Weitere Infos z. d. Kämpfen in und um die Festung Harz
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Endzeit Jan
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BeitragBeitrags-Nr.: 46252 | Verfasst am: 15.01.2005 - 12:48    Titel: Weitere Infos z. d. Kämpfen in und um die Festung Harz Antworten mit Zitat

Hi
Im Harz wurde im April 1945 viele bekannte Verbände bzw die Reste derer eingeschlossen.
Dieser Tread soll versuchen alle Quellen zu erschließen was für Verbände in den Harz flossen.

Ich würde sagen als Zeitraum nehmen wir die Kesselschließung im Rurgebiet und die 1. Kämpfe der SS-Pz.Brig."Westfalen".

Und das habe ich von meiner HP:
http://www.diedeutschewehrmacht.de/11%20armee%20(II).htm

wer kann weitere Infos zu diesen schweren Kämpfe geben?

Jan
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BeitragBeitrags-Nr.: 46263 | Verfasst am: 15.01.2005 - 13:11    Titel: Antworten mit Zitat

Wir werden vom Umfang her sicher nicht besser als Saft, aber wir werden sicher einige neue Informationen sammeln können!

Ich fange mal an. Der Text ist eine Mischung aus Saft, "Letzer Lorbeer" (Geschichte des FallschPiBtl 5), einigen After the Battle-Heften usw. Habe ich für unsere FallschPiBtl 5-seite geschrieben.

Fallschirmpionierbataillon 5
Endkampf im Harz 1945



Nach der Zerschlagung der 5. Fallschirmjägerdivision zum Ende der Ardennenoffensive und der weitgehenden Gefangennahme des Hauptteils der Division an Rhein und im Ruhrkessel wurden die Restteile (in Stärke von 3 Kompanien) im Harz in den Orten Schwarzfeld und Bad Lauterberg versammelt, um dort mit Ersatz aus dem Ersatzbataillon in Gardelegen aufgefüllt zu werden. Diese Restteile wurden geführt von Major Berneike, Träger des Ritterkreuzes und der silbernen Nahkampfspange. Eingesetzt war er als Kampfkommandant von Bad Lauter-berg, das er auch mit allen Mitteln zu verteidigen gedachte.
Nördlich von Bad Lauterberg waren die Reste des Fallschirmpionierbataillon 5 unter des RK-Trägers Leutnant Friedrich Bausch damit beschäftigt, mehrere Brücken über die kleinen Harzbäche zu sprengen. Die knapp 50 Mann wurden verstärkt durch ca. 100 Mann Ersatz, der über keine Sprungerfahrung, geschweige denn Pionierausbildung verfügte. Aus dem Ruhrkessel waren die Pioniere über den Westerwald und Kassel in den Harz gelangt. Die Stellungen lagen beim Dorf Bernterode. Täglich kam es dabei durch Jabo-Beschuß zu Ausfällen.
Am 12.04.45 griff das 413. US-Infanterieregiment Bad Lauterberg an. Die zahlenmäßig weit unterlegenen Fallschirmjäger mußten die Stadt nach heftigem Häuserkampf räumen. Die Be-völkerung lebte während der Kämpfe in den Bergbunkern im Harz. Da es keine sanitätsdienst-liche Versorgung oder Wasser gab, gingen einige Zivilisten zu den amerikanischen Linien, um eigenmächtig eine Kapitulation anzubieten. Major Berneike führte diese Verhandlungen weiter, aber ohne Erfolg. Am 14.04.45 war Bad Lauterberg schließlich komplett von den deutschen Truppen gesäubert. Die verteidigenden Fallschirmjäger wurden an diesem Tage von amerik. Aufklärungspanzern umgangen, so daß die Verteidiger auch den Ortsrand aufgeben mußten. Der neue Gegner war die 1. US-Infanteriedivision, die berühmte „Big Red One“. Das 26. US-InfRegt kämpfte be-reits in St. Andreasberg, wo 3 Jagdtiger der 3./schweren Panzerjagdabteilung 512 eine Menge Probleme machten. Die Fallschirmjäger zogen sich deshalb 10 Kilometer nach Braunlage zurück. In Bad Lauterberg sind neben 32 dt. Soldaten auch 75 Zivilisten ums Leben gekom-men.
In Braunlage angekommen fanden die Fallschirmjäger ein Chaos vor. Die Reichsstraßen R4 und R24 waren verstopft mit Fahrzeugen und Pferdefuhrwerken. Die Amerikaner stießen von Süden, Westen und Norden auf die Stadt vor. Verschiedene Einheiten wurden von den Kom-mandeuren einfach aufgelöst, die Soldaten schlicht „entlassen“ (Was später für die Amerika-ner keine Rolle spielte, die Gefangenen kamen zum großen Teil in die großen Lager in den Rheinauen bei Remagen). Für das Zurückfließen der deutschen Truppen in den Ostharz gab es eine Erklärung: Gerüchten zufolge würden zu Führers Geburtstag am 20.04.45 Geheimwaffen ein-gesetzt werden, die die Wende im eigentlich schon verlorenen Krieg bringen sollten. Und viele deutsche Soldaten glaubten diesem Gerücht! Zur Verteidigung von Braunlage standen 1 Königstiger und 1 Tiger zur Verfügung. Zu welcher Einheit diese Panzer gehörten kann nicht mehr festgestellt werden (verm. PzJgAbt 512 oder sPzAbt 508). Die Reste der 5. Fallschirmjägerdivision zerstreuten sich hier in den Wirren des Rückzuges. Unter den Gefangenen, die die 1. US-InfDiv am 16.04.45 am Brocken machte, waren einige, viele werden auch direkt in Braunlage die Waffen niedergelegt haben. Sicher ist nur, daß 35 Fallschirmpioniere unter Lt. Bausch am 19.04.45 bei Thale eine Baum-sperre gesprengt haben. Die Pioniere hatten aus dem Ardenneneinsatz immer noch 2 Lkw`s , auf denen insgesamt 2 Tonnen Sprengstoff und Munition waren. Sie wollten versuchen, nach Berlin durchzubrechen (!), aber in dem kleinen Ort Neinstedt staute sich der Verkehr, wo dann noch amerikanische Panzer in den Stau schossen. Die Fallschirmpioniere wurden nach kurzem Häuserkampf gefangengenommen. Es waren noch 12 Mann.
Die 5. Fallschirmjägerdivision hat endgültig aufgehört, zu existieren.
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Endzeit Jan
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BeitragBeitrags-Nr.: 46267 | Verfasst am: 15.01.2005 - 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Letzter Lorbeer kenn ich nicht.
Wo ist das her?

Es standen ja auch Fallis im Eichsfel im Kampf.

Jan
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BeitragBeitrags-Nr.: 46273 | Verfasst am: 15.01.2005 - 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hi
In einem alten DDR Buch las ich das die Kräfte im Harz ca 70000 Mann hatten.
Kommt das hin??
Jan
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BeitragBeitrags-Nr.: 46401 | Verfasst am: 15.01.2005 - 23:22    Titel: Antworten mit Zitat

Schwer zu sagen. Dazu müsste man den Kampfraum Harz schon genau umgrenzen. Der Befehlsbereuch des "Kampfkommandanten Harz" umfasste grob gesagt den Umkreis Langelsheim im Norden, Seesen, Bad Grund, Osterode, Herzberg, Bad Sachsa, Illfeld, Harzgerode, Gernrode, Thale, Blankenburg, Wernigerode, Bad Harzburg und Goslar, also ein Ei mit einem Duchmesser von 70 Km breite und etwa 50 Km Länge. Darin waren sicherlich Tausende eingekesselt, aber viele trTle ergaben sich kampflos den Amis. Auch waren zig Reste zerschlagener Divisionen im Harz, wie die 5. FJD, 116. und 9. PD, 272. ID, Pz Brig Westfalen, diverse Schulformationen etc.

70.000 ist möglich, kann aber zu wenig sein. Ich werde mal prüfen, woe hoch die gemeldeten Gefangenzahlen der Amis waren.
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BeitragBeitrags-Nr.: 46465 | Verfasst am: 16.01.2005 - 13:03    Titel: Antworten mit Zitat

Gibt es weitere Handfeste Quellen außer Bornemann und Saft??

@Hoover
Muß mal zum Datum sehen wann es 70000 Mann waren.
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BeitragBeitrags-Nr.: 46516 | Verfasst am: 16.01.2005 - 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

Handfeste Quellen, oha! Ich gehe von guten Büchern davon aus, ob prüfbare Quellen angegeben werden. Ich habe x Bücher gehabt, wo super Informationen drin waren, aber ohne Quellen. Und wenn sich diese dann von Saft, Martin oder Dollinger stark unterscheiden...verkaufe ich die Bücher bei Ebay...
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BeitragBeitrags-Nr.: 47303 | Verfasst am: 22.01.2005 - 14:14    Titel: Antworten mit Zitat

Wie sah es eigendlich an der Ostfront des Harzes aus?

Jan
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BeitragBeitrags-Nr.: 48695 | Verfasst am: 03.02.2005 - 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hi
Wieviele Panzer (eingeschlossen Jagdpanzer und Stug`s) könnten im Harz gewesen sein?

Jan
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BeitragBeitrags-Nr.: 48701 | Verfasst am: 03.02.2005 - 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ich werde nachher mal die Beutemeldungen nachsehen. Ich werde mich dabei an den befehlsbereich des KpfKdt Harz halten, sonst wird es zu unübersichtlich.

Auf jeden Fall werden es zuwenig Jagdtiger sein, denn angeblich wurden 3 Stück zerstört oder erbeutet, es müssten aber mehr sein. Also sind die US-Meldungen teilweise auch für die Hose. Traurig
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BeitragBeitrags-Nr.: 48708 | Verfasst am: 03.02.2005 - 15:39    Titel: Antworten mit Zitat

Mehr Jagdtiger als den Einen bei St.Andreasberg, von dem es zwei Fotos gibt, würden mich stark wundern.

Wieder mal die alte Frage, wieviele eindeutige Fotos von deutschen Panzerwracks gibt es aus dem Harz?
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BeitragBeitrags-Nr.: 48711 | Verfasst am: 03.02.2005 - 15:48    Titel: Antworten mit Zitat

Soweit ich weiss wurde 1985 im Selketal ein Aufbau eines verunglückten StuG III's gefunden. Ausserdem wurde nach der Wende ein Sdkfz. 251 miten im Todesstreifen endeckt. Ich weiss nicht ob euch das weiterhilft? Fragend
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BeitragBeitrags-Nr.: 48727 | Verfasst am: 03.02.2005 - 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Also, der 251 steht heute im Museum in bad Oeynhausen. Komplett bis auf die seitlichen panzerplatten des Aufbaus. Wurde 1990 im Todestreifen bei Schierke gefunden. Und das StuG III war schon lange bekannt, nur hatte niemand die Kohle, die Reste zu bergen. Jetzt ist es weg, weiß jemand, wo die Teile hingekommen sind?

Es gibt mehr Fotos von Jagdtigern im Harz, mir fallen 3 verschiedene ein.

Ich werde mal verscuhen, meinen Scanner wieder zum Atmen zu bekommen.
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Felix
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BeitragBeitrags-Nr.: 48731 | Verfasst am: 03.02.2005 - 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

Die Reste müssten im Millitär Historischen Museum Dresden sein. Laut meiner Kenntnis versucht man dort mit Resten zweier anderer StuG's (eins aus einem Seitenarm der Oder, das andere wurden auf einem Hinterhof in Tharant bei Dresden entdeckt) ein ausstelungsfähiges zu erschaffen.
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BeitragBeitrags-Nr.: 48741 | Verfasst am: 03.02.2005 - 17:44    Titel: Antworten mit Zitat

Super, Stückwerk. Aber besser als nichts.
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