Radpanzer in den Streitkräften von heute und morgen
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L.G
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BeitragBeitrags-Nr.: 207653 | Verfasst am: 30.12.2016 - 21:25    Titel: Radpanzer in den Streitkräften von heute und morgen Antworten mit Zitat

Radpanzer-Reif für die Zukunft?
Die Bundeswehr beschafft zurzeit den 8x8-Radpanzer GTK Boxer in 403 Exemplaren in den Varianten Sanität, Gruppentransport, Führung und Fahrschule, in den Niederlanden werden ausserdem ein Pioniertransportfahrzeug und in Litauen einen Radschützenpanzer mit israelischer 30mm-MK und ATM eingeführt.
Dies ist eines der aktuellsten Beispiele für den zur Zeit herrschenden Boom von Radpanzern in vielen Streitkräften weltweit.
Nicht nur in der Bundeswehr zeichnet sich ein deutlicher Trend zu Radpanzern ab, auch in anderen Streitkräften mit Modellen wie der BTR-Reihe, Mowag Piranha, Pandur, Stryker, ASLAV, VBCI uvm.
Ich allerdings stelle mir die Frage, inwiefern Radpanzer gegenüber konventionellen Radfahrzeugen und bisherigen Kettenfahrzeugen von Vorteil sind.
Zwar sind sie sparsamer, wartungsärmer, schneller und dank modularem Aufbau häufig vielfältiger und leichter zu transportieren, meiner Meinung nach können sie jedoch nicht sämtliche schweren Fahrzeuge (z.B. Kampfpanzer, Pioniergerät, IFV und Panzerhaubitzen) ersetzen, wie das zur Zeit z.B. in Luxemburg und Belgien geschieht.
Hiermit möchte ich eine Diskussion über den Nutzen und das Potential von Radpanzern anregen, und ob sie zukünftig in der Lage sein werden, diverse Fahrzeugtypen vollständig zu ersetzen.
Da dies mein erster Eintrag hier ist, würde ich mich über Feedback jeglicher Art sehr freuen.
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 207659 | Verfasst am: 30.12.2016 - 22:58    Titel: Re: Radpanzer in den Streitkräften von heute und morgen Antworten mit Zitat

L.G hat Folgendes geschrieben:

Ich allerdings stelle mir die Frage, inwiefern Radpanzer gegenüber konventionellen Radfahrzeugen und bisherigen Kettenfahrzeugen von Vorteil sind.
Zwar sind sie sparsamer, wartungsärmer, schneller und dank modularem Aufbau häufig vielfältiger und leichter zu transportieren, meiner Meinung nach können sie jedoch nicht sämtliche schweren Fahrzeuge (z.B. Kampfpanzer, Pioniergerät, IFV und Panzerhaubitzen) ersetzen, wie das zur Zeit z.B. in Luxemburg und Belgien geschieht.


Sollen sie wohl auch nicht. Die heutigen Kettenfahrzeuge sind Modelle aus dem kalten Krieg, haben alle schon ein gewisses Alter und werden über kurz oder lang ihr Lebensdauerende erreichen. Brauchbare Neuetwicklungen/-konzepte für MBT/Kette sind nicht wirklich am Start und werden auch nicht mehr wirklich benötigt.

Im Moment sind doch alle Konflikte meist bessere Polizeieinsätze. die großen Panzerschlachten werden nicht mehr kommen. da sind gepanzerte Radfahrzeuge eben kostengünstiger und flexibler einsetzbar.
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L.G
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BeitragBeitrags-Nr.: 207660 | Verfasst am: 31.12.2016 - 08:14    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Michael aus G,
zunächst einmal vielen Dank für deine Rückmeldung!
Ich stimme dir durchaus zu, dass die aktuelle Bedrohungslage zumindest aus westlicher Sicht eine Überlegung zur (vorrübergehenden) Abschaffung schwer gepanzerter Fahrzeuge auf Gleißketten zulässt,ausserdem bin ich ebenfalls ein großer Befürworter von gepanzerten Radfahrzeugen, jedoch lassen sich z.B. AVLB, CEV oder MBT wohl nur schwer von Radfahrzeugen ersetzen, was meiner Meinung nach z.B. das MGS hinreichend beweist.
Ausserdem werden mit konventionellen MBT aus dem kalten Krieg, vor allem T54/55 und T62 beispielsweise in Syrien zahlreiche Siege und Geländegewinne erzielt.
Wir können uns wahrscheinlichg glücklich schätzen, dass UNSERE Sicherheitskräfte damit noch wie mit "besseren Polizeieinsätzen" umgehen können, das beweist Niveau und Funktionstücktigkeit.
Modelle wie PL01, T14, FCS-Brigade, US-60mm-Railgun-Tank cannon-Projekt etc. sind meiner Meinung nach schon erhebliche Neuerungen und wie ich das sehe werden konventionelle MBT, deren Kapazitäten massiv abgebaut werden, wohl in sich bereits abzeichnenden (Stellvertreter)kriegen zwischen Staaten Staaten wie z.B. China, Indien, Russland, Singapur, Süd-&Nordkorea und den USA wohl bald bitter nötig sein
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BeitragBeitrags-Nr.: 207661 | Verfasst am: 31.12.2016 - 11:33    Titel: Re: Radpanzer in den Streitkräften von heute und morgen Antworten mit Zitat

L.G hat Folgendes geschrieben:

Ich allerdings stelle mir die Frage, inwiefern Radpanzer gegenüber konventionellen Radfahrzeugen und bisherigen Kettenfahrzeugen von Vorteil sind.
Zwar sind sie sparsamer, wartungsärmer, schneller und dank modularem Aufbau häufig vielfältiger und leichter zu transportieren, ...


billiger und langlebiger hast du vergessen - und das ist die Erklärung
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BeitragBeitrags-Nr.: 207662 | Verfasst am: 31.12.2016 - 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

weißte, lieber L.G. vielleicht schreibste mal vorher was über dich, damit man abschätzen kann, was für ein Experte du bist, bzw. welche Erfahrungen du hast.

Dein 2. Beitrag hier klingt fast so, als ob du für die Beschaffung ganzer Armee zuständig bist ;) Eurokommissar??

Hast du gedient? wenn ja, wo, als was, wie lange und letzter Dienstgrad

ein Hauptmann a.D., ehem. Truppenkommandeur u. op. Offz. im Gen.Stab (kein Techniker Grins )


Zuletzt bearbeitet von Gardes du Corps am 01.01.2017 - 08:28, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 207665 | Verfasst am: 31.12.2016 - 13:53    Titel: Re: Radpanzer in den Streitkräften von heute und morgen Antworten mit Zitat

L.G hat Folgendes geschrieben:
Radpanzer-Reif für die Zukunft?
Die Bundeswehr beschafft zurzeit den 8x8-Radpanzer GTK Boxer in 403 Exemplaren in den Varianten Sanität, Gruppentransport, Führung und Fahrschule, in den Niederlanden werden ausserdem ein Pioniertransportfahrzeug und in Litauen einen Radschützenpanzer mit israelischer 30mm-MK und ATM eingeführt.
Dies ist eines der aktuellsten Beispiele für den zur Zeit herrschenden Boom von Radpanzern in vielen Streitkräften weltweit.
Nicht nur in der Bundeswehr zeichnet sich ein deutlicher Trend zu Radpanzern ab, auch in anderen Streitkräften mit Modellen wie der BTR-Reihe, Mowag Piranha, Pandur, Stryker, ASLAV, VBCI uvm.
Ich allerdings stelle mir die Frage, inwiefern Radpanzer gegenüber konventionellen Radfahrzeugen und bisherigen Kettenfahrzeugen von Vorteil sind.
Zwar sind sie sparsamer, wartungsärmer, schneller und dank modularem Aufbau häufig vielfältiger und leichter zu transportieren, meiner Meinung nach können sie jedoch nicht sämtliche schweren Fahrzeuge (z.B. Kampfpanzer, Pioniergerät, IFV und Panzerhaubitzen) ersetzen, wie das zur Zeit z.B. in Luxemburg und Belgien geschieht.
Hiermit möchte ich eine Diskussion über den Nutzen und das Potential von Radpanzern anregen, und ob sie zukünftig in der Lage sein werden, diverse Fahrzeugtypen vollständig zu ersetzen.
Da dies mein erster Eintrag hier ist, würde ich mich über Feedback jeglicher Art sehr freuen.
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Werden sie sicher auch nicht. Und das ist ja auch gar nicht geplant. Das Radpanzerkonzept zielt doch auf zwei wichtige Aspekte auch der Neuausrichtung der BW hin.

Zum einen sind sie praktisch genauso kampfkräftig wie die schweren Kettensysteme und anderseits wesentlich flexibler einsetzbar. Also ideal für Auslandseinsätze, bei denen man nicht mit schwerer Technik anrücken kann, will oder muß. Diese Fahrzeuge können dort alle Einsatzbereiche ideal abdecken, von Patrouilleneinsätzen bis zum Gefechtseinsatz.

Zum anderen sind diese Waffensystem auch ideal für den geplanten Einsatz im Inneren bei Unruhen, Terrorakten etc. geeignet. Auch hier macht es wenig Sinn mit Panzern auf "Spatzen" oder revoltierende Bürger zu schießen, schnelle, wendige und dennoch gut geschützte Radpanzer sind hier in diesen Szenarien klar im Vorteil, Stichwort Einsatz in urbanem Gelände in bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Aus meiner Sicht sind Radpanzer eine vielseitige und moderne Ergänzung zur schweren Kettentechnik, die ja doch in erster Linie für einen regulären milit. Konflikt konzipiert sind. Radpanzer sind da wesentlich flexibler einzusetzen, bei ähnlichen Kampfeigenschaften.
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 207666 | Verfasst am: 31.12.2016 - 14:00    Titel: Re: Radpanzer in den Streitkräften von heute und morgen Antworten mit Zitat

L.G hat Folgendes geschrieben:
Radpanzer-Reif für die Zukunft?
Die Bundeswehr beschafft zurzeit den 8x8-Radpanzer GTK Boxer in 403 Exemplaren in den Varianten Sanität, Gruppentransport, Führung und Fahrschule,...


Die Aufstockung der Beschaffung ist ja nur ein zweiten Loses mit 131 Boxern für Gruppentransport. Sanität/Führung/Fahrschule werden nicht eufgestockt. Das dürfte ein Plan B sein ,weil es ja mit dem derzeit „modernsten Schützenpanzer der westlichen Welt“, dem PUMA, erhebliche Probleme und Lieferverzögerungen gibt.


[url=]http://augengeradeaus.net/2016/10/noch-viel-nachbesserungsbedarf-beim-modernsten-schuetzenpanzer-der-westlichen-welt/[/url]
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L.G
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BeitragBeitrags-Nr.: 207675 | Verfasst am: 31.12.2016 - 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

@Gardes du Corps
Zunächst einmal vielen Dank für deine Antwort👍
Nein, ich habe noch nicht gedient, habe es aber ernsthaft vor.
Ich habe mich jedoch schon zuvor aus privatem Interesse, sowohl aus technischer Sicht als auch Aufgrund von Berichten von Freunden und Verwandten, die bereits in der Bundeswehr gedient haben.
Ich bin ein großer Befürworter von Radpanzern und habe prinzipiell nichts gegen deren Beschaffung einzuwenden, habe jedoch die Befürchtung, dass sich die überstürzte Anschaffung dieser Fahrzeuge in Zukunft als Fehler erweisen wird, vor allem, da bei deren Beschaffung andere Kapazitäten reduziert werden bzw. auf der Strecke bleiben, auch da "schnell verfügbar und günstig" schon in vielen Fällen, auch in der Bundeswehr(z.B. K130, SPZ Henschel-kurz) am Ende mehr Nach- als Vorteile mit sich gebracht hat.
Dank auch an alle Anderen, die mir geantwortet haben, ich freue mich auch weiterhin auf sämtliche Antworten von euch/ihnen.
PS: Guten Rutsch ins neue Jahr!
-Auch wenn dies etwas verfrüht sein mag-
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L.G
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BeitragBeitrags-Nr.: 207676 | Verfasst am: 31.12.2016 - 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber PIV,
dies geschieht bereits, z.B. MGS, Centauro I/II, Denel G6, DANA,GTK Boxer Lance uvm.(1 und 2 MBT, 3 und 4 SPH, 5 IFV, für Pioniergerät fällt mir auf die schnelle nichts ein, aber auch in dieser Kategorie lässt sich einiges finden)
Diverse Streitkräfte wie Belgien und Luxemburg beispielsweise planen übrigens bereits, die Landfahrzeuge ihrer Streitkräfte ausschließlich in Form von Radfahrzeugen einzusetzen, wobei Radpanzernei ne Schlüsselrolle zufällt.
Trotz der bereits genannten Vorteile gehen dabei meiner Meinung nach wichtige Fähigkeiten verlustig.
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skydiver
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BeitragBeitrags-Nr.: 207774 | Verfasst am: 12.01.2017 - 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Gardes du Corps hat Folgendes geschrieben:
....ein Hauptmann a.D., ehem. Truppenkommandeur u. op. Offz. im Gen.Stab (kein Techniker Grins )



Soso...in Burg gab es also ein Gen.Stab Rofl Lachen Verrückt
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 207833 | Verfasst am: 21.01.2017 - 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Auch beim Thema Artillerie ist das Thema Radfahrzeuge interessant.

https://www.youtube.com/watch?v=T_WWGOc3vlM&spfreload=10
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