Kesselausbruch bei Tscherkassy 1944
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Ronin
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BeitragBeitrags-Nr.: 23741 | Verfasst am: 05.08.2004 - 20:54    Titel: Kesselausbruch bei Tscherkassy 1944 Antworten mit Zitat

Hallo Männer !

Hab mal gelesen das bei Tscherkassy deutsche Truppen von der Roten Armee eingekesselt wurden.
Nachdem alle Granaten verschossen wurden, sammelten sich alle noch kampffähige Deutsche (ca. 50.000) um in 3 Kolonnen hinter den verbliebenen Sturmgeschützen aus dem Kessel auszubrechen.
Die Soldaten waren nur mit Seitengewehren bewaffnet und verursachten unter den Russen solche Verwirrung, dass ihnen der Ausbruch glückte.
Etwa 20.000 deutsche Soldaten konnten sich durchschlagen...

Weiß jemand was genaueres über diesen Kesselausbruch ?
Unter den Soldaten soll auch Leon Degrelle und seine Einheit gewesen sein, weiß noch jemand was genaueres über ihn ?

Danke für jede Hilfe...

Ronin
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 23744 | Verfasst am: 05.08.2004 - 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

In den Erinerungen von Justus-Wilhem von Oechselheuser "Leuchtspuren" ist der Ausbruch beschrieben.

Die letzten Panther der "Wiking" sollten die Vorhut bilden, teilweise mit LKW und Verwundeten im Schlepp.
Die gesamte Ausbruchstruppe geriet an der Höhe 239 in der Nähe des Flusses Gniloi Tikitsch in einen russ. Pak-Riegel, wo alle dt. Panzer verlorengingen.
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Armin
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BeitragBeitrags-Nr.: 23769 | Verfasst am: 06.08.2004 - 09:55    Titel: Antworten mit Zitat

17.02.1944
Manstein befiehlt ( gegen den Befehl Hitlers... ) den Ausbruch der deutschen Truppen aus dem Kessel von Tscherkassy (Südrußland). Von ca 56.000 Soldaten gelingt 35.000 der Durchbruch nach Westen.
Die Division Wiking (mit SS-Oberführer Leon Degrelles Wallonie Brigade) verlor dabei alle schweren Waffen und Panzer - größtenteils mußten sie zurückgelassen werden. Nach dem Ausbruch wurde Wiking zur Auffrischung nach Cholm verlegt.

Interessant für Dich wäre vielleicht noch, das Degrelle in diesem Kessel erst das Kommando über die Sturmbrigade Wallonie übernahm, da der bisherige Kommandeur, SS-Obersturmbannführer Lucien Lippert, am 13.02.1944 in eben diesem Kessel fiel.
Dieser Kommandeur war so beliebt, das seine Männer seinen Leichnam nicht im Kessel lassen wollten. Man bettete ihn auf eine Pak-Lafette, um ihn beim Ausbruch mitnehmen zu können. Leider wurde die Pak-Lafette später durch einen Volltreffer zerstört.


Winken
Jochen
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 23770 | Verfasst am: 06.08.2004 - 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hier der Tagesbefehl des Oberbefehlshabers der 1.PzArmee vom 25.02.1944 :

Mit dem heutigen Tage wird das schwere Panzerregiment Bäke aufgelöst. Die zugeführten Teile treten zu ihren Einheiten zurück. Damit endet eine Zeit hervorragender Bewährung für das Regiment. Zusammengestellt für die Mitte Januar beginnende Durchbruchsschlacht* mit der Aufgabe, nach Einbruch der Infantrie in die vorderste feindliche Stellung den schweren Angriffskeil zu bilden, warf das Regiment von Britzkoje antretend den Feind weit zurück. Es schlug sodann die von Norden herbeigeeilten stark überlegenen feindlichen Panzerkräfte zusammen und ermöglichte den InfDiv den weiteren Durchbruch, um im den nächsten Tagen im kühnen Vorstoß die Angriffsspitze zu übernehmen. So stellte das Regiment als erste die Verbindung zu den aus Osten vortoßenden eigenen Panzern her. Damit waren die südlich stehenden Feindkräfte abgeschnitten und gingen ihrer Vernichtung entgegen.
Aber nicht genug damit, stieß der tapfere Kommandeur aus eigenem Entschluß in die sich nördlich Oratowbereitstellenden neuen russischen Panzer kräftig hinein und warf auch diese unter schweren Verlusten zurück.
Wenige Tage später, nach erfolgter Umgliederung, galt es , zu den eingekesselten Teilen des 11. und 42. Armeekorps vorzustoßen. auch hier lag bei dem schweren PzRgt. Bäke der Schwerpunkt. In überraschendem, kühnem Stoß durchbrach es den Feind und riß die feindliche Front bis Kutschowka auf, um wiederum zwei Tage später nach Umgliederung zu dem Stoß auf Gutschanka anzusetzen. Mühselig sich durch den Schlamm wühlend, durch wetterbedingte Ausfälle immer schwächer werdend, erkämpfte sich das Regiment den Übergang über die Lyssjanka und hielt nur mit wenigen Panzern gegen immer stärker werdende Übermacht die Angriffsspitze .

Bis auf 8 Km an die eingekesselten Teile heranlommend, ermöglichte das Regiment in seinem Rahmen den Durchbruch der Eingekesselten.

In Anerkennung dieser hohen Leistung, die an manchen kritischen Tagen schlachtentscheidend war, verlieh der oberste Befehlshaber dem tapferen Führer die Schwerter zum Eichenlaub, damit ihn und sein ganzes Regiment ehrend .

Ich selbst gedenke dankbar den Taten des Regiments. Sie werden in der Geschichte der 1.PzArmee unvergeßlich bleiben. Dem tapferen Führer und allen Angehörigen des schweren PzRgts Bäke meine besten Wünsche für die Zukunft .

gez. Hube, General der Panzertruppe und OB der 1.PzArmee


*Zusatz des Verfassers: Das Regiment bestand aus je einer Abteilung Tiger und Panther. Kommandeur war Oberst der Reserve Franz Bäke, einer der vielen hervorragenden Reserveoffiziere der Panzertruppe wie auch Oberst Mummert und der Generalmajor Graf Strachwitz.



Gefunden in : Die Geschichte der deutschen Panzerwaffe 1916-1945 von Walther K. Nehring


Jan-Hendrik


Zuletzt bearbeitet von Jan-Hendrik am 21.10.2008 - 14:44, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 68479 | Verfasst am: 13.08.2005 - 16:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, hier eine Frage:

Nach Aussagen gefangener deutscher Soldaten soll Gen. Stemmermann nach Beratung mit Off. des Stabes in der Endphase des Kessels zur Kapitulation tendiert haben. Daraufhin soll er während des Ausbruchs auf Befehl von SS-Ogruf Gille (5. SS-PD Wiking) hingerichtet worden sein.
Daraus würde sich der scharfe Gegensatz von Balck und Gille erklären. Balck hat Gille verachtet.
Sonst liest man überall, Stemmermann sei während des Ausbruchs gefallen? Was stimmt?

Von den 50.000 dt. Soldaten im Kessel haben 20-25.000 die Auffangzonen erreicht (vgl. von Vormann, Tscherkassy, 1954), damals KommGen des 47. PzK.

Thomas
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 69496 | Verfasst am: 23.08.2005 - 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

Laut Stoves "1.Panzerdivision" fiel Stemmerman kurz nach 23.45 des 17.2.1944 , also kurz nach Beginn des entscheidenden Durchbruchs der "Kamereden-im-Kessel" ( S.526/527) ...

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 69714 | Verfasst am: 24.08.2005 - 21:22    Titel: Antworten mit Zitat

Jan-Hendrik hat Folgendes geschrieben:
Laut Stoves "1.Panzerdivision" fiel Stemmerman kurz nach 23.45 des 17.2.1944 , also kurz nach Beginn des entscheidenden Durchbruchs der "Kamereden-im-Kessel" ( S.526/527) ...

Winken

Jan-Hendrik


Stimmt! Habe inzwischen aufgestöbert, dass sich Stemmermann auf dem rechten Durchbruchsflügel bei den Resten der 112. ID befunden haben soll (zusammen mit Oberst Fouqet, Div.Kom.). Beide sind gefallen. Stemmermann soll bis vor dem Ausbruch allerdings unter Bewachung gestanden haben, wegen Auseinandersetzungen über den Ausbruch/Kapitulation.

Lieb und Gille waren auf dem linken Flügel (SS-W bzw. 72. ID in der Mitte).

Vielen Dank, Jan-Hendrik
Thomas Winken
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 74739 | Verfasst am: 14.10.2005 - 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hat eigentlich jemand "Der Kessel von Tscherkassy" , Kartenwerk , herausgegeben von der Traditionskameradschaft der WIKING ?

Winken

Jan-Hendrik
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schwarzermai
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BeitragBeitrags-Nr.: 74776 | Verfasst am: 14.10.2005 - 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

zum Thema Tscherkassy unbedingt zu empfehlen:

"Der Kessel von Tscherkassy"

von Bernd Lerch und Günther Jahnke (ehem. 01 im Div-Stab der "Wiking", er rettete auch die Karten, die später im Kartenwerk herausgegeben wurden)

im Eigenverlag erschienen, Auflage: 500

ua. ist dort auch ein Foto des aufgebahrten Leichnams von General Stemmermann und der Bericht Ia Nr. 1247/44 des AOK 8 an die Heeresgruppe Süd vom 21.2.44/ 14.00Uhr zum Tode des Generals enthalten
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Michael1
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BeitragBeitrags-Nr.: 76145 | Verfasst am: 02.11.2005 - 03:15    Titel: Antworten mit Zitat

Cool http://img125.imageshack.us/img125/5020/lastscankarte7fe.jpg
Karte dazu!

Georgi143 Zwinkern
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Nachtjäger
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BeitragBeitrags-Nr.: 76312 | Verfasst am: 04.11.2005 - 18:02    Titel: Antworten mit Zitat

Falls noch nicht bekannt:

Anton Meiser, Die Hölle von Tscherkassy

Es ist ein Kriegstagebuch, welches ich gerade lese.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 77426 | Verfasst am: 17.11.2005 - 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

Aargh , grade sowohl bei Mabire als auch im Wydawnictwo Militaria Nr.186 wieder mal den Blödsinn von den Panzern der LAH in Lissjanka und Wittmanns Tigern gelesen ? Haben die den Sch... bei DeGrelle abgeschrieben oder woher stammt dieser dämliche Mythos ??

Ärgerlich Fragend

Jan-Hendrik
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Felix S.
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BeitragBeitrags-Nr.: 77437 | Verfasst am: 17.11.2005 - 20:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
wieder mal den Blödsinn von den Panzern der LAH in Lissjanka und Wittmanns Tigern gelesen ?


Fragend
Was ist gemeint? Erklär doch bitte mal.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 77438 | Verfasst am: 17.11.2005 - 21:00    Titel: Antworten mit Zitat

Außer ein paar Panzergrennies war von der LAH gar nix in Lissjanka bzw. dem Brückenkopf ostwärts des Flusses . Die Panzer waren von der 1.PzDiv. und dem schw. Panzerregiment Bäke .

Leider erwähnt Mabire nur LAH und deren Panzer Verrückt , das polnische Heft schreibt sogar von Wittmann und seinen LAH-Tigern Haarsträubend , ach ja , und Will Fey tut in seinem Buch och so als sei des alles bloß n Ding der Waffen-SS gewesen . Und ich wunder mich dann , wenn ick in irgendwelchen Foren wie Feldgrau dann mit Blödsinn vollgequatscht werde Rollene Augen

Daher kommt die Frage : wo haben die den Unfug abgeschrieben ? Bei Leon Degrelle ? Oder wer hat dieses Märchen mal inne Welt gesetzt Keine Ahnung

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 77446 | Verfasst am: 17.11.2005 - 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Jan-Henrik,

warum grämen und in der Mülltonne wühlen? Mit der Quelle wirds nicht richtiger!

Grüße
Thomas Winken
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