Die Dolchstoß - Legende ..
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte im Wandel der Zeit (bis 1919) » Politik
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Guleikoff
Interessiertes Mitglied


Anmeldedatum: 25.04.2012
Beiträge: 23

BeitragBeitrags-Nr.: 199191 | Verfasst am: 03.05.2012 - 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Das deutsche Volk war 1918 so "kaiser- und königstreu" eingestellt, daß ohne Protest oder gar Widerstand alle deutschen Fürstenhäuser ihre Kronen verloren ! Der Adel verlor sogar per Gesetz seinen Vorrang, einschließlich seines "Namensvorranges". Der Adels-Rang wurde zum Bestandteil eines nun bürgerlichen Namens. In Österreich traf den Adel gar das Verbot. Alles mit großer Zustimmung der "treuen" Untertanen ! Zur "Propaganda" trifft der Vergleich mit dem Samenkorn zu: Beide entwickeln sich nur in einem fruchtbaren Boden. "Wühltätigkeit" ist nur erfolgreich, wenn keine festen Strukturen mehr hinderlich sind. Das kann jeder Maulwurf bestätigen. Die Reichsregierungen 1914-1918 waren einfach unfähig, eine Kriegsversorgung der "Heimatfront" zu gewährleisten. Dadurch ging jede Bindung zwischen Volk und Führung verloren.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
PIV
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 17.09.2004
Beiträge: 3546

BeitragBeitrags-Nr.: 199193 | Verfasst am: 03.05.2012 - 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

Du verwechselst und verwuselst hier gleich mehrere Dinge. Alle die in Deinem letzten Post genannten politischen Geschehnisse entstanden erst praktisch zu Kriegsende (zumindest nach Beendigung der Kampfhandlungen im Westen) und in den Wirren des Kieler Matrosenaufstanden und der Novemberrevolution, also zu einer Zeit, als die von mir genannten Aktivitäten schon lange in Heer und Marine wirkten und dann ihr Ausmaß verdeutlichten.

Fest steht, daß das Westheer mit "revolutionären" Gedankengut und Defätismus erst verstärkt durch die Einheiten des Ostheeres infiziert worden ist. Verbrüderungsszenen wie an der Ostfront zwischen Deutschen und Russen waren im Westen bis dahin undenkbar. Und damit meine ich jetzt keine Fußballspiele zu Weihnachten 1914 zwischen Deutschen und Engländern o. ä.

Eine allg. Kriegsmüdigkeit war 1918 auf allen Seiten zu vermerken, egal ob Alliierte oder Deutsche, mit der späteren Situation des dt. Heeres oder gar des Putsches in der Marine und der späteren Aktivitäten während des Matrosenaufstandes oder gar der Novemberrevolution hat dies zunächst gar nichts zu tun. Dazu kam es erst durch die Wühltätigkeit und die Propaganda von Sozialisten und Kommunisten in den Reihen der Armee und in der Politik in der Heimat, die sich die Kriegsmüdigkeit erst zunutze machten.

Die Zivilbevölkerung war natürlich ebenso kriegsmüde, aber immerhin noch so kaisertreu, daß sie in der Masse quasi durch alle Schichten hindurch die späteren Ausbrüche und Auswüchse von Revolution, Chaos und Umsturz nicht nur ablehnte, sondern auch nicht mittrug, im Gegenteil erfreut war, daß das konterrevolutionäre Heer, daß vorwiegend aus kaiser-bzw. monarchietreuen Soldaten und Offz. bestand, diese Revolution niederschlug und als einziger Garant für Schutz, Sicherheit und Ordnung galt.

Das Ganze heißt ja nicht umsonst Dolchstoßlegende und bezog sich auf eine kleine Gruppe, die dem nach wie vor intakten Heer in den Rücken gefallen ist, und nicht "Die Heimat will nicht mehr"-Legende.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Guleikoff
Interessiertes Mitglied


Anmeldedatum: 25.04.2012
Beiträge: 23

BeitragBeitrags-Nr.: 199202 | Verfasst am: 04.05.2012 - 06:38    Titel: Antworten mit Zitat

Es scheint sich nun ein "Glaubenskrieg" zwischen PIV und mir zu entwickeln. Ich jedenfalls kann alle meine Meinungen und Beiträge beweisen! Billiger (!) "Antibolschewismus" hat bis heute zu Fehleinschätzungen geführt und vermeidbare Opfer und Kosten hervorgerufen. Mein zeitgeschichtliches Wissen stützt sich auf Aussagen von Kriegsteilnehmern, bezogen auf den Ersten Weltkrieg auf die überlieferten Feldpost. Akademisches Geschwätz käuflicher Professoren haben für mich dagegen wenig Beweiskraft !
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
PIV
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 17.09.2004
Beiträge: 3546

BeitragBeitrags-Nr.: 199203 | Verfasst am: 04.05.2012 - 08:31    Titel: Antworten mit Zitat

Weshalb denn "GlaubensKRIEG"? Das nennt man Meinungsaustausch bzw. Diskussion! Ich kann und möchte Dir Deinen "Glauben" an oder über etwas gar nicht nehmen, allerdings ist es mit dem Glauben ja so eine Sache. Schwer Gegenargumenten und auch Fakten und Tatsachen rational zugänglich sondern eher völlig resistent und meist bis zum bitteren Ende vertreten, auch wenn es sich als Irrglaube heraustellen sollte. Zwinkern Meinungen kann man durchaus ändern, den Glauben kaum. Und bewiesen hast Du bislang gar nichts, sondern lediglich Deine These/Meinung/Behauptung in den Raum gestellt, das war´s auch schon und ist ja auch völlig ok zum diskutieren. Ich bin eben aus den o. g. und den hier angeführten Gründen anderer Meinung.

Wie auch immer, auch ich halte nichts vom Geschwätz der heutigen käuflichen Historiker und Auftragsschreiber, und auch ich habe mir meine Meinung zu diesem Thema aus vielfältigen Bereichen gebildet, von offizieller Literatur über Literatur von Kriegsteilnehmern bis hin zu Ernst Jünger etc.

Meine Meinung hat im übrigen auch überhaupt nichts mit "Antibolschewismus" zu tun, denn es ist nun mal Fakt und Tatsache, daß diese linksextremen Kräfte in der Heimat die revolutionären Unruhen und Umsturzversuche ausgelöst und durchgeführt haben und sich dabei schon lange im Vorfeld ihrer Agitatoren speziell in der Kriegsmarine bedienten.

Nicht das zwar kriegsmüde, aber weiter in der überwiegenden Mehrheit patriotische und kaisertreue Volk, das übrigens noch im Mai 1918 in der 8. dt. Kriegsanleihe 15 Mrd. Mark aufgebracht hat und damit deutlich mehr als in allen Kriegsjahren zuvor!!!, ist dem Heer in den Rücken gefallen oder wollte die Abdankung der Monarchie oder gar eine bolschewistische Revolution ala Rußland etc., sondern linksextreme Spartakisten und Kommunisten wollten diesen Umsturz.

Dieser Link beschreibt das Ganze sehr schön, was in der Heimat geschah und was über die Marine auch teilweise auf das Heer übergriff und wer dahintersteckte.

http://www.deutsche-kriegsgeschichte.de/revolut.html

Und nun kannst Du gern beweisen was Du möchtest und Dir wichtig ist, da sind sicher alle gespannt darauf und dazulernen kann man ja immer. Da nehme ich mich natürlich gar nicht aus.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte im Wandel der Zeit (bis 1919) » Politik Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8
Seite 8 von 8

Druckversion

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.