Durchmarschrechte durch Belgien?
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 53757 | Verfasst am: 21.03.2005 - 11:18    Titel: Durchmarschrechte durch Belgien? Antworten mit Zitat

Aus einem anderen Forum:

"Ich lese zZ Tirpitz "Erinnerungen", wer sich mit den Ursachen des Krieges noch ein wenig mehr beschäftigen möchte wird nicht umhinkommen mal einen Blick hineinzuwerfen, und er schreibt etwas von Durchmarschrechten durch Belgien für preußische Truppen, die sie sich nach der Niederlage Napoleons erworben haben. Wenn hierzu jemand mehr Kenntnis hat, bitte ich um Quellenhinweise, scheint mir ein nicht uninteressanter Aspekt zu sein."

Kann das irgendjemand bestätigen oder einen Hinweis geben,der zur Kärung des Sachverhalts beiträgt?
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flask03
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BeitragBeitrags-Nr.: 53767 | Verfasst am: 21.03.2005 - 13:21    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich weiß nicht. Selbst wenn es dieses Durchmarschrecht wirklich gegeben hat, hatte sich das DR zur Wahrung der belgischen Neutralität verpflichtet.
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 54129 | Verfasst am: 24.03.2005 - 23:46    Titel: Antworten mit Zitat

Am 4. August erklärte England Deutschland den Krieg mit der ebenso schwachen Begründung eines vagen Vertrages mit Belgien.Belgien erklärte sich für neutral, war es aber de facto nicht, da es den britischen Truppen Landungsrechte eingestand; wie Großbritannien hatte auch Preußen noch aus nachnapolenischer Zeiz in Belgien Festungs- und Durchmarschrechte, und die Anfragen des Deutschen Reiches an Belgien, ab dies ebenso gesehn werde, blieben unbeantwortet
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flask03
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BeitragBeitrags-Nr.: 54989 | Verfasst am: 01.04.2005 - 13:53    Titel: Antworten mit Zitat

Bist du dir da sicher mit dem Landungsrecht? Ich meine als der Krieg bereits im gange war, gab es Landungen der Briten in Belgien. Aber ich meine gelesen zu haben, dass die Belgier den Inselaffen vor Kriegsausbruch sogar mit militärischer Gegenwehr drohten, sollten sie bei ihnen an Land hüpfen wollen.
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Rainer
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BeitragBeitrags-Nr.: 56521 | Verfasst am: 15.04.2005 - 01:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
die Neutralität Belgiens wurde nach den Unabhängigkeitskriegen des Landes 1839 durch Belgien und die Garantiemächte, darunter Grossbrittannien und Preussen festgeschrieben, Londoner Vertrag vom 19.04.1839 und einem weiteren Vertag von 1870. Es gab keine Durchmarschrechte, Deutschland masste die sich an.
Es gibt weder vage Verträge noch sonst etwas. England erklârte den Krieg, nachdem Deutschland Belgien angegriffen hatte, um die französischen Festungen auszuhebeln. Dieser vage vertrag war auch von dem Königreich Preussen unterschrieben worden und dann noch einmal bekrâftigt worden.
Wann wurden denn die Landungsrechte den Briten zugestanden? Vor oder nach der deutschen Invasion? Deutsches Reich hatte Festungsrechte in Belgien? Wo und wann? @ Panzerlexikon
Die Belgier hatten nur eins im Sinn, von jedem Krieg verschont zu bleiben.
Gruss
Rainer
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 59811 | Verfasst am: 23.05.2005 - 13:51    Titel: Antworten mit Zitat

Interessanterweise wird immer der dt. "Durchmarsch" durch Belgien" in den Raum geworfen , um Englands Kriegseintritt zu rechtfertigen ( tatsächlich verkaufte die engl. Propaganda das Ganze ja auch so ) . Aber tatsächlich hatte England Frk. bereits VORHER zugesichert , die Geiheimabsprachen zu erfüllen , nach denen England auf jeden Fall an der Seite Frankreichs in den Krieg eintreten mußte . Die englische Flotte war , geschickt getarnt , bereits seit Juli 1914 in Mobilmachung begriffen , der offizielle Eintritt in den Krieg stand bereits einen Tag VOR dem dt. Durchmarsch durch Belgien definitiv fest ...

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Jan-Hendrik
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Jupp Zupp
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BeitragBeitrags-Nr.: 201219 | Verfasst am: 14.02.2013 - 12:28    Titel: Antworten mit Zitat

Das würde ich so, in letzter Konsequenz, nicht unterschreiben wollen...
Wenn es nach Churchill gegangen wäre sicherlich.
Aber der war ja nur der erste Seelord.
Man muß der britischen Öffentlichkeit, einen Krieg schon immer sehr gut verkaufen können...
Flottenaktivitäten, sind das eine...
Eine Armee, (die ja nicht wirklich große war) auf dem Kontinent in einen Krieg zu schicken, eine ganz andere!
Stellen wir uns einmal, nur für einen kurzen Augenblick vor, die Reichsregierung und der deutsche Generalstab, hätten zwei Jahre vor dem Kriegsausbruch einmal grundsätzliche, strategische Fragen in einer (geheimen) Klausurstagung erörtert.
Man stellt fest, wann der als unvermeidlich eingestufte Krieg, zu besten Bedingungen zu führen wäre.
Ein Generalplan Ost (Aufmarsch) wäre weiterentwickelt worden und 1914
ist das Reich in der Lage einen "reinen" Ostkrieg zu führen.
Vielleicht sogar mit einer Variante, die es ermöglicht, den Franzosen eine weitere Front im Falle einer Aggression zu bieten.
Nämlich einer Front, in den italienischen Alpen, die mindestens zweier Armeen, zur Absicherung, bedarf. Italien, könnte von Frankreich viel mehr Gebiete gewinnen, als die paar albernen Alpentäler, von Österreich. Ich sag jetzt nur mal Korsika und Tunesien...
Aber die Einkaufsliste könnte auch noch länger werden.
Und dann sieht die Lage im Mittelmeerraum auch sehr viel besser aus.
Dann haben es nämlich die Tommies und Fröschels mit der italienischen und der österreichischen Flotte zu tun...
Keine kleine Aufgabe, wenn man bedenkt, daß diese beiden Mächte, über eine ganz ordentliche Flotte im Mittelmeer verfügen...
Da würden es sich die Engländer vielleicht zweimal überlegen, ob sie da mitspielen wollen...
Mit der Hochseeflotte in der Nordsee, von der sie nur zu genau wissen, daß deren Schiffe ihren eigenen technisch überlegen sind...
Nun, ein defensiv geführter "Westkrieg" benötigt vielleicht 3 Armeen und die Zuführung mindestens eines Drittels der einberufenen Reservisten.
Aber er sollte ganz locker zu führen sein.
Als Beispiel für eine solche, erfolgreiche Kampfesführung, sei der Abwehrerfolg gegen den "genialen" Plan XVII, der Franzosen im August 1914 genannt.
Diese "Narrenoffensive" kostete die Franzosen rund 300.000 Mann in knapp ner Woche...
Jedenfalls können dann 5-6 deutsche Armeen, den Russen eine verheerende Niederlage zufügen, die auch verhindern würde, daß die Österreicher so schwer gebeutelt würden.
Ein schneller Aufmarsch und Angriff im Osten ermöglicht sicherlich auch, die schnelle Wegnahme von Polen und damit eine erhebliche Frontverkürzung im Osten. Ganz zu schweigen von der Sicherung des dortigen Transportnetzes.
Vielleicht wäre der Krieg dann recht schnell wieder vorbei und zwar so, daß jeder sein Gesicht waren kann.
Es ist nicht gänzlich auszuschließen, daß die Engländer, Frankreich zu Verhandlungen überreden würden. Gut gemacht!
Vorallem dann, wenn sie sich gegen eine aktive Teilnahme an den Kämpfen entschloßen hätten.
DASS, wäre die beste Option für Europa 1914.
Und wer weiß, vielleicht würde dann ein Prozeß neuen Denkens, in der alten Welt einsetzen...
Man kann nie wissen... Winken
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Rainer
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BeitragBeitrags-Nr.: 201246 | Verfasst am: 16.02.2013 - 03:22    Titel: Antworten mit Zitat

Jan-Hendrik hat Folgendes geschrieben:
Interessanterweise wird immer der dt. "Durchmarsch" durch Belgien" in den Raum geworfen , um Englands Kriegseintritt zu rechtfertigen ( tatsächlich verkaufte die engl. Propaganda das Ganze ja auch so ) . Aber tatsächlich hatte England Frk. bereits VORHER zugesichert , die Geiheimabsprachen zu erfüllen , nach denen England auf jeden Fall an der Seite Frankreichs in den Krieg eintreten mußte . Die englische Flotte war , geschickt getarnt , bereits seit Juli 1914 in Mobilmachung begriffen , der offizielle Eintritt in den Krieg stand bereits einen Tag VOR dem dt. Durchmarsch durch Belgien definitiv fest ...

Winken

Jan-Hendrik

Hallo,
für die Geheimabsprachen hätte ich gerne eine Quelle. Mir sind keine bekannt.
Gruss
Rainer
P.S.: Das geschickt mobilisieren hat das deutsche Reich schon seit April 1939 effizient gegen Polen durchgeführt.
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Jupp Zupp
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BeitragBeitrags-Nr.: 201255 | Verfasst am: 16.02.2013 - 15:13    Titel: Antworten mit Zitat

Für die "Geheimabsprachen" zwischen Engländern und Franzosen, liegen mir auch keine Quellen vor.
Die britische Regierung, war bis zum 4.8. sehr am schwanken.
Das ergeben die Aufzeichnungen der Premierministers...
Außer, sie wären extra dafür angefertigt worden, die Nachwelt zu verarschen...
Die Verletzung der belgischen Neutralität, oder sollte man lieber ihres belgischen Puffers sagen, war für die Briten von vitaler Bedeutung.
Die Beherrschung der belgische Kanalhäfen, durch die Reichsmarine, war für die Tommies, doch der blanke Horror...
Ich habe mich dahingehend, erst gestern dazu geäußert, was der erste Seelord und der Kommandeur der Grand Fleet, über die Gefährlichkeit der Hochseeflotte dachten.
Und der deutsche Erfolg, in der Jütlandschlacht, sind der quasi materialisierte Beweis, für ihre übersteigerte Paranoia, was die deutsche Flotte angeht...
Die Briten, sind nun mal ein Volk von Seefahrern und genauso denken sie auch, wie ein Inselvolk...
Besonders blöd ist es dann natürlich, einen solchen "Deutschenfresser", wie Churchill, zum ersten Seelord zu machen.
Einen viel größeren Scharfmacher, läßt sich kaum denken...
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Rainer
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BeitragBeitrags-Nr.: 201265 | Verfasst am: 17.02.2013 - 02:16    Titel: Antworten mit Zitat

Jupp Zupp hat Folgendes geschrieben:

Die Beherrschung der belgische Kanalhäfen, durch die Reichsmarine, war für die Tommies, doch der blanke Horror..

Na ja, die belgischen Kanalhäfen? So doll waren die damals noch nicht. Nieuwpoort war Kampfgebiet, Oostende und Zeebrugge waren nicht toll und der Zugang zu Antwerpen wurde durch die Niederlande kontrolliert.
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Jupp Zupp
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BeitragBeitrags-Nr.: 201266 | Verfasst am: 17.02.2013 - 07:49    Titel: Antworten mit Zitat

Der Ansatz, den ich hier hatte, bezieht sich mehr auf eine Nachkriegszeit.
Wenn das Reich, nach einem Sieg im Westen, darauf bestanden hätte, die wichtigsten
belgischen Küstenstädte, als exterretoriale, befestigte Stützpunkte, zu behalten.
Bei unserer Flottenstärke und der deutschen Wirtschaftsleistung, war das nicht gerade, eine englische Lieblingsvorstellung, von einem Nachkriegseuropa...
Falls das bis jetzt noch nicht deutlich genug geworden ist:
Ich halte die Briten in mancherlei Hinsicht, für paranoid...
Auch heute noch.
Übrigens, genauso wie die Amis...

P.S Es glaubt doch wohl niemand ernsthaft, daß sich die Niederländer uns jemals, in irgendeiner Form in den Weg gestellt hätten, oder?
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