Das britische Dardanellen-Fiasko
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 34671 | Verfasst am: 06.10.2004 - 14:54    Titel: Das britische Dardanellen-Fiasko Antworten mit Zitat

Laßt uns hier mal informationen zum unrühmlichen Versuch britischerseits , die Kontrolle über die Dardanellen-Meerenge zu erlangen , sammeln .



Jan-Hendrik
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flask03
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BeitragBeitrags-Nr.: 34678 | Verfasst am: 06.10.2004 - 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Wie kein anderer Schlacht des Ersten Weltkrieges, ist die britische Landung auf der türkischen Halbinsel Gallipoli gekennzeichnet von der Inkompetenz des englischen Offizierskorps. An anderen Fronten gab es ähnliche Debakel, jedoch ist Gallipoli die enzige Schlacht, in der das Eingeständnis einer Niederlage deutlich wurde. Nach 9 Monaten vergeblichen Kampfes ohne nennenswerten Geländegewinn, zogen sich die Briten aus den Dardanellen zurück. Die Verluste auf beiden Seiten waren enorm : Die Briten hatten 43.000 Tote zu beklagen, die Türken über 55.000. Auf beiden Seiten gab es über 250.000 Verwundete. Bei 800.000 Soldaten, die in Gallipoli zum Einsatz gekommen sind, entspricht das eine Verlustrate von etwa 43%, das heißt in Klartext dass fast jeder zweite Teilnehmer Schaden genommen hat, von den vielen Männern, die einen seelischen Schaden davon getragen haben, sprach damals niemand. (Anmerkung : Während des Ersten Weltkrieges war es durchaus üblich, Offiziere die seelische Probleme bekamen, in eigens dafür eingerichtete pschychiatrische Kliniken zu behandeln. Die einfachen Soldaten, die mit den Erlebnissen an der Front nicht fertig wurden, wurden meistens der Militärpolizei überlassen.)

Strategisch betrachtet, war ein Angriff auf die Meerenge bei Istanbul durchaus ein logisches, wenn auch schwieriges Unternehmen. Die Zielsetzung war die Öffnung dieser Verbindung zwischen Mittelmeer und Schwarzen Meer für Material- und Truppentransporte in beiden Richtungen. Nebenbei sollte die Türkei, die grosse Teile des Nahen Ostens besetzt hielt, und damit auch erheblich Teile des britischen Heeres gebunden, zur Kapitulation gezwungen werden. Um korrekt zu bleiben, muss klargestellt werden, dass die Idee, die Halbinsel Gallipoli anzugreifen, nicht von Winston Churchill stammte, sondern von dem griechischen Regierungschef Venizelos. Bereits Ende August 1914 wollten die Griechen 90.000 Mann an verschiedenen Stellen der Halbinsel an Land bringen, wohl weniger aus gesamtstrategischen Gründen, sondern eher um die Türken endgültig zu besiegen. Der letzte Krieg zwischen beiden Ländern war gerade 2 Jahre vorher zu Ende gegangen.

Die Briten, vor allem der Aussenminister Sir Edward Grey, hatten immer noch die Hoffnung die Türken wieder auf ihrer Seite zu bringen, und unternahmen daher nichts was von den Türken als Aggression verstanden werden konnte. Dabei hätte rasches Handeln seitens der Westmächten durchaus erfolgreich sein können. Die Türken waren noch militärisch schwach. Die Hauptmacht der türkischen Armee waren bereits in Kämpfen mit Russland verwickelt, die westlichen Grenzen dagegen nur schwach verteidigt.

Aber schon die Vorbereitungen für die Landung standen unter keinem guten Stern. Lord Kitchener, selbst nicht gerade ein genialer Führer, sucht die unfähigsten Offiziere aus, um den Angriff zu leiten. Allein die Wahl Sir Ian Hamiltons als Oberkommandierender, der als gebildet aber ohne Durchsetzungsvermögen galt, war ein schwerwiegender Fehler. Niemals hatte er im Laufe der Kampagne geschafft, sich gegen seine unfähige Divisionskommandeure, allen voran General Hunter-Weston, durchzusetzen. Und gegen Kitchener kam er gar nicht an, vermutlich ist er auch deswegen für diese Aufgabe ausgesucht worden. Die Berichte die an Kitchener sandte waren weitgehend verschönigt, und seine Forderungen nach Verstärkungen wurden nie ernst genommen.

Die Hauplast sollten dann australische und neuseeländische Soldaten tragen, überhaupt kamen diese Einheiten, die als ANZAC (Australia and Newzealand Army Corps) bekannt wurden an dieser Stelle erstmals zum Einsatz. An der Kampffähigkeit dieses neu aufgestellten Korps wurde zudem gezweifelt, dennoch haben sie sich unter den gegebenen Umständen, und auch später bei Einsätze an der Westfront, durchaus als vollwertige Kampftruppe bewiesen. Im Laufe des Ersten Weltkrieges wurden insgesamt 330.000 Australier zum Kriegsdienst eingezogen, über 50.000 starben, weitere 150.000 wurden verwundet. Bei Kriegsende waren nur noch 140.000 als Kriegsdiensttauglich eingestuft.

Der entscheidende Fehler wurde aber lange vor der eigentlichen Landung gemacht : in Februar 1915 beschossen britische Kriegsschiffe die damals noch relativ schwachen türkischen Artillerie Stellungen auf der Halbinsel Gallipoli. Am 25. Februar landeten britische Marines um die Überreste der Stellungen zu zerstören. Die Aufgabe wurde ohne jeden Gegenwehr ausgeführt. Einige Berater hatten Churchill vorgeschlagen, die ganze Marine Infanterie Division an Land zu senden, unter den gegebenen Umständen hätten sie wahrscheinlich grosse Teile der Halbinsel halten können bis Verstärkungen herangebracht werden konnten. Churchill, und auch Kitchener, hielten jedoch an den Plan fest, die Türken erst mit massiver Artilleriebeschuss niederzuhalten und anschliessend mit starken Kräften eine Landung durchzuführen. Die militärische Doktrin am Anfang des 20. Jahrhunderts sah vor, den Gegner frontal mit starken Kräften anzugreifen, ohne Rücksicht auf die eigenen Verluste zu nehmen. Diese Taktik wurde im Ersten Weltkrieg fast ausschliesslich angewendet, mit verheerenden Folgen. So wurden die Marines wieder abgezogen; Monate später starben an denselben Stellen Tausende britische, australische und neuseeländische Soldaten.

Die Türken waren mit diesem Angriff gewarnt, und hatten einige Wochen Zeit um ihre Verteidigung vorzubereiten. Der Inspekteur der türkischen Armee, Marschall Liman von Sanders sandte in aller Eile Verstärkungen nach Gallipoli. Zur Beginn der Landung standen dann drei türkische Divisionen zur Verteidigung bereit.

Kurze Übersicht

13. Dezember 1914 : das britische U-Boot B11 dringt in die Dardannellen ein, und versenkt das Schlachtschiff "Messudieh".

25. Februar 1915 : die britische Kriegsmarine beschiesst türkische Stellung auf der Halbinsel Gallipoli. Einige Einheiten der Royal Marines werden an Land gesetzt und wieder abgezogen.

5. März 1915 : Die britische Kriegsmarine beschiesst türkische Stellungen bei Gaba Tepe an der Westküste der Halbinsel. Wiederholte Versuche die Minenfelder in den Dardanellen zu räumen schlagen fehl.

18. März 1915 : Vize-Admiral de Robeck wird Nachfolger des Konteradmirals Sackville-Carden, der tags zuvor ein Nervenzusammenbruch erlitten hatte. Seine erste Handlung war völlig sinnlos : er versuchte eine Flotte von 18 Schlachtschiffen, mit begleitenden Kreuzern und Zerstörern mit Gewalt durch die Dardanellen zu zwingen. Das Ergebnis war verheerend: 6 britische und 2 französische Schlachtschiffe werden in kürzeste Zeit von der türkische Küstenartillerie versenkt.

25. April 1915 : Die ersten Truppen werden an sechs verschiedenen Stellen im Süden der Halbinsel an Land gesetzt. Die Türken, obwohl deutlich in der Minderzahl, setzen sich erfolgreich zur Wehr.

28. April 1915 : General Hunter-Weston befiehlt den ersten Angriff auf Krithia. Wegen der üblichen organisatorischen Mängel und vagen Befehlen, die keinen genauen operativen Ziel vorgaben, wurde der Angriff ein Desaster. Als Hunter-Weston endlich merkte, dass er die Übersicht verloren hatte und den Rückzugsbefehl gab, war es zu spät. Von den 14.000 Man, die um 8.00 morgens antrate, ware am Abend 3.000 tot oder verwundet.

6. Mai 1915 : Der zweite Angriff auf Krithia beginnt. Hunter-Weston widersetzt sich dem Befehl, noch vor Tagesanbruch anzugreifen, entgegen allen Regeln lässt er erst um 11.00 Uhr vormittags angreifen : der Überraschungeffekt ist vertan, die Verteidiger ausgeruht. Vier Tage lang wurde der Wahnsinn wiederholt, am letzten Tag sollte der Angriff sogar von Militärkapellen und wehenden Fahnen begleitet werden, wohl um die Kampfmoral der Australier zu erhöhen und die Türken zu intimidieren. Zum Glück waren weder Musiker noch Fahnen vorhanden.

19. Mai 1915 : 40.000 Türken greifen ANZAC Stellungen in der Nähe von Gaba Tepe an. Am Abend sind 3.000 Türken tot, weitere 7.000 verwundet.

7. August 1915 : 20.000 britische Soldaten landen in der Suvla Bucht. Das Ziel der Operation war, ein Geländestreifen etwa 8 Kilometer tief in der Halbinsel zu besetzen. An dieser Stelle standen etwa 1500 Türken, unter der Führung des deutsche Majors Willmer. Diese "Anafarta Detachement bestand aus drei Infanterie Batallione, eine Kompanie Pioniere, eine kleine Kavallerie Abteilung, sowie ein Arbeitsbatallion. In Anbetracht der Kräfteverhältnisse an anderen Stellen eine relativ leichte Aufgabe für die Angreifer, die jedoch nicht erfüllt wurde. Das Kommando wurde General-Leutnant Sir Frederick Stopford angetragen, ein Mann, der bereits wegen seinem schlechten Gesundheitszustand beriets in Ruhestand war. Zudem hatte er überhaupt keine Kampferfahrung. Anstatt seinen Untergebenen die Dringlichkeit eines raschen Vormarsches zu erläutern, liess er die gelandeten Truppen sich 24 Stunden ausruhen, ohne ernsthafte Kampftätigkeit zu entwickeln. Als am nächsten Tag Hamilton und de Robeck persönlich in der Suvla Bucht erschienen, und ihm zu Handlung zwangen, war es bereits zu spät. Liman von Sanders hatte bereits die Gefahr erkannt und sandte 3 Divisionen im Eilmarsch in das Kampfgebiet. Als die Briten dann doch zum Angriff übergingen, hatten die Türken bereits die günstigsten Verteidungsstellen besetzt, und konnten alle Angriffe erfolgreich abwehren. Neun Tage später wurde General-Leutnant Stopford durch General-Major de Lisle abgelöst.

Kleine Randgeschichte : General-Leutnant Sir Bryan Mahon, Kommandeur der 10. Division, weigerte sich unter dem Befehl de Lisle zu dienen, erstens weil er selbst der Ranghöhere war, und zweitens weil er de Lisle persönlich nicht mochte. Er verliess seinen Posten während seine Division in schweren Kämpfen auf den Kiretch Tepe Höhen verwickelt war. Jeder einfacher Soldat wäre in ähnlicher Situation standrechtlich wegen Desertion erschossen worden. Sir Bryan Mahon wurde von seinem Posten enthoben und in den Ruhestand versetzt.

14. Oktober 1915 : General Sir Ian Hamilton wird durch General Sir Charles Monro abgelöst.

3. November 1915 : Lord Kitchener fährt selbst nach Gallipoli. Nach dem er sich ein Bild von den örtlichen Begebenheiten gemacht hat, gesteht er in einem Bericht an den Premierminister Asquith, das die Aufgabe viel schwieriger ist, als er bei der Planung angenommen hatte.

16. November 1915 : wegen der wachsenden Kritik an der Gallipoli Kampagne, tritt Winston Churchill zurück.

7. Dezember 1915 : Der Rückzug aus den Dardanellen wird beschlosssen.

10. Dezember 1915 : Die Evakuierung beginnt. Bis zum 2. Januar 1916 werden 134.000 Mann, etwa 5.000 Pferde und Maultiere, sowie etwa 300 Geschütze, von den Türken weitgehend unbehelligt, von der Halbinsel abgezogen.

http://www.westfront.de/gallipol.htm

So jetzt hatte ich auch mal die gelegenheit einen Text einzukopieren.


Zuletzt bearbeitet von flask03 am 07.10.2004 - 12:04, insgesamt einmal bearbeitet
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Muhammed
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BeitragBeitrags-Nr.: 34750 | Verfasst am: 06.10.2004 - 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

vielen dank an dem Intresse für die türkei. Diese operation vernichtete Churchill politisch für einige zeit und ein anderer Militär wurde gefunden . Mustafa Kemal ( er hieß ab 1934 Atatürk da erst in diesem Jahr Familiennamen eingeführt worden sind9. Die Dardanellenverteidigung machte Kemal auf einmal berühmt und er wurde schnell befördert. Ich war selber dieses jahr an diesem so historischen Ort. Geliboglu und Canakkale sind dort die wichtigsten Städte. Geliboglu ist die erste stadt für die osmanen gewesen die auf europäischer seite lag. (1354)
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MPM
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BeitragBeitrags-Nr.: 34811 | Verfasst am: 06.10.2004 - 21:40    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr interessant, von anglo/amerikanischen Niederlagen lese ich immer gerne. Lachen
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flask03
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BeitragBeitrags-Nr.: 34927 | Verfasst am: 07.10.2004 - 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Da waren keine Amerikaner dabei.
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Hector
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BeitragBeitrags-Nr.: 34939 | Verfasst am: 07.10.2004 - 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, aber die Briten, Australier.... wurden von den amerikanern mit Waffen, Geld... versorgt.
Noch ein paar Seiten die ich zu diesem Thema ganz gut finde:

http://www.canakkale.gen.tr/eng/index.html

http://battlecruiseryavuz.hypermart.net/canakkale/index.htm
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Sven
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BeitragBeitrags-Nr.: 34957 | Verfasst am: 07.10.2004 - 15:30    Titel: Antworten mit Zitat

@ MPM

Das war ja mal wieder komplett unnötig.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 34993 | Verfasst am: 07.10.2004 - 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Von den Kriegsschauplätzen und Ereignissen des Jahres 1915
besonders erinnerungswürdig ist der Kampf um die Dardanellen.
Von Rußlandschon 1914 als wichtiges Kriegsziel definiert: Die
Eroberung Kosntantinopels ( Seit 1923: Istanbul) und der Dar-
danellen. Hierauf zielen auch die Bemühungen der Entente ab,
um die Seeverbindung zur Versorgung des russischen Verbün-
deten herzustellen. Vom englischen Lordadmiral Churchill wird
hierzu eine Seeoperation forciert; nach einem Seeraid am 19.02. und 25.02.
werden die Außenforts der türkischen Dardanellenbefestigungen zerstört;
eine versuchte Landung am 3. und 4. März bei Sedd-ül-Bahr und Kum Kale
stößt auf wenig Gegenwehr, wird aber abgebrochen.

Am 18.03. erfolgt ein Durchbruchsversuch einer britisch-französischen Flotte mit
u.a. 38 britischen und 20 französischen Großkampfschiffen, der scheitert. Die
türkischen Batterien der Dardanellenforts Tschimelik, Hamidije u.a. schießen die
Flotte zusammen; Versenkung der „Bouvet" und der „Irrisistible". Schwere Be-
schädigungen anderer Einheiten. Der Angriff endet mit einem Fiasko- die schwer
angeschlagenen Flotte gelingt nur mühsam der Rückzug zuum Dardanellenausgang.
Der erste Seelord, Fisher, tritt zurück; Churchill wird abgesetzt.

Nunmehr sollen die Dardanellen durch eine große Landoperation erorbert werden.
Am 25.04.1915 beginnt nach Artilleriebeschießung die Landung der Ententestreit-
kräfte an mehreren Abschnitten an der Südküste der Halbinsel Gallipoli.
Im Süden landen die Briten 17.000 Mann an, bei Ari Burun landen 30.000 Australier
und Neuseeländer des Korps ANZAC (Australia and Newzealand Army Corps).
Im Norden der Halbinsel und auf dem asiatischen Festland erfolgen zur Ablenkung
zwei Scheinlandungen ( Bei Bulair 10.000 Mann britische Marieinfanterie ; 16.000
Franzosen bei Kum Kale.) Im Abwehrfeuer der türkischen Stellungen beleiben die
Landungstruppen liegen und können nicht vorstoßen; auf kleinstem Raum entwickelt
sich ein verlustreicher Stellungskrieg, der den Kämpfen in Flandern und Frankreich
vergleichbar ist.

Die Entente landet weitere Divisionen und Material nach; die Türken führen weitere
Verstärkungen nach; in den folgenden 9 Monaten behält die osmanischen 5. Armee
unter Führung Sanders Pascha (der deutsche Generals Liman von Sanders) die
Oberhand. Kurz vor Weihnachten 1915 schiffen sich die Allierten wieder ein.
Nach der Schlacht werden auf britischer Seite 43.000 Tote bilanziert, die osmanische
Seite hat mit 55.000 Toten noch höhere Verluste zu beklagen.

In Australien und Neuseeland wird die Erinnerung an Gallipoli und die australischen
und neuseeländischen Soldaten der ANZAC, die die Hauptlast der Kämpfe trugen,
bis heute im kollektiven Gedächtnis bewahrt.

Für den Mißerfolg der allierten Operation ist die Führung verantwortlich; dabei sind
die britische Fehleinschätzung der Kampfkraft und der Fähigkeiten der türkischen
Verbände als wichtigste Gründe zu nennen. Dagegen hat die gründlich unterschätzte
osmanische Armee, die bei Gallipoli die Hälfte des Heeres eingesetzt hat, sich be-
haupten können. Unzureichend ausgerüstet und schlecht ausgestattet, aber gut
motiviert und geführt, zeichnete sich der türkische Soldat durch Mut, Tapferkeit,
Angriffswillen und Improvisationsfähigkeit aus.

Türkische Tapferkeitsauszeichnung 1. Klasse,
in zwei Stufen 1915 als Pendant zum preußischen
Eisernern Kreuz geschaffen. In Deutschland als
„Eiserner Halbmond", bei der Entente als „Galipoli-Star" bekannt.





Türkisches Koppelschloß.
Unter Stern und Halbmond in arabischer
Schrift und türkischer Sprache die Inschrift
„Asakr-i Shahaneh", Osmanische Armee.

Quelle : http://www.altearmee.de/chronik/1915.htm


Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 64848 | Verfasst am: 11.07.2005 - 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

Es lief gestern ne türksiche Dokumentaion üer das Geliboglu- Fiasko. Sehr intressant gewesen, aber auch extrem lang.(3 stunden)


Letzte Woche wurden in der Türkei Karten gefunden, die um 1914-1915 gemacht worden sind. AUf den Karten sind alle NAchschubwege, versteckte Depots, Artilleriestellungen, geheim wege, friedhöfe türksicher soldaten und allierter soldaten eingezeichnet.


Man wil nun die katakomben untersuchen. Die wissenschaftler erhoffen sich schöne Funde. Die Friedhöfe dürften massenfriedhöfe sein. Man will die leichen vernünftig begraben. gleiches soll mit den allierten soldaten passieren.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 83645 | Verfasst am: 15.01.2006 - 19:41    Titel: Antworten mit Zitat

Bilder von der Landung :

http://www.greatwar.nl/downunder/gallipoli00.html

Winken

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 83688 | Verfasst am: 15.01.2006 - 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

Gibt ein ganz gute Doku aus der Reihe Battlefield Detectives des History Channels. (Kann man sich ja aus einschlägigen Diensten runterladen... Zwinkern ). War schon eine katastrophal geplante und durchgeführte Operation. Die britischen Karten des Landungsgebietes wurden u.a. von See aus per Hand gemalt, die gelandeten Truppen wurden mit falscher Munition versorgt usw.
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MG 08/15
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BeitragBeitrags-Nr.: 99347 | Verfasst am: 30.06.2006 - 15:37    Titel: Antworten mit Zitat

da ich halbtürke bin interresiert mich das sehr zudem ich da Verwante verlorn habe eine Bruder meines Uropas und den Sohn des Bruders denn ich will da hin und meinen Verwanten die letzte Ehre geben denn nach dem was mein türkischer Opa von seinem Vater erzählt bekommen hat waren beide sehr nett leute die immer zu späße aufgelegt waren. Der Vater war 43 und der Sohn 20 beide Starben durch einen Granatvolltreffer in ihrer stellung. Weiß jemand etwas mehr über den hügel baby 700 so wurde der Hügel anscheindend genannt bei den Briten wo beide starben (nicht genau auf dem hügel aber in der nähe weil mann kaum was von ihnen gefunden hatt weiß mann nicht so ganau wo sie starben)


MFG

david Winken
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MG 08/15
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BeitragBeitrags-Nr.: 100129 | Verfasst am: 13.07.2006 - 20:52    Titel: Antworten mit Zitat

kann mir niemand helfen???

MFG

david
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Eland90
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BeitragBeitrags-Nr.: 164822 | Verfasst am: 16.12.2008 - 22:26    Titel: Antworten mit Zitat

Das einzige was ich zu Gallipoli beitragen möchte ist das das Fiasko bei den "Colonials" (Südafrika, Australien und Neu-Zeeland) bis heute einen bitteren Geschmack hinterlassen hat. Wenn die englische Heeresführung keine Briten vorschicken wollte das hiess es "send the Colonials". Nach meinen Unterlagen sind sowohl im ersten als auch im zweiten WK die NeuZeeländer die Verlierer gewesen was den Verlust ihrer Männerbetraf (prozentual gesehen). Dann die Aussies, dann die Südafrikaner. Im zweiten WK durften die Südafrikaner den zweiten Platz nach denn Kiwis belegen. Der sarkastische Ton ist nich Absicht, sorry. Bei uns "Boers" ist es Monte Cassino und Tobruk wo´s austößt.

Der Film Gallipoli mit einem sehr jungen Mel Gibson hatte mich derart bewegt das ich beschloss mich in der Wehrplicht nicht verheizen zu lassen. So wurde Panzeraufklärer weil ich glaubte so noch ein bisschen Kontrolle über mein Schicksal haben zu können. Sonst wäre ich zur Infantrie gekommen.

Der Film ist übrigens zu empfehlen, auch das Buch "Ayo Gurkhali"
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BeitragBeitrags-Nr.: 164825 | Verfasst am: 16.12.2008 - 22:48    Titel: Antworten mit Zitat

Man vergesse nicht die Kanadier, die man in HongKong auf verlorenem Posten untergehen ließ und die man in der Normandie gerne gegen die Division HJ schickte. Zwinkern

Horrido!

Nicole
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