Deutsch-Polnische Diplomatie vor dem Kriegsausbruch
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PIV
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BeitragBeitrags-Nr.: 188411 | Verfasst am: 14.09.2010 - 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

Woran Deiner Meinung nach irgendetwas grenzt oder nicht ändert nichts an den historischen Tatsachen. Die nicht nur zutreffend seinerzeit ein angeblicher oder tatsächlicher belgischer Rechter beschrieben oder über diese berichtet hat.
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Hoover
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BeitragBeitrags-Nr.: 188413 | Verfasst am: 14.09.2010 - 15:34    Titel: Antworten mit Zitat

Die hiostorischen Tatsachen zeigen aber auch die aggressive Haltung Deutschlands, oder?

Anscheinend war nur Polen in deinen Augen aggressiv.

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BeitragBeitrags-Nr.: 188428 | Verfasst am: 14.09.2010 - 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hoover hat Folgendes geschrieben:

Anscheinend war nur Polen in deinen Augen aggressiv.


Keineswegs. Schließlich war Polen nicht nur Hitlerdeutschland ein Dorn im Auge, vor allem aufgrund der willkürlichen Gebietszuschlagungen seitens der alliierten Siegermächte Ende des 1.WK. Nicht ohne Grund haben sich die Sowjetunion und Deutschland dann ja auch gemeinsam auf die Zerschlagung Polens und die Rückführung ihrer ehemaligen Gebiete geeinigt. Beiden Ländern hat Polen Gebiete geraubt oder waren ihm daraus durch die Alliierten zugeschlagen worden.

Auch der Kunststaat Tschechoslowakei war ein Problem. Es war klar, weshalb GB und Frankreich die ehemaligen Mittelmächte so zerschnitten und aufgeteilt hatten. Zum einen hatte man das ehemals große Österreich-Ungarn kastriert und als Vielvölkerstaat zerschlagen. Das kleine Restöstereich fiel praktisch als möglicher milit. Kontahent aus, dazu war die Bevölkerungszahl und damit die milit. Stärke viel zu gering.

Zum anderen hatte man sich mit der Schaffung der Tschecheslowakei und der Erweiterung Polens vor allem durch dt. Gebiete zwei abhängige und treue Vasallen unmittelbar an der Grenze Deutschlands geschaffen. Das man zum einen de facto milit. wehrlos halten wollte und andererseits durch die franz. Besetzung des Ruhrgebietes und des Zuschlages wichtiger Teile des industriellen Westpreussens an Polen wirtschaftlich praktisch ausgeschaltet hat. Als wirtschaftl. Konkurrent und als milit. Macht.

Fest steht, Hitler hat sich die Revision des Versailler Vertrages vorgenommen und bis 1939 erfolgreich durchgeführt. Die Aussage, Danzig wäre die letzte territoriale Forderung und entsprechende großzügige Verhandlungsangebote an Polen stehen nun mal im Raum. Polens absurde unnachgiebige Haltung zu einem Gebiet das nicht ihnen gehörte zerstört die Möglichkeit diese Aussage Hitlers auf den Prüfstand zu legen statt nur einseitig zu spekulieren, er hätte sich sowieso nicht daran gehalten.

Zusammenfassend bin ich der Meinung, daß es ganz sicher früher oder später zu einem dt.-poln. oder poln.-sowj. Krieg gekommen wäre, denn auch Polen seinerseits erhob wie bekannt ganz offen territoriale Ansprüche gegen Deutschland, nicht nur in Ost-und Westpreussen, sondern bis nach Mitteldeutschland hinein. Daraus machte man gar keinen Hehl. Auch die SU oder der Erzfeind Litauen hätten sicher nicht dauerhaft auf ihre poln. besetzten Gebiete verzichtet.

Insofern war die Entzündung der seitens der Alliierten durch ihre willkürlichen Grenzverschiebungen in Versailles hingeworfenen Brandfackel nur eine Frage der Zeit. Was ja selbst hochrangige alliierte Vertreter später einräumten.

Aber die dt. Grundhaltung war zum einen nicht einseitig und zum anderen entsprang der dt.-poln. Krieg nicht einem wie auch immer gearteten langfristig vorbereiteten Akt. Bekanntlich war 1939 weder die dt. Rüstung fertig, sondern sollte erst 1944/45 beendet sein, noch gab es bis zur poln. Teilmobilmachung entsprechende konkrete milit. Planungen deutscherseits. Auch diese Aspekte darf man nicht ständig einfach wegdrücken, genauso wenig wie die deutliche Haltung Hitlers zum Umgang Polens mit der dt. Minderheit im Lande.

Polen wußte sehr genau welche weitgehend kompromißlose Haltung Hitler zum Thema Schutz der dt. Menschen außerhalb des Reiches einnahm, dennoch hat es den Druck und Terror ständig verschärft bis hin zu Bluttaten. So etwas macht man vor allem dann, wenn man zündeln und eine entsprechende Reaktion provozieren will. Gerade wenn man weiß, daß hier der Spielraum Deutschlands nur sehr gering war, denn eine Nichtreaktion hätte Hitler unglaubwürdig gemacht und politisch diskreditiert.

Letztlich stellte das britisch-poln. Beistandsabkommen Ende März 1939 eine weitere Eskalation der angespannten polit. Lage dar, handelte es sich doch hierbei um einen Blankocheck für einen Kriegseintritt GB, der so weitgefaßt war, daß es nicht einmal eines Überfalles auf Polens bedurfte, sondern Polen den Bündnisfall schon dann auslösen konnte, wenn es sich nur bedroht fühlte und selbst zum Angriff überging. Wohlgermerkt, eines der aggressivsten und expansivsten Staaten in Europa seit Ende des 1.WK.

http://www.jf-archiv.de/archiv07/200704011954.htm

Abschließend kann man es vielleicht auch in etwas so wie Sergej Kowaljow sehen, der Polen eine hohe Mitschuld am Ausbruch des 2.WK gibt. Und das sicher nicht aus einer besonderen Zuneigung zum damaligen DR oder der heutigen BRD.

Zumindest in dieser wäre der Oberst, Doktor der Geschichtswissenschaft und Leiter der wissenschaftlichen Forschungsabteilung für die Militärgeschichte der Nordwestlichen Region der Russischen Föderation am Institut für Militärgeschichte des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation ein brauner Revisionist und Relativierer und würde natürlich aus allen etablierten Parteien sofort ausgeschlossen und mit Schimpf und Schande von der politisch-korrekten Gemeinde durch die Medien gejagt. Zwinkern

"...Bekanntlich lassen sich historische Fakten nur dann richtig einschätzen, wenn man sie in den Kontext der Ereignisse einbettet, die sich in einer bestimmten Periode abgespielt haben. Bei der Analyse des sowjetisch-deutsches Paktes darf man das weniger als ein Jahr zuvor abgeschlossene Münchner Abkommen nicht vergessen. Diese Geschehnisse sind eng miteinander verbunden, denn was sich in der bayrischen Hauptstadt zutrug, hat die Politik der UdSSR in mancher Hinsicht beeinflußt.

Wer die Geschichte des Zweiten Weltkriegs unvoreingenommen erforscht hat, weiß, daß dieser infolge der Weigerung Polens begonnen hat, den deutschen Forderungen stattzugeben. Weniger bekannt ist freilich, daß die Forderungen Deutschlands höchst gemäßigt waren: Der Anschluß Danzigs an das Dritte Reich sowie die Erlaubnis zum Bau extraterritorialer Autobahnen und Eisenbahnen, die Ostpreußen mit dem Hauptteil Deutschlands verbinden sollten. (4)

Diese beiden Forderungen kann man schwerlich als unbegründet bezeichnen. Die Bewohner der infolge des Versailler Friedensvertrags von Deutschland getrennten Stadt Danzig waren in ihrer übergroßen Mehrheit Deutsche (5), die aufrichtig die Wiedervereinigung mit ihrer historischen Heimat wünschten.

Völlig natürlich war auch die Forderung bezüglich der Verkehrswege, um so mehr, als keine Ansprüche auf das Territorium des „polnischen Korridors“ geltend gemacht wurde, der Deutschland in zwei Teile spaltete. Übrigens hatte Deutschland die durch den Versailler Vertrag herbeigeführten territorialen Veränderungen im Gegensatz zu den Westgrenzen niemals anerkannt. (6)

Aus diesen Gründen schien am 24. Oktober 1938, als Deutschland Polen eine Regelung der mit Danzig und dem „polnischen Korridor“ verbundenen Fragen vorschlug (7), nichts auf eine Komplizierung der Lage hinzudeuten.

Warschau antwortete jedoch mit einer schroffen Absage und wies auch die späteren deutschen Vorschläge zurück. Polen, das den Status einer Großmacht anstrebte, wollte sich keinesfalls mit der Rolle eines Juniorpartners Deutschlands zufriedengeben.

Am 26. März 1939 lehnte es Polen endgültig ab, die deutschen Forderungen zu erfüllen. (8) Als Reaktion hierauf kündigte die deutsche Seite am 28. April 1939 das aus dem Jahre 1934 stammende deutsch-polnische Abkommen über Freundschaft und Zusammenarbeit. (9)

Gleichzeitig erweckten die westlichen Demokraten bei der polnischen Regierung die unbegründete Illusion, sie würden Warschau im Kriegsfall die erforderliche Hilfe leisten. Am 31. März 1939 erklärte der britische Premierminister N. Chamberlain vor dem Abgeordnetenhaus: „Im Fall irgendeiner Aktion, die eine klare Bedrohung der Unabhängigkeit Polens darstellen wird…wird sich die Regierung Seiner Majestät als verpflichtet erachten, der polnischen Regierung jede in ihren Kräften liegende Unterstützung zu gewähren. Sie hat der polnischen Regierung eine diesbezügliche Versicherung abgegeben. Ich darf hinzufügen, daß die französische Regierung mich ermächtigt hat, klarzustellen, daß sie in dieser Frage dieselbe Position vertritt wie die Regierung Seiner Majestät.“ (10)

Wie die folgenden Ereignisse bewiesen haben, handelte es sich bei diesem Versprechen um einen vorsätzlichen Betrug. Die polnische Führung nahm es jedoch für bare Münze und verlor deshalb zusehends jeden Realitätssinn.

Der amerikanische Journalist W. Shirer, der die polnische Wirklichkeit dank dreißigjähriger Erfahrung kannte, kommentierte die englischen Garantien an Polen wie folgt: „Man kann eine Pulverfabrik ohne weiteres bewachen, wenn darin die Sicherheitsvorschriften beachtet werden, doch eine Pulverfabrik zu bewachen, in der sich lauter Verrückte aufhalten, ist nicht ganz ungefährlich....“


http://www.velesova-sloboda.org/misc/kowaljow-polen.html
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papa
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BeitragBeitrags-Nr.: 188429 | Verfasst am: 14.09.2010 - 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

PIV hat Folgendes geschrieben:


Die Aussage, Danzig wäre die letzte territoriale Forderung und entsprechende großzügige Verhandlungsangebote an Polen stehen nun mal im Raum. Polens absurde unnachgiebige Hakltung zu einem Gebiet das nicht ihnen gehörte zerstört die Möglichkeit dieses Aussage Hitlers auf den Prüfstand zu legen und nur einseitig zu spekulieren, er hätte sich sowieso nicht daran gehalten.



Doch kann man, da Hitler sich zu Danzig geäußert hat:


"Danzig ist nicht das Objekt um das es geht. Es handelt sich für uns um Arrondierung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung. Aufrollen des Ostsee- und Baltikumproblems. Lebensmittelversorgung nur von dort möglich, wo geringe Besiedelung. Neben der Fruchtbarkeit wird die deutsche, gründliche Bewirtschaftung die Überschüsse um ein Mehrfaches steigern.
In Europa ist keine andere Möglichkeit zu sehen."

Bericht von Oberstleutnant Schmundt über eine Besprechung am 23,5,1939 im Arbeitszimmer des Führers, bei dem u.a. anwesend waren: Der Führer, Göring, Raeder, BRauchitsch, Keitel, Milch, Halder, Bodenschatz, u.a.; abgedruckt in Hofer, Walther (Hrsg.): Der Nationalsozialismus. Dokumente 1933-1945, Frankfurt am Main 1957, S.226f

-----------

II.) Forderungen des Führers an die militärischen Führer.

1.) Rücksichtslose Entschlossenheit: Gegenzüge Englands-
Frankreichs werden kommen. Es muß durchgehalten werden. W-
Aufmarsch wird gefahren. "Eiserne unerschütterliche Haltung
aller Verantwortlichen!"

2.) Ziel: Vernichtung Polens - Beseitigung seiner lebendigen
Kraft. Es handelt sich nicht um Erreichen einer bestimmten
Linie oder einer neuen Grenze, sondern um Vernichtung des
Feindes, die auf immer neuen Wegen angestrebt werden muß.

3.) Auslösung: Mittel gleichgültig. Der Sieger wird nie
interpelliert, ob seine Gründe berechtigt waren. Es handelt
sich nicht darum, das Recht auf unserer Seite zu haben,
sondern ausschließlich um den Sieg.

4.) Durchführung: Hart und rücksichtslos. Gegen alle
Erwägungen des Mitleids hart machen!


Auszug aus: Ansprache Adolf Hitlers vor den Oberbefehlshabern auf dem Obersalzberg am 22.8.1939, Tagebuch Halder, hier: http://www.ns-archiv.de/krieg/1939/22-08-1939-halder.php
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BeitragBeitrags-Nr.: 188431 | Verfasst am: 14.09.2010 - 20:20    Titel: Antworten mit Zitat

"Danzig ist nicht das Objekt um das es geht. Es handelt sich für uns um Arrondierung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung. Aufrollen des Ostsee- und Baltikumproblems. Lebensmittelversorgung nur von dort möglich, wo geringe Besiedelung. Neben der Fruchtbarkeit wird die deutsche, gründliche Bewirtschaftung die Überschüsse um ein Mehrfaches steigern.
In Europa ist keine andere Möglichkeit zu sehen."


Ja, ja, die berühmten Berichte...

Wie auch immer, zum einen sollte man zwischen milit. und polit. Aspekten trennen. Das Militärische tritt dann hervor, wenn das Politische versagt. Zum anderen kann man natürlich dann alle Aussagen nach der poln. Absage der Verhandlungen und der Teilmobilisierung anführen, nachdem Hitler also klar war, daß es mit Polen keine polit. Einigung geben wird, es also seiner Ansicht nach keine andere Möglichkeit gibt, als das Problem nun milit. zu lösen.

Das Hitler seine an sich kriegsunwillige Generalität einen milit. Einsatz begründen und diese "motivieren" muß dürfte auf der Hand liegen. Nicht anders ist die Ansprache vom 22.8.1939 zu sehen, als die Würfel nun mal gefallen waren und Hitler mit "kernigen" Aussagen seine Generalität und WH-Führungsspitze einschwören mußte, die ihn noch vor gar nicht langer Zeit zuvor stürzen wollte. Man sollte also auch Zitate in den Kontext der Zeitspanne und der jeweiligen Gegebenheiten setzen. Sonst kannst Du gleich "Mein Kampf" herausholen, das erklärt ja nach Meinung einiger praktsich alles und Geschichtswissenschaften könnte man sich daher ersparen. Zwinkern

Letztlich ging es mir aber nicht darum zu verneinen, daß Hitler Polen grundsätzlich beseitigen wollte, sondern nur darum diese dauernde heuchlerische Einseitigkeit darzulegen. Was nicht nur im obigen Post nachzulesen ist. Auch ich halte wie schon gesagt einen dt.-poln. Konflikt zu jener Zeit für unausweichlich. Wann auch immer und von wem auch immer eröffnet. Im Sept. 1939 war es nun einmal Deutschland. Es hätte in den Jahren zuvor wie in den verschiedensten Aussagen poln. Militärs und Politik nachzulesen ist auch Polen sein können.

Und auch nach 1939 hätte sich wahrscheinlich nicht urplötzlich eine Änderung der poln. Haltung ergeben, so daß auch späterhin alles möglich gewesen wäre.

Das Polen von 1939 war ein national-chauvinistischer aggressiver Staat, der große Teile von anderen Ländern bis dahin erobert hatte und besetzt hielt und wollte jedenfalls seit Jahren ganz offen einen Krieg gegen Deutschland. Das Deutschland nun schneller, aber vor allem milit. stärker war ändert daran gar nichts.
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BeitragBeitrags-Nr.: 188434 | Verfasst am: 14.09.2010 - 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das Polen von 1939 war ein national-chauvinistischer aggressiver Staat, der große Teile von anderen Ländern bis dahin erobert hatte und besetzt hielt


Deutschland nciht?

Polen hatte ein Staatsgebeit, von denen es ncihts abtreten wollte. Auch wenn sie den Forderungen nachgegeben hätten wäre s in keinem Falle eine Garantie gewesen, dass Hitler dann Ruhe gibt. Die Abläufe zeigen, dass darauf kein Verlass war.

Polen hat aggressiv reagiert und sicher die Situation nciht abgekühlt, auch im Hinblick auf die brit/franz. Beistandsversprechen. Aber Deutschland hat trotzdem keinen Grund gehabt, anzugreifen. Polen machte keine ernsthaften Anstalten, Deutschland wirklich anzugreifen. Und die poln. Armee war alles andere als bereit für einen Krieg. Die poln. Verbrechen gegen die deutschen Minderheiten waren kein Grund für einen Krieg, das war ja auch nciht der Grund für den Krieg.

Das behauptet nciht mal Walter Post in seinem ebenfalls einseitigem "Ursachen des 2. Weltkrieges".

Um es nochmal zusammen zu fassen: Polen war aggressiv, Deutschland ebenfalls. Polen konnte nichts von seinem Staatsgebiet abtreten, das wäre damals unmöglich im poln. Verständnis. Deutschland hat mit seinen Vorkiegshandlungen gezeigt, dass es absolut vertragsunwürdig war (und es später mit den Angriffen auf neutrale Nachbarländer bewiesen). Deutschland hat Polen vor der Generalmobilamchung angegriffen.

Oder nicht?
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BeitragBeitrags-Nr.: 188435 | Verfasst am: 14.09.2010 - 22:35    Titel: Antworten mit Zitat

Endlose Wiederholungen ändern nichts daran, daß man sich offensichtlich im Kreise dreht und vor allem nichts an den historischen Fakten. Dann sollte man es auch dabei belassen, ehe man sich endlos dreht. Ich möchte mich jedenfalls nicht wiederholen, Denkansätze gibt es genügend, ebenso Möglichkeiten sich in alle Richtungen zu informieren und sich selbst ein Urteil zu bilden, statt das altbekannte und einseitige Dogma nur blind und tumb nachzuplappern und alles auszublenden, was da stören könnte.

Deutschland hat Polen im übrigen nicht vor der Generalmobilmachung angegriffen. Die poln. Generalmobilmachung wurde am 29.08.1939 angeordnet, die Befehle sind am 30.08. versandt worden, damals leider noch per Post und nicht per Mail oder Forum und auch nicht mit 24-stündiger pünktlicher Zustellung egal wo im Lande wie heute.

Daher wurden viele poln. Reservisten am 01.09.1939 und in weiten Teilen des Landes noch Tage später noch vor Eintreffen der Briefe bei ihnen oder auf dem Weg zu den Rekrutierungsstellen vom schnellen dt. Vormarsch erfaßt, überrascht und überrannt und konnten daher nicht wirksam werden. Die reguläre poln. Armee stand bereit, die Fliegerkräfte waren dezentralisiert und wurden daher auch nicht in der Masse Opfer am Boden. Insg. war also die reguläre poln. Armee genauso vorbereitet auf einen Krieg wie die reguläre dt. WH.

Abschließend noch ein interessanter Artikel des Spiegel aus dem Jahre 1962, als man noch wahrheitsgemäßer mit dem Thema umgehen konnte (mußte), schließlich lebten noch genügend Augen-und Ohrenzeugen jener Zeit. Ein "Problem" für die heutigen Geschichtsschreiber, das sich nunmehr biologisch erledigt hat und dessen Lücke dann die entsprechenden Auftragsarbeiter wie Böhler &. Co. übernehmen und entsprechend "füllen".

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45140418.html
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BeitragBeitrags-Nr.: 188440 | Verfasst am: 15.09.2010 - 09:11    Titel: Antworten mit Zitat

Richtig, endlose DIksussionen bringen nichts.
Zitat:

Die poln. Generalmobilmachung wurde am 29.08.1939 angeordnet,

Nach dem deutschen Angriff auf den Jablonka-Pas am 28.08.39. Zwinkern

Ich denkre, das hat mit zu der Generalmobilmachung beigetragen. Außerdem wurden vorher diverse Angriffsbefehle gegeben. Das werden die Polen mitbekommen haben. Daher ist die Begründung, Polen habe erst Generalmob ausgerufen, eher fadenscheinig.

Winken
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 188453 | Verfasst am: 15.09.2010 - 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

So wie der olle Bismarck es vorausgesagt hat, ist es ja auch gekommen...

Zitat:
Schon Bismarck wußte, welche Gefahren der polnische Machthunger birgt.

"Die Herstellung eines unabhängigen polnischen Staates zwischen Schlesien und Ostpreußen mit der konsequenten Begehrlichkeit nach Posen und nach der für ein selbständiges Polen unentbehrlichen Weichselmündung würde eine permanente Drohung gegen Preußen bilden und einen der äußersten militärischen Leistungen, zu welcher das neue Polen befähigt wäre, gleich kommenden Teil der preußischen Armee dauernd neutralisieren.

Befriedigen können wir die Ansprüche, welche dieser neue Nachbar auf unsere Kosten erheben würde, niemals. Die würden außer Posen und Danzig sich demnächst auf Schlesien und Ostpreußen richten, und die Landkarte, in welchen die Träume der polnischen Insurrektion ihren Ausdruck finden, bezeichnen Pommern bis an die Oder als polnische Provinz."

Bismarck am 17.02.1863 nach einem Erlaß an den preußischen
Botschafter in London, Albrecht Graf von Bernstorff


Zuletzt bearbeitet von Michael aus G am 15.09.2010 - 21:36, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragBeitrags-Nr.: 188456 | Verfasst am: 15.09.2010 - 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

70 Jahre später bestätigten sich diese klugen Voraussichten Bismarcks. Mit genau denselben Zielrichtungen, Ansprüchen und Worten der poln. Führung.
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UHF51
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BeitragBeitrags-Nr.: 188466 | Verfasst am: 16.09.2010 - 09:40    Titel: Antworten mit Zitat

Michael aus G hat Folgendes geschrieben:
So wie der olle Bismarck es vorausgesagt hat, ist es ja auch gekommen...

Zitat:
Schon Bismarck wußte, welche Gefahren der polnische Machthunger birgt.

"Die Herstellung eines unabhängigen polnischen Staates zwischen Schlesien und Ostpreußen mit der konsequenten Begehrlichkeit nach Posen und nach der für ein selbständiges Polen unentbehrlichen Weichselmündung würde eine permanente Drohung gegen Preußen bilden und einen der äußersten militärischen Leistungen, zu welcher das neue Polen befähigt wäre, gleich kommenden Teil der preußischen Armee dauernd neutralisieren.

Befriedigen können wir die Ansprüche, welche dieser neue Nachbar auf unsere Kosten erheben würde, niemals. Die würden außer Posen und Danzig sich demnächst auf Schlesien und Ostpreußen richten, und die Landkarte, in welchen die Träume der polnischen Insurrektion ihren Ausdruck finden, bezeichnen Pommern bis an die Oder als polnische Provinz."

Bismarck am 17.02.1863 nach einem Erlaß an den preußischen
Botschafter in London, Albrecht Graf von Bernstorff


Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Cool Wo hast Du das gefunden/her?

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seekarnickel
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BeitragBeitrags-Nr.: 188560 | Verfasst am: 18.09.2010 - 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

hier ein Link, am Ende des kleinen Film sind Zitate zu lesen, ich möchte nur auf 2 Zitate hinweisen von 2 Polen
Ich weiß nun nicht ob die Zitate stimmen, aber ich denke das hier welche sind die es wohl wissen/sollten:

http://www.youtube.com/watch?v=MHR3-83UbyY&feature=related
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Michael aus G
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BeitragBeitrags-Nr.: 188563 | Verfasst am: 19.09.2010 - 01:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hoover hat Folgendes geschrieben:
Richtig, endlose DIksussionen bringen nichts.
Zitat:

Die poln. Generalmobilmachung wurde am 29.08.1939 angeordnet,

Nach dem deutschen Angriff auf den Jablonka-Pas am 28.08.39. Zwinkern

Ich denkre, das hat mit zu der Generalmobilmachung beigetragen. Außerdem wurden vorher diverse Angriffsbefehle gegeben. Das werden die Polen mitbekommen haben. Daher ist die Begründung, Polen habe erst Generalmob ausgerufen, eher fadenscheinig.


Die Polen wussten sehr genau was gespielt wird.


Im Oktober 1932 schrieb der damals noch stellv. poln. Außenminister Oberst Józef Beck an das amtierende poln. Staatsoberhaupt(durch Putsch 1926) Marschall Józef Piłsudski:

"Man habe, nach Unterzeichnung des anstehenden Nichtangriffsvertrag mit der UdSSR, die Garantie zur Sicherheit der eigenen Ostgrenze. Diese Tatsache gibt uns freie Hand gegenüber Deutschland. Die Lage ist günstig wie nie für einen Krieg um die polnischen Territorien vom deutschen Joch zu befreien. Unsere Armee ist bereit."
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 188568 | Verfasst am: 19.09.2010 - 09:46    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, das die Clique um Beck nach der Machtübernahme nichts anderes im Sinn hatte, als möglichst bald mit Frankreich gemeinsam Deutschland militärisch zu vernichten ist selbst in Polen nichts neues....nur beim deutschen Gutmichel kommen solche Erkenntnisse nur selten an....historische Fakten, die nicht ins "anerkannte" Muster passen sind ja "Nazi-Denke" Grins

Die Schere sitzt bekanntlich bei vielen im Kopf Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik

Nachtrag: und wir wissen ja, was mit "polnischen Territorien" gemeint war, gell?
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BeitragBeitrags-Nr.: 188569 | Verfasst am: 19.09.2010 - 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Im Gegensatz hatte Adolfsen ein Augue auf den Osten geworfen, und?

Pläne und Ideen sind immer vorhanden, auch bei den Deutschen. Aber es darf ja nicht sein, was die deutschen Handlungen kritisiert. Winken
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