Deutsch-Polnische Diplomatie vor dem Kriegsausbruch
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frank
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BeitragBeitrags-Nr.: 56993 | Verfasst am: 20.04.2005 - 18:30    Titel: Deutsch-Polnische Diplomatie vor dem Kriegsausbruch Antworten mit Zitat

I. Die letzte Phase der deutsch-polnischen Krise
Nachstehend werden die Dokumente abgedruckt, die in der letzten Zeit vor der Einleitung der deutschen Abwehraktion gegen Polen und dem Eingreifen der Westmächte ausgetauscht wurden oder sonst auf diese Ereignisse Bezug haben. Diese Dokumente ergeben, kurz zusammengefaßt, das folgende Bild:
1. Anfang August erhielt die Reichsregierung Kenntnis von dem Schriftwechsel zwischen dem Vertreter Polens in Danzig und dem Senat der Freien Stadt, wonach die Polnische Regierung die Zurücknahme einer angeblichen, in Wahrheit gar nicht erlassenen Anordnung des Senats hinsichtlich der Tätigkeit der polnischen Zollinspektoren mit kurzer ultimativer Frist und unter Androhung von Vergeltungsmaßnahmen gefordert hatte (Anlage 1 bis 3). Dies gab der Reichsregierung Veranlassung, der Polnischen Regierung am 9. August mitzuteilen, daß eine Wiederholung solcher ultimativer Forderungen eine Verschärfung in den deutsch-polnischen Beziehungen herbeiführen würde, für deren Folgen allein die Polnische Regierung verantwortlich sein werde. Zugleich wurde die Polnische Regierung darauf aufmerksam gemacht, daß die Aufrechterhaltung der von Polen gegen Danzig getroffenen wirtschaftlichen Maßnahmen die Freie Stadt zwingen würde, sich nach anderen Ein- und Ausfuhrmöglichkeiten umzusehen (Anlage 4). Die Polnische Regierung beantwortete diese Mitteilung der Reichsregierung mit einem der Deutschen Botschaft in Warschau übergebenen Aide-Memoire vom 10. August, das in der Feststellung gipfelte, Polen werde jede Intervention der Reichsregierung in Danziger Angelegenheiten, die die dortigen polnischen Rechte und Interessen schädige, als Angriffshandlung ansehen (Anlage 5).
2. Am 22. August richtete der Britische Ministerpräsident Neville Chamberlain unter dem Eindruck der Meldungen über den bevorstehenden Abschluß eines Nichtangriffsvertrages zwischen Deutschland und der Sowjet-Union ein persönliches Schreiben an den Führer. Darin wurde einerseits der feste Entschluß der Britischen Regierung, ihre Bündnispflicht gegenüber Polen zu erfüllen, und andererseits die Auffassung zum Ausdruck gebracht, daß es geboten sei, zunächst wieder eine Atmosphäre des Vertrauens herzustellen und die deutsch-polnischen Probleme dann auf dem Wege der Verhandlung durch ein international zu garantierendes Abkommen zu lösen (Anlage 6). Der Führer legte in seiner Antwort vom 23. August die wahren Ursachen der deutsch-polnischen Krisis dar. Er wies insbesondere auf seinen großzügigen Vorschlag vom März dieses Jahres hin und stellte fest, daß die damals von England aus verbreiteten falschen Nachrichten über eine deutsche Mobilmachung gegen Polen, die ebenso unrichtigen Behauptungen über deutsche Angriffsabsichten gegenüber Ungarn und Rumänien und endlich die Polen zugesicherte Garantie Englands und Frankreichs die Polnische Regierung dazu ermutigt hätten, nicht nur das deutsche Angebot abzulehnen, sondern eine Welle von Terrorakten gegen die deutsche Volksgruppe in Polen zu entfesseln und Danzig wirtschaftlich abzudrosseln. Zugleich erklärte der Führer, daß Deutschland sich durch keine wie auch immer gearteten Einschüchterungsversuche davon abbringen lassen werde, für die Wahrung seiner Lebensrechte einzutreten (Anlage 7).
3. Obwohl das erwähnte Schreiben des Britischen Ministerpräsidenten vom 22. August und ebenso auch die am folgenden Tage von den britischen Staatsmännern gehaltenen Reden jedes Verständnis für den deutschen Standpunkt vermissen ließen, entschloß sich der Führer doch, noch einen neuen Versuch zu machen, um mit England zu einer Verständigung zu gelangen. Er empfing am 25. August den Britischen Botschafter, legte ihm noch einmal in aller Offenheit seine Auffassung über die Lage dar und teilte ihm die Grundlinien einer umfassenden, auf weite Sicht bemessenen Verständigung zwischen Deutschland und England mit, die er nach Bereinigung des Danzig- und Korridorproblems der Britischen Regierung anbieten werde (Anlage 8).

4. Während die Britische Regierung über die vorstehende Mitteilung des Führers beriet, fand ein Briefaustausch zwischen dem Französischen Ministerpräsidenten Daladier und dem Führer statt. Der Führer begründete in seiner Antwort wiederum ausführlich den deutschen Standpunkt in der deutsch-polnischen Frage und wiederholte noch einmal seinen festen Entschluß, die gegenwärtige deutsch-französische Grenze als endgültig anzuerkennen (Anlagen 9 und 10).
5. In ihrer am 28. August abends übergebenen Antwort auf den Schritt des Führers vom 25. August gab die Britische Regierung ihre Bereitschaft zu erkennen, auf den Gedanken einer Neugestaltung der deutsch-englischen Beziehungen einzugehen. Ferner teilte sie mit, daß sie von der Polnischen Regierung die bestimmte Zusicherung erhalten habe, mit der Reichsregierung in direkte Verhandlungen über die deutsch-polnischen Fragen einzutreten. Dabei wiederholte sie, daß nach ihrer Auffassung ein deutsch-polnisches Abkommen durch internationale Garantien gesichert werden müsse (Anlage 11). Trotz der schweren Bedenken, die sich aus dem ganzen bisherigen Verhalten Polens ergaben, und trotz der berechtigten Zweifel an einer aufrichtigen Bereitschaft der Polnischen Regierung zur unmittelbaren Verständigung nahm der Führer in seiner dem Britischen Botschafter am 29. August nachmittags übergebenen Antwort den britischen Vorschlag an und erklärte, daß die Reichsregierung mit dem Eintreffen einer mit allen Vollmachten versehenen polnischen Persönlichkeit am 30. August rechne. Zugleich kündigte der Führer an, daß die Reichsregierung die Vorschläge einer für sie akzeptablen Lösung sofort auszuarbeiten und diese, wenn möglich, bis zur Ankunft des polnischen Unterhändlers auch der Britischen Regierung zur Verfügung stellen werde (Anlage 12).
6. Während des 30. August traf in Berlin weder ein polnischer bevollmächtigter Unterhändler noch auch eine Mitteilung der Britischen Regierung über die von ihr unternommenen Schritte ein. Dagegen erhielt die Reichsregierung an diesem Tage die Nachricht von der Anordnung der allgemeinen polnischen Mobilmachung (Anlage 13). Erst um Mitternacht übergab der Britische Botschafter ein neues Memorandum, das indes keinerlei sachlichen Fortschritt in der Behandlung der deutsch-polnischen Fragen aufwies, sondern sich auf die Mitteilung beschränkte, daß die Antwort des Führers vom vorhergehenden Tage der Polnischen Regierung übermittelt werden solle und daß die Britische Regierung es für untunlich halte, die deutsch-polnische Fühlungnahme schon am 30. August herzustellen (Anlage 14).
7. Obwohl durch das Ausbleiben des polnischen Unterhändlers die Voraussetzung dafür entfallen war, der Britischen Regierung noch Kenntnis von der Auffassung der Reichsregierung über die möglichen Verhandlungsunterlagen zu geben, wurden dem Britischen Botschafter gelegentlich der Übergabe des letzterwähnten britischen Memorandums doch die Vorschläge mitgeteilt, die inzwischen von der Reichsregierung ausgearbeitet worden waren, und noch im einzelnen erläutert. Die Reichsregierung erwartete, daß nun wenigstens nachträglich die Benennung eines polnischen Bevollmächtigten erfolgen würde. Anstatt dessen gab am 31. August nachmittags der Polnische Botschafter in Berlin gegenüber dem Reichsaußenminister eine mündliche Erklärung des Inhalts ab, die Polnische Regierung habe in der vorausgegangenen Nacht von der Britischen Regierung die Nachricht von der Möglichkeit einer direkten Aussprache zwischen der Reichsregierung und der Polnischen Regierung erhalten und erwäge die britische Anregung in günstigem Sinne. Auf die ausdrückliche Frage des Reichsaußenministers, ob er befugt sei, mit ihm über die deutschen Vorschläge zu verhandeln, erklärte der Botschafter, daß er dazu nicht ermächtigt sei, sondern lediglich den Auftrag habe, die vorstehende mündliche Erklärung abzugeben. Auch die weitere Frage des Reichsaußenministers, ob der Botschafter mit ihm die Angelegenheit sonst sachlich diskutieren könne, verneinte der Botschafter ausdrücklich.
8. Die Reichsregierung mußte somit feststellen, daß sie zwei Tage vergeblich auf einen polnischen Bevollmächtigten gewartet hatte. Sie gab am 31. August abends die deutschen Vorschläge mit einer kurzen Darstellung ihrer Vorgeschichte öffentlich bekannt (Anlage 15). Diese Vorschläge wurden vom polnischen Rundfunk als unannehmbar bezeichnet (Anlage 16).
9. Nachdem somit alle Möglichkeiten zu einer friedlichen Regelung der deutsch-polnischen Krise erschöpft waren, sah sich der Führer genötigt, die von Polen schon seit langem gegenüber Danzig, dem Deutschtum in Polen und schließlich gegenüber Deutschland durch zahlreiche Grenzverletzungen angewandte Gewalt mit Gewalt abzuwehren (Anlage 17).
10. Am Abend des 1. September überreichten die Botschafter Großbritanniens und Frankreichs dem Reichsaußenminister zwei gleichlautende Noten, in denen sie Deutschland die Zurückziehung der deutschen Truppen vom polnischen Gebiet forderten und erklärten, daß ihre Regierung bei Ablehnung dieser Forderungen unverzüglich ihre vertraglichen Pflichten gegenüber Polen erfüllen würden (Anlagen 18 und 19).
Der Reichsaußenminister erwiderte beiden Botschaftern, daß Deutschland die in den Noten zum Ausdruck gebrachte Ansicht des Vorliegens eines deutschen Angriffes gegen Polen ablehnen müsse.
11. Um die durch diese Noten in bedrohliche Nähe gerückte Kriegsgefahr zu bannen, machte der Duce einen Vorschlag, der einen Waffenstillstand und eine anschließende Konferenz zur Lösung des deutsch-polnischen Konflikts vorsah (Anlage 20). Dieser Vorschlag wurde von der Deutschen und der Französischen Regierung positiv beantwortet, von der Britischen Regierung indessen abgelehnt (Anlagen 21 und 22). Dies ergab sich schon aus den Reden, die der Britische Premierminister und der Britische Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten am 2. September nachmittags im Britischen Parlament hielten, und wurde dem Reichsaußenminister vom Italienischen Botschafter am 2. September abends mitgeteilt. Damit war auch nach Auffassung der Italienischen Regierung die Initiative des Duce durch England zu Fall gebracht.
12. Am 3. September, vormittags 9 Uhr, erschien der Britische Botschafter im Auswärtigen Amt und überreichte eine Note, in der die Britische Regierung mit zweistündiger Befristung die Forderung auf Zurückziehung der deutschen Truppen wiederholte und sich für den Fall der Ablehnung nach Ablauf dieser Zeit als im Krieg mit Deutschland befindlich erklärte (Anlage 23). Der Britische Staatssekretär für Auswärtige Angelegenheiten richtete am 3. September 1939, vormittags 11.15 Uhr, an den deutschen Geschäftsträger in London eine Note, in der er diesen davon unterrichtete, daß ein Kriegszustand zwischen den beiden Ländern, von 11 Uhr vormittags den 3. September an gerechnet, bestehe (Anlage 24).
Am gleichen Tage um 11.30 Uhr vormittags händigte der Reichsaußenminister dem Britischen Botschafter in Berlin ein Memorandum der Reichsregierung aus, in dem die Ablehnung der ultimativen Forderungen der britischen Regierung ausgesprochen und nachgewiesen wurde, daß die Verantwortung für den Ausbruch des Krieges allein bei der Britischen Regierung liege (Anlage 25).
Am 3. September mittags suchte der Französische Botschafter in Berlin den Reichsaußenminister auf und fragte, ob die Reichsregierung in der Lage sei, die von der Französischen Regierung in ihrer Note vom 1. September gestellte Frage befriedigend zu beantworten. Der Reichsaußenminister erwiderte dem Botschafter, daß nach der Überreichung der englischen und französischen Note vom 1. September der Italienische Regierungschef einen neuen Vermittlungsvorschlag gemacht habe, und zwar mit dem Bemerken, daß die Französische Regierung diesem Vorschlag zustimme. Die Reichsregierung habe dem Duce am Vortage geantwortet, daß sie ebenfalls bereit sei, den Vorschlag anzunehmen. Darauf habe jedoch später am Tage der Duce mitgeteilt, daß sein Vorschlag an der Intransigenz der Britischen Regierung gescheitert sei. Die Britische Regierung habe vor mehreren Stunden eine auf zwei Stunden befristete ultimative Forderung an Deutschland gestellt, die deutscherseits durch ein Memorandum abgelehnt worden sei, das er, der Reichsaußenminister, dem Französischen Botschafter zur Kenntnis übergebe. Wenn die Haltung Frankreichs gegenüber Deutschland durch dieselben Erwägungen bestimmt werden sollte, wie die Haltung der Britischen Regierung, so könne die Reichsregierung das nur bedauern. Deutschland habe immer einen Ausgleich mit Frankreich gesucht. Sollte die Französische Regierung trotzdem auf Grund ihrer Verpflichtung gegenüber Polen eine feindliche Haltung gegen Deutschland einnehmen, so würde das deutsche Volk dies als einen durch nichts gerechtfertigten Angriffskrieg Frankreichs gegen das Reich ansehen. Der Französische Botschafter erwiderte, er entnehme den Ausführungen des Reichsaußenministers, daß die Reichsregierung nicht in der Lage sei, auf die französische Note vom 1. September eine befriedigende Antwort zu geben. Unter diesen Umständen habe er die unangenehme Pflicht, der Reichsregierung mitzuteilen, daß die Französische Regierung gezwungen sei, vom 3. September 5 Uhr nachmittags an, ihre Polen gegenüber eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Gleichzeitig übergab der Französische Botschafter eine entsprechende schriftliche Mitteilung (vgl. Anlage 26). Der Reichsaußenminister erklärte daraufhin, daß die Französische Regierung die volle Verantwortung für die Leiden trage, die den Völkern zugefügt werden würde, wenn Frankreich Deutschland angreife.

II. Anlagen
1. Erste Note des Diplomatischen Vertreters der Republik Polen in der Freien Stadt Danzig an den Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig vom 4. August 1939
(Übersetzung)
Danzig, den 4. August 1939.
An den
Herrn Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig,
Arthut Greiser, Danzig.
Ich habe erfahren, daß die lokalen Danziger Zollbehörden an den Grenzstellen zwischen der Freien Stadt Danzig und Ostpreußen sich an die polnischen Zollinspektoren mit der in ihrer Art beispiellosen Erklärung gewandt haben, daß die Danziger Ausführungsorgane beabsichtigen, sich vom 6. August um 7 Uhr ab der Ausübung der Kontrollfunktionen durch einen gewissen Teil der polnischen Inspektoren zu widersetzen, welche Funktionen sich aus den Rechten der Polnischen Regierung an der Zollgrenze ergeben.
Ich bin überzeugt, daß dieses Vorgehen der lokalen Organe entweder einem Mißverständnis oder auf einer irrigen Auslegung der Instruktion des Senats der Freien Stadt Danzig beruht.
Ich zweifle nicht, daß Sie, Herr Präsident des Senats, keinen Zweifel darüber hegen, daß eine derartige Antastung der fundamentalen Rechte Polens unter keinem Vorwand von der Polnischen Regierung geduldet wird.
Ich erwarte Ihre zugesicherte Antwort, daß Sie Anordnungen erlassen haben, die das Vorgehen Ihrer Untergebenen annullieren, spätestens bis zum 5. August um 18 Uhr.
Angesichts der Tatsache, daß das erwähnte Vorgehen an einer Reihe von Grenzstellen stattgefunden hat, bin ich gezwungen, Sie, Herr Präsident des Senats, zu warnen, daß alle polnischen Zollinspektoren den Befehl erhalten haben, ihren Dienst in Uniform und mit der Waffe am 6. August d.J. und den nachfolgenden Tagen an allen Grenzpunkten auszuüben, die sie für die Kontrolle als notwendig erachten. Alle Versuche, ihnen die Ausübung des Dienstes zu erschweren, alle Überfälle oder Interventionen der Polizeibehörden wird die Polnische Regierung als einen Gewaltakt gegen die amtlich Bediensteten des Polnischen Staates während der Ausübung ihres Dienstes betrachten. Falls die obenerwähnten Mißbräuche angewandt werden sollten, wird die Polnische Regierung unverzüglich Vergeltung (Retorsion) gegen die Freie Stadt anwenden, für die die Verantwortung ausschließlich auf den Senat der Freien Stadt fällt.
Ich hoffe, bis zu der erwähnten Zeit eine zufriedenstellende Aufklärung zu erhalten.
gez. Chodacki
Diplomatischer Vertreter der Republik Polen

2. Zweite Note des Diplomatischen Vertreters der Republik Polen an den Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig vom 4. August 1939
(Übersetzung)
Danzig, den 4. August 1939.
Herr Präsident des Senats.
Die Polnische Regierung gibt ihrer Verwunderung Ausdruck, daß der Senat bei der Beantwortung einer so einfachen Angelegenheit technische Schwierigkeiten hat. Im Interesse der Vermeidung drohender Folgen nehme ich einstweilen zur Kenntnis, daß keine Gewaltakte gegen unsere Zollinspektoren erfolgen werden und daß sie ihre Funktionen werden normal ausüben können. Ich bestätige jedoch, daß die in meiner Note vom 4.8. - 23.40 Uhr - enthaltenen Warnungen in Kraft bleiben.
Genehmigen Sie ......
gez. Chodacki
An
Seine Exzellenz Herrn Arthur Greiser, Präsident des Senats der Freien Stadt Danzig.

3. Antwortnote des Präsidenten des Senats der Freien Stadt Danzig an den Diplomatischen Vertreter der Republik Polen vom 7. August 1939
Danzig, den 7. August 1939.
Seiner Exzellenz
dem Diplomatischen Vertreter der Republik Polen,
Herrn Chodacki, bevollm. Minister,
Danzig.
Herr Minister,
Auf Ihre beiden Schreiben, datiert vom 4.d.M., von denen das zweite am 5. August zugestellt wurde, muß ich Ihnen mein Erstaunen darüber zum Ausdruck bringen, daß Sie ein völlig unkontrolliertes Gerücht zum Anlaß nehmen, der Danziger Regierung ein kurzfristiges Ultimatum der Polnischen Regierung zu übersenden und damit in dieser politisch bewegten Zeit grundlos Gefahren heraufbeschwören, deren Auswirkung unübersehbares Unheil anrichten kann. Die plötzliche Anordnung der Polnischen Regierung, daß a l l e polnischen Zollinspektoren ihren Dienst in Uniform und mit Waffe auszuüben haben, verstößt gegen die vertragliche Abmachung und kann nur als eine beabsichtigte Provokation aufgefaßt werden, um Zwischenfälle und Gewaltakte bedenklichster Art herbeizuführen.
Nach den von mir inzwischen getroffenen Feststellungen, von denen ich Ihnen sogleich am Sonnabend, dem 5.d.M. vormittags, telefonisch Mitteilung machte, ist von keiner Stelle, insbesondere von keiner Dienststelle des Landeszollamts der Freien Stadt Danzig, eine Anordnung des Inhalts gegeben worden, daß die Danziger Ausführungsorgane sich vom 6. August, 7 Uhr früh ab, der Ausübung der Kontrollfunktionen durch einen gewissen Teil der polnischen Zollinspektoren zu widersetzen haben. Ich verweise außerdem auf mein Schreiben vom 3. Juni d.J., in dem ich bereits das Verhältnis der Danziger Zollbeamtenschaft zu den polnischen Zollinspektoren an der Grenze genau präjudizierte.
Die Danziger Regierung protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die von der Polnischen Regierung angedrohten Retorsionen, die sie als völlig unzulässige Drohung ansieht und deren Folgen allein auf die Polnische Regierung zurückfallen.
Genehmigen Sie, .....
gez.Greiser

4. Mitteilung des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt an den Polnischen Geschäftsträger in Berlin vom 9. August 1939
Die Reichsregierung hat mit großem Befremden von der Note der Polnischen Regierung an den Senat der Freien Stadt Danzig Kenntnis erhalten, in der die Zurücknahme einer angeblich - auf unwahren Gerüchten beruhenden - Anordnung des Senats zwecks Verhinderung der polnischen Zollinspektoren an der Ausübung ihres Dienstes, die in Wirklichkeit von dem Senat der Freien Stadt gar nicht erlassen war, in ultimativer Form gefordert wurde. Im Falle einer Weigerung wurden Vergeltungsmaßnahmen gegen die Freie Stadt Danzig angedroht.
Die Reichsregierung sieht sich veranlaßt, die Polnische Regierung darauf hinzuweisen, daß eine Wiederholung solcher ultimativer Forderungen an die Freie Stadt Danzig und die Androhung von Vergeltungsmaßnahmen eine Verschärfung in den deutsch-polnischen Beziehungen herbeiführen würde, für deren Folgen die Verantwortung ausschließlich auf die Polnische Regierung fallen würde und für die die Reichsregierung schon jetzt jede Verantwortung ablehnen muß.
Die Reichsregierung lenkt fernerhin die Aufmerksamkeit der Polnischen Regierung auf die Tatsache, daß die von der Polnischen Regierung getroffenen Maßnahmen zur Verhinderung der Einfuhr gewisser Waren aus der Freien Stadt Danzig nach Polen geeignet sind, schwere wirtschaftliche Schädigungen für die Bevölkerung Danzigs hervorzurufen.
Sollte die Polnische Regierung auf der Aufrechterhaltung derartiger Maßnahmen beharren, so bliebe nach Auffassung der Reichsregierung nach Lage der Dinge der Freien Stadt Danzig keine andere Wahl, als sich nach anderen Ausfuhr- und damit auch Einfuhrmöglichkeiten umzusehen.

5. Mitteilung des Unterstaatssekretärs im Polnischen Außenministerium an den Deutschen Geschäftsträger in Warschau vom 10. August 1939
(Übersetzung)
Die Regierung der Republik Polen hat mit lebhaftester Überraschung von der Erklärung Kenntnis genommen, die der Staatssekretär im deutschen Auswärtigen Amt dem Geschäftsträger Polens a i. in Berlin am 9. August 1939 über die zwischen Polen und der Freien Stadt Danzig bestehenden Beziehungen gemacht hat. Die Polnische Regierung kann tatsächlich keine juristische Grundlage erkennen, die eine Einmischung Deutschlands in die vorgenannten Beziehungen rechtfertigen könnte.
Wenn über das Danziger Problem zwischen der Polnischen Regierung und der Reichsregierung Meinungsaustausche stattgefunden haben, so war dies allein in dem guten Willen der Polnischen Regierung begründet und ergab sich keineswegs aus irgendwelcher Verpflichtung.
In Beantwortung der vorgenannten Erklärung der Reichsregierung ist die Polnische Regierung gezwungen, die Deutsche Reichsregierung darauf hinzuweisen, daß sie wie bisher auch in Zukunft gegen jeden Versuch der Behörden der Freien Stadt, die Rechte und Interessen in Frage zu stellen, die Polen auf Grund seiner Abkommen in Danzig besitzt, vorgehen wird, und zwar durch Mittel und Maßnahmen, die sie allein für angebracht hält, und daß sie eventuelle Einmischungen der Reichsregierung zum Schaden dieser Rechte und Interessen als Angriffshandlung ansehen wird.

6. Schreiben des Britischen Premierministers an den Führer vom 22. August 1939
(Übersetzung)
London, den 22. August 1939.
Euer Exzellenz!
Euer Exzellenz werden bereits von gewissen Maßnahmen Kenntnis erhalten haben, die von Seiner Majestät Regierung getroffen und heute abend in der Presse und im Rundfunk bekanntgegeben wurden.
Diese Maßnahmen sind nach Ansicht Seiner Majestät Regierung notwendig geworden durch Truppenbewegungen, über die aus Deutschland berichtet worden ist, und durch die Tatsache, daß anscheinend die Ankündigung eines deutsch-sowjetischen Abkommens in gewissen Kreisen in Berlin als Anzeichen dafür aufgefaßt wird, daß eine Intervention seitens Großbritanniens zugunsten Polens nicht mehr eine Eventualität darstellt, mit der zu rechnen notwendig ist. Kein größerer Fehler könnte begangen werden. Welcher Art auch immer das deutsch-sowjetische Abkommen sein wird, so kann es nicht Großbritanniens Verpflichtung gegenüber Polen ändern, wie Seiner Majestät Regierung wiederholt öffentlich und klar dargelegt hat, und diese entschlossen ist, zu erfüllen.
Es ist behauptet worden, daß, wenn Seiner Majestät Regierung ihren Standpunkt im Jahre 1914 klarer dargelegt hätte, jene große Katastrophe vermieden worden wäre. Unabhängig davon, ob dieser Behauptung Bedeutung beizulegen ist oder nicht, ist Seiner Majestät Regierung entschlossen, dafür zu sorgen, daß im vorliegenden Falle kein solch tragisches Mißverständnis entsteht.
Nötigenfalls ist Seiner Majestät Regierung entschlossen und bereit, alle ihr zur Verfügung stehenden Kräfte unverzüglich einzusetzen, und es ist unmöglich, das Ende einmal begonnener Feindseligkeiten abzusehen. Es würde eine gefährliche Täuschung sein, zu glauben, daß ein einmal begonnener Krieg frühzeitig enden würde, selbst wenn ein Erfolg auf einer der verschiedenen Fronten, an denen er geführt werden wird, erzielt worden sein sollte.
Nachdem unser Standpunkt auf diese Weise vollkommen klar dargelegt ist, möchte ich Euer Exzellenz wiederholt meine Überzeugung dahingehend zum Ausdruck bringen, daß Krieg zwischen unseren beiden Völkern die größte Katastrophe darstellen würde, die überhaupt eintreten könnte. Ich bin überzeugt, daß weder unser Volk noch das Ihrige einen Krieg wünscht, und ich kann nicht ersehen, daß die zwischen Deutschland und Polen schwebenden Fragen irgend etwas enthalten, das nicht ohne Gewalt gelöst werden könnte und sollte, wenn nur ein Zustand des Vertrauens wiederhergestellt werden könnte, der es ermöglichen würde, Verhandlungen in einer besseren als der heute bestehenden Atmosphäre zu führen.
Wir sind immer bereit gewesen, und werden es auch stets sein, zu der Schaffung von Bedingungen beizutragen, in denen solche Verhandlungen stattfinden können, und in denen es möglich sein würde, gleichzeitig jene größeren, zukünftige internationale Beziehungen berührende Probleme zu erörtern, einschließlich die uns und Euer Exzellenz interessierenden Angelegenheiten.
In dem heute bestehenden Spannungszustande nehmen jedoch die Schwierigkeiten zu, die friedlichen Verhandlungen im Wege stehen, und je länger diese Spannung aufrechterhalten wird, desto schwerer wird sich Vernunft durchsetzen können.
Diese Schwierigkeiten könnten jedoch gemildert, wenn nicht beseitigt werden, wenn über einen anfänglichen Zeitraum auf beiden Seiten - und überhaupt auf allen Seiten - eine Pause eingehalten werden könnte, in der Pressepolemik und jedwede Aufreizung einzustellen sei.
Wenn eine solche Pause herbeigeführt werden könnte, dann dürfte Grund zu der Hoffnung bestehen, daß, nach Ablauf dieses Zeitraums, in dem Schritte unternommen werden könnten, um die von beiden Seiten erhobenen Beschwerden bezüglich der Behandlung von Minderheiten zu untersuchen und in Angriff zu nehmen, geeignete Bedingungen geschaffen sein würden für die Aufnahme von direkten Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen über die zwischen ihnen bestehenden Fragen (unter Mitwirkung eines neutralen Vermittlers, sollten beide Parteien dies für zweckmäßig erachten).
Ich fühle mich jedoch verpflichtet, zu sagen, daß nur eine geringe Hoffnung bestehen würde, solche Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen, wenn es nicht von Anfang feststünde, daß ein zu erreichendes Abkommen bei seinem Abschluß von anderen Mächten garantiert werden würde. Seiner Majestät Regierung würde bereit sein, wenn der Wunsch dazu ausgesprochen werden sollte, zu der wirksamen Durchführung solcher Garantien nach ihrem Vermögen beizutragen.
In diesem Augenblick gestehe ich, daß ich keinen anderen Weg sehe, eine Katastrophe zu vermeiden, die Europa in den Krieg führen wird.
Im Hinblick auf die schweren Folgen für die Menschheit, die aus einer Handlung ihrer Herrscher entstehen können, vertraue ich darauf, daß Euer Exzellenz mit tiefster Überlegung die Ihnen von mir dargelegten Gesichtspunkte abwägen werden.
gez. Neville Chamberlain

7. Antwortschreiben des Führers an den Britischen Premierminister vom 23. August 1939
Den 23. August 1939.
Euer Exzellenz!
Der Königlich Britische Botschafter hat mir soeben ein Schreiben überreicht, in dem Eure Exzellenz namens der Britischen Regierung auf eine Reihe von Punkten hinweisen, die Ihrer Auffassung nach von größter Wichtigkeit seien.
Ich darf dieses Ihr Schreiben wie folgt beantworten:
1. Deutschland hat niemals Konflikte mit England gesucht und sich nie in englische Interessen eingemischt. Es hat sich im Gegenteil - wenn auch leider vergebens - jahrelang bemüht, die englische Freundschaft zu erwerben. Es hat aus diesem Grunde freiwillige Begrenzungen seiner eigenen Interessen in einem großen Gebiet Europas vorgenommen, die ansonst nationalpolitisch nur sehr schwer tragbar wären.
2. Das Deutsche Reich besitzt aber - wie jeder andere Staat - bestimmte Interessen, auf die Verzicht zu leisten unmöglich ist. Sie liegen nicht außerhalb des Rahmens der durch die frühere deutsche Geschichte gegebenen und durch die wirtschaftliche Lebensvoraussetzungen bedingten Notwendigkeiten. Einige dieser Fragen besaßen und besitzen zugleich eine nationalpolitisch und psychologisch für jede Deutsche Regierung zwingende Bedeutung.
Zu ihnen gehören die deutsche Stadt Danzig und das damit im Zusammenhang stehende Problem des Korridors. Zahlreiche Staatsmänner, Geschichtsforscher und Literaten, auch in England, waren sich wenigstens noch vor wenigen Jahren dessen bewußt. Hinzufügen möchte ich noch, daß alle diese Gebiete, die in der vorher erwähnten deutschen Interessensphäre liegen, und insbesondere die seit 18 Monaten zum Reich zurückgekehrten Länder ihre kulturelle Erschließung nicht durch Engländer, sondern ausschließlich durch Deutsche erhalten haben, und zwar zum Teil schon in und seit einer Zeit, die über tausend Jahre zurückliegt.
3. Deutschland war bereit, die Frage Danzig und die des Korridors durch einen wahrhaft einmalig großzügigen Vorschlag auf dem Wege der Verhandlungen zu lösen. Die von England ausgestreuten Behauptungen über eine deutsche Mobilmachung gegenüber Polen, die Behauptung von Aggressionsbestrebungen gegenüber Rumänien, Ungarn usw., sowie die später abgegebenen sogenannten Garantieerklärungen hatten die Geneigtheit der Polen zu Verhandlungen auf einer solchen für Deutschland tragbaren Basis beseitigt.
4. Die von England Polen gegebene Generalzusicherung, ihm unter allen Umständen beizustehen, ganz gleich, aus welchen Ursachen ein Konflikt entstehen könnte, konnte in diesem Lande nur als eine Ermunterung aufgefaßt werden, nunmehr - gedeckt durch einen solchen Freibrief - eine Welle furchtbaren Terrors gegen die 1 1/2 Millionen zählende deutsche Bevölkerung, die in Polen lebt, anlaufen zu lassen. Die Greuel, die seitdem dort stattfinden, sind für die Betroffenen entsetzlich, für das dabei zusehen sollende Deutsche Reich als Großmacht unerträglich. Der Freien Stadt Danzig gegenüber hat Polen zahlreiche Rechtsverletzungen begangen, Forderungen ultimativen Charakters geschickt und mit der wirtschaftlichen Abdrosselung begonnen.
5. Die Deutsche Reichsregierung hat der Polnischen Regierung nun vor kurzem mitteilen lassen, daß sie nicht gewillt ist, diese Entwicklung stillschweigend hinzunehmen, daß sie nicht dulden wird, daß weitere ultimative Noten an Danzig gerichtet werden, daß sie nicht dulden wird, daß man die Verfolgungen des deutschen Elements fortsetzt, daß sie ebenso nicht dulden wird, durch wirtschaftliche Maßnahmen die Freie Stadt Danzig umzubringen, das heißt,, durch eine Art Zollblockade der Danziger Bevölkerung die Lebensgrundlage zu vernichten, und daß sie auch nicht dulden wird, daß sich sonstige weitere Provokationsakte gegen das Reich ereignen. Unabhängig davon müssen und werden die Fragen des Korridors und von Danzig ihre Lösung finden.
6. Sie teilen mir, Exzellenz, im Namen der Britischen Regierung mit, daß Sie in jedem solchen Fall des Einschreitens Deutschlands gezwungen sein werden, Polen Beistand zu leisten. Ich nehme diese Erklärung zur Kenntnis und versichere Ihnen, daß sie keine Änderung in die Entschlossenheit der Reichsregierung bringen kann, die Interessen des Reiches in dem in Punkt 5 mitgeteilten Sinn wahrzunehmen. Ihre Versicherung, daß Sie in einem solchen Fall an einen langen Krieg glauben, teile ich ebenfalls. Deutschland ist - wenn es von England angegriffen wird - darauf vorbereitet und dazu entschlossen. Ich habe schon öfters als einmal vor dem Deutschen Volk und der Welt erklärt, daß es über den Willen des neuen Reiches keinen Zweifel geben könne, lieber jede Not und jedes Unglück und auf jede Zeit auf sich zu nehmen, als seine nationalen Interessen oder gar seine Ehre preiszugeben.
7. Die Deutsche Reichsregierung hat Kenntnis davon bekommen, daß die Britische Regierung beabsichtigt, Mobilmachungsmaßnahmen durchzuführen, deren eindeutiger Charakter als nur gegen Deutschland gerichtet, nach den eigenen Erklärungen in Ihrem Schreiben an mich, Herr Ministerpräsident, feststeht. Dies soll auch für Frankreich zutreffen. Da Deutschland niemals die Absicht hatte, sei es gegen England oder gegen Frankreich, militärische Maßnahmen außer solchen defensiver Natur zu treffen, und - wie schon betont - nie beabsichtigte und auch für die Zukunft nicht beabsichtigt, England oder Frankreich anzugreifen, kann es sich in dieser Ankündigung, wie Sie sie, Herr Ministerpräsident, in Ihrem Schreiben mir bestätigen, nur um einen in Aussicht genommenen Akt der Bedrohung des Reiches handeln. Ich teile daher Euer Exzellenz mit, daß ich im Falle des Eintreffens dieser militärischen Ankündigungen die sofortige Mobilmachung der deutschen Wehrmacht anordnen werde.
8. Die Frage der Behandlung der europäischen Probleme im friedlichen Sinn kann nicht von Deutschland entschieden werden, sondern in erster Linie von jenen, die sich seit dem Verbrechen des Versailler Diktats jeder friedlichen Revision beharrlich und konsequent widersetzt haben. Erst nach der Änderung der Gesinnung der dafür verantwortlichen Mächte kann auch eine Änderung des Verhältnisses zwischen England und Deutschland in einem positiven Sinne eintreten. Ich habe Zeit meines Lebens für eine deutsch-englische Freundschaft gekämpft, bin aber durch das Verhalten der britischen Diplomatie - wenigstens bisher - von der Zwecklosigkeit eines solchen Versuches überzeugt worden. Wenn sich dies in der Zukunft ändern würde, könnte niemand glücklicher sein als ich.
gez. Adolf Hitler

8. Erklärung des Führers gegenüber dem Britischen Botschafter vom 25. August 1939, mittags 13.30 Uhr
Der Führer erklärte einleitend, daß der Britische Botschafter am Schluß der letzten Unterredung der Hoffnung Ausdruck gegeben habe, daß doch noch eine Verständigung zwischen Deutschland und England möglich sein wird. Er, der Führer, habe sich daraufhin die Dinge noch einmal durch den Kopf gehen lassen und wolle heute England gegenüber einen Schritt unternehmen, der genau so entscheidend sei wie der Schritt Rußland gegenüber, der zu der kürzlichen Vereinbarung geführt habe.
Auch die gestrige Unterhaussitzung bzw. die Reden Chamberlains und Lord Halifax` hätten dem Führer veranlaßt, noch einmal mit dem Britischen Botschafter zu sprechen. Die Behauptung, daß Deutschland die Welt erobern wolle, ist lächerlich. Das Britische Imperium umfaßt 40 Millionen qkm, Rußland 19 Mill. qkm, Amerika 9 1/2 Mill. qkm, während Deutschland noch nicht 600 000 qkm umfaßt. Wer also die Welt erobern will, ist klar.
Der Führer teilt dem Britischen Botschafter folgendes mit:
1. Die polnischen Akte der Provokation sind unerträglich geworden, gleich, wer verantwortlich ist. Wenn die Polnische Regierung die Verantwortung bestreitet, so beweist das nur, daß sie selbst keinen Einfluß mehr auf ihre militärischen Unterorgane besitze. In der letzten Nacht seien wieder 21 neue Grenzzwischenfälle erfolgt, auf deutscher Seite habe man größte Disziplin gewahrt. Alle Zwischenfälle seien von der polnischen Seite hervorgerufen worden. Außerdem wurden Verkehrsflugzeuge beschossen. Wenn die Polnische Regierung erkläre, nicht verantwortlich dafür zu sein, so beweise dies, daß es ihr nicht mehr möglich sei, ihre eigenen Leute im Zaume zu halten.
2. Deutschland sei unter allen Umständen entschlossen, diese mazedonischen Zustände an seiner Ostgrenze zu beseitigen, und zwar nicht nur im Interesse von Ruhe und Ordnung, sondern auch im Interesse des europäischen Friedens.
3. Das Problem Danzig und Korridor müsse gelöst werden. Der Britische Ministerpräsident habe eine Rede gehalten, die nicht im geringsten geeignet sei, einen Wandel in der deutschen Einstellung herbeizuführen. Aus dieser Rede könne höchstens ein blutiger und unübersehbarer Krieg zwischen Deutschland und England entstehen. Ein solcher Krieg würde blutiger sein als der von 1914 bis 1918. Im Unterschied zu dem letzten Kriege würde Deutschland keinen Zweifrontenkrieg mehr zu führen haben. Das Abkommen mit Rußland sei bedingungslos und bedeute eine Wende in der Außenpolitik des Reiches auf längste Zeit. Rußland und Deutschland würden unter keinen Umständen mehr die Waffen gegeneinander ergreifen. Davon abgesehen würden die mit Rußland getroffenen Abmachungen Deutschland auch wirtschaftlich für eine längste Kriegsperiode sichern.
Dem Führer habe immer an der deutsch-englischen Verständigung gelegen. Ein Krieg zwischen England und Deutschland könne im günstigsten Fall Deutschland einen Gewinn bringen, England aber überhaupt nicht.
Der Führer erklärt, daß das deutsch-polnische Problem gelöst werden müsse und gelöst werden würde. Er ist aber bereit und entschlossen, nach der Lösung dieses Problems noch einmal an England mit einem großen umfassenden Angebot heranzutreten. Er ist der Mann großer Entschlüsse und wird auch in diesem Fall zu einer großen Handlung fähig sein. Er bejaht das Britische Imperium und ist bereit, sich für dessen Bestand persönlich zu verpflichten und die Kraft des Deutschen Reiches dafür einzusetzen, wenn
1. seine kolonialen Forderungen, die begrenzt sind und auf friedlichem Wege ausgehandelt werden können, Erfüllung finden, wobei er hier zu einer weitesten Terminbestimmung bereit ist,
2. seine Verpflichtungen Italien gegenüber nicht tangiert werden, d.h. mit anderen Worten: er fordert von England nicht die Preisgabe seiner französischen Verpflichtungen, und könne sich seinerseits auch nicht von den italienischen Verpflichtungen entfernen.
3. Er wünscht ebenso den unverrückbaren Entschluß Deutschlands zu betonen, nie mehr mit Rußland in einen Konflikt einzutreten.
Der Führer ist bereit, dann mit England Abmachungen zu treffen, die, wie schon betont, nicht nur die Existenz des Britischen Weltreichs unter allen Umständen deutscherseits garantieren würden, sondern auch, wenn es nötig wäre, dem Britischen Reich die deutsche Hilfe sicherten, ganz gleich, wo immer eine derartige Hilfe erforderlich sein sollte. Der Führer würde dann auch bereit sein, eine vernünftige Begrenzung der Rüstungen zu akzeptieren, die der neuen politischen Lage entsprächen und wirtschaftlich tragbar wären. Endlich versichert der Führer erneut, daß er an den westlichen Problemen nicht interessiert sei und daß eine Grenzkorrektur im Westen außerhalb jeder Erwägung stehe; der mit Milliarden Kosten errichtete Westwall sei die endgültige Reichsgrenze nach Westen.
Wenn die Britische Regierung diese Gedanken erwägen würde, so könnte sich daraus ein Segen für Deutschland und auch für das Britische Weltreich ergeben. Wenn sie diese Gedanken ablehnt, wird es Krieg geben. Auf keinen Fall würde Großbritannien aus diesem Krieg stärker hervorgehen; schon der letzte Krieg habe dies bewiesen.
Der Führer wiederholt, daß er ein Mann großer und ihm selbst verpflichtender Entschlüsse sei und daß dies sein letzter Vorschlag wäre. Er werde sofort nach Lösung der deutsch-polnischen Frage mit einem Angebot an die Britische Regierung herantreten.

9. Schreiben des Französischen Ministerpräsidenten an den Führer vom 26. August 1939
(Übersetzung)
Paris, den 26. August 1939
Sehr geehrter Herr Reichskanzler!
Der Französische Botschafter in Berlin hat mir Ihre persönliche Mitteilung zur Kenntnis gebracht.
In der Stunde, wo Sie von der schwersten Verantwortung sprechen, die zwei Regierungschefs unter Umständen übernehmen können, das heißt, das Blut von zwei großen Völkern, die sich nur nach Frieden und Arbeit sehnen, zu vergießen, bin ich Ihnen persönlich und unseren beiden Völkern schuldig zu sagen, daß das Schicksal des Friedens noch in Ihren Händen liegt.
Sie können weder an meinen Gefühlen Deutschland gegenüber noch an den friedlichen Gefühlen Frankreichs für Ihre Nation einen Zweifel hegen. Kein Franzose hat mehr als ich selbst getan, um zwischen unseren beiden Völkern nicht nur den Frieden, sondern eine aufrichtige Mitarbeit in ihrem eigenen Interesse, sowie im Interesse Europas und der Welt zu bekräftigen.
Es sei denn, Sie trauen dem französischen Volke einen weniger hohen Begriff der Ehre zu, als ich selber dem deutschen Volke anerkenne, so können Sie nicht bezweifeln, daß Frankreich seine Verpflichtungen anderen Mächten gegenüber treu erfüllt, Mächten, wie zum Beispiel Polen, die, davon bin ich überzeugt, mit Deutschland in Frieden leben wollen.
Diese beiden Überzeugungen sind vollkommen vereinbar.
Bis heute gibt es nichts, das eine friedliche Lösung der internationalen Krise in Ehren und Würden für alle Völker verhindern könnte, wenn auf allen Seiten der gleiche Friedenswille besteht.
Mit dem guten Willen Frankreichs bekunde ich denjenigen aller seiner Verbündeten. Ich übernehme selbst die Garantie für diese Bereitschaft, die Polen immer gezeigt hat für die gegenseitige Anwendung eines Verfahrens des freien Ausgleichs, wie man es sich vorstellen kann zwischen den Regierungen zweier souveränen Nationen. Mit dem besten Gewissen kann ich Ihnen die Versicherung geben, daß es unter den zwischen Deutschland und Polen mit Bezug auf die Danziger Frage entstandenen Differenzen keine gibt, die nicht einem solchen Verfahren unterbreitet werden könnte zwecks einer friedlichen und gerechten Lösung.
Auf meine Ehre kann ich auch bekunden,daß es in der klaren und aufrichtigen Solidarität Frankreichs mit Polen und seinen Verbündeten nichts gibt, das die friedliche Gesinnung meines Vaterlandes irgendwie beeinträchtigen könnte. Diese Solidarität hat uns niemals daran gehindert und hindert uns auch heute nicht, Polen in dieser friedlichen Gesinnung zu erhalten.
In einer so schweren Stunde glaube ich aufrichtig, daß kein edelgesinnter Mensch es verstehen könnte, daß ein Krieg der Zerstörung unternommen würde, ohne daß ein letzter Versuch einer friedlichen Lösung zwischen Deutschland und Polen stattfindet. Ihr Friedenswille könnte sich in aller Bestimmtheit dafür einsetzen, ohne der deutschen Ehre irgendwie Abbruch zu tun. Ich, als Chef der französischen Regierung, der ich eine gute Harmonie zwischen dem französischen und dem deutschen Volke wünsche, und der ich andererseits durch Freundschaftsbande und durch das gegebene Wort mit Polen verbunden bin, bin bereit, alle Anstrengungen zu machen, die ein aufrichtiger Mensch unternehmen kann, um diesen Versuch zu einem guten Ende zu führen.
Sie waren wie ich selbst Frontkämpfer im letzten Kriege. Sie wissen wie ich, welche Abscheu und Verurteilung die Verwüstungen des Krieges im Gewissen der Völker hinterlassen haben, ganz gleich wie der Krieg endete. Die Vorstellung, die ich mir von Ihrer hervorragenden Rolle machen kann als Führer des Deutschen Volkes auf dem Wege des Friedens, der Vollendung seiner Aufgabe in dem gemeinsamen Werk der Zivilisation entgegen, führt mich dazu, eine Antwort auf diesen Vorschlag zu erbitten.
Wenn das französische und das deutsche Blut von neuem fließen, wie vor 25 Jahren, in einem noch längeren und mörderischeren Krieg, dann wird jedes der beiden Völker kämpfen im Vertrauen auf seinen eigenen Sieg. Siegen werden am sichersten die Zerstörung und die Barbarei.
gez.Daladier

10. Antwortschreiben des Führers an den Französischen Ministerpräsidenten vom 27. August 1939
Berlin, den 27. August 1939.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!
Ich verstehe die Bedenken, die Sie aussprechen. Auch ich habe niemals die hohe Verpflichtung übersehen, die denen auferlegt ist, die über das Schicksal der Völker gestellt sind. Als alter Frontsoldat kenne ich wie Sie die Schrecken des Krieges. Aus dieser Gesinnung und Erkenntnis heraus habe ich mich auch ehrlich bemüht, alle Konfliktstoffe zwischen unseren beiden Völkern zu beseitigen. Ich habe dem französischen Volk eins ganz offen versichert, daß die Rückkehr des Saargebietes die Voraussetzung dazu sein würde. Ich habe nach dieser Rückkehr sofort feierlich meinen Verzicht bekräftigt auf irgendwelche weiteren Ansprüche, die Frankreich berühren können. Das deutsche Volk hat diese meine Haltung gebilligt. Wie Sie sich selbst bei Ihrem letzten Hiersein überzeugen konnten, empfand und empfindet es gegen den einstigen tapferen Gegner im Bewußtsein seiner eigenen Haltung keinerlei Groll oder gar Haß. Im Gegenteil. Die Befriedigung unserer Westgrenze führte zu einer steigenden Sympathie, jedenfalls von seiten des deutschen Volkes. Einer Sympathie, die sich bei vielen Anlässen geradezu demonstrativ zeigte. Der Bau der großen Westbefestigungen, der zahlreiche Milliarden verschlang und verschlingt, stellt für Deutschland zugleich ein Dokument der Akzeptierung und Festlegung der endgültigen Reichsgrenze dar. Das deutsche Volk hat damit auf 2 Provinzen Verzicht geleistet, die einst zum alten Deutschen Reich gehörten, später durch viel Blut erobert und endlich mit noch viel mehr Blut verteidigt wurden. Dieser Verzicht stellt, wie Sie mir, Exzellenz, zugeben müssen, keine taktische, nach außen gezeigte Haltung dar, sondern einen Entschluß, der in allen unseren Maßnahmen seine konsequente Erhärtung erfuhr. Sie werden mir, Herr Ministerpräsident, nicht einen Fall nennen können, in dem auch nur durch eine Zeile oder eine Rede gegen diese endgültige Fixierung der deutschen Reichsgrenze nach dem Westen hin verstoßen worden wäre. Ich glaube, durch diesen Verzicht und durch diese Haltung jeden denkbaren Konfliktstoff zwischen unseren beiden Völkern ausgeschaltet zu haben, der zu einer Wiederholung der Tragik von 1914-1918 würde führen können. Diese freiwillige Begrenzung der deutschen Lebensansprüche im Westen kann aber nicht aufgefaßt werden als eine auch auf allen anderen Gebieten geltende Akzeptierung des Versailler Diktats. Ich habe nun wirklich Jahr für Jahr versucht, die Revision wenigstens der unmöglichsten und untragbarsten Bestimmungen dieses Diktats auf dem Verhandlungswege zu erreichen. Es war dies unmöglich. Daß die Revision kommen mußte, war zahlreichen einsichtsvollen Männern aus allen Völkern bewußt und klar. Was immer man nun gegen meine Methode anführen kann, was immer man an ihr aussetzen zu müssen glaubt, so darf doch nicht übersehen oder bestritten werden, daß es durch sie möglich wurde, ohne neues Blutvergießen in vielen Fällen nicht nur für Deutschland befriedigende Lösungen zu finden, sondern daß durch die Art des Verfahrens die Staatsmänner anderer Völker von der für sie oft unmöglichen Verpflichtung enthoben wurden, diese Revision vor ihren Völkern verantworten zu müssen; denn immerhin eines werden Eure Exzellenz mir zugeben müssen: Die Revision mußte kommen. Das Versailler Diktat war untragbar. Kein Franzose von Ehre, auch Sie nicht, Herr Daladier, hätte in einer ähnlichen Lage anders gehandelt als ich. Ich habe nun in diesem Sinne auch versucht, die unvernünftigste Maßnahme des Versailler Diktats aus der Welt zu schaffen. Ich habe der Polnischen Regierung ein Angebot gemacht, über das das Deutsche Volk erschrocken ist. Kein anderer als ich konnte es überhaupt wagen, mit einem solchen Angebot vor die Öffentlichkeit zu treten. Es konnte daher auch nur einmalig sein. Ich bin nun zutiefst überzeugt, daß, wenn besonders von England aus damals, statt in der Presse gegen Deutschland eine wilde Campagne loszulassen, Gerüchte von einer deutschen Mobilmachung zu lancieren, Polen irgendwie zugeredet worden wäre, vernünftig zu sein, Europa heute und auf 25 Jahre den Zustand des tiefsten Friedens genießen könnte. So aber wurde erst durch die Lüge von der deutschen Aggression die polnische öffentliche Meinung aufgeregt, der Polnischen Regierung die eigenen notwendigen klaren Entschlüsse erschwert und vor allem durch die dann folgende Abgabe des Garantieversprechens der Blick für die Grenze realer Möglichkeiten getrübt. Die Polnische Regierung lehnte die Vorschläge ab. Die polnische öffentliche Meinung begann in der sicheren Überzeugung, daß ja nun England und Frankreich für Polen kämpfen würden, Forderungen zu erheben, die man vielleicht als lächerliche Verrücktheit bezeichnen könnte, wenn sie nicht so unendlich gefährlich wären. Damals setzte ein unerträglicher Terror, eine physische und wirtschaftliche Drangsalierung der immerhin über 1 1/2 Millionen zählenden Deutschen in dem vom Reich abgetrennten Gebieten ein. Ich will hier nicht über die vorgekommenen Scheußlichkeiten sprechen. Allein auch Danzig wurde mit fortgesetzten Übergriffe polnischer Behörden steigend zum Bewußtsein gebracht, daß es scheinbar rettungslos der Willkür einer dem nationalen Charakter der Stadt und der Bevölkerung fremden Gewalt ausgeliefert ist.
Darf ich mit nun die Frage erlauben, Herr Daladier, wie würden Sie als Franzose handeln, wenn durch irgendeinen unglücklichen Ausgang eines tapferen Kampfes eine Ihrer Provinzen durch einen von einer fremden Macht besetzten Korridor abgetrennt würde, eine große Stadt - sagen wir Marseille - verhindert würde, sich zu Frankreich zu bekennen und die in diesem Gebiete lebenden Franzosen nun verfolgt, geschlagen, mißhandelt, ja bestialisch ermordet würden? Sie sind Franzose, Herr Daladier, und ich weiß daher, wie Sie handeln würden. Ich bin Deutscher. Herr Daladier, zweifeln Sie nicht an meinem Ehrgefühl und an meinem Pflichtbewußtsein, genau so zu handeln. Wenn Sie nun dieses Unglück hätten, das wir besitzen, würden Sie dann, Herr Daladier, verstehen, wenn Deutschland ohne jede Veranlassung dafür eintreten wollte, daß der Korridor durch Frankreich bleibt, daß die geraubten Gebiete nicht zurückkehren dürfen, daß die Rückkehr Marseilles nach Frankreich verboten wird? Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, Herr Daladier, daß Deutschland aus diesem Grunde gegen Sie kämpfen würde, denn ich und alle Welt haben auf Elsaß-Lothringen verzichtet, um ein weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Um so weniger würden wir Blut vergießen, um ein Unrecht aufrechtzuerhalten, das für Sie untragbar sein müßte, wie es für uns bedeutungslos wäre. Alles, was Sie in Ihrem Brief, Herr Daladier, schreiben, empfinde ich genau so wie Sie. Vielleicht können gerade wir uns als alte Frontsoldaten auf manchen Gebieten am leichtesten verstehen, allein ich bitte Sie, verstehen Sie auch dies: daß es für eine Nation von Ehre unmöglich ist, auf fast 2 Millionen Menschen zu verzichten und sie an seinen eigenen Grenzen mißhandelt zu sehen. Ich habe daher eine klare Forderung aufgestellt: Danzig und der Korridor müssen an Deutschland zurück. Die mazedonischen Zustände an unserer Ostgrenze müssen beseitigt werden. Ich sehe keinen Weg, Polen, das sich ja nun im Schutze seiner Garantien unangreifbar fühlt, hier zu einer friedlichen Lösung bewegen zu können. Ich würde aber an einer ehrenvollen Zukunft meines Volkes zweifeln, wenn wir unter solchen Umständen nicht entschlossen wären, die Frage so oder so zu lösen. Wenn das Schicksal nun dadurch unsere beiden Völker wieder zum Kampfe zwingt, dann würde doch in den Motiven ein Unterschied sein. Ich, Herr Daladier, kämpfe dann mit meinem Volk um die Wiedergutmachung eines uns zugefügten Unrechts, und die anderen um die Beibehaltung desselben. Dies ist um so tragischer, als viele der bedeutendsten Männer Ihres eigenen Volkes den Unsinn der Lösung von 1919 ebenso erkannt haben, wie die Unmöglichkeit seiner dauernden Aufrechterhaltung. Ich bin mir im klaren über die schweren Konsequenzen, die ein solcher Konflikt mit sich bringt. Ich glaube aber, die schwerste würde Polen zu tragen haben, denn ganz gleich, wie auch ein Krieg um diese Frage ausginge, der Polnische Staat von jetzt wäre so oder so verloren.
Daß nun dafür unsere beiden Völker in einem neuen blutigen Vernichtungskrieg eintreten sollen, ist nicht nur für Sie, sondern auch für mich, Herr Daladier, sehr schmerzlich. Ich sehe aber, wie schon bemerkt, von uns aus keine Möglichkeit, auf Polen in einem vernünftigen Sinne einwirken zu können zur Korrektur einer Lage, die für das Deutsche Volk und das Deutsche Reich unerträglich ist.
gez. Adolf Hitler

11. Dem Führer vom Britischen Botschafter am 28. August 1939, abends 22.30 Uhr, übergebenes Memorandum der Britischen Regierung
(Übersetzung)
Seiner Majestät Regierung hat die ihr vom Herrn Deutschen Reichskanzler durch den Britischen Botschafter in Berlin übermittelte Botschaft empfangen und hat dieselbe mit der ihr gebührenden Sorgfalt geprüft.
1. Seiner Majestät Regierung hat den vom Herrn Reichskanzler zum Ausdruck gebrachten Wunsch, daß Freundschaft die Grundlage der Beziehungen zwischen Deutschland und dem Britischen Imperium bilden möge, zur Kenntnis genommen, und sie teilt diesen Wunsch voll und ganz. Auch sie glaubt, wie der Herr Reichskanzler, daß, wenn eine vollständige und dauernde Verständigung zwischen diesen zwei Nationen hergestellt werden könnte, es beiden Völkern unermeßlichen Segen bringen würde.
2. Die Botschaft des Herrn Reichskanzlers behandelt zwei Gruppen von Fragen - diejenigen, die gegenwärtig Gegenstand von Differenzen zwischen Deutschland und Polen sind, und diejenigen, die die endgültigen Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien berühren. Im Zusammenhang mit diesen zuletzt genannten Fragen ersieht Seiner Majestät Regierung, daß der Herr Reichskanzler gewisse Vorschläge angedeutet hat, die er unter einer Bedingung der Britischen Regierung zur Herbeiführung einer allgemeinen Verständigung zu unterbreiten bereit sein würde. Diese Vorschläge sind naturgemäß in sehr allgemeiner Form gehalten und würden eine genauere Definierung erfordern, aber Seiner Majestät Regierung ist voll und ganz bereit, sie mit einigen Zusätzen als Gegenstand von Unterhaltungen anzunehmen, und sie würde bereit sein, wenn die Streitfragen zwischen Deutschland und Polen auf friedlichem Wege beigelegt werden, sobald wie möglich, diesbezügliche Besprechungen einzuleiten mit dem aufrichtigen Wunsche, zu einer Verständigung zu gelangen.
3. Die Bedingung, die der Herr Reichskanzler festlegt, ist, daß eine Lösung der zwischen Deutschland und Polen bestehenden Differenzen vorangehen muß. In dieser Beziehung ist Seiner Majestät Regierung vollkommen gleicher Ansicht. Alles hängt jedoch ab von der Art der Lösung und von der Methode, die zur Erzielung derselben angewandt wird. Zu diesen Punkten, deren Wichtigkeit dem Herrn Reichskanzler gegenwärtig sein wird, ist in seiner Botschaft nichts gesagt, und Seiner Majestät Regierung fühlt sich gezwungen, darauf hinzuweisen, daß eine Verständigung bezüglich dieser beiden Punkte für die Erzielung eines weiteren Fortschrittes unbedingt notwendig ist. Die Deutsche Regierung wird sich dessen bewußt sein, daß Seiner Majestät Regierung gegenüber Polen Verpflichtungen hat, die sie binden und die einzulösen sie beabsichtigt. Sie könnte nicht wegen irgendeines Großbritannien angebotenen Vorteils einer Lösung zustimmen, die die Unabhängigkeit eines Staates gefährden würde, dem sie ihre Garantie gegeben hat.
4. Nach Ansicht Seiner Majestät Regierung könnte und sollte eine vernünftige Lösung der Differenzen zwischen Deutschland und Polen auf dem Wege der Vereinbarung zwischen den beiden Nationen erzielt werden auf einer Grundlage, die die Sicherstellung der wesentlichen Interessen Polens einbeziehen würde, und Seiner Majestät Regierung erinnert sich, daß der Herr Reichskanzler in seiner Rede am 28. April die Wichtigkeit dieser Interessen für Polen anerkannt hat.
Wie jedoch der britische Premierminister in seinem Schreiben vom 22. August an den Herrn Reichskanzler zum Ausdruck brachte, ist es nach Ansicht Seiner Majestät Regierung unerläßlich für den Erfolg der Besprechungen, die der Vereinbarung vorangehen würden, daß es im voraus feststünde, daß ein zu erzielendes Abkommen von anderen Mächten garantiert werden würde. Seiner Majestät Regierung würde bereit sein, wenn der Wunsch dazu ausgesprochen werden würde sollte, zu der wirksamen Durchführung einer solchen Garantie beizutragen.
Nach Ansicht Seiner Majestät Regierung folgt hieraus, daß als nächster Schritt direkte Verhandlungen zwischen der Deutschen und Polnischen Regierung eingeleitet werden sollten auf einer Grundlage, die die obenerwähnten Grundsätze einschließen würde, nämlich die Sicherstellung der unentbehrlichen Interessen Polens und die Sicherstellung des Abkommens durch eine Internationale Garantie. Seiner Majestät Regierung hat bereits eine definitive Zusicherung von der Polnischen Regierung erhalten, daß diese bereit ist, auf dieser Grundlage in Besprechungen einzutreten, und Seiner Majestät Regierung hofft, daß die Deutsche Regierung ihrerseits ebenfalls bereit sein würde, einem solchen Verfahren zuzustimmen.
Wenn, wie Seiner Majestät Regierung hofft, solche Besprechungen zu einer Vereinbarung führen würden, so wäre der Weg offen für Besprechungen über jene breitere und umfassendere Verständigung zwischen Großbritannien und Deutschland, die beide Nationen erstreben.
5. Seiner Majestät Regierung stimmt mit dem Herrn Reichskanzler darin überein, daß. eine der hauptsächlichsten Gefahren in der zwischen Deutschland und Polen bestehenden Lage, in Berichten über die Behandlung der Minderheiten ihren Ursprung hat. Der gegenwärtige Spannungszustand, zusammen mit den ihn begleitenden Grenzzwischenfällen, Berichten über Mißhandlungen und der aufreizenden Propaganda ist eine ständige Gefahr für den Frieden. Es ist offensichtlich eine Frage äußerster Dringlichkeit, daß alle Zwischenfälle dieser Art unverzüglich und mit fester Hand unterdrückt werden, und daß die Verbreitung unbestätigter Gerüchte verhindert wird, um eine Frist zu erlangen, in der ohne Provokation auf beiden Seiten eine eingehende Prüfung der Möglichkeiten einer Lösung unternommen werden könnte. Seiner Majestät Regierung ist überzeugt, daß beide Regierungen sich dieser Erwägung völlig bewußt sind.
6. Seiner Majestät Regierung hat ihre eigene Haltung gegenüber den besonderen zwischen Deutschland und Polen strittigen Angelegenheiten erschöpfend zum Ausdruck gebracht. Sie vertraut darauf, daß der Herr Reichskanzler nicht glauben wird, daß Seiner Majestät Regierung, weil sie ihre Verpflichtung gegenüber Polen genau nimmt, aus diesem Grunde nicht bestrebt ist, ihren ganzen Einfluß für das Zustandekommen einer sowohl Deutschland wie Polen befriedigenden Lösung einzusetzen.
Daß eine solche Lösung erzielt werden sollte, erscheint Seiner Majestät Regierung als unbedingt notwendig, nicht nur aus Gründen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Lösung selbst entstehen, sondern auch wegen der umfassenderen Erwägungen, von denen der Herr Reichskanzler mit solcher Überzeugung gesprochen hat.
7. Es ist unnötig, in der vorliegenden Antwort die Vorteile einer friedlichen Lösung hervorzuheben gegenüber einem Entschluß, die in Frage kommenden Probleme mit Waffengewalt zu lösen. Die Folgen eines Entschlusses, Gewalt zu gebrauchen, sind in dem Schreiben des Premierministers vom 22. August an den Herrn Reichskanzler klar dargelegt worden, und Seiner Majestät Regierung zweifelt nicht daran, daß diese Folgen vom Herrn Reichskanzler genau so klar erkannt werden wie von Seiner Majestät Regierung selbst.
Andererseits glaubt Seiner Majestät Regierung, indem sie mit Interesse den in der Botschaft des Herrn Reichskanzlers enthaltenen Hinweis auf eine Begrenzung der Rüstungen zur Kenntnis nimmt, daß, wenn eine friedliche Lösung erreicht werden kann, die Unterstützung der Welt zuversichtlich vorausgesetzt werden könnte für praktische Maßnahmen, die es ermöglichen würden, den Übergang von einer Vorbereitung zum Kriege auf eine normale Tätigkeit friedlichen Handelns sicher und reibungslos durchzuführen.
8. Eine gerechte Lösung dieser zwischen Deutschland und Polen bestehenden Fragen kann den Weg zum Weltfrieden öffnen. Das Ausbleiben einer solchen Lösung würde die Hoffnung auf eine bessere Verständigung zwischen Deutschland und Großbri-tannien zerschlagen, würde die beiden Nationen in Konflikt bringen und könnte sehr wohl die gesamte Welt in den Krieg stürzen. Ein solches Ergebnis wäre eine Katastrophe ohne Beispiel in der Geschichte.

12. Dem Britischen Botschafter am 29. August 1939, nachmittags 18.45 Uhr, übergebene Antwort des Führers an die Britische Regierung
Der Kgl. Britische Botschafter in Berlin hat der Kgl. Britischen Regierung Anregungen vermittelt, die ich vorschlagen zu müssen glaubte, um
1. dem Willen der Reichsregierung nach einer aufrichtigen deutsch-englischen Verständigung, Zusammenarbeit und Freundschaft noch einmal Ausdruck zu geben;
2. keinen Zweifel darüber aufkommen zu lassen, daß eine solche Verständigung nicht erkauft werden könnte mit dem Verzicht auf lebenswichtige Interessen oder gar einer Preisgabe von Forderungen, die ebenso im allgemeinen menschlichen Recht wie in der nationalen Würde und Ehre unseres Volkes begründet sind.
Mit Befriedigung hat die Deutsche Reichsregierung aus den Antwortschreiben der Kgl. Britischen Regierung und den mündlichen Erläuterungen des Kgl. Britischen Botschafters entnommen, daß die Kgl. Britische Regierung auch ihrerseits bereit ist, das deutsch-englische Verhältnis zu bessern, es im Sinne der deutschen Anregungen zu entwickeln und auszubauen.
Die Kgl. Britische Regierung ist dabei ebenfalls überzeugt, daß die Lösung der unerträglich gewordenen deutsch-polnischen Spannung die Voraussetzung für eine Realisierung dieser Hoffnung ist.
Seit dem Herbst des vergangenen Jahres und zuletzt im März 1939 wurden der polnischen Regierung mündlich und schriftlich Vorschläge unterbreitet, die unter Berücksichtigung der damals zwischen Deutschland und Polen bestehenden Freundschaft eine für beide Teile annehmbare Lösung der strittigen Fragen ermöglichen konnten. Es ist der Kgl. Britischen Regierung bekannt, daß die polnische Regierung glaubte, diese Vorschläge im März dieses Jahres endgültig ablehnen zu müssen. Sie hat diese Ablehnung zugleich zum Vorwand oder Anlaß genommen, militärische Maßnahmen zu treffen, die seitdem eine fortgesetzte Steigerung erfuhren. Schon Mitte des vergangenen Monats hat der polnische Staat tatsächlich mobil gemacht. In Verbindung damit haben zahlreiche Übergriffe in der Freien Stadt Danzig stattgefunden, hervorgerufen durch polnische Behörden; mehr oder weniger drohend ultimative Forderungen wurden an die Stadt gerichtet. Die Verhängung einer erst zollpolitisch durchgeführten, nunmehr aber auch militärisch und verkehrstechnisch erweiterten Grenzsperre mit dem Ziel der politischen Zermürbung und wirtschaftlichen Zerstörung dieses deutschen Gemeinwesens fand statt.
Hinzukommen himmelschreiende, barbarische Mißhandlungen und sonstige Verfolgungen der großen deutschen Volksgruppe in Polen, die bis zur Tötung vieler dort lebender Deutschen oder zur Verschleppung unter grausamsten Begleitumständen führten. Diese Zustände sind für eine Großmacht unerträglich. Sie haben Deutschland gezwungen, nach monatelangem Zusehen nunmehr ebenfalls die notwendigen Schritte zur Wahrung der berechtigten deutschen Interessen zu ergreifen. Und die Deutsche Reichsregierung kann der Britischen Regierung nur auf das ernsteste versichern, daß nunmehr jener Zustand erreicht ist, der ein weiteres Hinnehmen oder auch nur Zusehen ausschließt.
Die Forderung der Deutschen Reichsregierung entspricht der von Anfang an notwendig erkannten Revision des Versailler Vertrages in diesem Gebiet; Rückkehr von Danzig und dem Korridor an Deutschland, Sicherung des Lebens der deutschen Volksgruppen in den restlich Polen verbleibenden Gebieten.
Die Deutsche Reichsregierung nimmt mit Befriedigung zur Kenntnis, daß auch die Kgl. Britische Regierung im grundsätzlichen überzeugt ist, daß die entstandene Lage einer Lösung entgegengeführt werden muß. Sie glaubt weiter annehmen zu dürfen, daß sich auch die Kgl. Britische Regierung keinem Zweifel darüber hingibt, daß es sich hier nicht nur um Zustände handelt, zu deren Beseitigung Tage oder gar Wochen, sondern vielleicht nur Stunden zur Verfügung stehen. Denn es ist in jedem Augenblick angesichts der desorganisierten Verhältnisse in Polen mit der Möglichkeit des Eintretens von Akten zu rechnen, die hinzunehmen für Deutschland unmöglich sein könnte.
Wenn die Kgl. Britische Regierung noch immer glaubt, daß diese schwerwiegenden Differenzen auf dem Wege direkter Verhandlungen zu lösen seien, so kann die Deutsche Reichsregierung diese Auffassung von vornherein nicht mehr teilen. Denn sie hat es ja versucht, den Weg einer solchen friedlichen Verhandlung einzuleiten, wurde aber dabei von der polnische Regierung nicht unterstützt, sondern durch brüsk eingeleitete Maßnahmen militärischen Charakters im Sinne der schon angedeuteten Entwicklung abgewiesen.
Die Kgl. Britische Regierung sieht 2 Momente als wichtig an:
1. daß durch direkte Verhandlungen schnellstens die vorhandene Gefahr einer drohenden Entladung beseitigt wird, und daß
2. der Existenz des im übrigen dann fortbestehenden polnischen Staates durch internationale Garantien wirtschaftlich und politisch die notwendige Sicherung gegeben wird.
Die Deutsche Reichsregierung hat dazu folgende Erklärung abzugeben:
Trotz ihrer skeptischen Beurteilung der Aussichten solcher direkten Besprechungen will sie dennoch den englischen Vorschlag akzeptieren und in diese eintreten. Sie tut dies ausschließlich unter dem Eindruck der - wie schon betont - ihr zugegangenen schriftlichen Mitteilung der Kgl. Britischen Regierung, daß auch diese ein Freundschaftsabkommen unter Zugrundelegung der dem Botschafter Henderson gegebenen Anhaltspunkte wünscht. Die Deutsche Reichsregierung will dadurch der Kgl. Britischen Regierung und dem englischen Volk einen Beweis für die Aufrichtigkeit der deutschen Absicht, zu einer dauernden Freundschaft mit Großbritannien zu kommen, geben.
Die Reichsregierung muß die Britische Regierung pflichtgemäß aber darauf hinweisen, daß sie im Falle einer Neugestaltung der territorialen Verhältnisse in Polen nicht mehr in der Lage wäre, ohne Hinzuziehung


Zuletzt bearbeitet von frank am 17.01.2010 - 20:52, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 57006 | Verfasst am: 20.04.2005 - 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Dem Britischen Botschafter vom Reichsaußenminister am 3. September 1939, vormittags 11.30 Uhr, ausgehändigtes Memorandum der Reichsregierung hat Folgendes geschrieben:
2. Seit vielen Monaten herrscht an unserer Ostgrenze der tatsächliche Zustand des Krieges. Nachdem der Versailler Vertrag Deutschland erst zerrissen hat, wurde allen deutschen Regierungen seitdem jede friedliche Regelung verweigert. Auch die nationalsozialistische Regierung hat nach dem Jahre 1933 immer wieder versucht, auf dem Wege friedlicher Aushandlungen die schlimmsten Vergewaltigungen und Rechtsbrüche dieses Vertrages zu beseitigen. Es ist mit in erster Linie die Britische Regierung gewesen, die durch intransigentes Verhalten jede praktische Revision vereitelte. Ohne das Dazwischentreten der Britischen Regierung wäre - dessen sind sich die Deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk bewußt - zwischen Deutschland und Polen sicher eine vernünftige und beiden Seiten gerecht werdende Lösung gefunden worden. Denn Deutschland hatte nicht die Absicht oder die Forderung gestellt, Polen zu vernichten. Das Reich forderte nur die Revision jener Artikel des Versailler Vertrages, die von einsichtvollen Staatsmännern aller Völker schon zur Zeit der Abfassung dieses Diktates als für eine große Nation sowohl als für die gesamten politischen und wirtschaftlichen Interessen Osteuropas auf die Dauer als untragbar und damit unmöglich bezeichnet worden waren. Auch britische Staatsmänner erklärten die damals Deutschland aufgezwungene Lösung im Osten als den Keim späterer Kriege. Diese Gefahr zu beseitigen, war der Wunsch aller deutschen Reichsregierungen und besonders die Absicht der neuen nationalsozialistischen Volksregierung. Diese friedliche Revision verhindert zu haben, ist die Schuld der britischen Kabinettspolitik.
3. Die Britische Regierung hat - ein einmaliger Vorgang in der Geschichte - dem polnischen Staat eine Generalvollmacht erteilt für alle Handlungen gegen Deutschland, die dieser Staat etwa vorzunehmen beabsichtigen würde. Die Britische Regierung sicherte der Polnischen Regierung unter allen Umständen für den Fall, daß sich Deutschland gegen irgendeine Provokation oder einen Angriff zur Wehr setzen würde, ihre militärische Unterstützung zu. Daraufhin hat der polnische Terror gegen die in den einst von Deutschland weggerissenen Gebieten lebenden Deutschen sofort unerträgliche Formen angenommen. Die Freie Stadt Danzig wurde gegen alle gesetzlichen Bestimmungen rechtswidrig behandelt, erst wirtschaftlich und zollpolitisch mit der Vernichtung bedroht und endlich militärisch zerniert und verkehrstechnisch abgedrosselt. Alle diese der Britischen Regierung genau bekannten Verstöße gegen das Gesetz des Danziger Status wurden gebilligt und durch die ausgestellte Vollmacht an Polen gedeckt. Die Deutsche Regierung hat, ergriffen von dem Leid der in Polen gequälten und unmenschlich mißhandelten deutschen Bevölkerung, dennoch 5 Monate lang geduldig zugesehen, ohne auch nur einmal gegen Polen eine ähnliche aggressive Handlung zu betätigen.


Wie weit gingen eigendlich wirklich die Übergriffe polnischer Staatsangehöriger auf Deutsche? Wer tat diese Übergriffe? (Polizei, Militär oder normale Bürger?) Das wüsste ich gerne mal.

@frank
Sehr schön und sehr interessant, hab einen Teil schon gelesen, alles werd ich mir durchlesen, wenn ich genügend Zeit hab. Hoffentlich ergibt sich hier ne schöne Diskussion. Hast du auch noch eine Quelle? (Oder habe ich diese Übersehen?)

Gruß

Jörg
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 57010 | Verfasst am: 20.04.2005 - 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Werter Frank ,

würdest Du uns auch mitteilen wo Du diese gefunden hast ?


Jan-Hendrik
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 58195 | Verfasst am: 07.05.2005 - 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wie weit gingen eigendlich wirklich die Übergriffe polnischer Staatsangehöriger auf Deutsche? Wer tat diese Übergriffe? (Polizei, Militär oder normale Bürger?) Das wüsste ich gerne mal.

1.Morde,Vergewaltigungen,Gewalt,Diskriminierung,Vertreibung und Enteignung!
2.Polizei,Freischärler,normale Bürger und das Militär.
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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 58235 | Verfasst am: 07.05.2005 - 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Meinung:

Zitat:

9. Nachdem somit alle Möglichkeiten zu einer friedlichen Regelung der deutsch-polnischen Krise erschöpft waren, sah sich der Führer genötigt, die von Polen schon seit langem gegenüber Danzig, dem Deutschtum in Polen und schließlich gegenüber Deutschland durch zahlreiche Grenzverletzungen angewandte Gewalt mit Gewalt abzuwehren (Anlage 17).


Lachen Rofl Verrückt

Herrliche Propaganda! Einfach nur köstlich!

Gruß Markus
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 58245 | Verfasst am: 07.05.2005 - 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

@Markus
Klar,dass das einem Linksextremisten wie dir nicht passt.Du kannst einem nur noch Leid tun,Junge.Deine politische Verblendung haben dich ignorant werden lassen und dich intolerant gegenüber unbequeme historische Tatsachen und Fakten gemacht.
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 58247 | Verfasst am: 07.05.2005 - 22:01    Titel: Antworten mit Zitat

So werte Kameraden , und jetzt kommen wir wieder mal ein bisschen runter , OK ?

Winken

Jan-Hendrik
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Armin
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BeitragBeitrags-Nr.: 58503 | Verfasst am: 10.05.2005 - 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

@Panzerlexikon

Hallo Panzerlexikon,
An Deinem Kommentar lässt sich leider feststellen, das Du dazu tendierst in "alte Gewohnheiten" zurückzufallen. Das wir dies nicht tolerieren,
dürfte Dir wohl klar sein. Auch wenn der Kommentar von Markus in vielerlei Hinsicht auslegbar wäre, gibt er Dir nicht das Recht, in dieser des -
truktiven und überzogenen Form Markus als Person anzugreifen. Es wäre äußerst angebracht, den "Linksextremisten" zurückzunehmen, den
Kommentar allgemein zu entschärfen als auch in Zukunft dringend darüber zu sinieren, wie Du derartige Kommentare in nicht persönlich an -
greifend gehaltener-m Form / Ton ausformulierst.

Wohlgemerkt - nicht die Substanz Deines Kommentares ist hier Gegenstand. Alleine das "Persönlichwerden" in Form von Beleidigung und die
vollkommen deplazierte Schärfe stoßen Übel auf. Die Substanz ist Deine Meinung - die kann man teilen oder nicht. Wenn Du Dir mal die Mühe
machen würdest andere Beiträge von Markus zu lesen, würdest Du ev. feststellen, das Markus nicht die Person zu sein scheint, für die Du sie
- mutmasslich - hältst. An Beleidigungen hast Du - meiner Ansicht nach - Dein Pensum erfüllt, genauer erspare Dir bitte weitere Konsequenzen
in diese Richtung, in dem Du meinen Rat beherzigend annimmst.


@Markus

Hallo Markus,
Anhand Panzerlexikons Reaktion kannst Du ersehen, das Dein Kommentar sehr viel Spielraum für Auslegungen lässt. Das hat damit zu tun,
das Du aus einem sehr langen Text per Kommentarfunktion eine Stelle herausnimmst und sie garnicht kommentierst, sondern lediglich mit ei -
ner (eventuell süffisant angelehnten ?) Bemerkung / Note unterlegst. Derartige Kommentare könnte man, neben der lustig bzw. süffisant an -
gelegten Variante, auch als "die übliche Diskussionsstörung" gewisser linker Kreise sehen respektive dahingehend interpretieren.

Ich muß zugeben das ich nach erstmaligem Lesen Deines Kommentares an die letztgenannte Variante gedacht habe. Nachdem ich aber Deine
anderen Forenbeiträge mir zu Gemüte geführt habe, denke ich das diess micht Deine Intention darstellte, genauer durch allenthalben pure
Polemik mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln der "üblichen Verdächtigen" einen Thread "aufzumischen".

Viel leichter wäre es wenn Du neben dem Zitieren auch Deine eigene Meinung darlegen würdest, womit Deine Intention des Kommentares sofort
für alle User klar erkennbar wird, sowie letztlich daurch nicht mehr sozusagen ev. miss-deut-bar ist (da nun ein-deutig). Das soll jetzt Panzerlexi -
kons Kommentar natürlich in keinster Weise entschuldigen. Es soll nur klarmachen, das man dann mit (in Zukunft milderen, gelle Panzerlexikon ?)
Kommentaren der mißverstandenen Art rechnen muß.


@Frank

Hallo Frank,

erst einmal "Danke" für den interessanten Text.
Es wäre jedoch Klasse, wenn Du demnächst Deine Fragestellung etwas detaillierter formulieren würdest. Wir kennen Dich ja - es gibt aber doch
vielleicht das eine oder andere Forenmitglied, dem nicht klar ist das Du keiner von den "üblichen Copy + Paste" - Kommentarschreibern bist.
Für diese Forenmitglieder wäre es durchaus angebracht, den Hintergrund Deines Kommentares zu erläutern.



Winken
Armin
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Panzerlexikon
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BeitragBeitrags-Nr.: 58524 | Verfasst am: 10.05.2005 - 18:34    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn jemand Akten zur deutschen auswärtigen Politik als "Herrliche Propaganda!"bezeichnet und sie "Einfach nur köstlich!" findet sagt das so gut wie alles über seine politische Richtung aus.Ich glaube nicht,dass ich mit den Bezeichnung "Linksextremist" so weit von der Realität entfernt war.Angesichts seiner ständiger Leugnerei von Fakten,die ihm nicht genehm sind,muss man ihn ähnlich einordnen wie "Parabellum",der bereits stolz darauf ist,links zu sein und so auch angesehen zu werden.Diese Polemik von Markus verdiente einfach die entsprechende Antwort! Das kann natürlich sofort abgestellt werden,wenn konstruktive,vorurteilsfreie Beiträge zu diesem Thema von ihm kommen!

MfG Winken

Stellungnahme des Moderatoren-Teams 14.05.2005 - 11:00 .. : Deine - erneut - konträr zu unserem Ansinnen verlaufende Reak -
tion nehmen Wir vorderhand zur Kenntniss. Da in Ihr jedoch Dein gelinde gesagt harscher Umgang mit Mitgliedern (bezüglich de -
ren Ansichten mit denen Du nicht konform gehst, genauer diese aller Wahrscheinlichkeit nach nicht Deiner Leseform entsprechen)
im Prinzip eine nochmalige Steigerung erfahren hat, teilen Wir Dir an dieser Stelle folgendes mit. Eine nochmalige Entgleisung zu
Dir bekannten (und für uns relevanten) Sachverhalten, zieht beim nächsten Mal eine - sofortige - offene Verwarnung nach sich (!!).
Wir danken für die Kenntnisnahme, im Auftrag des Moderatoren-Teams Michael .. :
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 58532 | Verfasst am: 10.05.2005 - 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Zugegeben, ich fand Markus "ausrutscher" (<--??) auch etwas sehr Links, doch Links (bzw. Rechts) -Extrem würde ich niemanden unterstellen, den ich nicht genau kenne...

(Auch muss ich mal hier die Admin&s einwenig rügen, da hier irgendwie ziemlich sehr schnell alles dicht gemacht wurde. Nicht bös gemeint, aber für meinen Geschmack kann sich so keine vernünftige Diskussion entwickeln. Auch in anderen Threads...oder das kontinuierliche Verweisen auf andere Threads (Auch wenns der Übersichtswegen besser ist)...so schnell ist dann das Feuer erloschen...)

Gruß

Jörg
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BeitragBeitrags-Nr.: 58534 | Verfasst am: 10.05.2005 - 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt mal die obrige Streiterei ausser Acht lassend (Armin und Jan-Hnedrik sind ja schon eingeschritten Gut gemacht! ).


Vergleichen wir die Situation Deutschland-Polen mit den anderen Kriesenhereden, bzw Revisionspunkten!

Deutschland-Tschecheslowakei: Die Forderungen Dtl. wurden zurückgewiesen, erst nach Einschreiten der anderen Großmächte wurde eine Einigung herbeigeführt.

Ungarn-Tschechoslowakei: Die Forderungen Ungarns wurden zurückgewiesen, bis Dtl und Italien einschritten, und eine Einigung herbeiführten (Engl. und Fr. unterstützten keine Seite)

Ungarn-rumanien: Die ungarischen Forderungen wurden zurückgewiesen, bis Dtl. und It. eine Einigung herbeiführten (Engl und Fr. unterstützten keine Seite)

Bulgarien-rumänien: Die Forderungen wurden zuerst zurückgewiesen, doch durch die Verschärfung der Lage an den anderen Grenzen führten zu einer Einigung (Engl und Fr. gaben keine Unterstützung)

Ungarn-Jugoslawien: Um eine friedliche Ko-existenz zu wahren, und da die Grenzrevision unmöglich war, schlossen diese Länder einen Freundschaftvertrag ab.

Fazit: Die "Sieger" des 1WK krallten sich an den Eroberungen fest, betrachteten sich als Eigentümer (es gibt dazu einen juristischen Ausdruck, der mir nicht einfällt), und rückten nur durch internationalen, und von Großmächten ausgeübten Druck von ihrer Position ab.


Problem: Polen verfügte über eine Blankovollmacht Englands, und die beiden anderen Großmächte (also GB und F) waren an der Beibehaltung des Status Qou interessiert. eine friedliche Lösung war also ausgeschlossen. (jetzt die Forderungen nicht kommentierend)

AH hat mM die Situation nicht richtig beurteilt. Es war - oder sollte - klar sein, dass Polen mit der engl. Garantie keine Verhandlungen führen würde, und GB und F bei einem Krieg zwischen Dtl und Polen eingeschritten wären.
Den Garantiemächten hätte aber auch klar sein sollen, dass Dtl - und AH - nicht mit dem Korridor hätten leben können.

MM: beide Seiten wollten Krieg, oder waren zumindest nicht abgeneigt, Krieg zu führen. Weder Dtl, noch Polen, noch England, noch Frankreich.

Ich glaube aber nicht, dass irgendeine Seite abgeschätz hat, bzw.abschätzen konnte, wohin sich das Ganze entwickeln wird. Hätte es England gewusst, hätte er keine Garantie gegeben, hätte es Polen gewusst, hätte es den Korridor freiwillig rausgerückt, und hätte es dtl gewusst, hätte es AH in die Wüste geschickt.


So.
Das war mein Kommentar. Ich erwarte die Antworten.


mfg

Alex
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Jörg-Sebastian
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BeitragBeitrags-Nr.: 58539 | Verfasst am: 10.05.2005 - 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Was soll man da noch antworten, so sehe ich das auch. Niemand konnte die genaue Stärke des Gegners abschätzen, niemand konnte Wissen, wie stark Deutschland war, niemand wie schwach Polen, und niemand wie zurückhaltend Frankreich...

Was ich mich schon die ganze Zeit frage: (Jetzt rein hypotetisch gesprochen [und ich glaub, jetzt sprech ich Alex an Grins ]) Wenn England KEINE Garantie gegeben hätte, hätte Polen WAHRSCHEINLICH nachgegeben. Deutschland hätte den Versailler-Vertrag rückgängig gemacht (bis auf Elsaß-Lothringen, welches aber erst 1870/71 erobert wurde) und wie wäre es dann weiter gegangen? Sicherlich irgendwann Expansion nach Osten, aber wie reagiert DANN der Westen?

Gruß

Jörg
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BeitragBeitrags-Nr.: 58601 | Verfasst am: 11.05.2005 - 07:19    Titel: Antworten mit Zitat

@Panzerlexikon
ich würde mich dazu gerne äußern, auch da wir schon "die-klingen-gekreuzt-haben".

auch ich hab markus äußerungen als polemisch / provokativ empfunden.
bei ihm kann man wohl die wirkung von "historikern" des schlages benz, streit und knopp etc. erkennen.

DU hättest allerdings nur auf die argumente / punkte in deinem obigen ersten satz verweisen können, schon wäre der klärung genüge getan. was markus mit diesen infos anfängt ist seine sache, deine beleidigungen werden ihn (oder wen auch immer) nicht dazubringen seine meinung zu ändern.
oder???

Zitat:
Das kann natürlich sofort abgestellt werden,wenn konstruktive,vorurteilsfreie Beiträge zu diesem Thema von ihm kommen!

jede meinung ist subjektiv, selbst die von heiligen ala ghandi, buddha. es geht nicht anders.
also gibt es auch keinerlei vorurteilsfreie beiträge, weder von mir, markus oder von dir, wem auch immer.

(die mär von der objektivität ist ein kapitalistischer-mechanistischer gedanke und hat mit dem leben-an-sich absolut nichts zu tun. was wiederum nicht heißen soll man solle nicht danach streben möglichst objektiv zu sein (im suchtbereich spricht man übrigens von klarheit))

außerdem hab ich das leichte gefühl das du mit vorurteilsfreien beiträge nur diese meinst die deine sichtweise stützen, aber natürlich ist auch dieses-meine gefühl subjektiv.

ok??Grins

@markus
frage: hast du meinen beitrag (stichwort wilsun) schon gelesen??? ich hätte gerne deine antwort / meinung dazu gehört / gelesen.

@alex
deinen zeilen würde mich anschließen aber:
Zitat:
Ich glaube aber nicht, dass irgendeine Seite abgeschätz hat, bzw.abschätzen konnte, wohin sich das Ganze entwickeln wird. Hätte es England gewusst, hätte er keine Garantie gegeben, hätte es Polen gewusst, hätte es den Korridor freiwillig rausgerückt, und hätte es dtl gewusst, hätte es AH in die Wüste geschickt

für frankreich war dt der feind, gb hat im 1.wk aus reinen wirtschaftlichen / machtpolitischen gründen gegen dt. stellung bezogen.
gleiche situation war nach dem 1.wk.
die beiden mächte haben fast in der gesamten zwischenkriegszeit handlungen gegen dt unternommen oder zugelassen das andere länder (hauptsächlich polen) kriegerische handlungen gegen dt unternommen haben. ihre politik war gegen den politischen / wirtschaftlichen und militärischen wiederaufstieg deutschlands gerichtet.

das es ein langer krieg werden würde, wenn er denn mal ausgelöst wird, war zumindest den briten / franzosen klar, würde ich mal sagen. schließlich gab es erfahrungswerte aus dem 1.wk.

gb hat es unterlassen wirklich zu analysieren wer sie ablösen will (in ihrer welt-vormachts-stellung). ihre politiker haben immer auf dt. gestarrt aber unterlassen die wirkungen der us-handlungen zu untersuchen.
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Markus
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BeitragBeitrags-Nr.: 58657 | Verfasst am: 11.05.2005 - 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

Zu Wielun ist das hier ganz interessant:
http://www.zeit.de/2003/07/A-Wielun


Der Frank gepostete Artikel sieht sehr nach einer zeitgenössischen Veröffentlichung zwecks Propaganda/Rechtfertigung aus. Formulierungen wie: „sah sich der Führer genötigt, … mit Gewalt abzuwehren“ lassen den Überfall auf Polen wie einen deutschen Verteidigungskrieg aussehen und das ist im Lichte der Fakten nun wirklich solcher Unfug, dass es schon wieder unfreiwillig komisch wirkt. Es passt aber zu der Propagandastrategie, die hier beschrieben wird:


http://www.matthias-fuchs.de/docs/PropPolen.htm


Gruß Markus


PS: von Knoop (oder Knop ?)habe ich noch nichts gesehen. Wenn es um militärische Dinge geht, ist das Fernsehen oft zu seicht. Vor allem, wenn wichtige Jahrestage anstehen.
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BeitragBeitrags-Nr.: 58661 | Verfasst am: 11.05.2005 - 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

Theoretiker schlägt zu... Grins

Also mM: Eine Unterlassung einer Garantieerklärung hätte die Situation nicht grundlegend geändert, nur ein wenig entschärft. Sprich: keine so eklatante Provokationen. Polen hatte aber ohne Druck seitens GB und F nie nachgegeben. Ein solcher Druck war, und wäre praktisch ausgeschlossen - nach Tschechien usw...


Nehmen wir aber mal an, dass GB den dt Vorschlag zu einer militärisch-wirtschaftlich Kooperation zugestimmt hätte, und Polen fallen gelassen hätte. F wäre in alleingang nicht gegen Dtl in den Krieg gezogen. Als langerfristige Möglichkeit (1941/42?) wäre ein Krieg GB und Dtl (und vielleicht IT) gegen Frankreich. Nur. Bis dann wäre die SU mit der Neurüstung fertig... Des weiteren wäre die USA nicht mit einer solchen Kooperation zufrieden. Endpunkt: GB, Dtl und It gegen USA und SU?


Nur als Ansatzpunkt.

mfg

alex
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