Versenkung der Lusitania
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 25455 | Verfasst am: 16.08.2004 - 14:38    Titel: Versenkung der Lusitania Antworten mit Zitat

LUSITANIA - DIE WAHREN HINTERGRÜNDE DER VERSENKUNG DES LUXUSLINERS
1903 Die britische Admiralität schließt mit der Schifffahrtsgesellschaft "Cunard Steamship Company" ein Geheimabkommen zum Bau von zwei Passagierschiffen für Kriegszwecke. Die Admiralität übernimmt sämtliche Kosten, im Gegenzug verpflichtet sich die Cunardlinie im Kriegsfall ihre gesamte Flotte der Royal Navy zu unterstellen.

1907 Am 7. September findet die Jungfernfahrt auf der Linie Liverpool-New York statt. Die Lusitania ist mit ihren 239 m Länge und 25 Konten schnell das größte und schnellste Schiff der damaligen Zeit. Sie benötigt für die Strecke nur viereinhalb Tage und gewinnt das "Blaue Band". "Lusitania" ist benannt nach der römischen Provinz Lusitania - dem heutigen Portugal.

1913 Im Februar lässt der Erste Lord der Admiralität, Marineminister Winston Churchill der Cunardlinie wissen, dass sich die Stunde der Bewährung nähere, den "der Krieg gegen Deutschland ist sicher - spätestens im September 1914 wird er ausbrechen".

Am 12 Mai kommt das Schiff unter größter Geheimhaltung zur Ausrüstung in Trockendocks nach Liverpool. Dort werden die Bordwände, Schutz- und Oberdecks besonders armiert und zwei Munitionskammer, Pulvermagazine und Halterungen für Granaten, sowie 12 x 15 cm Schnellfeuerkanonen eingebaut.

1914 Am 17. September wird die "Lusitania" als bewaffneter Hilfskreuzer in das britische Flottenregister aufgenommen und ist damit offiziell ein Kriegsschiff.

Am 24. September erhält Kapitän Turner die Befehle, mit seinem Schiff Kriegsmaterial aus den USA nach England zu bringen. Der jeweilige Kurs werde von der Admiralität festgelegt und um die Deutschen zu täuschen werde das Schiff weiterhin Passagiere befördern und jetzt unter amerikanischer Flagge fahren. Sollte ein U-Boot versuchen die "Lusitania" zu stoppen, so habe der Kapitän unverzüglich das Feuer auf den Gegner zu eröffnen.

1915 4. Februar: Auf wachsenden Druck der britischen Blockade reagieren die Deutschen an diesem Tag mit der Ankündigung des uneingeschränkten U-Bootkrieges. In einer Note an die USA warnt das deutsche Außenministerium "angesichts des Missbrauchs neutraler Flaggen" seitens Großbritannien, dass "Fehler nicht immer zu vermeiden" seien. Daher täten die neutralen Staaten gut daran, ihre Bürger und Waren von feindlichen Schiffen fernzuhalten. Die USA antworten darauf: Falls ein deutsches U-Boot ein US-Schiff oder das Leben amerikanischer Bürger gefährde, würden die USA die deutsche Regierung "Streng zur Rechenschaft ziehen". Daraufhin will der britische Außenminister Grey von Oberst House, dem Chefberater von US-Präsident Wilson, folgendes wissen: "Was wird Amerika tun, wenn die Deutschen ein Passagierschiff mit amerikanischen Touristen versenken?". Die Antwort des US-Regierung: "Das würde uns in den Krieg bringen."

In der Zeit vom 18. Februar bis 7. Mai 1915 versenkten die Deutschen 108 Schiffe der feindlichen Handelsmarine.

Die Ausfuhr von Kriegsmaterial auf Passagierschiffen ist in den neutralen USA verboten, daraufhin fälschen die Engländer mehrfach die Ladepapiere und so transportiert die Lusitania offiziell "Jagdgewehrpatronen". Die Lusitania wir ein zunehmender und immer wichtigerer Faktor für die Munitionsbeschaffung nach England und gerät dadurch in das Visier der Deutschen.




"Das Verladen von Kriegsmaterial im Hafen von New York" Foto Leipziger Presse-Büro, Leipzig



1915 Mitte April dirigiert die britische Admiralität ihren getarnten Hilfskreuzer erneut nach New York. Am Pier 54 lädt sie weitaus mehr Kriegsmaterial und nimmt mehr Passagiere an Bord als auf den Reisen zuvor: 1248 Kisten mit 7,5 cm Granaten, 4927 Kisten mit Gewehrpatronen, 2000 Kisten mit weiterer Munition für Handfeuerwaffen. Zusammen gut 10,5 Tonnen Sprengstoff. Deutschen Berechnungen bedeutete das "5 400 000 Schüsse oder bei einer Trefferwahrscheinlichkeit von drei Prozent den Tod von 150 000 Deutschen". Die Passagierliste zählt 1257 Gäste, darunter 218 Amerikaner.

Anm.d.R.: Ende der 90er Jahre fand der Historiker Patrick O'Sullivan heraus, dass die Lusitania nicht zwingend durch den Torpedo zum Sinken gebracht wurde, sondern durch eine RIESIGE BOMBE AN BORD, die durch den Torpedo gezündet wurde: 34 TONNEN EXPLOSIVER ALUMINIUMSTAUB + 4,2 MILLIONEN SCHUSS MUNITION - heimlich beigesteuert durch einen geheimen Rüstungsdeal zwischen US-Konzernen und der Britischen Armee. Ende d.Anm.

Am 22 April erscheint in den 50 größten Tageszeitungen der USA eine Anzeige der deutschen Botschaft, die "Ozean-Reisende" ausdrücklich vor der beabsichtigten Reise warnt. Die Anzeigenflut alarmiert den britischen Geheimdienst, alle Marinestellen werden per Funk sofort angewiesen, nach deutschen U-Booten im Westen und Süden Englands Ausschau zu halten. Der deutsche Marine-Geheimdienst entziffert den Funkspruch und unterrichtet sofort den deutschen Admiralstab, der die drei U-Boote "U 20", "U 27" und "U 30" mit Kurs Irland in Marsch setzt.





Am 30. April ist die Lusitania auslaufbereit. Kapitän Turner meldet sich beim New Yorker Sonderstab der Admiralität und nimmt dessen Weisung entgegen: "Kurs auf die Südwestküste Irlands". Dort wird er westlich des Fastnet-Felsens von dem Kreuzer "Juno" erwartet. Er hat den Auftrag die Lusitania die restliche Fahrt nach Liverpool zu sichern.

05. Mai: Dank "Room 40" weiß auch die britische Admiralität inzwischen wo die deutschen U-Boote lauern und so kann Admiral Oliver dem Marineminister Churchill anhand der Lagekarte die genaue Position von "U 20" erläutern. "U20" befindet sich unweit der Stelle bei Fastnet, dem vorgesehen Treffpunkt, wo der britische Kreuzer "Juno" den Geleitschutz der "Lusitania" übernehmen soll. Oliver versucht Churchill klarzumachen, dass "Juno" jedem U-Boot-Angriff hilflos ausgeliefert sei und man den Kreuzer zurückbeordern müsse. Churchill stimmt zu. Bereits im November 1914 (siehe weitere Informationen hier) hatte Churchill angeordnet entzifferte deutsche Funksprüche nur ihm persönlich auszuhändigen. Er unterrichtet nur den Chief of the War Staff, Admiral Oliver und einer sehr begrenzten Zahl anderer höheren Offiziere des Naval Staff. Am Nachmittag des 5. Mai wird "Juno" befohlen die Fahrt abzubrechen und nach Queenstown zurückzukehren. Die "Lusitania" wurde aber darüber nicht informiert und so steuert der Schnelldampfer schutzlos dem deutschen U-Boot "U 20" entgegen. Erst als "U 20" zwei britische Schiffe bereits versenkt hat, warnt die Marinenstelle Queenstown die "Lusitania: "U-Boote aktiv an der Südküste Irlands". Trotz dieser Warnung hält sich Kapitän Turner an die Weisung, seinen Kurs keinesfalls ohne Genehmigung der Admiralität zu ändern. Die Reaktion der Admiralität: Man funkt Turner irreführende Positionsangaben von "U 20" und verschweigt ihm, dass drei Tage zuvor die Liverpool-Route um die Nordküste Irlands freigegeben worden ist.

07.Mai: Turner erhält den Befehl nicht Liverpool, sondern Queenstown anzulaufen, damit gerät die "Lusitania" unmittelbar in die Schusslinie von "U 20". "Damit wird die Lusitania von der britischen Admiralität direkt vor die Torpedorohre deutscher U-Boote gelenkt, um den Gegner zu einer Tat zu provozieren, die Amerika in den Krieg verwickeln soll", schreibt Janusz Piekalkiewicz in seinem Buch "Der Erste Weltkrieg", Econ Verlag 1998/Weltbildverlag 1999.
Um 2.20 Uhr MEZ nachmittags, erreichte die Lusitania bei schönem klaren Wetter die Südküste Irlands. Nach Angaben von "U 20" Kommandant, Kapitänleutnant Walther Schwieger führte sie keine Flagge, aber sicherlich wusste er sehr genau welches Schiff da vor ihm lag. Um 3.10 Uhr gab "U 20" einen Torpedoschuss auf die Lusitania ab, die an der Steuerbordseite in der Höhe der Kommandobrücke getroffen wurde. Der Detonation des Torpedos folgte unmittelbar eine weitere Explosion von ungemein starker Wirkung. Das Schiff legte sich schnell nach Steuerbord über und begann zu sinken. Da der Ozeanriese über 48 Rettungsboote und 26 zusammenklappbare Rettungsflöße verfügte, ist es den Fischern aus Queenstown möglich, bis zum Abend 761 Menschen lebend zu bergen, auch Kapitän Turner wird nach 4 Stunden aus dem kalten Wasser gerettet. 1198 Passagiere und Besatzungsmitglieder, darunter 124 Amerikaner, sind mit der Lusitania untergegangen.

Das Drama vor der irischen Küste erregt die Welt wie kaum ein anderes Ereignis. Welche politische Brisanz der Fall hat, wird aus einem Leitartikel der Mit Trauerrand erscheinenden "New York Tribune" deutlich: "Seit dem 7. Mai werden Millionen in diesem Land bedauern, daß in Flandern keine Amerikaner mitfechten gegen Hunnen und Vandalen." Tatsächlich erwartet man in England stündlich den Kriegseintritt der USA.

Die Auseinandersetzung um die Frage Kriegsverbrechen oder berechtigte Kriegshandlung verstummt seit dem Mai 1915 nicht mehr. Die Engländer behaupten stets, die Lusitania" sein ein unbewaffnetes, rein ziviles Schiff gewesen. In Wirklichkeit war der Cunard-Liner schwer bewaffnet und mit gefälschten Ladepapieren ausgestattet, um die wahre Fracht zu verheimlichen: riesige Mengen an Munition und Konterbande, die Tausenden deutschen Soldaten den Tod gebracht hätten. Der deutsche Admiralsstab dagegen vertritt die Ansicht, der Torpedoschuss sei schon deshalb gerechtfertigt, weil die "Lusitania" Gewässer durchfahren habe, die die Deutschen zum Kriegsgebiet erklärt hatten. Für sie sein "die warnungslose Versenkung ein militärisch und völkerrechtlich einwandfreier Kriegsakt".

Nach der Katastrophe bezichtigt die britische Admiralität den deutschen Admiralsstab des Massenmords auf See und beschuldigt gleichzeitig Kapitän Turner, durch seine Kursänderung das Unheil verursacht zu haben. In einem Schreiben der Admiralität an Richter Lord Mersey, der den "Lusitania"-Fall unersucht, wird dem Gericht sogar nahe gelegt, Kapitän Turner als den Hauptschuldigen zu verurteilen. Der Lord dagegen spricht Turner von jeder Schuld frei. Er ist über die Haltung der britischen Admiralität derart empört, dass er nie wieder das Richteramt ausübt. Turner bleibt stets dabei, dass er von der Admiralität eigene Instruktionen erhalten habe, aber er weigerte sich sein Leben lang, etwas über deren Inhalt zu sagen. Und die Akten des Naval Intelligence Department, die sich auf die "Lusitania" und ihre Ladung beziehen, sind im Navy Records Office in Bath aufbewahrt. Sie befinden sich noch immer auf der Geheimliste !

Quelle: Geschichte und Kriegsschiffe der Kaiserlichen Marine

http://www.deutsche-schutzgebiete.de/lusitania.htm
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BeitragBeitrags-Nr.: 25456 | Verfasst am: 16.08.2004 - 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

Schockierend!! Ich nahm bisher immer noch an, dass die "Lusitania" sichtbar unter amerikanischer Flagge lief und hauptsächlich Passagiere und wenig geschmuggelte Munition enthielt und sie nur versenkt wurde, da sie sich im Kriegsgebiet befand (scheinbar hat man damals in Amerika auch noch keine Zeitungen gelesen).

Somit haben die Briten also vorsätzlich das Schiff und die Menschenleben geopfert um den Amerikanern einen Kriegsgrund zu liefern. Ganz hervorragend, wieder mal eine echte Meisterleistung vom Volksheld Winston Churchill, der auf der Insel ja immer noch nach Gott und Königin kommt...
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BeitragBeitrags-Nr.: 76569 | Verfasst am: 07.11.2005 - 09:32    Titel: Re: Versenkung der Lusitania Antworten mit Zitat

Panzerlexikon hat Folgendes geschrieben:
LUSITANIA - DIE WAHREN HINTERGRÜNDE DER VERSENKUNG DES LUXUSLINERS
Anm.d.R.: Ende der 90er Jahre fand der Historiker Patrick O'Sullivan heraus, dass die Lusitania nicht zwingend durch den Torpedo zum Sinken gebracht wurde, sondern durch eine RIESIGE BOMBE AN BORD, die durch den Torpedo gezündet wurde: 34 TONNEN EXPLOSIVER ALUMINIUMSTAUB + 4,2 MILLIONEN SCHUSS MUNITION - heimlich beigesteuert durch einen geheimen Rüstungsdeal zwischen US-Konzernen und der Britischen Armee. Ende d.Anm.



Hallo,

die Versenkung der Lusitania wird bis heute umstritten diskutiert, dazu einmal zwei Ergänzungen aus der deutschen Marine-Geschichtsschreibung:

1. Die Vermutung, dass die Lusitania bewaffnet gewesen sein, stammte vom deutschen Admiralitätsstab, hat sich aber nach dem Gerichtsprozess in den USA 1918 als falsch herausgestellt. Hintergrund waren glaubwürdige Veröffentlichungen in englischen Fachzeitschriften, das die L. beim Bau für den Kriegsfall als Hilfskreuzerverwendung vorgesehen war, auch ein üblicher Vorgang. Danach erhielt das Schiff Vorrichtungen für 8 15,2 cm Geschütze, jedoch keine Geschütze. Die Quelle im Internet ist hier grammatikalisch undeutlich, gemeint ist wohl auch nur, dass Vorrichtungen für Geschütze vorhanden waren. Im übrigen spielten die Geschütze für den Vorgang der Versenkung keine Rolle, da sich das Schiff auf der offiziellen britischen Kriegsschiffsliste befand, also als Kriegschiff anzusprechen war. Im übrigen war es für ein U-Boot aussichtslos, einen 22-Knoten-Schnelldampfer mit Warnschuss anzusprechen. Die Geschützvorrichtungen waren wegen der Geschwindigkeit für Einsätze gegen Überwasserschiffe gedacht.

2. Bereits aus dem Notenaustausch der deutschen und amerikanischen Regierung und aus dem US-Prozess ging ausdrücklich hervor, dass die L. Kartuschen und munition geladen hatte und diese Tatsache einerseits den Angriff rechtfertigte, andererseits für das überraschend schnelle Sinken nach einem Torpedotreffer ursächlich war, somit auch für die hohe Zahl an Opfern. Es handelt sich hierbei nicht um eine überraschende Entdeckung aus den 90er Jahren.
Quelle: Marine-Archiv, Der Krieg zur See 1914-1918, Reihe: Der Handelskrieg mit U-Booten, Band 2, S. 86-103
Grüße
Thomas Winken
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haduwolff
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BeitragBeitrags-Nr.: 78493 | Verfasst am: 28.11.2005 - 18:24    Titel: Lusitania... Antworten mit Zitat

Moin zusammen,


...hachjaaaa...schwärm....die wunderschöne "Lusitania"! Eleganter und schöner, schneller und seetüchtiger, dabei luxuriöser und wesentlich sicherer als die fette Titanic der Konkurrenz...ich finde das Schiff einfach wunderschön...aber diese Schwärmerei nur am Rande.

Die Tragödie, daß dieses Traumschiff für die Interessen der Briten geopfert wurde, ist ein Beispiel für eine der vielen Gaunereien, die durch die "Kriegsmacher" gerne unternommen wurden...

So hatte der ehrgeizige junge Churchill, der seinen grossen Auftritt im Zweiten Weltkrieg noch vor sich hatte, den von ihm so heiss ersehnten Zwischenfall auf See bekommen. Er hatte ihn sich ja –dummerweise schriftlich belegt- so sehr gewünscht, wie sein Brief an den Vorsitzenden der britischen Handelskammer vom Februar 1915 beweist, wo er schrieb, daß es von Bedeutung sei:
„neutrale Schiffe unsere Küsten anlaufen zu lassen, in der Hoffnung, insbesondere die Vereinigten Staaten mit Deutschland in Konflikt zu bringen (...), und wenn einige der betroffenen Schiffe in Schwierigkeiten geraten, noch besser....“.
Und für dieses Ziel ist es halt Wurst, wenn 1.198 Menschen elend krepieren.

Nunja, heute erfindet man halt unfindbare Massenvernichtungswaffen, um einen Krieg vom Zaun zu brechen...

Euer
Haduwolff
...der Leonardo das Cabrio und Kate Kotlett unerträglich findet...
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BeitragBeitrags-Nr.: 78497 | Verfasst am: 28.11.2005 - 19:38    Titel: Re: Lusitania... Antworten mit Zitat

haduwolff hat Folgendes geschrieben:
Nunja, heute erfindet man halt unfindbare Massenvernichtungswaffen, um einen Krieg vom Zaun zu brechen..

Haduwolff


Lieber Haduwolf,

der historische Seitensprung von der Lusitania zum Kriegsausbruch des ersten Weltkrieges landet aber in der Sandgrube. Zwinkern

USA in den Krieg hineinzuzwingen hin oder her, ... (das dauerte noch 2 Jahre)
... der noch-europäische Krieg fand bereits statt mit Hunderttausenden Toten, ohne hier aufrechnen zu wollen.

Grüße
Thomas Winken
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 78498 | Verfasst am: 28.11.2005 - 19:44    Titel: Antworten mit Zitat

Allerdings zeigt das Beispiel der "Lusitania" auf Churchills Hang zum Vabanque spielen . Einen recht interessanten Blick vermittelt diesbezüglich John Charmleys "Churchill - Das Ende einer Legende" ( bietet uch zugleich einen hochinteressanten Einblick in den innerenglischen Machtpoker , äh die Innenpolitik Englands .

Bietet auch ein schönes Kontrastprogramm zu seinen eigenen Memoiren ( wo sich auch eindeutig zeigt das der Schriftsteller Churchill begabter war als der Politiker oder Militär Churchill Zwinkern ).

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 78507 | Verfasst am: 28.11.2005 - 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jan-Hendrik!

Willst Du damit (vielleicht im wolkigen Fiebernebel Zwinkern ) andeuten, dass Du Churchills Memoiren gelesen hast?????

Im Ernst: Empfehlenswerter ist die Veröffentlichung des Briefwechsel Churchill-Stalin-Roosvelt aus dem Zweiten Weltkrieg (von der östlichen Seite Grins )

Grüße
Thomas Zwinkern
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BeitragBeitrags-Nr.: 78508 | Verfasst am: 28.11.2005 - 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

Naja , ich habs irgendwann aufgegeben Grins

Gibts ein schönes Buch drüber , nennt sich "Die Großen Drei" , Autor ist mir grade entfallen . Geht sehr deutlich auf die Beziehungen und ABhängigkeiten sowohl in diplomatischer als auch in materieller Hinsicht ein .

Winken


Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 78512 | Verfasst am: 28.11.2005 - 20:54    Titel: Kriegseintritt USA Antworten mit Zitat

Moin zusammen,

@cpa95 ...guck Dir mal die Begründungen der USA an, in den Krieg einzusteigen, und vor allem die Propaganda...die Lusitania wurde nicht vergessen, sondern immer weiter ausgeschlachtet. Abgesehen davon waren die USA 1915 fast genauso wie 1939 "kriegsunfähig".

Natürlich ging -oberflächlich gesehen- die Rechnung Churchills nicht gleich auf. Der uneingeschränkte U-Bootkrieg, dessen Fanal eben die Versenkung der Lusitania war dennoch als "moralische" Begründung für den Kriegseintritt der USA gegeben.
Immerhin sank die Lusitania am 7. Mai 1915 - die USA brechen die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland am 3. Februar 1917 ab (Totaler U-Bootkrieg ab 1.2.1917!).
Die Kriegserklärung erfolgte am 6. April 1917, schon am 18. Mai ziehen die ersten US-Rekruten ein - in diesen zwei Jahren hat das US-Militär seine Hausaufgaben gemacht.
Die Toten der Lusitania waren zu diesem Zeitpunkt nicht vergessen, wie es die entsprechenden Propagandaplakate zu diesem Zeitpunkt zeigen.

Gruß
Haduwolff
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BeitragBeitrags-Nr.: 78516 | Verfasst am: 28.11.2005 - 21:24    Titel: Re: Kriegseintritt USA Antworten mit Zitat

Hallo haduwolff Cool

haduwolff hat Folgendes geschrieben:

Natürlich ging -oberflächlich gesehen- die Rechnung Churchills nicht gleich auf. Der uneingeschränkte U-Bootkrieg, dessen Fanal eben die Versenkung der Lusitania war dennoch als "moralische" Begründung für den Kriegseintritt der USA gegeben.

eben... oberflächlich. Die Lusitania wurde nicht im uneingeschränkten U-Boot-Krieg versenkt. Außerdem: Die Kriegserklärung brauchte keine Fanale oder moralische Begründungen, sondern war machtpolitisch begründet.

haduwolff hat Folgendes geschrieben:

Immerhin sank die Lusitania am 7. Mai 1915 - die USA brechen die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland am 3. Februar 1917 ab (Totaler U-Bootkrieg ab 1.2.1917!).
Die Kriegserklärung erfolgte am 6. April 1917, schon am 18. Mai ziehen die ersten US-Rekruten ein - in diesen zwei Jahren hat das US-Militär seine Hausaufgaben gemacht.

Wann sollen denn sonst die Rekruten einziehen? Zur Mobilmachung war ja wohl seit dem 3.2.1917 genug Zeit. Etwa am 11.11.1918? Zwinkern Und zwei Monate des Abwartens im uneingeschränkten U-Boot-Krieg? ... immerhin haben sie abgewartet.

Grüße
Thomas Winken
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haduwolff
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BeitragBeitrags-Nr.: 78544 | Verfasst am: 29.11.2005 - 10:17    Titel: Stimmungsmache... Antworten mit Zitat

Moin,

...ein US-Präsident kann nicht einfach so einen Krieg erklären. Um da einzusteigen, braucht es (und jetzt bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher z.B. über die Rolle des Repräsentantenhauses) die Zustimmung des Senats - ausser bei einem direkten territorialen Angriff. Um diese Zustimmung zu bekommen, war Stimmungsmache und das Einstimmen der Mehrheit der Senatoren nötig. Und diese Mehrheit erlangt der Präsident nur, wenn er den Senatoren klarmacht, daß sie was davon haben, z.B. die Zustimmung ihrer Wähler. Und in der bisherigen Politik der USA (Monroe-Doktrin) war eine Einmischung in ausländische Konflikte höchst unwillkommen.
1915 hätte der Präsident keine Mehrheit für den Krieg bekommen, insbesondere, weil Wilson an sich eher friedliebend und auf Ausgleich drängend war, man denke an sein 14-Punkte-Programm zu Anfang des Krieges.
Es brauchte die Lusitania, - sprich die Toten US-Passagiere, und weitere 5 versenkte US-Schiffe, um ein Bedrohungsszenario aufzubauen, das die Senatoren zu Kriegseintritt bewegt, bzw. die Wählerschaft der Senatoren (die ja wiedergewählt werden wollen) davon überzeugt, ein Kriegseintritt wäre moralisch sinnvoll, ja, eine Pflicht.
Die machtpolitischen/wirtschaftlichen Gründe sind zwar der Hintergrund für das Ganze, klarer Fall! - aber den Bürgern die Kröte zu schlucken zu geben, dafür war die Lusitania-Affäre der Löffel.

Simples Beispiel für ein ähnliches Vorgehen ist der Irak: moralischer Grund ist der angebliche Besitz der Massenvernichtungswaffen und somit einer internationalen Bedrohung, die Absetzung eines fiesen Diktators und die "Demokratisierung" der achsoleidenden Menschen - der machtpolitische Grund ist das Öl, die Schaffung eines Satellitenstaates unter US-Kontrolle und das Vertuschen der Mittäterschaft am Saddam-Terror.

Anderes Beispiel ist der spanisch-amerikanische Krieg: moralischer Grund ist die Sprengung eines US-Schlachtschiffes durch spanische Agenten (in Wirklichkeit flog der Kahn durch eigene Hand in die Luft, ob aus Nachlässigkeit, ob mit Absicht mag dahingestellt sein), der machtpolitische Grund war die Vertreibung Spaniens als Großmacht von der Südgrenze der USA.

Nach diesem Schema halt immer wieder... Meine Meinung

Gruß
Haduwolff
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 78545 | Verfasst am: 29.11.2005 - 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Kl. Ergänzung bezüglich des US-span. Krieges :

Hier ging es nicht ( nur ) um die Vertreibung Spaniens von Kuba und Puerto Rico , sondern auch um die aktive Gewinnung von Kolonien ( vornehmlich im Pazifik ) , also um territoriale Ausdehnung in Kombination mit der Gewinnung neuer Stützpunkte für die Armee . Es war also der Eintritt der USA in den Imperialismus.

Meine Meinung

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 78553 | Verfasst am: 29.11.2005 - 12:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jan-Hendrik!

Das meinte ich mit "Machtpolitik". Davon zu unterscheiden sind Diskussionen zum Weg dahin oder zum Verursacher: cui bono?

Nach Kriegsausbruch war es eine Frage der Zeit (und des uneingeschränkten U-Boot-Krieges der deutschen Seite vor dem Hintergrund amerikanischer Ankündigungen), wann es zum Kriegseintritt kommt. Mit der Lusitania - owohl missbraucht - sind keine Verschuldensdiskussionen zu führen.

Grüße
Thomas Meine Meinung
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haduwolff
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BeitragBeitrags-Nr.: 78560 | Verfasst am: 29.11.2005 - 14:37    Titel: Verschuldensdiskussion? Antworten mit Zitat

Moin zusammen,

..wer redet hier von einer Verschuldensdiskussion? Was ich klar und deutlich mit der Äusserung Churchills zeige, ist, daß der feine Herr auch die Versenkung von Schiffen, sprich den Tod unbeteiligter Zivilisten billigend in Kauf genommen hat.

Dazu passen auch, wie das Schiff regelrecht zu der Position Schwiegers gelotst wurde, und das absichtlich schutzlos, aber das brauch ich nicht alles wiederholen. Solche Intrigenspielchen sind in der "Politik" ja gang und gäbe...und die kriegsrechtlich sogar legitime Versenkung des Waffentransporters Lusitania passte ja auch prächtig zu den Zwecken des Herren Churchill...und wurde bis zuletzt zu Zwecken der Propaganda ausgeschlachtet.

Selbst im zweiten Weltkrieg wurde die arme "Lusitania" nochmals ans Licht gezerrt, denn die Versenkung der "Athenia" wurde ja von der britischen Propaganda massiv mit der Lusitania-Affäre verglichen.

Gruß
Haduwolff
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 78561 | Verfasst am: 29.11.2005 - 14:39    Titel: Antworten mit Zitat

Keine Bange , das Churchill für seine pol. Ziele rücksichtslos über Leichen ging ist nix neues .



Winken

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