Rüstung im Deutschen Reich...
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 24448 | Verfasst am: 11.08.2004 - 00:35    Titel: Rüstung im Deutschen Reich... Antworten mit Zitat

Wie war das mit der Rüstung? Wie funktionierte sie, welche Firmen, Ämter, Behörten, Leute oder sonst etwas war in der deutschen Rüstung?
Aber haupsächlich möchte ich (bitte genau) wissen, wie sie genau funktionierte...
Wäre nett... Gut gemacht!
Danke im vorraus!

MfG

Jörg-Seb.
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Oliver
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BeitragBeitrags-Nr.: 24453 | Verfasst am: 11.08.2004 - 01:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ziele der Wirtschaftspolitik Hitlers
1. Bekämpfung der Arbeitslosigkeit - Das Erreichen dieses Zieles verschaffte Hitler die Popularität, um die Wirtschaft gleichzuschalten und den Krieg vorzubereiten. Die Arbeitslosigkeit wurde beseitigt durch:

Hinausdrängen der Frauen aus dem Arbeitsmarkt
Verhaftung politischer Gegner
Aufrüstung
Wehrpflicht
Arbeitsdienst
Ankurbelung der Wirtschaft durch Staatsaufträge (Rüstung, Autobahnbau, Wohnungsbau,...)
3. Autarkie - Deutschland sollte von Importen aller Art unabhängig werden, um Krieg führen zu können (Hydrierwerke, Buna, Steigerung der Landwirtschaft, ....)

4. Aufrüstung - Die Aufrüstung schon vor der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht schuf Arbeitplätze. Das Finanzierungsproblem durch Mefo-Wechsel s.u. gelöst.

5. wirtschaftliche Kriegsfähigkeit

Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der NSDAP
1. Auflösung aller Arbeiter (2. Mai 1933)- und Unternehmerorganisationen, sowie deren Zusammenschluss in der Deutschen Arbeitsfront.

2. Neues Berufsbeamtengesetz zur Arisierung von Staat und Verwaltung.

3. Organisierung der "Selbsthilfe" gegen die Korruption. Sie diente hauptsächlich dazu, um Staatsaufträge an Nazi- oder ihnen nahestehenden Unternehmen zu vergeben. Es wurden "auf eigene Faust Boykott und Verhaftung von wirklichen und vermeintlichen Korruptionisten" vorgenommen.

4. Hugenberg, der sich der Nazifizierung der Wirtschaft widersetzte, wurde am 27. Juni 1933 zum Rücktritt gezwungen. Die DNVP löste sich auf. Anlass für den Rücktritt Hugenbergs war dessen Auftreten auf der Londoner Weltwirtschaftskonferenz im Juni/Juli 1933 gewesen. Er hatte dort gefordert, dem "landlosen" deutschen Volk neuen Boden im Osten zur Verfügung zu stellen. Neuer Wirtschaftsminister wurde Kurt Schmitt von der Allianz- Versicherung, der das volle Vertrauen der Naziführung hatte.

5. Ein neues Kartellgesetz (15.7.33) förderte die weitere Konzentration in der Wirtschaft. Von 1933 bis 36 wurden über 1.600 Kartellverträge geschlossen und 120 Zwangskartelle errichtet.

6. Das "Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit" (20.1.34) erklärte die Arbeitnehmer zur Gefolgschaft der Unternehmer und unterstellte sie deren Befehl (Durchsetzung des Führerprinzips im Betrieb). Die gesamte Organisation, Entlohnung und Bestrafung bestimmte allein der Unternehmer.

7. Das "Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft" organisierte die gesamte Wirtschaft in Reichsgruppen die in den Staatsapparat eingegliedert wurden und direkt dem Wirtschaftsminister unterstanden. Alle Unternehmen mussten ihnen beitreten. Entscheidenden Einfluss besaßen die Reichsgruppe Industrie und Banken.

8. Festlegung der Dividende auf 6 % (Ausnahme 8 %) zur Stärkung der Großaktionäre.

9. Das "Gesetz über den Aufbau des Reichsnährstandes" löste alle Genossenschaften und Handelsorganisationen für landwirtschaftliche Produkte auf. An ihre Stelle trat der Reichsnährstand, der die Preise und die Marktordnung festlegte. Das "Reichserbhofgesetz" vom 29.9.1933 legte fest, dass der Erbhof ungeteilt an den ältesten Sohn überging, sofern dieser seine "arische Reinrassigkeit" seit 1800 nachweisen konnte.

Die Phase der Rüstungskonjunktur 1933 bis 1939
Die Weltwirtschaftskrise hatte 1932 ihren Höhepunkt erreicht. 1933 entspannte sich die Lage bereits und die Konjunkturlage verbesserte sich weltweit. Während man in den USA auf eine "liberale" Wirtschaftspolitik setzte und zum ersten Mal eine antizyklische Konjukturpolitik (New Deal) praktizierte, setzte man in Deutschland auf totalen Dirigismus mit staatlich initiierter Geldschöpfung ohne Waren- oder Devisendeckung.

Der Schwerpunkt der Maßnahmen richtete sich in Deutschland ausschließlich auf die Aufrüstung. So entfielen im Staatshaushalt 1934 bereits 2,6 Mrd. RM auf Ausgaben für die Wehrmacht, während für die "zivilen" Investitionen nur 1 Mrd. RM zur Verfügung gestellt wurden. Dem Reichsarbeitsdienst, der im Rahmen der Arbeitsbeschaffung, die "zivilen" Arbeiten durchführte, wurde bereits 1934 untersagt, Projekte weiter zu führen, wenn ihre militärische Bedeutung nicht klar erwiesen war. Bis auf den Autobahnbau, der schon in der Weimarer Republik projektiert wurde, wurden alle anderen zivilen Arbeiten eingestellt. Dies beweist nur den strategischen Wert, den ihm die Nazis beigemessen haben.

Die Hauptfinanzierung der Rüstung lief nicht über Staatsaufträge und Staatsanleihen wie im ersten Weltkrieg, sondern konnte nur verschleiert durchgeführt werden, da das Reichsbankgesetz die Diskontierung langfristiger Investitionswechsel der Regierung über 400 Mill. RM Gesamtsumme untersagte. So bediente man sich eines von Schacht (Reichsbankpräsident, Wirtschaftsminister und Generalbevollmächtigter für die Kriegswirtschaft) ausgedachten besonderen "Tricks", indem man den Mefo-Wechsel erfand (Mefo = Metallurgische Forschungsgesellschaft m.b.H.). Alle Rüstungsaufträge wurden von der Mefo vergeben und mit kurzfristigen Wechseln (Laufzeit sechs Monate, die auf unbestimmte Zeit verlängert werden konnte) bezahlt. Abgelaufene Wechsel wurden mit neuen Wechseln beglichen. So schaffte man die Voraussetzung, langfristige in kurzfristige Wechsel zu verwandeln und damit entstand die Verpflichtung der Reichsbank, diese Wechsel in Zahlung zu nehmen. Von 1934 bis 1939 wurden Mefo-Wechsel in Höhe von 12 Mrd. RM ausgegeben. Die Mefo-Wechsel wurden vom Reich nie eingewechselt, sondern die Reichsbank erwarb sie als Treuhänder für das Reich und behielt sie als Belege für die Ausstellung von sogenannten Mefo-Wechsel-Bescheinigungen. Des weiteren hat die Regierung von 1933 bis 1935 statt langfristiger Schatzwechsel, "kurzfristige Arbeitsbeschaffungs-Wechsel" in Höhe von 3 Mrd. RM bei der Reichsbank in Zahlung gegeben.

Somit ist eine enorme Geldschöpfung betrieben worden, die unter normalen Bedingungen zu einer galoppierenden Inflation geführt hätte. Um dies zu verhindern, wurde am 26. November 1936 zu dem schon bestehenden Lohnstopp ein allgemeiner Preisstopp beschlossen.

Trotz dieser Manipulation funktionierte die Aufrüstung nicht so schnell wie dies von Hitler gewünscht wurde, da ein Mangel an vielen rüstungswichtigen Rohstoffen bestand, die aus Devisenmangel nicht importiert werden konnten, obwohl man die Zwangsbewirtschaftung der Importe (50 %) aus der Brüning-Zeit beibehalten hatte.

Der 1934 von Schacht entworfene "Neue Plan" sollte hier Abhilfe schaffen. Es wurde ein volles Moratorium auf alle auswärtigen Schulden erklärt. Jedes einzelne Außenhandelsgeschäft musste von staatlichen Stellen genehmigt werden. Mit dieser hundertprozentigen Kontrolle des Außenhandels wurden die Nahrungsmittelimporte zu Gunsten von rüstungswichtigen Rohstoffenimporten gedrosselt. Des weiteren wurden mit den von Deutschland ökonomisch abhängigen Staaten (Türkei, Griechenland, Bulgarien, Rumänien und Ungarn) bilaterale Handelsverträge abgeschlossen, die einen devisenlosen Zahlungsverkehr beinhalteten. An die Stelle der Bezahlung für deutsche Importe trat eine Gegenleistung in Ware - mit Verechnungseinheiten als Preismaßstab. Um devisenbringende Exporte nach anderen Ländern zu steigern, wurde zur Dumpingpolitik gegriffen. Die von 1933 bis 1935 entstandenen Außenhandelsverluste in Höhe von 5 Mrd. RM wurden den Unternehmen aus den Exportausgleichskassen ersetzt, in die alle Unternehmen einen bestimmten Prozentsatz ihres Umsatzes einbezahlen mussten.

Der "Neue Plan" zeigte zunächst gewisse Erfolge. Das Außenhandelsvolumen stieg beispielsweise um 19 %. Bereits Anfang 1936 zeigten sich erneut erhebliche Engpässe. Die Importmenge ging um 12 % zurück, die Reserve an Arbeitskräften war erschöpft und die Produktionskapazitäten der Industrie reichten nicht mehr aus, um das gewünschte Tempo der Aufrüstung zu gewährleisten.

In dieser Situation verfasste Hitler im August 1936 eine geheime Denkschrift für einen "Vierjahresplan", die im wesentlichen auf den Ausarbeitungen des IG-Farben-Direktors Carl Krauch beruhte, der eine Politik der wirtschaftlichen Autarkie vertrat. Ohne Rücksicht auf die Kosten sollte die Selbstversorgung mit synthetischem Treibstoff, Gummi und Erzen für den Kriegsfall sichergestellt werden. Hitler fasste die Ziele dieser Autarkiepolitik in zwei Punkten zusammen:

1. Die deutsche Armee muss in vier Jahren einsatzfähig sein. 2. Die deutsche Wirtschaft muss in vier Jahren kriegsfähig sein.

Göring, der Vertauensmann von IG-Farben, trug die Denkschrift in einer Kabinettssitzung am 4. September 1936 vor. Er erörterte die Pläne mit den Worten: "Sie geht von dem Grundgedanken aus, dass die Auseinandersetzung mit Russland unvermeidbar ist." Er schloss die Kabinettssitzung mit dem Hinweis: "Alle Maßnahmen haben so zu erfolgen, als ob wir im Stadium der drohenden Kriegsgefahr uns befänden."

Am 28. Oktober 1936 offerierte Göring im Berliner Sportpalast den "Vierjahresplan" als eine Konzeption zur Sicherung der Ernährung des Volkes. Unter der Parole "Kanonen statt Butter" verkündete er lautstark: "Erst schafft eine starke Nation. Zuviel Fett - zu dicke Bäuche. Ich habe selbst weniger Butter gegessen und habe zwanzig Pfund abgenommen."

Göring wurde zum "Beauftragten für den Vierjahresplan" ernannt und zog immer mehr Kompetenzen des Wirtschaftsministers Schacht an sich. Er schuf ein neues System der Lenkung der Wirtschaft in Gestalt weitverzweigter "Vierjahresplan"-Behörden. Für Devisenvergehen wurde am 1. Dezember 1936 die Todesstrafe verfügt. Der Investitionsbedarf zur Realisierung des "Vierjahresplanes" wurde auf 8,6 Mrd. RM veranschlagt, wobei die Industrie lediglich 2,7 Mrd. RM selbst aufbringen sollte und der Staat 5,9 Mrd. RM aus dem Staatshaushalt bereitstellte. Zusätzlich wurden 2,3 Mrd. RM für besonders kostspielige Projekte als "verlorene Zuschüsse" bewilligt. Im Rahmen des "Vierjahresplanes" wurden die Aktien, die der Staat während der Weltwirtschaftskrise übernommen hatte, zu günstigen Bedingungen reprivatisiert. Um den Konzentrationsprozess noch zu beschleunigen, wurde am 30. Januar 1937 ein neues Aktiengesetz verkündet. Alle Aktiengesellschaften mit einem Grundkapital unter 100.000 RM mussten aufgelöst werden. Neugründungen wurden nur mit einem Grundkapital über 500.000 RM zugelassen. Zugleich erhöhte das Gesetz die Vollmachten der Vorstände gegenüber der Aktionärsversammlung (Führerprinzip).

Um die unrentable Erzförderung zu betreiben, wurde von der Nazi- Regierung die AG "Reichswerke Hermann Göring" gegründet, die den Anteil der in Deutschland geförderten Erze von 12,5 auf 50 % steigerte. Die Rohstoffe wurden der Industrie zu günstigen Preisen zur Verfügung gestellt. Die Verluste trug die Staatskasse.

Bereits am Ende 1937 waren sämtliche Rohstoffvorräte aufgebraucht und die gesamten Gold- und Devisenreserven des Reiches betrugen nur noch 74 Mill. RM - eine Summe die kaum ausreichte, die Tagesausgaben zu decken. Anfang 1938 war die Handelsbilanz wieder negativ und erreichte im Laufe des Jahres ein Defizit von 132 Mill. RM. Die Industrieproduktion ging drastisch zurück.

Die Gruppe um Schacht schlug vor, dem Export zeitweilig den Vorrang zu lassen, eine enge Zusammenarbeit mit den Westmächten anzustreben, um über eine Anleihe und die Rückgabe der Kolonien zu verhandeln.

Die IG-Farben-Gruppen setzte alles auf die Karte "Rüstung" und verlangte den Vierjahresplan-Kurs auf Biegen und Brechen fortzuführen und sofort mit der Ausführung des Eroberungsprogramms zu beginnen - auch gegen die Westmächte.

Am 5. November 1937 fand in der Reichskanzlei eine Besprechung (siehe "Hoßbach-Protokoll") statt, in deren Verlauf Hitler eingestehen mußte, daß die Vierjahresplan-Politik fehlgeschlagen war. Er erklärte, dass die ersten Schritte die Niederwerfung der Tschechoslowakei und Österreichs seien und spätestens 1943/45 sei die Raumfrage zu lösen.

Am 15. März 1938 erfolgte der "Anschluss" Österreichs. Bereits elf Tage später war das ganze Bankwesen Österreichs unter der Kontrolle der Deutschen- und Dresdener Bank. Die gesamte Schwerindustrie wurde den Reichswerken "Hermann Göring" einverleibt.

Obwohl Deutschland die gesamte Finanz- und Wirtschaftskraft Österreichs absorbierte, traten bereits im Sommer 1938 noch größere Rohstoff- und Finanzprobleme als 1937 auf. Diese veranlassten den Finanzminister, am 1. September 1938 Hitler mitzuteilen, dass die Maßnahmen "die Kassenbestände vollkommen aufzehren". Göring verordnete bereits am 22. Juni 1938 die "Dienstpflicht zur Überwindung des Mangels an Arbeitskräften". Doch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ließen sich nicht mehr überwinden, somit kam zum politischen Willen Krieg führen zu wollen, die ökonomische Notwendigkeit und damit wurde der Krieg unausweichlich.

Die Kriegswirtschaft 1939 bis 1945
Am Anfang des Krieges standen vorwiegend organisatorische Maßnahmen. Am 17. März 1940 wurde das Reichsministerium für Bewaffnung und Munition unter Todt gebildet, das der Ausgangspunkt für die weitgehende Zentralisierung der Wirtschaft wurde. Bereits am 27. August 1939 wurde mit Wirkung vom nächsten Tag die Rationierung von Lebensmitteln, Kleidung, Energie und Grundstoffen angeordnet. Aufgrund der Erfahrungen aus dem I. Weltkrieg wurde diese Maßnahme seit 1934 systematisch vorbereitet und bis 1944 auf dem festgelegten Niveau durchgehalten. Dies war nur möglich, da die Nahrungsmittel der besetzten Länder rigoros dem deutschen Markt zugeführt wurden. Nur 1942 gab es eine Kürzung bei wichtigen Grundnahrungsmitteln, die dann ab 1945 in zunehmendem Maße durch Ersatzstoffe ersetzt wurden.

Auf industriellem Gebiet konnte der Ausstoß an Kriegsmaterial in etwa gehalten werden, obwohl in Deutschland die Investitionen laufend zurück gingen und 1944 nur noch 40 % des Standes von 1938 erreichten. Die Differenz mussten die besetzten Länder liefern.

Um den enormen Finanzbedarf zu sichern, wurden seit Kriegsbeginn die Steuern laufend erhöht. Das Steueraufkommen stieg bis 1943 an, um dann bis Kriegsende stark abzusinken. Durch Steuern wurden während des Krieges etwa 190 Mrd. RM für die Kriegsausgaben aufgebracht. Doch diese Summe reichte bei weitem nicht aus. Deshalb wurde bereits vor Kriegsbeginn am 15. Juni 1939 das Reichsbankgesetz geändert, das nun den Schatzwechsel wie 1914 als Mittel zur Deckung der Währung wieder zuließ (letzter Anlass für das "Zerwürfnis" mit Schacht). Nur so ist es möglich gewesen, dass Deutschland im Laufe des Krieges 830 bis 850 Mrd. RM ausgeben konnte. Von diesen Staatsschulden stellten die Privatbanken und Sparkassen 164 Mrd. RM zur Verfügung.

Die Auslandsschulden erhöhten sich von 1,8 Mrd. RM im Jahre 1940 auf 31,5 Mrd. RM im Jahre 1944.

Noch weitere Geldquellen erschlossen sich die Nazis in den besetzten Ländern. Sie mussten Besatzungskosten bezahlen, die sich zwischen 1940 und 1944 auf 84 Mrd. RM beliefen. Die einfallsreichste Geldbeschaffung war das Ausstellen von Kreditkassenscheinen, die von der Wehrmacht und anderen Nazi- Organisationen als Zahlungsmittel ausgestellt wurden. Sie stellten eine fiktive Anweisung auf das Guthaben des besetzten Landes dar, die nach dem Krieg eingelöst werden sollte. Mit Hilfe dieser Methoden gelang es den Nazis bis 1944 insgesamt 124,6 Mrd. RM aus diesen Ländern herauszupressen.

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Geld spielt keine Rolle - die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Nationalsozialisten - Vom Beschäftigungswunder zum Staatsbankrott


Geld spielt keine Rolle - das war, vom Anfang bis zum Ende, die bestimmende Devise nationalsozialistischer Wirtschafts- und Finanzpolitik. Hitler glaubte, sich über ökonomische Gesetze hinwegsetzen zu können. Ihn interessierte nur, die Wirtschaft so schnell wie möglich kriegsfähig zu machen. Als das NS-Regime dann ab 1943 auf die völlige Zerrüttung der Staatsfinanzen zusteuerte, blendete er die Tatsache einfach aus. (...)
Immer stärkere Eingriffe des Staates in die Wirtschaft kennzeichneten von Beginn an die Wirtschaftspolitik des Nationalsozialismus. (...)

Zunächst musste nach Hitlers Machtergreifung die Massenarbeitslosigkeit bekämpft werden. Hitler kam dabei nicht nur zugute, dass die Weltwirtschaftskrise seit dem Spätsommer 1932 abklang und inzwischen auch das Reparationenproblem gelöst war. Der "Führer" konnte darüber hinaus auf jenes Instrumentarium aus steuerlichen Anreizen für Unternehmer und öffentlich finanzierten Arbeitsbeschaffungsprogrammen zurückgreifen, das schon vom letzten Weimarer Präsidentialkabinett (...) zur Krisenbekämpfung eingesetzt worden war. (...) Immer mehr ehemals arbeitslose Deutsche wurden in die "Deutsche Arbeitsfront" eingegliedert, die 1933 an die Stelle der gewaltsam aufgelösten Gewerkschaften getreten war. Der private Wohnungsbau und der Bau neuer Autobahnen bildeten die Eckpfeiler der verschiedenen Programme - letzeres verknüpfte in idealer Weise Arbeitsbeschaffung und Kriegszielpolitik. 1937 war die Vollbeschäftigung erreicht. (...)

Da die deutsche Wirtschaft (...) eine Art Kriegswirtschaft im Frieden war, bedeutet der Beginn des Zweiten Weltkriegs für sie keine Zäsur. Erst mit dem Scheitern der Blitzkriegstrategie im Winter 1941/42, dem Übergang zum Durchhaltekrieg und schließlich, nach Stalingrad, der Entfesselung des totalen Krieges traten immer größere Probleme auf. (...) Den durch die militärische Entwicklung hervorgerufenen Arbeitskräftemangel konnte der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz (...) nicht beseitigen. Im Ausland, vor allem in Osteuropa, war er aber mit regelrechten Menschenjagden erfolgreich. Obwohl die "Fremdvölkischen" nach der NS-Rassenindeologie angeblich die "Blutreinheit" des deutschen Volkes bedrohten, zählte im September1944 jeder dritte in der deutschen Wirtschaft Beschäftigte zu der Kategorie "Fremdarbeiter", "Kriegsgefangener" oder "KZ-Häftling". Innerhalb Deutschlands gab es mehr als 30 000 Lager, in denen die Ausländer oft unter menschenunwürdigen Bedingungen lebten. (...)

Arbeitsbeschaffungsprogramme und Aufrüstung, zum guten Teil auf Pump finanziert, führten zwischen Anfang 1933 und Kriegsbeginn zu einer Verdreifachung der Staatsschuld. Im Krieg dann stieg die Verschuldung in astronomische Höhe, zuletzt auf mindestens 450 Milliarden Mark, das Fünffache des im Haushaltsjahr 1943/44 erwirtschafteten Sozialprodukts. (...)

Die Bevölkerung hatte der Propanganda von der "Stabilität der Reichsmark" lange Zeit geglaubt. Denn das NS-Regime verfolgte eine Politik der "unsichtbaren", zurückgestauten Inflation, weil "die Finanzlage des Reichs", wie Hitler befohlen hatte, "nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden sollte." (...) Da der Lohn- und Preisstopp eine Entlastung der Inflationspotentials verhinderte, zapfte das Regime über verschiedene Umwege einen großen Teil der privaten Guthaben bei Banken und Sparkassen ab. Das Geld stand zwar noch im Sparbuch, war aber nur noch ein fiktiver Wert, in die Aufrüstung geflossen und an der Front verpulvert worden. (...)

Der Nationalsozialismus hinterließ auch auf finanzwirtschaftlichem Feld verbrannte Erde. Die Rechnung, den Schuldenberg auf die "besiegten Feindstaaten" abzuwälzen, war nicht aufgegangen. Das wurde auch dem letzten Deutschen am 20. Juni 1948 klar: Bei der Währungsreform gab es für 100 Reichsmark ganze 6,50 D-Mark.

Michael Brackmann
"General-Anzeiger", Bonn, 5. September 1998
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BeitragBeitrags-Nr.: 24460 | Verfasst am: 11.08.2004 - 10:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ziele der Wirtschaftspolitik Hitlers

1. Bekämpfung der Arbeitslosigkeit - Das Erreichen dieses Zieles verschaffte Hitler die Popularität, um die Wirtschaft gleichzuschalten und den Krieg vorzubereiten. Die Arbeitslosigkeit wurde beseitigt durch:

* Hinausdrängen der Frauen aus dem Arbeitsmarkt
* Verhaftung politischer Gegner
* Aufrüstung
* Wehrpflicht
* Arbeitsdienst
* Ankurbelung der Wirtschaft durch Staatsaufträge (Rüstung, Autobahnbau, Wohnungsbau,...)
* Änderung der Statistik (bzw. Jubelarien auf wirtschaftliche Erfolge durch die gleichgeschaltete Presse)

3. Autarkie - Deutschland sollte von Importen aller Art unabhängig werden, um Krieg führen zu können (Hydrierwerke, Buna, Steigerung der Landwirtschaft, ....)

4. Aufrüstung - Die Aufrüstung schon vor der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht schuf Arbeitplätze. Das Finanzierungsproblem durch Mefo-Wechsel s.u. gelöst.

5. wirtschaftliche Kriegsfähigkeit (Zusammenfassung aller Ressourcen unter einer gemeinsamen Planbehörde) Diese verschaffte Rohstoffe, Arbeitskräfte, Grundstücke und bei Bedarf Devisen.

Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen

1. Auflösung aller Arbeiter (2. Mai 1933)- und Unternehmerorganisationen, sowie deren Zusammenschluss in der Deutschen Arbeitsfront. Diese DAF legte von oben autoritär Löhne (Steigerung bis 1939 ca. 12 %), Arbeitszeiten, aber auch Produktionsverlagerungen und Produktionsausweitungen fest. Das Streikrecht wurde abgeschafft.

2. Neues Berufsbeamtengesetz zur Arisierung von Staat und Verwaltung. Dies bedeutete die Ausschaltung aller missliebigen (politische und rassisch) Beamten. In der Beamtenschaft setzt ab 33 eine riesige Beitrittswelle in die NSDAP ein. Die Staatdiener stellten sich devot dem neuen Regime zur Verfügung. Bis 33 waren ca. 7% aller NSDAP-Mitglieder Beamte, 1934 lag dieser Prozentsatz bei 23%. Die antidemokratische Tradition der Beamten spielt hier eine zentrale Rolle.

3. Organisierung der "Selbsthilfe" gegen die Korruption. Sie diente hauptsächlich dazu, um Staatsaufträge an Nazi- oder ihnen nahestehenden Unternehmen zu vergeben. Es wurden "auf eigene Faust Boykott und Verhaftung von wirklichen und vermeintlichen Korruptionisten" vorgenommen. In Wirklichkeit war die NS-Zeit eine große Zeit der Korruption. SS und NSDAP-Mitglieder in allen Ebenen konnten zum Erreichen üpersönlicher Vorteile bestochen werden. Gegen Geld, Gold und Diamanten war alles erreichbar Gegen Geldgeschenke war vor allem der Zugriff auf enteignetes jüdisches Immobilienvermögen möglich.

4. Hugenberg, der sich der Nazifizierung der Wirtschaft widersetzte, wurde am 27. Juni 1933 zum Rücktritt gezwungen. Die DNVP löste sich auf. Anlass für den Rücktritt Hugenbergs war dessen Auftreten auf der Londoner Weltwirtschaftskonferenz im Juni/Juli 1933 gewesen. Er hatte dort gefordert, dem "landlosen" deutschen Volk neuen Boden im Osten zur Verfügung zu stellen. Neuer Wirtschaftsminister wurde Kurt Schmitt von der Allianz- Versicherung, der das volle Vertrauen der Naziführung hatte.

5. Ein neues Kartellgesetz (15.7.33) förderte die weitere Konzentration in der Wirtschaft. Von 1933 bis 36 wurden über 1.600 Kartellverträge geschlossen und 120 Zwangskartelle errichtet. Diese produzierten für den NS-Staat vor allem Rüstungsgüter.

6. Das "Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit" (20.1.34) erklärte die Arbeitnehmer zur Gefolgschaft der Unternehmer und unterstellte sie deren Befehl (Durchsetzung des Führerprinzips im Betrieb). Die gesamte Organisation, Entlohnung und Bestrafung bestimmte allein der Unternehmer (und die DAF).

7. Das "Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft" organisierte die gesamte Wirtschaft in Reichsgruppen, die in den Staatsapparat eingegliedert wurden und direkt dem Wirtschaftsminister unterstanden. Alle Unternehmen mussten ihnen beitreten. Entscheidenden Einfluss besaßen die Reichsgruppe Industrie und Banken.

8. Festlegung der Dividende auf 6 % (Ausnahme 8 %) zur Stärkung der Großaktionäre.

9. Das "Gesetz über den Aufbau des Reichsnährstandes" löste alle Genossenschaften und Handelsorganisationen für landwirtschaftliche Produkte auf. An ihre Stelle trat der Reichsnährstand, der die Preise und die Marktordnung festlegte. Das "Reichserbhofgesetz" vom 29.9.1933 legte fest, dass der Erbhof ungeteilt an den ältesten Sohn überging, sofern dieser seine "arische Reinrassigkeit" seit 1800 nachweisen konnte.

10. Es wurde eine Planungsbehörde geschaffen, die den Rüstungsaufbau und die Kriegsfähigkeit erreichen sollte. Dieser Wirtschaftsplan unter Göring, später unter Speer, teilte den Betrieben Ressourcen zu, die diese zur Rüstungsproduktion benötigten. Diese Stelle versorgte Unternehmer mit Krediten, mit Rohstoffen, koordinierte die Forschung mit den Bedürfnissen der Industrie, beschaffte Arbeitskräfte (Fremdarbeiter, Zwangsarbeiter Kriegsgefangene). In vielen Industriebetrieben entstanden Außenstellen der zentralen Konzentrationslager. Diese standen unter der Regie der SS, die zunehmend Einfluss auf die Wirtschaft bekam. (diverse Korruptionsfälle).

11. Arisierung der Wirtschaft. Juden wurden dem Geschäftsleben hinausgedrängt. Boykottmaßnahmen zerstörten die Existenz kleinerer und mittlerer Betriebe. In der Industrie und im Bereich der Banken und Versicherungen wurde "jüdisches" Kapital benachteiligt und dann enteignet. Aktien von Juden vielen an den Staat und die Aktiengesellschaft zurück. Jüdische Lebensversicherungen wurden nur zum Teil an den Staat ausbezahlt, der Rest verblieb bei der Versicherung, die sich daran bereicherte. Schulden bei jüdischen Gläubigern konnten von diesen kaum mehr eingeklagt werden und verfielen. In Unternehmen mit jüdischen und arischen gemeinsamen Eigentümern, wurden erstere aus dem Unternehmen hinausgedrängt (zum Unterpreisverkauf gezwungen). Die Beute teilte der arische Anteilseigner mit dem Staat, der ihm half. Bei Auswanderung (bis Anfang 39 möglich) fiel das Vermögen, insbesondere Aktienbesitz und Immobilienbesitz gegen minimale Entschädigungen an den Staat, der sich bereicherte.

12. Gründung neuer Produktionsstätten für rüstungswichtige Güter abseits der bestehenden Industriegebiete. So wurde südlich von Berlin ein Standort der chemischen Industrie zur Herstellung von Benzin aus Kohle und zur herstellung von Kunstgummi aufgebaut (Buna). Die zentral von DAF und KdF geförderte Automobilproduktion durch Porsche wurde nach Wolfsburg vergeben. Hier entstand abseits der alten Industriestandorte ein neues Automobilwerk, in dem der VW und hauptsächlich Militärfahrzeuge hergestellt werden sollten. Die Produktion wurde ab Kriegsbeginn (s. unten) mit Zwangsarbeitern auf Wunsch der Industriemanager (Quelle: der Tagesspiegel) aufrechterhalten.

Konjunktur durch Rüstung - 1933 bis 1939

Die Weltwirtschaftskrise hatte 1932 ihren Höhepunkt erreicht. 1933 entspannte sich die Lage bereits und die Konjunkturlage verbesserte sich weltweit. Während man in den USA auf eine "liberale" Wirtschaftspolitik setzte und zum ersten Mal eine antizyklische Konjunkturpolitik (New Deal = Die Karten neu verteilen) praktizierte, setzte man in Deutschland auf totalen Dirigismus mit staatlich initiierter Geldschöpfung ohne Waren- oder Devisendeckung. Hitler konnte 1933 dank der Brüningschen Deflationspolitik auf einen soliden Haushalt, eine stabile Währung und auf fertige Arbeitsbeschaffungspläne (z.B. Autobahnplanung) zurückgreifen.
Arbeitslosensatistik

Der Schwerpunkt der Maßnahmen richtete sich in Deutschland ausschließlich auf die Aufrüstung. So entfielen im Staatshaushalt 1934 bereits 2,6 Mrd. RM auf Ausgaben für die Wehrmacht, während für die "zivilen" Investitionen nur 1 Mrd. RM zur Verfügung gestellt wurden. (s. Statistik) Dem Reichsarbeitsdienst, der im Rahmen der Arbeitsbeschaffung, die "zivilen" Arbeiten durchführte, wurde bereits 1934 untersagt, Projekte weiter zu führen, wenn ihre militärische Bedeutung nicht klar erwiesen war. Bis auf den Autobahnbau, der schon in der Weimarer Republik projektiert wurde, wurden alle anderen zivilen Arbeiten eingestellt. Dies beweist nur den strategischen Wert, den ihm die Nazis beigemessen haben.

Die Hauptfinanzierung der Rüstung lief nicht über Staatsaufträge und Staatsanleihen wie im ersten Weltkrieg, sondern konnte nur verschleiert durchgeführt werden, da das Reichsbankgesetz die Diskontierung langfristiger Investitionswechsel der Regierung über 400 Mill. RM Gesamtsumme untersagte. So bediente man sich eines von Schacht (Reichsbankpräsident, Wirtschaftsminister und Generalbevollmächtigter für die Kriegswirtschaft, verurtelt als Kriegsverbrecher) ausgedachten besonderen "Tricks", indem man den Mefo-Wechsel erfand (Mefo = Metallurgische Forschungsgesellschaft m.b.H.). Alle Rüstungsaufträge wurden von der Mefo vergeben und mit kurzfristigen Wechseln (Laufzeit sechs Monate, die auf unbestimmte Zeit verlängert werden konnte) bezahlt. Abgelaufene Wechsel wurden mit neuen Wechseln beglichen. So schaffte man die Voraussetzung, langfristige in kurzfristige Wechsel zu verwandeln und damit entstand die Verpflichtung der Reichsbank, diese Wechsel in Zahlung zu nehmen. Von 1934 bis 1939 wurden Mefo-Wechsel in Höhe von 12 Mrd. RM ausgegeben. Die Mefo-Wechsel wurden vom Reich nie eingewechselt, sondern die Reichsbank erwarb sie als Treuhänder für das Reich und behielt sie als Belege für die Ausstellung von sogenannten Mefo-Wechsel-Bescheinigungen. Des weiteren hat die Regierung von 1933 bis 1935 statt langfristiger Schatzwechsel, "kurzfristige Arbeitsbeschaffungs-Wechsel" in Höhe von 3 Mrd. RM bei der Reichsbank in Zahlung gegeben.

Somit ist eine enorme Geldschöpfung betrieben worden, die unter normalen Bedingungen zu einer galoppierenden Inflation geführt hätte. Um dies zu verhindern, wurde am 26. November 1936 zu dem schon bestehenden Lohnstopp ein allgemeiner Preisstopp beschlossen. Die Gleichschaltung der Presse half, diese Kriegsvorbereitung zu verheimlichen.

Trotz dieser Manipulation funktionierte die Aufrüstung nicht so schnell wie dies von Hitler gewünscht wurde, da ein Mangel an vielen rüstungswichtigen Rohstoffen bestand, die aus Devisenmangel nicht importiert werden konnten, obwohl man die Zwangsbewirtschaftung der Importe (50 %) aus der Brüning-Zeit beibehalten hatte.

Der 1934 von Schacht entworfene "Neue Plan" sollte hier Abhilfe schaffen. Es wurde ein volles Moratorium auf alle auswärtigen Schulden erklärt. Jedes einzelne Außenhandelsgeschäft musste von staatlichen Stellen genehmigt werden. Mit dieser hundertprozentigen Kontrolle des Außenhandels wurden die Nahrungsmittelimporte zu Gunsten von rüstungswichtigen Rohstoffimporten gedrosselt. Des weiteren wurden mit den von Deutschland ökonomisch abhängigen Staaten (Türkei, Griechenland, Bulgarien, Rumänien und Ungarn) bilaterale Handelsverträge abgeschlossen, die einen devisenlosen Zahlungsverkehr beinhalteten. An die Stelle der Bezahlung für deutsche Importe trat eine Gegenleistung in Ware - mit Verrechnungseinheiten als Preismaßstab. Um devisenbringende Exporte nach anderen Ländern zu steigern, wurde zur Dumpingpolitik gegriffen. Die von 1933 bis 1935 entstandenen Außenhandelsverluste in Höhe von 5 Mrd. RM wurden den Unternehmen aus den Exportausgleichskassen ersetzt, in die alle Unternehmen einen bestimmten Prozentsatz ihres Umsatzes einbezahlen mussten. (Zwangswirtschaft)

Der "Neue Plan" zeigte zunächst gewisse Erfolge. Das Außenhandelsvolumen stieg beispielsweise um 19 %. Bereits Anfang 1936 zeigten sich erneut erhebliche Engpässe. Die Importmenge ging um 12 % zurück, die Reserve an Arbeitskräften war erschöpft und die Produktionskapazitäten der Industrie reichten nicht mehr aus, um das gewünschte Tempo der Aufrüstung zu gewährleisten.

In dieser Situation verfasste Hitler im August 1936 eine geheime Denkschrift für einen "Vierjahresplan", die im wesentlichen auf den Ausarbeitungen des IG-Farben-Direktors Carl Krauch beruhte, der eine Politik der wirtschaftlichen Autarkie vertrat. Ohne Rücksicht auf die Kosten sollte die Selbstversorgung mit synthetischem Treibstoff, Gummi und Erzen für den Kriegsfall sichergestellt werden. Hitler fasste die Ziele dieser Autarkiepolitik in zwei Punkten zusammen:

1. Die deutsche Armee muss in vier Jahren einsatzfähig sein.
2. Die deutsche Wirtschaft muss in vier Jahren kriegsfähig sein.

Göring, der Vertauensmann von IG-Farben, trug die Denkschrift in einer Kabinettssitzung am 4. September 1936 vor. Er erörterte die Pläne mit den Worten: "Sie geht von dem Grundgedanken aus, dass die Auseinandersetzung mit Russland unvermeidbar ist." Er schloss die Kabinettssitzung mit dem Hinweis: "Alle Maßnahmen haben so zu erfolgen, als ob wir im Stadium der drohenden Kriegsgefahr uns befänden."

Am 28. Oktober 1936 offerierte Göring im Berliner Sportpalast den "Vierjahresplan" als eine Konzeption zur Sicherung der Ernährung des Volkes. Unter der Parole "Kanonen statt Butter" verkündete er lautstark: "Erst schafft eine starke Nation. Zuviel Fett - zu dicke Bäuche. Ich habe selbst weniger Butter gegessen und habe zwanzig Pfund abgenommen."

Göring wurde zum "Beauftragten für den Vierjahresplan" ernannt und zog immer mehr Kompetenzen des Wirtschaftsministers Schacht an sich. Er schuf ein neues System der Lenkung der Wirtschaft in Gestalt weitverzweigter "Vierjahresplan"- Behörden. Für Devisenvergehen wurde am 1. Dezember 1936 die Todesstrafe verfügt. Der Investitionsbedarf zur Realisierung des "Vierjahresplanes" wurde auf 8,6 Mrd. RM veranschlagt, wobei die Industrie lediglich 2,7 Mrd. RM selbst aufbringen sollte und der Staat 5,9 Mrd. RM aus dem Staatshaushalt bereitstellte. Zusätzlich wurden 2,3 Mrd. RM für besonders kostspielige Projekte als "verlorene Zuschüsse" bewilligt. Im Rahmen des "Vierjahresplanes" wurden die Aktien, die der Staat während der Weltwirtschaftskrise übernommen hatte, zu günstigen Bedingungen reprivatisiert. Um den Konzentrationsprozess noch zu beschleunigen, wurde am 30. Januar 1937 ein neues Aktiengesetz verkündet. Alle Aktiengesellschaften mit einem Grundkapital unter 100.000 RM mussten aufgelöst werden. Neugründungen wurden nur mit einem Grundkapital über 500.000 RM zugelassen. Zugleich erhöhte das Gesetz die Vollmachten der Vorstände gegenüber der Aktionärsversammlung (Führerprinzip).

Um die unrentable Erzförderung zu betreiben und eine Autarkie zu erreichen, wurde von der Nazi- Regierung die AG "Reichswerke Hermann Göring" gegründet, die den Anteil der in Deutschland geförderten Erze von 12,5 auf 50 % steigerte. Die Rohstoffe wurden der Industrie zu günstigen Preisen zur Verfügung gestellt. Die Verluste trug die Staatskasse.

Bereits am Ende 1937 waren sämtliche Rohstoffvorräte aufgebraucht und die gesamten Gold- und Devisenreserven des Reiches betrugen nur noch 74 Mill. RM - eine Summe die kaum ausreichte, die Tagesausgaben zu decken. Anfang 1938 war die Handelsbilanz wieder negativ und erreichte im Laufe des Jahres ein Defizit von 132 Mill. RM. Die Industrieproduktion ging drastisch zurück. Die Gruppe um Schacht schlug vor, dem Export zeitweilig den Vorrang zu lassen, eine enge Zusammenarbeit mit den Westmächten anzustreben, um über eine Anleihe und die Rückgabe der Kolonien zu verhandeln. Die IG-Farben-Gruppen setzte alles auf die Karte "Rüstung" und verlangte den Vierjahresplan-Kurs auf Biegen und Brechen fortzuführen und sofort mit der Ausführung des Eroberungsprogramms zu beginnen - auch gegen die Westmächte. Damit sollte ein gewonnener Krieg die Schulden bezahlen. Ab diesem Zeitpunkt setzte das Regime alles auf die Karte Krieg und Eroberung. Eine Niederlage wie 1918 wäre unproblematisch, da nach der Ideologie des Sozialdarwinismus dann das deutsche Volk sowieso untergehen würde.

Am 5. November 1937 fand in der Reichskanzlei eine Besprechung (siehe "Hoßbach-Protokoll") statt, in deren Verlauf Hitler eingestehen musste, dass die Vierjahresplan-Politik fehlgeschlagen war. Er erklärte, dass die ersten Schritte die Niederwerfung der Tschechoslowakei und Österreichs seien und spätestens 1943/45 sei die Raumfrage zu lösen.

Am 15. März 1938 erfolgte der "Anschluss" Österreichs. Bereits elf Tage später war das ganze Bankwesen Österreichs unter der Kontrolle der Deutschen- und der Dresdener Bank. Die gesamte Schwerindustrie wurde den Reichswerken "Hermann Göring" einverleibt.

Obwohl Deutschland die gesamte Finanz- und Wirtschaftskraft Österreichs absorbierte, traten bereits im Sommer 1938 noch größere Rohstoff- und Finanzprobleme als 1937 auf. Diese veranlassten den Finanzminister, am 1. September 1938 Hitler mitzuteilen, dass die Maßnahmen "die Kassenbestände vollkommen aufzehren". Göring verordnete bereits am 22. Juni 1938 die "Dienstpflicht zur Überwindung des Mangels an Arbeitskräften". Doch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ließen sich nicht mehr überwinden, somit kam zum politischen Willen Krieg führen zu wollen, die ökonomische Notwendigkeit und damit wurde der Krieg unausweichlich. Damit musste aber auch der Krieg als Eroberungskrieg und als Krieg zur Gewinnung von Ressourcen und Sklaven geführt werden. Vom ersten Moment an wurde damit gegen geltendes Kriegrecht verstoßen. Der Krieg war der einzige Ausweg, die selbstverursachten Wirtschaftsprobleme zu lösen oder unterzugehen. Hitler setzte Deutschland aufs Spiel.


Die Kriegswirtschaft 1939 bis 1945

Am Anfang des Krieges standen vorwiegend organisatorische Maßnahmen. Am 17. März 1940 wurde das Reichsministerium für Bewaffnung und Munition unter Todt gebildet, das der Ausgangspunkt für die weitgehende Zentralisierung der Wirtschaft wurde. Bereits am 27. August 1939 wurde mit Wirkung vom nächsten Tag die Rationierung von Lebensmitteln, Kleidung, Energie und Grundstoffen angeordnet. Aufgrund der Erfahrungen aus dem I. Weltkrieg wurde diese Maßnahme seit 1934 systematisch vorbereitet und bis 1944 auf dem festgelegten Niveau durchgehalten. Dies war nur möglich, da die Nahrungsmittel der besetzten Länder rigoros dem deutschen Markt zugeführt wurden. Nur 1942 gab es eine Kürzung bei wichtigen Grundnahrungsmitteln, die dann ab 1945 in zunehmendem Maße durch Ersatzstoffe ersetzt wurden. Durch diese Zwangsbewirtschaftung wurden anders als im 1. Weltkrieg Preissteigerungen vermieden. Bis weit in das Jahr 1943 hinein waren die Lebensmittelrationen in der Menge ausreichend. Terror sorgte dafür, dass alle möglichen Lebensmittel auch an staatliche Stellen abgeliefert wurden, ein Schwarzmarkt konnte nicht entstehen. Das Halten der Produktion wurde durch Arbeitskräftezuteilungen an die Bauern ermöglicht. Für jeden Einberufenen konnten landwirtschaftliche Betriebe Zwangsarbeiter zugeteilt bekommen. Darüber hinaus wurden Schüler mobilisiert bei den Ernten zu helfen.

Auf industriellem Gebiet konnte der Ausstoß an Kriegsmaterial in etwa gehalten werden, obwohl in Deutschland die Investitionen laufend zurück gingen und 1944 nur noch 40 % des Standes von 1938 erreichten. Die Differenz mussten die besetzten Länder liefern. Trotzdem wurde in der Summe im Mai 1944 der Monat mit der größten Rüstungsproduktion registriert.

Um den enormen Finanzbedarf zu sichern, wurden seit Kriegsbeginn die Steuern laufend erhöht. Das Steueraufkommen stieg bis 1943 an, um dann bis Kriegsende stark abzusinken. Durch Steuern wurden während des Krieges etwa 190 Mrd. RM für die Kriegsausgaben aufgebracht. Doch diese Summe reichte bei weitem nicht aus. Deshalb wurde bereits vor Kriegsbeginn am 15. Juni 1939 das Reichsbankgesetz geändert, das nun den Schatzwechsel wie 1914 als Mittel zur Deckung der Währung wieder zuließ (letzter Anlass für das "Zerwürfnis" mit Schacht). Nur so ist es möglich gewesen, dass Deutschland im Laufe des Krieges 830 bis 850 Mrd. RM ausgeben konnte. Von diesen Staatsschulden stellten die Privatbanken und Sparkassen 164 Mrd. RM zur Verfügung. Die Auslandsschulden erhöhten sich von 1,8 Mrd. RM im Jahre 1940 auf 31,5 Mrd. RM im Jahre 1944. Noch weitere Geldquellen erschlossen sich die Nazis in den besetzten Ländern. Sie mussten Besatzungskosten bezahlen, die sich zwischen 1940 und 1944 auf 84 Mrd. RM beliefen. Die einfallsreichste Geldbeschaffung war das Ausstellen von Kreditkassenscheinen, die von der Wehrmacht und anderen Nazi- Organisationen als Zahlungsmittel ausgestellt wurden. Sie stellten eine fiktive Anweisung auf das Guthaben des besetzten Landes dar, die nach dem Krieg eingelöst werden sollte. Mit Hilfe dieser Methoden gelang es den Nazis bis 1944 insgesamt 124,6 Mrd. RM aus diesen Ländern herauszupressen. Die Banken Deutschlands, an der Spitze die "Deutsche Bank" arbeiteten für die Nazis und halfen beim Plündern jüdischer Vermögen, beim Ausplündern der besetzten Gebiete und bei der Beschaffung von Devisen. Die US-Militärbehörde empfahl deshalb gegen die Führung der Deutschen Bank einen Kriegsverbrecherprozess zu führen.

Zwangsarbeit

Darüber hinaus lieferten die besetzten Länder die Arbeitskräfte für Deutschland. Während im 1. Weltkrieg die Frauen die Männer ersetzten, wollte Hitler, seiner Ideologie folgend, die Frau als Mutter und nicht als Arbeiterin. Deshalb beschaffte sich Deutschland ca. 12 Millionen Arbeitskräfte.
Als Arbeitskräfte wurden neben Kriegsgefangenen (bis zu 5 000 000) auch angeworbene Freiwillige eingesetzt. Frankreich (Vichy-Regierung), Niederlande und Norwegen forderte seine Staatsbürger auf in Deutschland als Fremdarbeiter Geld zu verdienen. Da die Zahl zu gering blieb wurde zunehmend durch Zwang rekrutiert. In den besetzten Gebieten (vor allem in Polen und Russland) wurde Menschen gefangen und entführt und in Deutschland der Landwirtschaft und der Industrie von der SS zugeteilt, die dafür für die "Personalverwaltung" pro Kopf und Tag Löhne kassierte (fast 8 000 000).

Neben diesen Zwangsarbeitern wurden zunehmend auch die Konzentration- und Vernichtungslager als Produktionsstätten ausgebaut, in denen die SS als Unternehmer auftrat und selbst oder in Kooperation mit der Industrie produzierte. Diese Arbeitskräfte (vor allem Juden) sollten (s. Wannseeprotokoll) durch Arbeit und Essensentzug physisch vernichtet, also ermordet werden!

"Allein in München existierten über 400 Lager, in denen ZwangsarbeiterInnen interniert waren. Die Hauptstadt der Bewegung war in den Kriegsjahren ein wichtiger Standort der deutschen Rüstungsindustrie. BMW, Krauss-Maffei, Dornier, Rathgeber, IG-Farben -- um nur die bekanntesten Firmen zu nennen -- produzierten in erheblichem Umfang für die Wehrmacht. Selbst durch den Einsatz aller Ressourcen konnte der Arbeitskräftemangel nie beseitigt werden. Die Bedeutung der Produktion für den Krieg bestimmte die Zuteilung der Arbeitskräfte.

Allein BMW beschäftigte im September 1944 über 16000 ausländische ZivilarbeiterInnen, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene. Aber auch kleinere Betriebe, die Stadt München, die Bahn und die Landwirtschaft setzten in zum Teil erheblichem Umfang ZwangsarbeiterInnen ein, denn der akute Arbeitskräftemangel drohte die deutsche Kriegswirtschaft stillzulegen.

Entgegen den Behauptungen der Wirtschaft, wonach die ZwangsarbeiterInnen von den Behörden zugeteilt wurden, erfolgten die Bedarfsmeldungen und Anforderungen in der Regel durch die einzelnen Unternehmen selbst.

Der weitaus größte Teil der ausländischen Arbeitskräfte kam nicht freiwillig nach Deutschland. Sie wurden mit brutalen Methoden aus den besetzten Gebieten verschleppt. In München stammten 1944 etwa 40% der ausländischen ArbeiterInnen aus west- oder südeuropäischen Ländern und der größere Teil kam aus Osteuropa.

Unter den osteuropäischen Nationen und Volksgruppen bildeten Ukrainer, Polen und Russen die größten Gruppen. Davon waren etwa die Hälfte Frauen. Die sogenannten Ostarbeiter wurden von den Nationalsozialisten als minderwertig und völkische Gefahr betrachtet. Im Unterschied zu den westeuropäischen Arbeitskräften und Angehörigen befreundeter Nationen waren die Ostarbeiter und Ostarbeiterinnen ohne Rechte und für die schmutzigsten und schwersten Arbeiten vorgesehen.

Für das nationalsozialistische System hatten die ZwangsarbeiterInnen den Charakter einer menschlichen Dispositionsmasse, die bei denkbar sparsamstem Einsatz die größtmögliche Leistung hervorbringen sollte. Entsprechend waren die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Ausländer: Unterbringung in Lagern unter menschenunwürdigen Bedingungen, mangelhafte Grundversorgung, eingeschränkte Bewegungsfreiheit.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 24463 | Verfasst am: 11.08.2004 - 10:43    Titel: Antworten mit Zitat

Para , ne Quellenangabe wäre auch nicht schlecht ...


Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 24466 | Verfasst am: 11.08.2004 - 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

Jan-Hendrik hat Folgendes geschrieben:
Para , ne Quellenangabe wäre auch nicht schlecht ...


Jan-Hendrik


Hmm..vor lauter Hektik mal wieder vergessen.

Bitteschön :

http://www.lsg.musin.de/Geschichte/lkg/NS/ns-wirtschaft.htm
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 24467 | Verfasst am: 11.08.2004 - 11:11    Titel: Antworten mit Zitat

@All :

Bitte nicht falsch verstehen , aber bei längeren Texten ist es für den Rest praktischer , wenn man das Buch , den Autor oder die Netzadresse angibt , wo man den Text her hat . Para , es sei Dir verziehen ....

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 24468 | Verfasst am: 11.08.2004 - 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

@Zäje und Para
Danke für die doch recht lange und ausführliche Antworten. Hat mir geholfen....


Mit bestem Dank

Jörg-Seb.
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BeitragBeitrags-Nr.: 24469 | Verfasst am: 11.08.2004 - 12:00    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
und den Krieg vorzubereiten


Welche Anhaltspunkte gibt es dafür? Der Wehrmacht mangelte es 1939 doch noch an allem? Fragend
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BeitragBeitrags-Nr.: 24471 | Verfasst am: 11.08.2004 - 12:11    Titel: Antworten mit Zitat

MPM hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
und den Krieg vorzubereiten


Welche Anhaltspunkte gibt es dafür? Der Wehrmacht mangelte es 1939 doch noch an allem? Fragend


Hitler hielt die Wehrmacht 1939 für stark genug. Die Gelegenheit zum Zuschlagen war politisch günstig.
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 24472 | Verfasst am: 11.08.2004 - 12:12    Titel: Antworten mit Zitat

Das Hitler einen Krieg wollte, ist unumstritten. (Siehe Tschechien) Und da der Vorsprung der Wehrmacht hätte nur noch schrumpfen können und bei der deutschen wirtschaftslage musste Herr Hitler expandieren...


MfG

Jörg-Seb.


Zuletzt bearbeitet von Jörg-Sebastian am 11.08.2004 - 12:33, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 24474 | Verfasst am: 11.08.2004 - 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Rommel hat Folgendes geschrieben:
Das Hitler einen Krieg wollte, ist umunstritten. (Siehe Tschechien) Und da der Vorsprung der Wehrmacht hätte nur noch schrumpfen können und der deutschen wirtschaftslage musste Herr Hitler expandieren...


MfG

Jörg-Seb.


Richtig. Das wird anhand dieses Zitates aus meinem oben geposteten Text sehr deutlich :

"Doch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ließen sich nicht mehr überwinden, somit kam zum politischen Willen Krieg führen zu wollen, die ökonomische Notwendigkeit und damit wurde der Krieg unausweichlich. Damit musste aber auch der Krieg als Eroberungskrieg und als Krieg zur Gewinnung von Ressourcen und Sklaven geführt werden. Vom ersten Moment an wurde damit gegen geltendes Kriegrecht verstoßen. Der Krieg war der einzige Ausweg, die selbstverursachten Wirtschaftsprobleme zu lösen oder unterzugehen"
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BeitragBeitrags-Nr.: 24475 | Verfasst am: 11.08.2004 - 12:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ja wusste ich, allerdings hatte ich keinen Bock, die Textstelle rauszusuchen... Grins


MfG

Jörg-Seb.
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BeitragBeitrags-Nr.: 24476 | Verfasst am: 11.08.2004 - 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

Parabellum hat Folgendes geschrieben:
MPM hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
und den Krieg vorzubereiten


Welche Anhaltspunkte gibt es dafür? Der Wehrmacht mangelte es 1939 doch noch an allem? Fragend


Hitler hielt die Wehrmacht 1939 für stark genug. Die Gelegenheit zum Zuschlagen war politisch günstig.


Und das es ja anfangs (bis Ende 1941) trotz der noch unvollständigen Aufrüstung gereicht hat (Hauptsächlich auf die Panzer und Luftüberlegenheit und der neuen Strategie zurückzuführen) wissen wir ja...

MfG

Jörg-Seb.
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BeitragBeitrags-Nr.: 24479 | Verfasst am: 11.08.2004 - 12:48    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das Hitler einen Krieg wollte, ist unumstritten. (Siehe Tschechien)


Wieso das? Die Tschechesslowakei wurde doch allgemein als ein "europäisches Palästina" angesehen, aufgrund seiner großen Minderheitenprobleme?

Fragend
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 24485 | Verfasst am: 11.08.2004 - 13:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ohh ich glaube wir haben einen neuen "Hohenstauffen"... Grins
Hitler wollte schon mit der Tschechei Krieg haben! Der Premier aus England, der "Duce" aus Italia und ich glaube noch ein sowjetischer Vertreter haben ihm nen Strich durch die Rechnung gemacht! So einfach...
Da Spielt es keine Rolle welches Ansehen die Tschecheslowakei damals hatte!


MfG

Jörg-Seb.
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