Weitere Infos z. d. Kämpfen in und um die Festung Harz
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Gardes du Corps
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BeitragBeitrags-Nr.: 204171 | Verfasst am: 27.11.2014 - 11:30    Titel: Antworten mit Zitat

gern Lachen irgendwie muss es sich ja mal auszahlen, dass man 6 Jahre in einem Divisionsstab als operativer Offz. gearbeitet hat ;)
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 204173 | Verfasst am: 29.11.2014 - 00:34    Titel: Antworten mit Zitat

LTDAN hat Folgendes geschrieben:
Wodurch unterscheidet sich die Lage bzw. Infrastruktur denn z. B. von Aschersleben , Halberstadt oder auch Werningerode, Quedlinburg, das gerade Blankenburg für eine Verwendung als HQ so besonders macht?
Fragend


In Blankenburg gabs ne begonne Untertageanlage, die konnte genutzt werden. Dazu die Lage der Stadt zwischen den Regensteinen und dem Harzrand. Man konnte gut verteidigen oder sich in den harz zurückziehen ohne umgangen zu werden. Halberstadt und Quedlinburg lagen dagegen auf relativ freier Fläche...

Der entscheidente Faktor dürfte aber die Fernkabel 504a/b Berlin - Abzeig Braunlage/Brocken - Frankfurt/Main gewesen sein. Die liefen durch Blankenburg(hatte dort ein Verstärkeramt) und waren Breitbandkabel. Die Kabel waren für das geplante Fernsehnetz geplant und gerüstet. Genutzt wurde dieses Kabel aber hauptsächlich von der Wehrmacht zwischen Berlin - Gießen(Heerestransportvermittlung "Hektor", OKH "Giesla",ect.) - Frankfurt.
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 204174 | Verfasst am: 29.11.2014 - 17:06    Titel: Antworten mit Zitat

Gut gemacht! Wieder was dazu gelernt - vielen Dank!
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wirbelwind
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BeitragBeitrags-Nr.: 204185 | Verfasst am: 08.12.2014 - 19:45    Titel: Kämpfe in und um die Festung Harz Antworten mit Zitat

Hallo,
mal ne Frage im Zusammenhang mit den Kämpfen im Harz April 1945. Bin in diesem Zusammenhang auf Oberst Petri gestossen, der sich ja trotz mehrmaliger Aufforderung geweigert hatte, als Kampfkommandant von Wernigerode zu fungieren und die Stadt zu verteidigen. Daraufhin wurde er füsiliert und wird heute als Retter der Stadt Wernigerode geehrt. Bisher war von mir nicht zu eruieren, auf welchem Urteil die Erschießung beruhte bzw. welcher Richter/Kommandierende General dieses Urteil unterzeichnete bevor der Wachzug der 11. Armee das Urteil vollstreckte. Klar ist wohl nur, dass sich Petri auf Geheiß des Stabschefs der 11. Armee, Oberst Lindemann, ins Stabsquartier nach Riefschlacken begeben musste. Eine Untersuchung nach dem Krieg endete damit, dass Lindemann kein Verschulden nachgewiesen werden konnte.
MfG Wirbelwind
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 204187 | Verfasst am: 09.12.2014 - 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

„OKW-Bericht vom 12. April 1945. .........................
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt ferner bekannt:
Städte liegen an wichtigen Verkehrsknotenpunkten, sie müssen daher bis zum Äußersten verteidigt und gehalten werden, ohne jede Rücksicht auf Versprechen oder Drohungen, die durch Parlamentäre und feindliche Rundfunksendungen überbracht werden. Für die Befolgung dieses Befehls sind die in jeder Stadt ernannten Kampfkommandanten persönlich verantwortlich. Handeln sie dieser soldatischen Pflicht und Aufgabe zuwider, werden sie, wie alle zivilen Amtspersonen, die den Kampfkommandanten von dieser Pflicht abspenstig zu machen suchen, oder gar ihn bei der Erfüllung seiner Aufgabe hindern, zum tode verurteilt.
Ausnahmen von der Verteidigung von Städten bestimmt ausschließlich das Oberkommando der Wehrmacht.
Der Chef des Oberkommando der Wehrmacht
gez. Keitel
Der Reichsführer SS
gez. Himmler
Der Leiter der Parteikanzlei
gez. Bormann.“

Eine ausdrückliche Weigerung, als Kampfkommandant zu fungieren kam zudem einer Befehlsverweigerung gleich. (Hier griff dann auch das Militärstrafrecht in der Fassung von 1940.)
Im April 1945 konnte man die Handlungsweise von Oberst Petri de facto als passiven Suizid werten
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Gardes du Corps
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BeitragBeitrags-Nr.: 204188 | Verfasst am: 09.12.2014 - 20:52    Titel: Antworten mit Zitat

heute wird Oberst Petershagen als Retter von Greifswald gefeiert ... kurz vor der kampflosen Übergabe der Stadt wurden NS- und HJ- Funktionäre erschossen aufgefunden ...
Die Einwohnerinnen schütze es nicht vor Massenvergewaltigungen, die Verwundeten nicht vor Bauchschüssen und alle nicht vor Plünderungen ...
Einer der "Berater" des Petershagen, Engel, ein Rektor der Universität, verreckte im NKWD-KZ "Fünfeichen"
Allerdings schütze es Greifswald vor der Brandschatzung wie Anklam .... und hunderte Städte im Osten
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wirbelwind
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BeitragBeitrags-Nr.: 204190 | Verfasst am: 10.12.2014 - 18:29    Titel: Kämpfe in und um die Festung Harz Antworten mit Zitat

Hallo,
ich gehe davon aus, dass Oberst Petri wußte was er tat. Schließlich hatte er ,,einige" Jahre als Militär gedient und der Erlass von Himmler/Bormann war ihm bekannt. Ob er wirklich sich erschießen lassen wollte, weil ihm ein weiteres Existieren unter allierter Besatzung als nicht mehr lebenswert erschien, kann ich nicht nachvollziehen, weil das bedeuten würde, sich sehr weit auf das Feld der Spekulationen zu begeben. Bekanntermassen haben sich ja z. B. GM Model oder General Deckert, komm. General des XXXIX Panzerkorps sich selbst das Leben genommen als die Kämpfe im Ruhrkessel bzw. der PD ,,Clausewitz", die ja zur 11. Armee unter Lucht durchstoßen sollte aussichtslos geworden waren. Inwieweit Petri mit seiner weigerung als Kampfkommandant Wernigerode gerettet hat, erschliesst sich mir nicht, da ja ein neuer Kampfkommandant ernannt wurde und trotzdem, wenn auch im geringen Umfang, Kämpfe stattfanden. Trotzdem achte ich das Verhalten von Petri. Allerdings bleiben die genauen Umstände seines Todes für mich weiterhin im Dunkeln.
Sicherlich, Garde du Corps blieb den Einwohnern Vergewaltigungen, Erschießungen bzw. Verlust ihrer Habe nicht erspart. Nur, was wäre die Alternative gewesen. Weiterkämpfen bis zum Endsieg, wohl doch eher nicht. Außerdem blieb Greifswald eine umfangreiche Zerstörung seiner Substanz erspart. Das die darauffolgenden 45 Jahre große Schäden an der Bausubstanz nach sich zogen, steht auf einem anderen Blatt. Da erging es Wernigerode etwas besser.
MfG Wirbelwind
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 204204 | Verfasst am: 13.12.2014 - 11:21    Titel: Re: Kämpfe in und um die Festung Harz Antworten mit Zitat

wirbelwind hat Folgendes geschrieben:
Ob er wirklich sich erschießen lassen wollte, weil ihm ein weiteres Existieren unter allierter Besatzung als nicht mehr lebenswert erschien, kann ich nicht nachvollziehen, weil das bedeuten würde, sich sehr weit auf das Feld der Spekulationen zu begeben.


Es geht nicht um seine Motive. Auch, weil ich mich nur sehr ungern in Spekulationen ergehe. Aber in der Phase des Krieges einen Befehl verweigern, bedeutete wissentlich seinen Hals zu riskieren
"Passiver Suizid" war in dem Zusammenhang bewusst zynisch formuliert

nun aber BTT Zwinkern
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Andi 2008
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BeitragBeitrags-Nr.: 204209 | Verfasst am: 13.12.2014 - 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hi
Was mich stört ist dieser Lindemann und dieser Wachzug.
Den Wachzug find ich nur hier ohne weitere Infos, Lindemann läuft mir 2 mal übern Weg ohne genauere Herkunft.
Ich befass mich geraume Zeit mit dem Ende im Harz und habe da so meine Info Quellen, aber da komme ich nicht weiter.
Weis da jemand mehr?
Andi
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 204218 | Verfasst am: 18.12.2014 - 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

evtl. der hier:
http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=9402&sid=5b358653c19e52eae4d220f07c4f8790

Also nicht Lindemann, sondern Linemann Idee
Selbe Schreibweise auch bei Lehmann "geachtet - geleugnet - geehrt" S. 241
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wirbelwind
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BeitragBeitrags-Nr.: 204219 | Verfasst am: 18.12.2014 - 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Korrekt, es handelt sich um Oberst Linemann und nicht Lindemann. Sorry, Winken
Was den Wachzug der 11. Armee betrifft, müsste dieser doch aus der Armeegliederung ersichtlich sein. Im übrigen, so laut Saft, soll es nach dem II. WK Ermittlungen gegen Oberst Linemann gegeben haben, die aber kein Licht in das Dunkel um die Füsilierung von Petri brachten. Vielleicht hat ja Herr Lehmann in seiner Biografie mehr dazu heraus gefunden.
MfG Wirbelwind
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wirbelwind
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BeitragBeitrags-Nr.: 204243 | Verfasst am: 27.12.2014 - 17:08    Titel: Antworten mit Zitat

Übrigens auch das neue Buch von Pawel ,,Festung Harz-Der Todesmarsch der 11. Armee" bringt im Bezug auf Oberst Petri nichts Neues. Hier ist es dann ein namentlich nicht genannter Sturmbannführer der SS, der in seiner Eigenschaft als Gerichtsherr eines fliegenden Standgerichts das Aufhängen von Petri verlangt und nur das Zureden von Oberst Linemann bewirkt, das Petri füsiliert wird. Nun ja, mich erinnert dieses Buch an F. Kurowski, der aus wenigen Fakten stets eine Story hervorzauberte, die einer sachkundigen Prüfung nicht standhielt. Außerdem, was soll bei einem solch komplexen Thema, wie die Verteidigung der Festung Harz bzw. das Handeln der 11. Armee auch herauskommen, wenn Pawel versucht, dies auf 104 Seiten abzuhandeln, von denen auch noch 15 Leerseiten sind und da noch eine fiktive Handlung hineinwebt. Schade um die knapp 18 Euro, die das Buch gekostet hat.
MfG Wirbelwind
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LTDAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 204244 | Verfasst am: 28.12.2014 - 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, Lehmann hat so ziemlich alles an Material zu Petri zusammengetragen, was es gibt.

Was Pawel angeht: Wir können uns darauf einstellen, das 2015 - zum "Jubiläum" - noch zahlreiche andere Autoren Publikationen auf den Markt bringen werden, die mit heißer Nadel gestrickt sind.
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wirbelwind
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BeitragBeitrags-Nr.: 204254 | Verfasst am: 03.01.2015 - 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

Davon müssen wir ausgehen, leider. Der schnelle Euro gilt eben mehr, als Seriosität.
Übrigens, was schreibt den Lehmann in seiner Biografie über Petri zu den Umständen seines Todes? Mir steht leider das Buch nicht zur Verfügung.
MfG Wirbelwind
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Andi 2008
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BeitragBeitrags-Nr.: 204255 | Verfasst am: 05.01.2015 - 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo
Was mich etwas wundert das an einen Ausbruch gedacht wurde.
Mir ist das schon einmal untergekommen.
Was haltet ihr davon?
Andi
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