Schuld am Gaskrieg 1915-1918?
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 43362 | Verfasst am: 22.12.2004 - 17:47    Titel: Schuld am Gaskrieg 1915-1918? Antworten mit Zitat

Mit der Behauptung, dass Deutschland als erstes Land im 1.Weltkrieg am 22.April 1915 in Ypern/Belgien Giftgas eingesetzt, wird automatisch jede Schuld für den Gaskrieg, der ca.100000 Menschen tötete und die zehnfache Anzahl verwundete auf Deutschland geschoben.
Dabei wird folgendes völlig ignoriert:"1912 brachte das französische Militär chemische Kampfstoffe zur Einsatzreife: eine Gasgewehrgranate mit Bromessigesterfüllung. 30000 dieser Granaten wurden nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges eingesetzt". (Brockhaus Enzyklopädie)

In seiner Dokumentation über die Geschichte des Gaskrieges schreibt Günther W.Gellermann: "Bei Beginn des Krieges 1914 verfügten einzig die Franzosen über einsatzbereite Gaswaffen. Auf der deutschen Seite sind offensichtlich vor Beginn des Krieges keinerlei Kampfgasvorbereitungen getroffen worden. ...Frankreich hatte chemische Substanzen für militärische Zwecke zum ersten Mal zum Einsatz gebracht. Deutschland zog nach". Die Vorreiterrolle Frankreichs betont auch der Toxikologe und Zeitgeschichtler Dieter Martinetz in seinem Buch über den Gaskrieg 1914-1918.
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 43366 | Verfasst am: 22.12.2004 - 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

So auch nachzulesen in Olaf Groehlers "Der lautlose Tod".
Kleiner Unterschied: Die franz. Kampfgase wirkten nur als Tränengas und Lungenreizstoff, die deutschen waren als erstes wirkliche Mord- und Verletzungswaffen.
Trotzdem hat Frankreich mit dem Einsatz chemischer Waffen angefangen.
Deutschland war aber führend in der Forschung chemischer Waffen danach.
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 43369 | Verfasst am: 22.12.2004 - 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Trotzdem hat Frankreich mit dem Einsatz chemischer Waffen angefangen.

In der Tat:Frankreich trägt also eindeutig die Schuld am Giftgasdebakel des 1.Weltkrieges!
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 43372 | Verfasst am: 22.12.2004 - 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, die Deutschen hatten nur die "besseren Argumente".
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 43374 | Verfasst am: 22.12.2004 - 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

Redet Ihr von DEM Olaf Groehler aus dem Osten , der so gekonnt gewisse Tatsachen der Luftkriegsführung geleugnet hat ?

Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 43375 | Verfasst am: 22.12.2004 - 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, Du musst schon unterscheiden, wann er diese Bücher geschrieben hat.
sein Wälzer über den Luftkrieg ist zum Teil sehr gut, zum Teil sehr rot eingefährbt.
Sein Buch über den Gaskrieg (erschienen etwa 1992) ist sehr gut und erstaunlich neutral, liegt wohl am neuen Verlag.

Ist aber wie mit Irving. Sein Buch über den Konvoi PQ-17 ist das Beste zum Thema Rußlandgeleitzüge, was ich gelesen habe. Anderes wiederum fasse ich gar nicht mehr an.
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 43389 | Verfasst am: 22.12.2004 - 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

Haben die Engländer im Burenkrieg nicht chemische Waffen eingesetzt?

Irgendwie schwebt mir sowas im Gedächtnis... Fragend

MFg

alex
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Kai
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BeitragBeitrags-Nr.: 43402 | Verfasst am: 22.12.2004 - 21:10    Titel: Antworten mit Zitat

Jan-Hendrik,

ich kann Hoover da zustimmen. Ich hab das Buch bloß angelesen, weil mich das Thema herzlich wenig interessiert, aber bis jetzt hörte ich von aller Stelle nur Lob darüber (J.Wurdack oder ein ABC-SS-Fw).

Allerdings hört man leider immer noch viel zu oft, Deutschland hätte den Gaskrieg eröffnet...
womit ich aber auch kein Problem hätte. Ich halte C-Waffen für ein absolut legitimes Mittel zur Tötung von Soldaten, im Gegensatz zu B- und A-Waffen.
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Sven
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BeitragBeitrags-Nr.: 43406 | Verfasst am: 22.12.2004 - 21:14    Titel: Antworten mit Zitat

Das "gute" an C-Waffen ist das ihre Wirkung defenetiv bekannt ist.

Ein Virus kann mutieren und uns alle weghauen, nach einer A-Waffe strahlts wie nen Glühwürmchen.
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Kai
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BeitragBeitrags-Nr.: 43410 | Verfasst am: 22.12.2004 - 21:19    Titel: Antworten mit Zitat

Die modernen C-Waffen können auch sehr tückisch sein und haben z.T. Langzeitwirkung...
ich würde nicht sagen, dass man die Wirkung solcher Waffen genau abschätzen kann als Soldat im Felde... aber wenigstens der Wissenschaftler im Labor sollte das können. Und das kann er bei B-Waffen nicht.
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Sven
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BeitragBeitrags-Nr.: 43496 | Verfasst am: 23.12.2004 - 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

Naja bei C-Waffen werden die wohl wissen was für Eigenschaften das Zeug hat.
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Ta152
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BeitragBeitrags-Nr.: 44469 | Verfasst am: 01.01.2005 - 23:28    Titel: Antworten mit Zitat

Panzerlexikon hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Trotzdem hat Frankreich mit dem Einsatz chemischer Waffen angefangen.

In der Tat:Frankreich trägt also eindeutig die Schuld am Giftgasdebakel des 1.Weltkrieges!


Absoluter Quatsch. Schuldzuweisungen sind bei so komplexen Vorgängen immer schwierig, die Schuld aber Frankreich zuzuweisen ist quatsch.

Die obrigens Zitate sind mindestens aus dem Zusammenhang gerissen (Ich kenne nur "Der Gaskrieg von Dieter Martinetz")

Da gibt es z.B. den interessanten Satz:
Zitat:
Auch in Deutschland existierten unmittelbar zu Kriegsbeginn weder chemische Waffen noch konkrete praktische Pläne für solche, wengleich man sich bereits in den Vorkriegsjahren verschiedenste mit entsprechenden versuchen zur militärischen Nutzung chlorierter und bromierter Tränenreizstoffen sowie Blausäure befast hatte


Die von den Franzosen verwendeten Gewehrgranten enthielten gerade mal 19ml Bromessigsäureethylen. Diese wurden 1912 für die Polizei hergestellt. 1914 hat man nachproduziert, alerdings statt Brom Chlorsulfat verwendet. Der Wirkstoff hatte eine Wirkung die ähnlich dem heutigen Tränengas war. Um tödlich zu sein bracuhte man Konzentrationen die nicht sinnvoll zu erreichen waren (erst recht nicht mit den Gewehrgranaten). Die Dienstvorschrift für diese Waffe erschien am 21.Februar 1915 nachdem Joffre diese (Waffe) am 7.1.1915 gefordert hatte.

Die ersten (außen-)Versuche mit Chlorgas fanden ebenfals im Januar 1915 statt, also noch befor die die Gewehrgranten eingesetzt wurden. Schon am 25. Januar 1915 wurde der Stabschef der 4. Armee udn der komandierende General des XV. Armeekorps darüber unterrichtes das der Einsatz von Giftgas in ihrem Abschnitt geplant ist.

Schon deutlich früher, nämlich am 27. Oktober 1914 verwendeten die DEutschen Truppen sogenate Ni-Granaten die neben der normalen Brisanzladung eine gewisse Menge o-Dianisdinchlorsulfonat einen NAsen und Rachenreizstoff enthielten. Auch das waren schon C-Waffen, auch wenn sie nicht gegen die Hagener Landkriegsordnung verstießen.
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 44510 | Verfasst am: 02.01.2005 - 13:11    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Schuldzuweisungen sind bei so komplexen Vorgängen immer schwierig, die Schuld aber Frankreich zuzuweisen ist quatsch.

Hat Frankreich zuerst chemische Waffen eingesetzt oder hat Frankreich dies nicht getan?Wenn du diese Frage korrekt beantwortest,müsstest du mir zustimmen Zwinkern

Zitat:
Bei Beginn des Krieges 1914 verfügten einzig die Franzosen über einsatzbereite Gaswaffen. Auf der deutschen Seite sind offensichtlich vor Beginn des Krieges keinerlei Kampfgasvorbereitungen getroffen worden . ... Frankreich hatte chemische Substanzen für militärische Zwecke zum ersten Mal zum Einsatz gebracht. Deutschland zog nach ".
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Reaper[]
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BeitragBeitrags-Nr.: 44512 | Verfasst am: 02.01.2005 - 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

schön das es in deiner kleinen Welt nur schwarz und weiss, 1 und 0, an und aus gibt.
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Ta152
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BeitragBeitrags-Nr.: 44515 | Verfasst am: 02.01.2005 - 14:12    Titel: Antworten mit Zitat

Panzerlexikon hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Schuldzuweisungen sind bei so komplexen Vorgängen immer schwierig, die Schuld aber Frankreich zuzuweisen ist quatsch.

Hat Frankreich zuerst chemische Waffen eingesetzt oder hat Frankreich dies nicht getan?Wenn du diese Frage korrekt beantwortest,müsstest du mir zustimmen Zwinkern

Zitat:
Bei Beginn des Krieges 1914 verfügten einzig die Franzosen über einsatzbereite Gaswaffen. Auf der deutschen Seite sind offensichtlich vor Beginn des Krieges keinerlei Kampfgasvorbereitungen getroffen worden . ... Frankreich hatte chemische Substanzen für militärische Zwecke zum ersten Mal zum Einsatz gebracht. Deutschland zog nach ".


Nein, muß ich nicht. Wie ich bereits geschrieben habe hat Deutschland bereits 1914 C-Waffen eingesetzt. Dazu kommt das der Einsatz bzw. die Einsatzplanung der beiden Staaten paralel zuenander leifen. Der einsatz von Chlorgas war also keien Rekation auf den Einsatz von Bromessigetylester.

Dazu kommt das man mit dem Bromessigetylenester nicht gegen die Hager Landkriegsordnung verstoßen hat (Deutschland mit dem Ni-Pulver auch nicht).

Der Text der Hager Landkriegsordnung besagt: "...c), die Verwendung von Geschossen deren einziger Zweck es ist, giftige oder erstickende Gase zu verbreiten." Es war gefordert, daß die Splitterwirkung immer die Giftwirkung übertreffen muß.

Mit den kleinen Gewehrgranten war es nicht möglich eine tödliche Konzentration hinzubekommen. Die Verbrennungsgase noralen Sprengstoffes waren da ähnlich Giftig.

MAn sollte bei den obrigen Zitat auch nich vergessen in welche richtung argumentiert werden sollte. Orginalqulle ist lt. dieser Seite (http://www.n-a-f.com/Berichte/dtGeschichte/text0004c.htm)
die "Deutsche Wochen-Zeitung".
http://www.im.nrw.de/sch/346.htm
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