Schlacht um Pommern 1945
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Pile
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BeitragBeitrags-Nr.: 168658 | Verfasst am: 13.03.2009 - 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

in: Müller, Wolfgang. „Schiffsschicksale Ostsee 1945“
Koehler Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg, 1996
ISBN 3-7822-0612-6

heißt es zur Kampflosen Einnahme von Stralsund zu einem Klassenphoto:

"Erinnerungsphoto der Kalsse 1a im Sommer 1938....

...Sechs Jahre später werden sie als 16jährige Hitlerjungen zum Bau von Panzergraben östlich von Stettin herangezogen und im April 1945 zur Aufstellung eines Panzerjagdkommandos beim SS-Regiment "Hohenstaufen" in Stralsund eingezogen oder für den "Werwolf-Einsatz" vorbereitet."

Ich hab jetzt den Tieke nicht ganz in Erinnerung, mir ist nur das SS-Regiment "Hohenstaufen" beim Lesen aufgefallen.

War ein SS-Regiment "Hohenstaufen" in Stralsund?

Danke und Gruß
Stefan
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 168659 | Verfasst am: 13.03.2009 - 13:01    Titel: Antworten mit Zitat

SS-Pz.Gren.Ausb.u.Ers.Btl. 9 Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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Pile
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BeitragBeitrags-Nr.: 169383 | Verfasst am: 27.03.2009 - 13:31    Titel: Antworten mit Zitat

Festungs- Division Stettin

In der Festungs-Division Stettin waren alle zur Verteidigung des eigentlichen Stadtgebietes von Stettin vor Ort verfügbaren Kräfte zusammengefaßt bzw. organisiert.
Per 15.4.1945 war die Division dem XXXII. A.K. unterstellt.
Zu diesem Zeitpunkt war aber der bis dahin verantwortliche Festungskdt. bzw. Kommandeur des Verteidigungsbereiches Stettin, Gen. Maj. Hühner schon in die Führerreserve des OKH versetzt worden.
Sein Nachfolger ab 19.4.45 war bekanntlich Gen.Maj. Brühl.

Ob Hühner und Brühl gleichzeitig auch als Divisionskommandeure agierten, ist mir nicht bekannt?!
Ebenso, ob es Divisionsübergreifende Zusammenhänge zur 549.VGD oder früherer Division Denecke gab?!

Aus Tessin:
http://i44.tinypic.com/219tgg3.jpg

Gruß Stefan
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 171303 | Verfasst am: 16.05.2009 - 16:06    Titel: Hornskrug im Brückenkopf Altdamm 1945 Antworten mit Zitat

Hanno hat Folgendes geschrieben:
Hallo Leute, bin neu im Forum! Mein Hauptinteresse ist ebenfalls der Endkampf um Pommern. Und ganz besonders der Kampfraum Altdamm mit dem Ort Hornskrug. Meine Frage hat jemand Informationen über Einheiten (SS, Wehrmacht...), die dort kämpften. Wo lagen Stellungen welcher Einheiten (östlich, westlich usw. um den Ort herum)? Wie lange dauerten die Kämpfe um Hornskrug?Würde mich über Antworten freuen! Winken


i.A.

Jan-Hendrik
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Kevin H.
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BeitragBeitrags-Nr.: 171306 | Verfasst am: 16.05.2009 - 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/392067717X/sportiversumd-21

Hier könntest du fündig werden.
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Hanno
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BeitragBeitrags-Nr.: 171314 | Verfasst am: 17.05.2009 - 06:30    Titel: Hornskrug Antworten mit Zitat

Danke werde es mir kaufen! Sind dort auch Karten drinnen?
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 173226 | Verfasst am: 03.07.2009 - 13:57    Titel: Antworten mit Zitat

Wie die Meisten sicher wissen ist der Bereich Stolp ein absolutes Hauptgebiet für meine Person Zwinkern

Und grade da ist es umgemien erheiternd, welche Propaganda noch heute im Internet verbereitet wird Rofl

http://9may.ru/12.03.1945/inform/m4199

Eine große Schlacht, 4000 tote Faschistensoldaten, die Stadt ging während der Kämpfe in Flammen auf, heftige Häuserkämpfe....


Die bittere Realität:

In Stolp gab es keine Verteidigung mangels evtl. vorhandener Verteidiger, die Rote Armee nahm die Stadt kampflos ein. Einen Tag später brannte die Innenstadt nieder, nachdem sie Soldaten anfingen, den Spiritus in der Brennerei zu plündern....Ende vom Lied: alle auf dem 'Heldenfriedhof' beerdigten fielen nicht im Kampf, sondern den Folgen des Alkoholismus zum Opfer Rollene Augen

Winken

Jan-Hendrik
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RolandP
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BeitragBeitrags-Nr.: 179394 | Verfasst am: 28.12.2009 - 20:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
da ich das hier als „Informationssammlung verstehe …. Grins

bei der Ausarbeitung zum Einsatz der Kampfgruppe Scheider der SS-Unterführerschule Lauenburg habe ich das Buch von Helmut Lindenblatt, Pommern 1945, Rautenberg Verlag, Leer, 1984, durchgearbeitet, bin aber nur bis S. 110 gekommen, dann habe ich eine andere Arbeitsweise vorgezogen … Zwinkern

Aber vielleicht sind die bis dahin erstellten Angaben ja auch von Interesse … Überschneidungen zu den Angaben bei der SS-KGr. Scheider/ Lauenburg können vorkommen … ist zum Ende hin ein wenig „ungeordnet“, aber für jemanden, der Angaben sucht, vielleicht auch nutzbar … Winken

Herzliche Grüße Roland


Am 14.1.1945 waren auf dem Truppenübungsplatz Groß-Born aus der Artillerieschule II, Generalleutnant Raithel, der Stamm für die Einsatz-Division „Bärwalde“, aus der „Schule für Fahnenjunker der Artillerie“ fünf Fähnrich-Regimenter gebildet worden, davon drei für den sofortigen Einsatz innerhalb der Division „Deutsch-Krone“ unter Oberst Dr. Ernst.
(Lindenblatt, Pommern, S. 27)

General der Infanterie Kienitz, schrieb zum „Gneisenau-Aufruf“: „ … Am 20.Januar gegen 18 Uhr verlor ich die Geduld. Ich rief das Oberkommando des Ersatzheeres an und forderte dringend die Ausgabe des Befehls … Jetzt dauerte es kaum eine halbe Stunde, bis der Befehl „Gneisenau“ einging, aber er war auf das Heer beschränkt. …“ (Lindenblatt, Pommern, S. 27 Anm. 20: Werner Kienitz, Der Wehrkreis II vor dem Zusammenbruch des Reiches, Hamburg 1955, unveröffentlicht, BA Koblenz, OD 2-149-33, hier S. 27)

Die Artillerie-Schule II (aufgestellt 26.1.1942 in Jüterbog aus der dort bereits im Frieden bestehenden Schule, nachdem die Schule in Berlin die Nr. I erhalten, hatte, mit den unterstellten Artillerie-Lehr-Regiment 1 – 4, 1.8.1943 nach Groß-Born, Hinterpommern verlegt), stellte am 21.1.1945 als Alarmeinheit die Einsatz-Division Märkisch-Friedland (zunächst also die Division „Deutsch-Krone“, der Verfasser) auf ; in den Kriegsgliederungen der HGr. Weichsel als „Gruppe Lehmann“ bezeichnet, mit den infanteristisch gegliederten
Fähnrich-Regiment 1 aus Lehrstab I Major Bering
Fähnrich-Regiment 2 aus Lehrstab II Major Sachs
Fähnrich-Regiment 3 aus Lehrstab III Major Wiechec
Fähnrich-Regiment 4 aus Lehrstab IV Major Buchenau
Fähnrich-Regiment 5 aus Lehrstab V Major Freund

Die Regimenter wurden auch als „Fahnenjunker-Regimenter 1 – 5“ bezeichnet. Das Regiment 5, Freund, trat zur Division Bärwalde über. (s. a. Tessin - Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945 – Band 14 - Die Landstreitkräfte 1 - 5, S. 114, s. a. S. 42: Artillerie-Schule I, gebildet 26.1.1942 (Vfg. 11.7.1941) in Berlin, Möckernstraße, 1.4.1944 nach Meißen verlegt )

Die Fähnrich-Regimenter wurden nach Erhalt des „Gneisenau“- Befehls am Samstag, den 20. 1.1945, zunächst für 30 Stunden in den Lagern Linde und Westfalenhof auf dem Tr.Üb.Pl. Groß-Born in Bereitschaft gelegt. (Lindenblatt, Pommern, S. 30) Von einer sofortigen „Bildung“ der Einsatz-Divisionen als geschlossener Verband kann also nicht gesprochen werden! Die Regimenter bestanden aus Bataillonen zu je drei Kompanien, ohne schwere Waffen.

Am Montag, den 22.1.1945, wurden ab 3.00 Uhr morgens Einsatzbefehle an die Regimenter ausgegeben.
Hauptmann Bruhns rückte als erster aus. Er sollte mit der 1.Kompanie, Fähnrich-Regiment 5, die mit Fahrrädern ausgestattet war und als Aufklärungskompanie galt, die Küddow- Linie (Teil der „Blücher“- Stellung) beiderseits Flederborn besetzen, das Vorfeld Richtung Hohenfier und Radawnitz beobachten und möglicherweise schon eintreffende Versprengtengruppen aufnehmen. (Lindenblatt, Pommern, S. 30 unten, S. 32 oben)
Major von Reden, mit seinem Adjutanten Hauptmann Huala, übernahm je eine Kompanie der Regimenter 4 und 5 und eine kleine Reserve, um in Jastrow einen vorgeschobenen Stützpunkt einzurichten.
Während um 5.00 Uhr das Fähnrich-Regiment 1, Major Bering, zur Besetzung der Pilow- / Döberitz- Linie zwischen Borkendorf und Sagemühl, Regimentsgefechtsstand in Wittkow, aus dem Lager Westfalenhof ausrückte (Lindenblatt, Pommern, S. 32),
marschierte das Fhr.Rgt. 3, Major Wiechec, zur Übernahme der Pommernstellung im Abschnitt zwischen Harmelsdorf und Stadtrand Deutsch-Krone bei Stranz; Regiments-Gefechtsstand in Kl. Nakel. (Lindenblatt, Pommern, S. 32)
Das Fhr.Rgt. 2, Major Sachs, übernahm nordöstlich von Deutsch-Krone den Abschnitt vom Stabitz-See bis nördlich Rederitz, Regiments-Gefechtsstand auf dem Gut Döberitzfelde. (Lindenblatt, Pommern, S. 32)
Nach Norden anschließend, schon zur Division „Bärwalde“ gehörend, ging das Fhr.Rgt. 5, Major Freund, in Stellung und besetzte den Abschnitt westlich des Truppenübungsplatzes in der Pilow- Linie. (Lindenblatt, Pommern, S. 32)

Das Fähnrich-Regiment 5 der Fahnenjunkerschule der Artillerie, unter der Führung des Major Freund, „Regiment 1 in der Alarm-Division Bärwalde“, wurde gelegentlich auch als „Fhr.Rgt. 1“ oder als „Schützen-Regiment 1“ i n der Division „Bärwalde“ bezeichnet und deshalb mit dem Fhr.Rgt. 1 in der Division „Deutsch-Krone“, später „Märkisch-Friedland“, unter der Führung des Majors Wiechec, verwechselt. (Lindenblatt, Pommern, S. 30, unten, ** -Anmerkung)

Das Fhr.Rgt 4, Major Buchenau, bleib zunächst als Reserve im Lager Linde. (Lindenblatt, Pommern, S. 32)

Somit bildeten die Fhr.Rgt. 1, 2 und 3 den Stamm für die Einsatz-Division „Deutsch-Krone“, während das Fhr.Rgt 5 bereits schon ab dem 22.1.1945 zur Einsatz-Division „Bärwalde“ zählte. Oberst Dr. Ernst, der Führer der bei Deutsch-Krone in der Versammlung befindlichen Fähnrich-Regimenter, befand sich am 22.1.1945 bereits vor Ort. (Lindenblatt, Pommern, S. 36)


Zur Division Deutsch-Krone heißt es: „ … Aufstellung 20.1.1945 als „Gneisenau“- Einheit Einsatz-Division „Deutsch-Krone“ des Wehrkreises II zur Besetzung der Pommernstellung unter dem Kommandeur der Artillerie-Schule II Groß-Born. (s.a. Murawski, Eroberung Pommerns, S. 102).
Die Feldpostübersicht nennt jedoch nur Stab und Stabskompanie eines Regiments „Deutsch-Krone“ und das Festungs-MG-Bataillon Pommernstellung, auch „Fest.MG-Btl. Deutsch-Krone“ genannt.
Die Kriegsgliederung der 11.Armee vom 8. und 10.Februar 1945 nennt unter „Gruppe Lehmann“ nur den Kampfkommandanten Deutsch-Krone (auch Rgt. Kohlstadt?) mit 2 Bataillonen (Inf.Ers.u.Ausb.Btl. 368 Deutsch-Krone und MG-Btl. Lamprecht. Die Division scheint also nicht aufgestellt worden zu sein oder ist mit der Division Märkisch-Friedland identisch. Am 9.2.1945 ging Deutsch-Krone verloren. …“
(Tessin - Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945 – Band 14 - Die Landstreitkräfte Namensverbände - Die Luftstreitkräfte Fliegende Verbände – Flak, S. 53 – 54)

Bei der Division Bärwalde wird angegeben: „ … Aufstellung am 20.1.1945 zunächst als „Einsatz-Division Bärwalde“ als „Gneisenaueinheit“ zur Besetzung der Pommernstellung unter dem Kommandeur der Artillerie-Schule 1 Groß-Born.

Nach der Gliederung am 8.2.1945 bestand sie aus
Rgt. Kopp 4 Alarm-, 3 Volkssturmbataillone
Rgt. Wolff 2 Alarm-, 2 Volkssturmbataillone
Rgt. Boehmer 2 Alarm-, 2 Volkssturmbataillone
Rgt. Freund 2 Alarmbataillone
Rgt. Jaeckel 1 Alarm-, 2 Volkssturmbataillone
Rgt. Klotzsche 2 Alarmbataillone
Sperrverband Fierbandt 3 Alarmbataillone
Sperrverband Hellermann 2 Alarmbataillone

Im Februar führten nach der Feldpostübersicht die Gliederungen der Division die folgenden Bezeichnungen:
Regiment 1 „Bärwalde“ (Freund) I. – III. Bataillon
Regiment 2 „Bärwalde“ (Wolff) I. – III. Bataillon
Regiment 3 „Bärwalde“ (Boehmer) I. – III. Bataillon
Regiment 4 „Bärwalde“ (Hellermann) I. – II. Bataillon
Regiment 5 „Bärwalde“ (Klotzsche) I. – III. Bataillon
Artillerie-Regiment Bärwalde (Jaeckel) I. – V. Abteilung (Art.Abt. Bärwalde, Camp, Kircher, Schwantes, Altrogge)
Pionier-Bataillon Bärwalde (Baer)
Div. Nachr.Abt. Div. Bärwalde (Schneider)

Am 12.3.1945 kämpften sich die Reste der Division bis zum Brückenkopf Dievenow zurück,
sie wurden danach aufgelöst. …“ (Unterstellung: 1945 Februar Korps Tettau, 11. Armee, HGr. Weichsel, Pommern, März 1945 Korps Tettau, 3.Pz.Armee, HGr. Weichsel, Pommern, s. a. Tessin - Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945 – Band 14 - Die Landstreitkräfte Namensverbände - Die Luftstreitkräfte Fliegende Verbände – Flak, S. 30)

Bei der Division „Bärwalde“ lässt sich bisher nur das Regiment Freund identifizieren, dabei handelt es sich um das Fhr.Rgt 5 der Schule Groß-Born unter Major Freund.


Nach Fußmärschen von bis zu 35 km länge erreichten die Fähnrich-Kompanien – jeweils 5 Hörsäle mit zusammen etwa 150 Offiziersanwärtern – noch vor der Abenddunkelheit die Einsatzorte. Die Bevölkerung nahm sie dabei so wahr: „ …Sie kamen zu Fuß durch den hohen Schnee, einige hatten Handschlitten und auch ganze Stücke von Gartenzäunen zum Transport ihres Gepäcks. Ich sah, dass sie nur Gewehre hatten. Unter diesen Umständen konnten sie unsere Stellung nicht halten. …“ (Lindenblatt, Pommern, S. 32)
Die Bewaffnung der Fahnenjunker bestand wirklich nur aus Karabinern, zum Teil ältere Baumuster. Die Kompanie- und Zugführer, bis dahin Hörsaalleiter und Lehroffiziere, trugen eigene Pistolen, nur wenige hatten schon Maschinenpistolen. Anfangs gab es nur wenig Handgranaten und Panzerfäuste, diese manchmal noch ohne Zündpille. Alles an zusätzlichen Waffen und so dringend benötigter Munition wurde schubweise und immer zu spärlich nachgeliefert oder von Volkssturmmännern übernommen, wo sie gerade zur Entlassung kamen. (Lindenblatt, Pommern, S. 32)
Als die Fahnenjunker ihre Stellungen bezogen, hatten sie keinerlei schwere Waffen, obwohl sämtlich als Artilleristen gründlich ausgebildet und mit gestandener Kriegserfahrung.
Die wenigen Geschütze, die zu Ausbildungszwecken auf dem Übungsplatz zur Verfügung gestanden hatten, blieben in Groß-Born zurück oder wurden anderweitig verwendet.
Allerdings bezog am 22.1.1945 die II. Abteilung, Major Flöther, des Groß-Borner Artillerie-Lehr-Regiments 1, Oberstleutnant Feislachen, Feuerstellungen im Raum Schloßmühl, einziger Feuerschutz zur Verteidigung von Deutsch-Krone. Da diese Einheit aber mit ihrer Munition sparsam umgehen musste, ist sie später in diesem Abschnitt kaum bemerkt worden. (Lindenblatt, Pommern, S. 32)

Am 24.1.1945 vormittags war ostwärts Schneidemühl die Lage unklar, auch wenn bekannt war, dass dort eigene Kräfte in Kämpfen mit vorstoßenden gegnerischen Verbänden lagen.
Deshalb wurde nun auch die Pommernstellung ostwärts Deutsch Krone vorsorglich verstärkt. Das I. Bataillon/ Fhr.Rgt 4, Major Arnold, soweit es nicht schon Kommandos zu Sonderverwendungen abgegeben hatte, rückte in die Riegelstellung westlich von Lebehnke- und Stabitz- See In Groß Born blieb nur noch das II. Bataillon/ Fhr.Rgt 4, Major Alig, und der Regimentsstab zurück. (Lindenblatt, Pommern, S. 39)
Der Kommandeur des Fhr.Rgt 4, Major Friedrich Buchenau und sein Adjutant, Hauptmann Stach, begaben sich zum Empfang genauerer Befehle zum Kommandeur der Division „Deutsch Krone“, Dr. Ernst, nach Deutsch Krone. Im Café Schmidt, seinem vorläufigen Gefechtsstand mit bedrückender Enge und hektischer Unruhe, trafen sie ihn in einem Augenblick höchster Erregung. Ihrem Anliegen kaum noch zugänglich, schlug er während seiner undeutlichen Erklärungen mehrmals wütend auf die Glasplatte des Cafétisches, der sein behelfsmäßiger Arbeitsplatz war. Die Besucher gingen unverrichteter Dinge fort und regelten die Besetzung des neuen Abschnitts, so gut es die alten Befehle zuließen. (Lindenblatt, Pommern, S. 39)
Oberst Dr. Ernst hatte wohl gerade von seiner unmittelbaren Abberufung aus der bisherigen Dienststellung und von einem Sonderauftrag erfahren, den er durchführen sollte. Zum Sonderzug des Reichsführers-SS befohlen, traf er dort mit Oberst Lehmann zusammen. Nach seiner Verwundung bei den Kämpfen im Brückenkopf Baranow war er nun wieder truppendienstfähig. Lehmann schrieb: „ … Ein SS-Obergruppenführer empfing mich. … Er erklärte mir, ein Infanterist müsse her, den Abschnitt zu übernehmen. … Der Kommandeur der Artillerieschule bekam zur gleichen Zeit einen Auftrag, der ein Himmelfahrtskommando war. …“ (Lindenblatt, Pommern, S. 39, Anm. 44 Mitteilungsblatt 122.ID Greif-Rundbrief Nr. 35, S.8) Während Oberst Lehmann die Alarm-Division „Deutsch Krone“ übernahm, die fortan die Bezeichnung „Märkisch Friedland“ zu führen hatte und wegen der Ballung hoher Befehlsstäbe in Deutsch Krone auch dort ihren Gefechtsstand einzurichten hatte, stellte Oberst Dr. Ernst eine motorisierte Kampfgruppe zusammen, die zur Entlastung von Schneidemühl aus dem Raum Usch über die Netze nach Kolmar vorstoßen sollte. Sie bestand aus der gemischten Artillerie-Abteilung (mot.) „Groß Born“, der 4./Flak-Batterie 325 sowie dem SS-Frw.Pz.Gren.Rgt. 48 „General Seyffarth“ und unterstand dem Abschnittskommandeur Schneidemühl/ Ost, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Demelhuber (Lindenblatt, Pommern, S. 39 unten, S. 42 oben, im Original „SS-Gruppenführer“, Demelhuber war KG des XVI. SS-AK)

Somit wurde am 24.1.1945 aus der bisherigen Einsatz-Division „Deutsch Krone“ die Einsatz- Division „Märkisch-Friedland. (Die Angaben bei Tessin - Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945 – Band 14 - Die Landstreitkräfte Namensverbände - Die Luftstreitkräfte Fliegende Verbände – Flak, S. 160: „ … Aufstellung am 20.1.1945 aus der Artillerieschule Groß-Born (bei Murawski, Eroberung Pommerns“ nicht erwähnt, jedoch in der Feldpostübersicht verzeichnet, s. a. Division „Deutsch-Krone“ sind also nicht so ganz zutreffend! Der Verfasser)

Am 25.1.1945 traten drei sowjetische Schützen-Divisionen, verstärkt durch Panzer- und Artillerieverbände gegen Schneidemühl an. (Lindenblatt, Pommern, S.43)

Um die Mittagszeit am 25.1.1945 bezog Generalleutnant Freiherr von Schleinitz seinen Gefechtsstand im Rathaus Schloppe. Als Kommandeur der 402. Infanterie-Division (Division Nr. 402, der Verfasser), die als Reserve- und Eingreiftruppe für die Pommernstellung in ihrer gesamten Länge von Zantoch bis Rügenwalde vorgesehen war, und die ursprünglich in Märkisch Friedland sammeln sollte, verfügte er über keine Truppen. Sie hatten bereits zu gefährdeten Frontabschnitten in Marsch gesetzt oder dahin umgeleitet werden müssen. Bei seinem Eintreffen waren ihm immerhin schon wieder 6 Kompanien als Grundstock für eine neue Eingreifreserve angekündigt. (Lindenblatt, Pommern, S.45 unten – S. 46 oben, Division Nr. 402 (aufgestellt am 20.1.1945 als „Gneisenau“- Einheit im Wehrkreis II mit 1 Div.Stab, 2 Grenadier-Regimentern mit je 3 Bataillonen, 1 Füsilier-Regiment, 1 Artillerie-Regiment mit 3 Abteilungen, Pz.Jg.Abt., Heeres-Flak-Abt., Pionier-Bataillon und 2 Nachrichten-Kompanien, von denen ein verstärktes Regiment in die Festung Schneidemühl, der Rest in die Pommernstellung gelegt werden sollten. Die Feldpostübersicht nennt folgende Einheiten: Kdo. 402.Div., Regiments-Stäbe Kohlmann und Mensing, die Bataillone Becker, v. Eichel, Stahlmann, Sparver, Bannemann, Bamel, Greifenberg und Winter, die EK-Verleihungslisten nennen außer denselben Regimentsstäben andere Einheiten. (Tessin - Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945 – Band 10, Die Landstreitkräfte 371 – 500, S. 87- 88)

In der Nacht stieß der Entlastungsangriff der Kampfgruppe des Obersten Dr. Ernst in Richtung Kolmar, aus dem Brückenkopf Usch herausgeführt, in der linken Flanke vom SS-Frw.Pz.Gren.Rgt. 48 und Heeresinfanterie aus der Festung Schneidemühl gedeckt, unglücklicherweise mitten in eine russische Bereitstellung und lief sich an den bewaldeten Höhen im Forst Podanin fest. (Lindenblatt, Pommern, S.46) Am frühen Morgen des 26.1.19445 hatte sich die KGr. Dr. Ernst unter schweren Verlusten auf die Ausgangsstellung im Brückenkopf Usch zurückziehen müssen, die Russen stießen aber sofort nach. Gegen Mittag musste der Brückenkopf aufgegeben werden, die Front auf das nördliche Netze- Ufer zurückgenommen werden. (Lindenblatt, Pommern, S.61) 20 km östlich Schneidemühl; Festungskommandant Oberst Remlinger, Ia Major i.G. von Hase; musste im Raum Wissek Oberst Woller auf die alte Reichsgrenze zurückgehen. Mit dem Absetzen des SS-Frw.Pz.Gren.Rgt. 48 in Richtung Krojanke, nordöstlich von Schneidemühl, entstand dort ein gefährliches Vakuum. (Lindenblatt, Pommern, S.61)

20 Fahnenjunker aus Groß Born, bei Tütz eingesetzt und am Abend des 25.1.1945 vorzeitig zu Leutnanten befördert, wurden am Morgen des 26.1.1945 zusammengerufen. Hans-Joachim Krug schrieb: „ …Der Major eröffnete uns, das wir für einen Sondereinsatz vorgesehen sind. … Abmarsch in Richtung Schneidemühl. Mitten in der Stadt werden wir ausgeladen und müssen vorerst in einer alten Schule unterkommen. Schon sehr bald werden wir in den UFA- Palast gerufen. Auf der Bühne eine General und mehrere Stabsoffiziere, der Zuschauerraum ist voll von Leutnanten. Infanteristen, Panzerleute, ja Marine und Flieger sind da. Wo haben die bloß die vielen Offiziere her! Große Reden. Wir sind zum Panzer-Jagd-Kommando eingeteilt und sollen in kleinen Gruppen hinter den feindlichen Linien Panzer abschießen. Draußen werden wir eingeteilt. Alte Freunde stellen sich einfach zusammen. Der letzte, der zuviel war, verschwand woanders. Und so landete ich bei der 3.Kompanie Panzerjagdkommando „F“. …“ (Lindenblatt, Pommern, S.61 unten – S. 629

Abends am 26.1.1945 tauchten russische Panzer überraschend beim Stauwerk Borkendorf, nördlich Schneidemühl auf. Bei der Abwehr dieser drei T 34, die sich beim ersten Beschuss sofort wieder zurückzogen, hatte die 1.Kompanie des Fhr.Rgt 1 ihren ersten Verwundeten. (Lindenblatt, Pommern, S. 63)

Gegen 19 Uhr am Abend des 26.1.1945 fuhr der Sonderzug „Steiermark“ des Reichsführers-SS vom Ostbahnhof Deutsch Krone nach Falkenburg/ Crössinsee ab. (Lindenblatt, Pommern, S.54)

Am 27.1.1945 bestand im Bereich der Heeresgruppe Weichsel zwischen Kreuz und Bromberg zum ersten Mal eine zusammenhängende Front. (Lindenblatt, Pommern, S.64)

An diesem Tag griffen die Russen am frühen Morgen an der Schneidemühler Ostfront bei Königsblick über die Küddow an und stießen bei Küddowtal auf das Festungs-Maschinengewehr-Bataillon II unter Oberstleutnant Forsten. Diese Einheit war erst seit dem 20.1.1945 aufgestellt und noch nicht vollständig bewaffnet. Deshalb wurde sie in eine zurückliegende Riegelstellung eingewiesen, in der Feindberührung nicht so bald zu erwarten war. Umso heftiger traf der russische Überraschungsangriff diesen unerfahrenen Verband, der überrannt und völlig aufgerieben wurde. Beim Aufstellungsstab im Schneidemühler Polizeigefängnis meldeten sich nur 85 Versprengte, die am folgenden Tag in das Festungs-Infanterie-Regiment 2, Oberst von Bonin, eingegliedert wurden. (Lindenblatt, Pommern, S.64) Der Gefechtsstand dieses Regiments befand sich zu dieser Zeit noch am Karlsberg. (Lindenblatt, Pommern, S.64)
Auch westlich Schneidemühl, bei Usch, stießen die Russen weiter vor. Trotz hartnäckigem Widerstand des Grenadier-Bataillons „Belgard“, Hauptmann Bauer, hatten die Russen bald die Straße von Usch- Hauland nach Stöwen gewonnen, die ihnen unter westlicher Umgehung der Festung bald einen Zugang zur Reichsstraße nach Berlin ermöglichte. (Lindenblatt, Pommern, S.64)

Am 27.1.1945 hatte in Märkisch Friedland SS-Obergruppenführer von dem Bach von General Kienitz den Befehl über das stellvertretende II. Armeekorps übernommen, das bei dieser Gelegenheit in X. SS-Korps umbenannt wurde. Der Kommandowechsel, der vermutlich wegen Kienitz kriegserfahrener und deswegen eigenwilliger Truppenführung erfolgte und weil Himmler wohl einen Sündebock für die Rückschläge bei Scharnikau brauchte, hatte sich ziemlich unvermittelt und ungewöhnlich in einem Augenblick vollzogen, da der Stab der Heeresgruppe im Umzug nach Crössinsee/ Falkenburg begriffen, die Division „Woldenberg“ ohne Funkverbindung und nicht auffindbar war. Erst allmählich bekam der neue Kommandeur des Korps Klarheit darüber, dass jetzt, am 28.1.45, erst eingetreten war, was bereits der Tagesbefehl der Heeresgruppe vom 27.Januar nach Zossen gemeldet hatte: „Gegner nach Durchbruch der Pommernstellung bei Wolgast und im Raum Marienwalde“. (Lindenblatt, Pommern, S.76, General Kienitz war in der Nacht zum 28.1.45 bereits wieder in Stettin, s. a. S. 77)


Als am Sonntag, den 28.1.1945, in der Mittagszeit der Straßenkampf in Schönlanke tobte, war bereits erkennbar, dass sich die Verteidiger bald zurückziehen mussten. Generalleutnant von Schleinitz, Division Nr. 402, ließ schon eine Auffanglinie aufbauen, die sich etwa von Zützer, ostwärts Hochzeit, südlich im Schloppe herum über Eichfier und Niekosken nach Lemnitz erstrecken sollte. (Lindenblatt, Pommern, S. 59 unten)

An diesem 28.1.1945 traf der Kommandeur der Korps-Nachrichten-Abteilung des X.SS-AK, Major der Reserve Carl-Leopold von Woedtke in Märkisch-Friedland ein. „ … Endlich kamen wir aber doch am Stadtrand von Märkisch Friedland an. Dort stieg ich aus und suchte nach dem Generalkommando. Bald stand ich vor einem Haus, an dem ein Schild mit der Aufschrift „Division Märkisch Friedland“ angebracht war. Erstaunt über die stark nach Alarmeinheit aussehende Bezeichnung, ging ich hinein und erfuhr von einem Ordonnanzoffizier die Straße und Hausnummer, welche ich wissen wollte. Dorthin pilgerte ich und traf auch die gesuchten fünf Herren in einem Zimmer bei emsiger Arbeit.
Nach meiner Meldung wurde ich recht lebhaft begrüßt. Der Chef des Generalstabes (SS-Standartenführer und Oberst der Schutzpolizei Goltz, der Verfasser) drückte seine Bewunderung darüber aus, dass ich mit dem Lastkraftwagen schon angekommen war. Es war ihm auch wohl ganz willkommen, denn es sollte noch an diesem Tage eine Verlegung des Korps-Gefechtsstandes auf den Flugplatz Schönfeld vorgenommen werden. … (Carl-Leopold von Woedtke, Meine Erlebnisse in Pommern im Frühjahr 1945 in: Greifenberger Heimatklänge ab Mai 1967, im Folgenden „Bericht Woedtke“, S. 5 und 6) Das Generalkommando, welches nunmehr – wohl aus Tarnungsgründen – in X.SS-A.K. umbenannt worden war, unterstanden zu dieser Zeit folgenden Divisionen und sonstige Einheiten:
1) Auf dem rechten Flügel, etwa bei Woldenberg, mit der Front gegen Osten, die Division Kegler. Sie war sehr schwach und wohl nur aus Alarmeinheiten zusammengesetzt.
2) Die Kommandantur Arnswalde mit den geringen Kräften dieses Standortes. Sie sollte südlich und westlich der Stadt im Falle eines feindlichen Angriffs die Verteidigung übernehmen.
3) Südostwärts daran schloss sich die Division „Märkisch Friedland“ an, die auch nur aus Ersatz- und Ausbildungseinheiten bestand. Ihr Abschnitt reichte von Gegend Regenthin bis Gegend Mellenthin (südostw. Tütz)
4) Dieser folgte nach linke eine Division, welche den Namen ihres Führers trug (Gruppe Lehmann, der Verfasser) Dieser war ein Oberst und Kommandeur des Fahnenjunkerkurses in Groß Born. Sie war im wesentlichen zusammengesetzt aus Fahnenjunkereinheiten und noch aus einigen Ersatz- und Ausbildungsverbänden sowie etwa zwei Abteilungen eines Artillerielehrregiments aus Groß Born. Die Fahnenjunker waren besonders unzureichend bewaffnet.
5) Die Kommandantur Deutsch Krone, die meines Wissens als Alarm-, Landesschützen- und Volkssturmverbänden bestand Auch etwas Artillerie war wohl dort.
6) Die Besatzung von Schneidemühl, die wohl aus den noch am besten kampfkräftigen Truppen des stellv. II. A.K. zusammengesetzt war. Sie verfügte auch über eine stärkere, gute und bewegliche Artillerie. Im Ganzen ist diese Besatzung etwa 12000 Mann stark gewesen.

Der Aufbau, die Heranführung und der Einsatz dieser Divisionen und Verbände war vom stellv. II. A.K. durchgeführt worden, welches in der Führung dieser Truppen vom Gen.Kdo. X. SS-A.K. abgelöst wurde. …“ (Bericht Woedtke, S. 6 unten – 7)

Der in diesem Bericht als Führer der Division bei Woldenberg genannte Generalmajor Gerhard Kegler war laut den Personalnotizen der Heeresgruppe schon am 26.1.1945 als neuer Führer der Division „Woldenberg“ vorgesehen. Er erhielt aber erst am 29.1.1945 in Arnswalde die Kommandierung. Er schrieb: „ … Von dort aus musste ich plötzlich einen bedauernswerten Haufen uniformierter Menschen übernehmen, der sich Division nannte, aber völlig kampfunfähig war. Himmler befahl, mit dieser „Division“ die Stadt Landsberg als „Festung“ zu verteidigen. Diesen Unsinn lehnte ich mit der Begründung ab: Jeder durchschnittlich begabte Unteroffizier hätte dies Ansinnen als militärischer Unsinn und, menschlich gesehen, als ein Verbrechen erkannt. Aber auch Busse, Oberbefehlshaber der 9.Armee, stellte sich mit Nachdruck vor Himmler und sorgte dafür, dass ich zum Tode verurteilt wurde. …“ (Kegler in OD 8-665-80) Ein General, der sich nur zur Führung starker Verbände herbeiließ. … (Lindenblatt, Pommern, S.100)

Am 31.1. oder erst am 1.2.1945 wurde der Korpsgefechtsstand des X. SS-A.K. erneut verlegt. Der Korps-Nachrichten-Führer, Major d.Res. von Woedtke, berichtete: „ … Drei oder vier Tage, nachdem wir uns auf dem Flugplatz Schönfeld eingerichtet hatten, kamen der Rest des Generalkommandos (bisher XIV.SS-AK) und meine (Korps-Nachrichten-) Abteilung auf dem Bahnhof Kallies an. Damit wurde auch eine Verlegung des Korpsgefechtsstandes notwendig. Als solcher wurde Giesen (etwa 8 km nordostw. Kallies) bestimmt… (Bericht Woedtke, S.10 unten – S. 11 oben) Der Schwerpunkt im Korpsabschnitt veränderte sich schon bald, und zwar eigentlich schlagartig. Wie schon geschildert, erfolgte drei bis vier Tage nach meinem Eintreffen in Märkisch Friedland (also am 31.1. oder 1.2.45, der Verfasser) der Durchbruch eines feindlichen Panzerverbandes mit aufgesessener Infanterie bei Woldenberg in Richtung auf Lippehne – Pyritz. Die schwache Division Kegler wurde angegriffen und musste nach Westen ausweichen. Alles, was das Generalkommando darüber erfuhr, gründete sich auf zwei Ferngespräche …(Bericht Woedtke, S.12)


Nach der Kriegsgliederung der 11.Armee bestand die Division „Märkisch Friedland“ am 8.2.1945 (als Gruppe Lehmann) aus
Fahnenjunker-Regiment 1 mit I. – III. Btl.
Fahnenjunker-Regiment 2 mit I. – III. Btl.
Fahnenjunker-Regiment 3 mit I. – III. Btl.
Fahnenjunker-Regiment 4 mit I. – III. Btl.
und den zugeteilten Kampfkommandant Deutsch-Krone (s.a .Div. Deutsch-Krone) sowie dem Jagdkommando F (s. a. Tessin - Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945 – Band 14 - Die Landstreitkräfte Namensverbände - Die Luftstreitkräfte Fliegende Verbände – Flak, S. 160: „ …Märkisch-Friedland wurde am 11.2.1945 von russischen Truppen erobert. Die Division wurde vernichtet, erscheint jedenfalls nicht mehr in den Unterlagen, mit Ausnahme des zur Division Bärwalde abgestellten Fahnenjunker-Regiments 4 (Buchenau), das mit dieser am 10.3.1945 zum Brückenkopf bei Dievenow durchbrach….“)



Fähnrich-Regiment 1 aus Lehrstab I Major Bering

II. Bataillon ? Major von Rehden ( s. a. Lindenblatt, Pommern, S.136)
4.Kompanie Hauptmann Huala
5.Kompanie Hauptmann Gauß

Fähnrich-Regiment 2 aus Lehrstab II Major Sachs
Fähnrich-Regiment 3 aus Lehrstab III Major Wiechec
Stabskompanie Hauptmann Schenk (10.2.45)

Fähnrich-Regiment 4 aus Lehrstab IV Major Friedrich Buchenau
I. Bataillon Major Arnold
1. – 3.Kompanie

II. Bataillon Major Alig
4.Kompanie Hauptmann Alfred Motzkau (11.2.45)
5.Kompanie Hauptmann Georg Hoffmann (6.2.45)
Alle drei Zugführer am 6.2.45 gefallen)
6.Kompanie

Fähnrich-Regiment 5 aus Lehrstab V Major Freund
1.Kompanie Hauptmann Axel Bruhn (22.1.45)

Unbekannt: Major Beyer, Major Kinnert


Artillerie-Lehr-Regiment 1 Groß-Born Oberstleutnant Feislachen
I. Abteilung Hauptmann Wilke (24.1.45)
Chef Stabsbatterie I./ ALR 1 Hauptmann Breuning (26.1.45)
Batterieführer einer Batterie Hauptmann Wüstenhagen (26.1.45)

II. Abteilung Major Flöther
4.Batterie Hauptmann Buchrucker (6.2.45)

Am 23.1.1945, 08.30 Uhr, übernahm Himmler den Netze- Abschnitt zwischen Kreuz und Scharnikau vom WK XXI und befahl dem Befehlshaber des WK II, General der Infanterie Kienitz die schnelle Heranführung aller greifbaren Reserven.
Daraufhin erhielt der Wehrkreis-Unterführer-Lehrgang WUL Neustettin unter Oberstleutnant von Oertzen den Marschbefehl für das I. Bataillon, Hauptmann Winter, nach Scharnikau, für das II. Bataillon, Major Maurer, nach Deutsch Filehne. Für den Transport wurde dem WUL eine Lkw-Transportkolonne zugeteilt, zur Verstärkung in Stettin die Alarm-Kompanie der Kraftfahr-Ersatz-Abteilung 2 im Bahntransport in Marsch gesetzt. Der Abschnitt westlich Filehne wurde dem Alarm-Bataillon 4 (Kolberg) unter Major Wegner, der anschließende, der bis Kreuz/ Ostbahn reichte, einer Genesenden-Kompanie aus Köslin (Ersatz-Bataillon 94) zugewiesen. (Lindenblatt, Pommern, S. 35) Oberstleutnant von Oertzen war mit seinem Adjutanten, Leutnant Schendel, über Deutsch-Krone in den vorgesehenen Raum vorausgefahren. Bei seiner Geländeerkundung und auf der Suche nach einem geeigneten Gefechtsstand traf er im Schloss Filehne des Grafen von der Schulenburg auf den Generalmajor Hauschulz, der gerade aus Greifswald eingetroffen war und mit Major Weiser (Ia) und Oberleutnant Ellermeier (IIa) die Division „Woldenberg“ aufbauen sollte. Von Oertzen schrieb: „ … Er eröffnete mir, dass ich ihm unterstünde und er sein Stabsquartier in Kreuz einrichten wolle. Kein Kampfauftrag, keinerlei Feindnachrichten. Keine Antwort auf meine Frage nach Nachrichtenmitteln und eventuelle Unterstützung durch schwere Waffen. …“ (Lindenblatt, Pommern, S. 38, s. a. S. 39)

Bald nach Sonnenaufgang am 24.1.1945 bezog die WUL Neustettin seine Einsatzräume an der Netze. Das I. Bataillon, Hauptmann Winter, mit Gefechtsstand im Gut Hammer, sicherte die Brücke Scharnikau und schob dazu Gefechtsposten an den Ostrand von Polnisch Scharnikau vor; das II. Bataillon, Major Maurer, mit Gefechtsstand in Corda, schützte in ähnlicher Form die Netze- Brücke bei Polnisch Filehne. Die I. Abteilung/ Artillerie-Lehr-Regiment 1, Hauptmann Wilke, wurde in den Netzebogen in Marschgesetzt, je eine Batterie den beiden Bataillonen zugeteilt. (Lindenblatt, Pommern, S. 38, zum weiteren Einsatz siehe auch S. 45, 47, 52, 67, 70 ff, 85,

Wehrkreis-Unterführer-Lehrgang WK II in Neustettin (Lindenblatt, Pommern, S. 35)
Kommandeur: Oberstleutnant von Oertzen (23.1.45)
Adjutant: Leutnant Schendel (23.1.45)
I. Bataillon: Hauptmann Winter (23.1.45)
II. Bataillon: Major Mauer (23.1.45)

Kompanieführer im WUL: Oberleutnant d.Res. Johannes Auras, mit seinen Zugführern Leutnant Kowaleweski und Feldwebel Neumann (Lindenblatt, Pommern, S.47)

Heeres-Unteroffiziersschule für Panzergrenadiere in der ehemaligen Artillerie-Kaserne in Arnswalde (Lindenblatt, Pommern, S.47, 52, 68)
Major Kaldrack (25.1.45)
Dabei ein Leutnant Kluge, 26.1.1945 gefallen

Heeres-Unteroffiziersschule für Panzerjäger aus Kolberg
Am Abend der 26.1.1945 bei Schönlanke (Lindenblatt, Pommern, S.56)
Am 28.1.1945 bei Niekosken (Lindenblatt, Pommern, S.66)

Grenadier-Ersatz-Bataillon 4 (Alarm-Bataillon) aus Kolberg unter Major Wegner (23.1.45)
(Lindenblatt, Pommern, S. 35)

Grenadier-Ersatz-Bataillon 322 (Alarm-Bataillon) aus Schwerin
Erreichte am 27.1.45 seinen Einsatzraum Hochzeit (Lindenblatt, Pommern, S.69, 71, 76)
Dabei Leutnant Bruno Holzki

Alarm-Batterie D XI aus Braunschweig
Ab 26.1.45 vor Schönlanke eingetroffen. (Lindenblatt, Pommern, S.50)

In Schönlanke wurde am Abend des 26.1.1945 dem Regiment Harder eine Abteilung Ludwigsluster Reiter unter Major von Eichel unterstellt, die mit Teilen sofort in Schönlanke eingesetzt werden. (Lindenblatt, Pommern, S.57)

Stabskompanie Regiment Deutsch-Krone: Hauptmann Rothe (6.2.45)
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THillfighter
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BeitragBeitrags-Nr.: 179427 | Verfasst am: 29.12.2009 - 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo !
Hat jemand Informationen darüber ob die SS Panzeraufklärungsabteilung 11 Nordland auch mit Sdkfz 250/9 neue Art und Sdkfz 222 ausgestattet war ? Würde mich sehr auf Unterstützung freuen
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 179431 | Verfasst am: 29.12.2009 - 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

4 Sdkfz 250/9 neue Art, 2. Kompanie, 1. Zug. (mit Bilder belegt)

Eventuell 1. Kompanie, 1. und 2. Zug je 4 Stück, ist aber nicht 100 % (nicht belegt).

Sdkfz 222 ist mir nichts bekannt.

Fred
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puma234
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BeitragBeitrags-Nr.: 179432 | Verfasst am: 29.12.2009 - 20:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo !
kannst du diese Information der 4 neuen irgendwie belegen ? Gruß
Mir sind in der 2. Kompanie nur im ersten Zug die alten Varianten bekannt z.B Turmnummer 214 oder so , die neue Art ist ja mit den weniger Stahlplatten und deshalb angeblich einfacher gewesen in der Produktion
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Fred
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BeitragBeitrags-Nr.: 179436 | Verfasst am: 29.12.2009 - 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry, nehm alles zurück. Da hatte ich wohl Tomaten auf den Augen.

Alles alte Ausführung, zumindest soweit Bilder vorhanden sind.

Fred Winken
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Pile
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BeitragBeitrags-Nr.: 180095 | Verfasst am: 12.01.2010 - 10:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ,

anbei ein Fernschreiben an HG Weichsel vom 3.2.45:

http://i47.tinypic.com/2j630vd.jpg

http://i47.tinypic.com/j9yc7q.jpg


Unter anderem werden erwähnt:

FUEHR.BEGL.BRIG.
FUEHR.GREN.BRIG.

Was waren das für Brigaden, was heißt das genau ausgeschrieben?

Nachtrag von mir, herangezogen zur "Sonnenwnede":
Führer-Begleit-Brigade
Führer-Grenadier-Brigade

Danke und Gruß
Stefan
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mfpb330
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BeitragBeitrags-Nr.: 183410 | Verfasst am: 29.03.2010 - 22:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Wissende,

mit Aufmerksamkeit habe ich hier die Ausführungen zu Pommern (Feb./März45) gelesen.

Mit dem Dratzigsee/Tempelburg verbinden mich heimatliche Gefühle, ich suche Hinweise auf Erlebnisberichte, Einheiten, (unterhalb eines Btl.), Lagekarten (1:50.000) u.ä. für den "kleinen" Frontabschnitt: Linie N Groß Born-Tempelburg-Heinrichsdorf-Falkenburg mit Crössinburg-Dramburg(Stadt); Zeitraum: ~15.02.-05.03.45. Also Zeit und Ort sehr überschaubar.

Wer kann mir helfen??? (In einem anderen Forum hatte sich jemand -aus Stettin?-mit seinem speziellen Wissen zu diesem Bereich -um Heinrichsdorf- geäußert, nur auf meine Anfrage hin hat er sich leider nicht gemeldet).

Einen abendlichen Gruß
Dieter
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Jan-Hendrik
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BeitragBeitrags-Nr.: 187203 | Verfasst am: 30.07.2010 - 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Der Lindenblatt/Pommern 1945 ist dir bekannt? Der hat auch ein kleineres Heft rausgebracht, mit Berichten aus der Ecke Groß Born Zwinkern

Winken

Jan-Hendrik
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