Warum haben die USA den Vietnamkrieg verloren ?
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frank
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BeitragBeitrags-Nr.: 54238 | Verfasst am: 26.03.2005 - 09:58    Titel: Warum haben die USA den Vietnamkrieg verloren ? Antworten mit Zitat

Wie konnte das passieren?

Woran kann man das festmachen?

Was waren die Gründe?


Frank
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 54242 | Verfasst am: 26.03.2005 - 10:52    Titel: Antworten mit Zitat

Beim Fußball würde man sagen: Den Gegner unterschätzt...

M.E. war einer der Gründe das Problem, welches heute überall aktuell ist: Man sieht den Gegner nicht. Der Vietcong hat ja eher Partisanenmäßig gekämpft...also Hinterhalte...
Anderer Grund das komplette Milieu da unten, sprich Dschungel, scheiß Klima, Sumpf ect....da konnte die moderne US-Army mit ihren neusten Geräten nichts machen...
Denke ich zumindest...

Gruß

Jörg
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frank
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BeitragBeitrags-Nr.: 54243 | Verfasst am: 26.03.2005 - 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

Das Studieren der Kampftaktik des Gegners kann aber doch nicht so lange gedauert haben.Kann es nicht sein,dass der Ami skrupel hatte bei seiner Kriegsführung?Öffentliche Meinung etc.Dieser Krieg war ja allabendlich in den Wohnzimmerstuben zugegen.



Frank
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 54266 | Verfasst am: 26.03.2005 - 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

frank hat Folgendes geschrieben:
Das Studieren der Kampftaktik des Gegners kann aber doch nicht so lange gedauert haben.Kann es nicht sein,dass der Ami skrupel hatte bei seiner Kriegsführung?Öffentliche Meinung etc.Dieser Krieg war ja allabendlich in den Wohnzimmerstuben zugegen.



Frank


Zum Schluß spielten sicher auch die öffentliche Meinung und Berichterstattung und vor allem auch die Antikriegsbewegung in den USA selbst eine große Rolle. Aber zuvor haben die Amis schon alles versucht und ordentlich mit allem was man so außer Atomwaffen hatte und einsetzen konnte die "Sau rausgelassen".
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Ta152
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BeitragBeitrags-Nr.: 54280 | Verfasst am: 26.03.2005 - 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Der Krieg wurde nicht militärisch aber politisch verloren. Wenn man den Feind nur Begrenzt angreifen darf (Keine Bodenangriffe auf Nordvietnamm) dann kann man einen Krieg nicht gewinnen.
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 54328 | Verfasst am: 27.03.2005 - 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

Während der OP Rolling Thunder wurden monatelang Ziele in Nordvietnam angegriffen.
Genutzt hat es nichts. Warum?

1. Der Krieg wurde seitens der USA konventionell geführt, der Gegner kämpfte mit einer fast perfekten Guerilla-Taktit, gegen die noch keine Armee der Welt bestanden hat.

2. Der Süden mit den ganzen Widerstandszentren wurde durch den Ho-Chi-Minh-Pfad versorgt, einem Wegenetz, das in großen Teilen durch Laos und Kamodscha führte. Diese Wege wurden erst ab 1970 angegriffen, als alles schon zu spät war.

3. Den USA fehlte es mE nach am Willen, eine endgültige Lösung in Vietnam zu finden. Offiziell hatten die US-Truppen in Vietnam bis 1973 den Status von Militärberatern, es gab nie eine offizielle Begründung für den Einsatz.

4. Der öffentliche Widerstand wurde immer größer, vor allem nachdem die Reporterschar uneingeschränkt alles sendne durfte. Kritik, Verbechen, die Meinungen der Soldaten. Wenn die eigene Bevölkerung kein Vertrauen in den Krieg hat ist die Politik machtlos.

5. Vietnam an sich. Die USA samt Verbündete (Korea, Australien, Indonesien) unterstützten eine korrupte Militärdikatur, die für sich keinen Rückhalt in der Bevölkerung hatte. Auch wenn der Viet-Cong im Süden (mit Unterstützung der NVA) sehr viele Kämpfer mit Gewalt rekrutierte haben die Amerikaner mit ihrer "Suchen und Zerstören"-aktik auch viele Bauern zum Viet-Cong getrieben.

Das es anders ging beweist das "Besatzungsgebiet" der Australier, wo es verhältnismäßig wenige Viet-Cong-Aktivitäten gab. Die Aussies unterstützten die Bauern, haben die Bauern ihre Verwaltung selber überlassen (ohne einen Kleindiktator aus Saigon einzusetzen) und sie haben die Bauern vor dem Viet-Cong unterstützt und beschützt.

Ein weiterer wichtiger Punkt war sicher, dass die Chinesen den Norden massiv unterstützt haben (zwei weitere wichtige Lieferanten waren die CSSR und Rumänien, die Russen gar nicht mal so viel). Ohne diese Lieferungen zu verhindern konnte sich die NVA wirksam verstärken.
Als die Amis 1970 mit der "Vietnamisierung" begannen war der Ofen aus, denn die schlecht motivierten und unbeliebten Soldaten der ARVN hatten keine Chance gegen die Soldaten und Guerillas aus dem Norden.
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frank
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BeitragBeitrags-Nr.: 54373 | Verfasst am: 27.03.2005 - 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Hoover!

Deine Beiträge sind immer lesenswert.

War es nicht so,dass die USA einem weiteren vordringen des Kommunismus Einhalt gebieten wollten?


Frank
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*ALEX*
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BeitragBeitrags-Nr.: 54425 | Verfasst am: 28.03.2005 - 09:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, sie wollten es machen, nur haben sie isch recht dämlich angestellt.

mfg

alex
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 54427 | Verfasst am: 28.03.2005 - 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ihre Politik der Eindämmung des Kommunismus war gleichzeitig der Anlaß zu vielen Kriegen. Die USA wollten den bösen roten Bären mit einer Kette von demokratischen und friedliebenden Ländern "umzingeln" und so ein Ausbreiten der roten Seuche verhindern.

Nur haben die Amis sich dazu auch etwas undemokratischere Lönder ausgesucht, die sie dann stützten. Man nehme Diktaturen wie in Vietnam oder Süd-Korea, auch die Türkei war in den 50ern und 60ern weit von einer Demokratie entfernt, Griechenland dito.
Aber wie heißt es so schön: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Den Amis fehlte da etwas die "moralische Hand" (die sie ja jetzt gerne herauskehren).

Wobei die Amis nicht die einzigen waren. Die Briten haben in Malaysia auch ihren Krieg gehabt, aber das land dann in die Unabhängigkeit entlassen. Vielleicht war ihnen klar, dass sie keine Chance hatten.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 55310 | Verfasst am: 04.04.2005 - 13:37    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die hervorragenden Links , werter Michael !


Jan-Hendrik
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ulrich wrede
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BeitragBeitrags-Nr.: 56016 | Verfasst am: 09.04.2005 - 22:27    Titel: Wetter Antworten mit Zitat

Die Amis haben den selben Fehler gemacht wie die Wehrmacht in Russland, das Wetter unterschäzt!

Hört sich simpel an, fast unglaublich!
Der Monsum hat zum Beispiel sämtliche Bewegungen ertränkt, sowohl an Land als auch in der Luft! Der Regen konnte sogar die Motoren der Flieger absaufen lassen.

Dazu die Vegetation, in einem Waldgebiet sind Panzer und Flieger relativ hilfslos. Infanterie nicht. Nur die Gewehre sind hinderlich, besser sind in solchen Gebieten Kurzwaffen mit geringer Reichweite und schneller Schussfolge. Auch Messer sind dort brauchbarer. Die feindlichen Soldaten konnten in kurzem Abstand passieren, ohne das sie bemerkbar sind, gleiches war auch in der Normandie zu beobachten im Heckenland.

Es gibt also viele kleine und große Antworten zu der im Titel gestellten Frage. Es ist müssig solche Fragen zu stellen, eine klare Antwort wird man nie finden, auch nicht in 100 Jahren. Tatsache ist nur, sie haben verloren, genau wie die Franzosen zuvor.

MfG u. Wrede
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Michael1
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BeitragBeitrags-Nr.: 73263 | Verfasst am: 28.09.2005 - 13:44    Titel: Antworten mit Zitat

Cool Hallo! Alles wichtige zu Luftangriffen und zur Luftverteidigung
in Vietnam auf: http://www.peters-ada.de

Georgi143 Meine Meinung
M1840@web.de
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Tom Heyer
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BeitragBeitrags-Nr.: 104388 | Verfasst am: 06.09.2006 - 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Die USA hätte den Krieg gewonnen wenn sie ihn weiter geführt hätten aber die öffentlichkeit wollte den Krieg nich mehr.
Tja so kann es gehen...
Wie viele Soldaten hatte die USA da unten eigentlich?
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Andreas
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BeitragBeitrags-Nr.: 104389 | Verfasst am: 06.09.2006 - 21:29    Titel: Antworten mit Zitat

In den Hoch-Zeiten des Krieges von 1967-69 hatten die Amerikaner knapp 500000 Soldaten in Vietnam. Damals auch noch Wehrpflichtige.

Gruß, Andreas

Winken
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 104391 | Verfasst am: 06.09.2006 - 22:10    Titel: Antworten mit Zitat

Von Anfang an wussten Lyndon B. Johnson und seine Leute, die den Vietnamkrieg nach Kennedys Tod eskalieren ließen, dass dieser Krieg eigentlich gar nicht gewonnen werden konnte. Die Chinesen haben bei dem Beginn des Krieges im August 1964 ca. 70.000 Soldaten an die chinesisch-vietnamesische Grenze verlegt, so das man sich einer Situation wie 1950-53 gegenübersah, als eine Viertelmillion chinesische Soldaten die amerikanischen Truppen und die den USA unterstellten UN-Truppen von ihrer Grenze aus angegriffen und aus Nordkorea vertrieben haben. Es war also klar, dass man im Norden nicht so nahe an die chinesische Grenze kommen durfte, sonst drohte ein chinesische Eingreifen, was schnell zu einem Weltkrieg hätte führen können, da die UdSSR unter Breschnew (ab 1964) ja auf der chinesischer Seite stand. So konnte man das ganze Land nicht besetzen und somit auch nicht kontrollieren, was der Nordkoreanischen Armee und dem Vietcong die entsprechenden Nachschubbasen und Rückzugsgebiete sicherte. Über die Grenze kam ein unaufhörlicher Nachschub aus China, der UdSSR und anderen kommunistischen Ländern (z.B. Freiwillige aus der DDR), ohne die ein Kampf gegen die US-Armee wohl nicht zu führen gewesen wäre, weil Vietnam über keine funktionierende Rüstungsindustrie funktionierte. Die unterentwickelte Industrie fiel schnell dem Massenbombardement der Amerikaner zum Opfer. Was als weiterer wichtiger Faktor hinzu kommt ist das Gelände, ein sumpfiger und undurchdringlicher Urwald in Vietnam und seinen Nachbarländern.

Die genannten Fakten sind für mich die ausschlaggebenden. In Afghanistan war es ganz ähnlich: Auch hier kam Nachschub an Mensch und Material aus den angrenzenden islamischen Ländern und von der CIA, so das die Russen sich einer wachsenden Partisanenbewegung gegenübersahen, die man nicht vernichten konnte, da ständig Nachschub kam.
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