Der deutsche Einsatz in Afghanistan - ISAF
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Quetschkopf
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BeitragBeitrags-Nr.: 30589 | Verfasst am: 15.09.2004 - 11:29    Titel: Der deutsche Einsatz in Afghanistan - ISAF Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

gestern kam in den Tagesthemen ein interessanter Bericht über den neuen ISAF-Afghanistan-Stützpunkt der Deutschen: Faisabad.

90 Deutsche Soldaten sollen dort für Schutz der Wiederaufbauhelfer sorgen, die anscheinend schon einmal massiv bedrängt und vertrieben wurden - soweit, sogut.

Auf dem Landweg ist der Stützpunkt in schlappen 15 Stunden von Kundus (!!!!) aus zu erreichen, im Winter meist garnicht. Logo kann man die topmodernen CH-53 (mit denen mein großer Bruder schon anno 75 / 76 geflogen ist) dorthin schicken, vorausgesetzt das Wetter ist ok . -----

Und dann der Standort, strategisch super gewählt: nix mit 300 Meter freies Schussfeld drumrum, Schweinwerfer, Fuß- und Fahrzeugstreife ----nönö ----- mitten im Ort, Mauer drumrum und dann noch eine afghanische Bewachung (???) dabei.

Meine Meinung: mensch-mensch-mensch (kopfschüttel) wenn da was passiert, wenn ein Warlord abdreht, oder ein Mullah auf die bösen Deutschen schimpft dann ist aber duster im Karton, die können die blossen Handgranaten über die Mauer werfen. Und wenn das Wetter dann passt, dann ist nix mit Unterstützung von aussen..........

Eigenartig: bei solchen Unternehmungen sieht man äusserst selten einen "Struck-Junior" oder einen "Stoiber-Neffen" ---- wenns um die eigene Verwandtschaft ging, würden es sich die Herren Verantwortlichen dreimal mehr überlegen ......

Bitte Eure Meinung dazu !!!

MfG Richard
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 30590 | Verfasst am: 15.09.2004 - 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

Da sieht mal wieder , was für seltsame Blüten diese "Friedenschaffenden Einsätze" der BW treiben . SO kann man an der Heimatfront schön trommeln , was man nicht alles für den "Wiederaufbau" Afghanistans leisten würde , nur wenn unsere Soldaten dann mal in der Scheiße stecken , dann siehts düster für die Jungs vor Ort aus . Und das Afghanistan weder "befriedet" noch "sicher" ist , das zeigen die häufigen Verluste an Hubschraubern , die in unseren ach so "objektiven" Medien nicht einmal erwähnt werden !

Meine Meinung : Rückzug aller BW-Soldaten aus Afghanistan , denn unsere Freiheit wird eben nicht "am Hindukusch verteidigt" , wie uns unser Verteidigungsminister ( ist er nicht gelernter Studienrat ? ) weismachen möchte !

Jan-Hendrik
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Felix
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BeitragBeitrags-Nr.: 30612 | Verfasst am: 15.09.2004 - 14:08    Titel: Antworten mit Zitat

Abzug aus dem Hinukusch würde ich nicht sagen, Dagegen aber dann nur in Kabul bleiben. Denn Rest können die Amis machen, die ham eh damit angefangen. Meine Meinung
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TigerFreak
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BeitragBeitrags-Nr.: 30683 | Verfasst am: 15.09.2004 - 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit der Entfernung glaub ich nicht so ganz.
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 30686 | Verfasst am: 15.09.2004 - 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ach, da fällt mir eine Anekdote aus dem 2WK ein.

Zwischen den Kriegen hatte Ungarn nur ein einziges Ziel, wieder bis zu den Karpathen vorzurücken.
Als dann im Sommer 1942 eine Inf-Kompanie am Don eintraf, fragte in Landser den Kompaniechef, was sie eigentlich dort 800km von Ungarn entfernt machen würden, wieso sie da wären. Der Kompaniechef zuckte mit den Schultern, und sagte nur:
"Wir rücken bis zu den Karpathen vor"

Versteht ihr, was ich damit sagen will?

MfG
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[KoolSavas]
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BeitragBeitrags-Nr.: 30764 | Verfasst am: 15.09.2004 - 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Huszar hat Folgendes geschrieben:
Ach, da fällt mir eine Anekdote aus dem 2WK ein.

Zwischen den Kriegen hatte Ungarn nur ein einziges Ziel, wieder bis zu den Karpathen vorzurücken.
Als dann im Sommer 1942 eine Inf-Kompanie am Don eintraf, fragte in Landser den Kompaniechef, was sie eigentlich dort 800km von Ungarn entfernt machen würden, wieso sie da wären. Der Kompaniechef zuckte mit den Schultern, und sagte nur:
"Wir rücken bis zu den Karpathen vor"

Versteht ihr, was ich damit sagen will?

MfG


Augen zu und durch evtl.?
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 30917 | Verfasst am: 16.09.2004 - 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

Neeee.

Sowas wie:
a, KA
b, Die Politiker haben uns hierhergeschickt, also Klappe zu!
c, Wir ham hier nix zu suchen
d, Jede Menge Blabla über höhere Ziele, aber nix dahinter

MfG
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Kai
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BeitragBeitrags-Nr.: 30938 | Verfasst am: 16.09.2004 - 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

Dann, Huszar, trifft der Vergleich gar nicht.

Es ist zwar nicht so, als gingen unsere Soldaten wegen irgendwelcher "höherer" Ziele nach Afghanistan (obwohl sich das als Begründung immer gut macht) und sie sind von Politikern dort hin gesandt worden, aber wer glaubt, sie hätten KA oder wären nicht freiwillig dort irrt sich ganz gewaltig.

Wahrscheinlich können sich diejenigen, die nicht dienen oder deren Dienstzeit sehr wei zurückliegt, nicht vorstellen, welches Gerangel darum herrscht, in einen Auslandseinsatz zu kommen, v.a. ISAF.

Dahinter stehen hauptsächlich zwei Motive:
- Abenteuerlust
- viel Geld zu verdienen

So ein Auslandseinsatz macht sich gut im Lebenslauf ("ich war in Afghanistan und habe das Nation Building unterstützt und mein Leben dafür eingesetzt") und auch für die Bw als Institution sind solche Einsätze wichtig.

Ohne diese ginge die Reform der Bw noch schleppender vorran. Sie öffnen den geizigsten Politikern die Augen, welch großer Handlungsbedarf besteht.
Zudem kommt noch die Erfahrung, die wir sammeln ist unendlich wertvoll.


Ob diese Einsätze politisch sinnvoll sind, ist eine ganz andere Sache. Ich weiß auch nicht so genau, warum die Kontrolle des landes Afghanistan, die im übrigen noch lange nicht etabliert ist, die Sicherheit der BRD erhöht.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 30960 | Verfasst am: 16.09.2004 - 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht wollte Alex lediglich das implizieren , was Du auch in Deinem letztem Absatz geschrieben hast , Kai :

Das die Politiker Soldaten irgendwo hinschicken , ohne einen konkreten Sinn wofür überhaupt zu überlegen ...

Und genau um diesen nichtvorhandenem ( politischen ) Sinn sowie die daraus resultierenden Gefahren für unsere Jungs gehts ja nun mal ( jedenfalls meines Erachtens nach ) in diesem Thread !


Jan-Hendrik


Zuletzt bearbeitet von Jan-Hendrik am 16.09.2004 - 20:41, insgesamt einmal bearbeitet
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Kai
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BeitragBeitrags-Nr.: 30962 | Verfasst am: 16.09.2004 - 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Schon richtig. Einerseits ist es traurig, dass die Bw als diplomatisches Pfaustpfand von Schröder gehandelt wird, ohne das ein wirklich sicherheitspolitischer Nutzen erkennbar ist.
Andererseits wollte ich darauf hinweisen, dass sowohl die Soldaten freiwillig dort hin gehen als auch die Bw Nutzen daraus zieht.
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BeitragBeitrags-Nr.: 31162 | Verfasst am: 17.09.2004 - 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

Was wäre geschechen, wenn die Politiker nicht so entschieden hätten, dass ein Einsatz in Afghanistan oder im Irak stattfinden sollte? Würden sich dann auch jede Menge Leute melden, und freiwillig in diese Länder gehen?

Glaube, kaum.

Ich meine, dass wir (ich meine hier sowohl Ungarn, als auch Deutsche) gar nix in Afghanistan, oder im Irak zu suchen haben. Diese sind nicht unsere Kriege, wir profitieren nicht im mindesten von den Einsätzen, wir bluten nur für fremde Ziele.

Genau so, wie die ungarischen Landser am Don. Das hab ich gemeint.

MfG
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 31166 | Verfasst am: 17.09.2004 - 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

Womit der werte Alex vollkommen Recht hat !


Jan-Hendrik
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Sven
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BeitragBeitrags-Nr.: 31200 | Verfasst am: 17.09.2004 - 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hat Ungarn nicht (ein wenig) vom Krieg profitiert?
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 31202 | Verfasst am: 17.09.2004 - 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

Nun , sie wurden Schlachtfeld und bekamen zum Dank die Russen für 45 Jahre ins Land ...

Toller Profit !

Jan-Hendrik
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Patrick
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BeitragBeitrags-Nr.: 31208 | Verfasst am: 17.09.2004 - 20:52    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaub so hat Sven das nicht gemeint..... Zwinkern

Ungarn hatte bereits 1933 Gründe dafür sich an Deutschland zu halten.
Zum einen bot Deutschland einen Absatzmarkt für ungarische Agrarprodukte. Zum anderen erhoffte sich Ungarn, daß es mit Hilfe Deutschlands die Auswirkungen des Vertrages von Trianon beheben könnte, bei dem Ungarn 1920 infolge des 1. Weltkrieges zwei Drittel seines Territoriums und etwa 60 Prozent seiner Bevölkerung verloren hatte.

Im Februar 1934 wurde ein Wirtschaftsabkommen zwischen Deutschland und Ungarn geschlossen. Deutschland wurde zu Ungarns wichtigstem Handelspartner.
Und durch das 1. Wiener-Schiedsabkommen von 1938 erhielt Ungarn einen Teil des an die Tschechoslowakei gefallenen Territoriums zurück.

Und der kriegseintritt war die Wahl zwischen mit in den krieg ziehen oder so zu enden wie Jugoslawien...

Aber wir kommen schon wieder vom Thema ab.... Rollene Augen

Herzlichst Mijölnia
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