 11. Pz.Div. bereits am nächsten Tage in die Gegend Nishne Tschirskaja führen werde und den Gegenangriff zur Wiedergewinnung der Brücke am 18.12. durchzuführen beabsichtige.
Meldung an H.Gr. Don über Absicht Pz.A.O.K. 4 siehe Anl. 774 (C1).
Panzerabschusszahlen
LVII. Pz.Korps: 41 vernichtet, außerdem 3 bewegungsunfähig geschossen
XXXXVIII. Pz.Korps: 4 vernichtet
Summe: 45

Der Chef des dt. Verbindungsstabes zur 4. rum. Armee übersandte dem Pz.A.O.K. 4 die Abschrift eines an ihn gerichteten Schreibens des Oberbefehlshabers der 4. rum. Armee, in dem dieser »für die zukünftigen Operationen« seine Bitte wiederholte, »beim Einsatz der rum. Infanterie- und Kavallerietruppen der Tatsache Rechnung zu tragen, dass diese Truppen nicht mit panzerbrechenden Waffen ausgerüstet seien«. Die durch den Mangel an solchen Waffen sowie infolge des langen Einsatzes nur geringe Kampfkraft der rümänischen Verbände werde durch die unmittelbare Unterstützung durch Panzer und Pak erheblich beeinflusst.
Oberst i.G. Doerr bat um eine Antwort, die dem rum. A.O.K. 4 gegeben werden könne, denn mit der von ihm selber fast täglich gegebenen Erklärung, warum der rumänischen Armee keine Panzer abgegeben werden könnten, finden diese sich nicht ab.
Der Oberbefehlshaber teilte darauf dem General Konstantinescu in einem Schreiben vom 17. des Monats mit, dass er im Hinblick auf die ihm gestellte große Aufgabe, die 6. Armee zu entsetzen, leider nicht in der Lage sei, aus den ihm zur Durchführung dieses Auftrags zur Verfügung stehenden Schnellen Verbänden diese Waffen herauszulösen.
Dies müsste unweigerlich unweigerlich zur Auflösung der deutschen Panzer-Divisionen führen. Der Gegner habe vor dem LVII. Pz.Korps eine große Zahl Panzer-Brigaden zusammengezogen. Nur durch stärkstes Zusammenhalten der deutschen Panzer werde es gelingen, einen Weg durch den Feind zu schlagen.
Im Hinblick auf die bekannten Mängel in der Ausstattung der rumänischen Truppen mit panzerbrechenden Waffen habe er (der O.B.) von einer Auflösung der improvisierten Abteilungen v. Pannwitz (jetzt Hptm. Schön) und Bischoff zunächst abgesehen; beide sollten so lange als irgend möglich bestehen bleiben und auch weiterhin in unmittelbarer Verbindung mit rumänischen Verbänden eingesetzt werden, zu deren Unterstützung auch mehrfach deutsche Flak-Artillerie eingesetzt sei. Weitere Unterstützung könne er im Augenblick nicht zusichern, er werde aber, wie bisher, bei seinen Aufträgen an die 4. rum. Armee auf diese Dinge Rücksicht nehmen. [Anl. 358 (C2)]
Winken
Uwe2


Zuletzt bearbeitet von UHF51 am 12.04.2014 - 15:19, insgesamt 3-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
UHF51
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 10.05.2007
Beiträge: 1654
Wohnort: Berlin

BeitragBeitrags-Nr.: 203710 | Verfasst am: 11.04.2014 - 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

16.12.1942
Wetter: diesig.
Straßen- und Wegezustand: infolge leichten Frostes gebessert, stellenweise glatt.
Beim LVII. Pz.Korps gelingt es nicht, den Angriff mit dem Pz.Rgt. 11 der 6. Pz.Div. frontal und mit der 23. Pz.Div. nördlich umfassend gegen den Feind südlich Werchne Kumskij erfolgreich durchzuführen. Die Panzer stießen beim Heraustreten aus Klykow frontal auf Feindpanzer und wurden von diesen festgehalten. Der Gegner hat sich vor beiden Divisionen in Gruppen von 4 bis 10 Panzern zur Abwehr eingerichtet. Gegen die sehr starke Feuerlinie schlägt der Angriff nirgends durch. Stärke des Gegners hier mindestens 2 Panzer- und 1 mot.Brigade.
Südlich des Aksaj setzt der Gegner seine Angriffe gegen den Brückenkopf Saliwskij mit starken Kräften (etwa je 1 Pz.- und 1 mot.Brigade) fort. Er verlängert seine Angriffsfront dabei von West nach Süd. Der Angriff wurde von Panzergrenadieren abgewehrt; der feind im Gegenangriff geworfen. Wodjanskij, 3 km westlich Saliwskij genommen.
Vorstöße des Gegners mit Infanterie und etwa 1 Pz.Brigade gegen die Eisenbahnbrücke Shutow 1 wurden abgewehrt. Eigene Materialverluste.
Beim XXXXVIII. Pz.Korps lassen vorfühlende Angriffe in Stärke bis zu 2 Btlen. und Panzern für morgen starke Angriffe erwarten.
Auf Bitten des Komm. Generals des XXXXVIII. Pz.Korps wird der für den 17.12. vorbereitete Gegenangriff über den Tschir zur Wiedereinnahme von Werchne Tschirskij und der Brücke ostwärts davon auf übermorgen verschoben. Das Korps erhält die Weisung am 17.12.42 die Einbruchsstellen des Feindes bei Ostrowskoj und Nishne Kalinowskij nach Möglichkeit weiter einzuengen.
Das VI. rum. A.K. wird von der Verteidigung von Kotelnikowo entbunden und verantwortlich mit der Verteidigung des Raumes Werchne Jablotschnij – Krassnojarskij – Werchne Kurmojarskij – Ssafronoff beauftragt. [Anl. 779/780 (C1)]

Die ab 16.12. seit 12.00 Uhr dem LVII. Pz.Korps unterstellte 17. Pz.Div. erreichte Gegend Pochlebin – Kudinoff. Sie erhielt den Befehl zum Angriff am 17.12. auf Werchen Jablotschnij – Werchne Kurmojarskij; dann so schnell wie möglich: Vorgehen gegen Brückenkopf Generalow.
Die Armee ist entschlossen, am 17.12. den Feind aus dem Brückenkopf von Saliwskij mit der 6. Pz.Div. und den Panzerkräften der 23. Pz.Div. in Flanke und Rücken anzugehen, alsdann nach Norden weiter vorzustoßen, während Rest der 23. Pz.Div. alle Versuche des Feindes, unsere Flanke von Osten her einzudrücken, abzuwehren hat.

Der Oberbefehlshaber weist in einem Ferngespräch mit dem Kommandierenden General des LVII. Pz.Korps diesen auf die entscheidende Bedeutung eines erfolgreichen Angriffs hin und ersucht ihn, dies auch der Truppe ganz klar zu machen. Nächstes Ziel der Operation muss der Myschkowa-Abschnitt bei Wassilewka und Gromoslawka und das Gewinnen von Brückenköpfen an diesen Stellen sein, wo die Übergangsmöglichkeiten sind. Der O.B. spricht die Erwartung aus, dass diese Ziele morgen Abend erreicht sind.
In diesem Sinne ergeht der Pz.Armeebefehl Nr. 7. [Anl. 779 (C1)]

Panzerabschusszahlen
LVII. Pz.Korps: 19 (6. Pz.Div. = 13 und 23. Pz.Div. = 6)
XXXXVIII. Pz.Korps: 3
Summe: 22
Winken
Uwe2
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » militärische Operationen Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9  Weiter
Seite 7 von 9

Druckversion

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.