Väter und Großväter im Kriegseinsatz?
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aufklärer
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BeitragBeitrags-Nr.: 194479 | Verfasst am: 03.05.2011 - 08:16    Titel: Mein Vater im Krieg Antworten mit Zitat

Steht schon unter Personensuche nun versuch ich hier ein Ergebnis zu erzielen

Hallo Mitglieder Panzer-Archiv,
wer kennt meinen Vater Karl Reinhold Sachse geb. 1921 in Mittelbach b. Chemnitz/Sachsen
1.Panzergrenadier Division Leibstandarde Adolf Hitler(LAH)
SS Rottenführer, Träger EK2, Ostmedaille, Infantriesturmabzeichen

Chronik:
Beruf :Weber Möbelstoffweberei Lunzenau b. Penig
Ausbildung Wehrmacht :Gebirgsjägerausbildung Vogesen
Weg durch den Krieg :-Wehrmachtsdepot Milano Italia
-Kradmelder/Aufklärer Ukraine
Tscherkassy/Uman/Talnoje
:-durch den ganzen Balkan bis Albanien
: Ausbilder Junkerschule Bad Tölz
: englische Gefangenschaft

Wer hat oder hatte einen Vater der ähnlichen Kriegsweg zurückgelegt hat.
Stelle noch ein Foto rein, wo ich vermute es könnte mein Vater mit seiner Rotte
in der Ukraine sein.

hier ein Link zum Bild:genau in der Mitte könnte mein Vater sein
http://de.wikipedia.org/wiki/Dnepr-Karpaten-Operation
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bunde ... _Russland,_Gruppe_deutscher_Soldaten.jpg
Danke vorab E. Sachse
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Donnerkeil
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BeitragBeitrags-Nr.: 197211 | Verfasst am: 29.10.2011 - 13:01    Titel: Ein unglaublicher Zufall Antworten mit Zitat

Guten Tag!

Beim lesen der Erlebnisse der Großväter fiel mir eine Begebenheit aus meinen Kindheitstagen ein. So ca. 10 Jahre nach Kriegsende konnte man noch so manche Erzählung von ehemaligen Soldaten hören. Ich, als interessiertes Kind, spitzte dann besonders die Ohren. Hier also die Geschichte eines Onkels, vermutlich bei der Infanterie.
Sie lagen in einem Grabensystem im Einschließungsring irgendwo vor Leningrad. Es war Winter. Jahresangabe kann ich keine machen.
Ein Spähtruppunternehmen wurde für die Nacht angesetzt. Ziel der Aufklärung, ist mir heute nach so vielen Jahren, unbekannt. Dies habe ich vergessen.
Etwa in der Mitte zwischen den Gräben, im sogenannten Niemandsland, stießen sie durch Zufall auf einen gegnerischen Spähtrupp. Es kam zu einem heftigen Feuergefecht, in deren Verlauf mein Onkel einen Bauchschuß erhielt.
Die Gegner trennten sich und er blieb alleine zurück.
Die Schmerzen setzten erst nach einiger Zeit richtig ein.
Er schrie um Hilfe.
Vergebens.
Die Kameraden kamen nicht ihn zu holen.
Von beiden Gräben aus wird das Vorgelände beständig mit MG-Feuer bestreut.
Leuchtkugeln erhellten immer wieder das schneebedeckte Land.
Wieviel Zeit vergangen war weiß er nicht.
In immer größer werdenden Abständen rief er verzweifelt nach dem Sani.
Er fror erbärmlich. Schmerzen setzten ein und die Angst zu sterben hatte in ergriffen.
Da, ein schleifen, ein knarzen im festgefrorenem Schnee.
Sie kamen endlich.
Sie kamen tatsächlich.
Krochen in ihren weißen Tarnanzügen zu ihm.
Kräftige Hände krallten sich in die Kleidung und zogen ihn, immer noch auf dem Bauche liegend, Richtung russischen Graben.
Dort angekommen wurde er so schnell wie nur möglich ärztlich versorgt und später nach Leningrad in ein Lazarett verbracht.
Für diese Tat war er den Russen so dankbar, daß er ihnen nach seiner Genesung anbot für sie zu arbeiten. Was er dann auch tat, indem er in der eingeschlossenen Stadt in einer Waffenfabrik freiwillig arbeitete.
Den eigenen Kameraden nahm er bis zu seinem Lebensende übel, daß sie ihn einst im stich ließen.
Das Risiko ihn zu retten, war für die Russen genau so groß wie es für die eigenen Leute gewesen wäre.
1957
Meine Mutter und dieser besagte Onkel hatten sich zusammen in Oberbayern, in der Nähe von Oberpaffenhofen-Germering ein kleines Zweifamilienhaus gekauft.
In der einen Hälfte wohnten wir. Die andere Hälfte wollte mein Onkel vermieten und gab eine Anzeige in der Zeitung auf.
Die Dornier-Werke hatten dort gerade die Fertigung der Do 27 für die noch junge Bundeswehr begonnen.
Es wurden dort in der Fabrik eine Menge Arbeitskräfte gebraucht, und der Wohnungsraum war knapp.
Auf das Zeitungsinserat meldeten sich mehrere Leute. Darunter ein Mann, der deutsch mit russischem Akzent sprach. Wie er damals nach Deutschland kam, und warum er bleiben konnte, ist mir unbekannt.
Es entwickelte sich zwischen den beiden Männern ein Gespräch über den Krieg und ihrem Fronteinsatz.
Dabei stellte sich heraus, daß sie sich genau gegenüber lagen. Ich kann mich noch heute daran Erinnern, wie sie von markanten Geländepunkten sprachen, um so festzustellten, ob sie sich einst tatsächlich als Feinde im gleichen Raum bekämpften.
Sie taten es.
Sie lagen sich im Graben gegenüber.

Diese Geschichte habe ich so tatsächlich selbst mitangehört und sie nur leserlich niedergeschrieben.

Viele Grüße

Donnerkeil
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Messerschmitti
Interessiertes Mitglied


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Beiträge: 21

BeitragBeitrags-Nr.: 199457 | Verfasst am: 04.06.2012 - 16:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe zwei Großväter mit Kriegserlebnissen.

Großvater väterlicherseits war bis 1943 Obersteiger in Oelsnitz im Erzgebirge. Dann wurde er eingezogen und an der Ostfront eingesetzt. Bei den Rückzugskämpfen auf der Krim war er dabei, sowie bei der Evakuierung Sewastopols. Im Januar 1945 wurde er in Polen von der Roten Armee gefangengenommen. Nach 5 langen Jahren Gefangenschaft in Lagern von Leningrad bis Moskau kam er schließlich 1950 zurück.
Die Einheit ist mir leider nicht bekannt. Er war Maschinengewehrschütze, ausgerüstet mit dem MG42. Vom Krieg hat er nie viel erzählt, allerdings ist er nachts sehr oft panisch aufgewacht und erzählte dann von den Katjusha-Raketenwerfern.

Mein Großvater mütterlicherseits gehörte zur Wachmannschaft bei den V2-Versuchsanstalten Peenemünde. Er hat sich zeit seines Lebens an seine Schweigepflicht gehalten und hat NIE auch nur ein Wort über die Geschehnisse dort verloren. Mir ist allerdings bekannt, das er die Bomberangriffe auf Peenemünde überlebte,worüber er leider auch nie erzählte.
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