Rüstung im Deutschen Reich...
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Robert
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BeitragBeitrags-Nr.: 57056 | Verfasst am: 21.04.2005 - 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Soviel ich im Kopf hat, hatte das mit dem 1.ten Weltkrieg zu tun. Da hatte ja auch das Deutsche Volk am Ende zu rebellieren begonnen.

Dazu kam auch die immer stärker werdende Arroganz der deutschen Führung, jeden Gegner schnell bezwingen zu können. Bestes Beispiel war ja Ende 1941 die viel zu spät gelieferte Winterkleidung an die Deutschen Heeresgruppen, die vielen Soldaten das Leben gekostet haben.

Bis zum Barbarossafeldzug konnten ja alle Kriege rasch beendet werden. Wieso sollte man die Rüstung dann verstärken.

Man muss vielleicht noch bedenken, dass man auch gewisse Zeit braucht um Industrien (und Zwangsarbeiter) in besetzten Gebieten für die Rüstung nutzen zu können.
Was man hätte tun können, ist in D. ab Sept. 39 die deutsche Bevölkerung in die Rüstungswirtschaft mehr zu integrieren (z. B. Frauenarbeit).

Unbestreitbar ist natürlich, dass man einen höheren Output erreichen hätte können, 39 oder 40 gabs ja noch keinen Anlass dafür. Da waren die Deutschen Truppen ja ungeschlagen auf den europäischen Schlachtfeldern.
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 57124 | Verfasst am: 22.04.2005 - 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ausserdem gab es nicht genügend Arbeitskrafte, um eine große Armee zu haben, und die Wirtschaft am Laufen zu halten - in etwa wie im 1WK.

Erst mussten Kriegsgefangene und "Gastarbeiter" besorgt werden, die zT im Westfeldzug, auf dem Balkan, oder spätestens im Ostfeldzug zur Verfügung standen.

Eine Umstellung wäre also fühestens im Herbst 1940, spatestens im Winter 1941 möglich.


mfg

alex
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 57169 | Verfasst am: 22.04.2005 - 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hat im Zusammenhang mit diesem Thema jemand eine Produktionsübersicht der von Deutschland produzierten Waffen nach Jahren? Also grob nach Pz, Flugz. Art. usw.?
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 57178 | Verfasst am: 23.04.2005 - 08:46    Titel: Antworten mit Zitat

Oswald:

(1940, 1941, 1942, 1943, 1944)

Pkw: 67.561, 35.165, 27.895, 34.478, 21.656
Lkw bis 1,5 t: ?, 9.504, 14.436, 21.365, 21.017
Lkw 1,5-3t: ?, 43.800, 51.804, 49.472, 38.053
Lkw über 3 t: ?, 9.096, 11.952, 11.040, 9.882

Kettenkrad: 124, 420, 985, 2.450, 4.490

RSO: 0, 0, 1.452, 14.012, 11.921
Maultier 3t: 0, 0, 1.635, 13.000, 7.310
Maultier 4,5t: 0, 0 ,0, 594, 886
SdKfz 10: 3.096, 3.834, 2.868, 2.724, 873
Sdkfz 11: 728, 907, 1.572, 2.153, 1.308
Sdkfz 6 (inkl sWS): 348, 360, 564, 563, 729
Sdkfz 7: 996, 1.320, 1.392, 3.251, 3.298
Sdkfz 8: 516, 828, 840, 507, 602
Sdkfz 9: 240, 240, 384, 643, 834

Lokomotiven: 1.688, 1.918, 2.637, 5.243, 3.485
Waggons: 28.200, 44.845, 60.892, 66.263, 45.189

GrW: 4.380, 4.230, 9.780, 22.970, 30.860
le Flak, Bordwaffen: 1.140, 22.850, 56.685, 130.390, 321.100
Geschütze ab 75mm: 5.964, 8.124, 14.316, 35.796, 55.936


mfg

alex
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Ossiraver
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BeitragBeitrags-Nr.: 90976 | Verfasst am: 31.03.2006 - 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leute

Ein paar gekürzte Zeilen der Uni Münster http://www.uni-muenster.de/Geschichte/hist-sem/SW-G/ws04;05/burhopskript2.pdf, aus dem Spiegel – Buch zum 2. Weltkrieg (war glaub ich letztes Jahr erschienen) und aus einer Biographie zu Mölders

Im Prinzip schreibe ich hier nichts Neues bzw. wurde alles schon mal genannt. Das einzige was ich hier versuche, ist zu manch einer Problematik die in einem Satz behandelt wurde, etwas Hintergrund zu geben und noch manch eine statistische Zahl zu liefern.


Umfassend geregelt wurde die Wirtschaft vor allem durch den Vierjahresplan von 1936. Auslöser war eine erhebliche Verschlechterung der terms of trade im Jahre 1935. Mit dem Begriff Terms of Trade wird oft der reale Wechselkurs bezeichnet. Dies führte u.a. dazu, daß Munitionsbetriebe 1936 nur noch mit 70 % ihrer Kapazität arbeiten konnten, da wichtige Rohstoffe fehlten. Der sofort eingericht-ete „Rohstoff- und Devisenstab“ des Reichswirtschaftsministeriums wurde 1936 unter der Leitung von Göring zur Vierjahresplans-Organisation weiterentwickelt.
Drei Gründe könnten für die Entwicklung verantwortlich sein: eine steigende
Einkommensungleichheit, eine erhöhte Arbeitsbelastung und Fehlentwicklungen im öffentlichen Gesundheitswesen. Das deutsche Sozialprodukt ist insgesamt zwar gestiegen, dieser Anstieg kam aber nicht allen Bevölkerungsgruppen zugute. Trotz zunehmender Beschäftigung sank die Lohnquote zwischen 1929 und 1937 von 56,6 % auf 52,7 % !! Außerdem wurde ein großer Teil des Sozialprodukts für Rüstungsausgaben, nicht für die Erhöhung des Lebensstandards verwendet.

1939 umfaßte die Rüstungsgüterproduktion gerade einmal 12 % der gesamten Industrieproduktion, 1941 nur 19 %. Diese zusätzliche Rüstungsgüterproduktion konnte zu großen Teilen aus nicht voll ausgelasteten Produktionskapazitäten heraus geleistet werden. Zunächst gab es auch keine weitreichenden
Produktionsumstellungen. Lediglich durch Schwerpunktverlagerungen der Rüstungsgüterproduktion konnte man die für den jeweiligen Feldzug benötigten Güter herstellen. Des weiteren wurden die Industriekapazitäten zunächst nicht weiter ausgebaut, da man bald mit der Besetzung der sowjetischen Industrie- anlagen rechnete. (War Stalin vielleicht doch nicht so blöd, wie man ihm für 41 vorwirft, wo er seine ganze Friedensarmee mit 4-5 Mio. Mann im Prinzip 1 x komplett geopfert hat, um Zeit für den Abtransport der Industrieanlagen zu gewinnen. Er hätte sich ja auch wie Kutusow bei Napoleon schnell bis Moskau zurückziehen können, um mit der Tiefe des Raumes zu operieren, aber Kutusow musste damals keine Industrie verteidigen und Stalin hätte eine intakte Armee ohne eigene Produktion auch wenig genutzt)

Der Umfang der zivilen Produktion ging zwischen 1939 und 1941 um lediglich 5 % zurück, d.h. die Bevölkerung mußte zunächst keine Konsumeinbußen hinnehmen. Auch der Arbeitseinsatz wurde kaum erhöht: die Wochenarbeitszeit in der Industrie stieg zwischen 1939 und Frühjahr 1943 lediglich von 47,8 auf 49,1 Stunden. Die meisten Fabriken arbeiteten im Ein-Schicht-Betrieb.

August 1941 : Es wurden Soldaten (man dachte ja, man hatte den Russen schon besiegt) aus dem Ersatzheer und aus rückwärtigen Einheiten entlassen sowie die Produktion von Rüstungsgütern gedrosselt. Als im Dezember 1941 schließlich die USA in den Krieg eintraten, begann die eigentliche „Produktionsschlacht“.
Bis 1942 hatte nämlich die Kleinserienfertigung dominiert, d.h. es wurden hochwertige Produkte unter hohem Material- und Arbeitseinsatz in kleiner Stückzahl hergestellt, wobei die meisten Fabriken mit komplizierten Mehrzweckmaschinen arbeiteten, die den Einsatz von Fachkräften notwendig machten.
Zur Fließfertigung von Großserien war diese Produktionsstruktur nicht geeignet. Daher wurden ab 1942 zunehmend einfache Einzweckmaschinen installiert, wodurch auch der Einsatz ungelernter Arbeiter – z.B. von Frauen, Ausländern und Kriegsgefangenen – möglich wurde.
Trotz dieser erheblichen Ausweitung wurden nicht alle Ressourcen genutzt: die Zahl der beschäftigten Frauen stieg zwischen 1939 und 1944 lediglich von 14,6 Mio. auf 14,9 Mio. Noch im Sommer 1944 wurden mehr Rohstoffe angeliefert als verbraucht. Nach wie vor arbeiteten die meisten Betriebe im Ein-Schicht-Betrieb. Zugleich sank die Konsumgüterproduktion zwischen 1941 und 1944 um lediglich 10 %, wobei allerdings Qualitätsminderungen nicht berücksichtigt sind.

November 1941: Mit den Ersatzteilen sah es so trostlos aus, dass nach einer Besprechung mit Professor Messerschmitt die Serienproduktion der Me 109 für 2 Wochen erstmal eingestellt wurde, und die frei werdenden Kapazitäten der Reparatur zugeführt werden konnten (Und Mölders kam gerade von der Front (zum letzten Mal, da er noch im gleichen Monat verunglückte) und forderte mehr Jagdflugzeuge !, denn ohne diese wäre die soeben angelaufenen Offensive auf Moskau fragwürdig) – Oder anders gesagt, die Deutschen hätten, wenn sie clever gewesen wären, Farbe bekannt, und hätten so in der Art gesagt: Haben dem Russen im Oktober riesige Verluste zugefügt. Wir lassen den Winterangriff auf Moskau ausfallen, da es mit Nachschub … zu dem Zeitpunkt nicht klappte und bleiben den Winter (ohne erfrorene Soldaten 150 km vor Moskau bis zum Frühjahr 42 stehen) Da darf man sich aber natürlich nicht soweit bei der Presse im Oktober raushängen und sagen, dass Moskau schon so gut wie gefallen sei. s. deutsche Konferenz im russischen Orscha am 15.11.1941 (Angriffsbesprechung für Moskau – Angriffstermin dann 17.11.41) -> selbe Presseproblematik bei Stalingrad und Russischerseits 1943 bei Charkow (Russen verlieren dort wegen dem „Druck der Presse“ in 48 Stunden Hunderte Panzer in Kämpfen mit den Deutschen) oder engl. Presseartikel zum Fall von Budapest am 7.11.1944.
Zusätzlich verfügte die deutsche Regierung im November 1941 eine Rentenerhöhung von 15 %, wobei die Kleinrentner besonders begünstigt wurden. Erst seit dieser Zeit sind die deutschen Rentner krankenversichert, bis dahin hatten sie sich an die Wohlfahrt zu wenden. Verbunden mit einer Nachzahlung für drei Monate, löste die Reform unter den Senioren „sichtbare Befriedigung und große Freude aus“…

Fazit bis Nov. 41: gut gelaufener Feldzug plus mehr Kohle in der Tasche…
Auch Napoleon, dachte lt. Clausewitz über einen 2 jährig angelegten Rußlandfeldzug nach. Und das OKW versuchte sich ja sogar “Anregungen für die Planung für Seelöwe“ von den Römern zu holen. Das mit Napoleon – eine kluger Gedanke von ihm – mussten die dann wohl damals überlesen haben

Im Sommer 42 stand die NS-Führung innenpolitisch vor dem Abgrund. Die Reichsgetreidereserve von ursprünglich 5,5 Mio. Tonnen war auf 670.000 Tonnen geschrumpft. Damit hatte sie den tiefsten Punkt in der gesamten Kriegszeit erreicht. Die auskömmliche, die Stimmung erhaltende Ernährung konnte kaum mehr gewährleistet werden. In dieser Lage rief Göring die Männer zusammen, die die unterworfenen Länder Europas verwalteten.
Man traf sich am 6.8.1942 im heutigen Euro-Saal des Bundesfinanzminis-teriums. „Es ist mir dabei gleichgültig“, fuhr Göring die Zögerlichen an, „ob Sie sagen, dass ihre Leute wegen Hungers umfallen. Mögen Sie das tun, solange nur ein Deutscher nicht wegen Hunger umfällt.“
Am 24.8.1942 stellte der für die Ernährung der polnischen Städter zuständige deuts. Spitzenbeamte fest: „ Die Versorgung der bisher mit 1,5 Mio. Juden angenommenen Bevölkerungsmenge fällt weg … Die anderen 1,2 Mio. Juden werden nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt.“ Sie werden fast alle in den folgenden 6 Monaten vergast. Die so eingesparten Mengen an Getreide, Futterkartoffeln und Rüben wurden fortan in der Fleischproduktion verfüttert und als Schnitzel, Speck und Wurst nach Deutschland transportiert.
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Kosmos
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BeitragBeitrags-Nr.: 91207 | Verfasst am: 01.04.2006 - 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

viel dank.

Danach sind Aussagen Hitler wäre ein guter Stratege doch mit Vorsicht zu geniesen.
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 91208 | Verfasst am: 01.04.2006 - 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

Finds sehr interessant zu wissen, wieviel sich die Deutsche Rüstung durch die Lappen hat gehen lassen.

Ich will mir nicht ausmalen, wies ausgegangen wäre, wenn man von anfang an viel mehr Industriekapazität auf die Rüstung gelegt worden wäre...

Gruß

Jörg
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Ossiraver
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BeitragBeitrags-Nr.: 116720 | Verfasst am: 07.03.2007 - 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ist zwar etwas lang geworden, aber wie soll man 6 Jahre und die Fehler in 1 Seite gut darstellen

Das Verhalten der Luftrüstungsindustrie (und der Konstrukteure)

Die Abhängigkeit der Luftrüstungsindustrie von hochqualifizierten Facharbeitern konnte alleine mit dem verstärkten Einsatz von Spezialwerkzeugmaschinen oder der Optimierung der Erzeugungsprozesse durch die Einführung moderner Produktionsmethoden eingedämmt werden. Diese Alternative bedurfte hoher Investitionen der Unternehmer, die jedoch gerade in den ersten Kriegsjahren noch geringer als im Frieden ausfielen, was eine technische Rückständigkeit im Fertigungsbereich, welche die Produktion der Jahre 1940 und 1941 wesentlich behinderte, zur Folge hatte.
Das Verhalten der Unternehmer war vom wirtschaftlichen Standpunkt betrachtet durchaus verständlich, da das Risiko der Einführung moderner Fertigungsanlagen große und sichere Auftragslose verlangt hätte. Genau dem widersprach jedoch die tatsächliche Politik der wechselnden Lieferpläne des Technischen Amtes. Nicht zuletzt machte sich auch die Orientierung der Beschaffungspolitik an geostra-tegischen Phantastereien bis zur endgültigen Wende durch den Verlust Tunis und Stalingrads und der geistigen Geburtsstunde der „Festung Europa“ in den wechseln-den Rüstungsplänen bemerkbar. Im Juni 1941 wurden für rund 800 Flugzeuge eine „Arktistauglichkeit“ und für weitere 1.100 eine „Tropentauglichkeit“ gefordert. Für letztere mussten serienmäßig alle Änderungen für die Ausrüstung mit Sand-filtern, Überdruckventilen im Kühlreislauf und den Temperaturen entsprechenden Kühlanlagen vorbereitet werden.

Die großen Entwicklungsunternehmen, bemüht, auch weiterhin größere Auftrags-lose zu erhalten, sahen sich genötigt, den Effizienz-Forderungen des RLM mit weniger kapitalintensiven Mitteln nachzukommen. So versuchten sie ihre Lizenz-abnehmer dazu zu bewegen, den Bau kompletter Flugzeuge aufzugeben und sich auf die Herstellung von Einzelteilen zu konzentrieren, welche dann in den Werken der Entwickler zusammengesetzt werden sollten. Das so genannte System der „Zentralsteuerung“ Messerschmitts und Koppenbergs konnte sich allerdings nicht durchsetzen. Es widersprach dabei nicht nur der Unternehmensphilosophie der Lizenzabnehmer und deren wirtschaftlicher Unabhängigkeit, sondern auch den wirtschaftspolitischen Ansichten Görings, der verhinderte, dass die kleinen und mittleren Betriebe von den großen Konzernen „geschluckt“ wurden. Das mit vielen Nachteilen versehene bestehende System zahlreicher mittelgroßer selbstständiger Flugzeughersteller und kleiner Zulieferer blieb somit bis zum Kriegsende als Strukturelement der deutschen Luftrüstung erhalten.

Neben den direkten betriebswirtschaftlichen Aspekten hemmten auch langfristige unternehmenspolitische Faktoren die Bereitschaft der Industrie, sich im Sinne der militärischen Notwendigkeiten mobilisieren zu lassen. Zunächst herrschte in der deutschen Industrie mehrheitlich die Einschätzung, der Krieg werde von kurzer Dauer sein, so dass die zivile Nachkriegsnachfrage im Vordergrund aller Planungen stehen müsse. Als mit dem Scheitern vor Moskau und dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten eine Niederlage immer wahrscheinlicher wurde, sank die Bereitschaft der Unternehmen weiter ab, in neue Anlagen zu investieren. Stattdessen stärkten sie die Unternehmensbereiche Forschung und Entwicklung, um so viel Know-how wie möglich für einen Neuanfang nach dem Krieg ansammeln zu können.

Ein wichtiges Problem der Rationalisierung hatte folglich mindestens bis 1942 darin bestanden, dass die Unternehmen von Udet zwar offiziell zu Änderungen angehal-ten worden waren, ohne aber tatsächlich unter Druck gesetzt worden zu sein. Mit dem Amtsantritt Milchs entbrannte dann 1942 und 1943 eine regelrechte Welle an Enteignungen, Verstaatlichungen und Zwangseinsetzung geschäftsführender Komm-issare gegen Persönlichkeiten der Luftfahrtindustrie (Messerschmitt, Fiesler, Klemm, Koppenberg, Heinkel), um die Kontrolle des RLM zu stärken. Die Gründe lagen offen zutage: Als betriebswirtschaftliche Geschäftsführer und Chefkonstruk-teure in einer Person waren sie zu überlastet, um beide Aufgaben wahrnehmen zu können. Außerdem neigten sie ihrer Profession entsprechend dazu, sich zu sehr auf die Entwicklung zu konzentrieren und dabei die Fertigung zu vernachlässigen.
Durch das exponentielle Ansteigen der Entwicklungsaufwendungen seit 1936/37 waren sich die Verantwortlichen im RLM darüber einig, dass eine Beschränkung der einzelnen Neuentwicklungsprojekte dringend von Nöten war, um Doppelarbeit und Verschwendung von Material zu beschränken. Auf einer Sitzung des Ministerrates für die Reichsverteidigung hatte Göring vor dem Feldzug im Westen befohlen, dass „mit allen Mitteln die Vorhaben gefördert werden, die im Jahre 1940 bzw. bis zum Frühjahr 1941 zur Auswirkung kommen können. Alle anderen Programme, die sich erst später auswirken, müssen, falls es die Belegung der Wirtschaft erfordert, zu Gunsten der obigen Vorhaben zurückgestellt werden.“ Die schwachen Versuche Udets, im Auftrag Hitlers und Görings eine Konzentration der Entwicklungstätig-keiten durchzusetzen, welche als „Entwicklungsstopp“ von 1940 Eingang in die Geschichtsschreibung gefunden hat, blieben tatsächlich erfolgs- und bedeutungslos.
Bp:
Die Gründe für die technischen Probleme der Me210 und He177 lagen gleicher-maßen in der verfehlten Entwicklungs- und Industrieführungspolitik des Technisch-en Amtes unter Udet wie im schädlichen Verhalten der Konstrukteure. Als genauso schädlich erwies sich die Forderung Udets und des Generalstabs nach Sturzflug-fähigkeit aller Bomber. Als Milch im Herbst 1942 entschied, die He177 zu einem konventionellen viermotorigen Horizontalbomber ohne Sturzflugeigenschaften umkonstruieren zu lassen, dauerte es noch einmal bis 1944, bis die Produktion anlaufen konnte.
Von der Me210, als Begleitjäger, Zerstörer und Sturzkampfbomber in einer Maschine konzipiert, hätten bis zum Frühjahr 1942 1.000 Stück an die Luftwaffe ausgeliefert sein sollen. Nach dem Erstflug des ersten Prototyps im Herbst 1939 erwartete das RLM die ersten Serienlieferungen im Januar 1941. Aufgrund dessen begannen mehrere Zulieferwerke ab Mitte 1940 mit der Fertigung einzelner Bauteile.
Doch Messerschmitt entwickelte aus Konstrukteursehrgeiz eine völlig neue Maschine und ging neue, ungenügend erprobte Wege in der Aerodynamik, so dass unerwartete Schwierigkeiten auftauchten. Die notwendigen Konstruktionsänder-ungen mehrten sich und waren im Mai 1941 noch längst nicht behoben, als Udet, der selbst unter dem Druck Görings und des Generalstabs stand, Messerschmitt den Serienbeginn befahl. Die Serienmaschinen wiesen die gleichen technischen Probleme auf wie die Erprobungsmaschinen: Instabil im Flug, konnten erfahrene Testpiloten sie beherrschen, während durchschnittliche Frontpiloten überfordert waren. Eine erste Fronteinheit musste bald wieder, infolge der hohen Zahl an technisch bedingten Verlusten ohne Feindeinwirkung, aufgelöst werden. Im April 1942 schließlich wurde die Serienproduktion auf Befehl Görings eingestellt; Ersatzteile im Wert von 1.000 bis 2.000 Flugzeugen wurden nutzlos.

Als Folge dessen flog die Luftwaffe 1943 dreimal so viele verschiedene Flugzeug-typen wie die USAAF, trotz deren weitaus größerer Produktionskapazitäten.
Ein weiteres Problem: Die deutsche Flugzeugindustrie produzierte anhand der Vorkriegskapazitäten weniger, als die besetzten Länder Europas hätten produzieren können. Am Beispiel von Daimler-Benz zeigt Gregor auf, dass der Vorstand wenig Interesse an der Errichtung von Lizenzunternehmen im Ausland hatte, „weil er sich vor dem Technologietransfer fürchtete und kein Interesse daran hatte, sich selbst für die Zeit nach dem Krieg die Konkurrenz heranzuziehen“.
Die hohe Zahl an Einzelteilen machte zusätzlich eine zeitgenaue Distribution not-wendig. Die übernationalen Transportkapazitäten waren für solche Anforderungen - zum Teil aus quantitativen Gründen, zum Teil aus organisatorischen Gründen - nicht ausreichend. Das Bombardement der französischen Luftfahrtindustrie ab Ende 1942 und die Bedrohung der Transportwege aus der Luft im Westen und durch Partisanen im Osten verringerten die Bereitschaft deutscher Unternehmen im Ausland zu investieren gegen Null. Hier hätte staatlich subventioniert werden müssen, s. Norsk Hydro (dort glaube ich auch nicht)

Die Doppelbelastung der Fertigung, durch technisch unversierte Ministerialbeamte einerseits, beeinflussbare Führungspersönlichkeiten und entwicklungsbesessene Konstrukteure andererseits, blieb weiterhin erhalten. Die herausragende Stellung der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen innerhalb der Luftfahrtunternehmen zuungunsten der Massenfertigung fiel selbst nach Kriegsende noch deutlich auf, wie die Erkenntnisse einer Untersuchungskommission der amerikanischen Luftfahrt-behörde aus dem Jahr 1945 zeigte.
Die negativen Folgen für den Flugzeugausstoß waren gravierend: Alleine dadurch, dass die Zahl der meistgebauten Hauptmuster zwischen 12 und 20 lag, die wieder-um regelmäßig neue Versionen hervorbrachten, wurden mehr Ingenieure zur Um-stellung der Maschinen gebraucht als überhaupt vorhanden, so dass ständige Knappheit an Fachkräften herrschen musste. Auch wenn die Zahl der ver-schiedenen Muster bis 1944 im Vergleich zu 1942 auf ein Drittel gesenkt werden konnte, reichte das nicht aus. Die Mehrheit der Arbeitskräfte in der Fertigung bestand bis dahin aus unausgebildeten Zwangsarbeitern. Eine weitere Steigerung der Produktion so komplizierter Geräte sei, so Milch gegenüber seinen Mitar-beitern, aber nur möglich, wenn alles „schablonenmäßig, am Band erfolgt, wo jeder Mann nur einen bestimmten Griff zu tun hat. (...) Facharbeiter aus den Leuten machen können wir nicht. Facharbeiter wird man nicht in vier Wochen, (...) sondern Saur beschrieb das Verhältnis zwischen optimaler Technik und Wirt-schaftlichkeit treffend: „Es ist ein gültiges Gesetzt, dass man mit 60% Aufwand 90% Leistung haben kann, um aber 100% zu erlangen, müssen aber auch 100% Aufwand geleistet werden. Den Versuch diese letzten 10% Leistung zu erhalten, sollte man nie machen; die Kosten sind einfach zu hoch.“

Die im Technischen Amt verantwortlichen Offiziere neigten aber in ihrer Verbundenheit zur Truppe allzu oft dazu, Anfragen des Generalstabs und auch einzelner Verbände nach kurzfristigen technischen Veränderungen stattzugeben und dadurch die Serienfertigung weiter zu verzögern: „Das Grundprinzip einer rationellen Fertigung ist es, aus einer Reihe von miteinander konkurrierenden Entwicklungen die aussichtsreichste Entwicklung herauszugreifen und diese dann alleine zu fertigen. Erst im November 1944 forderte Göring die Einstellung der regelmäßigen Verbesserungswünsche der Truppe.
Der Wunsch der Verbände und des Generalstabs nach technischer Perfektion ohne Rücksicht auf die industriellen Kosten ging einher mit dem Verständnis der Mehrheit der Konstrukteure und auch der letztlich umsetzenden Facharbeiterebene und lässt auf ein deutsches Wesensmerkmal schließen. Die Reaktionen deutscher Ingenieure verschiedener Flugzeugbauer während der Besichtigung eines erbeuteten sowjetischen Schlachtflugzeuges vom Typ Iljushin Il-2 im Jahr 1942 zeigen dies auf: liederliche Verarbeitung, auf der anderen Seite bewundernd im Ton über die „seltsame Mischung von einer bis zum äußersten auf Einsparung von Arbeitsstunden ausgerichteten Fertigung (...) mit einer durch Erfolg im Einsatz bestätigten Zweckmäßigkeit.“
Aber auch die Flugzeuge der Westalliierten wurden von den deutschen Ingenieuren ähnlich bewertet: 95% der Nieten einer englischen Spitfire hätten nach deutschen Maßstäben eigentlich ausgebohrt und geschlagen werden müssen, und 90% aller elektrischen Schweißpunkte konnten nicht mehr mit „gut“ bewertet werden...
Die deutschen Flugzeuge dagegen wurden nach wie vor in bester deutsch-er „Handwerkskunst“ gefertigt und bedurften bei gleicher Funktionalität eines weitaus höheren Herstellungsaufwandes als ihre gegnerischen Konkurrenzmodelle.
Dieses Strukturelement der deutschen Flugzeugherstellung spiegelte sich auch in der Reparaturfrage wider. Eine zu 60% bis 80% beschädigte Bf109 wieder instand zu setzen erforderte in etwa die gleiche Arbeitszeit wie die Herstellung einer neuen Maschine. Die Heraustrennung des Aluminiums aus den schrottreifen Maschinen zur Wiederverwertung war technisch machbar und wäre in Hinsicht auf den pro-duktionstechnischen und organisatorischen Aufwand rüstungswirtschaftlich em-pfehlenswert gewesen. Kriegsflugzeuge wurden in Deutschland nicht als
„Wegwerf“- sondern als „End“-Produkte angesehen, „als Ingenieurskunstwerk und als solches bewahrenswert. (...) Die Herstellung eines Kriegsflugzeuges, seine Vernichtung und die Wiederaufbereitung des Schrotts als Teile eines Material-kreislaufs zu sehen (...) lag ihnen fern. (...) Der Schritt von einer endbezogenen zu einer kreislaufförmigen Vorstellung setzte jedoch eine Abkehr von diesen norma-tiven Festlegungen voraus.“
Kern des Problems war die in Deutschland vorherrschende Einstellung ge-gen „amerikanische“ Produktionsmethoden, das heißt einfacher Produkte in Massenfertigung, und die unbedingte Bevorzugung der deutschen „Hand-
werkskunst“. Dem Nichtverständnis der Ingenieure schloss sich die Haltung der letztlich für die Verarbeitung verantwortlichen Facharbeiter an. Gerade sie fühlten sich in ihrem Selbstverständnis angegriffen und widersetzten sich so weit es ging modernen Herstellungsmethoden und einer Qualitätsminderung, die ihrer Ansicht nach ihre handwerklichen Fähigkeiten ignorierten und sie zu einem unbedeutenden Rädchen in einem anonymen Produktionsprozess zu degradieren drohten.
Einige wenige Unternehmen versuchten das System zu optimieren, indem sie den einzelnen Gruppen spezielle Aufgaben innerhalb des Produktionsprozesses zuwiesen und sie von Flugzeug zu Flugzeug ziehen ließen, und scheiterten am Widerstand der Werksmeister, die politische Unterstützung fanden. Ebenso konnten die halbherzigen Bestrebungen von Luftfahrtindustrie und dem RLM, dem Facharbeitermangel mit einer kriegsbedingten Reduzierung der Ausbildungszeiten von vier auf zwei Jahren zu begegnen, von Seiten der Arbeiterschaft in Verbindung mit ihren politischen Vertretern erfolgreich gestört werden.

Dabei gestaltete sich das Jahr 1942 beim Kampf um die Luftherrschaft am Tage für die Luftwaffe durchaus günstig. Mit durchschnittlich gerade einmal 200 einsatz-bereiten Jagdflugzeugen am Kanal konnte die deutsche Seite die angreifenden britischen Verbände mit einer Eigenverlust-Gegnerabschuss-Quote von 1 zu 4 bekämpfen.

An zu vielen Fronten mit zu wenigen Kräften 1943 gegenüber einem zahlenmäßig immer stärker werdenden Gegner vertreten, geriet sie in ein Wettrennen zwischen eigener Produktion und Verlusten. Die Zeiten vorteilhafter Abschussquoten von vier zu eins zu eigenen Gunsten waren 1943 an der Peripherie endgültig vorbei: Alleine bei der Landung der Alliierten auf Sizilien verloren die deutschen und italienischen Luftstreitkräfte bei 400 angloamerikanischen Verlusten ca. 1.800 Flugzeuge. Die Abnutzung bei den Kampfflugzeugen war 1943 insgesamt so hoch, dass die gesamte deutsche Bomberflotte praktisch dreimal vollkommen neu aufgestellt werden musste.

Zur Luftwaffenrüstung gehörte auch die Flugabwehrkanonenproduktion, welche einen beträchtlichen Teil der Luftwaffenkontingente band. Der Anteil der Flak bei der Abwehr gegnerischer Bomberströme stand aber in keinem Verhältnis zu den Kosten. Die Flakwaffe erzielte 1943 lediglich 18,5% der Abschüsse, benötigte aber zur Deckung ihres Munitionsbedarfs riesige Aluminiummengen zur Herstellung der Zünder. Die während des Krieges verschossenen Granaten enthielten „genug [Aluminium] für ungefähr (...) 36.928 Jagdflugzeuge nach den Materialanteilen von Ende 1941 und, zurück auf den Kriegsbeginn erweitert, sogar für etwa 40.000 Jäger“. Das starre Festhalten Hitlers an der Flak - mehr noch als an den Bombenr - ließ aber eine verstärkte Verlagerung der Luftrüstung auf den Flugzeugsektor nicht zu. Entgegen allen Ratschlägen, sogar von Flakoffizieren, hielt Hitler an dem absurden Gedanken eines absoluten Sperrfeuerwürfels fest (ein solcher Würfel mit den Ausmaßen 1 km Höhe × 21 km Breite × 3 km Tiefe hätte 7,5 Millionen Flakgeschütze erfordert) und gab noch am 20.6.1944 der Flakfertigung, die gleiche Dringlichkeitsstufe wie dem Jägerprogramm.

Zur Jahreswende 1941/42, nach dem amerikanischen Kriegseintritt, hatte Milch dem Generalstab ein zweites Mal eine massive Erhöhung der monatlichen Jagdflugzeugproduktion vorgeschlagen und erneut eine ablehnende Antwort erhalten. Jeschonnek, der zu diesem Zeitpunkt noch immer an einen Sieg im Osten durch eine weitere Sommeroffensive glaubte, lehnte eine Reduzierung der für die Heeresunterstützung notwendigen Bomber rundum ab: „Was soll ich mit so vielen Jägern?“, lautete seine Antwort, 1.000 im Monat bräuchte er nicht, 360 wären mehr als genug.
Milchs Versuche, direkten Einfluss auf Hitler zu nehmen und ihn von der Notwen-digkeit eines „Jägerprogramms“ zu überzeugen und so den Generalstab zu umgeh-en, scheiterten an der Eifersucht Görings, der ihm jeden weiteren unaufgefor-derten Besuch im Führerhauptquartier verbot. Einen Monat später, Ende Juli 1942, erhöhte der Generalstab seine Bedarfsforderung noch einmal - diesmal auf mindes-tens 900 Jäger monatlich. Bei dem geforderten Jäger/Bomber- Verhältnis von drei zu zwei wurde eine Schwerpunktbildung jedoch erneut vermieden und die Senkung des Bomberausstoßes mit Verweis auf die Wünsche Hitlers rundum abgelehnt.

Zu sehr stand Jeschonnek noch im Banne der Forderungen Hitlers nach Bombern zur Bekämpfung Großbritanniens und für die Unterstützung des Heeres im Osten. Erst die schweren Niederlagen in Afrika und an der Ostfront sowie der zunehmende alliierte Druck im Westen veränderten Jeschonneks Sicht in einem langwierigen Prozess Schritt für Schritt und führten zu einer Kooperation mit Milch bei der Vorbereitung einer massiven Erweiterung der Jägerproduktion
Noch war die Luftherrschaft am Tage über dem Deutschen Reich auch tatsächlich nicht ernsthaft herausgefordert worden. Im Februar und März 1943 meldete der Jagdfliegerführer Süddeutschland gerade einmal insgesamt acht gegnerische Einflüge schneller britischer Aufklärer am Tage. Erst im Frühsommer 1943 begann die gemeinsame angloamerikanische „Pointblank“-Luftoffensive mit der strate-gischen Zielsetzung der Ausschaltung der Luftwaffe zur Sicherung der Luftherr-schaft für die geplante Landung in Westeuropa. Mit gezielten Schlägen gegen essentielle Engstellen der deutschen Rüstungsindustrie hoffte die USAAF die Wehrmacht und die Luftwaffe lähmen zu können. Gleichzeitig hoffte man in den Vereinigten Staaten auf ein Ausbluten der deutschen Jagdabwehr im Kampf gegen die schwer bewaffneten amerikanischen Bomber.
Den Verantwortlichen in Deutschland war die Bedeutung des zukünftigen Kampfes um die Luftherrschaft gleichermaßen klar: „Vom östlichen Kriegsschauplatz spreche ich überhaupt nicht, sondern meine jetzt, wenn ich vom Gegner spreche, immer nur unsere westlichen Gegner“, stellte Göring im März 1943 fest. Fachlich hatte er ab dem Herbst 1942 praktisch keinen Bezug mehr zu den tatsächlichen taktischen und technischen Entwicklungen und schockierte regelmäßig Untergebene durch Desinteresse und Unwissenheit, wie Graf Ciano, Speer, Goebbels … berichteten.
Seine Passivität förderte zudem das Hervortreten einzelner Interessengruppen innerhalb der Luftwaffenführung. Mit der Schaffung des Postens des „Angriffs-führers England“ mit direktem Vortragsrecht bei Hitler gab Göring weitere Macht aus den Händen, schwächte die Position Milchs und Jeschonneks und stärkte die Stellung der nach einer Verstärkung der Bomberproduktion rufenden Kampffliegergeneräle.
Ansonsten falle es schwer, fasst der Göring-Biograph Kube die Situation zusammen, „die Frage zu beantworten, womit sich Göring seit Anfang 1943 überhaupt noch ernsthaft beschäftigte.
Spätestens mit dem Selbstmord des Luftwaffen-Generalstabschefs am 18.8.1943 aus Verzweiflung über die ausweglos erscheinende Lage und aus Enttäuschung über Görings Führungsversagen, war allen Beteiligten der Luftwaffenführung - und kurzfristig sogar Göring - klar, dass eine absolute Produktionsverschiebung zugunsten der Jagdwaffe sofort durchgeführt werden müsse. Schon zuvor, während Hamburg noch brannte, hatte Göring Milch über einen grundlegenden Strategiewechsel informieren lassen. Der General der Jagdflieger berichtet, er „habe nie vorher und nie danach in einem Kreis der für die Führung der Luftwaffen Verantwortlichen eine solche Einmütigkeit erlebt“.
Zur etwa gleichen Zeit, als Göring entschied, die Jägerrüstung zu forcieren, „auch wenn dies auf Kosten wichtiger Flugzeugmuster der Gesamtproduktion geht“, vertrat Hitler in einem stundenlangen Monolog anlässlich eines Treffens mit prominenten Flugzeugkonstrukteuren am 26.7.1943 auf dem Obersalzberg eine vollkommen entgegengesetzte Meinung. Hitler war durch den Tod zehntausender Zivilisten wenig zu beeindrucken; seine Einstellung war und blieb nach wie vor die gleiche: „Terror bricht man nur mit Terror: sonst nicht! (...) Den Krieg gewinnen kann ich nur dadurch, dass ich beim Gegner mehr vernichte als der Gegner bei uns.
Als verhängnisvoll erwies sich wieder einmal die persönliche Ankettung Görings an Hitlers Meinung: Mit der Abnahme der Leistungen der Luftwaffe nahmen Görings Gefügigkeit und vorauseilender Gehorsam gegenüber Hitler zu. Er versuchte diesen immer dreister über die tatsächliche Entwicklung zu täuschen. Anfang Februar 1943 hatte der General der Jagdflieger, Galland, Hitler auf die Gefahr einer Erweiterung der Reichweite der amerikanischen Begleitjäger hingewiesen, war aber sofort mit dem Argument abgewürgt worden, dass „die Frage von feindlichen Jagdmaschinen über dem Reichsgebiet (...) sich nicht [stellt]. Reichs-marschall Göring hat mir versichert, dass es technisch nicht möglich ist, derartige Jagdmaschinen zu bauen.“ Der Oberbefehlshaber verbot daraufhin seinem Jagdfliegergeneral jegliche weiteren Meldungen dieser Art.

Nach Besprechungen mit Hitler fühlte Göring sich zu diesem Zeitpunkt oftmals so angeschlagen, dass er, um sich wieder zu fassen, Stunden auf einem Stuhl sitzend verbringen musste und nichts zu sich nehmen konnte. „Dieses Verhältnis ist für mich geradezu seelische Prostitution gewesen (...)“, gab er 1946 freimütig über sein Verhältnis zu Hitler ab 1942 gegenüber seinen Rechtsverteidigern zu.

Dass die 8th AF bereits nach dem ersten Angriff gegen die deutschen Kugellagerwerke die Bekämpfung von Zielen außerhalb der Reichweite ihrer Begleitjäger zunächst für mehrere Wochen ausgesetzt hatte, war von Luftwaffen-Seite bereits als positive Tendenz gewertet worden. Umso tiefgreifender prägte sich dann der zweite amerikanische Angriff gegen Schweinfurth am 14.10.1943 in das Gedächtnis von Zeitzeugen und Historikern als deutscher Sieg ein und lieferte Göring gleichzeitig argumentative Munition, sich gegen Milchs Versuche zur raschen Verstärkung der Jägerrüstung auszusprechen. Während die USAAF ihre Angriffe gegen Ziele in Deutschland für vier Monate zur Verstärkung der Verbände aussetzte, nutzte die Luftwaffenführung die ihr gegönnte Atempause weniger sinnvoll.
Am 24.10.1943 entschied Göring gegen den Rat Milchs, sowohl Jäger als auch Bomber weiterzuproduzieren, und im Dezember gab er, Hitlers „Terror durch Terror“-Rhetorik übernehmend, die verstärkte Bekämpfung Englands als Parole zum Jahreswechsel aus:
Dennoch wurden noch im Dezember 1943 verhältnismäßig mehr Rohstoffe für Bomber verwendet und mit einem entsprechenden Aufwand verarbeitet als für Jäger.

Einen technischen Nachteil hatten die deutschen Flieger infolge der Nichtver-fügbarkeit hochqualitativer Treibstoffe. Diejenigen Kraftreserven, welche von den Alliierten erfolgreich ausgenutzt werden konnten, blieben in Flugzeugen der Luft-waffe weitgehend unangetastet, doch wurde dies im Wesentlichen durch die rela-tive Schwäche der alliierten Modelle im aerodynamischen Bereich ausgeglichen.
Zwar fand die Luftwaffe eine Alternative, die Motorenleistung zu erhöhen, doch beinhaltete diese beträchtliche Nachteile, welche die Alliierten aufgrund ihres hoch-wertigen Treibstoffes nicht in Kauf nehmen mussten: Für große Höhen wurden zur Leistungssteigerung Wasser/Methanol- Einspritzsysteme eingebaut. Die Einspritzan-lagen waren neben dem hohen Gewicht kompliziert einzubauen und zu warten und verkürzten die Betriebszeit zwischen zwei Komplettüberholungen um rund die Hälfte.

Detailliertere technische Äußerungen und Anforderungen Hitlers blieben bis 1944 allerdings selten und im Wesentlichen ohne Einfluss auf die technische Luftrüstung. Noch scheute er davor zurück, sich offen in ein Fachgebiet zu begeben, für das er wenig Verständnis hatte, noch wollte er Göring nicht seines bis dahin dessen letzten bedeutenden Ressorts berauben.
Der Kommandeur der amerikanischen 8th AF stellte im Herbst 1944 zu Recht fest, dass die wahre Bedrohung nicht von den deutschen Strahlflugzeugen, sondern von der Weiterentwicklung und Optimierung konventioneller Kriegsmittel wie verbesserter Munition, neuer Zielgeräte und der Einführung von Abstandszündern ausgehen würde. Aber gerade in diesen Bereichen waren und blieben die Alliierten bis zum Kriegsende überlegen.
Schließlich sollten sich nicht nur die „Wunderwaffen“ der Luftwaffe als kostspielige Versager in strategischer Hinsicht erweisen. Auch die anderen Wunderwaffen-projekte - allen voran das V2- Programm - konnten nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Auch hier verhinderte das Fehlen einzelner Komponenten die Entwicklung eines militärisch sinnvollen Waffensystems: Ohne präzisere elektro-nische Zielsteuerungsvorrichtungen konnte die V2 mit ihrem konventionellen Sprengkopf nicht den erhofften Schaden anrichten.
Einzig die technisch recht primitive „Flugbombe“ V1 konnte die in sie investierten Aufwendungen rechtfertigen, indem sie zumindest einige alliierte Luftstreitkräfte band.
Dafür hatte, so ein amerikanischer Bericht aus dem Jahr 1945, die britische Luftfahrtindustrie es während des Krieges nicht geschafft, auch nur eine technologische Innovation in ein serientaugliches Waffensystem zu entwickeln.

Literautur: Die Luftwaffe im Kampf um die Luftherrschaft. Ernst Stilla
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Ossiraver
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BeitragBeitrags-Nr.: 121455 | Verfasst am: 09.05.2007 - 18:30    Titel: Antworten mit Zitat

Im November 1943 näherten sich sowjetische Truppen Nikopol, wo es Mangan(gruben) gab. Daraufhin befahl Hitler jede verfügbare Einheit zur Verteidigung von Nikopol einzusetzen, sonst würde Speer bald seine Rüstung einstellen müssen. Zeitzler argumentierte eher mit Rückzug, damit die Verbände nicht eingeschlossen werden. Es kam zum Krach. Zeitzler schloss sich daraufhin mit Speer kurz, wie es im Bereich Rohstoffe aussieht.

Denkschrift vom 11.11.1943

Mangan:
Heimatbestand: 140.000 t
Zugang Inland: 8100 t
Verbrauch: 15.500 t
Deckung Monate: 19

Nickel:

Heimatbestand: 6000 t
Zugang Inland: 190 t
Verbrauch: 750 t
Deckung Monate: 10

Chrom:

Heimatbestand: 21.000 t
Zugang Inland: 0
Verbrauch 3751 t
Deckung Monate: 5,6

Wolfram:

Heimatbestand: 1330 t
Zugang Inland: 0 t
Verbrauch: 160 t
Deckung Monate: 10,6

Molybdän

Heimatbestand: 425 t
Zugang Inland: 15,5 t
Verbrauch: 69,5 t
Deckung Monate: 7,8

Silizium:

Heimatbestand: 17.900 t
Zugang Inland: 4200 t
Verbrauch: 7000 t
Deckung Monate: 6,4

Der geringste Vorrat liegt bei Chrom. Wenn der Balkan und damit die Türkei ausfallen, ist die Abdeckung mit Chrom nur noch für 5,6 Monate vorhanden. "Das bedeudet nach einer Aufzehrung der Rohblockbestände, die zusätzlich die Frist um zwei Monate verlängern würden, ein Auslaufen der verschiedensten wichtigsten Rüstungszweige - sämtliche Flugzeuge, Panzer, Kfz, Panzergranaten, U-Boote, fast die gesamte Geschützfertigung, ein bis drei Monate nach diesem Termin."
Der Krieg würde also rund 10 Monate nach Verlust des Balkans zu Ende sein.

Aus Speers Erinnerungen: Kap. 22
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Ossiraver
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BeitragBeitrags-Nr.: 121500 | Verfasst am: 10.05.2007 - 13:03    Titel: Antworten mit Zitat

Konsumgüterproduktion: wenn man 1938 als Ausgangslage mit 100 % ansetzt, so wurden in Deutschland 1941 immer noch 97 %, in England 81 % produziert. 1942 waren es in Deutschland 88 %, in England 79 %. Zw. Sommer 1943 und Sommer 1944 wurden nur 400.000 deutsche Arbeitskräfte (bei 14 Mion in den Hauptzweigen)von der Konsumgüterindustrie in die Rüstung umgeleitet. (Zwangsarbeiter verstärkten die Rüstungsindustrie aber schon)

Im Sommer 43 drohte infolge der Sperrung der Wolframlieferungen aus Portugal eine kritische Lage bei Hartkern-Munition einzutreten. Daraufhin befahl Speer, 1200 t Uranvorräte für die Munitionsverarbeitung mitzuverwenden. (Geschosse mit Uran angereichert, gibt es auch heute)
Sommer 43: Man dachte daran, mit Luftangriffen die Energieversorgung Moskaus auszuschalten, da die E-Werke nicht dezentral waren, um so 60 % der Fertigung von Einzelteilen für Optsche Geräte und elektrische Ausrüstung zu lähmen. Letztlich war die Realität am Boden stärker, als das die vorhandenen Bomber für einen strategischen Großangriff eingesetzt wurden. (Das 6. Luftkorps unter Generalleutnant Meister war im Herbst 1943 dafür vorgesehen)

Am 17. September 43 traf Speer in Berlin den französischen Produktionsminister Bichelonne. Da bis zum Frühjahr 1943 Frankreichs industrielle Kapazitäten für Deutschlands Kriegsanstrengungen nicht groß zum tragen kamen, aus Angst vor Konkurrenz, Zwangsarbeiterrekrutierungen fürs Reich..., sollte sich das ab da an ändern. Die Kidnappung französischer ArbN wurde bis auf 5000/Monat heruntergefahren, zusätzlich Sperrbetriebe eingerichtet, die unabkömmliche Arbeiter hatten, um so eine für Deutschland nützliche Produktion aufzubauen. Der Schwerpunkt sollte dabei in Frankreich auf Zivile und durch die dann freiwerdenden Kapazitäten in Deutschland auf militärische Sachen gelegt werden.

FlugzeugTreibstoffproduktion
vor den allierten Angriffen im Mai 1944 auf die chemische TreibstoffIndustrie:
5850 t
Nach den Angriffen: 4820 t
Flugzeugtreibstoffreserve zu dem Zeitpunkt: 574.000 t
Nach dem im Juni die Invasion gelungen war, ging die Bombardierung der Treibstoffwerke weiter:
22. Juni 44 Tagesproduktion: 632 t
17. Juli 44: da Angriffe abgeschwächt, leichter Anstieg auf 2307 t Tagesproduktion
21. Juli 44: Luftangriffe: Fall auf 120 t Tagesproduktion

Ausbildungsstunden und Co werden deswegen stark heruntergestzt.

Die Kfz-Treibstoffindustrie wurde nicht ganz so stark getroffen, da diese Werke dezentraler lagen.

Am 26.6. 44 kam es in Linz zu einer Konferenz Hitlers mit 100 Industriellen. Hitler wollte nochmal sich seiner Rüstung sicher wissen und Optimismus verbreiten, denn wer investiert schon gerne in eine Anlage, wenn sie morgen wieder bombardiert wird. Die Zuversicht der Industriebosse war aber vorbei. Man begann, über das Nachkriegsdeutschland nachzudenken (Strassburger Konferenz August 1944)

Im September 1944 warenm die deutschen Truppen auf vorgelagerten griechischen Inseln durch die englische Marine abgeschnitten. Trotzdem durften die Deutschen ihre Truppen evakuieren, da sie im Gegenzug den Engländern versprachen, Saloniki und Nordgriechenland solange vor den Russen zu verteitigen, bis die Engländer da waren. Weitere solche Aktionen verbot Hitler später.

Finnland schied in dem Monat als deutscher Bundesgenosse aus. Hitler hatte Angst, wegen des verloren Nickels, die Rüstung einstellen zu müssen. Daraufhin Speer Denkschrift im September: Unter Annahme der gerade aktuellen Produktionszahlen: Da Türkei auch kein Chrom mehr liefert, wird der Rüstungsindustrie Chrom zum letzten Mal am 1.6.1945 zugewiesen und die Rüstungsproduktion größtenteils (nach Ablauf der Durchlaufzeiten der Rohstoffe)
mit Beginn des Jahres 1946 zum erliegen kommen. Sprengstoffe wurden daraufhin in immer stärkeren Masse gestreckt (20 %), was die Wirkung der Munition entsprechend herabsetzte.
So halb als "Ausgleich" dachte Hitler im Oktober 1944 daran, im Osten Giftgas einzusetzen, da er hoffte, den Westen würde es nicht stören (s. Griechenland 44 Verschiffungsaktion). Da die chemische Industrie aber schon weitgehend zerschlagen war, musste ab 1.11.44 die Tabun Produktion eingestellt werden und Lost-Herstellung stark gedrosselt werden. Man konnte also "nur noch" auf bestehende Bestände zurückgreifen, so dass der Vorschlag letztlich fallen gelassen wurde.

Da die finanziellen Mittel für Deutschland schon ab 1943 so langsam knapp wurden und mit dem August 1944 "zusammenbrachen", hätte Deutschland schon wieder, wie im November 1918 kapitulieren können, obwohl noch kein feindlicher Soldat einen Fuss auf deutschen Boden gesetzt hatte und die Deutschen selbst im Sommer 44 immer noch große Teile Europas besetzt hielten. Aber Hitler schloss ja die Kapitulation aus
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Tom Heyer
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BeitragBeitrags-Nr.: 121537 | Verfasst am: 10.05.2007 - 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Da die finanziellen Mittel für Deutschland schon ab 1943 so langsam knapp wurden und mit dem August 1944 "zusammenbrachen", hätte Deutschland schon wieder, wie im November 1918 kapitulieren können, obwohl noch kein feindlicher Soldat einen Fuss auf deutschen Boden gesetzt hatte und die Deutschen selbst im Sommer 44 immer noch große Teile Europas besetzt hielten. Aber Hitler schloss ja die Kapitulation aus


Hätten die deppen man Kapituliert... Schreien
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 121539 | Verfasst am: 10.05.2007 - 23:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ossiraver hat Folgendes geschrieben:

Im Sommer 43 drohte infolge der Sperrung der Wolframlieferungen aus Portugal eine kritische Lage bei Hartkern-Munition einzutreten. Daraufhin befahl Speer, 1200 t Uranvorräte für die Munitionsverarbeitung mitzuverwenden. (Geschosse mit Uran angereichert, gibt es auch heute)


Um mal gleich Mißverständnissen vorzubeugen, es handelte sich natürlich nicht um angereichertes Uran, sondern um ganz normales Natururanerz.
Heutzutage wird abgereichertes Uran verwendet, ein kleiner aber wichtiger Unterschied.

Ossiraver hat Folgendes geschrieben:

Sommer 43: Man dachte daran, mit Luftangriffen die Energieversorgung Moskaus auszuschalten, da die E-Werke nicht dezentral waren, um so 60 % der Fertigung von Einzelteilen für Optsche Geräte und elektrische Ausrüstung zu lähmen. Letztlich war die Realität am Boden stärker, als das die vorhandenen Bomber für einen strategischen Großangriff eingesetzt wurden. (Das 6. Luftkorps unter Generalleutnant Meister war im Herbst 1943 dafür vorgesehen)


Du meinst bestimmt Operationsplan "Eisenhammer" ?!
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Ossiraver
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BeitragBeitrags-Nr.: 121541 | Verfasst am: 11.05.2007 - 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

Mit dem angereicherten Uran in der Klammer kam von mir (Das war dann meine eigene freie Interpretation Lachen ). Bin dann doch zu faul, immer wörtlich zu zitieren.

Das muss wohl die Operation Eisenhammer gewesen sein. Wobei mir Anfang und Ende der Operation nicht so klar ist. Speer schrieb auf jeden Fall, dass man die wenig vorhandenen Bomber für noch was nützliches einsetzen wollte. Und da man (in den 30´igern ??, müsste ich jetzt nochmal lesen) die E-Werke mit deutscher Hilfe aufgebaut hatte, hatte man von diesen speziellen Zielobjekten relativ genaue Pläne. Aber Eisenhammer muss dann wohl immer mal "in" und "out" gewesen sein.
Denn 44, glaube ich, dachte man an One Way - Angriffe auf die Werke. Finde aber die Textstelle(n) jetzt nicht mehr.

Ich weiß jetzt allerdings nicht, unter was für einen Namen die deutschen Juni 1943 - Luftangriffe liefen.

Gruß
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Pantherfibel
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BeitragBeitrags-Nr.: 121542 | Verfasst am: 11.05.2007 - 06:11    Titel: Antworten mit Zitat

Welches Nikopol meinst du das in Bulgarien oder das in der Ukraine?

MfG Pantherfibel
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 121544 | Verfasst am: 11.05.2007 - 07:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ukraine Zwinkern

Zitat:
Da die finanziellen Mittel für Deutschland schon ab 1943 so langsam knapp wurden und mit dem August 1944 "zusammenbrachen", hätte Deutschland schon wieder, wie im November 1918 kapitulieren können, obwohl noch kein feindlicher Soldat einen Fuss auf deutschen Boden gesetzt hatte und die Deutschen selbst im Sommer 44 immer noch große Teile Europas besetzt hielten. Aber Hitler schloss ja die Kapitulation aus


Soo einfach war es nun nicht, im Gegensatz zu 1918 war diesmal das Wörtchen Unconditional Surrender bereits ausgesprochen...

Winken

Jan-Hendrik
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