Neuzeitliche Kavallerie
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Arutha
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BeitragBeitrags-Nr.: 205732 | Verfasst am: 02.03.2016 - 12:40    Titel: Neuzeitliche Kavallerie Antworten mit Zitat

Im zweiten Weltkrieg ist in Deutschland eine seltsame Erscheinung passiert. Die Anzahl der reinen Kavalleriedivisionen nahm zu. 1944 wurden 2 neue Divisionen gebildet, und 1945 noch eine.
...und sie waren erfolgreich.
Das hat zwei Gründe. Zum einen die Selbständigkeit. Ein Kavallerieverband ist in der Lage eine gewisse Zeit selbstständig zu operieren.
Der andere ist ökonomischer Natur. Lebenserwartung Pferde,-Fahrzeuge,und Kosten.

Mir ist durchaus bewusst, das die "alte" Kavallerie durch die sogenannte Luftkavellerie abgelöst wurde, mir ist aber auch nicht entgangen, das diese seit Afghanistan nicht mehr operieren kann. Moderne Manpads machen das Risiko von Hubschrauberangriffen unkalkulierbar.
Fahrzeuge aller Art haben A- nicht die Geländegängigkeit von Pferden,
und
B benötigen eine ständige Versorgung.
Und genau das ist das Problem.
Das Benzin.
Wie selbstverständlich gehen wir da von aus, das diese immer in ausreichender menge zur Verfügung steht. Dabei gelingt uns das selbst in den aktuellen Konflikten nur mit extrem hohen Kosten und Mühen
so kaufte 2009 das Pentagon Benzin ein Galaion für 2,8 Dollar. die Kosten für diese Gallion ins Afghanistan beliefen sich auf 400 Dollar. das sind mehr wie 100 Dollar für 1 Liter Benzin.....
Wie soll so etwas in einem großen Konflikt funktionieren? Wen dann noch Pipelines hochgehen, Tanker brennen, und Luftangriffe auf Raffinerien und Förderanlagen stattfinden.
Also.... was ist mit dem Pferd?
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Achim61
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BeitragBeitrags-Nr.: 205733 | Verfasst am: 02.03.2016 - 13:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Arutha - sieht zwar sehr schön aus wen die Kavallerie einen Angriff reitet aber die " Schönheit " ist doch schon beendet wenn der Gegner Maschinenwaffen dagegen einsetzt. Der Einsatz im 2.WK war doch nur der Tatsache geschuldet das schnelle mot. Einheiten a) kein Bezin mehr hatten b) SPWs auch nicht mehr in der geforderten Anzahl zur Verfügung standen - betraf aber auch andere Transportmittel - LKWs bis hin zu Panzern .
Heute spielen Maultiere bei den Gebirgsjägern noch eine Rolle aber die Kavallerie hat sich selbst überlebt

Gruß - Achim61
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 205734 | Verfasst am: 02.03.2016 - 15:38    Titel: Antworten mit Zitat

Gerittene Angriffe waren schon im WK1 eine äußerste Seltenheit, der Kampf fand im WK2 zu 99% abgesessen statt.

Der Vorteil ist die Geländebeweglichkeit, die nunmal kein Fahrzeug erreicht, und natürlich die Straßenunabhängigkeit.

Allerdings ist die Nummer auch heute sehr pflege- und personalaufwändig.

Aber, in Gegenden wie Anistan oder dem Balkan hat es schon was für sich, zumal so eine Gruppe Reiter bei Luftangriffen fix in aller Winde zerträuben kann wo Fahrzeuge mehr oder minder geliefert wären, inklusive dem aufgessenen Personal.

Meine Meinung

Jan-Hendrik
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Achim61
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BeitragBeitrags-Nr.: 205735 | Verfasst am: 02.03.2016 - 16:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jan-Hendrik - soweit gebe ich Dir ja Recht. Aber auch bei einer Kav.- Einheit gehören ja nicht nur Pferde und Reiter sondern jede Menge Anhang dazu. Fängt mit einer Feldschmiede ( Hufeisen beschlagen ) an geht über die ganze Logistik weiter bis hin zum Futter. Ja und " so fix mal in die Büsche " versteckt sich ein Infanterist viel besser als Ross und Reiter -
Die Russen hatten ja zumindest 1941 noch solche Kavallerie- Angriffe geführt und nach den Erzählungen meines Vaters wurde es ein blutiges gemetzel von Pferden und Reitern wenn sie ( Reiter ) ins deutsche MG - Feuer gekommen sind.
Einzelne Meldereiter in schlechten, unzugänglichen Gelände vielleicht auch noch heute - aber ganze Kavallerieeinheiten - also ich kann mir das schlecht vorstellen

Gruß - Achim61
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Arutha
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BeitragBeitrags-Nr.: 205736 | Verfasst am: 02.03.2016 - 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hihi... Kavallerie Attacken der Neuzeit... Mit der Gatling am Sattelknauf..

Ne aber im ernst. Ich denke mehr an eine Flexibilisierung des klassischen Jägereinsatzes Und natürlich an Gegenden mit geringer Zivilisationsdichte.(Um mal von Bedingungen zu sprechen, in der Benzin noch ausreichend vorhanden ist).
Reichweitengesteigerte Artillerie(150km) und Marschflugkörper erlauben es jeder Zeit Feuerunterstützung zu geben. Ausreichen Manpads, Maschienenwaffen, Granatwerfer, Mörser(its comming back) können mitgeführt werden.
Mir gehts darum den Vorteil des unabhängigen operierend in schwierigem Gelände zu betonen.....
So viel ich weiß benutzen die Gebirgsjägerder Bundeswehr auch heute noch Maultiere
( Gebirgsjägerbrigade 23) allerdings nur zum Transport. Ich würde diese Praktiken gerne auf weitere Einheiten, und im größeren Maße erweitern.
Wir kommen gerade in einer Zeit, wo der Hubschrauber ausgedient hat. Wie sollen aber sonst flexible Operationen in Gegenden mit geringer Zivilisationsdichte unternommen werden? Selbst die ISIS verfügt mittlerweile über Lenkwaffen zur Panzerabwehr......
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Gardes du Corps
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BeitragBeitrags-Nr.: 205738 | Verfasst am: 02.03.2016 - 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

wie viel Futter braucht ein Pferd täglich?
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Tobias Giebel
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BeitragBeitrags-Nr.: 205740 | Verfasst am: 02.03.2016 - 23:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

bei Nachschub der vollen Ration betrug der planmäßige Futterbedarf pro Pferd 10kg
Hafer oder vergleichbares Futtermittel am Tag.

Wobei da im Detail auch Differenziert werden muss. Das robuste und relativ
anspruchslose Panjepferd wird wohl auch mit 2-3 kg weniger am Tag ausgekommen
sein. Wenn man dann noch Berichte von absoluten Notsituationen berücksichtigt, in
denen beschrieben wird das Reet- und Strohdächer von Dörfern an die Pferde
verfüttert wurden....

Aus: Wilhelm Zieger, "Das deutsche Heeresveterinärwesen im Zweiten Weltkrieg"

Winken

Gruß
Tobias
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BeitragBeitrags-Nr.: 205741 | Verfasst am: 03.03.2016 - 07:07    Titel: genau das meinte ich Antworten mit Zitat

bei 10 Pferden sind das 2 Säcke voller Hafer täglich!
und ich weiß nicht mehr, wie viel, aber zusätzlich zum Hafer mussten auch mehrere kg Heu verfüttert werden oder man musste die Pferde mehrere Stunden grasen lassen, nach dem Füttern wie viele Stunden Ruhe?

völlig illusorisch in Mitteleuropa, eine Kavallerie zu fordern
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Arutha
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BeitragBeitrags-Nr.: 205742 | Verfasst am: 03.03.2016 - 09:26    Titel: naja Antworten mit Zitat

2001 benutze die Delta Force in Afghanistan Pferde.
Pferde werden halt im Leitfaden der Special Forces geführt. Was auch Sinn macht.
Die Bundeswehr setzt im Kosovo ebenfalls Pferde(oder Maultiere) ein.
Unsere Gebirgsjäger berichten, das Maultiere selbst in Höhen von 6.000 Metern noch operieren können(und das mit einer geringen Infrarotsignatur). Für Fahrzeuge unmöglich. Aber das nur um jetzige Möglichkeiten aufzuzeigen.
Kommen wir zu dem modernen Krieg und seine Bedürfnisse.
Aktuell können wir es uns leisen, das Fahrzeuge in Afghanistan Sprit für 100 Dollar den Liter verbrauchen. Wir können es uns auch leisten, das Fahrzeuge nach etwas über einem Jahr verschlissen sind(Vergleich Pferd 2 Weltkrieg- 4 1/2 Jahre). Wir sind auch noch in der Lage Luftoperation (Hubschrauber) zu starten, obwohl diese nur noch im kleinem Rahmen mit hoher vorbereiten möglich ist.
Wir können mit unseren Fahrzeugen noch einige wichtige Straßen kontrollieren... Moderne Forderungen gehen auf Panzerzungen gegen 12,7mm Hartkern..also Infanteriwaffen...
Außerhalb diesen Bereichs sind unsere Truppen nicht mehr mobil. Unmöglich für eine Infanterieeinheit im Irak Kosovo oder Afghanistan. Aufständische zu verfolgen. Unmöglich für Fahrzeuge.....
Bewegliche Kriegsführung sieht anders aus.
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