GSL Thema - Militärischer Widerstand im Dritten Reich
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waYne
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BeitragBeitrags-Nr.: 48648 | Verfasst am: 02.02.2005 - 20:06    Titel: GSL Thema - Militärischer Widerstand im Dritten Reich Antworten mit Zitat

Moinsen Leuts!

Ich brauch (ausnahmsweise) eure Hilfe! Ich muss am ende dieses Schuljahres eine GSL (Gleichwertige Schüler LEistung) machen. Das ist ein Referat, welches eine Klassenarbeit ersetzt und beim ABI eine wichtige rolle spielt!
Ich hatte das Glück in Geschichte das Thema Militärischer Widerstand im Dritten Reich zu erwischen! Ich mach mich immoment in der Literatur meines Vaters auf die Suche und google selber auch noch!

Wenn ihr noch irgendwas wissenswertes für mich hättet, wäre ich euch sehr dankbar! Gut gemacht!
Achja, ich brauche auf jeden fall zu den Fakten Quellenhinweise!


Gruss

Sebastian Gut gemacht! Winken Panzer
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 48650 | Verfasst am: 02.02.2005 - 20:17    Titel: Antworten mit Zitat

Bücher , die ich dazu hätte :

Bodo Scheurig - Henning von Tresckow ( Biographie )

Richard-Christoph Freiherr von Gerstorff - Soldat im Untergang ( Autobiographie

Joachim Kramarz - Claus Graf von Staffenberg ( Biographie )

Und die Sonderbeilage der "Jungen Freiheit" zum 60.Jahrestag des 20.Julis vom letzten Jahr .

Jan-Hendrik
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 48651 | Verfasst am: 02.02.2005 - 20:23    Titel: Antworten mit Zitat

Na klasse, du hast die Bücher, und er braucht fakten.... Grins


MfG

Jörg-Seb.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 48656 | Verfasst am: 02.02.2005 - 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Gibt da so ne tolle Erfindung , die nennt sich "Bibliothek" , weisste ?

Und ich würde als Grundlage alle 3 empfehlen . Sind eher dünn , so 150-200 Seiten . Also für eher was für einen Tag ...

Jan-Hendrik
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arminius
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BeitragBeitrags-Nr.: 63037 | Verfasst am: 28.06.2005 - 11:20    Titel: anwort an wayne Antworten mit Zitat

eine der besten bücher , die darüber gelesen habe ,aber leider auf englisch ist"Nemesis of power"von sir john wheeler ,eine der umfangreichsten darstellungen der militärischen widerstand
seit der reichswehr bis zur wehrmacht umklammend.Viele und sehr detaillierten daten zur sache,etwa 600 bis 700 seiten.

Winken
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Dead-Horse
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BeitragBeitrags-Nr.: 63041 | Verfasst am: 28.06.2005 - 12:32    Titel: Antworten mit Zitat

Die Frage ist ja, ob Du was schreiben sollst was Die hören wollen oder ob Du mal eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema schreiben willst.

Gerade im Hinblick auf die kommende Rolle der Bundeswehr als Einsatzarmee für zukünftige Kriege wirft ja auch ein anderes Licht auf militärischen Widerstand.

Waren es damals denn wirklich die noblen Herren die als Beispiel für die Geschichte gelten? Oder waren es doch nur Einzelne die ihre eigenen Ziele durchsetzen wollten?

Denn ich finde nicht, dass es richtig war was die versucht haben sondern feige...
Aber das ist ja eine andere Sache....


Denkanstöße für die Lehrer... Allerdings sehr risikohaft...
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waYne
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BeitragBeitrags-Nr.: 63060 | Verfasst am: 28.06.2005 - 15:29    Titel: Antworten mit Zitat

ich will nicht ein referat abgeben, wo ein lehrer erwartet. Ich will dem Fakten zeigen, die nicht so in den Medien bekannt wären.
Im Internet und bei Google find ich auch immer den gedöhns was man in den medien findet.

Kann doch nich en referat abgeben, des einnormaler durchscnittsschüler abgibt. sprich einer wo sich nich für Den 2 wk interessiert!
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THE CAMPMAN
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BeitragBeitrags-Nr.: 67195 | Verfasst am: 29.07.2005 - 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

Da Betrachte mal den Fall Erwin Rommel!

Er hatte ja den Plan die Westfront zu öffnen, um den westlichen Alliierten den Weg nach berlin zu ebnen.
Außerdem hatte er dann noch vor mit den Amis und Engländern gegen die SU zu ziehen....
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 67196 | Verfasst am: 29.07.2005 - 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Zu dem Thema kann ich eine grundlegende Literatur empfehlen: Aufstand des Gewissens - der militärische Widerstand im 3. Reich

Es ist ein 700 Seitiger katalog zur gleichnahmigen Ausstellung und behandelt aale militärischen Attentats- und Verschwörungsvorgänge.

Das Buch ist ist etwas unkritisch, wenn es um das Nachher eines Attentas geht (nämlich eine Militärdiktatur mit total überzogenen und unrealistischen waffenstillstandsideen), trotzdem in seiner Fülle an Informationen nicht zu schlagen.
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M_M77
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BeitragBeitrags-Nr.: 67211 | Verfasst am: 29.07.2005 - 16:33    Titel: Antworten mit Zitat

Wo kann man dieses Buch bekommen ? Hört sich interessant an ! Winken
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 67218 | Verfasst am: 29.07.2005 - 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ebay Grins

Ich habe mein Exemplar, aber das ist mein "mitarbeiterstück".
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waYne
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BeitragBeitrags-Nr.: 76529 | Verfasst am: 06.11.2005 - 16:16    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Moin!

Ich hab gerade ben mein Referat fertig gestellt und stell das jetzt auch mal rein!

JEDOCH ERSTMAL EIN GROSSES DANKESCHÖN AN

HOOVER &

JAN-HENDRIK
welche mir ihre Literatur zu Verfügung gestellt haben! Keine Angst die Bücher bekommt ihr wieder. Vorher muss ichmir Hoovers Buchjedoch noch komplett durchlesen.

Hier nun das Referat. Hoffe es ist in Ordnung und evtla uch so viel Wert das man es in die Seite mit einbinden könnte!

Nochmal vielen Dank an die zwei Herren!

waYne Teufel
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waYne
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BeitragBeitrags-Nr.: 76532 | Verfasst am: 06.11.2005 - 16:18    Titel: Antworten mit Zitat

Militärischer Widerstand im Dritten Reich

I. Einleitung

In der Zeit der Wehrmachtsausstellung hört man immer wieder die Behauptung, alle Soldaten der ehemaligen deutschen Wehrmacht waren Verbrecher. Das in einem solchen Konflikt, wie dem Zweiten Weltkrieg verbrechen geschehen und das auch die Alliierten mit dieser Problematik zu tun hatten, rechtfertigt zwar keines der deutschen Kriegsverbrechen, jedoch werden den Soldaten der Wehrmacht oft Verbrechen angelastet, welche von SS, Waffen-SS Polizei und SD (Sicherheitsdienst) ausgeführt wurden.
Das ein grosser Teil es deutschen Widerstandes gegen das NS-Regime aus den Reihen der Wehrmacht stammte, widerlegt diese These. Persönlichkeiten wie Henning von Tresckow oder Claus Schenk Graf von Stauffenberg setzten sogar ihr Leben ein für ein Deutschland ohne staatliche Willkür, Terror und Hass.
Jede Einzelheit des militärischen Widerstandes zu erläutern würde sicherlich den Rahmen dieses Referates sprengen, denn allein über den 20.juli.1944 könnte man eine umfassende Studienarbeit schreiben. Mit diesem Referat möchte ich aufzeigen, wie der Widerstand entstand und wie es zum 20.Juli.1944 kam.


II. 1933 - 1938: Die Anfänge des Widerstandes vor dem Krieg

Schon nach relativ kurz nach der so genannten Machtergreifung der NSDAP 1933 bildete sich eine kleine Opposition gegen Hitler, da selbst spätere Mitglieder der Fronde, wie Dr. Carl Goerdeler oder Henning von Tresckow überzeugte Anhänger des Nationalsozialismus waren. Sie erkannten erst später, was für wirkliche Pläne Hitler hatte und das er eine Gefahr für Deutschland darstellte.
Für viele Offiziere war es persönlich schwer, persönlich gegen Hitler vorzugehen, dass sie sich an den Eid auf Hitler gebunden fühlten. Die zahl der aktiven oppositionellen war klein, obwohl der kreis der Sympathisanten sehr gross gewesen sein durfte. Für viele, wie zum Beispiel Generalfeldmarschall Fedor von Bock war es ein grosser Konflikt mit ihrem Gewissen.

Noch am 30.Janurar.1934 feierte Hitler die "herzliche Verbundenheit zwischen den Kräften der Revolution und den verantwortlichen Führern einer aufs äusserste disziplinierten Wehrmacht, als ob es sich um zwei gleichberechtigte politische Partner handelte"(1)
Im ersten Quartal des Jahres 1934 zeichnete sich jedoch eine deutliche Krise zwischen Hitler und dem Offizierskorps an, welches sich strikt gegen eine Eingliederung der Wehrmacht in die SA wehrte. Schon allein aus diesem Grund gab es oppositionelle Verbindungen innerhalb der Wehrmacht, welche jedoch nicht aktiv wurden, da Hitler mit dem inszenierten "Röhm-Putsch" diese Konkurrenz zu r Wehrmacht selbst auflöste.
Ein erster Versuch Hitler politisch zu entmachten, war die "Marburger Rede", welche vom Vizekanzler Franz von Papen am 17.juni.1934 gehalten wurde.

Diese wurde von Dr.Edgar Jung geschrieben, welcher einer monarchisch-konservativen Bewegung angehörte. Diese Rede verurteilte scharf das totalitäre Staatssystem der NSDAP. Jung versuchte von Papen zu überreden, mit Hilfe von Hindenburg, der obersten Heeresleitung und General Gerd von Rundstedt den Ausnahmezustand zu verhängen und Hitler zu verhaften, was jedoch an der massiven Gegenwehr von Seiten Papens misslang. Hier ging der Widerstand zwar nicht direkt von de Wehrmacht aus, jedoch hatte sich das Offizierskorps gegenüber dieser Möglichkeit nicht verschlossen.
Nicht einmal ein halbes Jahr nach dem Mord an Ernst Röhm am 30.Juni.1934 und dem Ende der Sa, kam es zu Spannungen zwischen der Wehrmacht und der SS, da man innerhalb des Offizierskorps Angst hatte, die SS würde zur Armee neben der Armee werden, was mit der Aufstellung der Waffen-SS im Oktober 1939, bestehend aus der"Leibstandarte Adolf Hitler", den "politischen Bereitschaften", sowie den bewaffneten KZ-Verbänden, geschah.
Auch hier blieb es nur bei Äusserungen innerhalb des Offizierskorps, da diesem verschärft von Seiten der NSDAP erklärt wurde, dass es ,ebenso wie die Mannschaften und Unteroffiziere, bedingungslose Sympathie für das Regime zu zeigen habe. Diese Tatsache machte es für die angehende Opposition umso schwerer.
Werner Freiherr von Fritsch, ab 1935 Oberbefehlshaber des Heeres sagte 1935 noch, das man keinen Platz für Regimegegner in der Wehrmacht habe, übte am 5.11.1937 allerdings heftigste, aber sachliche, Kritik an Hitlers Kriegsplänen.
Der General der Artillerie Ludwig Beck kritisierte im Mai 1934 das, nach dem Versailler Vertrag illegale, Aufrüsten Hitlers. Frisch im Amt als Generalsstabschef plante er die Generalität gegen Hitler aufzubringen, was jedoch auf unklaren Verhältnissen innerhalb dieser
Fehlschlug. Trotzdem plante er im August 1938, während der Sudetenkrise, einen putsch zur Absetzung Hitlers, falls es zum Krieg kommen sollte. Mit in die Planung involviert waren unter anderem auch der frühere Oberbürgermeister von Leipzig Dr. Carl Goerdeler, sowie Vizeadmiral Wilhelm Canaris, welche später auch am
20. Juli.1944 beteiligt waren. Beck und seine Gruppe versuchten 1938 Kontakt zur britischen Regierung herzustellen, um eventuell in Verhandlungen treten zu können. Diese Versuche wurden von der britischen Regierung nicht ernst genommen. Das Münchner Abkommen verhinderte diesen putsch jedoch. Beck wurde nach einigem Skandal um seine Vorgesetzten Ende 1938 aus der Wehrmacht entlassen und arbeitete später noch eng mit Tresckow und der Fronde zusammen.

Die Putschpläne Becks und seiner Mitstreiter waren die ersten konkreten Pläne
seitens des Militärs für eine Staatsstreich. Es mangelte "der militärischen Opposition"
zwar "noch an Geschlossenheit und Entschlossenheit (…), so hatten (…) doch Offiziere zusammengefunden, die das Bild des militärischen Widerstandes in den nächsten Jahre maßgeblich bestimmten." (2)

III. 1939 - 1941: Der Widerstand formiert sich

Die Zeit vom Kriegsanfang im September 1939 bis 1941 war die wohl wichtigste Zeitspanne für den militärischen Widerstand. Es kristallisierten sich die wichtigsten Personen des Widerstandes heraus, die, trotz der Erfolge des polen - und Frankreichfeldzuges, gegenüber Hitler und seinen Plänen immer noch kritisch waren. Das es diese Männer gab, lag hauptsächlich daran, dass "seit 1935 keine einheitliche politische Einstellung des Offizierskorps" (3) vorhanden war.

Trotzdem versuchte Beck im Sommer 1939, sowie der ehemalige deutsche Botschafter in Rom Ullrich von Hassell, General von Witzleben und andere "dem Oberbefehlshaber des Heeres und seinem Generalstabschef die von Hitler heraufbeschworenen Gefahren eines neuen Krieges" (4) zu zeigen und sie zur Aktion gegen Hitler zu überzeugen. Der Chef des Generalstabes Franz Halder
sah diesen Zeitpunkt jedoch schlecht gewählt und erklärte, ohne Absprache mit Beck, der britischen und französischen Regierung über ihre Botschafter on Berlin, das Hitler nur noch von einem Krieg gen Polen abzubringen sei, wenn beide Staaten mit Nachdruck dagegen seien. Dies war ein klarer Aufruf gegen die "Appeasement" Politik.
Halder und eine Gruppe Offiziere planten im Sommer 1939 einen ähnlichen Putsch wie Beck 1938. Dies war nicht der einzige Versuch einen Putsch zu planen, den zwischen 1939 und 1941 kursierten im Offizierskorps und vor allem in der Generalität sehr viele Denkschriften, welche zu einem schnellen Sturz Hitlers aufriefen. Ein schwerwiegender Grund für diese Denkschriften, waren die grausamen Verbrechen der SS und SD-Verbände in Polen, da diese unter dem Namen der Heeresverwaltung durchgeführt wurde. In diesen Jahren wurde auch klar, dass es zwar in der Generalität viele Oppositionelle gegen Hitler da waren, jedoch der grösste Teil keine Verantwortung für einen Putsch oder ein Attentat übernehmen wollte. Gerade Dr. Carl Goerdeler erkundete, wer für den Widerstand brauchbar war und war gerade deswegen ein Wertvoller Mann für die Planungen der Fronde.
Erwähnenswert für 1940 sind auch die Aktivitäten des damaligen Chefs der Zentralabteilung im Amt Ausland/Abwehr Oberst Hans Oster. Dieser teilte ab Oktober 1939 dem niederländischen Militärattaché in Berlin die Angriffspläne Hitlers auf Frankreich mit. Leider wurden die Pläne weder von den Regierungen Belgiens und der Niederlande ernst genommen, was daran lag, dass der Angriffstermin einige Male verschoben wurde und Oster somit unglaubwürdig schien.

Als am 18.12.1940 mit der Planung für das Unternehmen "Barbarossa", der Überfall auf die Sowjetunion, begonnen wurde, war dies eine deutliche Schwächung des Widerstandes, da viele Oppositionelle, aufgrund der geringen Wertschätzung der russischen Armee, überzeugt waren, dass dieser Feldzug leicht zu gewinnen wäre und eine Beseitigung Hitlers nicht mehr nötig war.
Die Ausgabe des "Kommissarbefehls" am 6.6.1941, welcher zu Völkerrechtswidrigen Handlungen aufrief, öffnete diesen Offizieren jedoch die Augen, da sie für solche Handlungen nicht verantwortlich sein wollten. Es kam wieder zu einer Reihe von Denkschriften, aber nicht zu konkreten Handlungen.

Zusammenfassend für die Jahre 1939 bis 1941 lässt sich über den militärischen Widerstand klar sagen, dass er "kein einheitliches, in sich geschlossenes und auf allgemein übereinstimmende Zielvorstellungen ausgerichtetes Phänomen war" (5)

IV. 1942 - 1945: Der Widerstand tritt in Aktion

Nach der Niederlage vor Moskau im Winter 1941/1942 kam es zu einem unerwarteten Zufluss zum Widerstand, was nicht zuletzt auch der Arbeit von Henning von Tresckow zu verdanken, welcher ab 1942 verstärkt an der Organisation des Widerstandes arbeitete. Dieser Zufluss erklärt sich daraus, weil viele Offiziere erkannten das der Krieg strategisch verloren war und nach den Landungen der Alliierten in der Normandie und Italien klar war, das Deutschland diesen Zweifrontenkrieg nicht durchstehen konnte. Jedem innerhalb des Widerstandes wurde klar: Hitler musste beseitigt werden und mit ihm sein totalitäres Parteisystem. Dadurch wäre der Weg für eine bessere politische Verhandlungsgrundlage frei geworden. Für dieses Vorhaben organisierte sich der Widerstand rasch in folgende drei Zentren:

a) Berlin
Hier waren General a.D und, inzwischen zum Generalmajor befördert, Hans Oster sowie andere Personen aktiv. Im Oberkommando des Heeres waren führende köpfe versammelt und führten die Aufträge und Planungen aus, welche Tresckow als Generalmajor und Chef des Stabes der 2.Armee in der Ukraine bzw. polen in Auftrag gab. Auffallend ist, dass in nahezu jeder militärischen Dienststelle Sympathisanten und Mitarbeiter Tresckows führende Positionen innehatten.

b) Ostfront
Von hier aus plante Generalmajor Henning Von Tresckow die Aktionen der Fronde. Nicht selten war er auch in Berlin um dort Treffen und Besprechungen abzuhalten.
Sein Stab, welchen er als Stabschef befehligte, bestand zum grössten Teil aus altem preussischen Adel und war derselben Einstellung wie ihr Chef.
In diesem Stab liefen die Fäden des militärischen Widerstandes zusammen.

c) im Westen

in Paris beim Militärbefehlshaber des besetzten Frankreichs, in St.Germain beim Oberbefehlshaber West und in La Roche-Guyon beim Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B, zum Zeitpunkt des 20.juli.1944 Generalfeldmarschall Erwin Rommel, hatte man auch Kontakte und konnte auf diese Männer zählen wenn man ihnen den Plan "Walküre" , zu welchem ich später noch komme, befahl.

Diese Organisation entstand innerhalb weniger Wochen, als Tresckow im Sommer 1943 für kurze Zeit in Berlin war.

V. Die Fronde um Henning von Tresckow

1. Wie alles begann

Seit Anfang des Krieges stand Henning von Tresckow den
Kriegsplänen Hitlers skeptisch gegenüber, da die Ausführung strategisch oftmals nicht sehr sinnvoll war. Tresckow äußerte sich schon immer sehr kritisch gegenüber dem Regime und unterhielt schon immer Kontakte zum Widerstand. Schon vor der Niederlage vor Moskau erkannte er den Krieg als verloren und traf sich Anfang Dezember 1941 in Berlin mit einigen Leuten um Kontakte aufzufrischen. Tresckows Adjutant Fabian von Schlabrendorff leistete hier ungeheure Dienste im knüpfen neuer Kontakte. Er hielt auch die Kontakte zu der Verschwörergruppe in Berlin um Ludwig Beck, Carl Friedrich Goerdeler, Hans Oster und Friedrich Olbricht. Alle Eingeweihten waren sich darüber reinig, das gehandelt werden müsse und man Hitler "beseitigen" müsse. Von nun an begannen die Planungen für Staatstreich und Attentat.

2. Planungen und Fehlschläge

Am Anfang dachte Tresckow über einen Mordversuch mit Handfeuerwaffen nach, verwarf diesen Plan jedoch, da er Sprengstoff für sicherer hielt. Er beauftragte den Heeresgruppen-Abwehr Chef Rudolf Freiherr von Gersdorff ihm Sprengstoff zu besorgen. Aus Beutebeständen gelangte Gersdorff an britischen Plastiksprengstoff, welchen sie für das Attentat verwenden wollten. Da der Wehrmacht jedoch keine
Erfahrungsberichte für diesen Sprengstoff vorlagen, mussten Schlabrendorff und
Tresckow durch Versuche selbst herausfinden wie sich der Sprengstoff bei
verschiedenen Temperaturen verhielt. Als Behälter für den Sprengstoff wählten Tresckow und sein Adjutant das Kunststoffgehäuse einer englischen "Clam" Magnethaftmine, wobei sie zwei dieser Kästen zusammenmontierten. Es stellte sich heraus, dass der Ort des Attentats von Erfolg oder Misserfolg abhing, da der Sprengstoff nur in geschlossenen Räumen seine volle Wirkung zeigte.
Tresckow dachte noch längere Zeit an ein Pistolenattentat, da er Angst hatte unschuldige zu gefährden, diese Zweifel wurden jedoch mit der Zeit aus dem Weg geräumt, da er es als unabdingbares Opfer sah, das gebracht werden musste um Deutschland von der Tyrannei Hitlers zu befreien. Außerdem war der Führerkult im deutschen Volk ein nicht unbedeutendes Problem. Würde man Hitler umbringen, dann würde ein Grossteil des Volkes die Fronde wahrscheinlich als eine Verbrecherische Organisation sehen, welche ihren soldatischen Eid vor Hitler gebrochen hatte.

Tresckow und ein Grossteil des adligen Offizierskorps leisteten zwar den ab dem 2.August.1934 eingeführten Eid, welcher sie direkt auf Adolf Hitler vereidigte, innerlich lehnten jedoch viele Offiziere und Soldaten diesen Eid ab. Sie konnten und wollten sich eher mit dem Eid vom 1.Dezember.1933 identifizieren, welcher wie folgt lautet:

"Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich meinem Volk und Vaterland allzeit treu und redlich dienen und als tapferer und gehorsamer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen."

Hier sahen Tresckow und alle anderen Oppositionellen ihren Ansatzpunkt. Ein Treueschwur auf Gott, das Volk und das Vaterland und darauf ihm redlich zu dienen und dafür auch gegebenenfalls zu sterben. Sie alle sahen in Hitler eine Gefahr für Deutschland und für Tresckow "hatte Hitler den Eid tausendfach gebrochen" (6).
Gerade deswegen fühlten sie sich diesem Eid verpflichtet und sahen es deshalb als ihre Aufgabe an Hitler zu entmachten.

Ab Juli 1942 war eine ständige Verbindung zwischen den drei Zentren des Widerstandes vorhanden, welche durch Schlabrendorff personifiziert wurde.
Dieser erstellte und pflegte die Verbindungen zu Oster, Olbricht (Chef des Allgemeinen Heeressamtes), Goerdeler und Beck. Tresckow legte Wert auf Geheimhaltung und nur wenige Mitglieder seines Stabes wussten von der Planung eines Attentats.

Durch Zufall kam es Ende 1942 zu einer spontanen Planung für eine Beseitigung Hitlers. Georg Freiherr von Boeselager, Rittmeister und Eichenlaubträger sowie Kommandeur des Reiterregiments 31, schlug Tresckow vor
In seinem Abschnitt ein Kavallerieregiment aufzustellen. Tresckow nutzte diese Chance, da so ein Regiment erstens strategisch wertvoll war und zweitens für einen Staatsstreich optimal zu gebrauchen war. Nach Absprache mit Generalfeldmarschall von Kluge wurde das Kavallerieregiment Mitte aufgestellt. Es bestand unter anderem aus 650 russischen freiwilligen Kosaken. Boeselager wurde dessen Kommandeur und stand Tresckow im Notfall zur Verfügung. Man wollte Hitler nach Krassnyj Bor zu einem Truppenbesuch einladen und ihn dann von dem Kavallerieregiment festnehmen und liquidieren lassen.

Am 13.März 1943 lud Kluge Hitler zu einem Truppenbesuch ein. Tresckow dachte noch einmal über ein Pistolenattentat nach, verwarf den plan jedoch, obwohl sich 12 Offizier freiwillig dazu bereit erklärten. Kluge, welcher über jeglichen Attentatsplan informiert werden wollte, lehnte dies jedoch ab, genauso wie die Verwendung von Boeselagers Truppen. Somit blieb Tresckow nur der Sprengstoff. Geplant war, das Schlabrendorff die Sprengladung, welche durch zwei Kognakflaschen getarnt wurde, in Hitlers "Führermaschine" vom Typ Focke-Wulf FW 200 "Condor" schmuggeln sollte und diese durch die Explosion zusammen mit dem Diktator vernichtet werden sollte. Dieser Anschlag schlug fehl, da die Temperatur im Frachtraum der "Condor" zu niedrig war und der Sprengstoff deswegen nicht explodierte. Unter hohen Gefahren gelang es Schlabrendorff die Flaschen unter einem nichtigen Vorwand wieder abzuholen.

Wenige Tage später, am 21.März 1943 bot sich jedoch eine zweite Gelegenheit zur Tat. An diesem Tag, dem so genannten "Heldengedenktag", sollte Hitler im Zeughaus in Berlin eine Ausstellung über die kämpfe der Heeresgruppe Mitte eröffnen.
Gersdorff, ihr Organisator, sollte Hitler die erbeuteten russischen Waffen erklären. Tresckow offenbarte sich umgehend Gersdorff, welcher bisher zwar für die Organisation des Sprengstoffes verantwortlich war, aber trotzdem nichts Genaueres wusste. Ohne zu zögern erklärte sich Gersdorff bereit sich das Attentat durchzuführen. Schlabrendorff überreichte Gersdorff die Sprengsätze und erklärte ihm die Handhabung. Nach Erkundung der Lage stellte Gersdorff jedoch fest, das es nicht möglich war
Ortsfeste Sprengsätze anzubringen. Genauso schnell, wie er Dem Attentat zugestimmt hatte, nahm er auch den eigenen Tod in Kauf. Er wollte die Bombe auslösen, während Hitler durch die Ausstellung ging. Da er jedoch nur Zünder mit einer Verzögerung von zehn
Minuten besaß, musste er diese auslösen, als der Diktator seine Rede beendet hatte und mit der Führung begann. Hitler rannte jedoch regelrecht durch die Ausstellung und verließ das Zeughaus nach etwa drei Minuten. Gersdorff konnte im letzten Moment auf einer Toilette die Zünder entschärfen. Der Anschlag war somit fehlgeschlagen.

Im Juli 1941 kam es in Borrisow zum ersten Kontakt zwischen Tresckow und Stauffenberg, damals noch Generalstabsmajor der Organisationsabteilung.
Beide verband die Abneigung gegenüber Hitler und einige ihrer gleichen Charakterzüge. Dieser wird im Juni 1944 zum Oberst befördert und Stabschef von Generaloberst Fromm, Befehlshaber des Ersatzheeres. In dieser Position hatte Stauffenberg die Möglichkeit bis in die Sicherheitszone direkt um Hitler einzudringen, ohne Aufsehen zu erregen. Durch das erscheinen Stauffenbergs in der Fronde wurde diese gestärkt und wieder zusammengefügt, da dieser Offizier sprühend vor Tatendrang viele Zweifler überzeugte. Ende August 1943 trafen sich Tresckow, Kluge, Beck und Goerdeler in der Wohnung von Friedrich Olbricht, zum Zeitpunkt Leiter des Wehrersatzamtes im Oberkommando der Wehrmacht. Man beratschlagte und kam zu dem Schluss, dass ein Attentat nun endlich Erfolg haben müsse. Ziel war es Hitler zu töten, einen Staatsstreich auszuführen und mit den Alliierten in Verhandlung zu treten.
Verhandlungen mit England wurden unter anderem von Dietrich Bonhoefer durchgeführt. Dieser knüpfte über seinen Schwager Hans von Dohnanyi Kontakt zu Admiral Wilhelm Canaris. Beide waren in die Pläne von Tresckow eingeweiht und gehörten zur Fronde. Canaris, Chef des Amtes Ausland/Abwehr gab Bonhoefer Deckung durch offizielle Aufträge, damit dieser unauffällig nach Schweden reisen konnte um dort über Bischof Bell von Chichester mit dem britischen Außenministerium in Kontakt zu treten.
Das Ergebnis dieser Verhandlungen war für Tresckow und die Anderen ernüchternd.
Aufgrund der "unconditional surrender" Politik von Churchill und Roosevelt, wurde Bonhoefer nur eins mitgeteilt: Die Alliierten verhandeln nur, wenn sich Deutschland bedingungslos ergibt, egal ob mit oder ohne Hitler.
Trotzdem wollte man den Staatsstreich um wenigstens eine bessere Verhandlungsgrundlage zu schaffen.
Die Frage war nur, wie sollte man einen Staatsstreich ausführen, bei politisch-militärischen Organen wie der SS und Waffen-SS?

3. Der Plan "Walküre"

Für Tresckow war eines klar: Im Folge eines Attentats mussten alle Dienstellen der Parteiorganisationen vom Militär besetzt werden sowie alle Rundfunkstationen und alle Regierungsgebäude in der Bendler Strasse. Tresckow erarbeitete Pläne für die Besetzung der SS-Kasernen durch Heeresschulen und anderer militärischer Garnisonen rund um Berlin. Hierbei half ihm der Plan "Walküre". Dies war ein Plan, der den Wehrkreiskommandos befahl ihre Kräfte in Kampfgruppen zusammenzufassen. Gedacht war dieser Plan für den Fall innerer Unruhen, etwa durch Aufstände von verschleppten Fremdarbeitern oder Kriegsgefangenen, sowie der Landung von Agenten oder Fallschirmjägern. Laut diesem Plan mussten nach sechs Stunden die Truppen im Reichsgebiet einsatzbereit sein. Laut diesem Plan sollte alles unter möglichst großer Geheimhaltung passieren. Kein Mensch außerhalb der Wehrmacht sollte wissen was vor sich geht. Ausgelöst werden sollte "Walküre" durch den Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres. Der Plan war wie geschaffen für den Widerstand, da man ihn unter dem Vorwand innerer Unruhen ablaufen lassen konnte und damit den Verdacht des Staatsstreiches relativ gering halten konnte. Nach erfolgtem Staatstreich wurde eine Ansprache für den Rundfunk ausgearbeitet in der das Volk Kenntnis vom dem Sturz Hitlers erhalten sollte.
Die Vorbereitungen für diesen Plan geschahen im Stillen, da Übungen oder sonstiges eventuell den Verdacht der Gestapo erregt hätten.

4. Fehlschläge im Juli 1944

Da Stauffenberg oft zu Vorträgen in das Führerhauptquartier und somit in die direkte Nähe von Hitler musste, erklärte er sich bereit das Attentat durchzuführen, obwohl er Aufgrund seiner Fähigkeiten für den Widerstand unentbehrlich war. Ende Juni 1944 trafen sich die Generäle Wagner, Stieff und Lindemann mit Stauffenberg um technische fragen zu klären. Alle drängten auf eine möglichst baldige Aktion. Stauffenberg wollte das Attentat nur dann durchführen, wenn Himmler und Göring gleichzeitig anwesend waren, da er sie als genauso gefährlich betrachtete wie Hitler.
Am 11.Juli.1944 war Stauffenberg zum Vortrag auf dem "Berghof" in der Nähe von Berchtesgaden befohlen worden. Hier hatte er schon die Tasche mit
dem Sprengsatz dabei, welche am 20.Juli.1944 Verwendung fand. Vermutlich wäre das Attentat geglückt, aber Stauffenberg führte es nicht durch, da Himmler nicht anwesend war.
Warum Stauffenberg unbedingt Himmler und Göring mit Hitler in den Tod schicken wollte, lässt sich am besten mit der Aussage seines Bruders Berthold Schenk Graf von Stauffenberg erklären, welche er im Gestapo Verhör machte:

"Um aber von vorneherein zu verhindern, dass jemand auftreten könnte, der die Macht bei sich konzentrieren würde, hätte mein Bruder das Attentat am liebsten bei einer Lagebesprechung ausgeführt, bei der auch der Reichsführer-SS und der Reichsmarschall [ Göring ] zugegen wären." (7)

Die nächste Möglichkeit für ein Attentat kam am 15.Juli.1944 als Stauffenberg und Generaloberst Fromm zu einer Lagebesprechung in das Führerhauptquartier wurden. Dies war eine Gelegenheit die Stauffenberg unbedingt nutzen wollte. Deswegen hatte dieser mit Olbricht vereinbart zwei Stunden vor der geplanten Explosion "Walküre" auszulösen, allein aus dem Grund der Verkürzung der Vorlaufzeit. Auch dieser Versuch schlug fehl, da plötzlich eine Besprechung angesetzt wurde, in der Stauffenberg selbst der Redner war und somit die Zünder nicht betätigen konnte.
Da jedoch der Plan "Walküre" schon angelaufen war, musste Stauffenberg so schnell wie möglich Olbricht in Berlin anrufen um den Plan zu stoppen, was ihm auch rechtzeitig gelang. Olbricht konnte alles unter dem Vorwand einer Übung zur Inspektion der Truppe tarnen. Da die Gestapo schon einige Leute im Umkreis der Fronde verhaftet hatte, waren sich der General a.D Beck, Stauffenberg und Tresckow in ihrer letzten Besprechung am 16.Juli.1944, das die nächste Gelegenheit unter allen Umständen genutzt werden musste und der Staatsstreich anlaufen musste.

5. Der 20.Juli.1944

Die nächste Gelegenheit war der 20.Juli.1944. Stauffenberg war mit Generalmajor Stieff und Oberleutnant von Haeften, alles auch Männer des Widerstandes, zu einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" nahe Rastenburg/Ostpreußen eingeladen. Stauffenberg setzte mit Hilfe Haeftens die Zünder kurz vor der Besprechung in Gang und begab sich zu der Lagebesprechung an der neben Hitler und Keitel (Chef des Oberkommandos der Wehrmacht) auch Generaloberst Jodl und Generalleutnant der Waffen-SS Fegelein teilnehmen. Stauffenberg betrat das Lagezimmer, in welchem gerade Generalleutnant Heusinger einen Vortrag über die Lage an der Ostfront hielt, stellte die Tasche mit dem Sprengsatz etwa zweieinhalb Meter neben Hitler unter den Kartentisch und verließ danach den Raum in dem sich zum Zeitpunkt des Attentats 24 Personen aufhielten. Stauffenberg verließ das Gelände kurz nach der Detonation um 12:45 Uhr unauffällig und flog mit einem Bomber des Typs Heinkel He 111 um 13:15 von Rastenburg nach Berlin. Die Detonation tötete 4 Personen und Verletzte einige schwer.

Aufgrund unklarer Meldungen über den Erfolg des Attentats zögerte Olbricht mit der Ausführung von "Walküre". Erst um 16 Uhr holten er und Oberst Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim, welcher maßgeblich an der Planung beteiligt war, die "Walküre" Pläne aus dem Panzerschrank. Olbricht ging daraufhin zu Fromm um ihm mitzuteilen das Hitler Tot sei und deshalb "Walküre" in Aktion treten müsse. Fromm telefonierte jedoch mit Keitel, welcher sich noch in Rastenburg befand. Dieser erklärte ihm,
dass Hitler noch am Leben sei und nur unwesentlich verletzt wurde. Daraufhin weigerte sich Fromm "Walküre" zu befehlen.

Kurz danach teilte im Olbricht mit, dass "Walküre" auch ohne ihn ausgelöst wurde. Fromm war ausser sich und verlangte sofort den Urheber dieses Handelns. Olbricht nannte ihm Oberst Quirnheim, welchen Fromm daraufhin sofort verhaften lies.
Kurz darauf traf Stauffenberg bei Fromm ein und erklärte ihm, dass Hitler tot sei und er es selbst gesehen habe. Stauffenberg ging sogar soweit Fromm mitzuteilen, dass er die Bombe gezündet habe.
Sofort erwiderte ihm Fromm, dass das Attentat missglückt sei und er sich sofort erschiessen müsse, was Stauffenberg verweigerte. Die Männer setzten Fromm fest und sperrten ihn in seiner Wohnung ein. Mittlerweile lief die Befehlsausgabe für den Staatsstreich auf Hochtouren und das Wachbattalion der Wehrmacht riegelte wie erwartet das Regierungsviertel ab. Ein verhängnisvoller Fehler führte jedoch dazu, dass Hitler von dem angelaufenen Staatsstreich erfuhr.
" Der Leiter des Nachrichtendienstes hatte mit den zahlreichen Fernschreiben
[ zur Befehlsausgabe Anm. d. Verf.] seine eigenen Leitungen blockiert. Um die ihm gebotene Beschleunigung zu erreichen, benutzte er jetzt auch die Leitungen des OKW, die über die "Wolfsschanze" liefen. Auf diese Weise gerieten die Umsturzbefehle unmittelbar in das Führerhauptquartier." (8)
Stauffenberg versuchte mit allen Mitteln den Eindruck zu erwecken, das die Nachrichten des Rundfunks, welche verkündeten der Führer lebe noch, falsch seien und die Befehle rechtmässig seien. Gegen 18 Uhr hatte Fromm jedoch selbst mit Hitler und Keitel telefoniert. Da das Führerhauptquartier nun über die Pläne der Fronde bescheid wusste, gab es Gegenbefehle aus, welche dazu führten das in nahezu jedem Wehrkreis "Walküre" gestoppt wurde. Ab 20:30 Uhr versuchte man nur noch zu verhindern das weitere Befehle des Widerstand s an die Truppe weitergegeben wurden, denn man sah den Staatsstreich als missglückt an.

In Kurz nach 22 Uhr wurde Fromm von einigen Hitlertreuen Offizieren befreit. Dieser eröffnete ein Standgericht und verurteilte vier Offiziere zum Tode.

Im Hof des Bendlerblocks starben.

Oberst im Generalstab Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim
General der Infanterie Friedrich Olbricht
Oberleutnant Werner von Haeften
Oberst im Generalstab Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Stauffenbergs letzte Worte waren:" Lang lebe unser heiliges Deutschland."

6. Die Folgen des 20.Juli.1944

Henning von Tresckow erfuhr am Abend des 20.Juli.1944 von dem Scheitern des Attentats und beging am 21.Juli.1944 Selbstmord, welchen er jedoch als Tod im Felde tarnte.

In den Akten der Gestapo findet sich unter Tresckows Namen der Eintrag: "Freiwillig ins feindliche Feuer gelaufen". Er wurde in seiner Heimat bestattet, sein Leichnam wurde später von der SS exhumiert und im KZ Sachsenhausen im Krematorium verbrannt. Dies alles geschah vor den Augen seines ehemaligen Adjutanten und Freund Fabian von Schlabrendorff. Dieser wurde nach langer Folter ohne jegliche Aussage von Seitens Schlabrendorffs vor den Volksgerichtshof gestellt. Freisler wurde jedoch kurz vor der Verhandlung bei einem Bombenangriff mit Schlabrendorffs Akte in der Hand getötet. Letztendlich kam er in ein KZ in der nähe von Innsbruck wo er von den Amerikanern befreit wurde. Er war von 1967 bis 1975 Bundesverfassungsrichter und starb 1980.

Ausserdem wurden in mehr als 47 Fällen Todesurteile gegen Mitglieder oder Mitwisser der Fronde ausgesprochen unter anderem gegen Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben, Generaloberst Erich Hoepner, Generalmajor Helmuth Stieff, Hans Oster, Marineoberstabsrichter Berthold Schenk Graf von Stauffenberg und viele andere.

Im Gefängnis Berlin - Plötzensee wurde unter anderem Dr. Carl Goerdeler wenige Tage vor der Befreiung durch die Amerikaner gehängt. Auch hier ist heute eine Gedenkstätte zu finden.

Erwähnenswert ist, dass Generalfeldmarschall Erwin Rommel wegen einer entfernten Verbindung zu den Männern der Fronde am 14.10.1944 von der Gestapo zum Selbstmord gezwungen wird. Dies geschah anscheinend deshalb, da er sich am 15.Juli.1944 vor Hitler noch für einen Waffenstillstand mit den Alliierten einsetzte. Von einem konkreten Attentatsplan wurde Rommel jedoch nur einmal in Kenntnis gesetzt. Dies war das geplante Attentat am 17. Februar 1943, als man dachte Hitler würde die Heeresgruppe B in Poltawa besuchen. Hierbei wollte man in am Flugplatz durch das Panzer-Regiment "Großdeutschland" luiqidieren, was nicht zu Stande kam.
Die Verbindungen Rommels zum Widerstand sind sehr gering gewesen und vom 20.Juli wurde er auch nicht informiert. Offensichtlich sah die Gestapo hier eine Verbindung welche nie wirklich zustande kam.

VI. Zusammenfassung

Nach dem 20.Juli.1944 ist es nicht mehr zu keiner Nennenswerten Aktion des militärischen Widerstands gekommen, da nach diesem Attentat ein Grossteil der Widerständler in Haft saß oder ermordet worden war. Wie jedoch festzustellen ist, war dieses Attentat der Höhepunkt einer Entwicklung die schon 1933 angefangen hatte. Als Referent ist es nicht damit getan einfach die Geschehnisse des 20. Juli zu beschreiben. Um diese Ereignisse zu verstehen muss man die Vorgeschichte kennen. Leider ist es jedoch nicht möglich in so einem Referat alles zu durchleuchten, auch wenn diese Versuchung da war. Dies würde jedoch den Rahmen erheblich sprengen.
Fakt ist aber, das diese Männer die Politik Hitlers ablehnten, aber trotzdem versuchten den Krieg strategisch erfolgreich zu führen, was jedoch zu oft nicht möglich war, da der selbsternannte "grösste Feldherr aller Zeiten" strategisch keine Ahnung hatte. Ihre Werte und Normvorstellungen waren überwiegend "preußisch" geprägt. In führenden Magazinen wird oft gestritten was diese Männer falsch gemacht haben. Solche Diskussionen sind überflüssig, da man die Zeit nicht zurückdrehen kann. Für ihre Verhältnisse hatten sie richtig gehandelt und diese Tat zeigt deutlich, das die Führungsebene der ehemaligen deutschen Wehrmacht in einem nicht unerheblichen Teil gegen Hitler war.
Deutlich wird jedoch auch, dass das totalitäre Machtsystem Hitlers auch nicht vor hochrangigen Militärs halt machte, sondern jeden Gegner sofort ausschaltete, egal ob er Generalfeldmarschall oder einfacher Arbeiter war.

Heute befindet sich im Innenhof des Bendlerblocks eine Gedenkstätte für die Männer des 20.Juli.1944. Ausserdem wurden hier schon mehrere Gelöbnisse der Bundeswehr abgehalten. Führende Politiker der Bundesregierung bekannten sich an diesem Platz zu den Männern der Fronde und warnten vor den Folgen von Ausländerdiskriminierung und Neonazismus.
Im Gefängnis Plötzensee befindet sich auch eine Gedenkstätte in dem Raum in dem Hans Oster, Dietrich Bonhoefer und Wilhelm Canaris erhängt wurden.

Man darf jedoch nicht vergessen, dass es neben dem militärischen Widerstand auch sehr viele Opfer im zivilen Widerstand gebracht worden sind. Die Weisse Rose oder der Kreisauer Kreis seien hier genant.
Alle hatten jedoch eins gemeinsam:

Das Streben nach einem Deutschland ohne Hitler und somit ohne Terror, Hass und Völkermord!



VII. Quellenverzeichnis:

Buchquellen:

Kramarz, Joachim; Claus Graf Stauffenberg - Der Mann des Widerstandes gegen Hitler; Wilhelm Heyne Verlag, München 1994
ISBN 3-453-08483-7

Scheurig, Bodo; Henning von Tresckow - Eine Biographie
Verlag Ullstein, München 1980
ISBN 3-548-25703-6

Auftstand des Gewissens - Katalog zur Wanderausstellung
Im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes
Verlag E.S. Mittler & Sohn GmbH, Herford 1994
ISBN 3-8132-0436-7


Internetquellen:

http://forum.panzer-archiv.de

http://www.lexikon-der-wehrmacht.de

http://www.dhm.de

http://lexikon.freenet.de



VIII. Zitatnachweis:

1. Aufstand des Gewissens S.319 Kapitel II. Zeile 6

2. a.a.O S.368 Zeile 38

3. a.a.O S. 367 Zeile 7

4. a.a.O S.369 Kapitel III. Zeile 5

5. a.a.O S.383 Kapitel V. Zeile 7

6. Scheurig Bodo S.133 Zeile 6

7. Kramarz, Joachin S.217 Zeile 14

8. a.a.O S.242 Zeile 2
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 76537 | Verfasst am: 06.11.2005 - 16:27    Titel: Antworten mit Zitat

Gut gemacht! Des ist doch schon mal ganz ordentlich ! Haste es denn auch schon gehalten ? Mich würde die Reaktion Deines Lehrers und Deiner Mitschüler darauf interessieren !

Winken

Jan-Hendrik
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waYne
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BeitragBeitrags-Nr.: 76542 | Verfasst am: 06.11.2005 - 16:52    Titel: Antworten mit Zitat

Haltenmuss ich es übernächste Woche. Abgeben morgen.*gg*

Bin auch mal gespannt, was mein Lehrer sagt!

Muss jetzt nur noch den Vortrag lernen.
Ich sag aber bescheid, wie er es bewertet hat!

waYne Teufel
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