Kriegsschuld 1.Weltkrieg
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 56910 | Verfasst am: 19.04.2005 - 17:20    Titel: Kriegsschuld 1.Weltkrieg Antworten mit Zitat

Zur Kriegsschuld:
Viele Halbwahrheiten sind noch heute mit der Kriegsschuldfrage des 1.Weltkrieges verbunden. Halbe Wahrheiten können sich sehr schnell in ganze Lügen umwandeln. Die Zusammenhänge, die schließlich zum ersten Weltkrieg führten, sind viel komplexer, als man denkt. Am Ende kommt man jedoch zum Schluss, dass an diesem Krieg nicht jeder Schuld hatte, sondern das 3 große Mächte sich wie Räuber darauf vorbereiteten, dass Werk Bismarcks, dass Deutsche Reich zu zertrümmern um diesen gefährlichen Konkurrenten, diesen wirtschaftlichen und militärischen starken Koloss im Herzen Europas auszulöschen: England, Frankreich und Russland.

Ihre wichtigsten Mittel waren dabei die Einkreisungspolitik gegen das DR und die starke Aufrüstung:
1.1914 lag die Friedensstärke der Heere bei
- Deutschland.............761 000
- Österreich-Ungarn...478 000
also insgesamt bei ca. 1 239 000 Mann.

Dem gegenüber standen

- Russland.....1 450 000 (+ 400 000 Mann im Winter zusätzlich)
- Frankreich.....910 000 (einschließlich 67 000 Farbige nach Buat)
- England.........250 000
- Serbien............52 000
- Belgien............61 000

also insgesamt 2 723 000 Mann (+ 400 000 Russen im Winter zusätzlich).

Das ist mehr als das Doppelte!

Und schließlich noch zwei spezielle Vergleiche zwischen Deutschland und Frankreich:

2.Das Verhältnis der Friedensstärke zur Bevölkerungszahl betrug 1913
- in Frankreich 2%
- in Deutschland 1,17 %
Das bedeutet, dass in Frankreich prozentual fast doppelt so viele waffenfähige Bürger im Frieden beim Militär waren als in Deutschland!

3.Die Zahl der tatsächlich eingestellten Wehrpflichtigen im Verhältnis zur möglichen Menge aufgrund der gesetzlichen Vorschriften lag bis 1913
- in Frankreich zwischen 78 und 82 %
- in Deutschland zwischen 50 und 55 %
Das bedeutet, Deutschland hat nur etwa jeden zweiten Wehrpflichtigen auch tatsächlich eingezogen, Frankreich hingegen mindestens drei von vieren!

4.Bündnisse:
Um die ganzen komplizierten Abhängigkeiten und Bündniszwänge der sechs Großmächte in Europa deutlich herauszustellen, sollen diese hier mit ihren spezifischen Wechselwirkungen nochmals schematisch gegenüber gestellt werden. Dazu ist noch anzumerken, dass nicht jedes Bündnis automatisch eine freundschaftliche Gesinnung nach sich zieht. Dies ist ganz besonders bei dem Verhältnis Italiens zu Österreich-Ungarn zu beachten!

1. England

=> sieht in dem wirtschaftlich aufstrebenden Deutschland seinen größten Konkurrenten, der auch immer stärker seine traditionelle Vormachtstellungen auf den Weltmeeren bedroht

=> hat mit Österreich-Ungarn direkt kein Konfliktpotential

=> ist mit Frankreich verbündet

=> ist mit Russland verbündet

=> hält Italien in Abhängigkeit durch Bedrohung dessen Küsten

2. Frankreich

=> hält den Revanchegedanken gegen Deutschland aufrecht zur Wiedergewinnung von Lothringen und dem Elsass

=> ist mit England verbündet

=> ist mit Russland verbündet

=> verhält sich gegenüber Italien offen neutral, fördert aber vorsichtig dessen Konflikt mit Österreich

=> verhält sich ebenso gegen Österreich-Ungarn, um dadurch Russland zu stützen

3. Russland

=> verhält sich wegen der Unterstützung des Vordringens des Panslawismus auf dem Balkan Österreich-Ungarn gegenüber feindlich

=> sieht Deutschland wegen dessen pro-österreichischem Verhalten auch als Gegner an

=> ist mit England verbündet

=> ist mit Frankreich verbündet

=> hat mit Italien direkt kein Konfliktpotential

4. Italien

=> sieht Österreich-Ungarn wegen Gebietsforderungen trotz eines Bündnisses an Gegner an

=> verhält sich gegenüber Deutschland trotz eines Bündnisses wegen der Abhängigkeit Englands gegenüber vorsichtig neutral

=> hat mit Frankreich direkt kein Konfliktpotential und wird von diesem indirekt unterstützt

=> hat mit Russland direkt kein Konfliktpotential

=> hat mit England direkt kein Konfliktpotential, ist aber von ihm wegen seiner Küstengrenzen abhängig

5. Österreich-Ungarn

=> sieht Russland wegen dessen Balkanpolitik als gefährlichsten Gegner an

=> sieht Italien wegen dessen Gebietsforderungen trotz eines Bündnisses an Gegner an

=> hat mit Frankreich direkt kein Konfliktpotential, obwohl dieses Italien vorsichtig unterstützt

=> hat mit England direkt kein Konfliktpotential

=> ist mit Deutschland verbündet

6. Deutschland

=> wird von England als dessen größter wirtschaftlicher Konkurrent angesehen, der auch immer stärker die britische Vormachtstellung auf den Weltmeeren bedroht

=> kommt mit Frankreich wegen dessen Revanchegedanken zur Wiedergewinnung von Lothringen und dem Elsass zu keinem Ausgleich

=> hat zwar ein Bündnis mit Italien, das aber wegen dessen Gebietsforderungen Österreichs gegenüber nicht von hohem Wert ist

=> wird von Russland wegen seines Bündnissen mit Österreich-Ungarn als Gegner angesehen

=> ist mit Österreich-Ungarn verbündet

5.Die Vorgänge nach dem Attentat von Sarajewo

Ausgang war am 25. Juli: Allgemeine Mobilmachung S E R B I E N S

Die Antwort war am gleichen Tag: Teilmobilmachung Ö S T E R R E I C H -U N G A R N S

Bis hierher kann man noch von einem lokalen Konflikt sprechen.

Dann aber folgte am 26.Juli: Kriegszustand der Festungen in R U S S L A N D und Beginn der russischen Kriegsvorbereitungsperiode.

Und weiter ging es in Russland.

Am 29.Juli: offizielle Teilmobilmachung R U S S L A N D S und geheim eingeleitete allgemeine Mobilmachung.

Die Eskalation erfolgte einen Tag später.

Am 30.Juli: Offizielle Allgemeine Mobilmachung in R U S S L A N D

Nun geht es Schlag auf Schlag, der Konflikt weitet sich aus.

Die erste Reaktion ist am 31.Juli: Allgemeine Mobilmachung Ö S T E R R E I C H -U N G A R N S

Und darauf folgt dann am 1.August getreu den Bündnissen: Allgemeine Mobilmachung F R A N K R E I C H S und unmittelbar darauf: Allgemeine Mobilmachung in D E U T S C H L A N D

Schließlich am 2. und 3.August: Allgemeine Mobilmachung E N G L A N D S

Während sich die 3 großen Mächte Russland, England und Frankreich offenbar seit längerem auf einen Krieg vorbereiteten(Siehe Truppestärke und Bündnisse)und in der Zeit der Konflikt nichts unternahmen, diesen auf eine friedliche Weise zu lösen, bemühte sich Deutschland und der Kaiser vergeblich, die Gefahr eines Krieges beiseite zu schaffen:

-6.Juli Die deutsche Antwort auf das Handschreiben vom 5.Juli schließt mit folgendem Satz: "Was endlich Serbien anlange, so könne S.M. (Kaiser Wilhelm II.) zu den zwischen Österreich-Ungarn und diesem Lande schwebenden Fragen naturgemäß keine Stellung nehmen, da sie sich seiner Kompetenz entzögen. Kaiser Franz Josef könne sich aber darauf verlassen, dass S.M. im Einklang mit seinen Bündnispflichten und seiner alten Freundschaft treu an Seite Österreich-Ungarns stehen werde."
Aus diesem Satz ist dann die bekannte Geschichte vom "Blankoscheck" entstanden, den Kaiser Wilhelm II. damit Österreich ausgestellt haben soll, und der damit der "Hauptgrund" für den Kriegsausbruch und der deutsche Kaiser der "Hauptschuldige" sein soll.

-24.Juli Deutschland setzt sich in Noten an die anderen Großmächte für Lokalisierung des österreichisch-serbischen Streitfalls ein.
Der russische Außenminister Sasonow erklärt, dass die russische Mobilmachung auf jeden Fall durchgeführt werden müsse.
Sasonow sagt dem serbischen Gesandten in Petersburg, dass Russland keine aggressiven Handlungen Österreichs gegen Serbien zulassen könne.

-25.Juli In einer Beratung in Krasnoje Selo unter Vorsitz des Zaren wird die Teilmobilmachung (Mil.-Bezirke Kiew, Moskau, Odessa und Kasan) gegen Österreich beschlossen, falls Österreich offensiv gegen Serbien vorginge.
Sasonow erklärt dem englischen Botschafter, dass Russland, wenn es der Hilfe Frankreichs sicher sei, das gesamte Risiko des Krieges auf sich nehme.
3 Uhr nachmittags: Mobilmachung Serbiens.
Anordnung zur Auffüllung der Führerstellen in der englischen Flotte.
6 Uhr nachmittags: Überreichung der serbischen Antwort auf das österreichische Ultimatum. Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und Serbien.
9.30 Uhr abends: Teilmobilmachung Österreich-Ungarns gegen Serbien (22 Infanterie- und 2 Kavalleriedivisionen)

-26.Juli 1 Uhr morgens: Erklärung des Kriegszustandes für die russischen Festungen.
3.26 Uhr morgens: Offizielles Inkrafttreten der Kriegsvorbereitungsperiode für das g e s a m t e europäische Russland, also auch gegen Deutschland!
Suchomlinow gibt dem deutschen Militärattaché in Petersburg sein Ehrenwort, dass noch keine Mobilmachungsorder ergangen, kein Pferd ausgehoben, kein Reservist eingezogen sei.
Warnung der deutschen Regierung an die russische:
Russische Mobilmachungsmaßnahmen gegen Deutschland müssten die deutsche Mobilmachung zur Folge haben.

-27.Juli
Die russische Kriegsvorbereitungsperiode nimmt ihren Fortgang.
In Frankreich Rückbeorderung sämtlicher Truppenteile in ihre Standorte.
Eintreffen Kaiser Wilhelms II. in Potsdam. Der Kaiser setzt sich ohne Verzug persönlich für den Frieden ein: Telegramme an den Zaren und den englischen König, Versuch eines Einwirkens auf die österreich-ungarische Regierung im Sinne einer Verständigung.

-28.Juli 11 Uhr vormittags: Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien.
Telegramm des deutschen Kaisers an den russischen Zaren mit der dringenden Bitte, seine Bemühungen zur Erhaltung des Friedens zu unterstützen
.
Deutschland empfiehlt der österreich-ungarischen Regierung eingehend, Vermittlungsvorschlägen gegenüber nicht mehr die bisherige Zurückhaltung zu zeigen.
Telegramm Sasonows an den russischen Botschafter in Berlin:
Infolge der Kriegserklärung Österreichs gegen Serbien wird die kaiserlich russische Regierung morgen (29.) die Mobilmachung in den Militärbezirken von Odessa, Kiew, Moskau und Kasan anordnen
Der englische und der französische Botschafter in Petersburg suchen die Politik der russischen Regierung dahin zu beeinflussen, dass die Schuld am Kriege auf Deutschland geschoben werden könne. Dies sei das einzige Mittel, die öffentliche Meinung in England für einen Krieg geneigt zu machen.


29.Juli 7 Uhr morgens: Auslaufen der 1. englischen Flotte nach Scapa Flow. Fahrt um die Ostküste, statt wie vorgesehen um die Westküste! (In den norwegischen Gewässern versammelt sich zu dieser Zeit die deutsche Flotte!)
In England ergeht "Warnungstelegramm" an Heer und Flotte.
morgens:Telegramm des russischen Generalstabschef an den Kommandierenden des Militärbezirks Warschau: "Der 30. wird bekanntgegeben als erster Tag unserer allgemeinen Mobilmachung.
Äußerung Greys zum deutschen Botschafter Lichnowsky in London: "Solange der Konflikt sich auf Österreich und Russland beschränke, könne die britische Regierung abseits stehen. Würden aber Deutschland und Frankreich hineingezogen, so sei die Lage sofort eine andere und die britische Regierung könne dann nicht lange abseits stehen."
Von dieser Unterredung hat Grey den französischen Botschafter vorher in Kenntnis gesetzt. Daher bestand für Frankreich über Englands bewaffneten Beistand kein Zweifel.
Deutsches Neutralitätsangebot an England für den Fall eines deutsch-französischen Krieges gegen die Zusicherung, dass Deutschland keine Gebietserweiterungen auf Kosten Frankreichs plane.
Sasonow dankt der französischen Regierung für die Zusage unbedingter Waffenhilfe. Viviani erneuert die Versicherung der Unterstützung Russlands durch Frankreich.
Der russische Generalstabschef Januschkewitsch gibt - den vom Zaren unterschriebenen Mobilmachungsbefehl in der Tasche - dem deutschen Militärattaché in Moskau in feierlicher Form sein Ehrenwort, dass die Mobilmachung nirgends erfolgt sei.
nachmittags: O f f i z i e l l e Bekanntmachung der russischen T e i l Mobilmachung gegen Österreich-Ungarn (55 Infanterie und 8 1/2 Kavallerie-Divisionen). Im geheimen Beginn der allgemeinen russischen Mobilmachung (insges. 111 Divisionen).

-30.Juli Nochmaliger Versuch einer Einwirkung der deutsche Regierung auf die österreichische: "Die Verweigerung jedes Meinungsaustauschs mit Petersburg würde ein schwerer Fehler sein. Wir sind zwar bereit, unsere Bündnispflicht zu erfüllen, müssen es aber ablehnen, uns von Wien leichtfertig und ohne Beachtung unserer Ratschläge in einen Weltbrand hineinziehen zu lassen."
1.20 Uhr nachmittags: Telegramm des Zaren an den deutschen Kaiser. Der Zar dankt für die Vermittlungsversuche des Kaisers, räumt ein, dass die militärischen Maßnahmen, die jetzt in Kraft getreten sind, vor 5 Tagen als Verteidigungsmaßnahme gegen Österreich getroffen seien, und kündigt die Entsendung seines Generals a la suite Tatischtschew mit Instruktionen an. Weder der General noch ein Schreiben sind je angekommen!
3 Uhr nachmittags: Telegramm des deutschen Kaisers an den Zaren. Hinweis auf die ernste Gefahr, die die russische Mobilmachung darstelle. "Wenn ... Russland gegen Deutschland mobil macht, so wird meine Vermittlerrolle, mit der Du mich gütigerweise betraut hast, und die ich auf Deine ausdrückliche Bitte übernommen habe, gefährdet, wenn nicht unmöglich gemacht werden. Das ganze Gewicht der Entscheidung ruht jetzt ausschließlich auf Deinen Schultern, sie haben die Verantwortung für Krieg oder Frieden zu tragen."
Der deutsche Botschafter in Petersburg legt im Auftrage der deutschen Regierung die Schritte dar, die zur Erhaltung des Friedens deutscherseits in Wien unternommen sind, und weist nach, dass die russischen Maßnahmen zum Kriege führen müssen. Sasonow antwortet, eine andere Politik könne er nicht treiben, ohne das Leben des Zaren zu gefährden. Er fordert Entscheidung der serbischen Frage durch die Großmächte und Abänderung der im österreichischen Ultimatum gestellten Forderungen. England tritt der russischen Auffassung grundsätzlich bei.

nachmittags: In Frankreich ergeht der Befehl zur Aufstellung des Grenzschutzes; dadurch werden 11 Infanterie- und 3 Kavallerie-Divisionen ohne weiteres mobil.

6 Uhr nachmittags: In Russland o f f i z i e l l e Ausdehnung der Mobilmachung auf das ganze Reich. Damit werden alle Versuche zu friedlicher Verständigung vernichtet und die vom Zaren erbetene Vermittlung des deutschen Kaisers zur Aussichtslosigkeit verurteilt.

Eindeutig ist die die unbestreitbare Hauptschuld dieses Krieges bei dem Kaiserreich Russland zu sehen! Als Zweitschuldiger kann man ohne weiteres Serbien, das zuerst mobil gemacht hat und ebenso Frankreich sehen. Österreich-Ungarn hatte nachdem Serbien seine Streitkräfte mobilisiert hatte, ein Recht auf eine Teilmobilmachung. England, dass sich zumindest anfangs bemühte, den möglichen Krieg auf Russland, Österreich-Ungarn und möglicherweise auch noch Deutschland zu begrenzen und das Deutsche Reich, dass immer wieder Versuche, sowohl die eigenen Verbündeten als auch die möglichen Gegner zum Friedenserhalt zu bewegen und zudem mehrere Warnungen aussprach vor der eigenen Mobilmachung, trifft am wenigsten Schuld.

Zur Mobilmachung allgemein:
B.M Schaposchnikow in seinem Werk: "Das Hirn der Armee":
"Im Grunde genommen verstand man in allen westlichen europäischen Staate unter allgemeiner Mobilmachung einen Akt, der eine Rückkehr zum Friedenszustand ausschloss und dem nach der Überführung der Armee in den Kriegszustand unausweichlich der Krieg folgen musste."
Die Mobilmachung war faktisch der Beginn des Krieges:
"Die Mobilmachung unserer Tage ist das Odium des Krieges, der Befehl der Regierung über die Auslösung der Mobilmachung ist eine faktische Kriegserklärung. Man kann sich alle Mühe geben, den Krieg diplomatisch zu verbrämen... die Wirklichkeit aber wird immer eine Tatsache bleiben. Mobilmachung ist Krieg, eine andere Auffassung können wir uns nicht vorstellen."
Der Übergang von der Mobilmachung zum Krieg ist zwingend, weil eine einmal mobilgemachte und konzentrierte Armee nicht beliebig lange an der Grenze stehen bleiben kann - ihre Fähigkeit zum Angriff würde rasch nachlassen. Eine solche Armee kann nur noch angreifen.

Quelle: W.Post-Unternehmen Barbarossa.
Quelle: http://www.deutsche-kriegsgeschichte.de/vorgurs.html
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 56912 | Verfasst am: 19.04.2005 - 17:44    Titel: Antworten mit Zitat

Schwachsinn! England hat Vermittelt! Deutschland wollte nicht und hat liebend gerne einen Krieg in Kauf genommen! Außerdem sagen die Heeresstärken meines Erachtens SEHR wenig über Angriffsabsichten aus! Russland hat dreimal soviele Soldaten wie wir, greifen die uns gleich an?

Und nochwas: Bitte nicht immer so lange Texte, dann kommt wieder die ganz enorme Zitirerei und man kommt völlig aus dem konzept...

Gruß

Jörg
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Blue Snake
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BeitragBeitrags-Nr.: 56940 | Verfasst am: 19.04.2005 - 20:34    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, fragt sich wieso denn die Briten und Franzosen so ein großes Militär kurz vor Kriegsbeginn hatten. Vielleicht weil sie Angst vor dem Militarismus Deutschlands hatten.

Im ersten Weltkrieg hatten alle Nationen Teilschuld, wobei der größte Teil beim preußischen König lag - so ein Depp.
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Robert
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BeitragBeitrags-Nr.: 56953 | Verfasst am: 20.04.2005 - 07:34    Titel: Antworten mit Zitat

Da wären wir wieder bei einer buchempfehlung. "Der Krieg, der viele Väter hatte". da wird im ersten Kapitel der erste Weltkrieg abgehandelt.

Meiner Meinung nach hat sich Deutschland dumm verhalten kurz vor Kriegsausbruch. Ohne die Ausstellung eines Persilscheins für Österreich wär es gar nicht so weit gekommen.
Des weiteren muss man es Kaiser Willhelm II. wohl ankreiden, dass er riesige Beträge unnütz in den Schiffbau gesteckt hat. Erst das hat GB in das Entente-Lager getrieben (neben wirtschaftlichen Aspekten).
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 56981 | Verfasst am: 20.04.2005 - 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Würde Euch den Beitrag von Michael hier :

http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=382

ans Herz legen !

Winken

Jan-Hendrik


Zuletzt bearbeitet von Jan-Hendrik am 16.07.2005 - 10:17, insgesamt einmal bearbeitet
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 56984 | Verfasst am: 20.04.2005 - 17:19    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Schwachsinn! England hat Vermittelt!


In der Biogr. des ehem. US-Diplomaten Henry White ist ein Gespräch zwischen White und dem Führer der Konservativenpartei Englands und vormaligen Premierminister Lord Balford überliefert, das beide 1910 in London führten:

B:
Wir sind wahrscheinlich töricht, dass wir keinen Grund finden, um Deutschland den Krieg zu erklären, ehe es zu viele Schiffe baut und uns unseren Handel wegnimmt.
W:
Sie sind im Privatleben ein hochherziger Mann. Wie können sie etwas politisch so unmoralisches erwägen, wie einen Krieg gegen eine harmlose Nation zu provozieren, die genauso gut wie sie das Recht hat, eine Flotte zu unterhalten?
Wenn sie mit dem deutschen Handel mithalten wollen, arbeiten sie härter!
B:
Das würde bedeuten, dass wir unsere Lebensstandart senken müssten. Vielleicht wäre ein Krieg einfacher für uns.
W:
Ich bin schockiert, dass sie sich zu grundsätzlichen Fragen so äußern können.
B:
Ist das eine Frage von Recht oder Unrecht? Vielleicht ist das aber eine Frage der Erhaltung unserer Vorherrschaft.

Zitat:
Deutschland wollte nicht und hat liebend gerne einen Krieg in Kauf genommen!

Ich habe die entsprechenden Zitate gebracht,dass Deutschland versucht hat,mit Russland und Österreich zu verhandeln und England Angebote gemacht hat,die es aus dem Krieg heraushalten sollen!

Zitat:
Außerdem sagen die Heeresstärken meines Erachtens SEHR wenig über Angriffsabsichten aus! Russland hat dreimal soviele Soldaten wie wir, greifen die uns gleich an?

Wenn sie aufmarschiert sind,bleibt ihnen gar nichts anderes als anzugreifen.Ich habe übrigens die entsprechenden Zitate gebracht,die belegen,dass Russland,wenn Frankreich seine Unterstützung zusichert,die kriegsschuld auf sich nimmt.
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Russ
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BeitragBeitrags-Nr.: 61245 | Verfasst am: 09.06.2005 - 13:23    Titel: Re: Kriegsschuld 1.Weltkrieg Antworten mit Zitat

Panzerlexikon hat Folgendes geschrieben:
Am Ende kommt man jedoch zum Schluss, dass an diesem Krieg nicht jeder Schuld hatte, sondern das 3 große Mächte sich wie Räuber darauf vorbereiteten, dass Werk Bismarcks, dass Deutsche Reich zu zertrümmern um diesen gefährlichen Konkurrenten, diesen wirtschaftlichen und militärischen starken Koloss im Herzen Europas auszulöschenl

Das sollte bestimmt Russland sein, daran hat man doch bis zum Kriegsende geglaubt.
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Nafetz
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BeitragBeitrags-Nr.: 61247 | Verfasst am: 09.06.2005 - 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

die Schuld liegt bei serbien!
1. Sie haben den Trohnfolgen Österreichs erschossen
2. Sie haben das Ultimatum von Österreich abgelend (es war ja auch nicht erfüllbar)

Für Österreich blieb nur noch die Kriegserklärung! der rest ist eine Bündnissgeschichte.

obwohl man sagen muss das die politischen spannungen dazumals schon auf einen krieg hindeuteten und serbien nur ein auslöser war!

das problem war das keine nation wusste wie dieser krieg eskalierte!
es hat vorher nie so starke waffen gegeben und taktiken.
jeder dachte nach 1 bis 2 jahren ist der krieg vorbei und alle haben die macht der waffen unterschätzt!

mfg
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Patrick
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BeitragBeitrags-Nr.: 61248 | Verfasst am: 09.06.2005 - 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
die Schuld liegt bei serbien!
1. Sie haben den Trohnfolgen Österreichs erschossen
2. Sie haben das Ultimatum von Österreich abgelend (es war ja auch nicht erfüllbar)


Sie (die Serben) haben Franz Ferdinand nicht erschossen sondern Gavrilo Princip, im Auftrag der serbischen Untergrundorganisation "Schwarze Hand". Ich würde das nicht auf den ganzen Staat oder das Volk abschieben.

Außerdem hat Franz Ferdinand sich auch einen Fauxpas geleistet mit dem er die Serben beleidigte, denn der Tag seines Besuches fiel auf einen nationalen Trauertag der Serben.

Zum Ultimatum:

Zitat:
Das Ultimatum forderte nicht nur die Bekämpfung von gegen Österreich-Ungarn agierenden Organisationen, sondern umfasste zudem Bedingungen, welche die serbische Souveränität bei ihrer Erfüllung eingeschränkt hätten. Innerhalb der 48 Stunden ging die serbische Regierung auf fast alle Punkte ein, verwahrte sich jedoch gegen eine Einschränkung der Souveränität Serbiens und beschloss die Teilmobilmachung der Armee. Trotz dieser Zugeständnisse Serbiens erklärte Österreich-Ungarn die Antwort für "unbefriedigend" und brach die diplomatischen Beziehungen zu Serbien nach Ablauf des Ultimatums am 25. Juli ab, und ordnete ebenfalls die Teilmobilmachung an.


Die Serben haben sehr wohl Willen gezeigt Österreich entgegenzukommen, und die eigene Souveränität nicht aufgeben zu wollen kann man ihnen nicht vorwerfen.

Herzlichst Patrick
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Russ
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BeitragBeitrags-Nr.: 61252 | Verfasst am: 09.06.2005 - 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Patrick hat Folgendes geschrieben:
Die Serben haben sehr wohl Willen gezeigt Österreich entgegenzukommen, und die eigene Souveränität nicht aufgeben zu wollen kann man ihnen nicht vorwerfen.

Dann scheint es, dass die habsburgerische Regierung eine wichtige Rolle beim Kriegsausbruch spielte.
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Nafetz
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BeitragBeitrags-Nr.: 61253 | Verfasst am: 09.06.2005 - 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

[/quote]
Dann scheint es, dass die habsburgerische Regierung eine wichtige Rolle beim Kriegsausbruch spielte.[/quote]

ja sicha schlißlich haben sie die erste kriegserklärung gesendet!
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Olv
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BeitragBeitrags-Nr.: 61258 | Verfasst am: 09.06.2005 - 15:59    Titel: Antworten mit Zitat

"Stell Dir vor es gibt Krieg, Und keiner geht hin!"
Berthold Brecht


Für einen Krieg in dieser Grössenordnung braucht es doch beide Parteien, wenn die Deutschen voll gegen den Krieg gewesen wären, dann hätte es auch keinen gegeben...
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Patrick
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BeitragBeitrags-Nr.: 61262 | Verfasst am: 09.06.2005 - 16:21    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
"Stell Dir vor es gibt Krieg, Und keiner geht hin!"
Berthold Brecht

Für einen Krieg in dieser Grössenordnung braucht es doch beide Parteien, wenn die Deutschen voll gegen den Krieg gewesen wären, dann hätte es auch keinen gegeben...


Ist zwar ein wenig Off-Topic aber dass mus ich jetzt mal loswerden.

Dieses Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen und entspricht nicht dem was Bertold Brecht wirklich damit ausdrücken wollte.

Im Original lautet dieses Zitat:

Zitat:
"Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin - dann kommt der Krieg zu Euch. Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und läßt andere kämpfen für seine Sache, der muß sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal den Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn es wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat."

Aus der Koloman Wallisch Kantate
von Bertold Brecht



Die Verdrehung dieses Zitats ist mittlerweile leider Allgemeingut.
Die meisten wissen gar nicht das es noch weitergeht und deshalb wird es, vor allem von der linken Seite, gern mal zweckentfremdet.

Nur zur Info

Winken

Herzlichst Patrick


Zuletzt bearbeitet von Patrick am 09.06.2005 - 16:23, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Russ
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BeitragBeitrags-Nr.: 61263 | Verfasst am: 09.06.2005 - 16:21    Titel: Antworten mit Zitat

Olv hat Folgendes geschrieben:
Für einen Krieg in dieser Grössenordnung braucht es doch beide Parteien, wenn die Deutschen voll gegen den Krieg gewesen wären, dann hätte es auch keinen gegeben...

Damals war es ganz anders als heute, man brauchte keine Abstimmung. Und wer waere dagegen gewesen, sicher haette man ihn als einen Verbrecher bezeichnet.
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 61267 | Verfasst am: 09.06.2005 - 16:27    Titel: Antworten mit Zitat

Österreich-Ungarn hat den Krieg ganz klar provoziert und ganz klar ausgelöst! Deutschland hat liebendgern Mitgemacht! Da ist es Scheiß egal, wer die erste Kriegserklärung schickt! Und dann den Serben die Schuld zu geben ist unverschämt. Gerade die Serben sind den Österreicher so weit es möglich war, entgegen gekommen! Ich denke eher, das der Mord als Vorwand genutzt wurde, für die Expansion Österreich-Ungarns! Ö-U strebte doch Montenegros und Rumäniens Eigliederung an. Schon die Einverleibung Bosniens hätte doch schon leicht einen Krieg entflammen können.

Also, ich sehe hier KEINE Schuld bei Serbien.

Hauptschuld:
Österreich-Ungarn
Deutschland
Russland
.
.
Frankreich
.
.
Großbritanien

Gruß

Jörg
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