Vergeltung bei Partisanenangriffen
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5  Weiter
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » Politik
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Tobias Giebel
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 12.02.2005
Beiträge: 3648
Wohnort: Wittingen, Niedersachsen, Deutschland

BeitragBeitrags-Nr.: 62115 | Verfasst am: 19.06.2005 - 20:35    Titel: Vergeltung bei Partisanenangriffen Antworten mit Zitat

Hallo,

es ist doch legitim und, sagen wir mal, "erlaubt" bei Partisanenüberfällen Vergeltungsmaßnahmen auf Zivilisten bzw. der Zivilbevölkerung durchzuführen, wie es von der Wehrmacht und SS gemacht wurde sogar nach Kriegsvölkerrecht, oder?

Ich wäre euch sehr dankbar, wenn mir das jemand mit Stichhaltigen Beweisen bestätigen kann! Kann man vielleicht auch den Auszug aus dem Kriegsvölerrecht posten, in dem dies steht, ? Denn das wäre ja der eindeutigste Beweis!
Gruß und Dank
Tobias
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Rockhound
Stamm-Mitglied


Anmeldedatum: 31.05.2005
Beiträge: 983
Wohnort: Leverkusen

BeitragBeitrags-Nr.: 62116 | Verfasst am: 19.06.2005 - 20:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hupps, na ich weiß nicht.
Ich kann zwar nichts aus dem Völkerrecht zitieren aber ich würde mal sagen das es grundsätzlich verwerflich ist sich an der Zivilbevölkerung zu vergreifen.
Kann man ja jetzt in tausend Richtungen ausführen aber bei Partisanen ist es für mich keine Lösung Zvilisten mit einzubeziehen.

Horrido!Rockhound!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tobias Giebel
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 12.02.2005
Beiträge: 3648
Wohnort: Wittingen, Niedersachsen, Deutschland

BeitragBeitrags-Nr.: 62123 | Verfasst am: 19.06.2005 - 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

natürlich ist es eine riesen große sauerei! Die Partisanentaktik, was nicht vergessen werden darf, jedoch auch!

Mir geht es in diesem Thread allerdings nicht darum zu klären ob dies berechtigt war, sondern ich brauche stichhaltige Beweise, am besten einen Auszug aus dem Kriegsvölkerrecht, das das bestätigt!
Gruß
Tobias
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Markus
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 20.03.2005
Beiträge: 574

BeitragBeitrags-Nr.: 62136 | Verfasst am: 19.06.2005 - 22:34    Titel: Re: Vergeltung bei Partisanenangriffen Antworten mit Zitat

Tobias Giebel hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

es ist doch legitim und, sagen wir mal, "erlaubt" bei Partisanenüberfällen Vergeltungsmaßnahmen auf Zivilisten bzw. der Zivilbevölkerung durchzuführen, wie es von der Wehrmacht und SS gemacht wurde sogar nach Kriegsvölkerrecht, oder?
Tobias


Eher nicht, wie ein kurze Suche per google ergibt:

HKLO:
http://www.rk19-bielefeld-mitte.de/info/Recht/Haager_Landkriegsordnung/inhalt.htm

Und noch eine treffende Bewertung der HKLO:
http://www.wer-weiss-was.de/theme198/article2517976.html

Zitat:

Das Kriegsvölkerrecht unterscheidet nur zwischen "Kombattanten" und "Nichtkombattanten". ... Bekämpfen Nichtkombattanten hingegen Kombattanten, so gilt dies nicht als Kriegsverbrechen, sondern als Zivilstraftat und muss daher von einem Zivilgericht geahndet werden. Werden Kombattanten von Nichtkombattanten angegriffen, steht diesen natürlich das Recht zur Selbstverteidigung zu. Die Tötung von gefangengenommenen Nichtkombattanten nach einem Angriff durch diese gilt als Kriegsverbrechen.



Gruß Markus
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tobias Giebel
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 12.02.2005
Beiträge: 3648
Wohnort: Wittingen, Niedersachsen, Deutschland

BeitragBeitrags-Nr.: 62140 | Verfasst am: 20.06.2005 - 05:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

danke, allerdings bin ich jetzt verwirrt! Der Herr in deinem Link behauptet jetzt sogar, das Partisanen bzw. Nichtkompatanten nicht erschossen werden dürfen (außer im Falle der Selbstverteidigung)?
Gruß
Tobias
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Armin
Administrator
Administrator


Anmeldedatum: 25.05.2004
Beiträge: 2060
Wohnort: Verden (Aller)

BeitragBeitrags-Nr.: 62142 | Verfasst am: 20.06.2005 - 07:30    Titel: Antworten mit Zitat

@Markus

Hier mal etwas, was ein anerkannter Historiker und Völkerrechtler (Alfred-Maurice de Zayas, 2000 bis 2002 Abteilungsleiter im Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte) zu diesem Thema sagt:
________________________________________________________

Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges galten die Haager Konventionen von 1907, insbesondere die Haager Landkriegsordnung mit ihren 56 Artikeln und das Genfer Abkommen von 1929 über die Behandlung von Kriegsgefangenen mit seinen 97 Artikeln.

Nun, wie ist der Partisanenkrieg zu beurteilen? Und zwar nicht anachronistisch, mit den Augen von 2004 und in Hinblick auf die Genfer Konventionen von 1949 und auf die Protokolle von 1977, sondern zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Welche völkerrechtlichen Normen galten am 22. Juni 1941?

Das deutsche Reich war Vertragspartei zu diesen Konventionen und daher gebunden. Die meisten Alliierten Mächte waren ebenfalls Vertragsparteien und haben neutrale Staaten wie die Schweiz und Schweden als Schutzmacht genannt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz betreute sowohl die alliierten Kriegsgefangenen in Deutschland als auch die deutschen bzw. österreichischen und italienischen Kriegsgefangenen bei den Alliierten. [04] Ohne Zweifel hat das Rote Kreuz viel dazu beigetragen, das Leiden der Kriegsgefangenen zu lindern und zwar auf allen Seiten. Dank dem Roten Kreuz und der Einhaltung der Konvention sind nur wenige amerikanische, britische und französische Kriegsgefangene in deutscher Hand verstorben. Auch verstarben nur wenige deutsche Kriegsgefangene in westalliierter Hand bis zur Kapitulation. Allerdings haben die Westalliierten nach dem 8. Mai 1945 die deutschen Kriegsgefangenen nicht mehr gemäß der Konvention behandelt, trotz Protesten seitens des Roten Kreuzes, und sehr hohe Menschenverluste sind danach eingetreten.

Was die Sowjetunion betrifft, hatte sie sämtliche zaristischen völkerrechtlichen Verträge und somit auch die Haager Konventionen [05] gekündigt und das Genfer Abkommen von 1929 nie ratifiziert. [06]

Die Frage der Gültigkeit des Kriegsrechts zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen Reich wurde seinerzeit viel diskutiert, zumal das Völkerrecht auf Gegenseitigkeit beruht. Vertragsverpflichtungen bestehen zwischen Vertragsparteien, weil sie beide gebunden sind. Wenn ein Staat eine Konvention ratifiziert, der andere aber nicht, so besteht zwischen diesen Staaten keine formelle Verpflichtung. Und wenn beide Staaten Vertragsverpflichtungen haben, eine Partei aber gegen Geist und Buchstaben des Vertrages verstößt, so kann die andere Partei aus diesem Grunde das Vertragswerk kündigen. [07]

Dies wird in der Wiener Vertragsrechtskonvention ausführlich in den Artikeln 54 bis 62 festgehalten und begründet.

Außerdem gibt es im Artikel 2 der 4. Haager Konvention von 1907 die sog. si omnes Klausel. D.h. die Konvention gilt nur dann, wenn sich alle Parteien beteiligen. Art. 2 besagt: „Die Bestimmungen der im Artikel 1 angeführten Ordnung sowie des vorliegenden Abkommens finden nur zwischen den Vertragsmächten Anwendung und nur dann, wenn die Kriegsführenden sämtlich Vertragsparteien sind.“

Für Positivisten, die das Völkerrecht mathematisch und kalt anwenden, gab es zwischen dem deutschen Reich und der Sowjetunion überhaupt keine Verpflichtungen aus den Konventionen. Diese Vorstellung wurde allerdings von der Anklage in Nürnberg abgelehnt. Und im Jahre 1949 wurde die sog. si omnes Klausel im Art. 2 der Genfer Konventionen von 1949 expressis verbis verworfen.

Schließlich gibt es, was man „Völkergewohnheitsrecht“ nennt -gewissermaßen ein Mindeststandard für die Kriegsführung- zwingendes Völkerrecht auf minimaler Ebene.

Dazu würden zählen vor allem die Bestimmungen vom Artikel 1 über den Kombattantenstatus, Art. 4-9 über den Kriegsgefangenenstatus, Art. 23 über das Verbot der Verwendung von Gift oder vergifteten Waffen, die meuchlerische Tötung oder Verwundung von Angehörigen des feindlichen Volkes oder Heeres, Artikel 25 über das Verbot des Angriffes auf unverteidigte Städte, Dörfer und Wohnstätten sowie Art. 42-56 über die kriegerische Besetzung.

Art. 1 der Haager Landkriegsordnung besagt: „Die Gesetze, die Rechte und die Pflichten des Krieges gelten nicht nur für das Heer, sondern auch für die Milizen und Freiwilligen Korps, wenn sie folgende Bedingungen in sich vereinigen:

1. daß jemand an ihrer Spitze steht, der für seine Untergebenen verantwortlich ist.
2. daß sie ein bestimmtes aus der Ferne erkennbares Abzeichen tragen,
3. daß sie die Waffen offen führen und
4. daß sie bei ihren Unternehmungen die Gesetze und Gebräuche des Krieges beachten.

Dieses sind also die Merkmale eines Kombattanten. [08] Fehlen diese Merkmale, so bewegte sich der Kämpfer außerhalb des Völkerrechts und hatte keinen Anspruch auf Schutz bzw. auf Kriegsgefangenenstatus.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg galt die Regel, daß nur Kombattanten im Sinne des Artikel 1 der Haager Landskriegsordnung sich an Kriegshandlungen beteiligen durften. Alle anderen Kämpfer -Freischärler, Guerillas, Partisanen- konnten nach dem damals geltenden Völkerrecht als Kriminelle behandelt werden.

Die Beteiligung der Zivilbevölkerung an Kriegshandlungen wird im Art. 2 der Haager Landkriegsordnung geregelt: „Die Bevölkerung eines nicht besetzten Gebiets, die beim Herannahen des Feindes aus eigenem Antriebe zu den Waffen greift, um die eindringenden Truppen zu bekämpfen, ohne Zeit gehabt zu haben, sich nach Artikel 1 zu organisieren, wird als kriegführend betrachtet, wenn sie die Waffen offen führt und die Gesetze und Gebräuche des Krieges beachtet.“

Die sog. levée en masse [09] ist selten vorgekommen, denn die Voraussetzung ist, daß sich die Bevölkerung massiv und sofort wehrt, wenn der Feind versucht, das Gebiet zu besetzen. Nachdem das Gebiet besetzt wird, kann es keine levée en masse im Sinne vom Artikel 2 der Haager Landkriegsordnung geben.
________________________________________________________


Dieser Text ist Bestandteil des Vortrages über die Wehrmachtausstellung von Alfred-Maurice de Zayas. Der ganze Text ist bei den Quellen als Link zu finden.

Keine Frage - die Thematik "Partisanenbekämpfung" weist dunkelste Kapitel der Unmenschlichkeit auf. Wahrer, für uns heute nicht mehr nachvollziehbarer und unendschuldbarer Horror. Dies gilt für alle beteiligten Parteien.

Jeder kann sich Beurteilungen an Land ziehen, die seiner gewünschten Lesart entsprechen. Anscheinend muß man dann aber mit Realitätsverlust rechnen. Sich ein Statement eines anonymen Users eines XY-Forums bei einer so wichtigen Frage auf die Fahne zuschreiben, zeugt von der Verzweiflung nicht auf seriöse Quellen zurückgreifen zu können...



Armin


Quellen:

Vortrag über die Wehrmachtsausstellung:
http://alfreddezayas.com/Lectures/vortragwehrmachtausst_de.shtml

Alfred-Maurice de Zayas
(Auszug)
Von 1994 bis 1997 leitete er als Chef die Beschwerde-Abteilung im UN-Menschenrechtsausschuss und den UN-Ausschuss gegen Folter und Rassendiskriminierung.
Danach arbeitete Alfred-Maurice de Zayas von 1998 bis 2000 als Sekretär des Menschenrechtsausschusses und von 2000 bis 2002 als Abteilungsleiter im Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte.

http://lexikon.freenet.de/Alfred_de_Zayas

[04] Report of the International Committee of the Red Cross on its activities during the Second World War (September 1, 1939/June 30, 1947). Vol. I. General Aactivities. Vol. II The Central Agency for Prisoners of War. Vol. III. Relief Activities. Genf 1948. ICRC, Report of the Joint Relief Commission of the International Red Cross 1941-1946. Genf 1948.

BURCKHARDT, Carl J., Das Kriegswerk des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. Genf 1945.

[05] Im Artikel 8 der 4. Konvention erlaubt.

[06] Friedrich, Jörg, Das Gesetz des Krieges, das deutsche Heer in Rußland 1941-1945. Piper Verlag. München 1991. S. 320 ff.

[07] Prof. Reinhard Maurach verfaßte für die Gesamtverteidigung im OKW-Prozeß ein Gutachten über einige zwischen der UdSSR und dem Deutschen Reich obwaltende juristische Besonderheiten (Dok. 79, Fall XII, Gesamtverteidigung). Maurach legte dar, daß die Wehrmacht im Rußlandfeldzug nicht an die Haager Landkriegsordnung gebunden gewesen sei. Die UdSSR habe dieses Vertragswerk nicht unterzeichnet. Auch zählten die darin niedergelegten älteren Kriegsbräuche nicht, „weil die Sowjetunion ein ungeschriebenes Völkerrecht nicht anerkennt und überhaupt nach ihrer Grundauffassung vom Sowjetstaat, seinen Zielsetzungen und seinem Verhältnis zur übrigen Staatsgewalt als außerhalb der das Völkerrecht tragenden Ideengemeinschaft stehend zu betrachten ist.“

[08] de ZAYAS, Alfred, “Combatants”, in: Bernhardt R. (ed.), Encyclopedia of Public International Law. Vol. 3. Amsterdam 1982.

[09] RABUS Walter, A New Definition of the levée en masse. Netherlands Journal of International Law, Bd. 24. 1977. S. 232-241.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
PIV
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 17.09.2004
Beiträge: 3754

BeitragBeitrags-Nr.: 62159 | Verfasst am: 20.06.2005 - 13:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hier noch ein interessanter Link:

http://www.swg-hamburg.de/Armee_im_Kreuz ... body_die_volkerrechtlichen_grundlag.html
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Markus
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 20.03.2005
Beiträge: 574

BeitragBeitrags-Nr.: 62160 | Verfasst am: 20.06.2005 - 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Armin hat Folgendes geschrieben:
@Markus

Schließlich gibt es, was man „Völkergewohnheitsrecht“ nennt -gewissermaßen ein Mindeststandard für die Kriegsführung- zwingendes Völkerrecht auf minimaler Ebene.

Im Ersten und Zweiten Weltkrieg galt die Regel, daß nur Kombattanten im Sinne des Artikel 1 der Haager Landskriegsordnung sich an Kriegshandlungen beteiligen durften. Alle anderen Kämpfer -Freischärler, Guerillas, Partisanen- konnten nach dem damals geltenden Völkerrecht als Kriminelle behandelt werden.


Dann sind wir uns ja einig. Aktionen wie das Abfacklen ganzer Dörfer, nur weil in der Nähe verdächtige Spuren im Schnee gefunden wurden, Massenerschießungen von Unbeteiligten, weil in der Nachbarstadt ein dt. Soldat umgebracht wurde oder vorsätzlich über 3 Millionen Kriegsgefangene verhungern lassen sind in keinem Fall rechtmäßig.


Gruß Markus
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Jan-Hendrik
Moderator
Moderator


Anmeldedatum: 04.04.2004
Beiträge: 23726
Wohnort: Hohnhorst

BeitragBeitrags-Nr.: 62164 | Verfasst am: 20.06.2005 - 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde zu dieser Thematik noch :

Die Wehrmacht im Partisanenkrieg. Militärische u. völkerrechtliche Darlegungen zur Kriegführung im Osten

von Franz W. Seidler

als Lektüre empfehlen !

Winken

Jan-Hendrik
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Jörg-Sebastian
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 03.05.2004
Beiträge: 2741
Wohnort: Betzdorf/ Rheinland-Pfalz

BeitragBeitrags-Nr.: 62186 | Verfasst am: 20.06.2005 - 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
vorsätzlich über 3 Millionen Kriegsgefangene verhungern lassen sind in keinem Fall rechtmäßig.


Ich habe das anscheinend etwas anderst verstanden: Während Hitler bei den Westalliierten noch nach Vertrag die Gefangenen behandeln lies (weil er schließlich gebunden war), hat er bei russ. Gefangenen eben nicht nach Vertrag gehandelt, weil die SU eben diesen nicht "unterzeichnete". Wenn die SU nicht gebunden ist, und somit mit Kriegsgefangenen machen darf, was sie wollen (wovon sie ja auch reichlich gebrauch gemacht haben), dann kann DEU auch mit sowj. Gefangenen machen, was sie wollen. Verboten ist es ja nicht, weil es den beiden Staaten kein Vertrag verbietet. Moralisch ist es selbstverständlich verwerflich.

Noch ein Aspekt sollte man mit einbringen: Hitler und die "Untermenschen" hat sicherlich eine Rolle gepielt, aber auch die "Rache" Stalins. (Wobei ich mir eigendlich 100%ig sicher bin, das die SU auch ohne die misserable deut. Gefangenenbehandlung von Russen, die deutschen Gefangenen unmenschlich behandelt hätte!)

Aber die SU ging ja noch weiter, in dem sie selbst deutsche Zivilisten ins russ. Landesinnere verschleppte.

Wobei man aber auch an vielen Massaker von Zivilisten bei dem deutschen Vormarsch denken muss.

Zum Thema:

Zitat:
Aktionen wie das Abfacklen ganzer Dörfer


Selbstverständlich sind solche Aktionen wie z.B. 1942 nach dem Tot Heydrichs durch eine Bombe von Partisanen in Prag, wo danach das Dorf Lidice völlig vernichtet wurde und alle männl. Personen über 15 erschossen wurden alles andere als legitim. Zweifels ohne sind das Verbrechen.

Aber Abfakeln von Häusern in Frontnähe beim Rückzug, sprich die Strategie der verbrannten Erde finde ich, so verwerflich es auch ist, nicht als Verbrechen. Ich habe mit 2 älteren Herren darüber gesprochen, und auch die sagen, sie hätten es absolut nicht gerne gemacht, vorallem, wenn kleine Kinder unter der Familie waren. Dann haben die meist, eine kleine "Entschuldigung" (wenn man das in diesem Sinne sagen darf) in Form von z.B. Schokolade hinterlassen. (Ich kann jetzt nur von den 2 Herrn sprechen.)
Militärisch sind solche Aktionen wohl mehr als logisch und notwendig.

Gruß

Jörg
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger
Markus
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 20.03.2005
Beiträge: 574

BeitragBeitrags-Nr.: 62228 | Verfasst am: 20.06.2005 - 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Jörg-Sebastian hat Folgendes geschrieben:

Ich habe das anscheinend etwas anderst verstanden: Während Hitler bei den Westalliierten noch nach Vertrag die Gefangenen behandeln lies (weil er schließlich gebunden war), hat er bei russ. Gefangenen eben nicht nach Vertrag gehandelt, weil die SU eben diesen nicht "unterzeichnete". Wenn die SU nicht gebunden ist, und somit mit Kriegsgefangenen machen darf, was sie wollen (wovon sie ja auch reichlich gebrauch gemacht haben), dann kann DEU auch mit sowj. Gefangenen machen, was sie wollen. Verboten ist es ja nicht, weil es den beiden Staaten kein Vertrag verbietet.



Was falsch ist, wie de Zayas dargelegt hat: "Schließlich gibt es, was man „Völkergewohnheitsrecht“ nennt -gewissermaßen ein Mindeststandard für die Kriegsführung- zwingendes Völkerrecht auf minimaler Ebene." Mit anderen Worten: Massenmord ist in jedem Fall verboten, da es jedem Rechtsempfinden zuwiderläuft. Außerdem scheiterte eine massenhaft Ermordung von dt. Kriegsgefangenen schon an der Tatsache, daß die UdSSR 1941 keine dt. Kriegsgefangenen zum massenhaften Ermorden hatte.


Zitat:

Aber die SU ging ja noch weiter, in dem sie selbst deutsche Zivilisten ins russ. Landesinnere verschleppte.


Was für dt. Zivilisten sollen denn 1941 verschleppt worden sein?


Zitat:

Aber Abfakeln von Häusern in Frontnähe beim Rückzug, sprich die Strategie der verbrannten Erde finde ich, so verwerflich es auch ist, nicht als Verbrechen.
Jörg



Wer redet von Frontnähe oder Rückzug? Das wurde bei sog. Bandenbekämpfung im tiefsten Hinterland gemacht.


Gruß Markus
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Panzerlexikon
Stamm-Mitglied


Anmeldedatum: 15.11.2003
Beiträge: 982

BeitragBeitrags-Nr.: 62231 | Verfasst am: 20.06.2005 - 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Die HLKO regelt lediglich den Begriff des ''Kriegführenden'', legt damit im Umkehrschluß auch die Definition des ''Freischärlers'' bzw. Partisanen fest.
Weder die Frage der Geiseln noch das Vorgehen gegen Partisanen sind dagegen in der HLKO geregelt, auch die beiden Genfer Abkommen von 1929 enthalten dazu nichts.

Hier muß das sog. ''Völkergewohnheitsrecht'' herangezogen werden. Dieses umfaßte Verhaltensweisen, die nicht schriftlich festgehalten waren, jedoch aufgrund staatlicher Praxis als allgemein verbindlich anerkannt waren - also auch für Staaten galten, die keines der völkerrechtlichen Abkommen unterzeichnet hatten. Auch der wesentliche Inhalt der HLKO war 1939 schon als Gewohnheitsrecht anerkannt und galt damit auf jeden Fall.
Dieses Völkergewohnheitsrecht war auch vom Dritten Reich akzeptiert, findet sich in den damals gängigen Kommentaren zum Völkerrecht und wurde auch in die H.Dv. (g.) 92 - Handbuch für den Generalstabsdienst im Kriege übernommen.

1. Geiseln
Geiselnahmen zum Schutz der Truppe gegen rechtswidrige Maßnahmen (Partisanenüberfälle) oder Geiselnahmen als Repressalien, um ein bestimmtes Verhalten zu erzwingen, waren im 2. Weltkrieg allgemein anerkanntes Gewohnheitsrecht.
Dabei hatten sich etwa folgende Grundsätze herauskristalliert:
-Eine Tötung von Geiseln durfte nur nach vorhergehenden Gerichtsverfahren erfolgen.
-Es durften nicht mehr als 10 Geiseln für einen getöteten eigenen Soldaten hingerichtet werden.
-Die Anzahl der Geiseln war nicht geregelt, für die Behandlung der Geiseln galten die Grundsätze wie für Kriegsgefangene.

Die Gerichtsverfahren gegen deutsche Verantwortliche fanden also nicht wegen der eigentlichen Tatsache der Geiselnahme statt, sondern wegen des Verstoßes gegen das Übermaßverbot, wegen der Tötung von Geiseln ohne Gerichtsverfahren oder wegen der völkerrechtswidrigen Behandlung der Geiseln.

2. Partisanen
Kriegführende mußten nach Art. 1 HLKO folgende Bedingungen erfüllen:
1. an der Spitze mußte ein Verantwortlicher stehen
2. Tragen eines aus der Ferne erkennbaren Abzeichens
3. offenes Führen der Waffen
4. Beachten der Gesetze und Gebräuche des Krieges.

Schon diese 4 Bestimmungen lassen einen ziemlichen Ermessensspielraum zu. Beispiel: Die HLKO ist lange vor dem 1. Weltkrieg in Kraft getreten und stellt deshalb auf die damals übliche Kriegführung ab. Vor 1914 pflegte man auch mit der Infanterie das Feuer auf große Entfernungen zu eröffnen, also mußte auch das Abzeichen auf diese Entfernung zu erkennen sein. Im Zweiten Weltkrieg war dagegen die übliche Kampfentfernung für das Infanteriegefecht auf unter 200 m gesunken.

Eine weitere Möglichkeit war die sogenannte ''Levee en masse'':
''Die Bevölkerung eines nicht besetzten Gebietes, die beim Herannahen des Feindes aus eigenen Antrieb zu den Waffen greift, um die eindringenden Truppen zu bekämpfen, ohne Zeit gehabt zu haben, sich nach Artikel 1 zu organisieren, wird als kriegführend betrachtet, wenn sie die Waffen offen führt und die Gesetze und Gebräuche des Krieges beobachtet.''
Hier war als weder ein Abzeichen noch ein Verantwortlicher Führer erfolgreich. Dieser Fall der Levee en masse wird von sehr vielen Historikern und Juristen für den Fall der italienischen Freischärler nach dem Ausscheiden Italiens aus dem Krieg 1943 angenommen, da Italien bis zu diesem Zeitpunkt nicht als besetzt galt und das deutsche Vorgehen gegen die
Italiener erfolgte, obwohl zunächst für mehrere Wochen kein Kriegszustand zwischen beiden Staaten herrschte.

Unabhängig davon galt nach dem Völkergewohnheitsrecht, daß auch Partisanen erst nach einem Gerichtsverfahren hingerichtet werden durften, summarische Exekutionen waren eindeutig und ohne Ausnahme ausgeschlossen.

Die Verurteilung deutscher Kommandeure erfolgte also nicht wegen ihres Vorgehens gegen Partisanen an sich, sondern weil bei diesen Aktionen zahllose Personen ohne Gerichtsverfahren getötet worden waren, weil die Einwohnerschaft ganzer Dörfer ohne Überprüfung ihrer Beteiligung an Aktionen der Partisanen erschossen wurde und weil grundlos umfangreiche Zerstörungen an Gebäuden, Vorräten usw. vorgenommen worden waren.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tobias Giebel
Ist hier zuhause


Anmeldedatum: 12.02.2005
Beiträge: 3648
Wohnort: Wittingen, Niedersachsen, Deutschland

BeitragBeitrags-Nr.: 62251 | Verfasst am: 20.06.2005 - 23:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

@Pazerlexikon

darf ich nach deinen Quellen fragen, bitte?!
Gruß und Dank
Tobias
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Armin
Administrator
Administrator


Anmeldedatum: 25.05.2004
Beiträge: 2060
Wohnort: Verden (Aller)

BeitragBeitrags-Nr.: 62255 | Verfasst am: 21.06.2005 - 09:05    Titel: Antworten mit Zitat

Markus hat Folgendes geschrieben:

Dann sind wir uns ja einig. Aktionen wie das Abfacklen ganzer Dörfer, nur weil in der Nähe verdächtige Spuren im Schnee gefunden wurden, Massenerschießungen von Unbeteiligten, weil in der Nachbarstadt ein dt. Soldat umgebracht wurde oder vorsätzlich über 3 Millionen Kriegsgefangene verhungern lassen sind in keinem Fall rechtmäßig.



Ich kann Dir nicht sagen, welche Aktionen Rechtmässig oder Unrechtmässig sind.
Ich meine, auch mal etwas von "erlaubten Repressalien" gelesen zu haben - kann
mich aber nicht an die Quelle erinnern und möchte mich auch nicht festlegen, ob
so etwas wirklich "erlaubt" war.

Mein Kommentar war nur eine Widerlegung des unsäglichen Kommentares dieses Users
eines anderen Forums, der von "Zivilrecht" für Nichtkombattanden, die Kombattanden
angriffen, faselte. Es mag sein, das dies in Dein Denkschema passt - ändert jedoch
nichts daran, das es nicht wahr ist.

Kämpfende (oder bewaffnete) Nichtkombattanden wurden und werden in Kriegen hingerichtet.
So war es in allen Kriegen dieser Welt und wird wohl auch so bleiben.
Der Mensch lernt eben nicht dazu.


Als kleines Beispiel für Taten von Partisanen führe ich mal einige "Glanztaten" der
sog. "Nichtkombattanden" auf. Nicht um Horror gegen Horror aufzurechnen - so pervers
sollte man nicht sein.
Einfach mal zu Darstellung der Qualität der Verbrechen, die an Deutschen Kombattanden
oder Personen, die durch das internationale Rote Kreuz geschützt sein sollten,
verübt wurden.

Juni 1941: „Vor Rowno werden deutsche Soldaten einer Kompanie eines Württembergisch-
Badischen Regiments nach der Gefangennahme getötet. Die Toten weisen Bajonettstiche
auf. Geschlechtsteile, Nasen und Ohren sind abgeschnitten, die Augen ausgestochen,
die Schädel skalpiert. Anderen ist das Herz herausgeschnitten, in das Brustloch ist
ein Frauenbildnis gesteckt." [120]

Juli 1941: „Beim Vormarsch auf Smolensk stoßen Angehörige der SS-Division ,Das Reich'
auf die Leichen von ungefähr 150 deutschen Soldaten. Ihnen sind die Hoden zerquetscht,
die Augen ausgestochen, die Haut von Händen und Füßen abgezogen. Einigen sind
Hakenkreuze in die Brust eingebrannt." [121]

August 1941: „Vor Nikolajew werden in einem Dorfe dreißig bis vierzig deutsche
Soldaten tot und verstümmelt aufgefunden. Die Augen sind ausgestochen, die Zungen
herausgerissen, die Geschlechtsteile abgeschnitten und die Schädeldecken zertrümmert."
[122]

Oktober 1941: „Im Raum Winniza werden 25 Angehörige eines Stoßtrupps verstümmelt
aufgefunden; sie sind nicht mehr erkennbar. Ohren und Nasen, teilweise auch Hände
und Füße, sind abgeschnitten, die Augen ausgestochen, die Bäuche aufgeschnitten."
[123]

Juli 1943: „Bei der Ortschaft Stepanowka bei Stalino werden die verstümmelten Leichen
von etwa zwanzig deutschen Wehrmachtsangehörigen aufgefunden. Einzelnen sind die
Schädel eingeschlagen, die Augen ausgestochen und die Geschlechtsteile abgeschnitten.
An Bäumen hängen drei vollständig nackte Soldaten. Nur die Erkennungsmarken sind ihnen
verblieben." [124]

August 1943: „In einem Walde bei Korotitsch westlich Charkow werden deutsche Soldaten
aufgefunden, denen die Augen ausgestochen, die Ohren abgeschnitten und die Zungen
herausgerissen sind. Einige Leichen weisen Seitengewehrstiche auf." [125]

Juni 1943: „Bei Tuckalla (Nordfinnland) wird eine deutsche Autokolonne von russischen
Partisanen überfallen und das letzte Fahrzeug herausgeschossen. Die Leichen der Insassen
- sechs Urlauber, Fahrer und Beifahrer - werden vom Wagen geworfen, ausgeplündert und
ihnen die Kehle durchschnitten." [126]

August 1943: „Partisanen überfallen fünf Personenwagen der Zivilverwaltung Krimianez
und ermorden sämtliche dreizehn Insassen. Unter diesen befinden sich zwei als solche
gekleidete und kenntliche Rotkreuz-Schwestern. Diese werden entkleidet und vergewaltigt.
Bei lebendigem Leibe werden ihnen die Brüste abgeschnitten“ [127]

Januar 1944: „Südlich der Straße Puschkinskyje - Gory - Noworshew (Nordrußland) werden
86 Angehörige einer Wehrmacht-Baukompanie von russischen Partisanen überfallen und
niedergemacht. Die Leichen liegen nackt im Felde verstreut. Die Augen sind ausgestochen.
Ohren, Nasen und Geschlechtsteile sind abgeschnitten; die Leiber aufgeschlitzt." [128]




Nun, man kann an diesen wenigen Beispielen durchaus eine Qualität von Verbrechen entdecken,
die ihresgleichen sucht. Der durch die sowjetische Propaganda geschürte Hass (Ehrenburg
mit seinen über 3000 verfassten Hass-Artikeln gegen Deutsche, Träger des Stalin- und
Lenin-Ordens!) diente den Partisanen zur Rechtfertigung ihrer Taten. Selbst vor Landsleuten
schreckten sie nicht zurück - z.B. wenn ein Dorfältester den Partisanen Unterstützung
verweigerte, wurde er einfach ermordet und durch einen "Hilfswilligen" ersetzt.

So "ohne" waren sie also nicht, die Partisanen und ihre Helfer ...


Armin



Hier aufgeführte Beispiele aus "Seidler: Die Wehrmacht im Partisanenkrieg",
Pour le Merite, 1999. Dieses Buch ist nichts weiteres als eine Zusammenstellung
von Original-Unterlagen aus diversen Archiven


[120] Alliierte Kriegsverbrechen und Verbechen gegen die Menschlichkeit, Kiel 1997, S.167
[121] Alliierte Kriegsverbrechen und Verbechen gegen die Menschlichkeit, Kiel 1997, S.169
[122] Alliierte Kriegsverbrechen und Verbechen gegen die Menschlichkeit, Kiel 1997, S.173
[123] Alliierte Kriegsverbrechen und Verbechen gegen die Menschlichkeit, Kiel 1997, S.177
[124] Alliierte Kriegsverbrechen und Verbechen gegen die Menschlichkeit, Kiel 1997, S.197
[125] Alliierte Kriegsverbrechen und Verbechen gegen die Menschlichkeit, Kiel 1997, S.198
[126] Alliierte Kriegsverbrechen und Verbechen gegen die Menschlichkeit, Kiel 1997, S.197
[127] Alliierte Kriegsverbrechen und Verbechen gegen die Menschlichkeit, Kiel 1997, S.198
[128] Alliierte Kriegsverbrechen und Verbechen gegen die Menschlichkeit, Kiel 1997, S.200
Zahlreiche weitere Beispiele finden sich in den Akten der „Wehrmacht-Untersuchungsstelle
für Verletzungen des Völkerrechts“, Bundesarchiv Freiburg RW2/ v. 223 und 224.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Markus
Erfahrenes Mitglied


Anmeldedatum: 20.03.2005
Beiträge: 574

BeitragBeitrags-Nr.: 62259 | Verfasst am: 21.06.2005 - 09:40    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Mein Kommentar war nur eine Widerlegung des unsäglichen Kommentares dieses Users
eines anderen Forums, der von "Zivilrecht" für Nichtkombattanden, die Kombattanden
angriffen, faselte. Es mag sein, das dies in Dein Denkschema passt - ändert jedoch
nichts daran, das es nicht wahr ist.



Womit du falsch liegst, was de Zayas bekräftigt und sogar von der swg-hamburg nicht verschwiegen wird:
"Im Ersten und Zweiten Weltkrieg galt die Regel, daß nur Kombattanten im Sinne des Artikel 1 der Haager Landskriegsordnung sich an Kriegshandlungen beteiligen durften. Alle anderen Kämpfer -Freischärler, Guerillas, Partisanen- konnten nach dem damals geltenden Völkerrecht als Kriminelle behandelt werden."

Und wie wurden Kriminelle behandelt? I.d.R. wurden Mörder nach einem Prozess hingerichtet, ob der nun vor einem Militär- oder Zivilgerich stattfindet ist egal. Sogar die Frage, ob es überhaupt einen Prozess gibt, ist zweitrangig, da Tobias nach der Rechtsgrundlage für Vergeltungsmaßnahmen gegen Zivilisten gefragt hat, und die dürfen auf gar keinen Fall massenhaft abgeschlachtet werden.


Gruß Markus
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Militärgeschichte 2. Weltkrieg (1919 - 1945) » Politik Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5  Weiter
Seite 1 von 5

Druckversion

Gehe zu:  

Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.